Anerkennung Kroatiens durch Deutschland und Italien.
B e r l i n, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Die neu. gebildete kroatische nationale Regierung in Agram hat durch Telegramm ihres Chefs Dr. Pavelitsch und des Generals K v a t e r n i k dem Führer die Proklamierung des u n a b h ä n - gen Staates Kroatien bekanntgegeben und die Anerkennung des Unabhängigen Kroatien durch das Deutsche Reich erheten.
Der Führer hat darauf heute folgendes Telegramm nach Agram gesandt:
„Dr. Ante Pavelitsch, Agram. Ich danke Ihnen für Ihr Telegramm und für das Telegramm des Generals kvaternik, in dem Sie mir gemäß dem Willen des kroatischen Volkes die Proklamierung des Unabhängigen Staates Kroatien bekanntgeben und in dem Sie die Anerkennung des Unabhängigen Kroatien durch das Deutsche Reich erbitten.
Ls ist mir eine ganz besondere Freude und Genugtuung in dieser Stunde, in der das kroatische Volk durch den siegreichen Vormarsch der Truppen der Achsenmächte seine langersehnte Freiheit roie- derfindet, Ihnen dieAnerkennungdesUn- abhängigen kroatischen Staates durch das Deutsche Reich aussprechen zu können. Die deutsche Regierung wird erfreut sein, sich über die Grenzen des neuen Staates mit der Rational-Kroatischen Regierung in freiem Meinungsaustausch zu verständigen. Meine besten Wünsche gelten Ihnen und der Zukunft des kroatischen Volkes. Adolf Hitler."
Der D u c e hat auf ein Telegramm von Pavelitsch in ähnlichem Sinne geantwortet.
pavelitsch hat die Regierung Kroatiens übernommen.
Agram, 16. April. (Europapreß.) In einer Rundfunkansprache an das kroatische Volk gab der Oberbefehlshaber der kroatischen Wehrmacht, General K v a t e r n i k, die Uebernahme der Regierung des freien Kroatiens durch den nach Agram zurückgekehrten kroatischen Freiheitskämpfer und jetzigen Staatschef Dr. Ante Pavelitsch bekannt. Gleichzeitig teilte General Kvaternik mit, daß er selbst von Dr. Pavelitsch mit der Führung der kroatischen Wehrmacht beauftragt worden sei. Dr. Artukovitsch sei zum Bevollmächtigten für die inneren Angelegenheiten ernannt worden. Eine 23er* ordnung des Staatschefs verfügt die Auflösung aller politischen Parteien in Kroatien.
„Giornale d'Jtalia" veröffentlicht eine Erklärung, die Pavelitsch im Augenblick, als er bei einer italie- nischen Kommandostelle an der julischen Front vor Laibach den Passierschein für sich und den Sohn des Generals Kvaternik anforderte, einem Frontberichterstatter des Blattes gegeben hat. Kroatien kenne nur einen Weg, der es würdig in das neue Europa einreihen werde, das der Führer und der Duce aufbauten. Mit den Serben hätten die Kroaten niemals etwas zu schaffen gehabt. Die Kroaten seien keine Slawen. Der neue kroatische Staat werden den Weg des Faschismus gehen. Die Kroaten hätten schon in den 15 Punkten ihrer Kundgebung an die Welt im Jahre 1929 aufgezeigt, daß sich die revolutionäre kroatische Bewegung auf die Plattform der faschistischen Revolution stelle.
Chefs der Zivilverwaltung der besetzten Gebiete -er Untersteiermark, Kärntens und der Krain.
Berlin, 15. April. (DNB.) Nachdem in den ehemals österreichischen Gebieten der Untersteiermark, Kärnten und der Krain die militärischen Operationen abgeschlossen sind, hat der Fiih. Ter mit der Verwaltung der besetzten Gebiete der Untersteiermark, Kärntens und der nördlichen Krain Chefs der Zivilverwaltung betraut, die ihm unmittelbar unterstehen. Die Ausübung der militärischen Hoheitsrechte verbleibt den militärischen Befehls-
Stellen. Zum Chef der Zivilverwaltung in den be= etzten Gebieten der Untersteiermark hat der Führer »en Reichsstatthalter und Gauleiter Dr. Uiber- reitcr, zum Chef der Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten Kärntens und der Krain den stellvertretenden Gauleiter K u t s ch e r a bestellt.
Die deutsche Infanterie.
Berlin, 15. April. (DNB.) Sie Schnelligkeit, mit der die deutschen Truppen ihre siegreichen Angriffe in Jugoslawien und Griechenland durchführten, ist nicht zuletzt das Verdienst der unaufhaltsam vorwärts st ürmenden deutschen Infanterie. Durch ihre hervorragenden Marschleistungen war es möglich, dem Vor st oh der Panzer die breite Angriffswelle folgen zu lassen, an der die serbischen und griechischen Kräfte zerbrachen. Trotz größter Geländeschwierigkeiten, schlechter Wegener- hältnisse und Feindeinwirkung sind die Infanteriekolonnen tagelang marschiert und haben sich kaum Rast und Schlaf gegönnt. Immer wieder mußte zur Waffe gegriffen werden, um die serbischen Infanteriegruppen, die sich in Wäldern festgesetzt hatten und nach Balkanart Kleinkrieg führten, unschädlich zu machen. Waldstück für Waldstück wurde im Vormarsch durchgekämmt und die Serben aus all ihren Schlupfwinkeln vertrieben.
Die Gefangenenzahl und die Kriegsbeute auf dem serbischen Kriegsschauplatz lassen sich noch nicht übersehen. Welches Ausmaß sie ober nach dem Zusammenbruch der serbischen Widerstandskraft angenommen hat, zeigt die bisherige Beute eines einzigen deutschen Armeekorps. Dieses Korps, das erst später zum Einsatz gelangte, meldet als vorläufige Gesamtbeute viele tausend Gefangene, darunter sechs Generale, große Sanitäts. und Derpflegungslager, einige Donau- Tankschiffe, eine größere Anzahl am Boden erbeuteter Flugzeuge und weitere, vorläufig noch nicht zu übersehende Beute an Kriegsmaterial.
Grönland.
Kopenhagen, 15. April. (Europapreß.) Der dänische Gesandte in Washington Kauffmann hat eigenmächtig mit den Vereinigten Staaten einen Vertrag über die Ueberlafsung von Grönland als Stützpunkt abgeschlossen. Als die dänische Regierung daraufhin seine Abberufung verfügte, hat er dem Staatssekretär Hüll mitgeteilt, er werde sich weigern, seinen Abschied anzunehmen. Einen Protest der dänischen Regierung zum Beschluß der USA., Grönland zu besetzen, haben die Vereinigten Staaten nicht anerkannt.
Das ungeheure Aussehen, das Kauffmanns Verhalten m Kopenhagen ausgelöst hat, kommt besonders deutlich in einem Artikel des „Faedrelan-- det" zum Ausdruck. Das Blatt verlangt Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten oder den Rücktritt der dänischen Regierung. Das Blatt erinnert daran, daß die USA. nichtkriegführender Staat feien und des- halb Grönland nicht als militärische Notmaßnahme zum eigenen Schutz besetzen könnten. Da Dänemark gleichfalls nicht Kriegsteilnehmer sei, fei der amerikanische Schritt im Widerstreit selbst mit den primitivsten Rechtsgrundsätzen, die für die Aufrechterhaltung des Verkehrs unter zivilisierten .Staaten unerläßlich seien. Der Hinweis auf die Monroe-Doktrin lasse in Dänemark die Auffassung reifen, daß es nunmehr ausschließlich auf den deutschen Sieg und Deutschlands Willen, eine nord amerikanische Monroe-Doktrin zu vertreten, ankomme und inwieweit die uralten nordischen Länder Grönland, Island und die Färöer dem Norden entrissen oder ganz mit ihm vereinigt würden. Der Anschlag auf die grönländische Insel sei eine einzige unerhörte Vergewaltigung Dänemarks, welcher der dänische Gesandte durch einen „gemeinen Gang- ster-Coup" den Anschein der Legalität habe verleihen wollen.
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40. Fortsetzung.
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Der Junge schüttelte den Kopf. Gert arbeitete i® Traktorenbau, der sich am entgegengesetzten Ent" der Werkanlagen befand. Sie machten kehrt, kanur an langen Reihen von Schuppen und Hallen cor- bei, überstiegen Gleisanlagen, hörten aus den len das Prasseln von Niethämmern, das Gekrei^ zersägten Eisens, die dumpf hallenden Schlage auv der Gesenkschmiede. Ein erbitterter Trotz befiel P" ter, daß er hier von der Mitarbeit ausgeschlossen werden sollte, daß man ihm den Zugang verwehrt«
Er hielt den Jungen am Arm fest imb bW stehen. „Können Sie mich zu Herrn Gert Mathesius bringen? Sitzt der auch im Verwaltungsgebäude?'
Er ging mit gesenktem Kopf hinter dem Bote» jungen drein und mußte sich gegen ein Gefühl bitt' terfter Enttäuschung zur Wehr setzen. Was hm’ Mit leeren Händen nach Berlin zurück? Charloitt sagen, daß nun wirklich alle Brücken eingestürA waren?
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Durchgefallen und gescheitert! dachte er, als «f die Treppe des Verwaltungsgebäudes hinunterginK Und doch kann er nicht so ganz ahnungslos fein roie er sich gestellt hat! Er hat gegen mich ent'
sei hergekommen, um für seine und Charlottes Arbeit einzutreten.
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forderte ihn zum Platznehmen cruf. Er wartete, bis Machesius sich gesetzt hatte, und setzte sich erst dann gleichfalls. Seine Höflichkeit machte keinerlei sichtbaren Eindruck.
Er begann. Mathesius sah ihn mit einri* Festigkeit an, als beabsichtige er, ihn durch diesen Blick zu verwirren. Peter war nicht so leicht zu verwirren. Er sprach ungezwungen und lächelte dabei zuvorkommend.
Nach dem Besuch Gerts vor einigen Wochen, fugte er, wisse Mathesius wohl, in welchem Verhältnis er, Peter Theiß, zu Charlotte stehe. Er wisse nicht, wie der Bericht Gerts ausgefallen sei, aber aus der Tatsache, daß die von Charlotte erhoffte, ja sogar ersehnte versöhnliche Geste ausgeblieben sei, müsse er wohl schließen, daß es noch immer Mißverständnisse und falsche Urteile gäbe.
Er hatte einen so langen und komplizierten Satz aufgebaut, daß er Atem schöpfen mußte. Mathesius kam ihm nicht zur Hilfe. Er wartete, er hörte zu. Seine Miene war nicht die Spur verbindlicher geworden.
Peter erzählte, wie er Charlotte kennengelernt hatte, erzählte von Iockele, von dem Plan, in Gatow eine Hausgemeinschaft zu errichten, und ermähnte nebenbei, daß er als selbständiger Architekt arbeite.
Dabei beobachtete er Mathesius scharf. Kein Zeichen verriet, daß der alte Herr etwa von seiner, Peters, ^Beteiligung am Preisausschreiben ahnte.
Peter fuhr fort, daß Charlotte ihm von der Siedlung erzählt habe, deren Bau hier in Oschnitz geplant werde. Ihn habe die Sache sofort lebhaft interessiert, weil er sich schon lange eine ähnliche Gelegenheit gewünscht habe, zu zeigen, was er könne, und er habe sich mit Feuereifer an die Arbeit gemacht. Charlotte sei ihm begeistert gefolgt, habe ihn mit Ratschlägen unterstützt, und so sei' aus ihrem Zusammenleben eine wundervolle Arbeitskamerad-1 schäft geworden. Die Pläne, die er eingereicht habe, trügen zwar seinen Namen, aber eigentlich gehöre es sich, daß auch der Name Charlottes daraus stünde.
Peter beobachtete, daß Mathesius mit den Fingern auf der Schreibtischplatte zu trommeln begann. Ein Zeichen der Ungeduld, weil seine Zeit so lange in Anspruch genommen wurde, ober ein Zeichen schuldbewußter Nervosität? Peter wagte es nicht zu entscheiden.
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winnendstem Ton: „Darf ich an Charlotte etwas ausrichten?"
„Wenn es an meine Tochter etwas auszurichten gäbe," sagte Mathesius, „würde ich mich direkt am sie wenden."
„Das ist alles, was Sie mir für Charlotte mitt' zugeben haben?"
Mathesius kniff die Augen zusammen. „Halm Sie mehr erwartet?"
Peter wendete sich schon zur Tür. „Ja/ sagte tff, „ein bißchen mehr, Herr Mathesius. Ein wenig ständnis, ein wenig Entgegenkommen und — ei« Spur väterlichen Gefühls." |
Mathesius antwortete scharf: „Ich sehe fehltn SInlafj, mich mit Ihnen darüber zu unterhaltru oder mich gar zu rechtfertigen."
Peter verbeugte sich und ging hinaus. Der Bc> tenjunge, der ihn hierher begleitet hatte, märtet noch im Vorzimmer, um ihn 3um Werkausgan.z zurückzubringen.
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Der eiserne Keil der Panzerwaffe
Bon Kriegsberichter Kurt Neher.
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Peter fragte harmlos: „Sie wissen es wirklich nicht, Herr Mathesius?"
Eine flüchtige Röte des Unwillens ober ber Verlegenheit zog über die Stirn des alten Herrn. Er erregte sich jedoch nicht. „Es ist Ihnen bekannt, daß die Namen der Bewerber geheim find?"
„Gewiß, aber..."
Mathesius richtete sich ein wenig auf, und feine Haltung bekam dadurch etwas Drohendes. „Nun? Was wollten Sie sagen?"
„Ich wollte sagen, daß vielleicht ein Zufall dieses Geheimnis vereitelt hat..."
„... und daß die Entscheidung nach persönlichen Wünschen erfolgt sei?"
Der brasilianische Dampfer „Almirante Alexan- drion" nahm ein Rettungsboot mit 19 Schiffbrüchigen des englischen Dampfers „Ena de Larrinaaa" (5200 BRT.) auf, der in der Nähe der afrikanischen Küste versenkt wurde. Im Hafen von Santos traf das spanische Schiff „Cobovilleno" mit 34 Ueberlebenben der englischen Dampfer „Clan Ogilvy" (5802 BRT.) und „Benwyvis" (5920 BRT.) ein. Beide sind in ber Höhe der Cap Verdischen Inseln versenkt worden.
Aus aller Welt.
Schweres Erdbeben In Wexiko.
Ein schweres Erdbeben suchte die Stadt Mexiko heim. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, aus einem zwölfstöckigen Hochhaus brachen in fünf Stockwerken die Außenwände heraus und stürzten auf die Straße. Die rund 20 000 Einwohner zählende
nassem Schnee vor Uebermübung auf die Lenl-r ihrer Maschinen, schlafen bie Fahrer über Steuerrad ein. Heber 250 Kilometer haben ft kämpfend und fahrend zurückgelegt. Eine unerhörte Leistung für Mensch und Maschine, aber wir haben es geschafft. Der General ist imnur in der vordersten Linie. Wo es kracht, da taucht 1 plötzlich auf, liegt mit seinen Männern im Straßen graben und steigt danach wieder in seinen Panzei. Er treibt an, ist der sichtbare geistige Urheber dich? unerhörten Schwunges.
Noch einmal hat der Gegner am Spätnachmitlq des dritten Kampftages unseres Verbandes sein ganzen Kräfte in letzter Anstrengung in ber nördlichen Hälfte des Morava-Tales zusammengezogen und versucht unseren Dormarjh aufzuhalten. In einem größeren Dorf inmitten eiiht mit Wald besetzten Hüaellandschaft schlägt uns dv erste starke Feuer nach oen Kämpfen an ber Grene entgegen. Kavallerie, ein Bataillon Eisenbahnp^ niere und bie Reste der Morava-Division, soweit (t motorisiert sind, wollen einen Wall vor ber Haup> stad-t aufrichten. Der Kampf wird hart, der Serk ist ein zäher Gegner.
Peter grüßte voller Ehrerbietung. Sein Gruß _____ ________
wurde mit Zurückhaltung erwidert. Eine kurze Geste bung werde in den nächsten Tagen fallen, und er
Die Nacht bricht herein, Artillerie und Flak unte> stützt die Panzersoldaten und Schützen. Wie mi einem geisterhaften Spinnennetz überzieht die Wit ber Leuchtspurgeschosse die nächtliche Hügellan> schaft. Die Spitze unseres Panzerkeils liegt in den Dorf selbst, an das angelehnt der Feind unferen Vormarsch aufzuhalten versucht. Schon breünd haben wir1 das Dorf durchkämmt, immer roiek kracht es aus den Dächern, hinter Läden und btn niederen Buschwerk hervor. Und immer fomnM 30,40 Serben mit hochgehobenen Händen hervur. Häufig sind Zivilisten mit Jagdflinten barunter. Für die gibt es keine Gefangenschaft, da sie bei Krieg anscheinend mit einem Iagdvergnügen dm« wechseln. Der nächtliche Rus verwundeter Kam:'« raden „Sanitäter" gibt unseren Panzerschützen k notwendige Härte. ...
18 Stunden dauert der Kampf an dieser Stellt, idt 0 bis alle Hü^el, Waldstücke, Graben und Teileir« i m» fiei schnitte feindfrei sind. Ein ununterbrochener Strom @ von Gefangenen geht nach hinten. Mehrere Güter« züge, ein neu ausgerüsteter Lazarettzug, vielt Wagen mit Truppenverpflegung und Ausrüstung- gegenständen fallen in unsere Hände. Zum entern« mal stoßen wir auf Zeugnisse praktischer englisch«: Kriegshilfe. In der Nacht hat der Serbe vor seinen Stellungen Minen englischer Herkunsft gelegt, um unseren Panzern den Weg zu verspem rem Sie werden mühelos unschädlich gemacht, toi unsere kriegserfahrenen „Minensucher" sie fofont beim Morgengrauen entdecken. Das Schneeweiß ist einem leichten Regen gewichen, der die frudrt- bare schwarze Erde des Landes, durch das wir nun Ziehen, leuchten läßt wie dunkelbraunen Samt,
Stadt Colima wurde zum größten Teil 3et* stört, ferner brachen ausgedehnte Waldbran^ aus. Man vermutet, daß sehr viele Tote zu beklage sind. Das Beben dauerte fünf Minuten.
Exemplarische Strafe für einen Tierqualer.
Ein Melker bei einem Bauern 1 n W e h r (Rhch. Provinz) hatte die ihm anvertrauten Tiere ftäntig mit der Mistgabel so schwer mißhandelt, daß ein Bulle und zwei Kühe notgeschlachtet werd^ mußten, die anderen nur unter äußersten Anstieg gungen des Tierarztes erhalten werden konnten | Der Rohling wurde vom Amtsgericht in Andernch zu neun Monaten Gefängnis verurteilt I wobei ber Richter betonte, daß dem Burschen ch für allemal sein rücksichtsloses Treiben gefegt werd-n müsse. Durch Eintrag der empfindlichen Strafe in die Papiere werde es ihm nicht mehr möglich feit, eine Tätigkeit in einem Stalle auszuüben.
Vollstreckung eines Todesurteils.
Der in Neudorf (Kreis Heinrichs) geborene Aiman H 0 ly , den das Sondergericht in Brünn a- Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat, ist fo« gerichtet worden. Holy war ein vielfach oorbeftraffcr gemeingefährlicher Sittlichkeitsverbrecher. Er fyt eine 63 Jahre alte Frau unter Bedrohung mit einen Messer vergewaltigt.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hatte in Kiel Unterredungen mit Betriebsftihrern und Betriebsobmännern. Zahlreichen Arbeitern, die sich bei den letzten englischen Nachtangriffen ausaezeichnet hatten, dankte Dr. Ley für ihr vorbildliches Verhalten.
(DNB.).....16. April. (PK.) Eine weiße
Schneedecke hat das Land überzogen. Im seltsamen Kontrast stehen darin blühende Bäume und junges Grün als eine Verkündung des Osterfestes. Seit drei Tagen mahlen die Raupen unserer Panzer dunkle Bahnen in den Neuschnee. Darunter kommt der rote Lehm wie Blut hervor. Seit drei Tagen und drei Nächten hat niemand mehr von uns länger geschlafen als unbedingt notwendig war. Der Tag endete für uns nachts um ein Uhr und begann wieder um vier Uhr früh. Brennende Höfe und Strohmieten, in denen der Gegner versucht hatte, sich unserem Vormarsch entgegenzustellen, zeigen uns den Weg. Gespensterdaft ist dieser Marsch mitten durch das feindliche Land. Wie ein Eisenkeil brechen unsere Panzer in die feindlichen Stellungen. Ein Eisenkeil, ber aus sich selbst lebt und besteht, hinter dem bie ganze Masse unserer Panzergruppe mit unwiderstehlicher Wucht sich anschließt. Der Gegner selbst weiß nicht mehr, wo sich seine Front befindet. Er leistet nur Widerstand in einzelnen Städten und Dörfern und auf Höhenkuppen, bie unsere Marschwinkel überragen. Dort hat er sich festgesetzt und muß in zähem Kampf herausgeholt werden. Er verteidigt sich hartnäckig, aber völlig zusammenhanglos, ohne jeoe größeren Gesichtspunkte.
Wenn ber Weg sich burch eine ber schmalen Schluchten windet und die Schüsse einzelner Nachhuten vor uns im Lehm aufspritzten, ober ein s. MG. vom Höhenkamm nach unseren ungepanzer- ten Fahrzeugen greift, bann ist im Nu aus dem Panzerschützen ein Infanterist geworden, ber meisterhaft mit Karabiner und Handgranate umzugehen weiß. Mitten auf der Straße stehen dann die Männer, ruhig zielend, ober haben bas Gewehr auf die Motorhauben aufgelegt. Schuß auf Schuß jagen sie aus den Läufen, wie auf dem Schießstand. Feindliche Flugzeuge trauen sich überhaupt nicht an uns heran. Kaum werden sie bemerkt, so packt sie auch schon das gut liegende Abwehrfeuer, so daß es bei uns jedesmal Gelächter auslöst, wie rasch sie Meder abdrehen.
In der Staot Ia g 0 b i n a eröffnen Zivilisten nach unserem Einrucken das Feuer auf deutsche Soldaten. Ein Kamerad bricht mit einem Bauchschuß zusammen. Unsere Vergeltung ist unerbittlich. Ein wilder Straßenkampf hebt an, aber in einer halben Stunde ist dafür gesorgt, daß nicht noch einmal auf deutsche Soldaten geschossen wird. Im Bahnhof ber gleichen Stadt kamen morgens 8 Uhr neue Infanteriegeschütze aus Belgrad an. Um 11 Uhr waren sie, noch in Kisten verpackt, in unserer Hand. Einen Flugplatz entdeckten wir erst, als eine jugoslawische Maschine zum Landen ansetzte. Drei Doppelbecker nehmen wir mit dem vierten neuantommenben gleich in Empfang.
Soball> unser Vorstoß nach Norden auch nur eine Minute stockt, sacken die Kradschützen ttotz Kälte und
Peter war voller Zuversicht. Um Charlottes Ml- len konnte man getroft seine Grundsätze verraten.
Obwohl er wenig geschlafen tjatte, war er am anderen Morgen nach einem kalten Bad unternehmungslustig und in bester Stimmung. Telefonisch erkundigte er sich im Werk, wann er etwa Aussicht habe, Machesius anzutreffen. Ihm wurde gesagt, daß die Aussicht überhaupt gering sei. Er möge sich an den Direktionsassistenten wenden. Dadurch ließ er sich nicht entmutigen. Um zehn Uhr stand er mit der gewinnendsten Miene im Dor- zimmer des alten Herrn und bat, ihn anzumelden. Die Sekretärin sträubte sich, mindestens wollte sie ganz genau wissen, in welcher Angelegenheit er Mathesius sprechen wolle.
„Ich würde es Ihnen gern sagen," antwortete Peter, „aber ich darf nicht. Es handelt sich um eine streng private Sache. Herr Machesius würde es mir Übelnehmen, wenn ich Ihnen darüber reinen Wein einschenken wollte."
Die Sekretärin lächelte. Peter lächelte mit. „Ich weiß, was Sie sich jetzt denken", bemerkte er. „Mit dem Dreh kommen alle, die nicht vorgelassen werden sollen. Sie kennen das aus Erfahrung, und nachher kriegen Sie den Rüffel, wenn ich doch bloß eine neue Addiermaschine oder solchen Kram verkaufen will. Diesmal stimmt's nicht! Ich habe nichts zu verkaufen. Und damit Sie ganz sicher fein können, gebe ich Ihnen hier ein paar verschlossene Zeilen für Herrn Mathesius mit. Passen Sie auf, in fünf Minuten läßt er mich bitten."
Er täuschte sich nur in ber Zeit. Die brei Zeilen hatten aber ihre Wirkung getan, unb nach einer Viertelstunde durfte er eintreten. Mathesius saß hinter seinem gewaltigen Schreibtisch, auf dem eine mustergültige Ordnung herrschte, unb ftanb langsam auf. Genau so hatte Peter sich ben alten Herrn vorgestellt: gebieterisch,, gewaltig, unnahbar, ebenso bereit, zu begnaben wie zu zerschmettern. Seine Miene war undurchdringlich, seine Augen scharf auf den I Besucher gerichtet.
Strien
„Unb um mein Urteil zu beeinflussen?" fragte Mathesius. Es war fast das erste Wort, das er in dieser Unterhaltung sprach.
„Keineswegs, denn ich bin überzeugt, daß Sie Ihre Stimme ohnehin der besten Arbeit geben werden, und die beste Arbeit ist unsere."
„Sie sind sehr von sich eingenommen!*
„Üßäre ich von meiner Arbeit nicht überzeugt gewesen, ich hätte sie nicht eingereicht."
„Es kommt nicht allein auf meine Stimme an."
„Aber die übrigen Mitglieder des Ausschusses werden sich nicht anders entscheiden, als Sie, Herr Mathesius. Ich weiß, daß es zwecklos wäre, den Versuch zu machen, Sie gegen Ihre Ueberzeugung für meine Pläne zu beeinflussen. 2fber es gibt Verschiedenheiten des Geschmacks, Verschiedenheiten der Anschauung, und nun deshalb möchte ich Ihnen sagen, welche Ziele mich geleitet haben, als ich gerade diese Entwürfe einreichte."
Machesius unterbrach ihn mit einer Handbewe- gung, die jedes weitere Wort abschnitt. „Sie dürfen sich die Mühe ihrer Erläuterungen ersparen, Herr Theiß", sagte er. „Die Enffcheidung i-ft bereits ge-, fallen. Ihre Bemühungen kommen'zu spät und — । - •’ siielne Plane
wären auch überflüssig gewesen, selbst, wenn sie rechtzeitig gekommen wären. Vielleicht sind Sie der Preisttäger. Ich weiß es nicht."
Peter machte ein demütiges Gesicht. „Das würde ich keinem Mitglied des Ausschusses vorzuwerfen .. . . , - ~ ..... ■■■ — -------
wanen." ihm einfach die Tur vor der Nase zuschlug.
Machesius nickte, als wolle er sagen- Das ist Ihr näherten sich einem Neubau, auf dem 2V" Glück! Er stand auf und tippte mit dem Zeigefinger ?citer tätig waren. Peter sah flüchtig hinaus um aus die goldene Kapseluhr, die vor ihm auf dem! putzte. Der Junge sah ihn verwundert an, als Schreibtisch lag. Auch Peter erhob sich. Die Unter- l^hen - — —-**“
reduny war beendet. Peter erkundigte sich in ge*l


