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Dienstag. 16. September 1941

Gietzener Anzeiger

An der Landenge von Perekop

Krim

und auf das

eines Infanterie-Regiments. Oberst Specht, fiom- mandeur eines Infanterie-Regiments, Major Dr. Müller, Bataillons-Kommandeur in einem Schühenregimenl, Major von Lauchert. Abtei- lungskommandeur in einem Panzerregiment, Major R ö ck l, Kommandeur eines Radfahr-Vataillons. Hauptmann Schröter, Bataillons-Kommandeur in einem Infanterie-Regiment, Oberleutnant F r h r. von Werthern, Kompaniechef in einein Schüt­zenregiment, Oberleutnant von Löffel, Kom­panieführer in einem Panzer-Regiment, und Ober­feldwebel S a w a h k i, Zugführer in einer 3n- fanterie-Panzerjager-Kompanie, ferner auf Vor­schlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe nach­stehende Stafselkapitäne eines Schlachtgeschwaders: Oberleutnant D r u f ch e l, Oberleutnant Meyer, Oberleutnant D ö r f f e l und Oberleutnant Dorn- brack.

3n harten Kämpfen um die Befestigungen vor Leningrad

Berlin, 15. Sept. (DRB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleut­nant holludt, Kommandeur einer Infanterie- Divifion, Oberst von Groddeck, Kommandeur

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biL8'/.Ubr des Vormittags

'Anzeiaen-Prerie:

Anzeigenteil 7 Rpt le mm bei 22 mm Beilenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Beilenbreite

Siatbläfie:

Wiederholung Malftallell AbfcblüsieMengenslaffelv Platzoorschritt (vorherige Bereinbarung) 25°/«» mevr

Oie deutschen Ll-Boot- Angriffe im Atlantik.

Was britische Schiffbrüchige berichten.

Berlin, 15. September. (DNB.) Britische Schiff­brüchige berichten Einzelheiten über die deutschen U-Boot-Angriffe auf den britischen Geleit- z u g im Atlantik. Der erste Angriff erfolgte am frühen Morgen. Zwei britische Handelsschiffe wurden sofort getroffen und sanken in weni­gen Minuten Zwei Stunden später erfolgte ein weiterer Angriff, bei dem ein Handelsschiff durch einen Torpedotreffer mittschiffs zum Sinken gebracht wurde. Durch einen Torpedotreffer in den Maschinenraum eines großen Handlesdampfers füllte sich der Roum sofort mit Wasser, so daß es der Mannschaft gerade noch gelang, das Schiff zu ver­lassen. Der britisch HandelsdampferBranden- bourg", dem es gelungen war, eine große Anzahl Heberlebender aufzunehmen, wurde bei dem dritten Angriff so schwer getroffen, daß er sofort sank. Don den Ueberlebenden, die dieBrandenbourg" an Borb hotte, und von der eigenen Mannschaft konnte sich nur ein einziger Seemann retten. Einige Schilfe, die mit Schlagseite sehr langsam fuhren, sanken in dem aufkommenden schweren Wetter Heber das Schicksal der Mannschaften ist nichts bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, daß die kleinen Boote in dem aufgewühlten Meer untergegangen sind.

Oas Ritterkreuz.

verstoßen wird und ihre Kinder tötet, knüpft an die Krim und das östlich gelegene kaukasische Gebirge an. In den Stürmen der Völkerwanderung siedelten hier auch die Goten, die um den mächtigen Karpa­thenbogen herumgezogen waren und erst von der Südukraine und der Krim aus zu ihren Wanderun­gen auf den Balkan, nach Italien, nach Südsrank- reich und Spanien antraten. In der Lücke stießen tatarisch-turkestamsche Völker vor, die das Chanat der Krimtataren begründeten, das 1478 in ein Bundesverhältnis zum türkischen Reich trat und erst im Jahr 1783 von dem Fürsten Potemkin, dem Günstling der Kaiserin Katharina II., gestürzt wurde. Die Zarenherrschaft dauerte also nur 150 Jahre. Dann kamen die Bolschewisten, die aus der eine autonome Sowjetrepublik machten.

Dr. Ho.

Vor der britischen O st k ü st e versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Rächt aus einem Geleitzug heraus einen Transporter von 10 000 VRT.

In Rordafrika belegten Sturzkampfflugzeuge Zeltlager fowle Panzer- und Kraftwagenanfamm- lungen der Briten bei S o l l u m mit Bomben schweren Kalibers.

Bei dem Angriff eines deutschen Kampfflieger­verbandes in der Rächt zum 14. September auf die Hafengebiete um Suez und Port T e w f i k wurden Oellager in Brand geworfen.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Rächt in das Reichsgebiet ein.

Wirkungsvoller Einsatz der Luftwaffe.

Berlin, 15. September. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe setzte am Montog mit stärkeren Kräften ihre Dernichtungsangrife gegen feindliche Truppen im mittleren und Süd ab schnitt fort Feldstellungen und Rückzugskolonnen wurden schwer getroffen. Auf zwei Flugplätzen wurden hallen und Baracken getroffen und 25 Flugzeuge am Boden zerstört. Eine stark mit Truppen belegte Stadt wurde mit Bomben beworfen, wobei große Brände entstanden. Der Bahnhof wurde völlig zer­stört. Im Raum ostwärts desDnjepr wur­den in rollenden Angriffen Feldstellungen, Trans­portkolonnen und Panzerkampfwagen mit Bomben belegt und vernichtet, lieber 500 Kraftfahrzeuge der Sowjets wurden zerstört, fünf Geschütze zum Schweigen gebracht und ein sowjetischer Panzer­zug außer Gefecht gesetzt. Sechs Transportzüge wurden schwer beschädigt. Im Seegebiet ost­wärts Odessa wurde ein Transporter von 5000 BRT. durch Bombenvolltreffer versenkt und ein Handelsschiff von 3000 BRT. schwer beschädigt. Zwei weitere Schiffe wurden im Tiel'luq vernich­tet. Eine Flakbatterie, die von der Küste aus die deutschen Angriffe zu stören versuchte, wurde zum Schweigen gebracht. Im Nordabschnitt der Ostfront flogen Kampfflugzeuge Angriffe gegen Ar­tilleriestellungen und Truppenansammlungen a u f der Insel Oesel und Moon. Mehrere Bat­terien wurden mit gutgezielten Bomben belegt und sowjetische Verbände im Tiefangriff durch Bord­waffen unter Feuer genommen. Die Beobachter der deutschen Kampfflugzeuge konnten nach ihrem Rück­flug zahlreiche Materialausfälle der Bolschewisten melden.

Eine deutsche Schule in Paris.

In Paris wurde die deutsche Schule eröffnet. Zu der Feier waren der Kommandant, der Kriegsver­waltungschef und der Stadtkommissar von Paris erschienen, ferner der Generalbevollmächtigte der ranzösischen Regierung, Botschafter de Brinon. Ge° anbter Schleier hob hervor, daß die deutsche Schule auch Kinder anderer Nationalitäten aufnehmen olle, sie werde als Mittlerin deutscher Kultur in Paris ihre Arbeit aufnehmen. Die Patenschaft haben die Städte Karlsruhe und Hamburg über­nommen. Die Schule wirb vier Grundschul- und ünf Oberschulklassen umfassen und von einem Stu­dienrat geleitet, dem zwölf Reichsdeutsche und für den französischen Unterricht französische Lehrkräfte zur Seite stehen. i

Brüssel, im September 1941.

Der Sommer, auf dessen Anfang man bis vor kurzem noch gehofft hatte, geht mm endgültig feinem Ende zu, und abgesehen von den vierzehn brennend heißen Tagen in der Junimitte hat man die Sonne überhaupt nicht gesehen. Wenn dieses Wetter auch nickt dazu angetan war, die allgemeine Laune zu verbessern, so konnte es die in klimatischer Bc^iehung an Kummer gewöhnten Belgier diesmal wenigstens über den Verlust der Küste hinweg- trösten. Denn von wenigen Stellen abgesehen, die für das Baden freigegeben wurden, blieb d i e Küste Kriegsgebiet, dessen Betreten außer den Einheimischen nur denjenigen Zivilisten erlaubt war, welche die Notwendigkeit ihres Aufenthaltes bei einer den erforderlichen Passierschein ausstellen­den Behörde nachgewiesen hatten. <Trotz allen Kriegsgeschehens im fernen Rußland konnte man deshalb in Belgien nicht vergessen, daß der Haupt­feind im Westen sich befindet und England heißt.

Die Beziehungen, die Belgien zu England vor Kriegsbeginn gepflogen hatte, waren eng. Sie waren weniger geistiger als geschäftlicher Art» Denn für das Geistige gab esPari s. Von da bezog man die Bücher, die Theaterstücke und auch die Tages­zeitungen, die neben der belgischen Presse zu hun- derttausenden von Exemplaren täglich auf belgischen Straßen verkauft wurden. Ein Konsum, der es recht­fertigte, daß beispielsweise derParis Soir" vor dem Kriege mehrere für Belgien bestimmte Spezial­ausgaben herausbrachte, in denen die örtliche Be­richterstattung über diesen oder jenen Teil des fran­zösischsprachigen Belgien besonders gepflegt wurde. Außer dem Geistigen, sowohl dem Ernsten als auch dem Amüsanten, holte man sich die Mode, kurz ge­sagt das Schöpferische, die künstlerische Anregung auf allen Gebieten aus Paris, das in viereinhalb Stunden mit dem Schnellzug von Brüssel aus er­reicht wurde und für wohlhabendere Belgier ein geschätztes Wochenende war.

Die Engländer ihrerseits kamen zum Weekend nach Brüssel. Dort, in der bunten, betriebsamen, winkligen Stadt gab es keine Sonntagslangweile, kein Ausschankveroot zu bestimmten Stunden, keine Prüderie und keinen Puritanismus. Gerade das Menschlich-Allzumenschliche wurde in der Stadt Sans-Gene, der Heimat des Manneken-Pis, ver­standen. und wohlwollend geduldet. Auch die Eng­länder, die ohne Gattin erschienen, kamen bei einem solchen Brüsseler Weekend auf ihre Kosten.

Für die Belgier waren die Interessen für Eng­land ganz anderer Art. Wohl niemand wäre auf die Idee 'gekommen, über den Sonntag nach London zu fahren, wo es teuerer und weniger amü­sant war, und vor allen Dingen wie unerhört wichtig gerade für jeden Belgier wo sehr viel schlechter gegessen wurde. Don dem Snobismus einer gewissenexklusiven" Brüsseler Gesellschafts­schicht, die'sich London und nicht Paris zum Vor­bild nahm, abgesehen, hatte der Durchschnittsbel­gier am Engländer lediglich bas Interesse am K u n b e n. Da aber dieser Kunde bedeutend war, pflegte man ihn und erwog sogar, bei absinkendem Pfund-Sterlingskurs die belgische Goldbasis zu ver­lassen, um nicht auf dem Empire-Markt gegenüber der im Empire selbst produzierenden Konkurrenz zu teuer zu werben Denn, so hieß es damals, wirtschaftlich gehört Belgien doch bereits zum Empire"

Der Krieg hat diesen Zustand radikal ge­ändert. Als die deutschen Soldaten durch Bel­gien marschierten, mag sich mancher von ihnen ge­wundert haben, daß man in diesem Belgien schon vorher Wegweiser zum deutschen Kriegsziel ange­bracht hatte. Denn rechts und links des Eisenbahn­stranges erblickte man auf Aeckern und Wiesen­gründen große Holztafeln, auf welchen mit weit­hin lesbaren Buchstaben ausgepinselt war:Der

191. Jahrgang Nr. 220

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Belgiens Rückkehr nach Europa

Von unserem ü.-Korrespondenten.

Entscheidende Wochen.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die Hoffnungen der Engländer, der Kampf im Osten werde ihrer Insel eine Entlastung bringen, sind hoffnungslos zerschellt. Während wir im Osten zu Beginn der 13. Kampfwoche in so guter Laae sind, daß selbst der britische Nachrichtendienst letzt schwarz sieht, ist in der Woche vom 6. bis 13. Sep­tember ein Schlag gegen England geführt worden, der alle Redereien über die Sch l acht im At­lantik gründlich widerlegt. In dieser einzigen Woche haben die Briten nicht weniger als 292 000 BRT. Handelsschiffsraum verloren. Der deutsche Offensivgeist zur See reiht sich dem unserer Land- truppen würdig an, alle prahlerischen Reden der Briten ändern nichts an der Tatsache, daß wir die Blockierung der britischen Insel unbarmherzig durch­führen. Wenn jetzt ein großes brasilianisches Blatt, dieNacion", sich melden läßt, die Versenkungs- Ziffern in der Atlantikschlacht erreichten eine höhe, die von den USA. und England niemals durch Schiffsneubauten wettgemacht werden könne, dann kennzeichnet das die Lage.

Aber auch die militärische Situation im Osten ist für die Briten geradezu katastrophal. Die Briten hatten gehofft, die Sowjets würden so große Kräfte der Deutschen bannen, daß sie selbst freie Hand ge­winnen könnten. Aber das Gegenteil ist eingetreten. Statt einer Entlastung ist der Krieg an der Ost­front die denkbar schärfste Belastung für Churchill und Roosevelt geworden. In England muß man widerstrebend zugeben, die Lage fei sebr schlecht, die Bolschewisten hätten jetzt ftzhr schlechte Nachrichten veröffentlicht. So seien die Deut­schen in einen Raum östlich des Dnjepr vorgestoßen, die Sowjets hätten berichtet, daß die Deutschen etwa 140 Kilometer nordöstlich von

Weg naar England." Besitzer eines solchen Gelän­des zu sein, auf dem dieser Weg nach England ver­läuft, ist sicher einer der stärksten Faktoren des belgischen Schicksals gewesen. In ruhigen Zeiten war die Eigenschaftcarrefour", Kreuzweg, im nordwestlichen Europa zu [ein, ausreichend, um dem Land einen ständigen und großen Gewinn zu fi» chern. Don jeder Ware, die durch das traditionelle Transitland Belgien geleitet wurde, blieb ein Ver­dienst. Aber in oen Zeiten der europäischen Span­nung wurde der Kreuzweg auch zum Verhäng- n i 3. Dann entluden sich fast jedesmal hier die Spannungen der Großmächte, dann machte, man" zur Austragung des Streites Gebrauch von dem klassischen Schlachtfeld" Europas.

Der diesmalige Krieg hat Belgien eine größere - Komplikation gebracht als den anderen Staaten Europas.Eine Problematik, die darauf beruht, daß man das auf den Überseeverkehr abgestellte Indu­strieland wirtschaftlich als einenTeil des Empire" überhaupt bezeichnen konnte. Während für jedes andere Land der Ausfall der Verbindung mit Ueberfee eine mehr ober minder schmerzliche Ein­schränkung bedeutete, nahm er Belgien den Lebens­atem. Das Land, dessen Ktzte Regierung in völ­liger Verblendung deshalb keine Vorratswirtschast angelegt hatte, weil der Weg zur See dochin je­dem Fall" offen bleibe, sah sich von einem Tag «zum anderen auf den Kontinent zurückge- st o ß e n, den es in Gedanken schon halb verlassen hatte. Auch für das seefahrende Holland war die Trennung von seinen Kolonien und dem Welt­handel schmerzlich. Doch da Holland ein Agrarland war, wurde diese Trennung vom Weltmeer nicht zur Magenkatastrophe wie in Belgien.

heute nun heißt es in Belgien s i ch umstel­len. So schnell und radikal, wie man es in keinem anderen Land brauchte. Der liberale Freihandel war die Basis des belgischen Glücks. Schon vor dem Krieg, als dieser liberale Freihandel mehr und mehr dahinschwand, entstanden sehr erhebliche wirtschaft- liche Schwierigkeiten. Doch seit dem Einsetzen der englischen Blockade im Winter 1939/40 und e^ft recht feit dem 10. Mai des letztgenannten Jahres heißt es, sich ganz auf Europa und seine Bedürf­nisse einzustellen. Belgien muß den Weg nach Europa wiederfinden. Das ist nicht leicht. So schwer sogar, daß von der halben Million Ar­beitslosen, welche das Land vor Jahresfrist besaß, mehrere hunderttausend diesen Weg nach Europa persönlich zurücklegen mußten. Sie arbeiten heute in Frankreich und in den verschiedensten Teilen Großdeutschlands.

Das ist eine Uebergangslöfung, eine Notmaß­nahme. Immerhin, bis das neue Gleichgewicht für Belgien gefunden ist, wird einige Zeit vergehen. Das Fehlen jeder Bereitschaft zum nationalen Opfer, zur Einigkeit, zum allgemeinen Wiederaufbau durch Arbeit, an Stelle eigennützigen Gewinnftrebens durch Spekulation, erleichtert die von dem Lande zu bewältigende Ausgabe nicht. Trotzdem wird sie gelöst werden müssen, ganz gleichgültig, ob man diesen Raum Belgien ober Flanbern unb bie Wallonie nennt. Denn bie gleiche wirtschaftliche Problematik besteht für beibe Canbesteile. Belgien, aufs neue in Gang zu bringen, bemühen sich heute bie belgischen Regierungsstellen unb bie beutsche Militärverwaltung gemeinsam. Verhanblungen mit dem Auslanb finben statt, unb ber Außenhandel wurde bereits nach verschiedenen Richtungen belebt Aber alle diese Richtungen gehen n a d) (Eu­ropa, das von Belgien in der letzten Zeit immer weniger hoch geachtet wurde und desseft zunehmen­der Vereinheitlichung man sich jetzt nur freuen kann. Denn auf sich selbst gestellt wäre das dicht­bevölkertste Ländchen Europas, das viel Unter» nehmergeist und Betriebsamkeit, von seinen Kohlen abgesehen aber keine Rohstoffe und Lebensrnittel besitzt, ist einer von autarken Gedanken beherrschten Wett ein Garnichts.

vrühlsche UniDtrfltäbbntderei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen * «ittzex.^ch-Itzratzr 7-9

Die Landenge von Perekop liegt unter deutschem 3ombenhagel. Sie ist etwa zehn Kilometer breit :nb verbindet bie Sübukraine mit ber 5) alb» n fei Krim. Sie hat ihren Namen noch ber (einen Gemeinde Perekop mit etwa 1000 Einwoh­nern, die um ihrer wichtigen Lage willen lange cis Stadt galt, von den Bolschewisten aber zu inem Dorf degradiert wurde. Hier hat die Krim nichts von ihrem großen Ruf einer osteuropäischen .Riviera". Der größte Teil der Krim ist^noch eben- 9 öde und baumlose Steppe wie die Sübukraine übst. Bezeichnenb ist, daß die Schafzucht in hoch- :er Blüte unter allen lanbwirtschaftlichen Gewerben ieht. Der Ruf der Krim als Riviera gründet sich berhaupt nur auf die S ü d k ü st e, wo das Jaila- ßebirge zwischeü die Küste und die Steppe mit hrem rein kontinentalen Klima tritt. Nur dieser schmale Küstenstreifen von Sebastopol über Jalta etwa bis Feodosia begründet den Ruhm der Krim, iie hier wirkliches Mittelmeerklima aufm^ft.

Die Krim ist mit ihren 25 310 qkm etwas großer ds Württemberg. Bezeichnend für ihr überwiegend fieppenartiges Klima ist, daß sie von nur etwa drei Viertel Millionen Menschen bewohnt wird, die sich roch dazu überwiegend an der Südküste zusammen- teängen. Heber bie Lanbenge von Perekop fuhrt ober nicht bie Häupteisenbahn auf bie Krim. Die ö»ahn, bie von Charkow und Saporoschje herkommt, überschreitet vielmehr auf einem schmalen Damm : bas sogenannteFaule Meer" (^vsiwafch), das e n Seitenarm des Asowfchen Meeres ist. Das Faule Neer, das etwa 150 km lang und 3 bis 22 km breit ist und einen stagnierenden See daher auch ter Name! - bildet, reicht bis zu der Landenge ton Perekop unb trennt bas Festland von dem 5torboftufer ber Halbinsel Krim. .

3m schroffen Gegensatz zu der einförmigen st-p. Fenartigen Abbachung im Narben steht der grotz artig steile Sübadsturz bes I a i1 a -G e b i r g e s. ter Name stammt aus dem Tatarischen uri'b be= beutet ursprünglichSommerweide . Durch reich­lichere Regenfälle bewässert, ist dieser ^.^^Z noch mit schönen Wäldern, besonders mit Schwarz, tefern und weiter unten mit Buchen bestanben, obwohl durch Jahrhunderte mit diesen Waldern zu Suchten des Schiffsbaus Raubbau betrieben lvurd^ Unten, an der in anmutige Buchten ZAr^erten Steilküste, zieht sich ein Gürtel von Weinbergen unb Gärte/hin, wo in milbem Klima auch manche (sewächse der Mittelmeerzone gedeihen

Die Halbinsel Krim war in der ältesten Zeit von ten Tauriern besiedelt, einem barbarischen Volk das ton den die Schwarzmeer-Steppe bewohnenden Skythen hierher zurückgedrangt war. Die Gnechen begannen au der Krim seit dem ^Jodrhunder Kolonien anzulegen. Die Argonautensage mitber agenhaften Königstochter Medea, die dem Griechen lafon zum goldenen Fließ verhilft, von ch

Berlin, 15. September. (DNB.) Deutsche Pan- erkampfwagen durchbrachen am 14.9. im Verlauf er Kämpfe' um bie Befestigungsanlagen vor Lenin- rab ein neuzeitlich ausgebautes Stel- singssystem ber Bolschewisten. In heftigen Ge- enangriffen versuchten bie Sowjets unter Einsatz on schweren unb schwersten Panzerkampfwagen, ie beutschen Panzerverbänbe zurückzuwerfen. Die olschewistischen Angriffe wurden erfolgreich zurück- eschlagen. Die Sowjets verloren 12 Panzerkampf­ragen, barunter mehrere von 52 Tonnen Gewicht.

Eine vor ßeningrab eingesetzte beutsche Infan - erie-Division brang am 11.9. erfolgreich egen ein Höhengelänbe vor, bas bie Sow- >ts burch Minensperren unb zahlreiche Bunker gc- chert hatten unb bas sie zäh verteidigten. Das »öhengelände wurde in hartem schwerem ta m p f erobert. 50 sowjetische Bunker, dar- rtter mehrere mit zwei Meter dicken Betonwänden nd zehn Bunker modernster Bauart mit drehbaren Zanzerkuppeln wurden vernichtet, große Mengen owjetischen Kriegsgeräts erbeutet. Die Bolschewi- -en versuchten vergeblich, unter Einsatz schwerer Kampfwagen das Höhengelände zurückzugewinnen. Ille Gegenangriffe brachen an ber deutschen Ab­vehr zusammen.

In den harten Kämpfen um die Befestigungs- nlagen von Leningrad eroberte am 11. 9. eine eutsche Division eine Ortschaft, die von den Bol- ijewiften überaus zäh verteidigt wurde und durch (elbfteUungen und Bunker gesichert war. Die Divi- on durchbrach die Feld- und Bunkerstellungen, :tzte über 30 Bunker, darunter schwere Geschütz- unker, außer Gefecht. Im Laufe des 12. 9. kämpfte ch die Division in einem durch Minenfelder ge= chützten Verteidigungssystem weiter vor. Die sow- ttischen Widerstandslinien wurden durchbrochen. Moniere räumten über 1000 Minen weg und fetz­en 41 Sowjet-Bunker, darunter 16 mehrstöckige ßerfe und zwei Geschützbunker, außer Gefecht. In en Abendstunden des 12. 9. drang die Division in in durch zahlreiche Verteidigungsanlagen und btützpunkte gesichertes Dors vor.

Der Wehrmachtbericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquarlier. 15. Sept. (DRV.) Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Im Osten find große Angriffsoperationen im Erfolgreichen Fortfchreiten.

Die Einschließung von Leningrad purde in zähem Kampf um die neuzeitlich ausge­laufen Befestigungsanlagen weiter verengt. Wieder- jolte, von schweren Panzern unterstützte Gegen- mgriffe des Feindes brachen zusammen.