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I3./14. September 1941

Nr. 2<8 Zweites Blati

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderyeffen)

Lrjnfl.j .Die Errichtung von Schwesternstationen usw. Die 0 n°ei neugewonnenen Gebiete, die ins Reich zurückkehr-

yni) gemeindliche Wohlfahrtspflege besteht weiter. Diese großen Leistungen unserer Nation für die

der Kulturarbeiten auf den fernen vulkanischen Inseln

Pazifik treibend. Das nächste, was

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Bootsmann nicht, denn auf der Jolle, naß und wirr« zig, faß unsere Katze, mutterseelenallein durch den

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Wir haben chn sehr gefeiert. Das dient, nicht wahr? Der Käpten hat Er hat dem Bootsmann seine letzte geschenkt.

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Durch Opfer zum (Sieg.

Wenn das Erntejahr zu Ende geht, rüstet sich das deutsche Volk zum großen Winterhilfswerk. Das ist seit 1933 in jedem Herbst geschehen, aber seit zwei Jahren ist aus dem WHW. das Kriegs- winterhilfswerk geworden. In diesem Ausdruck allein schon ist die Verbundenheit zwi­schen Front und Heimat hervorgehoben. Die Soldaten an der kämpfenden Front stehen in Sturm und Wetter gegen jeden Feind in kamerad­schaftlicher Gesinnung. So soll auch in der Heimat einer für den anderen einstehen, damit jede unverschuldete Notlage bekämpft und überwun-

Nach einer amtlichen Liste sind bei dem britischen Luftangriff auf Palermo in der Nacht zum 8. September 41 Tote und 56 Verwundete zu be­klagen. Bei einem neuen Angriff am 11. Septem­ber gab es 4 Tote und 12 Verletzte.

Wasser schlecht war, faul oder verpestet, dann ging höchstens die Katze ein.

Wir näherten uns dem Wrack, das tief im Was­ser lag, ein uralter Frachter, verrostet und halb zerfallen. Also gut, wir enterten hinauf. Oben auf Deck sah es bös aus, Sturm und Salzwasser hatten alles zerschlagen. Der Mast war umgebrochen, das Ruderhaus eingefallen, die Scheiben zersplittert. Es mar totenstill, wir sahen uns an. Es war uns allen nicht wohl zumute, wir hatten das Gefühl, als wenn das Wrack unter unseren Sohlen schwankte. Der Bootsmann ließ den Jungen an Deck, tim aufzu­passen. Dann nahm er die Katze unter den Arm, und wir stiegen einen Niedergang hinab, wir such­ten Trinkwasser. Das Logis war verlassen, aber noch in Ordnung. Tassen standen auf der Back, Kaffee war darin. Wir schlichen wachsam durch den Maschinenraum. Dann gelangten wir in die Ka­pitänskajüte. Plüschdecke, Karten, Gläser, ein Stroh­hut. Hein stieß die Uhr an, sie begann zu ttcken. Es war unheimlich, wir erschraken. Der Bootsmann hielt sie wieder an. Die Katze unter seinem Arm wollte hinunter, vielleicht wollte sie mit dem Stroh­hut spielen.Pütt" spielte mit allem was es gab, wir hatten das Tier gern. Aber jetzt hielt es der Bootsmann fest.

Wir sprachen kein Wort, aber wir wären lieber wieder an Deck gewesen als hier in dieser bösarti­gen verfaulten Luft. Im Provianttaum fanden wir Reis und Erbsen. Auch ein Wasserkanister stand du, halbooll. Der Bootsmann, ein junger, verschlossener Schleswiger, ließ uns die Säcke mitnehmen. Dann setzte er unsere Katze auf den Kanister, damit sie trinken sollte. Aber sie sträubte sich, sie war merk­würdig unruhig geworden, als hätte sie furchtbare Angst. Fauchend stand sie auf den Kanister geduckt und glühte uns mit ihren Augen an. Was war in das Tier gefahren? So war es niemals gewesen. Im selben Augenblick hörten wir die eiserne Tür zum Proviantraum gellend aufkreischen, wir fuhren entsetzt herum. Krachend schlug die Tür zu. Mit einem Fluch sprang der Bootsmann hin und stieß sie wieder auf. Aber die Katze schrie so sonderbar, wie wir sie nie gehört hatten. Wir hatten genug, wir luden uns die Säcke auf und den Wasserkanister und wollten so schnell wie möglich an die frische Luft nach oben. Der Bootsmann griff nach der Katze, aber sie fuhr wie gejagt zur Tür hinaus.

In diesem Augenblick war es uns, als ob durch das Wrack ein merkwürdiges Zittern gehe, das im­mer stärker, wurde, bahn begann der Boden unter

hatte er ver­nicht geflucht. Flasche Korn

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mann tat, war, daß er den Käpten nach den Haien fragte. Der Käpten hatte keine gesehen, aber er hatte uns vor ihnen warnen wollen, denn wenn man sie sieht, ist es meist zu spät. Das genügte dem Bootsmann. Er zog sich aus, stteg das Fallreep hinab und sprang in das Wasser. Dann schwamm er hinaus mit dem Kurs auf die Jolle.Er hat recht", sagte der Alte,die Jolle müssen wir wiederhab-en." Damit holte er sein Gewehr und suchte das Wasser nach Haien ab. Der Bootsmann hatte die Jolle er­reicht. Vorsichtig schlich die Katze auf ihn zu. Aber als er sie fassen wollte, floh sie vor ihm den Kiel hinauf. Es half nichts, er mußte erst hinauf klettern und die Katze ins Wasser stoßen. Als sie wieder auf die Jolle zuschwimmen wollte, faßt er sie, setzte sie auf seine Schulter, hielt sie dort fest und schwamm mit einem Arm zurück.Die Jolle!" brüllte der Kapitän, aber der Bootsmann kam ohne Jolle

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unseren eiligen Füßen zu schwanken. Mein Gott, es wird ernst! Wir rannten die eisernen Leitern hinauf, als wenn der Satan Hinter uns her wäre. Die Lasten hatten wir längst abgeworfen. Plötzlich hörten wir die gellende Signalpfeife des Jungen, der an Deck stand. Während ich die Leiter hinauf­eilte, hatte ich das Gefühl, als wenn das ganze Schiff sich drehte, ich verlor mit den Füßen die Lei­ter und hing schräg im leeren Raum. Ich war der letzte und plötzlich hatte ich eine grauenhafte Angst. Ich schwang mich hinauf und erreichte im letzten Augenblick das Deck.

Da erkannte ich, was geschah. Das Deck drehte sich nach der Steuerborüseite. Mein Gott, das Wrack kenterte! Wir waren verloren!

Ich sah, daß der Bootsmann und die anderen zum Vorschiff rannten/ wo unsere Jolle liegen mußte. Ich rannte hinterher. Ich bin nie in mei­nem Leben so gerannt wie über dieses Schiff des Todes. Würden mir unser Boot noch erreichen, be­vor das Wrack umschlug? Würde es unsere kleine Jolle nicht mit hinunterziehen? Auf jeden Fall rannten wir.

Aber es war zu spät! Es war plötzlich, als ginge ein Aufstöhnen durch den Schiffsrumpf, dann drehte sich alles vor meinen Augen. Ich versank in einem ohrenbetäubenden Lärm, glasgrün trat der Tod vor meine Augen. Als ich wieder erkannte, was geschehen war, schwamm ich in 'einem kochenden Wirbel von Wasser. Planken und Ruhen schossen aus der Tiefe herauf. Ich ergriff eine Planke und begann auf unsereSerena" zuzuschwimmen, auf der die Leute sich wie verrückt anstellten. Plötzlich, als ich von einer Woge etwas gehoben wurde, sah ich drei Köpfe im Wasser.Hallo!" schrie ich, und Hallo!" antworteten sie. Das Wasser war nicht be­sonders kalt und ziemlich ruhig. Don unsererSe­rena" brüllten sie aufgeregt herab. Ich verstand es nicht. Zuerst mal da sein, dachte ich und schwamm.

Aber plötzlich verstand ich, was sie schrien. Es wurde mir eiskalt, denn sie hatten von Bord Haie!" geschrien. Ich schwamm aus Leibeskräften und wurde erschöpft an Deck gezogen. Ich war ge­rettet, ebenso meine Kameraden. Wir wurden ab- gerieben und tranken Branntwein. Als wir umge-- zogen waren uitirroieber frisch waren, standen wir alle zusammen mit dem Alten und berichteten.

Da fiel uns der Bootsmann auf, der immer noch nach der Stelle hinausblickte, wo das Wrack unter- .gegangen war. Und wir erkannten, daß unsere ein­zige Jolle kieloben trieb. Aber danach blickte der

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den wird. Das ist der Sinn der Volksgemeinschaft, die der Nationalsozialismus im Großdeutschen Reich ausaerichtet hat.

-iui4 r Als im Jahr 1933/34 der erste Aufruf zum WHW. iasau^ erging, erbrachte die Sammlung die imposante

Summe von 350 Millionen RM.; die Summe war

ganz geheuer. Unterseeische Ausbrüche, die auf kurze Zeit neue Inseln entstehen lassen, bringen oft die Schiffahrt in Gefahr. Die letzte Insel, die wie eine Wundererscheinung im Jahre 1811 aus dem Meere auftauchte, war das Eiland Sabrina. Der Helden-

Es sind Forscher von Ruf, ernste Männer der Wissenschaft, Pio­niere des Fortschritts. Wenn sie ein Heilmittel zur Verwendung freigeben, dann hat es erfolg­reich die schwierigsten Prüfun- gen überstanden. Dafür bürgt

BAYERi das . Kreuz.

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Das Wrack und die Katze.

Von Christian Munk.

Wir lagen damals mit dem SeglerSerena" mitten im Pazifischen Ozean. Keine Mütze voll Wind ringsum, nur glasklares, Himmelblaues Wal­ser, das sich hob und senkte. Wir waren alle nervös, . die Segel hingen schlaff, der Alte fluchte von mor­gens bis abends, und wir wischten uns den Schweiß von der Stirn, denn es war glühend heiß. Der einzige, der sich wohlfühlte, war unse^ Bordkater Pütt". Wir Männer hingen an der Reling und pähten hinaus, ob nirgends eine Böe im Anzug war. Nichts, mein Junge.

Als wir eines Nachts Rufe hörten, sprangen wir auf, und rannten an Deck. Es mußte irgend etwas Dajfiert fein. Der Alte stand am Ruder und rief In die Nacht hinaus, und da sahen wir plötzlich einen riesigen, schwarzen Schatten nicht weit von uns im Wasser. ,Hallo! 'hoi!" schrie unser Käpten, aber niemand antwortete drüben. Totenstille. Kem Licht. Der Alte blickte sich verdutzt um. Was be­deutete das? Jetzt schrien wir alle. Keine Antwort. Hier standen acht Männer mitten im Pazifik und chrien in die Nacht hinein, aber es blieb still. Es wurde uns unheimlich, unsereSerena" lag still, das fremde Schiff nicht weit davon. Unsere Nerven waren nicht mehr die besten, denn wir lagen seit elf Tagen hier, und wir verzogen uns in unsere Iojen. Aber wir sprachen auffallend roemg, mutz i man sagen. ., , __ . e

Wir hatten gedacht, daß mir endlich unser Trmk- wasser auffüllen konnten, denn es ging zur Neige, mb der Herr bernahre einen Segler in der Flaute ,or Trinkwassermangel. Aber dieses verdammte Schiff schmieg, der Teufel sollte es holen.

Am Morgen standen mir alle an Deck und er­kannten, daß es eins von diesen treibenden Wracks Dar, die verlassen sind und nicht den Weg m Die Liefe finden können. Leise und gespenstifch treiben sie dahin, und ehrliche Fahrensmänner schlagen em Treuz, rnenn sie vorbei sind.

Hallo, Jungens!" rief der Alte, "setzt die Jolle cus und pullt man hin, ob Süßmasser an Bord ist. tßir blickten uns an, dann fierten mir die Jolle unD kletterten hinein, drei Mann und der Bootsmann.

Nehmt die Katze mit!" schrie der Alte,laßt sie zuersl trinken!7 Wir nahmen die Katze mit. Un rrfahrener Mann, unser Käpten^ denn wenn das

L i s s a b d n, im September 1941.

Seit Wochen steht die Inselgruppe der Azoren im Mittelpunkt der politischen Gespräche in Portu­gal. Ich lernte in Lissabon die Liebe und die Sor­gen der Portugiesen um ihre Provinz im Meer kennen. Dor zrnei Jahren noch lagen die Azoren nicht sehr fern von der Mündung des Tejo. Flug­zeuge vermittelten eine schnelle Verbindung. Eil­linien vieler Schiffahrtsgesellschaften bildeten fast eine Brücke zwischen dem Festland und den In­seln. Die Zeppeline nahmen regelmäßig Kurs auf die kleine Welt im Atlantik. Sie mar gar nicht so abgeschieden, roie man allgemein annahm. Das ist heute anders geroorben. Man fühlt auf einmal in Portugal, daß die Inseln rneit draußen im Ozean liegen. Aber die Azoren sind dem Mutterland im­mer noch näher als irgendeinem anderen Staat. Es mußte deshalb die Portugiesen empören, als sie eines Tages aus amerikanischem Munde hörten, ihre Inseln lägen mitten im Ozean und gehör­ten zur mestlichen Hemisphäre. Da er­schienen überall in Lissabon in den großen Nach­richtenfenstern und in den Schaukästen der Läden Karten des Atlantik. Auf ihnen erhoben die Ent­fernungsmarkierungen Protest geaen die amerika­nischen Behauptungen von der Lage der Azoren mitten im Ozean". Da sah man, roie weit dagegen die USA. noch von den Inseln entfernt sind, über 3500 Kilometer. Und wie nahe rücken sie gegen­über dieser Entfernung an die Westküste Europas heran: Bis auf 1500 Kilometer! Auf der Weltkarte erscheinen die Azoren wie kleine ins Meer hinaus­gelaufene Kinder des Mutterlandes.

Wenn es heute auch viel schwerer ist, zu den Habichtsinseln, wie man diese Gruppe ebenfalls nennt, zu kommen viele Linien sind eingestellt und die wenigen noch verbleibenden Schiffe sind stark mit Militärtransporten beansprucht, so spürt man die Azoren in Lissabon und ganx Por­tugal doch unmittelbar. Die Wogen des Atlantik drängen fast in gerader Richtung von den Inseln in die breite Mündung des Tejo, vorbei an dem Denkmal für Heinrich den Seefahrer, der die ersten großen Entdeckungsexpeditionen aus- sandte und damit die Kolonialbewegungen der europäischen Völker einleitete, entlang der schim­mernden Fassade des Klosters und Palastes von Belem, die an der Stelle des Seemannshauses er­richtet wurden, in dem Vasco da Gama die Nacht vor dem Antritt seiner kühnen Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung und Indien verbrachte. Diese Wogen werden begleitet von den vielen Triumphzeichen portugiesischer Großtaten, die mit der Eroberung halb Afrikas, Indiens und Jbero- amerikas dem kleinen Territorium in Europa zu

Die Provinz im Ozean

Von unserem R. G.-Korrespondenten.

wirtschaftlich schwächeren Teile des Volkes stehen einzig in der Welt. Vergeblich suchen die plutokra- tischen Mächte in England und Amerika das WHW. nachzuahmen oder etwas ähnliches auf die Beine zu stellen. Im großen und ganzen werden in Eng­land die gesammelten Gelder dazu 'benutzt, um die unzulänglichen Unterstützungen für die Familien der Kriegsteilnehmer zu ergänzen. Etwas derartiges ist in Deutschland nicht nötig.

Der Führer als der erste Soldat der Nation hat den Aufruf zum Kriegswinterhilfswerk 1941/42 ergehen lassen. Das deutsche Volk wird ihm freudig Folge leisten. Mitten im Kampf gegen den Bolsche­wismus ist es bereit, alles einzusetzen für feine . .. ... . , , . m .

nationale Einigkeit und seine wirtschaftliche Wohl- taten ihrer Seefahrer, die sich durch keine Natur­fahrt Daraus mag die Welt ersehen, daß Front gemalten abschrecken ließen, der kühnen Unter- unb Heimat nach dem Führermort eine in Treue nehmungen auf primitiven kleinen Schiffen und verschmorens unbesiegbare Einheit bilden. v

Im Septemberheft der ZeitschriftNeues Volk" (Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW. 68) finden mir u. a. einen interessant bebilderten BerichtAuf den ©tra­gen des Sieges im Osten" von Hellmuth Unger, der hier aus eigener Anschauung bezeichnende Ein­blicke in dasSomjetparadies" vermittelt. Einen beachtlichen ^Beitrag zur modernen Zwillingsfor- schung liefert der ebenfalls von Aufnahmen beglei­tete Artikel von Dr. Piebenga über dasDorf der Zrnillinge", Schernom in der Mark, mo im Zeit­räume von noch nicht einem Jahre die Hälfte aller Geburten Zmillingsgeburten mären, lieber die vielseitigen Aufgaben der meiblichen Kriminalpoli­zei unterrichtet ein mit charakteristischen Moment­aufnahmen illustrierter Beitrag. Sehr gute Bilder und kurze, humorvoll treffendeSteckbriefe" veran­schaulichen eine Stubenkameradschaft unserer Wehr­macht. Beachtliches Material bringt ferner die Kleine Vererbungslehre" und die SpalteVölkische Lebensfragen", in der das Rassenpolitische Amt öf­fentlich Auskunft erteilt,

im letzten Winterhilfswerk vor dem Kriege, also im Jahre 1938/39, auf 553 601347 RM. gestiegen. Dann kam der von England Uns ausgezmungene Krieg. Die Leistungen der deutschen Volksgemein- schaft fliegen noch höher. Im ersten Kriegswinter- hilfswerk, also 1939/40, mürben nicht meniger als 641 912 519 RM. aufgebracht, und das 2. Kriegs- winterhilfsmerk bürste diese freimütigen Stiftungen um fast ein Drittel gesteigert haben. Eicke unge­heure Summe von Arbeit, freiwilliger Gebelust und Erkenntnis dessen, worauf es ankommt, liegt in diesen Ziffern.

Das Winterhilfswerk begann, als mir rund 7 Mil­lionen Arbeitslose hatten. Sie waren jahrelang aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet gewesen. Die Arbeitslosenunterstützung diente nur zur Fristung des Lebens. Man hätte zur Abhilfe dieser himmel­schreienden Not einfach neue Steuern wählen kön­nen, aber der Nationalsozialismus faßte das un­lösbar scheinende Problem neuartig an. Er schuf zunächst Arbeitsgelegenheit, er brachte die gezwun­gen feiernden Hände wieder in Tätigkeit und damit -verschwand nicht nur die Arbeitslosigkeit, die jetzt, mitten im Kriege, in England nach der Aussage eines Gewerkschaftsführers noch chronisch ist, son­dern jeder einzelne Notleidende empfand eben durch die Leistungen des Winterhilfswerks, daß er von der Gesamtheit nicht vergessen worden war.

Seitdem haben sich die Aufgaben des WHW. viel­fach geändert. Die Arbeitslosigkeit ist beseitigt wor­den, dafür kann in großem Umfang vorbeu­gend Hilfe geleistet werden, sei es in der Form von Mütterheimen, in der Säuglingspflege, durch

ten, stellten unsere freiwillige Wohlfahrtspflege vor große Aufgaben. Hier war d-ie Not in großem Um­fang zu lindern, hier mußte für deutsche Rück­wanderer Heim und Herd betreut werden. Die gro­ßen und geschichtlich bedeutsamen Wanderzüge der deutschen Volksgruppen aus dem Osten und Süd­osten in die deutschen Gaue wären nicht denkbar gewesen ohne den Einsatz der NSV. und der Or­gane der NSDAP.

Wir wissen, daß das WHW. nicht die einzige soziale Leistung des deutschen Volkes ist. Das Deut­sche Rote Kreuz arbeitet auf den ihm eigenen Ge­bieten in hervorragender Weise, auch die staatliche

einem Weltreich und der damals größten Seemacht verhalfen. Das alles vergessen die Portugiesen nie. Täglich erleben sie diese Geschichte von neuem, wenn ihre Schiffe aus den Häfen in den Ozean fahren.

Auf dem Wege zu diesem Glanz und der histo­rischen Große liegen die Azoren, die bereits 1432 von Goncalo Del ho (Tabral für Europa neu ent­deckt und 1446 vollständig besetzt wurden. Die See­fahrer, die das kleine Jnselland unbewohnt vor­fanden, wußten nicht mehr, daß vor ihnen schon einmal Karthager, Araber und Normannen kleine Flotten in die Azoren-Buchten einlaufen ließen. Sie erschraken vor den ungeheuerlichen Bildern, denen sie an der Küste und im Innern des Landes begegneten, vor den feuerspeienden Bergen und dampfenden Geysiren, den mächtigen Springquellen und hohen Meerfontänen. Auf den Inseln mit ihren über zweitausend Meter aufragenden Vul­kanen und Kraterkesseln ist es auch heute noch nicht

erinnern sich wieder die Portugiesen, wenn sie die bedrohlichen Worte aus USA. hören, daß die Azo­ren Vorposten der westlichen Halbkugel seien. Eine merkwürdige Geographie, bei der man das Ent­fernungsverhältnis von 1500 zu 3500 Kilometer ein­fach umdrehen will!

Den Azoren begegnet man in Lissabon aber nicht nur in den historischen und geographischen Beleh­rungen, die man mit Vorträgen, in den Auslagen- der Buchhandlungen und auf öffentlich ausgehäng­ten Karten den Amerikanern und Engländern gibt, sondern an vielen Stellen im Alltagsleben. Man braucht nur über die Märkte und in die Handels­straße zu gehen. Der Reichtum der Inseln wächst hier zu Bergen an. Drangen und Bananen, die fast zu jeder Mahlzeit gehören, kommen von den Pflanzungen der gepflegten Azoren-Kulturen. Die goldgelben Ananas bringen den Duft der fruchtbaren ozeanischen Gefilde mit. Wertvolle Ko­lonialgüter, wie Tee und Kaffee, würzen die großen Lager der Hauptstadt. Der Tabak aus dem Atlantik wird zur Herstellung feiner Rauchwaren bevorzugt. Wenn heute die Handelshäuser in Lissabon noch gut bestellt sind, dann verdanken sie das nicht zu­letzt den Azoren. Die Inseln haben an landwirt­schaftlichen Produkten einen solchen Ueberfluß, daß fie ihre Erzeugnisse in großen Mengen exportieren können. England war bisher einer der Hauptab­nehmer.

Eicke starke wirtschaftliche Stütze der Inseln ist heute noch der ausgedehnte Walfischfang. Fayal wurde zum Zentrum der Tran- und Fett­gewinnung. Um diesen Erwerbszweig haben Eng­länder und Amerikaner die Bevölkerung des kleinen Inselreiches von jeher beneidet. Doch alle Versuche, den Walfang in ihre Hände zu bekommen, scheiter­ten an der selbstbewußten Haltung der Azoraner, die zwar gerne von ihrem Reichtum und der Fülle ihrer üppigen subtropischen Welt abgeben, aber ebenso darauf bedacht sind, die Herren auf ihren Inseln zu bleiben.

Diese Azoraner sind trotz ihrer schweren Arbeit und häufigen Notzeiten wirkliche Herren geblie­ben. Man sieht es ihnen an, wenn sie die Haupt­stadt besuchen. Sie werden von den Lissabonern so­fort erkannt. Die prächtigen und gut gewachsenen Menschen fallen im Straßenbild durch ihre Lebhaf­tigkeit und Gewandtheit auf. Das will bei dem Temperament der Portugiesen schon sehr viel heißen. Man möchte die Azoraner für Besitzer gro­ßer Viehfarmen und Plantagen in Jberoamerika halten. Gold und Schmuck spielen bei ihnen eine große Rolle. Aber sie gehen mit diesen funkelnden Dingen wie Grandseigneure um, zurückhaltend und selbstverständlich. Das Gingeborenenblut Jbero- amerifas und maurische Züge schlagen bei vielen durch. Doch ihre Sprache ist ein schönes Portu­giesisch. Niemals ift auf den Inseln seit der Ent­deckung durch Cabral eine andere Sprache gespro­chen worden.

Szenen der Freude und Herzlichkeit sieht man, wenn die Bevölkerung der Azoren Portugal be­sucht. Die Menschen von den Inseln werden um­ringt und mit Fragen bestürmt, besonders in diesen Tagen, in denen wilde Gerüchte durch die Haupt­stadt liefen.Sind wirklich schon Amerikaner in Horta und Ponta Delgada?"Haben sie euer Schiff kontrolliert?"Siegen in den Buchten tatsächlich fremde Flugzeuge und getarnte Boote?" Die Azo­raner lachen über diese Gerüchte, die man als Ver­suchsballons von amerikanischer und englischer Seite in Portugal aufsteigen ließ. Sie erzählen bann, daß zu den nichtstuenden Engländern und Amerikanern, die scbpn immer auf den schönen Inseln ihr Geld verzehrten, in letzter Zeit zwar auffällig viele neue Gäste hinzugekommen sind, die für ihren Auf euch alt keinen Grund angeben können und sich recht breit machen, daß man mit diesen Besuchen aber schon fertig werden könne. Hin und wieder näherten sich auch bewaffnete Fahrzeuge den In­seln. Aber diese Neugier sei man auf den Azoren gewohnt. Im übrigen solle man der Bevölkerung vertrauen und alles Notwendige den Soldaten

überlassen. Jeder neue Truppentransport würde von der Jnselbevolkerung bei seiner Ankunft mit lautem Jubel begrüßt.

Ein ebenso großer Jubel umbraust die portu­giesischen Soldaten, wenn sie in Sissabon die Schiffe zur Fahrt in den Ozean besteigen. Das sind immer große Tage für die Hauptstadt. Die Bevölkerung drängt sich vor den aufmarschierenden Soldaten zu- ammen. Der Praca do Commercio mit seinem mächtigen Trumphbogen kann die Menschenmenge nicht fassen. Auf dem Tejo warten die Transporter und kleine portugiesische Kriegsschiffe. Niemand be­achtet den schon seit Wochen vor Anker liegenden Amerikaner, der im Falle irgendwelcher Zuspitzun­gen die in Europa lebenden Angehörigen der USA. aufnehmen soll. Die Soldaten werden mit Geschen­ken jund Blumen überhäuft. Nirgendwo ein weh­mütiges Abschiednehmen, sondern überall nur be­geisterte Zurufe:Es lebe Portugal! Glück den Azoren!" Diese Paraden vor der Einschiffung der Truppen werden zu gewaltigen Kundgebungen gegen die Absichten Amerikas. Es fällt amar fein Wort, das verletzend wirken könnte. Aber jeder weiß, wie diese Kundgebungen gedacht sind, für die Freiheit Portugals und die Unantastbarkeit seiner Besitzungen.

Dann kommt Ministerpräsident Dr. Oliveira S a l a z a r. Straffe Kommandoworte. Die Truppe präsentiert. Eine feierliche Stille liegt auf dem Platz am Meer. Die ernsten Worte des großen Staatsmannes werden schweigend angehört. Neuer Jubel braust durch die Menge. Die Portugiesen wissen, daß es der heutigen Staatsführuna ernst ift mit dem Artikel der Verfassung, nach Dem kein Stück des nationalen Territoriums von einer frem­den Regierung oder von einer ausländischen Ge­sellschaft erworben werden kann. Freiwillig wird die heutige portugiesische Regierung niemals Kon­zessionen im nationalen Territorium vergeben. Die gerade in den letzten Monaten verstärkten Bewaff­nungen sollen dafür bürgen. Trompetenfignale er- tönen. Marschmusik schallt bis zu den Zinnen der hochgelegenen alten Festung hinauf. Nochmals Winken und Jubelrufe.

Die Nacht hüllt Portugal in einen bläulichen, weichen Schimmer. Drüben liegen die Azoren, ein anderes Stück Mutterland. Denn die Inseln sind keine Kolonie. Sie gehören zum kontinentalen Por­tugal und sind eine eigene Provinz wie die Ver­waltungsbezirke auf der iberischen Halbinsel. Dort singt man die gleichen Heimatlieder und spielt die­selben Melodien, wie fie am Tejo erklingen, wenn die Soldaten ausziehen, um in der Provinz im Meer mit Bauern und Fischern die Heimat zu ver­teidigen. Doch Amerika ist weit. Zwischen Den fer­nen Küsten des anderen Kontinents und den Riffen der Inseln sinkt mehrmals die Nacht, ehe Schiffe sie erreichen.

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