daß bei dem japanischen Angriff auf Hawai sechs »eitere U8A.-Schlffe verloren gingen, und zwar bie Zerstörer „Cassin", „Downes" und „Shaw", das glottenzielschiff „Utah", ein früheres Linienschiff unb die beiden Minenleger „Oglala" und „Lark^. Knox warf die Frage auf, warum die Marinebe- Herden von Hawai nicht rechtzeitig von dem Angriff unterrichtet gewesen seien, da die Gewässer um die Insel ständig patrouilliert würden. Roosevelt werde eine genaue Untersuchung einleiten.
Roosevelt hat eine Reihe von Gesetzesvorlagen drm Kongreß vorgelegt. Don besonderer Wichtigkeit ift die Vorlage, durch die Roosevelt die gleiche uneingeschränkte Kontrolle über die Verkehrsmittel unb das gesamte Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten übertragen werden soll, die Wilson schon im letzten Weltkrieg ausübte. Der Heeresausschuß des Repräsentantenhauses'hat den Gesetzesvorschlag angenommen, nach welchem alle Männer zwischen 18 und 65 Jahren sich für die nationale Dienstpflicht mi melden haben. Alle Männer zwischen 21 und 44 Jahren können zum Militärdienst eingezogen werden. Damit würde der Vorschlag des Kriegs- ministeriums zurückgewiesen, nach welchem auch die 18- und 20jährigen eine militärische Ausbildung erhalten sollten, die Regierung war der Ansicht, datz genügend Truppen ausgebildet werden könnten, wenn die Grenze bei 21 Jahren gezogen werde.
Das Eichenlaub
für -en gefallenen Kommandanten -es Hilfskreuzers „Pinguin".
8 e rl t n, 16. Dez. (DRV.) Der Führer und Aerste Befehlshader der Wehrmacht verlieh dem gefallenen Kapitän z. S. Krueder, Kommandant des Hilfskreuzers „Pinguin", in Anerkennung der Leistungen des von ihm geführten Schiffes als 40. Offizier der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. 1940 war ihm das Ritterkreuz verliehen worden, nachdem von seinem Hilfskreuzer in überseeischen Gewässern 79 000 BRT. feindlichen Hondelsschiffsraumes versenkt worden waren. Im Juli ging „Pinguin", der insgesamt 200 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet und alle ihm gestellten anderweitigen Aufgaben in vorbildlicher Weise gelöst hatte, im Indischen Ozean in einem Gefecht mit dem weit überlegenen britischen schweren Kreuzer „Cornwall" unter. Kapitän z. S. Krueder fand dabei mit dem größten Teil der Besatzung den Heldentod.
Der Einsatz -er italienischen Kriegsmarine in der Atlantikschlacht.
Berlin, 16. Dez. (DNB.) Vom 10. Juni 1940 bis Ende August 1941 versenkten die an der Seite deutscher Seestreitkräfte operierenden ita li e Nische n U n t e r s e e b o o t e im Atlantischen Ozean 62 Handelsschiffe mit insgesamt 401440 WT., davon 12 Tanker mit 89 525 BRT. An bri-
!N' i tischen Kriegsschiffen vernichteten die italienischen Itr Unterseeboote einen leichten Kreuzer, drei Zer- l)rt| ftorer, vier Hilfskreuzer. Diese Erfolge sind um so ta' gewichtiger, als die italienische Kriegsmarine zum ui-1 erften Male feit ihrer Entstehung im Atlantik ope- nl' l- riert Sie mußte sich deshalb mit den besonderen
len ^ozeanographischen Verhältnissen vertraut machen, jen ! ] ------------------
| Kleine politische Nachrichten.
der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben- giltrop empfing den neuernannten kroatischen Ge° ■ | sandten in Berlin, Mile Baduk, zum Antrittsbesuch.
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ii| der kroatische Staatsführer verabschiedete auf ibrni Markusplatz in Venedig ein kroatisches Frei- Mgen-Bataillon, das im Rahmen italienischer Lttbände an der Ostfront kämpfen wird.
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N die französische Regierung hat bei der Regierung dir Vereinigten Staaten gegen die Maßnahmen iMestiert, die die nordamerikanischen Behörden ' jjtgen die in amerikanischen Häfen ankernden ftan- Dchen Schiffe ergriffen haben.
| lie schwedische Gesandtschaft in Washington Dittbe angewiesen, einen Protest gegen die Be-
1 chicgnahme des schwedischen Dampfers „Kungs- Dlti * W* einzulegen.
0 !er gesamte Postdienst mit USA. und Besitzungen " i!Mschließlich Philippinen ist eingestellt. Ferner wer- ® Jen Sendungen nach Süd- und Mittelamerika, den l'Ü'!' Fnoern, Grönland und Island nicht mehr beför- btrl. Luftpostsendungen nach Süd- und Mittel- u™ mrika, soweit nicht zu USA. gehörig, können noch nfgegeben werden.
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£ Roman von H. C. Hansen
Citrrlffrt by Prometheue-Verlag Dr.Eldiadter, Gröbenzell b.MOndien
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^Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Äammin trat interessiert näher. Die äußere Tür Mfcnb aus dem Holz der Täfelung. Die innere ott verschlossen. „Und wie schließt man sie aus? Wflic er wenig geistreich. . r
„Nit einem Schlüssel, Herr Kommissar. Wo der rtütbings jetzt steckt, weiß ich nicht."
Sie riesen die Wirtschafterin herbei und liehen il)r sämtliche Schlüssel bringen, die im Nachlaß lt- Verstorbenen gefunden waren. Mit kundigem 8i'd suchte der Kommissar schnell den richtigen her- 105 und steckte ihn in das Schloß. Die Tür offnere und gab den Blick auf einen kleinen Tresor frei, tei eine Menge Papiere enthielt. Sorgsam wurden auf dem runden Tisch aufgestapell. Kammin mit der ersten Durchsicht.
..das Tagebuch fand sich sofort. Es war ein ziem- iltz dicker, in Leder gebundener Band, der teils nut Lnte, teils mit Schreibstift beschrieben war. Die mbecen Papiere bestanden aus Briefen, die sich ittr einen Zeitraum von drei Jahrzehnten er- ' «täten, aus Familienpapieren und belanglosen ökirataufzeichnungen. Nicht das Geringste deutete io, den technischen Beruf des früheren Besitzers )i". Viel würde sich aus diesen Papieren nicht en. Das einzige von Bedeutung blieb wahr- ^iUich das Tagebuch. Sorgsam wurde alles in • pi mitgebrachten Aktentaschen verstaut, und Herr ;tonmin rüstete zum Aufbruch, damit er in Der 1 seines Arbeitszimmers die Lektüre ungestört '^Zehen konnte.
♦
, „ Zerf ich Ihnen eine Tasse Kaffee oder ein Glas ■ w onbieten, Herr Kommissar?" fragte Karla im
Verdunkelungszeit
17.12. von 17.06 bis 9.26 Uhr.
Aus der Stadt Gießen.
„Auswischen!"
Wenn unsere Kleinen die ersten Schrerbversuche auf der Tafel unternehmen, wenn sie sich abmühen und dann endlich einige Ungetüme hervorgezaubert haben und stolz erklären, es solle „das^ heißen, dann kommt es vor, daß der Vater zu dem Jungen sagt: „Das ist ja verrückt. Das mußt du noch einmal schreiben. Auswischen!" Vielleicht gibt es Tränen, aber das Weinen hilft nichts. Der Kleine muß so lange üben, bis die Sache richtig ist. Manchmal kommt es auch vor, daß die Spielkameraden auf der Straße warten, dann wird sehr schnell eine Schreib aufgab e hingeworfen, damit man doch zu seinem Spiel kommt. In diesem Falle hat der Vater wieder recht, wenn er abends sagt: „Aus- wischen!" —
Das ist manchmal sehr bitter, aber unbedingt nötig. Es wird uns im Leben nichts geschenkt. Auch
den Erwachsenen nicht. Es gibt immer wieder einige trübe Stunden. Folgenschwere Ereignisse oder harte Schicksalsschläge lassen schmerzliche Eindrücke in unserer Seele zurück. Aber auch da muß es einmal heißen: „Auswischen!" Wir dürfen nicht zu sehr in der Vergangenheit leben, sondern wir müssen fest in der Gegenwart stehen und die Bahn frei halten für alle Aufgaben, die noch auf uns warten.
Freilich dürfen mir dieses „Auswischen!" nicht so anwenden, daß wir uns einfach über verschiedene Unbequemlichkeiten des Lebens Hinwegsetzen. Jeder ernste Mensch wird schon fühlen, wann ein Auslöschen angebracht ist. Da ift unser Freund T. Er hat sich in seinem Zorn verleiten lassen, einige böse Worte gegen uns zu schleudern. Nun bereut er es. Er will es wieder gut machen. Aber er pocht vergebens an unser Herz. Wo vorher bei uns Freundschaft war, da ist jetzt abweisende Kälte. Vielleicht roerben die äußeren Beziehungen wieder einigermaßen hergestellt, aber innerlich haben wir noch nicht vergeben. Eines Tages muß es aber auch hier beißen: „Auswischenst* Versöhnen wir uns wieder! Aber nicht nur äußerlich, sondern mit ganzem Herzen, ohne jeden Hintergedanken. Es darf nichts von Feindschaft oder gar Rachsucht zurückbleiben.
Genau so ergeht es uns, wenn irgendeine Enttäuschung unser Leben verbittert. Eine Hoffnung, ein schöner Plan wurden vernichtet. Nun stehen wir da und klagen uns und das Schicksal an. Wir lassen den Kopf hängen, wir bedauern uns selbst und lassen uns bedauern und wollen gar den andern etwas vorjammern. Aber was hilft das alles? Es muß auch hier der Tag kommen, an dem wir aus tiefster Ueberzeugung heraus sagen: „Nun aber Schluß damit! Auswischen!" Unter Vergangenes, Unabänderliches muß endgültig ein Strich gemacht werden.
Im täglichen Leben, beim Kampf mit den „Kleinigkeiten", ist dieses Wort „Auswischen!" ein sehr gutes Mittel. Wieviel Reibungen, wieviel Zank und Aerger könnten vermieden werden, wenn wir des öfteren — beim stillen Ueverdenken irgendeines Tatbestandes — sagen würden: „Auswischen!" — h.
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 18.12.1941, nachmittags von 15 bis 17 Uhr in Gießen statt.
Dornoti,en.
Theater der Universitätsstadt Gießen.
Das Dramaturgische Büro teilt mit: Heute, Mittwoch, gelangt Giuseppe Verdis „Rigoletto" — die erste der Opern, die seinen Weltruhm begründeten — in neuer Inszenierung im Theater der Universitätsstadt zur Aufführung. Musikalische Leitung: Otto Söllner; Inszenierung: Max Schwarze; Tanzleitung: Andreas Volpert: Chöre: Gerhard Hergert; Bühnenbild: Karl Löffler. In den Hauptrollen: Valeska Lange, Cilly Mauer, Lifel Schröter- Beckers, Milenka Sfiligoj, Eva Weber; Ludwig Drufchel, Walter Escy, Hans Lott, Heins Roux, Josef Sattler, Bernharb Schmitz.
3u Weihnachten keine Dor- oder Tlachzüge.
Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Deutsche Reichsbahn nicht in der Lage ist, zu Weihnachten einen stärkeren zusätzlichen Reiseverkehr zu bewältigen. Jeder bat daher die Pflicht, die Reisezüge während der Weihnachtszeit den Soldaten und denjenigen Volksgenossen freizuhalten, die getrennt von ihrer Familie arbeiten und aus dienstlichen
Tone einer Hausfrau, die liebe Gäste empfangen hat.
„Ich bin im Dienst!" war die kurze Antwort.
„Oh, das ist also ein Hindernis." Karla lachte. „Meine Einladung halte ich trotzdem aufrecht. Nur bitte ich Sie, auch im Namen meiner Eltern, sich zur Einnahme des Kaffees in mein Elternhaus zu bemühen, wenn Sie dienstfrei sind. Wann dürfen wir Sie erwarten?"
Das war Theo Kammin doch etwas zu viel. Er starrte das Mädchen zuerst verblüfft, bann grimmig an und überlegte, ob seine Stellung gegenüber diesem offenbaren Hohn eine grobe Antwort oder fein Mcmnestum eine kavaliermäßige Zusage erforderte. Der Mittelweg schien ihm der klügere. „In den nächsten Tagen bin ich sehr besetzt, Fräulein Kobelt." Zum erstenmal an diesem Tage redete er sie direkt an. „Es ist fraglich, ob ich Zeit zu Besuchen habe."
„Das macht nichts. Wenn nicht morgen, dann übermorgen ober nächste Woche. Anruf genügt."
Diesmal- preßte er ein knappes „Danke" hervor und fügte nach einer Pause noch „Ja" hinzu. Er wußte selbst nicht, ob er damit diese merkwürdige Einladung angenommen oder abgelehnt hatte. Karla nickte jedoch gönnerhaft, ging straff und gerade voraus durch die Diele, verabschiedete sich von der aufgeregten Haushälterin und stieg in den Wagen, als ob das selbstverständlich sei.
Bitte, setzen Sie mich zu Hause ab, Herr Kommissar!"
Kammin unterdrückte die Bemerkung, daß ein solches Auto nebst seinem Benzin nur für streng dienstliche Fahrten vorhanden sei, und gab zu seinem eigenen Erstaunen dem Fahrer die Weisung, zuerst zur Wohnung von Fräulein Kobelt zu fahren. Unterwegs sprach niemand ein Wort. Erst als das Mädchen ausstieg, sagte sie neckend zu ihrem mürrischen Begleiter;
Nun-funk für die Werkpausen.
Das Programm des großdeutschen Rundfunks ist seit einigen Wochen völlig auf die Bedürfnisse der Betriebe während der Hauptwerkpausen eingestellt worden. In den zwischen der DAF. und der Reichsrundfunkgesellschaft vereinbarten Zeiten sendet der großdeutsche Rundfunk täglich leichte und volkstümliche Musik mit vielen bekannten Melodien in der Art der früheren Werkpausenkonzerte.
Es wird erwartet, daß die Betriebe die Möglichkeit, mittels Rundfunkübertragung während der Werkpausen Freude zu spenden, weitgehend ausnutzen.
Die festgelegten Zeiten sind: für die Frühstückspause von 8.30 bis 9.30 Uhr, für die Mittagspause von 12 bis 13 Uhr. Für diejenigen Betriebe, die ihre Mittagspause aus zwingenden Gründen nicht in diese Zeit legen können, wird werktäglich das
fröhliche Musikprogramm des großdeutschen Rundfunks bis 14 Uhr gesendet.
Das Propagandaamt der DAF. macht im Einvernehmen mit dem Hauptamt Rundfunk der Reichspropagandaleitung, Amt Sendewesen der NSDAP., und dem Reichsintendanten des großdeutfchen Rundfunks nochmals darauf aufmerksam, daß es dringend erwünscht ift, die Werkpausen nach Möglichkeit in die oben angegebenen Zeiten zu verlegen, da auf diese Weise die Gewähr gegeben ist, daß die schaffenden Volksgenossen in den Betrieben während ihrer Werkpausen durch den Rundfunk angesprochen werden können. Aus diesem Grunde wurde seinerzeit auch der Rundfunk-Nachrichtendienst um 12.30 Uhr — also mitten in der Hauptwerkspausen- zeit — eingerichtet, zu dessen Abhören den Gefolgschaftsmitgliedern in den Betrieben nach Möglichkeit Gelegenheit zu geben ist.
Das interessiert -ie Hausfrau.
Bevorzugte Bedienung der Berufstätigen unb der NSV.-Betreuten.
Es ist verständlich, daß jeder Volksgenosse seinen Einkauf mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit durchführen möchte. Es ist ebenso einzusehen, daß eine unbedingt gerechte Behandlung aller verlangt wird, daß sich beim Einkauf niemand vordrängen darf, und auch vom Geschäftsführer niemand in ungerechtfertigter Weise bevorzugt wird.
Nicht unter die letztgenannten Fälle ist die gesetzlich vorgesehene Bevorzugung der Berufstätigen und NSV.-Vetreuten zu rechnen. Ihrer beschleunigten Abfertigung muß Verständnis entgegengebracht werden. In ganz kurzen Arbeitspausen müssen sie häufig in größter Eile nebenher ihre wichtigsten Einkäufe erledigen. Vor allem gilt dies für berufstätige Frauen. Es bestreitet niemand, daß auch die Hausfrauen sehr überlastet sind und daß auch sie ihre Zeit zusammennehmen müssen, um mit allem fertig zu werden. Die Berufstätigen sind aber nun einmal an ganz bestimmte Tageszeiten oder,.wie schon erwähnt, ganz kurze Zeitspannen gebunden, wenn sie einkaufen wollen. Dafür müssen wir das nötige Verständnis aufbringen, lieber die NSV.-Betreuten braucht an sich kein Wort verloren zu werden, da es sich bei ihnen um Volksgenossen handelt, die durch Alter oder sonstige Behinderung auf eine schnellere Versorgung in den Geschäften angewiesen sind. Gerade auf sie sollte jeder Volksgenosse von selber Rücksicht nehmen.
kartenpflichlige Waren nicht in den letzten Tagen des Versorgungsabschnittes einkaufen.
Wie festgestellt wird, kommen immer häufiger Hausfrauen in den beiden letzten Tagen des Versorgungsabschnittes mit ihren Lebensmittelkarten in die Geschäfte, um nun alles, was sie noch zu bekommen haben, ausgerechnet in diesen beiden Tagen mitzunehmen. Alle Ermahnungen und Bitten haben bisher wenig Erfolg gehabt. Daher wird von neuem gebeten, die Einkäufe früher zu tätigen und auf die schwierige Arbeitslage Rücksicht zu enhmen, die auch für den Einzelhandel gegeben ist.
Gerade die letzten Tage im Versorgungsabschnitt sind für den Mann unb die Frau hinter dem Ladentisch besonders mit Arbeit ausgefüllt, weil die Endabrechnung für den Versorgungsabschnitt gemacht, die Marken sortiert, geklebt und pünktlich an das Ernährungsamt ab geliefert werden müssen. Die Einhaltung dieser Termine ist nicht nur für den Kaufmann, sondern auch für die Hausfrau sehr wichtig, da hiervon die rechtzeitige Belieferung des Einzelhandels und damit auch die Möglichkeit zur Ausgabe der Lebensrnittel im neuen Versorgungsabschnitt abhängt.
Also, bitte, liebe Hausfrau, ruhte Deine Einkäufe so ein, daß Du in der letzten Woche des Dersor- gungsabschnittes möglichst wenig beim Lebensmittelkaufmann zu holen hast!
Gründen ihren Urlaub nur während dieser Zett nehmen können.
Reisende, die während der Weihnachtszeit eine unaufschiebbare Reise ausführen müssen und nicht im Besitz einer Zulassung starte für einen bestimmten Zug sind, werden davor gewarnt, sich vorher auf einen bestimmten Zug festzulegen. Erfahrungsgemäß sind gerade während des Festverkehrs immer ganz bestimmte Züge überfüllt, so daß zahlreiche Reisende zurückbleiben müssen, während andere Züge noch aufnahmefähig sind. Da außerdem während der Weihnachtszeit gewisse Aenderungen im Zugverkehr Eintreten, wird dringend empfohlen, sich rechtzeitig vorher bei den Fahrkartenausgaben ober Reisebüros zu erkundigen, welche Züge in der gewünschten Verkehrsbeziehung erfahrungsgemäß weniger stark besetzt sind.
Kreisel zur 4. Reichsstraßensammlung.
NSG. Alljährlich um die Frühjahrszeit sehen wir unsere Buden und Mädel auf den Bürgersteigen und auf freien Plätzen sich mit dem Kreiselspiel tummeln. Es scheint dieses Spiel also, wie so manches andere, irgendwie an eine be
stimmte Jahreszeit gebunden zu fein. Nicht in diesem Jahre! Zur 4. Reichsstraßensammlung, die wie in jedem Jahr vor Weihnachten mit HI. und BDM. durchgeführt wird, gelangen 10 bunte, originelle Kreisel zum Verkauf und werden dem Kriegs-Win- terhilfswerk einen beträchtlichen Erfolg bringen. Wer eine der hübschen Figürchen gekauft hat, wird bestimmt alle übrigen besitzen wollen.
Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Dezember, wird uns die Hitler-Jugend nach ihrer Parole „Einkreisung — keiner entkommt!" auf allen Straßen anhalten, und wir werden dieser Jugend freudig ihre Holzkreisel abkaufen.
„Eigentlich hätte ich wenigstens einen ganz kurzen Dank erwartet, Herr Kommissar."
Sie erlebte ein Wunder. Theo Kammin, achtunddreißigjährig, einsneunzig groß, ein Hüne von Wuchs und Kraft, der es glatt mit einer ganzen Horde von Schwerverbrechern aufnahm, errötete wie eine Jungfrau bei ihrem ersten Liebestreffen. „Sehr wohl, gnädiges Fräulein." Er verbeugte sich tief, als er ihre Hand schüttelte, und sagte gemessen: „Selbstverständlich ist Ihnen meine Behörde zu Dank verpflichtet. Empfehlen Sie mich bitte Ihren Eltern?" Mit klopfendem Herzen stieg er wieder in den Wagen und fuhr davon, wobei das Geräusch des Motors ein helles Mädchenlachen übertönte, das hinter ihm herklang.
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Karla ging, übermütig trällernd, ins Haus, zunächst ins Zimmer ihrer Mutter. „Also, dieser Kommissar Kammin, nein, ich hätte nie geglaubt, daß ein Mann so schwerfällig und ein schwerfälliger Mann so behende und ein behender Mann so schüchtern sein könnte!"
„Du ergehst dich neuerdings nur noch in Widersprüchen", war die tadelnde Antwort.
„Aber Mama, sei nicht pedantisch! Paß auf, es gibt einen Mordsspaß, wenn er zum Kaffee kommt!
„Wer? Der Kommissar?"
„Natürlich, Herr Kammin. Ich habe ihn gleich in eurem Namen eingeladen."
„Aber Karla! Wie kommst du dazu! Niemand hat dich beauftragt. Ueberhaupt, wo hast du ihn denn getroffen?" Frau Kobelt wurde mißtrauisch.
„Auf dem Präsidium. Ich habe ihn besucht und ihm einen Tip gegeben. Jetzt ist er sehr dankbar dafür."
„Um Gottes willen, wenn das Vater erfährt! Er ist sowieso schon reizbar und nervös wegen der ganzen Geschichte. Und jetzt hängst du dich noch herein!"
„Ach, mit Papa werde ich schon fertig! Eine Tasse Kaffee haben wir für Herrn Kammin doch übrig.
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Es soll vorweggenommen werden, daß die Speisen bei großer Hitze angekocht werden müssen, damit sie schnell den Siedepunkt erreichen. Bei geringer Hitze anzukochen, wäre falsch, da langsames Erhitzen die Schutz- und Wirkstoffe (vor allem die Vitamine) sehr schädigen würde. Weitergekocht wird natürlich bei geringer Hitze.
Beim Kohlen Herd ist sehr wichtig, daß er richtigen Zug hat. Der Herd muß täglich gereinigt werden. Die Rostslächen, die übrigens nur so groß wie zwei Briketts sein sollen, müssen immer gut gereinigt werden, damit die zur Verbrennung notige Luft von unten her durch den Rost strömen kann. Der Aschenkasten muß aus demselben Grunde regelmäßig geleert werden. — Auch der Ruß ist von Zeit zu Zeit gründlich aus allen Ecken zu entfernen. Um möglichst sparsam zu wirtschaften, wird man die Kochdauer vorher berechnen, um rechtzeitig mit dem Nachlegen der Kohlen aufzuhören. Selbstverständlich wird man rechtzeitig genügend Wasser zum Abwaschen mit aufstellen.
Beim Gasherd ift der Brenner der wichtigste Teil. Je mehr er gepflegt wird, um so besser wird die Heizkraft des Gases ausgenutzt. Die Flamme soll einen scharf ab gesetzten blaugrünen Kern haben. Ist das nicht der Fall, so haben vielleicht Reste von übergekochten Speisen die Brenneröffnungen zum Teil verschlossen. An neueren Herden ist der Brennereinsatz herauszunehmen; er wird mit einer Drahtbürste und Wasser gereinigt. Flache, breite Töpfe (mit Deckel natürlich) sind als Kochtovfe am besten geeignet.
Beim Elektroherd ist vor allem darauf zu achten, daß die Speicherwärme richtig ausgenutzt wird. Beim Einschalten nimmt man zunächst die größte Heizstärke und schaltet dann, wenn das Essen anfängt zu kochen, auf kleine Heizstärke um. Wenn das Essen gar ist, schaltet man ab — nach Möglichkeit schon 5 bis 10 Minuten vorher — und setzt zum Ausnutzen der Nachwärme einen Topf mit Wasser zum Abwaschen noch darauf. Beim Elektrischkocher ist noch folgendes wichtig: Die Koch-
Und außerdem ift er zwar ein grober Bär, aber ein netter Kerl. Uebrigens, wie findest du den Namen Kammin? Wenn man ihn zuerst hort, klingt er schauderhaft."
Frau Kobelt wußte nicht, was sie von diesem sprunghaften Durcheinander halten sollte, und begann, die Bahn aller argwöhnischen Mütter zu beschreiten. Ein Blick beruhigte sie jedoch. Ihre springlebendige, spöttische und lebenskluge Karla neben Kommissar Kammin — undenkbar!--
Der hatte inzwischen das Polizeipräsidium erreicht. Er eitle die Treppen hinauf in sein Zimmer, schleuderte die Türe hinter sich bis Schloß und warf die Aktenmappen auf den Tisch. „Blöde Gans!" schimpfte er laut und vernehmlich. Das half. Er gewann sein Gleichgewicht wieder und stellte fest, daß es eine Schande fei, vor den Augen und dem albernen Gerede eines Mädchens in Verwirrung zu geraten. Dabei war sie nicht einmal schön. Was heißt jedoch schön? Sie war wirklich nett. Zwei Kämpen standen in seiner Brust auf und hoben die Schwerter für und wider Karla Kobelt. Theo Kam- mins Herz war der Tummelplatz des Duells, das erst abgebrochen wurde, als die Lektüre des lyrischen Tagebuches eines Ingenieurs ihn zu fesseln begann.
Komischer Kerl, dieser Wand. Da hatte er seit seinem ersten Semester getreulich Tagebuch geführt. Die ersten Eindrücke auf der Hochschule, die erste Liebe, später die Berufsjahre mit ihrem steten Wechsel, der Eintritt in die Fabrik für Sprengstoffapparate, die erste Erfindung und ihre Bedeutung, alles hatte eine manchmal längere, manchmal knappe Würdigung erfahren. Aber nach Stunden angestrengten Lesens mußte sich Theo Kammin ein- gestehen, daß nicht ein Buchstabe der engbeschrie« denen dreihundert Seiten den geringsten Aufschluß über ein etwa geschehenes Verbrechen gab. Keinerlei Zusammenhang bestand zwischen den Aufzeichnungen und dem Tode ihres Verfassers. Die letzte Erfindung war überhaupt noch nicht erwähnt.
(Fortsetzung folgt.)
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