Einzelbild herunterladen

krieges ihre Pflege angedeihen, in gleicher Pflicht­erfüllung, wie sie allen Verwundeten innerhalb der deutschen Grenzen, ob Franzose, Russe oder Engländer, zuteil wurde dem späteren Führer des Großdeutschen Reiches gaben sie damit die Ge­sundheit zurück.

Der Führer ist aber zugleich auch der Schirm­herr des Deutschen Roten Kreuzes. Er erließ am 9. Dezember 1937 dasGesetz über das Deutsche Rote Kreuzt, das die bisher noch be­stehenden zahlreichen Vereinigungen und Verbände zu einer EinheitDeutsches Rotes Kreuz" ver­schmolz und dieser Einheit damit den ihr gebühren­den Platz im neuen Staat gab, unter dessenkraft­voll jugendlichem Pulsschlag der alten Idee des Roten Kreuzes neuer Schwung zuströmte", der sie befähigte, sich in straffer Zusammenfassung ihrer Friedensaufgaben zu widmen und sich damit für ihre Kriegsaufgaben vorzubereiten.

Denn das ist schon eine Weisheit früherer Generationen soll eine Gesellschaft des Roten Kreuzes in harter Kriegszeit ihre internationalen Pflichten erfüllen können, bedarf es dazu im Frie­den einer unermüdlichen Ausrichtung auf die nationalen Aufgaben. Hunderttausende deutscher Frauen und Männer haben sich zu dieser stillen unauffälligen Friedensarbeit bereit gefunden. Sie haben als- Schwestern, als Helferinnen und Helfer und als Mitglieder der Gemeinschaften des DRK sich in unzähligen Freistunden ausbilden lassen und sich in ihrer Ausbildung immer wieder verbessert und vervollkommnet. Sie haben damit ihren Wil­len zur Volksgemeinschaft durch die praktische Tat bekundet. Sie haben sich darüber hinaus zu einer Haltung bekannt, die von echt soldatischer Disziplin erfüllt sein muß, die sportlichen Geist und Körperschulung verlangt, die fachliches Wissen auf dem Gebiet des Rettungsdienstes, des Kranken­transportes oder der ersten Hilfe mit der Schnellig­keit des Entschlusses und der Sicherheit des Han­delns verbindet. Sie haben sich durch den Einsatz ihrer Person für die Idee des Roten Kreuzes den Dank des ganzen großdeutschen Vol­kes verdient, das nun, in Kriegszeiten, seine Söhne und Männer an der Front wohlgeborgen weiß, seien sie ven feindlicher Einwirkung schwer verwundet, seien sie krank geworden. Sie haben sich auch den Dank der Bewohner jeder deutschen Stadt verdient, in der englische Flieger angeblich militärische Ziele suchten, in Wiklichkeit aber ihre Bomben auf die Wohnungen der Zivilbevölkerung abwarfen.

So stehen an der kämpfenden Front wie in der arbeitenden Heimat in jeder Stunde des Tages und in der Nacht viele, viele Männer und Frauen mit der Binde des Roten Kreuzes bereit, auf ihre Weife, oft genug in gefahrvollstem per­sönlichem Einsatz, den Geist des deutschen Volkes in Waffen nicht nur zu künden, sondern selbst vorzuleben. Nicht mit dem Gewehr, sondern mit den Waffen des persönlichen Opfermutes und des fachlichen Könnens ausgerüstet, sind sie gleich­sam das stets augenfällige Bindeglied zwischen der Front und der Heimat.

Und wenn nun der Führer für den Sommer des Jahres 1941 zum zweiten Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz aufgerufen hat, dann wird das deutsche Volk wiederum Mann für Mann an­treten und seinen Dank an das Deutsche Note Kreuz abstatten. Es hat das in über­wältigender Weife schon bei der ersten Haussamm- lung des DRK. getan, die die Ergebnisse der glei­chen Sammlung des Vorjahres noch um eine ge­waltige Summe übertraf. Es wird das a u ch a m Kommenden Sonntag tun, wenn zum zwei- lemnal die Hauslisten für das DRK.-Kriegshilfs- rverk in den deutschen Haushaltungen zirkulieren werden. Denn das deutsche Volk weiß, daß es not- weiDig ist, die menschlichen Werte, wie sie in den Männern und Frauen oes DRK. sich verkörpern, mit dem besten Handwerk und Rüst- geug zu versehen. Dieses Rüstzeug, mit dem seine tapferen Söhne im Polenfeldzug gleicherweise wie in den jüngsten Wochen an den Thermopylen ge­pflegt wurden,' nicht aus Steuergeldern, sondern aus seinen persönlichen Opfern zur Verfügung zu stellen, ist ihm Herzenssache, lieber dsese wirtschaftliche Bedeutung aber hinaus werden Me Millionen, die auf den Sammellisten gezeichnet werden, nach ihrer moralischen und ethischen Höhe und Bedeutung zu messen sein, sie werden über den Dank an das Deutsche Rote Kreuz zu der ver­pflichtenden Voraussetzung jener Erfüllung empor­wachsen, die für uns in der Verheißung des Sieges aus dem Mund des Führers liegt. Jan Kondring.

Oie deutsch-französischen Besprechungen.

Paris, 15. Mai. (DNB.) Der Empfang des Vizepräsidenten des französischen Ministerrates, Ad- vriral D a r l a n, durch den Führer und den Reichs­außenminister hat in der französischen Presse großen Widerhall gefunden. Einhellig wird unterstrichen, daß Frankreich eine klare Entscheidung für seine freiwillige Eingliederung in das neue, von Adolf Hitler errichtete kontinentale Europa ge­troffen habe.Les Nouveaux Temps" sagt, die Un­terredung hat genau in dem Augenblick stattgefun­den, wo es von Wichtigkeit war, Herrn Roose­velt eines seiner Hauptargumente zu berauben. Daher auch die Verwirrung, das Zögern und das Stillschweigen des Weißen Hauses. ImOeuvre" wird der Gedanke herausgestellt, daß die symbolische Bedeutung des 11. Mai, der Erinnerungstag der Jungfrau von Orleans, also derjenigen, die als erste die Engländer aus Europa herausgeworfen habe, den Gesprächspartnern nicht entgangen sei. Im »Paris Soir^ wird festgestellt, daß die Verhandlun­gen am besten durch zwei Worte gekennzeichnet würden:Europäische Solidarität".

»Bulgariens Ideale verwirklicht."

So fia, 15. Mai. (DNB.) Der bulgarische Mi- Nlftevpräsident Filoff erklärte in der Kammer, das bulgarische Volk sehe heute in der Errichtung eines mächtigen un^ geeinten Bulgarien von der Donau bis zum Aegäischen Meer die Verwirklichung seiner Ideale.' Bulgarien sei glücklich, endlich den Triumph der Wahrheit und Gerechtigkeit der neuen europäischen Gemeinschaft unter Führung der Achsenmächte zu sehen. Besonders stolz würden diese Gefühle Deutschland gegenüber sein, des­sen Truppen in Mazedonien und Thrazien operiert hätten und dadurch die unmittelbaren Befreier dieser bulgarischen Gebiete geworden stiem Der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt und tüe Art, wie die deutschen Truppen in Bulgarien empfangen worden seien, sei der beste Beweis dafür, daß die Politik der Regierung vollends den Gefüh­len und Anschauungen des bulgarischen Volkes ent- spreche. Die Ergebnisse dieser Politik, die stets vom König Boris Hk. weise beseelt gewesen fei, seien be=<

reite offensichtlich. Der Kammervorsitzende Abge- ordneter Logofetoff erklärte, daß die Bulgaren in dieser erhebenden Stunde, in der die nationalen Ideale verwirklicht würden, auch den König Fer­dinand nicht vergessen dürften, der immer für die Einigung aller Bulgaren gekämpft habe.

England braucht Rekruten.

Bezeichnender Aufruf des britischen Botschafters in China.

Schanghai, 15. Mai. (Europapreß.) Der bri­tische Botschafter in China, Sir Archibald Clark K e r r, erließ an die in China lebenden Briten einen Aufruf, welcher ein bezeichnendes Licht auf den Mangel an menschlichen Reserven in der britischen Kriegführung wirft.Früher riet ich jedem von euch", so heißt es in dem Aufruf, auf euren Plätzen zu bleiben, um so am besten unserer Sache zu dienen. Heute sind die Be­dingungen andere geworden. Es worden mehr

Menschen als vorher gebraucht und Pflicht jedes körperlich gesunden Briten in China ist es, zu entscheiden, ob seine Dien st e in der Armee nicht werwoller seien. Dies gilt besonders für die Männer zwischen zwanzig und dreißig. Die britischen Firmen sollen entscheiden, ob sie jüngere Angestellte für den Wehrdienst freige- b e n könnten unter Mehrausnutzung der Zurück­bleibenden. Obgleich die britischen Geschäfte in China sehr wichtig find, so ist der Rekrutennachwuchs sicher nicht weniger wichtig. Die Firmen müssen Wege finden, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, ohne Leute zurückzubehalten, deren Platz im Wehrdienst

Die Bergwerksbesitzer sowie die Firmeninhaber britischer Unternehmen in Thailand versuchen auf eine Aufforderung der britischen Gesandtschaft in Bangkok hin, ihren Besitz zu Geld zu machen und das Land in Richtung Singapur zu verlassen.

Fernaufklärer über Kreta.

Von Kriegsberichter Wolfgang Küchler.

DNB. ..., 15. Mai. (PK.) Die Flucht übers Meer ist dem mit großen Hoffnungen in den Bal­kankrieg gezogenen britischen Expeditionsheer nur teilweise geglückt. Im wilden, überstürzten Davon­hasten vor der Wucht der deutschen Angriffe hat sich der Tommy nach Kreta zurückgezogen. Aber kaum ein Tag vergeht, an dem nicht die stählernen Vögel der deutschen Luftwaffe über Kreta herum­schwirren. Auch unsere Fernaufklärerstaffel folgt dem Engländer dorthin, wo er sich durch eine meh­rere 100 km lange Wasserbarriere vor dem Zugriff der deutschen Flieger vielleicht sicher fühlen mag. Die Ausgabe der Fernaufklärer ist es, den Feind auch in seinem entlegensten Schlupfwinkel aufzu­spüren.

Herrlich ist der Flug heute, und über der Schön­heit der Landschaft könnte man fast die Schwere des Auftrages vergessen. In großen Höhen wird Athen überflogen. Die Sicht ist prachtvoll, und der Flug über die griechische Inselwelt wird der Be­satzung zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Höher und höher schraubt der Aufklärer. Die Besatzung hat längst die Sauerstoffmaske aufgesetzt.

Jetzt liegt Kreta unter dem deutschen Flug­zeug. Die lang hingestreckte gebirgige Insel ist den Fliegern schon ein vertrauter Begriff geworden. Ihr besonderes Interesse gilt der großen Suda- Bucht. Wie viel Schiffe mögen dort heute liegen? EinAh" kommt von den Lippen des Flugzeug­führers, während der Beobachter feine Reihenbild­kamera in Tätigkeit setzt, um alle Einzelheiten der englischen Schiffsversammlung im Bilde festzu­halten. Da liegt ein schwerer englischer Kreuzer, dicht dabei ein Torpedoboot. Auf der anderen Seite der Bucht sind Frachter und Truppentransporter verankert. Tanker und kleine Schaluppen vervoll­ständigen das Bild. Insgesamt zählt der Beobach­ter an die 25 größere und kleinere Schiffe.

In der wolkenlosen Lust stehen plötzlich kleine schwarze Wölkchen ganz dicht unter dem Aufklärer. Die englische Flak hat das deutsche Flugzeug entdeckt und legt nun ihren Feuersegen darauf. Gott sei Dank, daß der Beobachter bereits fertig ist. also weiter zum nächsten Ziel, einem Flug­platz, dessen genaue Belegung festgestellt werden muß. Unterdes entdeckt der Beobachter in einer

Seiten bucht vier kleinere Schiffe, die ebenfalls in feiner Reihenbildkamera verewigt werden. Auch sie werden dem weitreichenden Arm der deutschen Luftwaffe nicht entgehen, ebenso wenig wie der zwischen hohen Bergen eingebettete Flugplatz, auf. dem sich einige Einheiten der RAF. eingenistet haben. Auch hier versucht die Flak wieder, das deutsche Flugzeug abzudrängen. Aber auch diesmal gelinkst es dem Beobachter, die Aufklärung voll­ständig durchzuführen.

Mit zufriedenen Gesichtern geht es auf den Heim­flug, und diese Zufriedenheit verstärkt sich noch, als der Beobachter etwa 25 Kilometer westlich Kreta auf den Wassern des Mittelmeeres drei O elflecke bemerkt. Tiefer geht die deutsche Ma­schine, und bald werden auch viele Bretterplanken und Holztrümmer sichtbar/ Kein Zweifel: Hier ist ein feindliches Schiff, noch ehe es die schützende Insel erreichte, von der deutschen Luftwaffe gestellt worden, und was die Aufklärer unter sich auf dem Meere erblicken, das ist nur das klägliche Ende einer Schiffstragödie, wie sie sich in den vergan­genen Wochen in den Gewässern Griechenlands dutzendfach abgespielt hak.

Nach mehrstündigem Flug landet der Fernauf­klärer wieder auf seinem Heimathafen. Unverzüg­lich wenden in der Bildstelle die Aufnahmen aus- gewertet. Die wichtigsten Beobachtungen werden so­fort weitergemeldet und bald starten die Kampf- maschinen, die das Werk vollenden sollen, das die Aufklärer vorbereitet haben.

Große Unruhe auf Kreta.

Rom, 15. Mai. (DNB.) Griechische an Bord von Segelschiffen entkommene Flüchtlinge von der Insel Kreta berichten, daß dort größte Unruhe herrsche. Der Befehlshaber der griechischen Truppen auf Kreta, P apaste rs chi n, der mit der ehe­maligen griechischen Regierung nach Kreta geflüch­tet war, soll von Rebellen getötet worden sein. Ein Bischof, der ihm zu Hilfe eilte, sei verwundet worden. Das Schicksal Papasterschins habe auch das Kabinettsmitglied Anstrusdafchi ereilt. Zahl­reiche englische und griechische Schiffe seien durch Bomben vernichtet worden.

Englands Güdamerikageschäst.

Propaganda und Wirklichkeit.

Madrid, 15. Mai. (DNB.) Noch vor wenigen Wochen verbreitete die britische Presse und der Londoner Rundfunk begeisterte Berichte über die angeblichen Erfolge der von Lord Willingdon ge­führten britischen Handelsmission in Südamerika. Lord Willingdon selbst erklärt freilich jetzt, daß zwar Südamerika mit England Geschäfte machen wolle, während er jedoch ziemlich erschreckt feststellen müsse, daß man in England selbst diesen Geschäftsmöglichkeiten allmählich gar keine Beachtung mehr schenke.

Willingdon hat damit zugegeben, daß England heute gar nicht mehr in der Lage ist, einen Handelsverkehr mit Südamerika aufrecht zu er­halten, da es einerseits die südamerikanischen Aus­fuhrgüter infolge Schiffsraum- und Devisenmangels nicht mehr aufnehmen kann, während andererseits die britische Industrie heute infolge ihrer Inan­spruchnahme für Kriegszwecke und auch wegen Roh­stoffmangels nicht mehr in der Lage ist, für Süd­amerika zu produzieren und erst recht über keine Möglichkeiten des Transportes ihrer Güter nach dort mehr verfügt.

Nach der nunmehr für das erste Vierteljahr 1941 veröffentlichten Statistik sind die S ch i f f s e i n - gänge im Hafen von Rio de Janeiro gegenüber dem Vorjahr von 2182195 BRT. auf 1562 785 BRT. und im Hafen von Santos von 2169 569 BRT. auf 1400 648 BRT. zurückge- gangen. Geradezu katastrophal weist die Statistik den Rückgang der britischen Flagge aus, die in Rio de Janeiro von 203 637 BRT. im ersten Vierteljahr 1940 auf nunmehr 72 177 BRT. und im Hafen von Santes von 260 548 BRT. auf 57190 BRT. zurückgegangen ist. Diese Ziffern sprechen in Südamerika deullicher und wirkungs­voller als die britische Propaganda, die vergeblich versucht, einen normalen Handelsverkehr zwischen England und Südamerika vorzutäuschen.

Panikmache inLbero-Amenka

Sumner Welles widerspricht sich selbst.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der amerikanische Unterstaatsfekrelär Sumner Welles hat in Wa­shington vor Marineoffizieren der ibero-ameriko­nischen Staaten erklärt, die amerikanischen -Völker wüßten, daß sie sich Mächten gegenüber sähen, die nach Welcherrschaft und nach der Vernichtung aller jener Freiheiten strebten, die den Amerikanern lieb und teuer seien.

Es ist zwar nicht das erstemal, daß die De ff ent» lichkeit aus dem Munde offizieller Vertreter der Vereinigten Staaten derartige sinnlose Behaup­tungen zu hören bekommt. Vielmehr scheinen es seit geraumer Zeit alle Wortführer der Regierung in Washington daraus abgesehen zu haben, mit einer verantwortungslosen Panikmache den gesun­den Sinn des amerikanischen Volkes zu verwirren. Sumner Welles hat außerdem offenbar versuchen wolten, auch die friedliebenden Völker Ibero-Ame- rttas durch dis DorspiegetemA erfundener Gefahren

in gleichem Sinne aufzuhetzen. Aus den Besprechun­gen, die er Anfang März 1940 in Berlin ge­habt hat, ist ihm genau bekannt, daß es in der deutschen Politik kein einziges Element gibt, das auch nur im entferntesten als aggressiv gegen die westliche Hemisphäre gedeutet werden könnte. Die deutschen Staatsmänner haben ihm damals in größter Offenheit sowohl die wahren Ursachen des dem deutschen Volk auf gezwunge­nen Krieges, als auch die inneren Beweg­gründe und Richtlinien der deutschen Poli­tik dargelegt. Dabei haben sie unmißverständlich klargestellt, daß die. Reichsregierung die in der Monroe-Do ftrin niedergelegten Grundsätze durchaus anerkenne uni) daß es bei unbefangener Betrachtung überhaupt nichts gebe, was einen Gegensatz zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten rechtfertigen könne. Sumner Welles hat damals sein Verständnis für die deutschen Darlegungen zum Ausdruck gebracht und hat, wie aus den Aufzeichnungen über die damalige Unter­redung hervorgeht, ihnen in keinem Punkte wider­sprochen. Wenn er also heute der deutschen Politik Weltherrschaftspläne und Dernichtungsabsichten un­terstellt, so spricht er bewußt die Unwahrheit.

Angelsächsische Blockadepsychose.

Irland soll Garantien geben.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Angesichts der für England gefahrdrohenden Erfolge der deutschen Waffen klammern sich Briten und 08.-Amerikaner immer wieder an die Hoffnung, Deutschland durch die wirtschaftliche Absperrung von lieber» s e e doch noch auf die Knie zwingen zu können. In der Angst, daß es Deutschland gelingen könnte, auch außerhalb des Kontinents den bri­tischen Blockadering zu sprengen, suchen sie ängst­lich jegliche Zufuhrmöglichkeit zu unterbinden. Nur aus dieser Psychose heraus ist es zu erklären, daß sie dabei neuerdings völlig ungerechtfertigt, sogar dazu übergehen, das am Krieg unbeteiligte und außerhalb des europäischen Kontinents liegende Ir­land in ihre Blockademaßnahmen einzubeziehen.

Selbst die Vereinigten Staaten haben neulich Lieferungen nach Irland davon abhängig gemacht, daß Irlandzufriedenstellende Garantien" dafür angibt, daß die Waren nicht in deutsche Hande gelangen. Dieses Ansinnen kann durch keinerlei Be­weise, daß Irland bisher Waren an Deutschland weitergegeben habe, gerechtfertigt werden, umso weniger, als Deutschland selbst auf irgendwelche Bezüge aus Irland niemals angewiesen war und Irland selbst in seiner Lebensmittelver­sorgung so erheblichen Mangel leidet, daß das Land sicher ftoh fein wird, überhaupt erst einmal seinen eigenen Bedarf sicherzustellen. Im üb­rigen scheint selbst das Vertrauen in die Kontroll­fähigkeiten der angeblich meerbeherrschenden briti­schen Flotte nicht allzu groß zu fein, solange man es offensichtlich noch für möglich hält, daß Liese-

OerApparat" ist schuld.

Aehnlich wie sein Meister Churchill mit Kabb, nettsreformen, so versucht der englische Außenmini« fter Eden mit einer Reform des diploma­tischen D i e n st e s die drängende Krftik an seiner eigenen Politik abzulenken. Er hat sich deshalb mit einem smarten Geschäftsmann in Verbindung gesetzt, wie ja überhaupt in England immer und überall derGeschäftsmann" aus der Versenkung be­schworen wird, wenn etwas schief gegangen ist. Der Londoner Korrespondent vonSvenska Dagbladet" berichtet, daß die Untersuchung, die Sir Malcolm Robertson im Auftrag von Eden eingeleitet habe, ab­geschlossen sei. Die diplomatischen Auslandvertretun­gen Englands hätten in vieler Hinsicht sich weniger wirksam betätigt als die deutschen, was zu ernsten diplomatischen Rückschlägen für England geführt habe. Das neueste Beispiel hierfür sei der Irak, wo England vier Gesandte in ebenso vie­len Jahren gehabt habe. Dieser ständige Wech­sel habe zur Folge, daß die Gesandten nicht die Verbindungen schaffen konnten, die für eine zu­friedenstellende Ausführung ihres Auftrages not­wendig seien. Der augenblickliche englische Gesandte in Bagdad, Sir Kinahan C o r n w a l l i s, gelte als guter Kenner des Irak, wo er sich früher 14 Jahre lang aufgehalten habe, aber er habe erst an dem Tage seinen Posten angetreten, an dem der Aufstand ausgebrochen sei. Ferner sei man der Ansicht, daß das augenblickliche System, das einen Uebertitt von der Konsulats- in die diplomatische Laufbahn verbiete, nicht gut sei. Man erwarte Umbesetzungen ähnlich den früher vorgenommenen, bei denen z. B. Halifax nach Washmgton^ Cripps nach Moskau und Sir Samuel Hoare nach Madrid berufen worden seien.

Es ist wahr, daß der englische diplomatische Dienst reichlich verkalkt ist. Es rächt sich eben die Jnzucht- erscheinung, daß die Anwärter ausschließlich aus dem Kreis der Absolventen jener Schulen genom= men werden, die ein Schulgeld von 5000 bis 10 000 Mark erheben! Aber so ganz einfach ist die lieber» * tragung rein geschäftlicher Methoden auf den di­plomatischen Dienst auch nicht. Der diplomatische Dienst setzt heute die Vertrautheit mit sehr vor. , schiedenen Gesellschaftsschichten und eine ausgebrei­tete Kenntnis geopolitischer und geschichtlicher Be­dingtheiten voraus. Ein Geschäftsmann kann auch ein guter Diplomat sein, allein dann muß er auch noch etwas dazulernen. Wir werden jedenfalls in Ruhe abwarten können, wie sich ein Umbau, des diplomatischen Apparates in England praktisch aus- wirken wird.

rungen über Irland nach Deutschland kommen könnten.

Kanada in Nordamerikas Wirifchastsbereich einbezogen.

Madrid, 15. Mai. (DNB.) Nach Reuter-Mel- düngen sollen von den Vereinigten Staaten und Kanada in Kürze Ausschüsse zur Zusam­menarbeit auf wirtschaftlichem, industriellem und finanziellem Gebiet errichtet werden, deren Ziel es sein soll, diegemeinsamen Hilfs­quellen zur Unter st ützung Großbri­tanniens^ beschleunigt zu mobilisieren.

Zweifellos entspringt dieses wirtschaftliche Zu­sammengehen der beiden Staaten nicht lediglich der uneigennützigen Absicht der Vereinigten Staa­ten, England zu helfen. Die Koordination der beiden Wirtschaftsräume paßt vielmehr ausgezeich­net in die eigenen imperialistischen Zielsetzungen der Vereinigten Staaten. In der Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammen­arbeit mit Kanada, in der Kanada heute doch nur immer der bittende und empfangende Partner fein kann, lassen die Amerikaner ihre immer unver- hüllter zutage tretenden Bestrebungen einer Er­weiterung ihres wirtschaftlichen und politischen Machtbereichs auf dem gesamten amerikanischen Kontinent deutlich in Erscheinung treten. England bleibt dabei in seiner heutigen Lage nichts anderes übrig, als machtlos zuzuschauen, wie sich diehel­fenden Freunde" in Uebersee immer eindeutiger darauf vorbereiten, zum gegebenen Zeitpunkt bri­tische Erbschaften zu übernehmen.

Australien bleibt auf seiner Wolle sitzen.

Vorteilhaftes Tauschgeschäft mit Japan abgelehnt.

San S e b a ft i a n, 15. Mai. (DNB.) Der australische Handelsminister Sir Carle Page hat mitgeteilt, daß sich Japan bereiterflärt habe, grö­ßere Mengen Wolle abzunehmen und für diese Bezüge durch Warenlieferungen im Tausch- w e g e zu bezahlen. Die australische Regierung habe diesem Angebot" jedoch nicht zuggstimmt, weil Eng­land den größten Teil der australischen Woll- produktion gekauft habe und weil sie überdies hegen das Tauschsystem sei. Die England- * Hörigkeit der australischen Regierung geht also so weit, daß sie der australischen Wirtschaft gewinn­bringende ' Handelsmöglichkeiten vorenthält unter Berufung auf die Abnahme der australischen Woll- produktion durch England, ein Versprechen, das schon von Krtegsbeginn an nicht eingelöft werden konnte, da England der Schiffsraum für den Abtransport dieser Wolle wie die Mittel zu chrem Ankauf fehlen. Die Folge davon ist eine Ueberfüllung der australischen Lagerhäuser und ein Preisverfall auf dem Wollmarkt, also eine gewal­tige wirtschaftliche Schädigung weiter australischer Wirtschaftskreise. Es ist auch bekannt, daß die australische Regierung schon vor langer Zeit d i e Einfuhr zahlreicher Waren nach Australien be­schränken mußte, um den Devisenabfluß zu verhin­dern. Um so wertvoller hätte es ihr daher fein müssen, von Japan im Austausch gegen eigene un­verkäufliche und im Ueberfluß vorhandene Landes- erzeugnifse ohne Devisenbezahlüngen Waren zu erlangen, die unter normalen Verhältnissen nicht mehr eingeführt werden können.

Gegen die Kriegspropagandareisen des Lord Halifax.

N e u y o r k, 15. Mai. (Europapreß.) Der demo­kratische Senator Wheeler wandte sich in Sten­ten (New Jersey) scharf gegen den englischen Bot­schafter Lord Halifax, der versuche, die Vereinigten Staaten in den Krieg gegen die Achsenmächte zu verwickeln. Er sagte, wenn ein U5A.-Botschafter in irgendeinem Lande derartige öffentliche Reden hal­ten würde, würde er glatt des Landes verwiesen werden. Großbritannien gehe heute mit den gleichen Phrasen hausieren, mit denen die USA. vor 25 Jahren in den Weltkrieg ge trieb en worden seien.