Ausgabe 
17.11.1941
 
Einzelbild herunterladen

yn Bayreuth trafen auf Einkadung des Reichs- Walters des NS.-Lehrerbunbes, Gauleiter Wächtler, 20 dänische Erzieher und.Erzieherinnen ein.

In Gegenwart von Reichskommissar Seyß-In- quart und Staatssekretär (Sutterer vom Reichs­ministerium für Dolksaufklärung und Propaganda und Vertretern des niederländischen Departements für Dolksaufklärung und Künste wurde im Maurits- Haus im Haag eine deutsche Buchausstellung er­öffnet. e

In Anwesenheit des Kronprinzen Frederik und Vertreter der dänischen Regierung wurde in Kopen­hagen die AusstellungNeue deutsche Baukunst" durch den Bevollmächtigten des Deutschen Reiches, Gesandten Dr. von Nenthe-Fink, eröffnet. Dom Wesen der neuen deutschen Baukunst sprach Gene­ralbaurat Professor Dr. Wilhelm Kreis.

*

Der Staatssekretär im Reichsvertehrsministerium Dr. Kleinmann weilte zu einem tunen Besuch in Rom. Mit dem italienischen Derkehrsminister Host-Denturi wohnte er der Einweihung des elek­trischen Betriebes auf der Strecke BolognaTrient bei.

Der Stabschef der SA. traf in Stettin ein. Der Besuch galt der Besichtigung von Ausbildungsein­heiten der HI., die von SA.-Mcinnern vormilitä- risch ausgebildet werden.

Zum Tag her deutschen Hausmusik.

Zum Tag der deutschen Hausmusik am 18. November erläßt der Leiter der Abteilung Mu­sik im Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, Generalintendant und Generalmusik­direktor Dr. Heinz Drewes, folgenden Aufruf:

Mit der Durchführung des Tages der Hausmusik auch im Kriege bekundet das Großdeutsche Reich seine Entschlossenheit, die Güter der Kultur vor der drohenden Vernichtung zu hüten. Am 18. November bringen Musikfreunde und Berufsmusiker in Stadt und Land reichhaltige Programme aus dem un­erschöpflichen Schatz Der alten und neuen deutschen Haus- und Kammermusik zu Gehör. Unter ihnen nimmt in diesem Jahr den ersten Platz das Schaf­fen Wolfgang Amadeus Mozarts ein, dessen Todes­tag sich in Kürze zum 150. Male jährt. Haus- Musikanten! Laßt euch durch die Darbietungen des diesjährigen Tages der Hausmusik anregen, in immer stärkerem Maße die seelischen und geistigen Kräfte deutscher Musik im deutschen Hause wirksam werden zu lassen.

GeneratarbeitSführerFaah SOIahre alt

NSG. Wer ihn kennt, weiß, daß er sich an diesem Tag keinesfalls als Jubilar" fühlt, und daß die Rückbesinnung auf das, was in Den fünfzig Jahren war, und was erreicht mürbe, In ihm viel weniger Raum gewinnen kann als der Blick auf die zukünf­tigen Aufgaben, die geleiftet werden müssen. Gene- ralarbeitsführer Faatz wurde in A ssenhe i m (Oberhessen) geboren. Den Weltkrieg machte er als Offizier an der West- und Ostfront mit und wurde u. a. mit dem E. K. I ausgezeichnet. Als bewährtem Parteigenossen wurde ihm, einem der ältesten Mit­arbeiter des Reichsarbeitsführers, der Aufbau des Reichsarbeitsdienstes in Hessen übertragen. Am 1. Juli 1932 erfolgte die Ernennung zum Gau-fach» bearbeiter für den Arbeitsdienst. Dom 19. Oktober 1932 bis 5. April 1933 führte Generalarbeitsführer Faatz die Gaugruppe Hessen und wurde dann Be- zirksführer für den freiwilligen Arbeitsdienst in Hessen. Unbeirrbar in der Verfechtung des roeltan-» schaulichen Fundamentes und in restloser Hingabe an die Idee und die damit verbundenen Aufgaben arbeitete Generalarbeitsführer Faatz weiter an der Entwicklung der jungen zukunftsreichen Organisa- tion. Am 16. Oktober 1933 wurde er mit der Fuh- rung des Arbeitsgaues XXV-Hesfen-Süd des RSAD. beauftragt und nach Einführung des Reichsarbeits­dienstes zum Arbeitsgauführer ernannt. Für die vorbildliche Aufbauarbeit seit Bestellen des Arbeits- dienstes wurde ihm in Würdigung (einer Verdienste durch den Führer dasGoldene Parteiabzeichen verliehen und am 20. April 1939 die Beförderung zum Generalarbeitsführer ausgesprochen. Bei Aus- vruch des Krieges bewies auch oer Arbeitsgau XXV seine sofortige Einsatzbereitschaft. Stets haben sich die Männer seines Gaues als treue Helfer unserer Soldaten gezeigt, ganz gleich, ob sie im Einsatz außerhalb der Reichsgrenzen oder im Heimatgebiet stehen. Generalarbeitsführer Faatz selbst ist als höherer RAD.-Führer" bei einem Luftgau ctngc setzt. _

Aus der Siadi Gießen.

Kamerad Hund.

Der Hund ist ein guter Kamerad des Menschen. Seine Leistungen im Dienste unserer Wehrmacht sind oft genug lobend und anerkennend erwähnt worden. Daneben kommen unsere vierbeinigen Freunde noch auf vielen anderen wichtigen Gebie­ten des öffentlichen Lebens zum Einsatz, sodaß es mehr als recht erscheint, auch einmal ihre beacht­lichen volkswirtschaftlichen Leistungen herauszu- stellen.

Nach einer Veröffentlichung in der Zeitschrift für Hundeforschung ergibt sich folgendes Bild über Einsatz und wirtschaftliche Bedeutung des Hundes: Die Reichsbahn schätzt den Wert der in ihren Dien­sten eingesetzten Tiere auf etwa 5 Millionen RM., die vierbeinigen Helfer unserer Polizei, Gendar­merie und im Zolldienst stellen einen Wert von rund 4 Millionen RM. dar, unsere Wachhunde in Stadt und Land verkörpern eine Summe von 36 Millionen RM., 300 000 RM. sind untere Zieh­hunde wert, 6 Millionen RM. unsere Herbenhunde, und ein Betrag von rund 20 Millionen RM. für un­sere Jagdhunde ist sicherlich nicht xu hoch eingesetzt. In dieser Rechnung darf man auch unsere Blinden- hunbe nicht vergessen, die Tag für Tag auf dem Posten sind und der Menschheit unschätzbare Dienste leisten.

Doch nicht jeder Hund erfüllt eine volkswirtschaft­liche Aufgabe, mancher soll nur ein lieber Hausge­nosse und freundlicher Unterhalter fein, nicht nur für den Besitzer, sondern auch für die ganze Haus­gemeinschaft. Letzteres hängt jedock vielfach davon ab, ob der Hund eine gute Kinderstube gehabt hat. Denn es gibt leider auch unerzogene Hunde, die immer wieder Anlaß zu Beschwerden der Hausbe­wohner und Nachbarn geben.

Manche Hundebesitzer haben sich Junge Hunde angeschafft, ohne ihnen die rechte Erziehung zu­teil werden zu lassen. Dazu kommt, daß heute oft die Zeit fehlt, den Hund genügend zu beaufsichtigen. Unbedingt aber muß der regelmäßig gewährte Aus- gang unter Aufsicht erfolgen, damit der Hund nicht unerwünschte Verschmutzungen der Straße hervor- ruft, die gerade jetzt bei der Verdunkelung eine arge Belästigung der Fußgänger sind.

Nicht jeder Hund ist auch ein Wachhund, mag er auch noch so gut bellen können. Ein Wachhund muß besonders sorgfältig erzogen und abgerichtet sein. Es gibt aber unzählige Hunde in unseren Mietshäusern, die anscheinend ihren Besitzern die Klingel ersparen sollen und aus den nichtigsten Gründen Laut geben. Das stört natürlich die Ruhe der Mitbewohner und gibt mit Recht zu dauernden Beschwerden Anlaß. Als Hausgenosse tft auch der Hund den Gesetzen der Gemeinschaft unterworfen, und daß er sich ihnen fügt, dafür ist sein Besitzer verantwortlich. Mehr denn je ergibt sich heute für jeden Hundehalter die Mahnung: Wer einen Hund nicht erziehen kann, soll sich keinen jungen Hund anschaffen; wer einen Hund nicht beaufsichtigen kann, (oll sich am besten überhaupt keinen Hund halten.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Alkazar". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: ,/Eine Tür geht auf". Zehn Märchen für das Kneqs-WHW.

Der Zauber der deutschen Märchen stand am Samstag und Sonntag auch in unserer Stadt im Vordergrund des allgemeinen Interesses, als die eifrigen Sammler und Sammlerinnen Der Deutschen Arbeitsfront die zehn schönen kleinen Märchenbüch­lein zum Verkauf anboten, um dadurch dem Kriegs- Winterhilfswerk neue Mittel zu erschließen. Die reizvoll beschrifteten und bebilderten Heftchen fanden allenthalben starken Absatz. Vielfach sah man zwei, drei und mehr Büchlein an der Kleidung der Käu­fer baumeln. Viele hatten die ganze Serie der zehn Heftchen gekauft, um damit ihren Kleinen eine ge­schlossene Märchenreihe schenken zu können. Manche dieser Käufer haben dabei wohl auch an das bevor­stehende Weihnachtsfest gedacht, bei dem sie ihren kleine Lieblingen mit der geschlossenen Märchen­reihe eine besondere Freude machen wollen. So kamen denn dasRumpelstilzchen" und dasDorn­röschen",Schneewittchen" undHänsel und Gre­tel",Das tapfere Schneiderlein" und ,Der ge­stiefelte Kater", dasAschenputtel" und derDäum­ling", dasRotkäppchen" und derFroschkönig" weithin unter die Leute, und sie brachten zugleich für das Werk des Krieg-WHW. einen schönen Er­trag. Die Kinder konnten gar nicht genug dieser schönen Büchlein bekommen, sie gaben auch oft den

Anstoß dazu, Immer noch eines der kleinen Mar- chenhefte zu kaufen, ein Begehren, das natürlich von den Sammlerinnen und Sammlern der DAF. gerne unterstützt und erfüllt wurde. Als originelle Sammler zogen auch zwei Elefanten, von ihren Wärtern durch die große Menschenmenge geführt, in Begleitung einer schaulustigen Kinderschar durch die Straßen unserer Stadt, um mit dem Rüssel die Groschen und andere Geldstücke in Empfang zu nehmen und sie den Trägem der Sammelbüchsen zu übergeben. Der Verkauf der schönen Spendeab­zeichen ging unter den obwaltenden günstigen Um­ständen außerordentlich flott vonstatten und hat sicherlich dem KrieHs-Winterhilsswerk auch in unse­rer Stadt einen schönen Ertrag gebracht.

Trauerfall und Lebensmittelkarten.

Eine Pflicht, die Lebensmittelkarten afc^uliefern, besteht auch bei Todesfällen. Keinesfalls dürfen die Lebensmittelkarten eines Verstorbenen etwa für die Verpflegung von Iraueraäften in Anspruch ge­nommen werden. Die Angehörigen des Derstorbe-

NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprach am Samstagnachmittag zu dem in der Gau­schule Selters zu einer Arbeitstagung versammel­ten Unterführerkorps der Kreise Büdingen und Geln­hausen.

Zu Beginn feiner Rede ging der Gauleiter auf den entscheidenden Gewinn ein, den der National­sozialismus im Freiheitskampf des deutschen Volkes darstellt. Im einzelnen erläuterte er dann den Wert, Den die revolutionäre geistige Aufrüstung als die wesentliche Grundlage unserer Dolkskraft im prak­tischen Einsatz gegenwärtig beweise. Als Geheimnis unserer Friedenserfolge und Den Garanten unseres Sieges stellte er in plastischer Weise die national- sozialistische Idee heraus. In der Nationalsozialist^ schen Revolutionsarmee beweise sie im Kampf gegen unsere äußeren Feinde wieder ihre unvergleichliche Dynamik.

Er verpflichtete dann das Führerkorps auf Die Notwendigkeit, die Selbsterziehung zum National­sozialisten mit dem Ziele der Unbedingtheit in der weltanschaulichen Haltung niemals zu vernachläs­sigen. Die Rede ging dann auf die Folgerungen ein, die Der Politische Leiter aus der Bedeutung der Erziehungsarbeit in seinem praktischen Einsatz zu ziehen habe. Eingehend erläuterte er die Grund­sätze einer natürlichen Auslese unseres Volkes nach ihrem Gefolgschaftseinsatz für Die Idee des Führers.

Das Konzert des Städtischen Orchesters unter der Leitung von Otto Zöllner mit Luise Schmidt- Frank (Harfe) als Solistin war Das erste eines dreiteiligen ZyklusBeschwingte Musi k", der selten gehörte Werke vom Barock über Rokoko und Klassik bis zur Moderne auf sein Programm ge­schrieben hat. Wir hörten gestern vormittag zu Be­ginn statt Der ursprünglich vorgesehenen Suite in F-dur aus DerSüffigen Feldmusik" von Johann Philipp Krieger (1649 bis 1725) Drei Sätze aus Der x-mott-Symphonie Nr. 40 von Mozart: Die gleichsam verschleierte Anmut dieses Werkes wurde von Kapellmeister S ö l l n e r mit dem gepflegt mu­sizierenden Orchester in schmiegsamem Zusammen­gehen von Streichern und Holzbläsern schön profi­liert und in durchsichtiger Klarheit herausgearbeitet; besonders der erste schnelle Satz wurde sehr plastisch fonturiert vorgetragen, weicher, mit stellenweise ro­mantisch anmutenben Klangeleckenten der zweite, hell und aufgelichtet der letzte.

Es folgte Das Konzert für Harfe und Streich­orchester von Händel, ein Werk von einfacher Erfindung und klarer musikalischer Gebärde, in dessen Ausbau Die Harfe als überwiegend solistisches Instrument einqeführt ist: Luise Schmidt- Frank behandelte Die liebenswürdig schlichten, im Eembalo-Klang konzertierenden wie die schwieriger figurierten Passagen Des Solopartes mit virtuoser Beherrschung des Instrumentes und klanglicher Weichheit in wohlabgetö-tter Harmonie mit Dem von Herrn Sölln e r behutsam geführten Orchester.

nen haben vielmehr Die Pflicht, seine sämtliches Lebensmittelkarten einschließlich der Eier-, Seifen- und Marmeladenkarte sowie seine Kleiderkarte als­bald beim Ernährungs- und Wirtschaftsamt abzu­geben. Volksgenossen, die Lebensmittelkarten oder Die Kleiderkarte von Verstorbenen unberechtigter­weise für sich verbrauchen, müssen mit erheblichen Ordnungsstrafen rechnen.

** Von der Gießener Ruder-Gesell­schaft 1 8 7 7 e. 23. Am Samstagabend hielt die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. V. auf dem Un­teren Bootshaus eine gut besuchte Versammlung ab. Dereinsführer Scharmann sprach von Der Dies­jährigen Weihnachtsbetreuung der im Felde stehen­den Ruderer, lieber 100 Feldpostpäckchen wurden versandfertig gemacht. Dann fand eine Ehrung von zwei Iubilaren statt, die über 25 Jahre der GRG. angehören. Die Ruderkameraden Willi Hahn und Theo Keßler erhielten Die silberne Nadel.

verdunkelungszeU

17.11. von 17.25 bis 8.44 Uhr.

Mit grundlegenden Weisungen über den umfas­senden Arbeitsbereich der Partei behandelte der Gauleiter darauf wichtige Tagesprobleme, ebenso wie zukünftige Planungen. Die besondere Verant­wortung des Hoheitsträgers für das gesamte Auf­gabengebiet der Heimatfront fand dabei ihre ent­schiedene Betonung. Er habe dafür zu sorgen, daß bei der Lösung aller Probleme, die durch die Forde­rungen unserer Kriegführung bedingt sind, der na­tionalsozialistische Grundsatz Der Gerechtigkeit ftän- ki£L9(i4>er* (ei-

Mit der Aufzeiaung des Hintergrundes unseres Freiheitskampfes, der Weltherrschaftspläne des in­ternationalen Judentums und dem Hinweis auf die Grundlage unseres Vertrauens und unserer Zuver­sicht auf den Endsieg über die Feinde des Reiches schloß der Gauleiter seine von wiederholtem Beifall unterbrochene Rede.

Dor dieser Arbeitstagung besichtigte Der Gauleiter in Ortenberg, Gedern und Bleichenboch Die in vor­bildlicher Weise eingerichteten Ortsgruppendienst­stellen mit ihren Gemeinschaftsräumen und Ge­schäftszimmern. Er dankte dem Kreisleiter G ö r ner für Diese umsichtig geplante Arbeit und sprach den Drtsgruppenieitern Schutt, Stöhr und G r a u l i n g für die trotz bescheidener Möglichkeiten geleistete mustergültige Arbeit seine besondere Aner­kennung aus.

Das dritte Stück der Folge war das Dorsmusikan- ten-Sextett (vier Streicher, zwei Hörner) von Mo­zart, ein aus souveräner Laune geborener musika­lischer Spaß, in dem sich Der Meister über die bieder dilettantische Bemühung ländlicher Musikanten mit absichtlich eingeführten Disharmonien und Entglei­sungen der Bläser und der Geige luftig macht. Das für einen harmlosen Ulk fast schon etwas umfang­reich geratene Merkchen wurde hübsch und lustig ge­spielt, wobei besonders der edle Klang der ersten Geige anerkennende Hervorhebung verdient.

Den Schluß machte die 1772 für den Fürsten Esterhazy geschriebene sog. Abschiedssymphonie von H a y d n, die als ein witziger musikalischer Protest gegen die Ablehnung von Gehaltserhöhung und Ur­laubsverweigerung durch den Fürsten gedacht war und übrigens den gewünschten Erfolg erzielte; Die originelle Pointe besteht darin, daß im Schlußsatz des leicht und heiter im charakteristischen Stile Haydns geführten Werkes das Orchester allmählich immer mehr zusammenschmilzt, bis zuletzt nur noch der Dirigent mit zwei Geigern auf Dem Podium zurückbleibt: es muß bei der ersten Aufführung im Stile der Zeit ein reizendes Bild gewesen sein, wie ein Orchestermitglied nach dem andern abbricht, sein Instrument einpackt, die Kerze ausbläst und sich leise davonmacht. Auch dieses Werk wurde von Herrn Sölln er mit dem vortrefflich zusammen­wirkenden Orchester geschmackvoll interpretiert.

Die Hörer dankten mit lebhaftem Beifall.

Hans Thyriot.

9er Nationalsozialismus Garant unseres Sieges

Oer Gauleiter sprach in her Gauschule Selters.

Theater her Universitätsstaht Gießen.

Morgenveranstaltung: Beschwingte Musik.

(Nachdruck verboten.)

29. Fortsetzung.

ueiuiuivvitcii luiniit, o -----

nur Den geringsten Zweifel an ihrer Liebe zu ihm

aufkommen zu lassen.

können. , . _ ,

Ach, lieber Onkel, vielleicht ist es ein Zufall. Wenn nicht das, Dann nicht mehr als eine logische Folge einer chemisch-mathematischen Berechnung. Eine Formelableitung ..."

Xante Cornelia hob ein wenig überrascht ihr schmales Gesicht auf:Du scheinst aber gar nicht erfreut Darüber zu fein, liebste Karin! Hast du

Ausgeschlossen!" entfuhr es Onkel Gottfried. Er hob ziemlich erregt die Hand und bewegte sie hm

i längst hatte sagen wollen, brachte sie mit einer geschickten Wendung an.Hoffentlich ist Herr Merck bald so gesund, daß wir ihn auch einmal kennen-

Karin Geunelius

Roman von Guiöo ft Brand

Beruhigt erhob sie sich nach einiger Zeit und fuhr nach Hause. Ohne viel Aufsehens und Nachfrage empfing der Onkel sie und die Tante fragte wie nebenbei, ob sie auf ihrem Zimmer zu essen wünsche. Erst jetzt fiel Karin auf, daß sie noch nichts zu sich genommen hatte. Trotzdem lehnte sie dan­kend ab. Sie hatte keine Lust.

Du siehst ein wenig blaß aus, mein Kind! sagte der Geheimrat nach einer Weile. Er hatte bis jetzt in einem Buch gelesen, Das ihn nicht mehr zu interessieren schien.Ich glaube, dich wieder einmal an dein Versprechen mahnen zu müssen, hier und da eine größere Pause einlegen zu müssen. Im übrigen ist Kollege Gruber sehr zufrieden mit dir. Du scheinst auf dem richtigen Wege zu sein, das neue Provitpmin zu finden.

Trotz Des verlegenen Lächelns spürte Kann eine heiße Röte in ihr Gesicht steigen. Hatte der Labo- ratoriumsbiener nicht auch eine solche Anspielung gemacht? Sie hätte vor Glück die Augen schließen

Sie fühlte sich ein wenig müde, als sie am Schrank ihren weißen Kittel abstteifte und ihre helle Jacke anzog. Sie hatte das Gefühl, als mu||e sie sich jetzt etwas zusammennehmen.Gute Nacht, Sepp!" * .

Langsam schritt sie über die schwacherhellte Treppe Dem Ausgang zu. Warme Abendluft schlug ihr draußen auf der menschenleeren Straße entgegen. Der dunkle Himmel wölbte sich sternenlos über Dem Häuserschacht, den eine lange Reihe heller Lampen auf einen breiten Platz zuführte. Don einer nahen Kirche klangen zehn metallharte Schlage. Je naher sie dem Platz kam, um so lebhafter wurde der Ver­kehr. In vielen Läden brannte noch Licht, Die «tram? bahnen klingelten in raschem Tempo über Die Schienen an ihr vorbei der inneren Stadt zu

Nichts mehr war ihr fremd an diesen Straßen und Plänen, seitdem sie mit offenen Augen Tag für Tag in das Institut ging. Es hatte Tage ge-, geben, in denen sie sich Der gewaltigen Eindrücke . ......

wie einer" Flut erwehren mußte. Attika die em- einen Brief aus' Sizilien von Gün-

ÄÄ tfKrUmmen?" £' JnÄ «eugM» stzm

land zurückgelegt hatte, zerfielen in ihr und war- den wie von einem Rausch zerrieben. Als wollt

sie Die tagelange Fron des Laboratoriums Den 7 ^n können"

Schock, Den ihr Günthers unb Wie verwandelt stand sich Karin in Dreier Sekunde

von sich werfen, streckte sie b'e Arme we t aus u gegenüber. Natürlich wollte sie mit Dem

Ute sich in das fchattenflirrenbe Licht einer B ^9^ sprechen, und sie hatte sich auch eine

Man wird mich für verrückt halten, backte sie. u Antwort ausgedacht, aber jetzt fühlte

Die abendliche Stille lag «m. em Schl-, r ß°"z

Ke» den Hausern, und es tat gut,, |ut> in oem i @üntuer |D bald hier eintrifft, weiß ich Alleinsein über Gunthers Wunsch und verlangen pjeUeid)t bars ich euck einen Teil aus klar zu werden. Sie wollte sich niemals Den Dor-1 jW- aber meuei^r oa antworten."

wurf machen lassen, ungerecht zu {ein ober - Geheimrat unb seine Frau hörten aufmerk- bedacht gehandelt zu haben. Es war ihr auch y: sie sich durch Blicke

mals in den Sinn gekommen, 'hn durch eine I verständigen unb bie Antwort vorwegzunehmen, Überlegtheit ober ein Tun, das sie nicht vor Nck 3u oerpa g * selbst verantworten konnte, zu kranken ober ck d si sch gg«. eg D

unb her, als wische er etwas aus.Du kannst doch nicht mitten in ber Arbeit aufhören! Wie denkt sich denn das Herr Merck? So viel {Verständnis wird er doch aufbringen!"

Aber Gottfried! Du sprichst ja, als ob Du zu entscheiden hättest. Karin ist doch verlobt mit ihm. Ich ...", Tante Cornelia betonte dieses Wort stark, hätte mir keinen Widerspruch erlaubt!"

Ach, das ist doch ganz etwas anderes!" erboste sich der Geheimrat von neuem.5)ier stehen unge­heure Werte und Erfolge auf dem Spiel. Wie denkst du darüber?" wandte er sich an Karin.

Wie du, Onkel. Ich bin entschlossen, hierzu­bleiben!"Sehr gut! Wunderbar!" rief der Onkel empathisch aus.Das scheint mir Überhaupt ein sonderbarer Heiliger zu sein!"

Tante Cornelia suchte zu vermitteln.

Ich danke dir. Tante. Es wird schon so sein müssen!" Die Tante zog sich bald darauf zurück.

Bleib doch noch ein bißchen!" bat der Onkel Karin, nachdem seine Frau das Zimmer verlassen hatte. ,^Ich habe das Gefühl, du kannst doch noch nicht schlafen, oder bist du müde?"

Karin war so wach wie noch nie. Aufgerüttelt von einem Erlebnis nach dem anderen, von der steten Wachheit, das Vorübergleitende festzuhalten, 1 hätte sie jede Nacht der Arbeit opfern können. Nur I bie Vernunft unb fleinb hier unb ba auftauchende ; Schwächen legten ihr ben Schlaf nahe.

|Ich möchte mit dir über deinen Verlobten sprechen", begann ber Onkel wieber.Du brauchst zwar nur zu sagen, daß ich mich nicht einmischen

| soll, bann rebe ich nicht mehr bavon. Wenn ich ihn l auch noch nicht kenne, so weiß ich boch burch biet) so viel, unb er selbst hat sich burch bie Telegramme

1 unb ben heutigen Brief so verraten, daß ich mir ein Bilb von ihm machen Fann. Ich habe Das Gefühl, : baß du alles nicht so ttagisch nehmen dürftest. Es soll schon vorgekommen fein, daß sich Das Schicksal

1 nicht ben schlechtesten Scherz erlaubt hat, wenn

1 zwei Menschen nicht zusammengekommen sinb."

I Karin hatte ihre Hänbe an bie Schläfen gelegt I unb starrte vor sich hin. Unausweichlich suhlte sie etwas auf sich zukommen, was sie wie ein Ver­brechen empfanb. Unb jetzt fing Der Onkel an, davon zu sprechen. , , ..

Aber ich bin doch verlobt!" suchte sie zu wider- sprechen, als müsse sie sich vor abwegigen Gedanken

schützen.Und wenn ich ihn liebe, Dann müßte doch alles in Ordnung sein. Daß er mich gern hat auf seine Art, das weiß ich. Das wäre ja lang­weilig, wenn wir dauernd dieselbe Melodie fingen würden. Die Mercks haben nun einmal etwas Herri­sches an sich. Das sind solche, wie man sie draußen braucht, um einen Boden urbar zu machen. Es könnte also höchstens an mir liegen, wenn ich nicht dazu tauger

Sie wunderte sich über die Verteidigung, brach aber plötzlich ab, unb als der Onkel nichts erwiderte, konnte sie ihren Gedanken nachgehen. Ja, so wie ber alte Merck einer war! Knorrig verwurzelt in Dem Boden, der seiner Hände Arbeit hundert- tausendfältig trug. Aber Günther war nicht so. Der erntete schon, was vorbereitet war.

Sie würde also ihr Los, nach einem Jahr wieder nach Arusha zurückzukehren, ertragen müssen Der Vater hätte bann eine Hilfe an ihr, unb vielleicht gelänge es ihr boch, im Sansibarkrankenhaus ihr Wissen erproben zu können.

Dein Günther ist bas nicht!" klang es auf ein­mal nach.Unb du bist viel zu schade für einen Menschen, der aus Egoismus einem anderen die Luft zum Leben nehmen will!"

Aber bas will boch Günther gar nicht!" versuchte Karin ihren Verlobten zu oerteibigen. Mit er­schreckender Deutlichkeit sah sie das Ziel, auf das ihr Onkel zusteuerte. Aber sie durste ihm nicht recht geben, sie mußte Günther aus einer gefährlich wer- j benben Diskussion herauslassen, mußte vorbehaltlos ! bei ihm bleiben. Es war doch wirklich nicht viel verlangt, wenn sie ein Jahr nur ... nur ein Jahr ... in Deutschland blieb, ihr W'ssen erweiterte. Mit allen Fasern ihres Herzens klammerte sie sich an diesen Gedanken.

Er begreift vielleicht nicht, was es heißt, an die­sem herrlichen Quell der Wissenschaft zu sitzen, hier in München Hunderte von Möglichkeiten ausnutzen zu können um für brühen Notwendiges zu erarbei­ten! Er weiß so gut wie ich, woran es in Deutsch- Ost fehlt, an welchen Krankheiten die afrikanische Rasse zugrunde gehen würde, wenn wir nichts da­gegen unternehmen. Unb all die Erkenntnisse, bie ich mir hier aneignen kann, kämen doch allen zugute!"

(Fortsetzung folgt.)