Ausgabe 
17.6.1941
 
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Der Beitritt Kroatiens zum Dreimächtepakt

ist das Gefühl der Verwandtschaft und der Einig­keit. In dieser Zeit einer Weltkrise ist für mich eine Ermutigung und eine Anregung, zu empfinden, daß unsere Hände sich über den Atlantik hinweg vereinen und daß unsere Herzen im gleichen Takt schlagen". Nach einigen weiteren Verbeugungen vor den nordamerikanischen Kriegshetzern kommt Chur­chill dann rasch auf den eigentlichen Zweck seiner

Berlin, 17. Juni. (DNB Funkspruch.) Chur­chill benutzte die Gelegenheit seiner Ernennung zum Ehrendoktor der nordamerikanischen Unwerst- tät Rochester, um in einer Rundfunkansprache er­neut einen dringlichen Hilferuf über den Atlantik zu schick-n. Er beteuerte zunächst:Ich werde mich immer bemühen, das Vertrauen zu verdienen, aber was mich bei dieser Zeremonie noch tiefer berührt,

der anderen Seite des Ozeans vielleicht nicht be­wußt ist kein Krieg wie die anderen, sondern eine Revolution, aus der ein verjüngtes, neuaufgebautes und blühendes Europa hervorgehen foll. Frankreich wird feine künftige Rolle nur un­ter der Bedingung erfüllen können daß es eine totale, von Hintergedanken freie Zusammen­arbeit mit Deutschland annimmt und aus­übt. Wir wissen, daß diese Zusammenarbeit euch erstaunt. Sie liegt nichtsdestoweniger in der natürlichen Ordnung der Dinge."

Und wenn ein philosophischer Schluß erlaubt ist, könnte man vielleicht noch nachtragen, daß durch die der natürlichen Ordnung der Dinge ent­gegengesetzte Haltung Roosevelts keine Verzögerung in diesem Prozeß eintritt, sondern im Gegenteil, von diesem Standpunkt aus gesehen, Roosevelt sich geradezu verzweifelt bemüht, die Einheit Europas, die so sehr gefürchtete, herbeizuführen. Der amerikanische Präsident betätigt sich auch hier als ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und immer das Gute schafft. Seine europafeindliche Einstellung ist, für französische Verhältnisse gesehen und nicht nur für diese ein nicht zu unter­schätzendes Reizmittel für viele Völker, die, in der Lage Frankreichs, sich um neue Begriffe bemühen und langsam beginnen, sich aus der Starrheit einer Haltung zu befreien, die über Jahrhunderte hinaus Europa Unfrieden und Unglück brachte, da sie jener natürlichen Ordnung" entbehrte, von der heute in Frankreich die Rede ist. Daß darüber gesprochen und, wie Syrien beweist, auch so gehandelt wird, ist viel.

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Berlin, 16. 3unL (DNV.) Nach beim Ober- fommanbo der Wehrmacht vorliegenden Meldun­gen wurde Montag nachmittag ein unter starkem Jagdschutz erfolgter Linflugversuch einzelner britischer Kampfflugzeuge an der Kanal- küsie mit fchweren Verlusten für den Gegner ab­geschlagen.

Bei den «sich entwickelnden Luftkampfen schossen deutsche Jäger 13 englische Jagdflugzeuge und ein Kampfflugzeug vom Muster Briftol-Blen- heim' ab. Lin weiteres feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie zum Absturz gebracht, so daß sich die Gesamtverluste des Feindes auf 15 Flug­zeuge erhöhen.

Britischer Kreuzer im östlichen Mittelmeer vernichtet.

Berlin, 16. Juni. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiff- fahrt war die Luftwaffe weiter erfolgreich. Im A t - lantik, westlich Gibraltar, bekämpften Kampf­flugzeuge einen stark gesicherten Geleitzug und ver­nichteten fünf Frachter mit zusammen 21 OOO A In Nordafrika griff der Feind an der Sol- l u m - F r o n t mit stärkeren Kräften an. Der An­griff brach im Abwehrfeuer der deutsch-italienischen Truppen im Zusammenwirken mit der Luftwaffe zu­sammen. Nach bisherigen Meldungen wurden 6 0 britische Panzerwagen vernichtet. Die

Kämpfe sind noch im Gange. Deutsche Sturzkampf­flugzeuge griffen mit besonderem Erfolg starke feindliche Kolonnen und Fahrzeugansammlungen an. Deutsche Jäger schossen in schweren Luflkämpfen über dem Kampfgebiet neun britische Jagd- und zwei Kampfflugzeuge ab.

Im östlichen Mittelmeer bekämpften deutsche Kampfflugzeuge unter Führung des Haupt­manns K o t l e w e mit besonderem Ersolg einen Verband britischer Kriegsschiffe. Sie versenkten einen leichten Kreuzer durch vier Bombenvolltreffer schweren Kalibers und beschädigten einen schweren Kreuzer. Andere deutsche Kampfflugzeuge griffen auf der Inset Zypern mehrere Flugplätze wirkungs­voll mit Bomben und Bordwaffen an.

Versuche des Feindes, bei Tage in die besetzten Gebiete einzufliegen, scheiterten. Jäger schossen drei der angreifenden britischen Flugzeuge ab. Zwei bri­tische Kampfflugzeuge wurden durch ein Vorposlen- und ein Minenräumboot, ein weiteres durch Ma­rineartillerie abgeschossen.

Der Feind warf in der letzten Nacht an mehreren Orten in Westdeutschland Spreng- und Brandbom­ben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einigen Orten entstand unbedeutender Sach­schaden in Wohnvierteln. Nachtjäger schossen zwei britische Flugzeuge ab.

Bei der Abwehr feindlicher Fliegerangriffe zeich­nete sich das unter dem Kommando des Oberleut­nants zur See h e i m b e r g stehende Vorpoftenboot durch den Abschuß von vier feindlichen Flugzeugen besonders aus.

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Unser Bildtelegramm aus Venedig zeigt die feierliche Unterzeichnung durch den kroatischen Staats­führer Dr P a v e l i t f ch. Links von ihm der Marschall von Kroatien, K v a t e r n t f, und der kroatische Außenminister Lorkovitsch. Ganz rechts der deutsche Reichsaußenminister von Rib­bentrop und links neben ihm sitzend der italienische Außenminister Graf Crano. (Scherl.) 15 britische Flugzeuge bei Einslugversuch an der Kanalküste vernichtet.

pb Jahrgang ttr.m ttfcheini täglich außer sonntags und feiertags

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Die Zeit drängt"

Neu"r Hilferuf Churchills über den Atlantik.

Rede zu sprechen:Ein wunderbares Geschehen rollt vor unseren Augen ab. Es ist uns nicht gestattet, zu wissen, was das Ende fein wird. Aber auf bei­den Seiten des Atlantik fühlen wir alle, daß unser Geschick und das zahlreicher Generationen auf dem Spiele steht". Nachdem er von dembewaffneten Bösen, das seinen Schatten auf Europa und Asien wirft", gesprochen und überzerbrochene Gesetze und Gepflogenheiten, verachtete Freiheiten und ein System des mechanisierten Barbarismus" gejam­mert hat, kommt die Hauptsache:Seit einem Jahre leisten wir Briten allein Widerstand, unterstützt von ihrer Sympathie und ihrem Respekt und Aufrecht­erhaltung durch die Hoffnung auf ihre gewaltige Hilfe. Aber die Zeit drängt. Jeder Monat, der vorübergeht, trägt zur Verlängerung und zu den Gefahren der Reise, die gemacht werden muß, bei. Vereint werden wir uns halten. Geteilt werden wir fallen."

Wo wird Hitler zuschlagen?"

Wachsende Nervosität in England.

Stockholm, 17. Juni. (DNB Funkspruch.) Nach den Berichten der schwedischen Korresponden­ten in London hat die allgemeine Nervosität in England wieder einmal einen Höhepunkt erreicht. Die zahllosen Kombinationen der Blätter und der Rundfunksprecher über den nächsten deutschen Schlag haben die öffentliche Meinung, die ohnehin durch den Verlust von Kreta entmutigt war, i n größte Verwirrung gesetzt. Ueberall im Volke zerbricht man sich Ben Kopf, was die Deut­schen tun werden, und angesichts der Erfahrungen der letzten Monate befürchtet man neue unlieb­same Ueberraschungen. Seit Kreta ist das Vertrauen in die Voraussicht der mllitärischen Stel­len bedeutend abgesunten, man kann im Volke im­mer wieder die Auffassung hören:Die Deutschen kommen immer dort und bann, wo sie von unseren Militärs und Politikern nicht erwartet wer­den". Ein neues Symptom der allgemeinen Un­ruhe sind die heftigen Angriffe von Blättern wie Daily Mail" und anderen auf die Kriegführung im allgemeinen und Unfähigkeit einzelner Minister im besonderen. Besonders unzufrieden ist manüber das Versagen des englischen Nachrichten - und Propaganda-Apparates.

Dienstag, 17.3unil<m

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

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liLs wurde anders, als General Rommel auf afri- K ischem Boden auftauchte, und deutsche Panzer- iriifionen gewisse Spekulationen zunichte machten, Si aus dem französischen Kolonialreich so etwas wie ci Pendel zwischen der Achse und dem Jnselreich 'Aichen wollten. Die nächsten Etappen des stusen- Vi.sen Erwachens waren der Zusammenbruch Jugo- slcwiens, die Niederlage Griechenlands und der S;$n.eg aus der Luft, der die Insel Kreta von den ^kiflländern reinfegte. Auf politischem Gebiet war rs'das Gespräch zwischen dem Admiral und dem öftrer, das die Dezembervorgänge um Laval ver- 'neifen ließ und die deutsch-französische .U f a m m e n a r b e i t in dem Maße stärker zum le^esgespräch machte, als die Haltung der Englän- 6i immer feindseliger wurde. .

Der Admiral! So wird er genannt, und ,eder driß, daß Darlan gemeint ist, dieser heute noch Wtzt Sechzigsährige mit dem kantigen Gesicht« der Mrrechten, etwas un^ rsetzten Gestalt, der als stell- lieritretenber Regierungschef und Nachfolger Pötains 61« Staatschef auch noch das Innen- und Manne- [Dihifterium verwaltet. Er stammt aus einer alten Mineration von Seeoffizieren, eine Kette, die aller* knqs sein Befer schon unterbrach, denn dieser war iDvüzminister nnb fteUoertretenber Ministerpräsibent leoefen. Der Groll bes Gaskogners gegen England Mebenfalls Familientraditlon. Sie hat sich feit dem Moore 1805 lebendig erhalten, als fein Urgroßvater in der Schlacht bei Trafalgar, die Englands See- kkirschaft begründete, als Kommandant auf feiner 6t*gatte kämpfend untergegangen war. Seine W'-rte in der letzten Zeit haben sehr dazu beige* |(qen, jenen Pro zu ' rbern, der heute in den Miinzosen nicht nur e 'en ajifflarfernben Patnotis- §n5 hernorbringt, fordern die Erkenntnis vom ge- hi nfamen Scsii^sol Europas, in das Frankreich sich ir bann einzufünen vermag, wenn es gewillt ist h ihm zukommende Rolle zu spielen. Mit anderen M rten, wenn es sich zusammenreißt, d,e Dinae mit Itiiflfernen Augen betrachtet, unb das Schicksal ffrinkreichs nicht als ein dumpf und ftumvf h'nzu- 1-'wenden Unglück betrachtet, sondern als einen krnell an jenen Gemeinsinn. der nach den Hen Worten Montherlants den Franzose" vallia

||f f Die Niederlage begreifen, heißt ihre frBen Und die Franzosen haben Heute hearckson lr, sie sich nicht einer Entwicklung entgegenstellen (irrten, die mit frer Gewalt einer übernmmtmen tb e unb mit Na turnotwendigkeit heute Eurova vrvestaltet. Sie wissen, daß nicht durch die Valsivi- -lif her Nabelb'schau die Dinge geändert werden, hebern durch Archeit. was Betain vom ersten ?rge feiner Regienmg zwar predigte, was ober H: jetzt, nach dem deutsch-französischen Gespräch

I tn'i nach Syrien heg iffen wird

Gewisse Einschränkungen durften hier allerdings lovoenbig, fein. Derartige Wandlungen, wie sie sirinkreich Heute durchmacht, verlaufen nicht glatt, Mo- allem, wenn mar- die von Grund auf konser-

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Zwischen Dünkirchen und Damaskus

Von unserem EK.-Berichterstatter.

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vative Einstellung des Franzosen kennt. Zögerer und Zauderer aus Bequemlichkeit, aus einer ge­wissen bourgeoisen Sattheit, aber auch aus Bös­willigkeit, dürften von Zeit zu Zeit immer wieder versuchen, Korrekturen anzubringen, jedoch, wie man heute schon sagen darf, vergeblich. Das franzö- ische Volk hat in feiner Mehrheit in diesem Jahr zwischen Flandern und Damaskus gelernt, mit sehr nüchternen Augen zu sehen. Das trifft vor allem auch auf dieamerikanischen Sympathien" ür Frankreich zu. Die Einsicht, daß Roosevelt heute nur das will, was England für richtig hält, daß er die Wahnfinnspolitik Churchills bedingungslos unterschreibt und daher folgerichtig die Sympathie und Freundschaft für die Franzosen nicht einmal den Anschein des Platonischen tragen können, nimmt allenthalben zu. Die ZeitschriftEffort" betonte ehr deutlich, daß Europa und Frankreich die ame­rikanische wirtschaftliche und soziale Zivilisation nicht benötige un& noch klarer wurde diese Haltung in einem Interview, das aus Paris der United Preß gegeben wurde. Es lautete:Ihr sagt, ihr wollt Frankreich befreien? Aber man muß deut­lich bekräftigen, daß diese Großmut heute vollkom­men unangebracht ist und nur Taten ohne Wirkung Hervorrufen könnte: ja sogar Taten, die den eigenen Lebensinteressen Frankreichs kraß entgegengesetzt wären. Dieser Krieg ihr seid euch dessen auf

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Mitte Juni 1941.

Henry b e Montherlant, einer der schärfsten lititer desZeitgeistes" jenes Frankreichs der g:i)re nach dem Weltkriege, sagt in demBrief ries Vaters an seinen Sohn": Gerne in sinn mb Vaterlandsliebe sind ein und dasselbe, Hirn die Vaterlandsliebe wirklich ihren Namen pdüent. Du gehörst einem Lande an, wo es Pa- fiotismus ruckweise gibt und Gemeinsinn n i e = ijals; wo der Gemeinsinn als lächerlich gilt." Die Sorte kamen mir an diesem schönen Juni-Nach- irttag in den Sinn, an einem dieser verzauberten $:ge, an denen das Leben bunt und froh durch br Boulevards strömt, die Stadt wie eine unge- h,ire, aber äußerst geschmackvolle Wandeldekoration «cheint, die den Blick immer wieder auf einen be­hutsamen Mittelpunkt lenkt, gleichviel für welche 5)nmelsrichtung man sich entschließt. Und ist man br Dekoration müde, so finden sich immer schöne L nkel, wie der Garten des Musee Cluny oder der

Palais-Royal, in denen man schnell dem Lärm Jr Straße entrückt ist.

Iedoch die Gespräche drehen sich heute nur um tf Thema. Nimmt das Ohr Bruchstücke von Vor- Drgehenden aus, so hört manVichy",Admiral", ehr auch ganze Sätze der Empörung, die sich nach b.n Ueberfall der Engländer auf Sy - t e n derart in den Vordergrund gestellt hat, daß n:n wohl von einer Wandlung sprechen kann. $r Weg zu diesen neuen Bewußtseinsinhalten der Ianzosen wird durch die Stationen Dünkirchen Nb Damaskus abgesteckt. Vor einem Jahr war die sjrndernschlacht beendet, wurde Paris befetzt und pem Franzosen offenbar, daß dieser Krieg, der in tinigen Wochen über sie hinweggefegt war, mit j er katastrophalen Niederlage enden würde. $i5 bann kam, war eine Art apathischer Zustand, «fe Teilnahmslosigkeit gegenüber allen Vorgängen un Ereignissen, deren tieferer Grund eben war, hiz mit der Erkenntnis der Nutzlosigkeit jedes wei­ten Widerstandes auch jener ruckweise Patriotis- 115 erlosch, den angufachen die Herren um Dala- biir, Reynaud, Mandel und ihre englischen Auftrag- Lier in den Wochen und Monaten vorher so eifrig dmüht waren. Der Gemeinsinn fehlle; wo sollte hr auch Platz gehabt haben im Frankreich nach iiriailles?

. Ners-el-Kebir und Dakar war das erste Wetter­srichten am verdunkelten Horizont, aber durchaus M kein reinigendes Gewitter. Denn die Zahl jener iManzosen, die diese Schandtaten für dasgute Mcht" des früheren Bundesgenossen hielten, die faar betäubt durch die übermächtige Gegenwart kren, aber mit dem letzten Rest ihres Denkver- igens sich an eine Ordnung klammerten, in der ajeblich nur England das Heil bringen konnte, u i- nicht eben klein. Sie hielten Churchills offenes ^ratentum für einen Einzelfall, sahen aber nicht

Gießener Anzeiger vrllhlsch« UnwerfitStrdruckerei B. Lang« General-Anzeiger jürGberhessen «ietzen^Schiilftraht 1-4

Nie Hauptschule.

Von Dr. Ludwig Kühle.

Aufbau und Aufgabenstellung der Schule werden immer ein dreifaches Problem sein müssen: ein welt­anschauliches, ein organisatorisches unb ein prak­tisches. Es ist unmöglich, ben Schulstoff anbers als auf ber (Brunblage einer Bildungsidee anzu­ordnen, es bringt auch die Einrichtung der Schul­anstalt neue Gesichtspunkte, die von der gebiets­mäßigen Verteilung der Schüler, von den aufzuwen­denden Mitteln und von der volksmäßigen und wirtschaftlichen Struktur der Landschaft bestimmt werden. Scyließlich hat die Schule die Aufgabe, die Grundlage nicht nur für die Weltanschauung, son­dern auch für die Lebensleistung zu legen. Damit aber wird sie notwendig zu den Gesamtauf- gaben bes Volkes in Beziehung gesetzt, an bereu Durchführung sie wichtigen Anteil hat. Diese brei­fache Wurzel ber Schulfrage bilbet bie Vorausset­zung ber Hauptschule, bie für bas ganze Reichs­gebiet geplant in Kürze in den neuangegliederten Gebieten eingeführt werden wird. Die Hauptschule ist mehr als ein neuer Schultyp. Es handelt sich um ein revolutionäres Prinzip der Ausbildung, um eine völlig Neugestaltung der Schulidee. Getragen vom nationalsozialistischen Leistungsgedanken wird zum erstenmal die Bildungspflicht der Bildungsmöglich­keit gegenübergesetzt.

Die Hauptschule bricht mit dem alten, liberalifti« scheu Gedanken der Freiheit zur Bildung. Nachdem schon vorher der Uebergang von ber Volksschule zur Höheren Schule von der Begabung abhängig ge­macht worden war, soll es nun nicht mehr von dem Willen der Erziehungsberechtigten abhängig sein, ob eine vorhandene Begabung ausgenutzt wird. Jedes Kind, das nach Bewältigung der vier ersten Volks­schulklassen für hauptschulreif erklärt ist und nicht von den Eltern für die Aufnahmeprüfung in eine höhere Schule gemeldet wird, muß die Hauptschule besuchen, die ebenso schulgeldfrei fein wird, wie die Volksschule. Es wird hier eine erste und für die Gesamtleistung des Volkes besonders wichtige Aus­lese getroffen, die etwa ein Drittel aller Schüler der Volksschule umfaffen soll. Diejenigen Kinder, die in den ersten vier Volksschuljahren zeigen, daß an ihre geistige Leistungsfähigkeit größere Anforderun­gen gestellt werden können, werden somit zu solcher Leistung verpflichtet, wobei neben der geisti­gen Begabung auch körperliche Eignung unb Hal­tung des Charakters die Entscheidung mitbeftrmmen werden. Zeigt sich später, daß dieses Urteil die Be­gabung des Schülers überschätzte, so kann er wieder in die Volksschule zurückversetzt werden.

So tritt die Hauptschule neben die Volksschule, ja eigentlich zwischen sie und die höhere Schule. Sie unterscheidet sich von der Volksschule durch das an­spruchsvollere Schulziel und durcy die Organisation. Ihre Klassen steigen auf, sie steigern also in fest umriffenen Lehrplänen ihre Anforderungen von Jahr zu Jahr. Der Unterricht ist Fachunterricht, und die Lehrer sind wie in der Höheren Schule Fachlehrer. Von der Volksschule unterscheidet sich die Hauptschule weiterhin durch die Einführung einer Fremdsprache, die so in den Schulplan ein­gebaut werden wird, daß auch noch in der zweiten Hauptschulklasse der Uebergang zur Höheren Schule möglich sein wird. Damit wird das gesamte Schulwesen wesentlich elastischer und leistungs­fähiger. Es wird möglich, jedes Talent zu fördern und aus den Begabten wieder die Begabtesten her­auszulesen. Sowohl frühreife wie auch spätreife Kinder können zu voller Entwicklung gebracht wer­den, denn es ist vorgesehen, Volksschulkinder, deren Leistungen sich im fünften Schuljahr Messern, auch

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