|H. Jahrgang Nr. 2^7 idcbetnt täglich, aufeet Sonntags und feiertags «Beilagen:
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zreitag.tr.Dttober 1941
Gietzener Anzeiger
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vrühlsche Universtlütrdnlckerei 8. Lange General-AnzeigerfürGberHefsen d’t*eitf|ee.9$d>el|trafit 7-9
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Die Rumänen in Odessa einmarschiert
Aeußere Verteidigungslinie von Moskau erreicht
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ie gründlich sich das rändert hat. Daß die
der gleichen Zell gingen im Kampf gegen britannien zehn eigene Flugzeuge verloren.
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Wie die Madrider Zeitung „Pa" berichtet, ist der Blick der Militärsachoerständigen in London zur Zeit hauptsächlich auf den Kaukasus gerichtet. Die Verteidigung der Kaukasus-Linie hält man in der britischen Hauptstadt für strategisch am bedeutsamsten. Zn dem Maße, wie sich die deutschen Truppen R o st o w am Don nähern, steigere sich die Sorge in London. Man sei in der britischen Hauptstadt davon überzeugt, daß die deutschen Truppen am Fuße des Kaukasus nicht etwa Haltmachen würden. Man sei in London bereit, zur Verteidigung der Kaukasus-Linie das Größtmögliche zu unternehmen.
ist bereits für die Fortführung der Operationen frei geworden.
Bisher sind 560 000 Gefangene eingebracht sowie 888 Panzerkampfwagen und 4133 Geschü.he als erbeutet oder vernichtet gemeldet.
3m Kamps gegen Großbritannien bombar- vierten Kampfflugzeuge in der Tladjt zum 16. Oktober kriegswichtige Unlagen im Mündungsgebiet des humber und an der englischen $ ü ö o ft F ü ff e.
Bei Einflügen britischer Flugzeuge in die Deutsche Bucht und in die besetzten Gebiete am Kanal wurden ohne eigene Verluste gestern 2 0 feindliche Flugzeuge abgefchossen.
Britische Bomber warfen in der letzten Nacht in Westdeutschland eine Anzahl von - Spreng- und Brandbomben, die nur Häuserschäden verursachten. Drei britische Flugzeuge wurden abgeschossen.
Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 8. bis 14. Oktober 85 Flugzeuge. Während
©er Wehrmachiberichi.
DBB. Aus dem Führerhauptquartier. 16. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Osten wird schon an mehreren Stellen um die 1 00 Kilometer vor Moskau verlaufende äußere Verteidigungslinie der fowje- tifchen Hauptstadt gekämpft. Die wichtigsten Städte Kaluga und Kalinin. 160 Kilometer südwestlich bzw. nordwestlich Moskau, sind seit Tagen in unserer Hand.
wie schon durch Sondermeldung betannlgegeben, nähert sich die Do p p e 1 s ch 1 a ch t von Brjansk und Wjasma ihrem Abschluß. 3m Lause des gestrigen Tages wurden auch die in den Kesseln nördlich Brjansk eingeschlossenen K röste unter schwersten blutigen Verlusten des Gegners zerschlagen. Die Säuberung des Waldgebieles südlich Brjansk von den dort umzingelten Besten der geschlagenen feindlichen Ar-
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DBB. Aus dem Führerhauptquartier, 16. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bach Mitteilung des rumänischen Hauptquartiers ind die Truppen der vierten rumänl- chen Armee heute zum Angriff auf Odessa angefreten und haben die letzten W i - derstandslinien durchbrochen. 3n den Bachmitlagsstunden erfolgte der Einmarsch in Odessa. Die Bevölkerung empfing die rumänisch- deutschen Truppen mit Begeisterung.
Odessa.
Odessa ist die größte Hafenstadt des Schwarzen Meeres. Fünf Kilometer lang ziehen sich die Hafenbecken an der Küste entlang, gegen das Meer hin durch Molen und Wellenbrecher geschützt. Das Hafenareal umfaßt allein 103 Hektar. Dahinter dehnt sich die Stadt auf einer ast 50 Meter hohen Ebene, die zum Meer hin teil abfällt. Da sie sich erst in jüngster Zeit zu einer Großstadt auswuchs, hat sie einen fast amerikanischen Grundriß mit regelmäßigen Häuserrechtecken. Die Einwohnerzahl steht, zwar hinter Kiew und Charkow zurück, hat die 600 000-Grenze aber bereits überschritten. Zum ukrainischen Grundstock
Dorogobush
Jelnja
Auch Moskau und London können die Wahrheit nicht mehr verheimlichen
Stadt liegt an beiden Ufern der Wolga und ihren Nebenflüssen Tewerza und Tmaka, sic
werden sie erfahren müssen, wie Bild dieser Stadt inzwischen geäni
ist Ausgangspunkt der Wolgaschiff, fahrt, der wichtige Hafenanlagen dienen. Die wichtige Eisenbahnstrecke Moskau—Leningrad, die weiter nordwestlich von den deutschen Truppen bereits erreicht wurde, ist nun in Kalinin abermals in deutsche Hände gefallen. Die Entfernung Kalinin—Moskau beträgt 166 Kilometer. Auch als Industriestadt ist Kalinin von Wichtigkeit. In 17 größeren Textilfabriken, von denen besonders die Fabriken „Proletarskij Manufaktura" mit 15 000 Arbeitern und „Pjerwolodskaja Manufaktura" zu erwähnen sind, wurden 1936 180 Millionen Meter Gewebe produziert, außerdem wurden noch Baum- woll-, Flachs- und Kunstseideerzeugnisse hergestellt. Von den Werken der Maschinen- und metallverarbeitenden Industrie ist die Waggonfabrik „Kalinin" heroorzuheben. Des weiteren befinden sich in Kalinin ausgedehnte Reparaturwerkstätten, eine Fabrik für den Bau von Textilmaschinen und ein Unternehmen, das Torfmaschinen herstellt. Ferner sind eine Gummifabrik, Sägewerke, ein Baustoffunternehmen, ein Schiffsreparaturwerk und mehrere Le- bensmittelbetriebe zu nennen. Die Einnahme von Kalinin-Twer bedeutet für die Sowjets also auch einen verkehrstechnischen und wirtschaftlichen 23er* lüft ersten Ranges.
meen i ff noch im Gange.
Die Masse der an dieser gewaltigen Durchbruchs- Amfassungsschlachf beteiligten deutschen Kräfte
3m Hasen des Donez-Beckens.
Vorstoß der Waffen-^ zum Asowschen Meer auf Mariupol völlig überrascht. Bon /^-Kriegsberichter F. Horstmann.
sind Großrussen hinzugetreten, außerdem noch Juden, Armenier und Griechen, die der Handel angezogen hat. Denn über Odessa wurden die ukrainischen Produkte, vor allem das Getreide, ausge- führt und Maschinen, Textilien, Lebensmittel und Steinkohle eingefiihrt, zur Zeit im Küstenverkehr zwischen bolschewistischen Häfen. Dazu kommt noch ein Erdölumschlag, der in einem Sonderhafen abgewickelt wird. 1933 gingen über 3 Millionen Tonnen durch den Hafen von Odessa. Dadurch ergab sich die Ansiedlung einer beträchtlichen Industrie von selbst: Handels-Kriegsschiffwerften, Raffinerienanlagen mit beachtenswerter Leistungsfähigkeit, Rüstungsbetriebe, die nach dem Weltkriege ausgebaut oder ganz neu errichtet wurden, Walzwerke, Werkzeugmaschinenfabriken, Waggon- und Lokomotivbau und anderes mehr. Im Hinblick auf den Krieg ist die Fabrikation von Kampfwagen, von Munition und Artikeln der Luftrüstungsindustrie besonders zu nennen. Für das Hinterland spielt die Industrie Odessas eine große Rolle durch die Superphosphatindustrie, welche die Ukraine mit Kunstdünger versorgt. Dazu kommen weitere chemische Werke sowie Textil-, Trikotage- und Baumwollfabriken. Eine Gemüse- und eine Fischkonservenfabrik können je 3000 Büchsen am Tage herstellen, und eine Schwefelsäurefabrik ist eine der größten der Sowjetunion überhaupt.
scheu so schnell da sein würden, das haben nur die wenigen Eingeweihten gewußt, der breiten Masse wurde es, wie ja die Wahrheit überhaupt, verschwiegen.
Noch ist der Gefechtslarm des Straßenkampfes nicht vorüber — auch Schiffsziele werden bekämpft —, in der Ferne schießt eine gewaltige Stichflamme zum Himmel: Hier ist es den Bolschewisten noch gelungen, ein großes Treibstofflager in Brand zu schießen. Sonst aber haben sie hier in Mariupol Stalins Brand- und Vernichtungsbefehl nur in geringem Ausmaße folgen können. Zu schnell roarm der deutsche Vorstoß und das blitzartige harte Zupacken.
Kaluga und Kalinin.
Mit K al u g a haben die Sowjets einen bedeutenden Industrieort verloren, der am Westrand des Moskauer Braunkohlenbeckens gelegen ist. Die Stadt, die rund 90 000 Einwohner zählt, gehört zum Gebiet von Tula, dem Zentrum des Industriegebietes südlich Moskau. In industrieller Hinsicht ist Kaluga besonders durch eine Lokomotivenfabrik, ein Unternehmen für elektromechanische Ausrüstungen, eine Dampfturbinenfabrik und eine Waffenfabrik von Bedeutung. Weiterhin sind hier die Textilindustrie, die holzverarbeitende und die Lebensmittelindustrie vertreten. Auch Kalinin ist in deutscher Hand. Das ehemalige Twer, das die Sowjets erst 1933 in Kalinin umtauften, zählt rund 220 000 Einwoh-
DNB.... 15. Oktober. (---PK.) Odessa, Nikolajew, Cherson, Melitopol, Mariupol... Eine Hafenstadt nach der anderen wird den Sowjets am «schwarzen Meer entrissen. Dor Tagen standen wir noch nördlich der Krim, kämpften dann am Dniepr und vor Melitopol, halfen mit bei der Einkesselung der 9. sowjetischen Armee, erlebten den zähen Widerstand der von Budjenny wieder gesammelten Divisionen, die dazu bestimmt sein sollten, einen Gegenstoß an den Dnjepr zu führen. Heute aber stehen wir weit, weit ostwärts, wir verfolgten und zerschlugen die Feindkräfte, die versuchten, sich der Einkesselung zu entziehen, und nahmen den wichtigen Hafen des Donez-Beckens, Mariupol.
Wie gründlich der Widerstandswille der Bolschewiken in den letzten Kämpfen hier unten gebrochen war das erlebten wir bei diesem schnellen Vorstoß entlang der Küste des Asowschen Meeres, als wir die fliehenden Einheiten verfolgten und zerschlugen, wo wir sie trafen. Da war nichts mehr von diesem Kampf bis zum Letzten, nichts mehr von massierter Artillerie und gut ausgebauten Feldstellungen der Infanterie. Das war nur noch eins: Flucht.
waren Bilder des Kampfes und der Verfolgungsjagd, die an Frankreich und Griechenland erinnerten, dieses raumgreifenbe Vorwärts und am Wege die Zeugen einer regellosen Flucht: Panzer und Geschütze, Zugmaschinen und Panjewagen, fort- geworfene Gewehre, Stahlhelme und Gasmasken. Dazu dis Kolonnen der Gefangenen, Soldaten der
Weltrevolution, auf die Budjenny noch vor Tagen große Hoffnungen gesetzt hatte. Nur schwache Kräfte stellte der Marschast Aum Kampf. Sie wurden geworfen und konnten Das Tempo unseres Marsches auf Mariupol nicht aufhalten. Auch die Stadt selbst wurde nur schwach verteidigt, in wenigen Stunden brachen die wenigen eingesetzten Kompanien und Panzersturmgeschütze den Widerstand. In der Morgenfrühe waren die ersten Einheiten eingerückt, schon am Mittag die Stadt fest in unserem Besitz.
Hoch über dem Dächermeer nehmen wir von der B-Stelle einer Batterie das Bild der unter uns liegenden Stadt in uns auf, und dabei wird uns klar, wie groß und wie wichtig dieser Hafenplatz den Bolschewisten sein mußre. Hier vollzog sich nicht nur ein großer Teil des Güterumschlags für das riesige Industriebecken am Don, hier ist auch der Standort zahlreicher industrieller Werke.
Links und rechts bis zur Peripherie des Häusermeeres ragen die Schornsteine in die Höhe, direkt vor uns auf der anderen Seite des Hafenbeckens ein Werk mit vier Hochöfen. Die Essen qualmen noch, hier wird noch gearbeitet, für die Rüstung der zerschlagenen Heere. Vielleicht erst am Abend, wenn Die Arbeiter ihren armseligen Behausungen zueilen.
Während die große Doppelschlacht von Brjansk ■it> Wjasma sich ihrem Abschluß nähert, während )e in diesen Kesseln eingeschlossenen Teile der Ti- r^chenko-Armee unerbittlich ihrer Vernichtung ent- ^engehen, während die ganze Welt den Atem an- ielt, als die Siegesfanfaren die riesenhafte Zahl in 560 000 Gefangenen, 888 Panzerkampfwagen nb 4133 Geschützen verkündeten, da stürmten un- ire Angrt^rarmeen mit unnachahmlichem Elan isiicr oürödrrt Wohl sprach der OKW.-Bericht r den letzken Tagen meist nur von dem vorgesehe» m Verlauf der Operationen im Osten, was die R:utotrate<i ar. der Themse mit Unterstützung ihrer lschew'snschen Iidensreunde zum Anlaß nahmen, > behaupten, die deutsche Offensive sei im Begriff, lf) totzulaufen, aber wir wußten, daß diese weni- in Worte für unsere Feinde stets von unheilver- imbenDer Bedeutung waren. Und was die Vergan- «nheit lehrte, wurde auch diesmal wieder bestätigt, frule lüftete der OKW.-Bericht den Schleier von [in Ereignissen im Osten und zerschlug mit knappen nb klaren Worten alle die trügerischen Hoffnun-
Evakuierung der in Moskau akkreditierten Diplomaten.
Tokio, 16. Oft. (Europapreh.) Aus einem Telegramm, das im hiesigen Außenministerium von der japanischen Botschaft in Moskau eingelaufen ist, geht hervor, daß in Moskau die Evakuierung der dort akkreditierten Diplomaten begonnen hat. Das Telegramm enthält die Mitteilung, daß die japanische Botschaft vom sowjetischen Außenkommissariat telephonisch aufgefordert wurde, die Abreise aus Moskau für M i tt wo ch abend vorzubereiten. Ein Reiseziel ist nicht bekanntgegeben worden.
hinter nicht mehr abwenden.
Angesichts der hoffnungslosen Lage ihrer bolsche- v'tischen Freunde bemühen sich nun die Briten, Die imorstehende Niederlage Moskaus gegenüber Der 8-ltöffentlichkeit zu entschuldigen. Unter diesen Ent- djlbigungen wurde auch etwas angeführt, was Den iylischen Papierstrategen besonders peinlich ge- vjsen sein muß, denn gerade hierauf hatten so Ale ihre Illusion hinsichtlich des Ostens aufgebaut. £ heißt nämlich plötzlich u. a., die deutsche Offen- iü werden von dem kalten Wetter begünstigt, die 8-ge, die bisher fast unbenutzbar gewesen waren, Bunten nun von den motorisierten Einheiten besser kiutzt werden. Wie hatte gerade London auf Den Antritt des Winters gehofft, wie oft war „General 5 nter" als rettender Engel bezeichnet worden. 118) nun soll die kalte Witterung plötzlich die deut- jen Angriffe begünstigen „General Winter ist •b anscheinend den Bolschewisten untreu geworden, ö- deutsche Wehrmacht aber läßt diese plutokra- ül^en Illusionsstrategen ruhig reden. Sie fpnd)t 4ie andere Sprache, Die Sprache des deutschen «DWertes.
Was Beuier aus Moskau berichten muß. Lausanne, 16. Oki. (Europapreß.) Die Em- -come Kalinins hat in London einen aufjerorüenr- c«en Pessinrismus hervorgerufen, der am 4)vn- ’t stagmorgen noch weiter durch den Bericht oes ^skauer Korrespondenten der Agentur Reuter Ibr die Lage in der Sowjetunion verstärkt roiro. ^uter berichtet: „Die Schlacht um Moskau hat eine sdehnung angenommen, die. alles bisher Gesehene ^trifft. In der Nacht zum Donnerstag war die gemeine Stimmung in Moskau p e f f i m 11t i • c er denn je, und zwar infolge Der durch Die r Gebiet von Kalinin vorstotzenden Deut- t n Panzerkolonnen erreichten Erfolge. -Die Uinahme Kalinins bedeutet, daß in diesem Gebier VV sowjetischen Stellungen durchbrochen smo. zweite große deutsche Aktion, die m Moskau zu größten Befiirchtungen Anlaß gibt, ist Der von i a s m a aus gegen Moskau vorgetragene D - der sich schnell zuungunsten Der Sowjets enl-
I »tkeü.
©ie (Strategie der inneren Linie.
Was in diesen Tagen her Entscheidungsschlachten im Osten geschehen ist und weiter geschieht, ist so gewaltig, trägt so ungeheure Zukunftperspektiven in sich, daß man vor der Größe der Tat kaum Worte findet, die ihrem Gehalt bis in die letzten Räume auszufüllen oder die ihr im Geistigen gerecht zu werden vermögen. „Si fractus illabatur orbis, impavidum ferient ruinae“ — „Wenn die Welt donnernd zusammenstürzt, treffen die Trümmer einen Furchtlosen" —, dieses große Wort des Horaz kann uns vielleicht den Weg zeigen, denn es besagt ja seinem Sinn nach, daß es einer starken und furchtlosen Hand bedarf, um diesen Weltwandel in die rechten Bahnen zu lenken, auf daß aus den Trümmern kein Chaos werde.
Gewiß gibt es immer noch einige wenige Staaten in Europa, die in falscher Selbstgenügsamkeit oder aus bequemem Hang zum geschichtslosen — dem Genuß, der Oberfläche oder politischen Antiquitäten huldigenden — Dasein yichts mehr fürchten, als von einigen Trümmern des zusammenfallenden Weltbildes liberalistisch-individualistischer Prägung getroffen zu werden, wie beispielsweise die Schweiz und Schweden. Andere Länder sehen sich plötzlich zwischen die Zeiten gestellt. Das Alte und Morsche brach unter den Hammerschlägen einer neuen ordnenden Kraft für sie zu rasch und unbegreiflich zusammen, das Neue hat noch nicht feste Wurzeln schlagen können, da die Zeit nach dem Weltkriege, die wir in Deutschland heute als die große Vorbereitung, als einen Kristallisationsprozeß begreifen, für sie von der trügerischen Ansicht verstellt und zu- gedeckt wurde, die Versailler Ordnung sei der letzte Atemzug des Weltengeistes gewesen.
Jetzt, nachdem dank der welthistorischen Entscheidung des Führers die furchtbare Gefahr gebannt ist und die Trümmer herniederprasseln, wird man auf der Gegenseite nach Schuldigen suchen. Das heißt
br Sowjetunion gilt.
Zwar versucht Reuter nun am Donnerstag auch lstterhin Die Jllusionspolitik zu fördern, aber die äs Moskau einlaufenden Meldungen sind Derartig sjsimistisch, daß das Stimmungsbarometer in Lon- ' in auf den Nullpunkt gesunken ist. Wie eine bmbe hat vor allem der bolschewistische Kriegsbe- rf)t der letzten Nacht eingeschlaacn. In diesem muß । Moskau eingestehen, die deutschen Truppen hät- d, in schweren Kämpfen weitere Fortschritte ge- nicht, die deutschen Panzerwagen hämmerten von forben, Westen und Süden auf die bolschewistischen Mungen vor Moskau ein. Die Lage sei sehr nft, weil die deutschen Panzerkräfte die sowfeti- |ien Verteidigungsstellungen durchbrochen hätten. Mes überraschende Eingeständnis der Moskauer, die es bisher mit der Wahrheit nicht genau flnommen haben, läßt die verzweifelte Lage lr 5 erkennen, der in den bombensicheren Luftschutz- lilern des Kreml vergeblich nach einem Ausweg »grübelt hat. Die Tatsachen, wie sie Die Deutschen ■ soffen geschaffen haben, haben es ihm unmöglich gi nacht, noch länger Die wahre Lage zu verschwel- gn. In der Tat hat Stalin mit dem Verlust von 5 Millionen Gefangenen und mindestens ebenso lil Toten den besten Teil feiner Wehrmacht em- loüfot, der bestausgerüstete Kern Der Sowjetarmee ! zerschlagen. Wohl werden die bolschewistisäien laminare in der Lage sein, noch weitere Men-
Unmassen auf Die Schlachtbank zu treiben, aber Iren Kampfkraft und Ausrüstung kann nicht mehr n bie Waagschale fallen. Diese Blutopfer sind mn- b und können das Schicksal der bolschewistischen
jn, die man in London mit verzweifelten Mitteln sjchaffen hatte. Heute erfahren wir, daß unsere jgreichen Truppen Brjansk und Wjasma weit hin- t- sich gelassen haben und heute bereits an mehren Stellen um die etwa 100 Kilometer vor Mos- tu verlaufende äußere Verteidig ungs- | nie der sowjetischen Hauptstadt kämp- |'i. Die wichtigen Städte Kaluga und K a l i - r n, 160 Kilometer südwestlich bzw. nordwestlich m Moskau, sind seit Tagen schon in unserer Hand. Sn Norden von Moskau aber ist von deutschen blbaten, so wurde in einem PK.-Bericht gemel- br, bas Quellgebiet der Wolga erreicht, jues Stromes, Der mit feiner fast 4000 Kilometer Inge als das Symbol für Die Größe unD Weite
Reste Der eigenen zerschlagenen Regimenter auf Der Flucht waren, das haben sie allerdings noch in Der Nacht gesehen und gehört. Aber daß dis Deut-
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