Ausgabe 
12.11.1941
 
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müsse. Schon diese Tatsache allein genügt, SBinfton' Churchill die persönliche Kriegsschuld zuzusprechen.

Aber auch noch in einer anderen Weise ist Winston Churchill persönlich für den Krieg verantwortlich. 3n jenen Ionen des Jahres 1939, als der Führer die größten Anstrengungen machte, mit Polen zu einer Verständigung zu kommen, war es Churchill, der im Verein mit Eden, Duff Cooper und den anderen Kriegstreibern der englischen Plutokratie das Kriegsfeuer schürte und es zu verhindern wußte, daß eine Verständigung, zu der das weitgehende Entgegenkommen des Führers eine annehmbare Grundlage geboten hätte, zustandekam. Diese Kriegs­hetzer unter Führung Winston Churchills verhinder­ten den friedlichen Ausgleich. Sie bemühten sich noch mehr, sie sorgten dafür, daß England am 3.September 1939 Deutschland den Krieg erklärte und auch eine formelle Kriegserklärung in Berlin überreichen ließ. Nachdem er nunseinen reizenden Krieg" hatte, tat Churchill denn auch alles, um ihn nicht so schnell wieder zu verlieren. Ihr Verdienst ist es, daß alle Vorschläge des Führers, mit England zu einem Ausgleich zu kommen, hohn­voll abgewiesen wurden, und daß die Kriegsfurie weiter durch die Länder raste.

Es gibt nur noch einen Mann, der sich dem Kriegsverbrecher Churchill würdig an die Seite stellen kann, und das ist der Präsident der Ver­einigten Staaten, Franklin Delano Roosevelt. Er hat dem Kriegsverbrecher Churchill sekundiert, bis der Krieg zum Ausbruch gekommen war, und er ist derjenige, der heute mit allen erdenklichen Mitteln im Sinne dieser Kriegsverbrecherclique sich bemüht, das USA.-93olf ebenfalls in den Krieg zu fuhren. Die Kriegsschuld Churchills und Roosevelts steht heute schon so einwandfrei fest, daß man nicht ein­mal die Geschichte zu der Feststellung braucht. E.

Generaloberst Frhr.v. Weichs 60 Jahre alt.

Berlin, 12. November. (DNB.) In seinem Hauptquartier im Osten, inmitten der Entscheidungs- kämpfe gegen die Sowjetunion, vollendet am heuti­gen 12.November Generaloberst Maximilian Frei- Herr von Weichs sein 60. Lebensjahr.

Freiherr von Weichs wurde am 12. November 1881 in Dessau geboren, wo sein Vater als Ober­stallmeister in herzoglich-anhaltischen Diensten stand. Nach dem Besuch des Wilhelm-Gymnasiums in Mün­chen trat er im Jahre 1900 als Fahnenjunker in da4 2. Bayr. Reiterregiment ein. 1914 zum Ritt­meister befördert, zog er bei Ausbruch des Weltkrie­ges als Adjutant der 4. Bayr. Kavallerie-Brigade ins Feld. In den Schlachten des Weltkrieges zeich­nete er sich sowohl in Truppen- wie in General­stabsstellungen aus. Nach dem Krieg wurde Ritt­meister Fryr. von Weichs in das Hunderttausend- mann-Heer übernommen. In verschiedenen Front- und Generalstabsstellungen verwendet, erfolgte 1923 seine Beförderung zum Major, fünf Jahre spater zum Oberstleutnant. Dom 1.2. bis zum 1.3.1930 war er Kommandeur des Reiterregiments 18 in Stuttgart-Cannstatt. Am 1. 3. 1930 wurde von Weichs Chef des Generalstabes der 1. Kavallerie- Division in Frankfurt a. d. Oder, welche Stellung er, am 1.11.1930 Oberst geworden, drei Jahre inne- hatte. Nach der Machtübernahme wurde er als Ge­neralmajor Infanterieführer III, danach Komman­deur der 3. Kavallerie-Division. In dieser Stellung stellte Generaloberst von Weichs nach der Wieder­einführung der allgemeinen Wehrpflicht aus der 3..Kav.^Div. die erste Panzerdivision des deutschen Heeres auf, deren Kommandeur er bis zu seiner Ernennung zum Komm. General des XIII. AK. in Nürnberg war. In dieser Stelle wurde er am 12. 10.1937 General der Kavallerie. 1938 marschierte er mit seinem Armeekorps mit in die Ostmark und in den Sudetengau ein.

Nach Ausbruch des großdeutschen Freiheitskampfes erzwang das Korps Weichs im Polenfeldzug auf dem rechten Flügel der fchlefischen Armee den Uebergang über die Warthe und marschierte in Lodz ein. Während der Schlacht an der Bzura gingen feine Divisionen gegen die polnische Haupt­stadt vor, an deren Fall das Korps Weichs erfolg­reichen Anteil hatte. In Anerkennung feiner Ver­dienste ernannte der Führer General der Kavallerie Freiherrn von Weichs am 26.10.1939 zum Ober­befehlshaber einer Armee, die im Verbands der Heeresgruppe erfolgreich im Westen kämpfte. Das Ritterkreuz und die Beförderung zum General­obersten waren die äußeren Zeichen der Anerkennung

Oie Reichsmark bleibt stabil.

Unsere Arbeit als sichere Grundlage unseres Geldes.

Berlin, 11. Noo. (DNB.) Auf einem Betriebs­appell der Deutschen Reichsbank in Berlin sprach Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsident Funk. Er wies einleitend darauf hin, daß es nunmehr fast drei Jahre her sei, seit ihn der Führer mit der Leitung der Deutschen Reichsbank beauftragt hatte.Wenn der Führer die Leitung des Reichswirtschaftsministe­riums und der Reichsbank in eine Hand gelegt hat, so hat er damit zum Ausdruck gebracht, daß die Wirtschaftspolitik und die Geld Poli­tik eine Einheit darstellen und daß eine ge­sunde und starke Wirtschaft die Voraussetzung für eine gute und stabile Währung ist. Ich lege größten Wert auf enge Zusammenarbeit zwischen der Reichs­bank und der Wirtschaft. Die Deutsche Reichsbank muß als Liquidationsrückhalt unserer gesamten Wirtschaft stets in der Lage sein, die Entwicklung bei den Kreditinstituten zu überblicken und zu über­wachen und, wenn erforderlich, auch in dem er­wünschten Sinne zu beeinflussen.

Diese Lenkung des Geld-, Kredit- und Kapital­stromes ist in der autoritär geführten Wirtschaft auch notwendig, besonders im Kriege, wo besondere Geldprobleme aus der Tatsache heraus entstehen, daß der umlaufenden Geldmenge eine verringerte Menge von Konsumgütern gegenübersteht und das auf diese Weise freigefetzte Geld möglichst weitgehend erfaßt und der Kriegsfinanzie­rung zugeleitet werden muß. Aber dieses Geld wird nach Beendigung des Krieges wieder volle Kaufkraft haben, denn wir werden es mit Gütern zusätzlich belegen können, die uns reichlich und billig aus den neugewonnenen Rohstoffgebieten zufließen werden.

Wir haben uns auch gesetzlich durch das Gesetz Über die Deutsche Reichsbank vom 15. Iurvi 1939 von den überkommenen Golddeckungsvorschriften ge­löst, weil es für uns nicht tragbar ist, daß Wert und Sicherheit unserer Währung sowie die Gestal­tung unserer Währungspolitik weitgehend von inter­nationalen Interessen und Einflüssen, insbesondere von einer international bestimmten Zins-, Kredit-

und Preispolitik und von Währungsmanipulationen anderer Länder abhängig find. Unser Geld ist soviel wert wie unsere Arbeit wert ist. Der Geldwert drückt den Wert des Sozialproduktes aus. Also ist unsere Währung eine soziale Währung. Der Staat bestimmt durch Preis und Lohn den Wert unserer Arbeit. Die Preis- und Lohnpolitik ist also Sozialpolittk im höchsten Sinne. Da das Geld den Entgelt für die Leistung, also für die Arbeit darstellt, wird sein Wert ebenfalls vom Staat bestimmt, also ist die Geldpolitik Sosialpolitik.

Wenn mehr Geld als Güter vorhanden ist, muß entweder das Geld verringert, der Geldwert erhöht werden, was zu sozialen Härten und zur Produk­tionsbeschränkung führt (und das lehnen wir ab), oder es müssen zusätzliche Güter ins Land gebracht werden, und zwar billige Güter. Dann bleibt der Geldwert unverändert und der Lebensstandard kann gehalten oder gar erhöht werden. Bis zur Errei­chung eines solchen Zustandes kann man ohne Scha­den die Kaufkraft des Geldes sozusagen auf Eis legen (was wir jetzt tun). Aber schließlich ist die Währungsfrage immer eine Vertrauens­frage. Nicht Gold und Devisen oder das Wechsel­portefeuille garantieren letzthin die Sicherheit der Währung, sondern die innere und äußere Kraft des Staates. Und allein diese Erkennt- nis läßt im deutschen Volke nicht den geringsten Zweifel an der Stabilität der Währung aufkommen. Die Reich § markist stabil geblieben und sie wird auch weiterhin stabil bleiben unb nach siegreicher Beendigung des Krieges erst recht!

Denn hierfür ist uns der Garant unser Führer, dessen Sache wir mit heißem Herzen verschworen sind, hierfür ist uns Garant unsere unvergleichliche Wehrmacht, aber auch die Arbeitskraft und der Einsatzwille unseres ganzen deutschen Volkes. Dieser fanattsche Lebenswille, geboren aus dem Geiste des Nationalsozialismus, und der Glaube an die Zu­kunft unseres Volkes sind unerschütterlich. Ein Glaube und eine Gewißheit aber fielen über allem: Der Führer führt uns dem sicheren Sieg entgegen."

der besonderen Leistungen des Armeeführers und seiner Truppen.

Im März 1941 wurde Generaloberst von Weichs mit der Aufgabe betraut, mit einer Armee zwischen Save und Drau gegen Jugoslawien in das Gebiet westlich Belgrad vorzustoßen und im Zusammen­wirken mit den aus Bulgarien und Rumänien auf Belgrad vorgehenden Kräften des Generalfeldmar­schalls List die in Nordjugoslawien stehenden Feind­kräfte zu vernichten. Seiner geschickten Führung ist es zu verdanken, daß trotz des schwierigen Geländes die Aufgabe in der kurzen Zeit von neun Tagen gemeistert wurde.

Im Ostfeldzua gegen die Sowjetunion kämpfte die Armee des Generalobersten Freiherrn v. Weichs in der Mitte der Ostfront im Rahmen der Heeres­gruppe des Generalfeldmarschalls von Bock und war maßgeblich an den siegreichen Schlachten von Smo­lensk, Gomel, Kiew, Brjansk und Wjasma beteiligt.

Zwei Ritterkreuzträger gefallen.

Berlin, 11. Nov. (DNB.) Im Kampf gegen die Sowjetunion fand Ritterkreuzträger Major Kurt Böttcher, Abteilungskommandeur in einem AR., den Heldentod. Beim Vormarsch seiner Ab­teilung wurde eine Batterie in einem dichten Wald- aelände überraschend von den Sowjets angegriffen. Ausrecht in seinem Fahrzeug stehend gab er seine Befehle, bis ihn eine feindliche Kugel traf und schwer verletzte. Wenige Stunden später starb er auf dem Hauptverbandplatz. Mit Major Böttcher ist ein Soldat dahingegangen, der von seinen Soldaten als tapferer Führer verehrt und be­wundert sich im Laufe dieses Krieges vielfach auszeichnete. In Polen erwarb er das Eiserne Kreuz II. Klasse, im Westen das Eiserne Kreuz I. Klasie und jetzt im Osten das Ritterkreuz durch eine Anzahl besonders schneidiger Taten. Sein An­teil an der erfolgreichen Abwehr sowjetischer Durch­bruchsversuche aus dem Kessel von Minsk wurde für die Kampfführung seiner Division ebenso be­deutsam wie sein Einsatz in siegreichen Gefechten gegen starke sowjetische Panzerkräfte im Raume von Senno. Die Erfolge feiner Artillerieabteilung waren in erster Linie das Verdienst seiner kühnen Ent­schlüsse und sicheren Führung. Als Vorbild an Tapferkeit und Einsatzbereitschaft hat er gelebt und jetzt dieses Leben für Deutschland gegeben.

Leutnant Hans Hahn, der am 9. Juli 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde, ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt. Mit ihm hat ein Flieger den Soldatentod gefun­den, der seine Angriffe stets mit hohem taktischen Verständnis und unerhörtem Schneid ansetzte. Durch persönlichen Mut und zähe Ausdauer hat er im Einsatz seiner Waffe nicht nur besondere Leistungen, sondern bahnbrechende Erfolge erzielt. Er war am 21. Februar 1919 in Rheydt-M.-Gladbach geboren, kam mit 18% Jahren zur Luftwaffe und wurde nach der militärischen Grundausbildung einer Flug­zeugführerschule überwiesen. Im Januar 1940 wurde er Flugzeugführer in einem Kampfgeschwa­der und flog in diesem am 10. Mai 1940 seine ersten Einsätze gegen Frankreich. Besonders erfolg­reich waren seine Flüge gegen Dünkirchen. Er er­hielt im Westfeldzug das E. K. II. und I. Klasie. Kurz vor Verleihung des Ritterkreuzes war er zum Leutnant befördert worden. Am 11. Oktober ist er in Erfüllung feines fliegerischen Soldatentums vor dem Feinde geblieben.

Oer italienische Bericht.

Rom, 11. Nov. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtbericht hat folgenden Wortlaut:

In der vergangenen Nacht warfen britische Flug­zeuge erneut Bomben auf Brindisi und Neapel. Es entstand einiger Schaden. Unter der Zivilbevölkerung gab es keine Opfer. Die Boden­abwehr schoß zwei Flugzeuge, eines in Neapel und eines in Brindisi, ab. Die Zahl der Opfer des ersten Angriffs auf Brindisi erhöht sich von 38 auf 96 Tote, die der Verwundeten auf 102. Kriegs­wichtige Ziele wurden nicht getroffen.

In Nordafrika wurden an der Tobruk- Front Angriffsoersuche des Feindes auf einige Stellungen erfolgreich vereitelt. Der Feind wurde zum Rückzug gezwungen und erlitt beträchtliche Ver­luste an Toten und Gefangenen. Deutsche Flugzeug- verbände bombardierten wiederholt militärische Ziele in Tobruk und verursachten Zerstörungen und Brände. Ein feindlicher Luftangriff auf Bengasi hatte Schäden an Wohnhäusern und vier Opfer unter der arabischen Bevölkerung zur Folge.

In Ostasrika wurden erneute Angriffe auf unsere Stellung von Culquabert zurückgewiesen.

Ich sah den Bolschewismus Von SA.-Obergruppenführer Böckcnhauer, z. Zt. Oberleutnant und Kompanieführer.

Ich sah den Bolschewismus", wird mancher vom Ostfeldzug heimgekehrte deutsche Soldat der Fami­lie, den Verwandten, Bekannten und Arbeitstame« roden sagen. Aus diesen Worten wind die lieber« zeugung vom Selbstgesehenen und Selbsterlebten sprechen. Dieses Selbstgesehene und -erlebte ist von so einmaliger Wucht und Eindringlichkeit, daß es in der Erinnerung unauslöschlich haften wird.

Was alle nationalsozialistische Aufklärungsarbeit durch Wort und Bild, durch Presse und Literatur, durch Versammlungen und Rundfunk selbst bei größ­ter Intensität auch nicht annähernd in diesem Aus­maße vermocht hätte, hat der Ostfeldzug möglich gemacht. Die große Masse des Heeres, die marschie- rerobe Infanterie, die Schritt für Schritt zurücklegt und nirgends im Eiltempo oordeiflitzt, hatte genug Gelegenheit, Land und Leute, den praktischen Kom­munismus und die wirtschaftlichen Sowjetoerhält- nisse kennenzulernen. Unser Weg führte von einer Provinz nach der anderen, durch Einzelgehöfte, durch kleine und große Dörfer, durch kleine, mitt­lere und große Städte. Millionen sind gleich uns so durch die Sowjetunion marschiert und Haden ge­sehen und gehört.

Vom Asowschen Meer zurückgekehrt, habe ich erst einmal die Zeitungen nachgelesen und sah Illu­strierte und Wochenschauen. Man kann aber den Bolschewismus einfach nicht erschöpfend beschreiben oder in Bildern zeigen. Wenn für irgend etwas das Wort gilt,das muß man gesehen Haden", dann für die Sowjetunion. Millionen deutscher Soldaten, vom Jünglingsalter bis zum Weltkriegssoldaten, der wieder öabe-i ist, werden Stunden und Stunden be­richten.

Ich weiß schon jetzt, daß es manchesmal heißen wird:Das ist übertrieben", oderdas ist doch nicht allgemein so". Und doch ist alles tausendfach gesehen und erlebt worden. UeberaU dort, wo wir marschierten, ob am Pruth oder Dnjestr, in Podo- lien oder Nikolajew, am Dnjepr, am Schwarzen Meer, an der Pforte zur Krim, bei Melitopol oder am Asowschen Meer. Man glaubt, man s e i nicht mehr unter Menschen, sondern unter Tieren in Mensch enge st alt, so verkommen und halbvertiert, dumpf und stumpf sieht die Bevölkerung zu einem großen Teil aus. Die Vielzahl rassischer Erscheinungen widert geradezu an. Die bolschewistischen Lebensoerhältnisse Lehmbuden wie in einem Negerkraal find un­beschreiblich; die Bekleidung besteht aus Lumpen, fast alles läuft barfuß, und die Ernährung ist ge- raoezu undenkbar. Alles kaut rohe Maiskolben und Sonnenblumenkerne. Dabei Schmutz, Dreck und Un­geziefer, wie es für Deutsche einfach unvorstell­bar ist.

Immer wieder sprach ich mit Soldaten meiner Kompanie über das, was wir stündlich und täalich sahen. Immer wieder wies ich darauf hin:Und bei uns haben noch 1933 mehr als 6 Millionen wahlberechtigte Männer und Frauen ihre Stimme mehr als 100 kommunistischen Reichstagsabgeordneten gegeben, damit das bolschewistische System auch bei uns eingeführt wird." Angesichts dieser Derhältnisie erscheint den Männern die in Erinnerung gebrachte Tatsache so absurd, daß ihnen alle Worte fehlen.

An einen Soldaten richtete ich die Worte:Sagen Sie mal, wenn das hier das Paradies der Arbeiter und Bauern ist, wie die Sowjets sagen was ist denn dann bei uns in Deutschland?" Aus vollem Herzen antwortete er zugleich für seine Kameraden: Der Himmel auf Erden, Herr Oberleutnant."

In zwei Fällen hatte ich besondere Gelegenheit, den Eindruck der sowjetischen Verhältnisse auf unsere Männer zu studieren. Zwei Männer, die noch 1933 illegal für die KPD. meitergearbeitet hatten und dafür gerichtlich bestraft worden waren, sind nun beide seit Wochen imVaterland der Arbeiter". Als ich einen ins Gespräch zog, sagte er mir erschüttert: Ich rufe jetzt ,Heil Hitler* fanatischer als der älteste Kämpfer." Mehr konnte er nicht herausbringen, so sehr lastete das Gesehene und Erlebte auf ihn.

Unsere Männer sahen sich täglich und stündlich vor neue Überraschungen gestellt. Hatte man sich gerade langsam mit der Tatsache vertraut gemacht, wie unendlich viele Juden es überall gab, und er­kannt, daß sie die geistigen und zum großen Teil auch praktischen Anstifter und Missetäter der gräß­lichsten Untaten waren, mußte man zur Kenntnis nehmen, daß sie bei den Sowjets tatsächlich alle poli­tische, staatliche und wirtschaftliche Macht besessen hatten. Hatte sich der Landser gerade die poliischen

Schauspieler all die prächtigen großen und kleinen, zarten und plumpen, dekorativen und grotesken Fische und als deren Regisseur eine Fluge Museums­verwaltung mit künstlerischem Weitblick zu betrach­ten ist. Der Erfolg, den die Schau bei den deut­schen Besuchern hat, ist derart, daß schon daran ge­dacht wird, eine ähnliche Anlage auch in Deutsch­land zu schaffen, um gemeinsame Erfahrungen zu sammeln, Zuchtversuche zu unternehmen und lchlietz- lich die Zuchtergebnisse zu tauschen.

Zu den wirkungsvollsten, wenn auch bei wei­tem nicht zu den wertvollsten Bewohnern des Pa­riser Aquariums gehören entzückende, apfelsinen­farbige Zierfischlein, die von zart-wallenden durch­sichtigen Flossen umgeben sind, so daß jedes von ihnen wie eine ungemein ziervolle Schleiertänzerin anmutet. Durch ständige Kreuzungen wurden diese Tiere in langjähriger geduldiger Züchterarbeit in Ostasien gewonnen, und doch geschieht es mitunter, daß unter der Nachkommenschaft ein Kleinchen ent­steht, das durchaus nicht so schön aussieht wie seine Geschwister, sondern sehr zum Leidwesen feines begreiflicherweise vom Züchterehrgeiz beherrschten Schmtzherrn nichts anderes wird als ein ganz ge­wöhnlicher Goldfisch. Gleich neben diesen dekorativen kleinen Tierchen stteckt und dehnt sich faul ein .ja­panischer Salamander". Mit seinem breiten, flach­gedrückten Schädel und den winzigen Augen nicht eben das Bild hervorragender Klugheit; dennoch hat er ein Anrecht auf einen gewissen Familienstolz, denn er gehört, einen halben Meter lang, zu den größten seiner Art.

Daß es unter den Fischen fleißige Männchen gibt, die die Frau Gemahlin unterstützen, indem sie für die Nachkommenschaft oder besser gesagt: für die winzigen Eier ein kleines Nestchen zurechtbauen, be­weisen uns die überseeischen Stichlinge. Spricht man im allgemeinen vonstarren Fischaugen", so führt derTetrodon" diese Behauptung ad absurdum, denn seine etwas gestielten, bernsteingelben und be»

Besondere Beleuchtungseffekte der in die Wände ! sonders großen Augen sind beweglich, wie die eines versenkten Aquarien lassen alles in den herrlichsten j Säugetieres und haben den treuen Blick eines Hun- Farben erstrahlen, und fast meint man, es nicht des. DieserTetrodon", der förmlich zu kokettieren mit der Wirklichkeit, sondern mit einer glanzvollen versteht, hat noch eine andere, sehr seltsame Eigen- Inszenierung zu tun zu haben, als deren Bühne die schäft; er ist einLuftschlucker" und vermag sich bei hierher verpflanzte exotische Meerestiefe, als deren diesem Schucken auf das Dreifache feines Volumens

Wunderweli ferner Meere.

Spaziergang imPariserUebersee-Nqirarirrin

Paris, im November.

Einer der beliebtesten Anziehungspunkte auf naturwissenschaftlichem Gebiete ist für die in der französischen Hauptstadt weilenden Deutschen das Uebersee-Aquarium Seine groszzugige An­lage macht es zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges, die nur mit dem in den Felsen seines ma­lerischen Halbinselreiches eingebauten ozeanographi- fdjen Museum des Prinzen von Monaco und dem prächtigen Aquarium von Neapel vergleichbar ist.

Im Verlause eines kaum einftünbigen Besuches vermag man alle Süß- und Meerwasserfische der französischen Kolonien in einer prächtigen Guck­kastenanordnung in weitläufigen Sälen und Korri­doren in Augenschein zu nehmen. Die Tiere leben tjier unter Voraussetzungen, die völlig ihren hei­matlichen Lebensbedingungen angepaßt sind: von Gestein umgeben, das dem ihres Meeresgrundes gleicht, und unter Pflanzen leoend, die in dem je­weiligen Boden gedeihen. Man kann also auf diese Weise nicht nur sich mit den Fischen ferner Konti­nente, sondern auch mit der Eigenart der Boden­beschaffenheit und mit einem höchst interessanten Kapitel der Wasserflora vertraut machen.

Da habe ich den Schutzmann zum erstenmal lächeln sehen, und mit einem geübten Polizeiariff packte er den kleinen Buben im Genick, öffnete seine Pelerine und schob den Knirps unter sich ins Trockene.

So kam es, daß südlich von der Wachstuchhülle vier Beine auf dem Asphalt standen, zwei in Leder­gamaschen und zwei in Wadenstrümpfen. Der Ver­kehrsbeamte hob weiter seinen Arm, so bald ein Fuhrwerk kam, und jedesmal sah ich dann im Pele­rinenspalt ein pfiffig-stolzes Grohstadtjungenangesicht.

Giraßen-Idytt.

Von Paul Eipper.

Mitten unter uns blüht bas Jbyll, leuchtet die Regung des Herzens, verborgen nur, weil wir die Augen nicht aufmachen in unserem Weiterstürmen.

Der Weg zum Bahnhof führt durch die Gegend der Güterschuppen, Unterführungen und Lager­plätze. Dort ist stets ein großer Verkehr; am Schnittpunkt dreier Straßen steht ein Polizeibeamter und dirigiert mit den Armen: lebende Sicherheit.

Ich komme oft durch diese Gegend: jedesmal steht der gleiche Beamte, ein kräftiger, energisch aussehen­der Mann mit einem langen schwarzen Schnurrbart. Er hat stets die Dienstmiene aufgesetzt, ist ernst, wenn auch gewiß nicht zum Fürchten.

Nun, eines Nachmittags wollte ich verreisen, und weil es regnete, ging ich zu Fuß zum Bahnhof. Ich liebe die nassen Asphaltstraßen und den silbrigen Nebel der Feuchtigkeit.

Aber plötzlich wurde aus dem Regen ein Wolken­bruch; was blieb mir anders übrig, als unter der Eisenbahnbrücke Schutz zu suchen. Ein Glück, daß noch reichlich Zeit bis zur Abfahrt des Zuges war. Ich stand also im Trocknen und sah vielleicht acht Meter von mir entfernt den Derkehrsschutzmann stehen, selbstverständlich mitten im Vlatzregen, un­beirrt und auch geschützt; denn um feine Schultern lag eine schwarz glänzende Pelerine, auf deren Lack die Regenböen trommelnd tanzten. Er hatte in diesen fünf Minuten wenig Verkehr zu regeln: eine Auto- droschke kam vorbei, ein Radfahrer, und mit pflicht­schuldiger Handbewegung gab der Polizist jedesmal die Strafe frei.

Da sprang plötzlich durch den Regen ein Kind, ein richtiger Straßenjunge, einSteppke" von vielleicht sechs Jahren, unmittelbar auf den Schutzmann zu. Weil der Kleine barhäuptig war, nickte er zum Gruß und sprach etwas; ich meinte aus der Mimik schlie­ßen zu können, daß es eine Frage war.

Der Schutzmann antwortete, und von seinem lan­gen schwarzen Schnurrbart, der so hoch über dem Steppke" stand, tropfte das Regenwasser herunter, gerade auf des Knaben Gesicht. Der wischte mit dem Handrücken an Mund und Nase vorüber und wollte wieder meiterlaufen.

zu vergrößern. Wehe dem aber, dem es einfiele, einen solchen Fisch, der mit seinem reizvollen silber- grauen Schuppenkleid so unschuldig und harmlos aussieht, verspeisen zu wollen ..., er wäre ein Kind des Todes, denn es gibt kaum ein giftigeres Tier als den luftschluckenden Tetrodon mit dem schwärme­rischen Blick.

Bisher meinten wir immer, daß die schönsten Tupfen im Reiche des Wassers die der Forelle seien; wett gefehlt! Wir lernen hier einen strahlend­weißen Fisch kennen, der in den tropischen Ge­wässern der französischen Kolonien beheimatet ist, und dessen Tuvfen mindestens daumennagelgroß und glänzend schwarz sind, so daß sein ganzer Leib in einer unvergleichlichen schwarz-weißen Musterung erscheint. Und welch einen unbeschreiblichen Anblick bietet derGeophagus". Eine wahre Pracht: zart­rauchgrau und mit phosphoreszierenden, bläulichen Flecken besät, die wie kostbare, goldgefaßte Saphire schimmern. Diese Tiere aber neigen gelegentlich au einer eigenartigen Verkümmerung der Schädeldecke, und die so entstehenden Abarten haben zwar die gleiche schone Zeichnung, sind aber mit ihrer gedrungenen Kopfbildung sehr drollig, daß man sie nicht zu Unrecht dieMopse des Meeres" nennt

In einem anderen Guckkasten dieser märchenhaften Welt lernen wir dieLepidosiren" kennen; nicht eben appetitliche Gesellen, wie Grottenolme von Riesenformat anzusehen, aber von der Natur über­aus lebenstüchtig mit Kiemen und Lungen ausge­stattet, so daß sie im feuchten Element ebenso da­heim sind wie im durchsonnten Sande. Ist der Rundaang durch dieses so abwechslungsreiche Pa­riser Aquarium beendet, so tritt man in die Mitte des Hauptraumes und blickt in die von einem spru­delnden Wasserfall überspielte Felsentiefe, in der eine ganze Gruppe von Krokodilen ihr temperamentloses, anscheinend von allen Vorgängen unberührtes Leben fristet.

Und es kommt bann vor, daß eine in die Be­trachtung dieser Tiere versunkene Französin ihre Handtasche und ihre Schuhe prüfend anblickt und sich seufzend an ihren Begleiter wendet:Siehst du, chdri, jetzt hätte ich das Leder gefunden, wie ich es schon jo lange suche «.«T W. v. We