Ausgabe 
18.1.1941
 
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Japanische Antwort an Hüll

Oer schwedische Reichstag zum Haushaltsvoranschlag

Der Jeinb warf in der Nacht zum 17. Januar mit schwachen Kräften im Reichsgebiet wenige Spreng- und Brandbomben. Es entstand nur ge­ringer Gebäudeschaden. Der Feind verlor am 15. Januar und gestern zusammen fünf Flugzeuge. Seit dem 15.1. abends kehrten drei eigene Flug­zeuge nicht zurück.

ZahirecheTrefferaufAvonnioulh

Explosionen und Brände in Lagern, Tanks und Docks.

Berlin. 18. Jan. (DRB.) Der im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom Freitag ge­meldete Angriff stärkerer Kampfsliegerverbände rich­tete sich in der Rächt zum Freitag vornehmlich gegen den wichtigen Versorgungshasen A v o n - mouth am Ausgang des Bristol-Kanals. In rol­lendem Angriff wurden bei zumeist guter Erdsicht Docks, Schleusenanlagen. Getreide­mühlen und Oeltanks mit Spreng- und Brandbomben belegt. An all diesen Zielen sind zahlreiche Treffer beobachtet worden. Ex­plosionen und größere Brände in Lagern und Docks bestätigten die gute Wirkung dieses Angriffs.

Oer britische Versorgungshafen Avonmouth unter deutschen Bomben

OerdeuischeWehrmachiberichi

Berlin. 17. Jan. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In den frühen Rachmittagsstunden griffen deut­sche Kampfflugzeuge englische Seestreitsträfte im Hasen von La Valetta auf Malta mit Vorzug- licher Wirkung an. Auf dem bereits am 10.1. stark beschädigten Flugzeugträger wurden meh­rere Volltreffer schweren und mittleren Kalibers erzielt. Außerdem trafen zahlreiche Bom­ben das Arsenalgebiet. Ein Handels­schiff erhielt einen Bombenoolltreffer schwersten Kalibers. Der durch die Angriffe deutscher und ita­lienischer Kampfverbände am 10.1. schwer getrof­fene englische Kreuzer ..Southampton- war derart beschädigt, daß er inzwischen gesunken ist.

Im Zuge der bewaffneten Aufklärung wurden am gestrigen Tage auf drei Handelsschiffen von insgesamt 13 000 BRT. westlich Rordscholtland und an der englischen Südoslküste mehrere Bomben­treffer erzielt. In der letzten Rächt griffen Kampf­fliegerverbände einen Hafen in Wesleng­land sowie Ziele in Südengland mit Erfolg an.

Londoner Lrkenniniffe.

Die deutschen (Stukas im Mittelmeer eine ernste Gefahr für Englands Verbindungslinien.

Gin Brief aus Island.

Oie Insel von englischen und kanadischen Truppen überschwemmt.

Stockholm, 18. Ian. (Europapreß.) Die große Aussprache über den vor wenigen Tagen vorgeleg- ten Haushaltsvoranschlag für das Jahr 1941/42 hat am Freitag in beiden Häusern des schwedischen Reichstags begonnen. Die Aussprache stand im Zei-

rückzuführen sei,, die sich durch wenig Zurückhaltung gegenüber der Bevölkerung-auszeichnen.

Die sprunghaft ansteigende Verteuerung vieler Lebensmittel und anderer notwen­diger Waren wirke sich natürlich auf den Gesund- heitszustand der Einwohner aus. Preissteigerungen mit 1400 und 1500'Prozent seien nicht ungewöhnlich. So zahle man heute für Zucker statt 45 Oere je Kilogramm bei Kriegsausbruch 6,40 Kronen, für Salz, das für die Fifche/ei äußerst wichtig sei und von dem jährlich 350 Tonnen benötigt würden, pro Tonne statt 30 Kronen heute 400 Kronen.

Allenthalben auf Island, so heißt es weiter, habe man die Ueberzeugung gewonnen, daß die englische Besetzung schon lange vorher vorbereitet gewesen sei. Allein die ungeheuren T a n k a n l a - gen von British Petroleum und Shell, die den Oel- bedarf der Insel für 15 und 20 Jahre aufzunehmen vermöchten und in keinem Verhältnis zum Bedarf des Landes ständen, kämen heute den Besatzungs- ttuppen wie gerufen. Island solle anscheinend zu einer Etappe im Versorgungssystem des USA. -Heeres nusgebaut werden und a l s Stapelplatz für die überseeische Ein­fuhr Englands dienen.

Oer Kronprinz von Italien zum Armeegeneral ernannt.

Rom, 17.Januar. (Europapreß.) Der Kron» Prinz ist zum Armeegeneral ernannt wor- den. Der Duce hat in einem aus diesem Anlaß an den König und Kaiser gerichteten Telegramm der Freude des Heeres über diese Ernennung Aus­druck verliehen. In einem Antworttelegramm an den Duce hat der König und Kaiser Mussolini und dem Heere seinen Dank für die Glückwünsche aus­gesprochen. Armeegeneral Luigi Negri, der zuletzt Kommandant der Alpenarmee war, ist i n den Ruhe st and getreten. Mussolini hat in der Zeit vom 13. bis 16. Januar in einigen Ort­schaften der Provinz Apulien militärische An- lagen und industrielle Betriebe sowie die in diesen Gebieten entstandenen neuen Ortschaften besucht. Soldaten, Arbeiter und die landwirtschaftliche Be- völkerung der Provinz bereiteten dem Duce begeb störte Kundgebungen.

Derdunkelungsübungen in Neuyork

Neuyork, 17. Jan. (Europapreß.) Wie Ober­bürgermeister Fiorella Laguardia ankündigte, werden für Neuyork eine Reihe Verdunkelungs- Übungen stattfinden. Die Hebungen werden zunächst in den Außenbezirken Reuyorks durchgeführt und später auf das Gebiet der ganzen Stadt ausge- dehnt werden.

Japanische Schiffe meiden den Panama-Kanal.

Rio de Janeiro, 17. Jan. (Europapreß.) Erstmals wählte ein japanischer Passagierdampfer, der am Donnerstag nach Japan ausgelaufen ist, seinen Weg über Südafrika. Es handelt sich um den PassagierdampferA f r i c a M a r u", der nicht durch den Panamakanal fährt, sondern seinen Weg über den Südatlantit und Afrika nimmt

Kopenhagen, 17. Ian. (Europapreß.) Die Kopenhagener Kritik Ugerevue" bringt einen u n - zensierten Brief aus Island zum Ab­druck, in dem folgende Schilderungen von den Ver­hältnissen auf der Insel unter der englischen Be­setzung gegeben wird.

Island sei von englischen und kanadischen Trup­pen überschwemmt, so heißt es in dem Be­richt. Die machten bei dem anhaltenden Eintreffen neuer Verstärkungen heute bereits zwei Drittel der Bevölkerung des Landes aus. Durch Errichtung ausgedehnter Barackenlager versuche man unablässig neu eintreffende Truppen unterzubringen. Die Offiziere würden dagegen in Privathäusern einquarttert, wodurch die seit zwan- Zig Jahren in Irland herrschende Wohnungs- n o t auf das Fühlbarste vergrößert roerbe.Privat­häuser und Wohnungen sind überfüllt von den Vor­gesetzten der englischen Truppen", erklärt der Brief- schrei der.

In bezug auf »en Gesundheitszustand der isländischen Bevölkerung habe diese Ueberfüllung der Städte und Ortschaften die s ch w e r st e n N a ch. teile mit sich gebracht, was nicht zuletzt auf die moralischen Qualitäten der Engländer zu-

Furchtgefühlen oder gar Verfolgungswahn bezeitz net werden. Die Unterstellung, daß die Achsen möchte die Weltherrschaft anstrebten, könne nur afj Versuch angesehen werden, die Tatsachen qui den Kopf zu stellen.Ist es nicht gerade Ehrgeiz der angelsächsischen Rasse, die See ui!j hiermit die Welt zu beherrschen?" Gerade die US4 deren Machtbereich klar vorgezeichnet sei, mische ffa unter dürftigen Vorwänden in Angelegenheiten ari derer Länder und versuche immer wieder, die g6 rechten Ziele anderer zu hemmen. Es sei selbstver stündlich, daß die Vereinigten Staaten den Philip pinen Bedeutung beilegen, aber tatsächlich woll, USA. Neuseeland, Australien, Singavore und selbs, Riederländisch-Jndien kontrollieren. Wir halten ts für wichtig, schließtTokio Asahi Schimbun", bafi Japan die aggressive Haltung Amerikas sorgst beobachtet und keine Mühe scheut, jeder sich enh wickelnden Krise jederzeit entgegentreten zu tonnen

W die Freiheit des Vrotes.

Italienische Kritik an Noosevelt.

Rom, 17. Ian. (Europapreß.) Unter Bezug, nähme auf die Kongreßbotschaft des Präsidenten Roosevelt stellt das Blatt Mussolinis,P o. polo d'Italia" fest, es sei den Demokraten nicht gelungen, das Problem des Wiederaufbaues der Welt 3U lösen. Es fei unnütz, den Völkern, jenes von USA. einbegriffen, zu erzählen, die De­mokratien würden nun keine Fehler mehr begehe, und von einer Freiheit des Wortes, der Religion, des Handels und der Freiheit des Abrüstens z, sprechen. Gegründet auf dieseFreiheiten" wolle Roosevelt die Welt wieder aufbauen. Aber eine fünfteFreiheit" habe Roosevelt verges­sen: frei leben, atmen und gedeihen zu können, genügend Brot für unsere Kinder zu besitzen, kur, wirtschaftlich, was gleichbedeutend sei mit politisch, nicht von der Herrin England abhän­gig zu, sein, sei diese fünfte Freiheit.Mai, kämpft, Herr Roosevelt", so schließtPopolo d'Italia", und wird bis zum Siege für die Freiheit bes Brotes und nicht für jene des Wortes kämpfen. Die armen Völker wissen mit der Freiheit, schreien zu dürfen, nichts anzufangen, wenn sie Hunger hoben."

Britische Kriegsschiffsverlusle.

Eine italienische Berechnung.

Ro m, 17. Ian. (Europapreß.) In einer von, Popolo di Roma" am 23. November 1940 verös» tentlichten Zusammenstellung sind die Gesamt­verluste Englands an Kriegsschiffs- raum seit Beginn des Krieges mit 314899 Tonnen angegeben worden. Spätere Feststellungen haben er­geben, daß England weitere neun U-Boot« von zusammen 10 440 Tonnen und zwei Zer­störer von zusammen 2255 Tonnen verloren hat. Die Verluste der Engländer an Zerstörern seien somit, wie das Blatt betont, auf 39 von zusammen 52 290 Tonnen gestiegen. Es seien daher die von England in den 51 Monaten des Weltkrieges erlittenen Verluste an Schiffsraum dieses Schiffs­typs von 53 000 Tonnen bereits erreicht.

Seit dem 23.November feien fünf Kreuzer von zusammen 36 100 Tonnet abgegangen. Außer, dem müsse, obgleich England noch immer schweige, auch das von dem U-BootCappom" mit drei Tor­pedos getroffene SchlachtschiffRarnillies' (29150 Tonnen) ebenfalls als gesunken betrachtet werden. Insgesamt habe somit England, so errech­netPopolo di Roma", in diesen 16 Äriegsmonafcn Zwei Schlachtschiffe, acht Kreuzer, 39 Zerstörer, 33 U-Boote, zwei Flugzeugträger, neun Hilfskreuzer, drei Kanonenboote und sechs Minensucher mit einer Gesarntwasseroerdrängung von 394 044 Tonnen ver­loren. In den 51 Monaten des Weltkrieges habe England insgesamt 565 440 Tonnen Schiffsraum eingebüßt. Somit feien in diesen 16 Kriegsmonaten bereits mehr als zwei Drittel der Ge- famtfume des im Weltkrieg versenkten englischen Kriegsschiffsraums auf den Grund des Meeres ge­schickt worden.

Nach dem Seegefecht im Kanal von Sizilien seien, selbst wenn nur die unvollständigen Eingeständnisst der brittschen Admiralität berücksichtigt würden, der KreuzerSouthampton" gesunken, der Flug- zeugträger311 u ft r i o u s" und der Zerstörer ,.G a l l a n t" für längere Zeit aus der Flottenlistt Englands auszuscheiden. Somit seien den oben an­gegebenen britischen Gesamtoerlusten von 394 044 Tonnen weitere 33 442 Tonnen zuzuzählen. Ein ge­naues Bild der wahren Lage ergebe sich aber auch jetzt noch nicht, weil England zahlreiche erlittene Verluste an Kriegsschiffen auch weiterhin verheim­liche.

Oie Gefahren einer Ausbefferungshilfe für englische Kriegsschiffe in USA.

Madrid, 17. Jan. (Europapreß.) Die spanische Presse beschäftigt sich mit dem Plan der USA., britischen Schiffen Ausbesserungsmöglich' feiten auf amerikanischen Werften zu gewähren. Man sieht darin eine Gefahr in Rich' hing auf die Ausdehnung des Krieges und hegt besonders Befürchtungen für Südamerika. Die Zei­tungAlcazar" bezeichnet den nordamerikanischen Plan als einen beispiellosen Rechtsbruch. Nach seiner Verwirklichung müßten die USA. als kriegführende Macht betrachtet werden. Auf der Panam-a-Konferenz sei ausdrücklich festge­legt worden, daß fremden Kriegsschiffen Hilfe nur nach Maßgabe des internationalen Rechts zuteil werden könne.

Oer französische Dampfer .Mendoza' w itergesahren.

Tokio, 17. Ian. (Europapreß.) Gegen die ag­gressiven Aeußerungen des USA.-Staatssekretärs Co^dell Hüll wendet sich die gesamte Presse Tokios. Man betont, Hüll habe den Achsenmächten Absichten in die Schuhe geschoben, die von den sog. Demokratien seit langem verwirklicht würden.Warum kann England", fragtNicki Nicht", ,chas Land, das 350 Millionen Inder und viele andere Völker ter­rorisiert, als demokratisch bezeichnet werden?" Das Blatt weist weiter die von Hüll gebrauchte Formulierung von der auf den Washingtoner Ver- trägen aufgebauten Machtbalance im Fernen Osten zurück und erklärt, der USA.-Staatssekretär sollte wissen, worauf diese Verträge abzielten. Es sei lächerlich, die auf diese Verträge gegründete Situation Ostasiens, die den Japanern die Flügel beschnitten und den Nordamerika- Mm und Engländern die Möglichkeit zur Aus«

Ehroniken und Volksliedern (vgl. Walther von der Dogeiweide) aufklingt.

Reich bedeutet die Mitte. Das Reich war die Mitte Europas, ja des Abendlandes. Aus ihm ist erst Europa als Einheit entstanden. Die übrigen Staaten" blieben Randgebilde, so wie England die größte Zeit der abendländischen Jahrhunderte eine liegengebliebene römische Kolonie war, jenseits der Geschichte.

Das Reich stand und fiel mit dem Herrscher. Seit Heinrich I. mußte jeder neue Führer des Rei­ches feine Führerschaft durch Arbeit und Haltung neu erringen. In den Zeiten schwa­cher Herrscher zehrte das Reich immer wieder von dem jelti'am mythischen Klang und von den gro­ßen Taten der eigentlichen Führer. Es lebte aus einem national-religiösen Glauben an die Beru­fung des Reiches. Reich war Recht. Recht war Wirtlichkeit und Geschichte. Das Reich lebte in den einzelnen Gliedern weiter, auch wenn diese schein­bar absetts des Imperiums" handeln mußten, um bann eines Tages wieder aufzustehen und dem alten Nimbus neuen Ruhm und neue Ehre anzu­fügen. Reich bedeutet Totalität aus innerer Ord­nung und Gliederung heraus. Aber das Reich ist <nich an geschichtliche Fügung geknüpft: Gerade das gemeinsame Schicksal eines langen, oft einsamen Weges, langer Kriege, unendlich see­lischen Ringens, innerer wie äußerer Nöte ist es, das die wahre Einheit und den Gehalt des Be- ariffsReich" ausmacht. Die Unmittelbarkeit, aus Zufall Schicksal zu werden, ist das eigentliche Ge­heimnis der deutschen Gemeinschaft und der Idee vom Deutschen Reich.

Für außerdeutsche Staatengebilde hat sich der Name:Imperium" eingebürgert und gehalten, im Anschluß an das alte Imperium Romanum. Aber durch die christliche Wende, im Mittelalter im Imperium eir^ machtpolitisches Gebilde zu sehen, t hat sich bald der Name desReiches" als g e r - manische Idee herausgebildet. Die katholische Lehre stellte denirdischen Staaten" den Gottes­staat, den Machtbereich des kirchlichen Impe­riums, entgegen. Imperium erinnert immer so- gleich an das universalistische Denken in Menschheit und Staaten, die nicht auf organisch gewachsenen Gemeinschaften und nicht auf geschichtlichen Volks­schicksalen beruhen, sondern auf statisch-machtpoliti­schenGründungen". In ihnen spielte nicht das Volk, nicht die blutsmäßige Gemeinschaft, sondern der Staat, dieOrganisation" die Hauptrolle. Die Germanen aber richteten ihre Gedanken nicht auf dasImperium", sondern auf das Reich. Reich, riche" bedeutet edle Abkunft, innerer Reichtum, Herrschaft im eigenen Raum, am eigenen Herd. Gewiß herrscht zunächst der äußere Begriff des .Imperiums" im staatlichen Leben und Denken vor. Aber ein zunächst unsichtbarer, dann immer offener zutage tretender Strom heimlicher Gedanken und Mythen befruchtete immer mehr bas Land. Wie die innere Kraft der in Nebelzeiten nicht sichtbaren Sonne, die doch eines Tages wiederkehrt und wärmt und leuchtet, ist die Idee des Reiches der un­sichtbare Magnet geblieben, der durch alle Irrungen der deutschen Geschichte und Glaubens- kämpfe hindurch immer wieder die besten Söhne des Volkes anzog und ihren Kampfum das Reich" gestärkt hat.

Erinnerungen und Vorahnungen waren es, die Bismarck feinen einsamen und schweren Weg gehen hießen: Heber Stämme und Dynastien hin­weg bliebt der Mythos vom Reich erhalten, lieber den Staatenbund und Bundesstaat hinweg war er die heimliche Kraft, die auch im Weltkrieg die Frontgemeinschaft zur Zelle der neuen.

gesamtdeutschen Volksgemeinschaft werden ließ. Das gemeinsame Blut wollte zum gemein­samen Reich, aber das kleindeutsche Reich wurde ebenfalls zur Zelle des Großdeutschen. Die Form war in Grundzügen gegeben: in sie hinein wuchs durch Fügung und geschichtliche Tat der neue In­halt. Daß Fügung und geschichtliche Tat zusammen­wachsen, daßgroße Männer" die Geschichte machen, zeigen 1871 wie 1941.

Bismarcks' geniale Voraussicht aber war es wie es z. B. der gemaltiae Bismarck-Film besonders glücklich zeigt, nach Königgrätz weise Mäßigung anzulegen und Deutsch-Oesterreich nicht zudemü­tigen", sondern nur zur Anerkennung der preußi­schen großdeutsch gedachten Führung zu zwingen: Der österreichische Kaiser Franz Joseph hat es Bis­marck bei feiner Entlassung am 22. 3.1890 schriftlich bestätigt, daß gerade er es war, der die Beziehungen Deutschlands zu Oesterreichim Geiste loyaler Freundschaft aufgefaßt" unddurch konsequentes und treues Zusammenwirken das heute uner­schütterliche Bundesverhältnis gegründet" habe, welches dem Interesse beider Reiche" entspräche. Heute zeigt sich die Frucht dieser Tat.

Günther Lutz.

R i o b e Janeiro, 17. Jan. (Europapreß.) Der französische DampferMendoza" hat cm Donners­tagabend innerhalb der brasilianischen H o b e i 15 ae m ä ff.e r di« Fahrt in nördlicher Richtung fortgesetzt. Der britisch« Hilfskreuzer Asturias", der dem Schiff vor Montevideo aufgelauert hatte, war vom Lande aus nicht zu sehen. Wenige Stunden nach der Abfahrt der ^Men­doza" meldete ein patrouillierendes Flugzeug der brasilianischen Küsteninspektion, daß es weder von derMendoza" noch von irgendwelchen britischen Einheiten eine Spur habe entdecken können.

ihre Munition zu verfeuern und selber keine Mi­nute die Geschütze zu verlassen. Wenn das Ziel erreicht sei, setze man Bomberformationen ! ein, um den Kriegsschiffen den Gnadenstoß zu geben. Die Besatzung derIllustrious" habe am 10. Januar für die wenigen Minuten Ruhe gehabt, in denen Jagdflugzeuge dieses Tra­gers aufftiegen, um die deutschen Angreifer zu . engagieren.

Schließlich räumt man in London ein, daß man sich bei der Beurteilung der deutschen J u87 durchaus geirrt habe. Bisher war stets erklärt worden, sie habe z. B. bei Angriffen auf England vollständig versagt, während sie nunmehr plötzlich wieder auftaucht und britischen Kriegsschif­fen im Mittelmeer schwere Schäden zufügt. Der Daily Expreß" nennt diesen Umstand furios.

Englands Geleiizüge im Mittelmeer.

Rom, 17. Ian. (Europapreß.)Die englischen Geleitzüge mögen wohl noch die Durchfahrt durchs Mittelmeer wagen, aber sie können das nur um einen teuren Preis tun", so erklärte Korn- mandant G i u b e r t i vom italienischen Marine­ministerium. Das Ergebnis der letzten See- und Luftkämpfe im Mittelmeer, Has der Redner noch einmal mit genauen Zahlen belegte, sei die Folge der engen Zusammenarbeit zwischen der italienischen Luftwaffe und der Marine und dem deutschen Fliegerkorps. Die Herrschaft der Eng­länder über das Meer bestehe nicht mehr in der Zeit der U-Boote und Flieger. Man könne höchstens von einer zahlenmäßig en Überlegenheit der Engländer an Schiffen sprechen.. Dies wäre den Engländern auch von italienischer Seite zugeftan- den, aber gleichzeitig unterstrichen, daß man in der Lage fei, etwaige Angriffsversuche zu verhindern. Jedesmal, wenn ein englischer Geleitzug sich im Mittelmeer zeige, werde er angegriffen. I Der Prozentsatz an Verlusten, den die Engländer dabei in Rechnung stellen mühten, sei sehrgroß, zumal Kriegsschiffe nur schwer zu ersetzen | seien.

Stockholm, 17. Ian. (Europapreß.) Militärisch maßgebende Kreise in London sind nach dem nun­mehr abgeschlossenen Studium aller über das See­gefecht vom 10. Januar eingelaufenen Berichte zu dem Schluß gekommen, daß, wie iyis schwedische Blatt Allehanda" die englische Ansicht formuliert,der Einsatz der deutschen Stukas im Mittelmeer eine ernste Gefahr für bi« englischen Ver- binbungslinien imMittelmeer darstellt". Es wird auch die Frage diskutiert, wieweit es in Zukunft möglich sein wird, den Verkehr zwischen dem östlichen und dem westlichen Mit- telmeer aufrecht zu erhalten. Di« Ausschaltung derIllustrious" und die Versenkung herSouth­ampton" haben der Luftwaffe viele neue Anhänger gebracht. Das Ziel der deutschen Luftwaffe hat nach der Meinung der englischen Beobachter drei Aus­richtungen:

1. soll durch eine stete Beunruhigung des Mittel­meerraumes England davon abgehalten werden, Angriffe gegen italienische Flugzeugstützpunkte, z. B. Tarent, durchzuführen;

2. will Deutschland die englischen Verb in- dungslinien durch die Vernichtung britischer Kriegsschiffe zerschneiden;

3. soll die italienische Kriegsflotte im Kampf gegen die englische unterstützt werden, damit so die britische Admiralität außerstande gesetzt wird, Mtt- telmeereinheiten in die Heimatgewässer zu­rückzuführen.

Der militärische Mitarbeiter desDaily Ex­preß" spricht von wichtigen Lehren, die Eng. land aus den Ereignissen des 10. Januar ziehen müsse. An der Spitze stehe die Bedeutung der Luft­waffe für die Seekriegführung. Der Bomber habe sowohl im Angriff wie in der Verteidigung seine Existenzberechtigung nachgewiesen. Das Blatt fordert, daß in Zukunft Flugzeug­träger nicht mehr allein operieren, sondern daß nur noch zwei Träger und mehr auf einmal eingesetzt werden. Deutschland habe ein« beson- de re Taktik bei Angriffen gegen Kriegsschiff- einhetten entwickelt. Es handel« sich um Angriffe, die sich über einen ganzen Tag hinaus erstrecken und die die Schutzmannschaften der an» griffen en Schiffe zwängen, den ganzen Tag über]

Plünderung Chinas gegeben habe, a l s Gleichgewicht zu bezeichnen.

Yomiuri Shimbun" gibt die Meinung offizieller Kreise wieder, wonach die Haltung Japans bereits durch den Abschluß des Dreimächtepakes klar, g e st e l l t worden ffei.Japan", so schreibt das Blatt,wünscht mit allen aufbauwilligen Nationen zur Aufrichtung eines dauerhaften Weltfriedens zu- sammenzuarbeiten. Alle Einflüsse, die diesem Stre- ben entgegenroirfen, müssen beseitigt werden".

Tokio Asahi Schimbun" sagt, Matsuoka werde im Reichstag in Form einer Regierungserklärung eine entsprechende Antwort erteilen. Hulls Ausfüh­rungen feien sozügellos", daß sie von Japan nicht schweigend hingenommen werden könnten..........o____ r_____ _________

Aulls verstiegene Behauptungen, die Achsenmächte chen des schwedischen Wunsches ^auf dem Gebietlier strebten die Herrschaft über die Ozeane an, könnten Außenpolitik mit allen Nationen ein gutes Der» mut stls krankhaft, Erscheinungen gemischt miufrältals beizubehalten. Leite, trat das Bestrebt