Ausgabe 
16.12.1941
 
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«8.

1 INS. Aus dem Führerhauptquartler,

ja jront Der Feind erlitt hier befonbers empfinb-

(Scherl-Archiv-M.)

hat

i« ben verstorbenen Reichsminister SA.-Ober- smppeuführer Hanns kerrl ein Staatsbegräb- ,s angeordnet Der Staatsakt finbet am Dienstag, hmt 16. Dezember, um 15 Uhr. im 7Nosaiksaal IsrRelchskanzlei statt. Die Beisetzung erfolgt ««schließend auf bem Waldfriedhof in Berlin-

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rn Kreuzes an Oberleutnant Beeger, Staffel- Mitän in einem Kampfgeschwader; ferner an ttuptmann W ittmann. Staffelkapitän in einem jimpfgefchwaber.

Der Wehrmachtberichi.

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achtslhifi,;

Der w*1 i Ml «15 jopr1 d--» . setlln, 15. Dez. (DJtB.) Der Jührer eutet. k : --- -

Ege Verluste an schweren Waffen unb rollenbem JxiteriaL Auch lm Wolchow-Abschnitt sowie ff der Wurman-Bahn waren Angriffe ber tiftwaffe erfolgreich.

Sicherungsfahrzeuge ber Kriegsmarine be- ftSdigten im Aegäischen INeer burch Dasser- timben ein britisches Unterseeboot, mit bessen Der- ff zu rechnen ist.

Jn Uorbafrika wurden erneute britische An- ^lffe zurückgeschlagen. Deutsche und italienische ^arzkampfverbände erzielten Bombenvolltresfer Ameren Kalibers in feindlichen Kolonnen und Ge- Mhslellungen südwestlich Tobruk. Auf einem Mskühpunkt warfen deutsche Kampfflugzeuge Be- pebsstofflager in Brand.

Ilarinear filterte fchoh an der atlanN- f»m Küste zwei britische Kampfflugzeuge ab.

Staatsbegräbnis für Reichsminister Kerrl.

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kj 1- Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht

*lt W1 bekannt:

ujWJ 3m Osten wurden an mehreren Stellen der Mn 5ont feindliche Angriffe unter starken Verlusten Gegners abgewiesen. Die Luftwaffe bekämpfte luBl e^olgreich Ansammlungen des Feindes im Do* * lofottJ* «erbecken sowie Eisenbahnziele zwischen Don Donez. Starke Kräfte von Kampf- und vierer t^rzkampfflugzengen führten unter Jagdschutz ver- ? N f, lichtende Schläge gegen Panzerbereitsiellungen und U ti, Zochschubkolonnen der Sowjets im Mittelabschnitt

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Aus -er Stadt Gietzen.

Tannenbaum und Kerzen

heute gilt es, sich so bald als möglich den Weih- nachtsbaum zu sichern. Aber wohin mit ihm und was tun, damit er bis zum Fest frisch bleibt und seine Nadeln behält. Wer einen Balkon hat, ist gut dran. Stellt man den Baum in eine passende Blechbüchse, die zu zwei Drittel mit Wasser gefüllt ist wer es kann, soll einen Schuß Glyzerin oder Oel dazu geben, so hält der Baum seine Nadeln und seine frische Farbe. Allerdings nur dann, wenn das Wasser immer wieder aufgefüllt wird. Steht kein Balkon zur Verfügung, so stelle man die Büchse mit dem Baum in den Keller.

hat man den Baum bis zum Fest durchgebracht, so heißt es, bei seinem Aufstellen eine ganze Reihe von Vorsichtsmaßregeln beachten, sollen die bekann­ten Unglücksfälle, wie Fnbrandgeraten oder Um­fallen, die so häufig die Ehronik der Festtage be­reichern, vermieden werden. Als erstes: der Baum darf nicht auf leicht brennbare Unterlagen, wie Tüchern oder Papier, stehen. Auch auf gehörigen Abstand von Gardinen oder Türvorhängen ist zu achten. Dieser Abstand soll so bemessen sein, daß auch wehende Kerzenflammen, wie sie beim Tür­öffnen usw. leicht entstehen, die Gewebe nicht er­reichen können. Der Baum soll am besten so er­höht aufgestellt werden, daß niemand durch die untersten Kerzen gefährdet wird. Wird er auf den Boden gestellt, lasse man die unteren Aeste kerzen­frei. Beim Aufhängen des Baumschmucks achte man darauf, daß er nicht zu nahe an die Kerzen heran- kommt; die Kerzenwärme kann aber auch wesentlich höher hängendem Baumschmuck gefährlich werden, wenn er aus leicht entzündlichem Material Pa­pier, Zelluloid usw. besteht.

Die Kerzen sind ein Kapitel für sich. Das lästige Tropfen läßt sich vermeiden, wenn man sie vor dem Aufitecken in Salzwasser badet und am offenen Fenster trocknen läßt. Gibt es trotz aller Vorsicht Kerzenflecke, dann heißt es, sie schnell mit sauberem Lösch- oder Seidenpapier bedecken und mit einem leicht erhitzten Löffel darüber fahren. Das Wachs zieht sich in das Papier, das man solange auf der Fleckstelle hin- und herschiebt, bis die letzte Fettspur aufgesogen ist. Hartgewordene Kerzenflecke niemals durch Äbkrayen entfernen wollen; sie sind in glei­cher Weise zu behandeln wie frische Flecke. Vor dem Aufitecken der Kerzen sind die Halter zu prü­fen, ob sie fest klemmen oder bei Kugelgelenken ob sie noch genug Spannung haben, die Kerzen zu tragen, ohne daß sie herabfallen. Dünne Zweige verstärke man an der Stelle, wo die Kerze sitzen soll, mit Tannenästchen. Beim Anzünden der Ker­zen das man niemals Kindern überlassen soll beginnt man oben; beim Auslöschen von unten. Während die Kerzen brennen, halte man einen Eimer Wasser, eine alte Decke und einen kleinen Besen bereit, mit denen man, sollte es ein Unglück geben, schnell löschen kann.

Wenn die Kerzen angezündet sind, soll sich stets ein Erwachsener im Zimmer befinden, der den Baum beobachtet; Kinder sollen nicht allein gelassen werden. Beachtet man diese Vorsichtsmaßregeln, so werden die Festtage ohne Unglücksfälle und Auf­regungen verlaufen. Man gebe sich nicht mit dem Trost zufrieden: ach, es ist ja noch nie etwas pas­siert! Allzu große Sicherheit hat schon manchen Weihnachtsbaum-Brand verschuldet.

Oie Universität Gießen beglückwünscht ihren Ehrendoktor Svinhufvud.

tat i kleine politische Rachnchten tat!» fr !Oer Poglavnik Dr. Ante Pawelitlch traf in De- mit btr£* üdig ein, wo kurz zuvor auch der italienische hen W lußenminister Graf Ciano angekommen war. imint i i * _ . .,.

) daLck ' !Lier der neun vom italienischen Sondergerichts- jwute jeiy 8 lfi zum Schutze des Staates in Triest zum Tode : qeqek s iirurteilten Terroristen sind zu lebenslänglichem > Rieben.' (sfängnis begnadigt worden. Die übrigen fünf find ch, dir M ^gerichtet wordeu.

hX? Muf Einladung des Reichsleiters von Schirach ' L. Ml unter Vorsitz des Generalmajors Freiherrn von iiote die Arbeitssitzung des Langemarck-Ausschus- !-55 in Wien statt.

Hum Jahresabschluß fand eine Arbeitsbesprechung ix Auslandsbeauftragten der Hitler-Jugend m Ver­tu statt. Reichsjugendführer Axmann sprach über x. h; Zusammenarbeit ber deutschen Jugend nut den europäischen Jugendorganisationen. Der Reichsschatz- L II« «ifter der NSDAP., Reichsleiter Schwarz, wur- ,atte tfite in herzlichen Worten ihre Arbeit.

Dem früheren Präsidenten der Republik Finn­land, Per Edvin Svinhufvud, der am 14. De­zember wie wir im politischen Teil unserer heu­tigen Ausgabe näher berichten seinen 80. Ge­burtstag begehen konnte, hat Se. Magnifizenz der Rektor der Ludwigs-Universität folgendes Glück­wunschtelegramm übermittelt:

Senat und Juristische Fakultät der Universi­tät Gießen senden ihrem verehrten Ehrendoktor ergebene Grüße und herzliche Glückwünsche zum 80. Geburtstag. Kranz, Rektor."

Der frühere finnische Staatspräsident Svinhufvud wurde am 1. März 1934 unter dem Rektorat von Professor D. B o r n k a m m von dem Dekan der Juristischen Fakultät Professor Dr. Bley zum Doktor der Rechte ehrenhalber ernannt. Unsere Uni­versität wollte mit dieser Ernennung aum Ehren­doktor in Per Edvin Svinhufvudden Führer seines Volkes in die Freiheit, den Schirmer der heiligen Werte von Blut und Boden, den Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit" ehren.

verbunkelungszeil

16.12. von 17.06 bis 9.25 Uhr.

Konzert her Jugend "

zur Zeit nur beschränkt lieferbar. 6841 v

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pflegt

Für den Musikfreund ist es eine erfreuliche Tat­sache, feststellen zu können, daß der nationalsozia­listische Staat bei all den vielen Ausgaben, die er namentlich in der jetzigen Kriegszeit zu be­wältigen hat, es nicht versäumt, in zielklarer Weife die musikalische Erziehung der Jugend zu fördern. So entstanden u. a. als Einrichtungen unserer Zeit die MusikschulenJugend und Volk" auch in Gie­ßen wurde bereits eine solche eröffnet; so faßte die Hitler-Jugend ihre mufikbeflissenen Kräfte zum gemeinsamen Musizieren in Dannorchester zusam­men. Auch der Bann 116 der Hitler-Jugend in Gie­ßen hat frühzeittg Wert und Bedeutung des gemein­samen Spiels erkannt und schon seit Jahren eine er­sprießliche Musikpflege betrieben. Durch seine erfolg­reiche Mitwirkung bei den verschiedenen Veranstal­tungen (Tag der Hausmusik, Erntedankfest usw.) und durch die Abhaltung eines eigenen Konzertes im letzten Jahre ist das Gießener Bannorchester in weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt geworden. Seine Freunde und Gönner waren auch am Sonn- tagnachmittag zumKonzert der Jugend", das in der Aula der Universität unter der bewährten Lei­tung von Fritz Braun stattfand, erschienen. Die stattliche Besucherzahl, die erfreulicherweise sehr viel Jugendliche aufwies, war für das Orchester der beste Beweis seiner Beliebtheit und Wertschätzung.

Die Vorttagsfolge des Konzertes brachte Werke älterer deutscher und italienischer Meister, deren Schwierigkeitsgrad sich dem SeiftungsDermögen jugendlicher Spieler anpaßte. Johann Sebastian Bachs Zeitgenosse Georg Philipp Telemann war mit einer Suite für Flöte und Orchester und mit einem Marsch aus einer festlichen Suite vertreten. Die Werke oieses musikalisch äußerst fruchtbaren Hamburger Meisters waren zu seiner Zeit ob ihrer nicht besonders schwierigen Aufführbarkeit sehr volkstümlich und bewirkten dadurch eine starke Ueberschätzung seiner Kunst. (Er wurde über Bach gestellt.) Di er hier vorgetragene Suite jedoch ist in ihrem Flötenpart besonders für jugendliche Spie­ler nicht leicht und verlangt schon ein gewisses Können. Von dem großen deutschen Meister Georg Friedrich Händel, der durch seine Oratorien unsterb­lich geworden ist, hörten wir eine Gavotte aus seiner OperAlcina". Wenn auch seine Opern als Ganzes heute kaum noch bekannt sind, so enthalten sie doch Einzelstellen von höchster musikalischer Schönheit, deren Wiedergabe man nur begrüßen kann. In dem Konzert für Klavier und Orchester in A-dur von Karl Ditter von Dittersdorf, der zur Zeit Joseph Haydns in Wien lebte, offenbart sich den Zuhörern ein anderer Musikstil. Flüssig und be­

schwingt schreibt dieser Meister, der als bedeutendes Talent im deutschen Singspiel zu gelten hat und als Geiger und Jnstrumentalkomponist eine beachtens­werte Erscheinung darstellt. Das im Konzert ge­spielte Werk von ihm kann als der Höhepunkt der Veranstaltung angesehen werden. Die Triosonate des weniger bekannten I. Ehr. Schickhardt zeigte, wie neben dem Klavier auch die einfache Blockflöte (hier waren es zwei) in den Dienst gemeinsamer Musikpflege gestellt werden kann. Den Ausklang des Konzertes der Jugend" bildete die Sinfonia Nr. 3 in G-dur für.Streichorchester des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi, ber ebenfalls zur Zeit Bachs lebend auf diesen anregend gewirkt hat. Mehrere Violinkonzerte des Italieners veranlaßten Bach zu Bearbeitungen für Klavier und Orgel. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zählte Vivaldi zu den berühmtesten Tonkünstlern.

Der Verlauf des Konzertes, dem die Besucher mit innerer Anteilnahme und beifallsfreudig folgten, zeigte sowohl in der Auswahl ber Werke, als auch in deren Wiedergabe, daß im Bannorchefter 116 verantwortungsbewußt unb ernstlich gearbeitet wirb. Der starke Erfolg darf wohl in erster Linie der umsichtigen Leitung von Fritz Braun, ber seine Spieler straff unb mit sicherer Hand führt, zuaeschrieben werden. Das Orchester verriet gute Disziplin unb zeichnete sich burch präzises Zusam­menspiel aus. Die dynamischen Abstufungen traten zutage unb gaben den Werken eine sinnvolle Deu­tung. Die Mitwirkenden musizierten mit innerer Freude und Hingabe. Besondere Anerkennuna ver­dienen die beiden Solisten Gudrun Stand fuß (Flöte) und Karola R ü h l - A n tz (Klavier). Die 16jährige Flötistin löste ihre nicht leichte Aufgabe recht gut zur Freude der Zuhörer, während ber Klavierpart des Konzertes von Dittersdorf mit technischer Gewandtheit und feinsinnigem Dorttag gemeistert wurde. Mit Mie Koch unb Gustav Geisse- stellten sich zwei Blockflötenspieler dot, die mit guter Atemtechnik und weichem Spiel die Zu­hörer erfreuten. Bei Aufzeichnung ber für ben Konzerterfolg verantwortlichen Kräfte sei schließ­lich auch der tüchtigen Gießener Musikerzieher ge­dacht, die in mühevoller Lehrarbeit ibj| im Bann­orchester mitwirkenden Schüler instruWntal heran­bilden.

Möge dasKonzert ber Jugend", das von ber Jugend für bie Jugend veranstaltet wurde, die Her­zen ber jugendlichen Zuhörer für die hohe Kunst der Musik entzünden und ihr neue Freunde zu­führen! Heinrich Dietrich.

XV

er darf in Winterurlaub reisen?

Um bie Beantwortung ber Frage zu erleichtern, wer nach ben Anorbnungen bes Staatssekretärs für Fremdenverkehr über den Winterreiseoerkehr be­rechtigt ist, eine Erholungsreise zu unternehmen, werden bie in Betracht kommenden Gruppen in Er­innerung gebracht:

Urlauber der Wehrmacht, bes Arbeitsdienstes, ber OT. usw.; sie erbringen ben Nachweis ihrer Berech­tigung durch ben Urlaubsschein.

Gefolgschaftsmltglieber der Rüstungsbetriebe, fer­ner Volksgenossen, die in wirtschaftlichen unb kul­turellen Unternehmungen und bei Behörden unb Dienststellen Arbeit leisten, die für die geregelte Fortführung der Wirtschaft und des gesamten öffent­lichen Lebens im kriegführenden Deutschland wich- tig ist. Diese Gruppen erbringen den Nachweis durch eine Bestätigung ihres Unternehmers oder ihrer Dienststelle über erteilten Urlaub.

Wirtschaftlich Selbständige (Kaufleute) usw. unb Angehörige ber freien Berufe (Aerzte, Rechtsan­wälte usw.), die kriegswichtige Arbeit leisten. Sie erbringen den Nachweis durch eine Bescheinigung ihrer Berufsorganisation. Die Reichswirtfchaftskam- mer z. B. hat hierüber genaue Bestimmungen ge­troffen.

In allen Fällen erstreckt sich die Berechtigung auf Ehegatten und zum Haushalt gehörige Personen, sofern sie gemeinsam mit dem Haushaltungsvor­stand den Erholungsaufenthalt verbringen.

In Betracht kommen ferner Personen, die durch ein ärztliches Zeugnis nachweisen, daß sie eine Kur in einem Heilbad oder in einem Kurort gebrauchen müssen ober baß sie nach schwerer Krankheit die Erholung bringenb nötig haben. Das ärztliche Zeug­nis muß bie Grünbe ersehen lassen.

Ausnahmen von der Anordnung gelten für Be­rufsreisen, bie Kinderlanboerschickung, bie Aktion Mutter unb Kinb", ferner für aktive Teilnehmer an Wintersportkämpfen.

Außerdem bürfen sich Mütter mit Kinbern bis zu sechs Jahren unb alte und gebrechliche Personen aus luftgefährdeten Gebieten in den Fremdenverkehrs­orten aufhalten, wenn sie eine Bescheinigung der NSV.-Dienststelle ihres ständigen Wohnortes vor­legen, daß dieser Ort Absendeort der erweiterten Kinderlandverschickung ist.

Wer nicht unter die angegebenen Gruppen 'fällt, muß sich damit abfinden, daß er in diesem Winter bis 31. März 1942 auf eine Erholungsreise zu­gunsten der an erster Stelle erholungsbedürftigen Volksgenossen verzichten muß. Auch die Meinung, baß für bie Weihnachtsfeiertage unb ben Jahres- abfchluß Erleichterungen eintreten, ist falsch. Der Platz auf ber Eisenbahn gehört in biefen Feiertagen ben Urlaubern ber Wehrmacht unb ber Rüstungsbe­triebe, nicht aber benen, die kurze Erholungsfahrten unternehmen wollen.

Zulaffungskarten bei der Reichsbahn.

Ueber bie Ausgabe von Zulassungskarten wäh­rend des Weihnachts- und Neujahrsverkehrs 1941/42 bestehen vielfach irrtümliche Ansichten. Für

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Explosion inRaum5

Roman von H.C. Hansen

(epyHfM by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadcer, Gröbenzell b.Möndien

V Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Das war Grund genug, um Herrn Kammm m t ien Abgrund des Mißtrauens zu trauen die Gewohnheiten koketten Gesellschasts- kvens in nüchterne Amtsräume schleppten, hatten st entweder ein schlechtes Gewissen und Damit i3)as zu verbergen, ober aber sie wollten etwas, Ris nicht so leicht bewilligt werden konnte.

Trotzdem erhob er sich, wartete aber hinter der kuriere des Schreibtischs auf ihr Naher kommen, rgriff folgsam die entgegengestreckte schmale kras- Ii3e Hand, verbeugte sich so knapp wie möglich und harrte:Bitte, nehmen Sie Platz!" Das war für ase Fälle eine unverfängliche Redewendung, Die fcm tausendmal geübt hatte.

...Sie wünschen?" fragte er bienstlich streng^ ...Ich will nur Ihren Wünschen entgegenkommen, h:rr Kommissar", antwortete sie sanft. ,,Sie wum Icttn doch, den Tod von Herrn Wand aufzuklaren,

-.Gewiß." Er überlegte fieberhaft, was sie im hmterhalt habe, und war schon versucht zu er- Ihren, ber Fall sei abgeschlossen. Aber das würbe [W sträfliche Vernachlässigung feiner Pflichten be­hütet haben.Wissen Sie etwas Neues?

, Db es Ihnen neu ist. Herr Kommissar, entzieht fal meiner Kenntnis. Vielleicht wissen Sie es 'chon anderer Seite. Ich vergoß vorgestern es Ihnen

L1 erzählen. Ich dachte, es fei meine Plicht, vte ^höroe zu benachrichtigen. In diesem Fall rep icjltieren Sie die Behörde." . ,. nd.

Theo Kammin ertappte sich habet, baß er sie ge^ m musterte. Karlas Haar war goldbraun uno 3 lenbar natürlich gelockt. Ihr Gesicht war unreal« füfeig und gerade deshalb reizvoll. Erne Ht konnte man sie sicher nicht nennen, Nicht etn- hübsch. Dafür wirkte der Gegensatz zwischen

zarter Weiblichkeit und einer gewissen willens- starken Klugheit äußerst anziehend. Er bohrte den Blick in die Tischplatte, als sei dort bie Lösung bes Rätsels Frau zu finden, über das sich seit einigen tausend Jahren die Männer vergeblich den Kopf zerbrechen. . , , ..

Bitte, wollen Sie fortfahren", sagte er heiser unb melancholisch.

Gern, Herr Kommissar!"

Wenn sie doch das verfluchteHerr Kommissar nicht in jedem Satz anroenben würde, knurrte er m sich hinein und lauschte dann aufmerksam, sowohl dem Klang ihrer Stimme wie auch dem Inhalt ber Mitteilungen. .....

,^Jch war mit Herrn Wand sehr gut befreunbet, wenn man von einem solchen Verhältnis bei bem großen Altersunterschied sprechen kann. Mir gegen­über gab er sich weit offener als bei den meisten anderen seiner Bekannten. Ich nannte ihn Onkel Hugo und er rief mich seit meiner Kindheit beim Vornamen. Alle glauben, Herr Wand sei ein ganz technisierter Mensch gewesen, der nur in Formeln, Zahlen und Berechnungen denken konnte. Dem war aber nicht so. . e

Sie hielt inne unb beobachtete die Wirkung bie- ser Eröffnungen. Theo Kammins Gesicht blieb völlig ausdruckslos. Ihn begannen diese psychologischen Ausdeutungen einer Pseubonichte zu langweilen, weilen. . ,

Herr Wand war nicht nur em ausgezeichneter Techniker, der sich durch mehrere Erfindungen einen Namen in ber Fachwelt gemacht hatte, er war auch ein verträumter und versponnener Mensch, der sozusagen eine lyrische Ader hatte. Weder feine beiden Kompagnons noch sonst ein Mensch weiß davon, daß er ein Tagebuch führte. Haben Sie die- ses Tagebuch schon gefunden?" v t

Nein", sagte Theo Kammin und wurde hell­hörig.Wo soll es denn sein?"

In dem kleinen Hause, das Herr Wand be­wohnte Es ist in einem Wandfach im Herrenzim- mer versteckt. Wenn bie Polizei es noch nicht ..."

j)at sie nicht", unterbrach der Kommissar ferne Pefucherin.

Karla ließ sich nicht beirren.

Ich sehe in der Tatsache, daß ein Ingenieur von Ruf ein Tagebuch führt, allein schon einen Beweis einer nicht nur technischen Lebensauffassung. Es tehen in diesem Buche Aphorismen und Sentenzen, dazwischen aber auch Bemerkunaen über alle tat» ächlichen Begebenheiten im Leben von Herrn Wand. Nun dachte ich mir, daß es für bie Polizei, das heißt für Sie von Interesse märe, Herr Kom­missar, dieses Tagebuch zu lesen. Herr Wand war eine sehr verschlossene Natur. Sie können von nie­mand wirkliche Aufklärung über ihn erhalten, nicht einmal in vollem Umfange von mir. Aber bas Tagebuch gibt Ihnen die Möglichkeit, Zusammen­hänge aufzudecken, bie vielleicht die Lösung bes Problems enthalten, nach ber Sie streben."

Was meinen Sie denn mit dieser Lösung?" Ihm kam ihre Rede unglaublich geschwollen vor.

Nun, Sie glauben doch, daß nicht ein Unfall, sondern ein Verbrechen vorliegt. Der Tote selbst kann nicht mehr zur Aufklärung beitragen. Dafür spricht er in seinem Tagebuch zu Ihnen."

Hm", brummte Theo Kammin unb kam zu ber Erkenntnis, daß es zwar äußerst unsicher wäre, ob bas Tagebuch eines lyrischen Ingenieurs wirklich von Nutzen sein werde, daß es jedoch unzweifelhaft zu feinen Pflichten gehöre, auch der schwächsten Spur nachzugehen.Bitte, beschreiben Sie mir, wo kch bas Tagebuch finden kann!"

Nun wurde Karla Kabelt doch ärgerlich. Sie kam hierher, um der Polizei zu helfen, unb würbe wie eine lästige Bittstellerin behandelt.

*

Das kann ich nicht, Herr Kommissar." Ihre Stimme'wurde spitz.Ich muß Ihnen schon an Ort unb Stelle bas Versteck zeigen, bas nicht leicht zu finben ist."

Theo Kammin schwebte eine scharfe Entgegnung auf her Zunge, er unterdrückte sie jeboch unb stand auf.Dann fahren Sie bitte im Dienstwagen mit zum Hause von Herrn Wand."

Gerne, Herr Kommissar", antwortete Karla schon 1 wieder besänftigt, lauschte der kurzen telephonischen

Anweisunb, die Kammin gab, unb lieh sich von ihm bie Tür offnen. Ein zweiter Beamter gesellte sich hin^u. Karla setzte sich im Rücksitz neben ben Kom­missar. Dann schnurrte der Wagen los unb legte in kurzer Zeit die Strecke hinter sich.

Das Wohnhaus bes burch eine Explosion ums Leben gekommenen Ingenieurs und Fabrikanten Hugo Wand lag ganz am Rande ber Stabt. Von ber Straße rouroe es durch einen breiten Vorgarten getrennt und besaß auch nach hinten einen aus­gedehnten Garten, der zur Hälfte aus einem Misch- wald bestand, in dem alle Bäume vertreten waren, die in Deutschland wuchsen. Augenblicklich wohnte in dem Hause nur die alte Haushälterin, bie seit fast zwei Jahrzehnten die Wirtschaft geführt hatte.' Laut Testament hatte sie Wohnrecht auf Lebenszeit und eine monatliche Rente. Unter diesen Umständen war es schwer, einen Käufer für bas Grundstück zu finden, so baß aller Voraussicht nach die Haus­hälterin bis zu ihrem Ende alleinige Bewohnerin bleiben würde. Die entfernten Verwandten Hugo Wands wohnten auswärts und hatten wenig Inter­esse an bem Hause.

Karla öffnete die Gartentür. Sie klingelt« und wurde von einer alten Frau mit lebhafter Freude begrüßt.Wir müssen in Onkel Hugos Zimmer etwas suchen, Katrin", erklärte das Mädchen und winkte ben beiden Kriminalbeamten, ihr zu folgen. Das Herrenzimmer war ber zweite Raum rechter Hand auf ber aeräumigen Diele. Es hatte eine alt­modische aber sehr gebiegene Ausstattung und war bis zur halben Höhe ber Wänbe getäfelt. Karla

schloß die Tür hinter sich, warf noch einen Blick auf Herrn Kammin, der stehenblieb und ihren Be­wegungen mit den Augen folgte, schritt dann auf die Wand zu, die sich zwischen Bücherschrank unb Schreibtisch ausdehnte, nahm einen Kupferstich ab unb ruckte kräftig an dem Haken, ber das Bild ge­tragen hatte. Eine kleine Tür klappte herunter und gab den Blick auf eine zweite, die aus Eisen be­stand, frei.

Das ist bas Versteck, Herr Kommissar."

(Fortsetzung folgt)