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Seine behden möblierten und sauberen Zimmeit waren allnächtlich ausverkauft, denn Mandschuli wat. nicht nur für Waren, sondern auch für die Reisenq den der grofye Umschlagsplatz, und da nicht alle^ die von Sibirien oder von Japan und China kamen, immer gleich Anschluß fanden, mußte der Zurücks bleibende froh sein, wenn er hier Unterschlupf sandl und nicht mit einer der anderen wesentlich bürstiq geren Herbergen vorliebnehmen mußte.
In. Mandschuli hört das Reisen auf europäische! Art auf, und der Osten tritt in sein Recht. Richt als ob man sich nun auf einen mongolischen Pony oder auf eines der zweihöckerigen Kamele schwinq gen müßte, die man hier schon öfters durch dis Steppe schreiten sieht. Aber hier endet die Wirk- samkeit der Reisebüros europäischen Stiles. Zway sind die mandschurischen Eisenbahnen in ausgezeichnetem Zustand, und ihr Wagenmaterial steht dem der europäischen Bahnen keineswegs nach. Es gibt auch Telephon und Telegraph, aber dem Osten liegt unser ewiger Trieb zur Eile fern. Trotz aller Verständigungsmöglichkeiten herrscht hier noch der alte Brauch, daß man sich seine Reisegelegenheit von einem größeren Ort zum nächsten immer wieder neu beschaffen muh, nur, daß es sich diesmal nicht um die Mietung von Trag- und Reittieren, sondern um die Besorgung von Sitz- und Schlaf" Plätzen im Eisenbahnzug handelt.
Die drahtliche Vorbestellung ist nur zulässig, wenn sie mindestens eine Woche vorher erfolgt, und selbst dann bietet sich keine Gewähr dafür, daß wirklich ein Platz im Zug frei ist. Praktisch kommt sie für den Durchreisenden aber schon deswegen nicht in Frage, weil bei den ungeheuren Entfernungen einer sibirischen Reise nicht mit unbedingter Sicherheit auf sieben Tage voraus^usagen ist, wann man an dieser oder jener Umsteigstelle eintreffen wird. Dai überdies die militärischen Stellen ein gewisses Vor" griffsrecht auf die Eisenbahnplätze haben, muß man von jeder Umsteigestation aufs neue sein Glück versuchen. Unvorhergesehener Aufenthalt ist daher unq vermeidlich, und er wird um so weniger als unangenehm empfunden, weil die mandschurischen Eisenbahnen an allen wichtigen Knotenpunkten ausgezeichnete Hotels unterhalten, in denen sich des Reifende nicht nur eine Nacht richtig ausschlafen, sondern sich vor allen Dingen auch richtig waschen und baden kann, bevor die Reise weitergeht.
Erfolgreiche Angriffe der japanischen Luftwaffe.
Tokio, 13. Aug. (DNB.) Die Japaner haben Schlüsselstellungen des chinesischen Hinterlandes verheerend angegriffen. Die Marineluftwaffe griff C u m n i n g, die Hauptstadt der Provinz Punnan, an und erzielte Volltreffer auf ein Arsenal, wobei eine schwere Explosion entstand. Ein getarnter Automobilpark und ein Gasolinbehälter, drei Kilometer westlich von Cumning, wurden ebenfalls erfolgreich bombardiert. Es entstand eine Explosion, die 2000 Meter hohe Rauchwolken entwickelte. Die Flugzeuge kehrten ohne Verluste zu den Flugplätzen in Französisch-Jndochina zurück. Die Flugwaffe des Landheeres griff Fabriken und militärische Ziele in der Provinz Szetschuan an und belegte sie erfolgreich mit Bomben.
Es genügt nicht allein/ gute Heil« mittel zu erzeugen, sie müssen auch schnellstens zur Stelle sein, wenn man ihrer bedarf. Für diese stete Bereitschaft sorgt die »Sayet«-Organisation mit elge- ZbX nem Flugzeug, wenn andere BAYER) Transportmittel nicht genügen. < E J VrV
sich aber die Bank das Recht vor, zu jedem Zeitpunkt mit einmonatlicher Frist Rückzahlung au fordern.
Sie gehen sofort zusammen zum Bankhaus Schneiq der & Co. Dort sind die passenden Formulare vorhanden. Die Aktien nimmt Dominik gleich mit Ein! paar Unterschriften. Dann das Durchzählen der Aktien — das Notieren der Nummern, das Vergleichen der Dividendenbogen — eine langweilige Arbeit. Aber sie muß sein. Zum Schluß das Wichtigste: Die Gutschrift: Zweihundertfünfzigtaufend Reichsmark!
Gerettet! Gerettet! Das Wunder ist da!
Noch im Stehen schreibt Friedrich Dominik die Zahlungsanweisung für Frinzka. Telephoniert mit Arndt, daß er die dringendsten Schecks sofort ausschreiben könne. Nimmt ein Auto und fährt ztt Martha, zu den Kindern.
Zum ersten Male nach langer, langer Not wird es wieder hell in den Räumen um die vier Menschen.
Zum ersten Male können Hoffnung und Ver-< trauen sich wieder hervorwagen.
Die vier Menschen sitzen um den großen eichenes Tisch und lachen sich an und leuchten sich mit frohen Blicken in die Augen und schweigen oder scherzen oder plaudern.
Nach einer Weile beugt Nissen sich über Brigitte und küßt sie.
,^)eute nachmittag kaufe ich unsere Verlobungsq ringe. Jeder soll wissen, daß du mein bist."
Brigitte neigt ihren Kopf und legt ihre ßippert auf die Hände über ihrer Brust.
„Morgen gehe ich zu deinem Vater und bitte ihn um deine Hand", sagt Nissen. „Es wird zwar einen harten Kampf geben. Aber ..
Er blickt zu Friedrich hinüber. Der nickt.
,^Hast recht. Junge. Und ich werde mitkommen. Wenn's auch schwerfällt. Dieser Zustand muß mal ein Ende haben ... Jedenfalls wollen wir's versuchen."
Durch die Fensterstores strahlt Sonnenlicht. In breiten Streifen fällt es über den Teppich, klettert zum Tisch hinauf, reicht gerade zu Brigittes Brust und blitzt dann noch einmal mit goldenem Sprühen in ihrem Haar auf.
Es wird draußen Frühling.
(Fortsetzung folgt)
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
uns an,
für die Probleme der Seefahrt überhaupt. Langsam setzt sich auch im Dinnenlande die Erkenntnis durch, daß nicht allein die Scholle deutscher LebensraUm ist, — daß auch das Meer zum deutschen Raum gehört. Ein Blick in die Geschichte der großen Nationen lehrt, daß ihr Ansehen und ihr Einfluß in der Welt stets mit Seegeltung verbunden waren. Dies gilt heute, im Zeitalter des Weltverkehrs, mehr denn je. Ein großes Volk kann heute nur bann wahrhaft frei fein, wenn es freien Ausgang zu den Weltmeeren hat.
Aus dem blockierenden England ist heute ein blockiertes Land geworden. Die „Insel" England ist heute Kriegsgebiet, gerade so, als ob sie auf dem europäischen Festland läge. Früher war die insulare Lage der größte Vorteil Englands für seine Kriegführung. Heute ist es umgekehrt. Die Insel ist, soweit die Versorgung in Frage kommt, eine Insel und isoliert; dabei ist sie aber den Angriffen der deutschen Waffen ausgesetzt. Der Seekrieg, wie ihn unsere oberste Kriegsleitung durchführt, stellt gerade für den Nichtfeemann einen praktischen Anschauungsunterricht dar: unsere Jugend, unser Volk, sie wissen heute, wie die einzelnen Schiffstypen, vom Großkampfschiff bis zum Schnellboot, Minenboot und Patrouillenboot, Verwendung finden: wie durch die Zufammenfafsung aller Einheiten zu einem Kriegsinstrument das Gesamtbild der kämpfenden und siegenden Kriegsmarine entsteht.
den Auge verlassen wir den Schlafwagen, der neun Tage fang unsere Wohnung war, und schicken ~ e r n e n Osten , der für den aus
Der Kampf, den wir gegen die Seemacht England führen, ist zugleich ein Kampf um die Anerkennung des Deutschtums in der Welt. Dabei muß man sich über eins klar sein. Der alte Satz: „Was nicht im Geiste einer Nation Wurzel gefaßt hat, kann nie zur vollen Blüte kommen", gilt gerade für alle Dinge der See. Allzu lange war das deutsche Denken in binnenländischer Enge befangen. Noch Großadmiral v. T i r p i tz hat bitter unter der deutschen Verständnislosigkeit für Seefahrtsfragen gelitten. Da setzt heute unsere Erziehungsarbeit ein. Sie beginnt folgerichtig bei der Jugend. Als ein hervorragendes Mittel zur Verbreitung dieses neuen Gedankens hat sich der SchülerweUbewerb „Seefahrt ist not! erwiesen. Der Wettbewerb rief unsere Jugend, die ja begeisterten Anteil an den Taten der Kriegsmarine nimmt, zu eigenem Schaffen auf. In ungezählten Schulstüben stand das Thema „Seegeltung — Weltgeltung" Wochen hindurch im Mittelpunkt. Der Seekrieg gegen England mit all seinen Auswirkungen wurde zum Lehrgegenstand in den verschiedenen Unterrichtsfächern. Von der Schule aus wurde das Verständnis für Deutschlands Kampf, um Seegeltung in das Elternhaus getragen. Die Auswirkungen eines solchen Wettbewerbs, der auch das letzte Dorf im Binnenland erfaßt, können gar nicht hoch genug eingefchätzt werden. Unsere Jugend weiß heute: „Seefahrt ist not!"
sich der Warenaustausch zwischen den mongolischen Nomaden und den chinesischen, japanischen und russischen Händlern, deren Läden in ben~ dürftigen Häuschen und Hütten die Straßen umsäumen, in vollem Frieden abspielen.
Heute scheint gerade eine Art von Markttag zu sein. Ueberall herrscht geschäftiges Treiben. Auf dem freien Feld vergnügen sich viele Mongolen mit Reiterkunststücken, in den Läden und zahlreichen Marktbuden wird eifrig gehandelt, und die kleinen, mit malerischen, bunten Kleidern herausgeputzten und mit roter, schwarzer und weißer Farbe angemalten Chinesenkinder haben einen richtigen Festtag. Die Motorisierung des Straßenverkehrs steckt noch in den Kinderschuhen. Wer nicht auf Schusters Rappen wandert, bedient sich einer der russischen Pferderdroschken, die das biblische Alter längst erreicht haben dürften. Zwar hängen die Polster- Überzüge meist in Fetzen herunter, und die mongolischen Kutscher in Pelz und Kappe machen nicht gerabe ben einlabendsten Eindruck, dafür stellen sie aber auch die einzige Deförderungsmöglichkeit dar.
Das stattlichste Gebäude der Stadt ist das „Ni- kitin"-Hotel. Es hat immerhin ein Obergeschoß, ist aus Stein gebaut und enthält eine ganze Anzahl von Fremdenzimmern. Hier hat auch das vor einiger Zeit eingerichtete deutsche Konsulat seine vorläufige Unterkunft gefunden. Damit zeigt sich dn, daß Mandschuli durch ben Krieg unb die englische Blockade vorübergehend ein wichtiger Knoten- und Warenumschlagspunkt geworden ist, denn da hier die mandschurische Bahn endet und die sibirische ntit ihrer breiteren Spurweite beginnt, mußten die großen Gütermengen, die von Ostasien aus nach dem europäischen Teil der Sowjetunion und darüber hinaus nach dem übrigen Europa gingen, umgeladen werden. Es war ja eine der Nebenwirkungen dieses Krieges, daß die sibirische Bahn zum erstenmal in der Geschichte ein rentables Unternehmen geworden war.
Um aber beim „Nikitin"-Hotel zu bleiben — für uns Durchreisende ist es insofern in angenehmer Erinnerung geblieben, weil wir hier zum erstenmal nach der nicht immer besonders leckeren Eisenbahnkost wieder einmal an einem gepflegten Tisch und aus einer ausgezeichneten Küche verpflegt wurden. Das Hotel war zugleich der erste Vorposten jenes versunkenen Rußlands, bas heute noch in ber Mandschurei ein merkwürdiges und meist recht kümmerliches Fortleben fristet, eine Annehmlichkeit für ben Europareisenden, dem es den Uebergang zu ben östlichen Lebensformen erleichtert. In diesen Kriegsmonaten blühte das Geschäft im „Nikitin".
Dominik gedacht, um die Absage von neulich wieder gutzumachen.
Das, Wunder! Das Wunder! Am fiebffen liefe Friedrich auf der Stelle hinüber. Zu Nissen, zu Brigitte und vor allem zu Martha. Für sie alle bedeutet das ja neues Leben, neue Zukunft.
Die Bedingungen sind schnell durchgesprochen. Zinssätze, Provisionen, Spesen — Natürlich! Natürlich! Dominik gesteht alles zu. Die Beträge sind nicht einmal wucherisch. Und ihm bliebe selbst bei Erpressung keine Wahl.
Dann die Frage der Sicherheiten ... Selbstverständlich! Alles was Schneider will. Die fertigen Schiffe sind pfandfrei. Dominik ist mit SicherheUs- übereignung einverstanden.
Eine Grundfchuld auf den Werftbesitz? Wenn es nicht anders gehe — gewiß auch das.
Aber dann habe er noch eine Bitte. Er brauche persönlich Geld. Für dringende Verpflichtungen. Die Frinzkasche Ratenzahlung ist fällig.
Schneider knöpft sich plötzlich zu. Bei seinem Angebot habe er natürlich nur an die Werft gedacht. Ein persönliches Darlehen aber —?
Doch — er hat noch einen Vorschlag.
Ich will Ihnen ja gerne aus der Patsche helfen, lieber Freund.
Passen Sie auf: Ich lege zu ben zweihundert Mille noch fünfzig hinzu. Sie können dann vom Gesamtbarlehen den Betrag abzwefaen, den Sie für Frinzka brauchen. Daran kann Sie kein Mensch hinbem. Sie sind ja selbst Herr in Ihrem Hause. Unb damit die Sache nach außen hin ein gutes Gesicht bekommt, verpfänden Sie mir zur Sicherheit für die ganze Diertelmillion Ihre Aktien "
Ja, das wäre ein Ausweg. Dominik ist so zermürbt, daß er die Gefahr gar nicht sieht, die sich da für ihn auftut. Natürlich ist es Irrsinn, für eine Schuld von dieser bescheidenen Höhe den Grundbesitz zu belasten, die Schiffe zu verpfänden und überdies noch für mehr als eine Million Mark Aktien als Sicherheit zu geben. Aber was bleibt ihm übrig? Er hat keine Wahl.
lieber die Kündigungsfristen wird nicht gesprochen. Dominik kennt die Bankbedingungen von früher her zur Genüge. Die Zusage gilt unter Ehrenmännern grundsätzlich für eine Zeit, innerhalb deren die Werft das Darlehen im normalen Geschäftsgang zurückzahlen kann. Formal behält
„Herr Bankier Schneider bittet um eine Unterredung!" meldet der Bürodienev.
Also das Ende!
Friedrich Dominik fürchtet sich vor jedem Besuch. Was kann Schneider schon bringen? Sicher nichts Gutes. Wer bringt ihm noch Gutes?
„Ich laste bitten."
Er geht Schneider bis an die Tür entgegen. Rafft sich zusammen.
„Ein seltener Besuch ... bitte, nehmen Sie Platz!"
Der Bankier streckt die Beine aus dem Klubsessel weit von sich. , , r ,
„Wollte Sie schon lange mal besuchen, alter Freund", lacht er liebenswürdig. „Es wird so viel über Sie geredet ...Da wollte ich doch gern mal persönlich — ja, hm ... Ich hätte Sie ja auch zu mir bitten können, aber ich dachte, am besten wagst du dich gleich selbst in die Höhle des Löwen ..."
„Noch kann ich beißen", knurrt Dominik.' „Hoffentlich! Hoffentlich! Ich sehe yi meiner Freude, daß Sie bei guter Laune sind/
„Bei ganz glänzender Laune", antwortet der Industrielle und macht dabei ein Gesicht, als wolle er dreinschlagen. . . , .
„Na, dann können wir wohl gleich mal em bißchen von Geschäften sprechen?"
„Bitte schön'."
Schneider redet ein bißchen herum. Ja, hm — er habe die Entwicklung der Dominik-Werft mit großem Interesse verfolgt. Und nun zu seinem Bedauern gesehen, daß Dominik sich offenbar festge- sahren habe. Wenn das Bankhaus Schneider & Co. helfen könnte ...? Bei dem langjährigen Vertrauen — ja Freundschaftsverhältnis würde er selbstverständlich alles tun, dem alten Kunden wieder auf die Beine zu helfen.
Dominik glaubt, feinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Freundschaftsverhältnis? — Auf die Beine helfen--? Das hört sich doch beinahe so an, als
ei — als sei das Wunder auf dem Wege.
Schneider redet nicht lange um die Dinge herum. Er habe eigentlich damit gerechnet, daß Dominik nochmals an ihn heranträte. Gewiß, er habe ihm seinerzeit abgesagt. Aber damals konnte er nicht anders. Wirklich nicht. Jetzt aber habe er woanders qerade einen Geldbetrag freibekommen — so etwa zweihundert Mille — und da Habe er gleich an
o der Ferne Osten beginnt
Von unserem Dr. A.-Korrespondenten.
Sibirien kommenden Reisenden hier nördlich beginnt, ins Auge zu schauen. Auf dem Bahnhof bietet er sich zunächst von der angenehmen Seite dar. Die japanischen Zoll- und Grenzbeamten fertigen uns mit vollendeter Liebenswürdigkeit ab. In weniger als fünf Minuten ist unser umfangreiches Gepäck zollamtlich geprüft, und der lachende junge Zöllner, der stolz mit seinen deutschen Sprachkenntnissen paradiert, versichert uns, daß mir die Koffer ohne Besorgnis und sogar ohne Gepäckschein für die nächsten sechs Stunden, die uns b i s zur Weite r f a h r t nach Harbin bleiben, in der Zollhalle des Bahnhofes stehen lasten können. Der Gedanke ist zunächst etwas unheimlich, denn überall in der Halle und in den Gängen wimmelt es von vielen fremdartigen Gestalten, chinesischen Gepäckträgern, mongolischen Männern, Frauen und Kindern in ihren malerischen Trachten mit unzähligen Bündeln und Paketen. Aber nachdem uns auch her Portier des „Nikitin"-Hotels, ein würdiger alter Russe von vorgestern, versichert hat, daß hier nie etwas wegkomme, wagen wir den Spaziergang in die Stadt unter Zurücklassuna unserer wertvollen Koffer. Wir haben sie unversehrt und vollständig wieder vorgefunden, wie auch im weiteren Verlauf der Reise das Vertrauen auf die Ehrlichkeit unserer Mitreisenden, der Gepäckträger und der wimmelnden Menschenmasse, die jeden mandschurischen, koreanischen und japanischen Bahnhof zu jeder Tageszeit bevölkern, nie enttäuscht morden ist.
Auf Mandschuli liegt so etwas wie Wildwest- Romantik. In diesem Grenznest im nördlichsten Zipfel der Mandschurei ist an abenteuerlichen Gestalten kein Mangel, nur daß die Reiter, die auf ihren struppigen Ponies aus der Steppe herangaloppiert kommen, um einzukaufen oder sich auf rauhe Art zu amüsieren, keine Indianer sind, sondern eben Mongolen mit spitzen Mützen und dicken, pelzgefütterten, Mänteln. Auch heute wird hier nicht mehr wild in die Gegend geknallt, denn die neue Wehrmacht von Mandschukuo und die japanischen Truppen halten Ordnung. In ihrem Schutz kann
Tokio, Juli 1941.
Unser Mitarbeiter in Tokio ist kurz vor Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges auf seinen Posten zurückgekehrt und schildert die Eindrücke von seiner Reise nach Verlassen des sowjetischen Gebietes. (Vergl. auch die Reiseberichte im G. A. vom 14. und 27. Mai.)
Mandschuli! Die Reife durch Sibirien ist beendet. Mit einem meinenden und einem lachen-
K. (94 Zweites Blatt
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ks ist alles ganz anders gekommen. Gerade hflire junge Kriegsmarine errang beispiellose Er- i|o|p. Diese Erfolge bemirkten in unserem Volke Wachsendes Verständnis für den Seekrieg, ja,
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jdnnfung 1935 das Flottenabkommen ir.il England getroffen. Danach sollte die wische Flottenstärke nicht mehr als 35 v. H. der fischen betragen. Der Vertrag ist von Deutsch- bi, wie noch 1938 im englischen Unterhaus offi« M erklärt wurde, in loyalster Weise eingehalten Htoen. Trotzdem begann schon 1936 die Kriegs- h-zl gegen das Reich. Wahrscheinlich haben die I uuuci — Mander gedacht, die junge deutsche. Kriegsmarine fen gefui: tcir? als ernsthafter Gegner für die vereinigten Angebote er inistsch-französifchen Seestreitkräfte kaum in Be-
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Huh, lari, über die engen Grenzen feines zu dicht be» ÄrgoiiJ Merten Landes Fuß zu fassen — sei es durch Scntmf^l bei, Industrie ober koloniale Betätigung — ZüUhM izlech trat England auf den Plan! Wir missen heute Carito n, w! einwandfreier Quelle, daß Winston Churchill üöulHI! bereits im Jahre 1936, als Deutschland unter Füh-
MK i ter gegenwärtige Kampf, den Deutschland, durch Gißbritannien gezwungen, um sein Dasein führt, üt°feÖ )ei4 die hohe Bedeutung der See für alle Na- ÄltzelM^ tio en, auch für die Kontinentalmächte. Unser ho'ptgegner England hat es stets verstanden, den llhtj Niibus der Unbesiegbarkeit um seine Flotte zu 77$' leflm. Dies Dogma, von der Welt seit Trafalgar (195) widerspruchslos hingenommen, erlitt den 0PGi.fi, erf?n heftigen Stoß bei Coronel und in der <5ee= t schicht vor dem Skagerrak am 31. Mai 1916. Da- .Äyii Ms nahm die junge deutsche Flotte den Ruhm 1 m nach Hause, sich gegen die stärkste Flotte der £H behauptet zu haben.
föLul I kngland hat in den Jahren vor und nach dem V/lfyi BHfrieg alles getan, um Deutschland den Weg iu kflufttjl zur Mittelmeer und damit zu den Gütern dieser ucht. [J Erie zu versperren. Sobald es unserem Volke ge-
Oie See macht frei!
Von Konteradmiral a. D. Brüninghaus.
Am heutigen Samstag wird in Köln eine Reichsausstellung „Seefahrt ist not!" eröffnet, die die besten Arbeiten aus dem gleichnamigen Schülerwettbewerb vereinigt, der im letzten Winter durchgeführt wurde. Rund 16 000 Schulen haben an diesem Wettbewerb teilgenommen, und rund eine Million Schüler hat brauchbare Arbeiten abgeliefert. 60 000 ausgewählte Arbeiten wurden schon auf 40 Gauausstellungen gezeigt und dabei 15 000 Gaupreise verteilt. In der Reichsausstellung werden nun die 20 000 besten Arbeiten gezeigt. 2 0 0 0 Relchsprelse werden vergeben, darunter Schiffsrelsen, Küstenfahrten, Werkzeugschränke usw. Junge Schiffsbauer werden täglich ihre Modelle vorführen. Täglich spielt ein Marionettentheater Seefahrtsspiele. An Hand der Schülerarbeiten wird die Entwicklung der Seefahrt vom Einbaum bis zum Ozeanriesen dargestellt.
von Adolf Hitler den Wiederaufstieg begann,
—zynischen, echt englischen Ausspruch tat: 11t Kf Butföfanb wird wieder zu stark. Wir müssen es Gerichten." Diesmal hat England, wie der Verlauf «mgerM )P5 Krieges beweist, eine falsche Rechnung iffemacht. Befangen in der überalterten Borstel- Kreis jiuii?, durch die bewährte Hungerblockade auch die- -----|en Krieg „in aller Gemütlichkeit" gewinnen zu !ö ten — wobei die Aussicht auf Roosevelts Hilfe
m ^sprachen haben mag, — übersah England, daß m dem Gebiete der Kriegstechnik und in der Pnppierung der Mächte Deutschland heute wesentlich besser dasteht als 1914. Gewiß, unsere neue Rcigsmarine war noch in der ersten Entwicklung kfliiffen. Der Führer hatte in weiser Selbstbe-
■H Die Dominiks.
—! Roman von Hellmuth m. Böttcher.
»jqeinwi1 jKssortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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Noch am gleichen Abend macht er das Abkonx- trin mit Lind schriftlich. Dann will er Dominik an-
s Natürlich darf der nichts davon erfahren, wer hÄr dem Geschäft steht. Die Provision für Lmd Hirt er schon so mit rausquetschen. Wenn, einem k-Wasser bis zur Nase steht, fragt er nicht nach W Prozent mehr oder weniger.
Lind zieht noch in derselben Stunde Er kund l- N en über die Dominik-Werft ein. Bei einer Au^- pn|"ei, bei einer Großbank. Ueberall die gleiche IlbtDort: Dominik kann sich höchstens noch vier i&tjen halten. Dann bricht er zusammen.
Lud schließt den Vertrag mit Schneider vorsich- —- tz n seinen Geldschrank. Morgen werben ihm bie
! ikminik-Aktien als Pfand gehören. Und dann...r
MV, stlle-höchstens noch vier Wochen!
16^60-' I .Friedrich Dominik hat Frinzka nicht bezahlen 6unheri5Ltt£ I b ien, und der will infolgedessen einen Prozeß M 5» II pb engen. . x
, stich' I L»n ben Lieferanten laufen em Dutzend Zah-
। ^befehle. Die Werft hat in allen Fallen Widerlich eingelegt. Um Zeit zu gewinnen. Das verpacht zwar Gerichtskosten. Aber vielleicht — mei- i kann man die Katastrophe so noch aufhaltem
, Laicht geschieht vor der Vollstreckung das große ber, und Don Bautista de Castro ruft die ur bampfer ab. , .
® iebrid) Dominik glaubt nicht mehr baran.
M" sieht blaß und greisenhaft aus. Er g-eht nicht i W auf die Straße.
I „M Nissens Gesicht ist verfallen. Und Martha V W man die schlaflosen Sorgennachte an JO« sind ohne Blut und ihre Augen voller tiefer
Rir Brigitte lacht noch manchmal. Sie ist nicht ^c-zukriegen. Sie glaubt an ihren Stern. 1 a as Wunder!
imuck
29/30 - 2/U.


