Ausgabe 
12.2.1941
 
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M. 36 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch, !2. Februar 1941

Pflanzenwanderungen der letzten Lahrzehntausende.

Von Dozent Dr. Dr. Hans Marquardt.

Von allen Lebewesen erscheint uns keines unver­rückbarer an einen bestimmten Ort gebunden, als eine Vlüten-Pflanze: An derselben Stelle wo ihre Entwicklung begann, altert und stirbt sie, gleich­gültig ob ihr Leben ein Jahr oder tausend Jahre dauert. Und doch ist zu einem ganz bestimmten Zeit­punkt eine Wanderung, eine Ausbreitung der Pflanze von einem Standort zum andern mög­lich, dann nämlich, wenn sie ihre Samen und Früchte ausbildet, die Wind oder Tiere oft über weite Strecken hin fortzutragen vermögen. So yar auch diese Gruppe von Organismen die Faylgreil, von einem bestimmten Ort ihres Vorkommens auv mit Hilfe des Verbreitungsmittels der Samen und Früchte Schritt für Schritt zu Zandern und so neue Räume zu erobern: es ist daher möglich, ba% sich in großen Zeiträumen, welche Jahrtausende zurückreichen, die Pflanzenwelt eines Gebietes voll­ständig ändern kann. Und wenn wir die Um chlch- tunqen und Wanderungen betrachten denen unsere heimischen Pflanzen in .Deutschland unterworfen waren, so dürsen wir nicht nur 2000 ober dOW Jahre zuriickgehen, sondern wir müssen mtt ben Jahrhunderten um 20 000 beginnen, um zu einem geschlossenen Bild aller Vorgänge zu kommen

Damals herrschte über Europa die Eiszeit: Sk°n. dinaoien, die Ost- und Nordsee, saft ganz England und weite Strecken °»n Norddeutsch and lagen un ter Gletschern, ebenso die Alpen mit weiten Lire - ken ihres heutigen Vorlandes und der Hochschwarz- wald. Die eisfreien Landstriche trugen kaum Baume und glichen derTundra" -wem emtomgen m wechselndem Grade mit widerstandsfähigen Man zen Flechten, Moose, krautige und Aw rg-

sträucher) bedeckten Gebiete, wie wir es ,m Norden, etwa in Lappland, noch kinden. Ganz allmadl'» verbesserte sich aber in den Jahrhunderten zwischen 20 000 und ungefähr 15 000 das Klima langsa s weit, dah in diese baumarme IßflanaennML1 fDater der Lage der Landstriche teils früher teils sp°ier Birken und danach Kiefern -mwanderten Di-i x jer drang dabei aus bestimmten Standortgevieien

her, wo sie die Höhepunkte der Eiszeit überdauerte: vor allem breitete sie sich von der ungarischen Tief­ebene dempannonischen Raum" Schritt für Schritt entlang der schwäbisch-bayerischen Hoch­ebene nach Westen aus, um dann in weitem Abstand dem zurückweichenden Eisrand in Norddeutschland folgend auch dort Fuß zu fassen.

Dieses artenarme Waldbild, das die noch immer tiefen Temperaturen zu ertragen vermochte, erfuhr nun infolge einer endlich um etwa 8000 spürbar gewordenen Klimaverbesserung eine wesentliche Be­reicherung: Wenn wir uns im folgenden immer nur auf den Wandel in der Waldzusammensetzung be­schränken, so begegnet uns als neuer Baum bzw. Strauch in einem überraschenden Umfang vor allem im Westen des Reiches die Hasel. Sie drängte dort die vorherrschenden Kiefern mit einer Gründlichkeit zurück, daß wir heute noch keine ganz befriedigende Erklärung für das Massenauftreten dieses Strauches haben, der weite Haine bildete. Ihm folgen nun m den nächsten Jahrtausenden bald die Eiche, die Ulme, die Linde und Erle, so daß wir gegenüber der alten , Birken-Kieftrnzeit" in der nun angebrochenen Hasel- und Erchen-Mischwaldzeit" eine schon ab­wechslungsreiche Waldgesellschaft vor uns haben.

In der sogenanntenmittleren Wärmezeit", deren Beginn wir um 5000 legen, verschiebt sich nun die Bewaldung in Deutschland erneut, indem vor allen Dingen die Kiefer, abgesehen vorn nordostdeutschen Flachland, und die Hasel einen starken Rückgang erfahren: derweilen setzt sich vor allem der Eichen­wald, durchstanden von Ulmen, Linden und Eschen, immer mehr durch, und die großen nordwestdeut- kchen Täler bedecken über weite Strecken Erlen­wälder. Auch die Fichte und Tanne erobert sich von Osten kommend ihre Gebiete, vor allen Dingen die gebirgigen Gegenden.

' In' diesen ganzen zurückliegenden Zeiträumen lebte der Mensch derSteinzeit", und erst in der um 2500 einsetzendenspäten Wärmezeit" erlernte er den Gebrauch von metallenen Geräten und Waffen (Bronzezeit), in einer Zeitspanne also, in der wie­der Verschiebungen der Pflanzenwelt erfolgten: die Buche setzt sich jetzt auch in Deutschland durch und tritt in Konkurrenz mit den alten Eichen-Misch- wäldern und den anderen Bäumen.

Mit dem Abschluß dieser Zeitperiode um 800 nähern wir uns aber allmählich geschichtlichen Zeit«

Zwei Obusse angekommen

Der Obus (Oberleitungsomnibus). (Aufnahme: Werkphoto.)

gab

redner Rettig, Erbach (Odw.) Nieder-Wöll- tobt: GasthausZum Taunus", Gauredner Fischer, Niedernhausen. Ober-Rosbach: Gasthaus Stengel, Gauredner Müller, Idstein.

dafür gibt es wieder allerhand zu lachen und zum Schluß fogar, in Gestalt von Heidebrand und durch- gehenden Pferden, bedrohliche Spannung, die freilich

Volksgenoffen! Die Partei rüst Euch! Kommt alle!

Beweist durch Eure Teilnahme an den Kundgebungen Eure Treue zum Führer.

NSDAP. Kreisleitung Wetterau.

Gloria-Palast: Am Abend auf der Heidel

Pohl-Göns: Saal Knorz, Gauredner Langula^ Frankfurt a. M. Rockenberg: Gasthaus Fr< Horst, Kreisleiter Thiele, Dillenburg. Schwa t - heim: Luisensaal, Gauredner Hoffarth, Bad-Ems^ Steinbach:. Saal Görlach, Gaurednep v. d. Osten, Frankfurt a. M Steinfurths Saal Hch. Michel 4., Landrat Dr. Burghof, Biedern köpf. Watzenborn-Steinberg: Volkse halle, Kreisleiter Zürtz, Läuterbach. Wissels- h ei m : Gasthaus Amend, Gauredner Schütze, Er- buch (Odw.)

Oer Soldat Nietzsche.

Der große Philosoph Friedrich Nietzsche hat seine militärische Dienstzeit bei der Reitenden Ab­teilung des Feld-Artillerie-Regiments in Naumburg als Einjährig-Freiwilliger abgeleistet. Das konnte er allerdings nur so lange tun, bis eine bösartige Ver­letzung, die er sich beim Reiten zugezogen hatte, seine Entlassung notwendig machte. Welchen Wert Nietzsche der militärischen Ausbildung beimaß, das ist durch manchen humorvollen und ernsten Brief an feine Freunde erwiesen, so u. a., wenn er schreibt: Dies Leben ist zwar unbequem, aber, als Zwischen­gericht genossen, unbedingt nützlich. Es ist ein fort­währender Appell an die Energie eines Menschen und mundet besonders als Gegengift gegen dis lähmende Skepsis, über deren Wirkung wir manches miteinander beobachtet haben." lieber diese persön­lichen Erfahrungen und Beziehungen zum Soldaten­tum hinaus spiegelt seine Philosophie oft genug das Bekenntnis zum Soldatischen wider Er, der Aeußerungen niederschrieb wie:Das Wünschens­werteste bleibt unter allen Umständen eine harte Disziplin zur rechten Zeit" oberGelobt sei, was hart macht", wußte um die Bedeutung der folba« tischen Haltung für Erziehung, Bildung und datz ganze Kulturleben eines Volkes,

räumen, und damit beginnt in immer steigendem Maße die Einwirkung des Menschen auf die ge­samte, weitgehend unberührte Pflanzenwelt. Auf diese Weise treten also an Stelle der langsamen, na­türlichen Umschichtungen die schnelleren, eingreifen­deren Veränderungen durch die land- und forstwirt­schaftliche Nutzung: aus ungenützten, wilden Land­strichen werden Kulturflächen, und es gestaltet sich schließlich die Verteilung des Bodens auf landwirt­schaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung so, wie sie heute jeder kennt, der durch Deutschland reist.

Einer der beliebtesten Schlager dieser Zeit einem Film der Cine-Allianz seinen Namen und die tausendfach gehörte Melodie als musikalisches Leit­motiv. Man spielt sie hier, was ja nicht besonders naheliegend, aber mal was anderes ist, zum Bei­spiel als spanischen Tanz. Im übrigen ist man aber gottlob daheim geblieben und hat das Motiv an Ort und Stelle ausgesucht. Ein großstädtischer Schlager­komponist erbt eines Tages einen schönen Bauern­hof in der Heide und ist wenig erbaut davon, well er keinen Sinn für das Landleben hat: ber Hof ist ihm gerade recht zum Verkaufen, damit er endlich zu Geld kommt, das ihm der Musikverleger in Form von Vorschuß nicht mehr geben will. Aber auf dem Hose, wo es gar nicht zpm Besten steht, wirtschaftet eine tüchtige junge Verwalterin, die ist nicht wenig schuld daran, daß der junge Herr aus der Stadt, kaum daß er ein paar Tage in der Heide ist, sein Herz für den Hof und das alte Bauernblut in sich entdeckt und sich um sein Erbteil zu kümmern beginnt. Er denkt dabei natürlich nicht nur an den Hof, sondern auch an die Wirtschafterin, die ihm gut gefällt und ge­rade die richtige Frau für ihn wäre. Der Ablauf der Handlung ist nicht immer so, wie es im Leben zu­geht, sondern vielfach mehr wie im Roman oder im Film, der hier auch eine gewisse Rolle spielt, weil der Hof gefilmt werden soll. Der ererbte, -aber verschuldete Besitz ist von mehr als einer Seite be­droht, und die Liebe will auch verdient sein, aber

das happy end auf der ganzen Linie nicht mehr gefährden kann. Der Spielleiter Jürgen von Al­ten bemühte sich mit Geschick, der Fabel gewisse volksstückmäßige Züge zu geben. Magda Schnei­der, anfangs etwas überraschend in dieser Um­gebung, spielt eine touragierte und temperament­volle kleine Gutsverwalterin, Heinz Engelmann war ehrlich bestrebt, zwischen den beiden widerstrei­tenden Wesenselementen seiner Rolle einen glaub­haften Ausgleichen finden. Albert Florath er­scheint als der gute Onkel Doktor, der auch fürin­nere" Leiden zuständig ist, ein weiches Gemüt hat und die beherzigenswerte Meinung bekundet: ein Junggeselle ist eine Mißgeburt. .Günter Lüders, Lotte Rausch und Oskar S a b o sind die volks­tümlichsten Figuren der Spielgemeinschaft. Der Photograph Otto Paeder fand dankbare Land­schaftsmotive in der Heide; Dr. Edmund N i ck machte die Musik dazu. Die neue Wochenschau wurds bereits angezeigt. Hans.Thyriot.

Freitag, 14. Februar, 20 Uhr:

In Bad-Nauheim: Turnhalle, Gauredner Christ, Langenselbold. Butzbach: Hotel hessi­scher Hof", SA.-Obersturmbannführer D. Müller, Frankfurt a. M. Friedberg: Hotel Trappt Gauobmann Becker, Frankfurt a. M. Gießen- Mitte, Gießen-Nord: Neue Aula der Uni­versität, Gauredner Schäfer, Vadenrod. Grün- berg: Turnhalle, Gaupersonalamtsleiter Hollän­der, Frankfurt a. M. Hungen : Gasthaus Darmstädter Hof", Gauredner Schnellrieder, Frank­furt a. M. Laubach : GasthausSolmser Hof", Kreisleiter Zürtz, Lauterbach. Lich: Lichtspiel­haus, Gauredner Müller, Idstein.

Samstag, 15. Febr., 20 Uhr:

In Allend orf (Lumda): Gasthaus Horn, Landrat Herrchen, Bad-Schwalbach. Annerod: Saalbau Engelhardt, Gauredner Hisge, Dillenburg. A s s e n h e i m : GasthausZum weißen Roß", Gauredner Fischer, Niedernhausen. Beien­heim: Saal Hch. Jost, Gauredner Daum, Erbach (Odw.) Bersrod: Gasthaus Becker, Gau­redner van Haren, Herborn. Burgholzhau­sen: GasthausKrone", Gauredner Eyring, Frankfurt a. M. Burkhardsfelden: Gast­haus Ehr. Arnold, Gauredner Göbel, Frankfurt o. M. Dorn-Afsenheim: Saal Bommers- heim, Gauredner Rettig, Erbach (Odw.) Dor­telweil: Gemeinschaftssaal, Gauredner Koke, Frankfurt a. M. E b e r st a d t: Saal Wede- mann, Gauredner Christ, Langenselbold. Gam - bad): Saal Wilhelm Weisel, Gauredner Krauß, Frankfurt a. M. Großen-Buseck: Gasthaus Brück, Kreisleiter Zürtz, Lauterbach. Groß- Karben : Hans-Schemm-Schule, Gauredner Zieg­ler, Frankfurt a. M. Grüningen: Turn­halle, Kreisleiter Thiele, Dillenburg. Holz­heim: Gasthaus Georg Sarnes, Gauredner Lan­gula, Frankfurt a. M. Lollar: SaalbauZur Linde", Gauredner Schäfer, Vadenrod. Londorf: Saal Willi Lich, Gauobmann Becker, Frankfurt. Mainzlar: Gasthaus Müller, Gauredner Göckel, Langen. Münzenberg: SaalZur Burg", Gauredner Wagner, Wiesbaden. Nieder- Florstadt: Saal Lux, Gauredner Müller, Id­stein. Nieder -Weisel: GasthausZum Löwen", Gauredner Ruß, Frankfurt a. M. Ober-Mörlen: GasthausGermania", Gau­redner Viel, Frankfurt a. M. Okarben: Saal Helfrich, Gauredner Schuster, Frankfurt a. M. Offenheim: Saal Hans Schmitt, Gauredner Schütze, Erbach (Odw.) Oftheim: Saal Mül­ler, Landrat Dr. Burghof, Biedenkopf. Pet - terra eil: Schulsaal, Gauredner Liefert, Erbach (Odra.) Reichelsheim: GasthausZur Poft", Gauredner Dr. Korten, Frankfurt a. M. Reis­kirchen : GasthausZum Hirsch", Oberbürgermei­ster Bartholomäus, Worms. Rodheim v. d. Höhe: GasthausZum Saalbau", SA.-Ober- sturmbannführer D. Müller, Frankfurt a. M. Staden: Rathaussaal, Gauredner Richter, Of- senbach. Stammheim: Gasthaus Geis, Gau­redner Hoffarth, Bad-Ems. Staufenberg: Saal Burg Staufenberg, Gauredner Becker, Mainz. Trais-Münz enberg: Gasthaus Burger, Gauredner Brück, Wiesbaden. Treis a. d. Lda : Saal Will, Gauredner v. d. Osten, Frankfurt, a. M. Trohe: Gasthaus Karl Schwarz, Gauredner Lenz, Bad-Homburg. Meckenheim: Saal Lindt, Gauredner Canns, Königstein.

Gonntag,16.Februar,15Llhr:

In Beltershain: Gasthaus Erb, Gauredner Hisge, Dillenburg. Birklar: Gasthaus Engel, Gaüredner, Ruß, Frankfurt a. M. B ö n st a d t: Scbulfaal, Gauredner Richter, Offenbach. Büdesheim: Saalbau König, Gauredner Fischer, Niedernhausen. Ettingshausen: Gasthaus Walter, Gauredner van Haren, Herborn. Freienseen: Turnhalle, Landrat Herrchen,

Bad-Schwalbach. Geilshausen: Saal Hof­mann, Gauredner Schäfer, Vadenrod. Har­bach: Gasthaus Herzberger, Gauredner Lenz, Bad-Homburg. Harheim: GasthausDarm- tädter Hof", Gauredner Müller, Idstein. Hel­lenbergen: GasthausZum Adler"', SA.-Ober- turmbannführer D. Müller, Frankfurt a. M. Kaichen: Saal Fink, Gauredner Schütze, Er­bach (Odw.) Klein-Karben: Saal Wörner, Gauredner Dr. Korten, Frankfurt a. M. Langsdorf: Rathaussaal, Kreisleiter Thiele, Dillenburg. Lardenbach: Saal Diehl, Gau­redner Göbel, Frankfurt a. M. Lauter: Saal Heinrich Hock, Gauredner Becker, Mainz. Mäs­en h e i m : GasthausGoldner Löwe", Gauredner Canns, Königstein. Melbach: Saal Blum, Gauredner Brück, Wiesbaden. Nieder- Erlenbach: GasthausFrankfurter Hof", Gau­redner Hoffarth, Bad-Ems. Nieder - Efch - bach : Saal Chr. Helfrich, Gauredner Daum, Erbach (Odra.) Obbornhofen: Gasthaus Hensel, Gauredner Viel, Frankfurt a. M. Ober-Bef- i n g e n : Saal Hch. Keil, Oberbürgermeister Bartholomäus, Worms. Ober-Erlenbach: Turnhalle, Gauredner Siefert, Erbach (Odra.) Ober-Efchbach: GasthausBrüsseler Hof", Gauredner Rettig, Erbach (Odra.) Rendel: GasthausZum Frankfurter Hof", Gauredner Eyring, Frankfurt a. M. Rodheim (Hor­loff): Gasthaus Reichhardt, Landrat Dr. Burg­hof, Biedenkopf. Rüddingshausen: Gast­haus Hch. Lang, Gauredner o. d. Osten, Frankfurt a. M. Ruppertsburg: Gasthaus Hahn, Gau­redner Göckel, Langen. Saasen: Gasthaus Zur Traube", Gauabmann Becker, Frankfurt am Main. Trais-Horloff: Parteiheim, Gau- rebner Langula, Frankfurt a. M. Villi n g e n : Schulsaal, Gauredner Krauß, Frankfurt a. M. Weickartshain: Saal Bräuning, Kreisleiter Zürtz, Lauterbach. Wölfersheim: Saal Huber, Gauredner Christ, Langenselbold. Wohn- bach: Saal A. Koch Wrae., Gauredner Wagner, Wiesbaden.

Sonntag,16.Februar,20Lthr:

In Allendorf a. d. Lahn: Saal Henkel­mann, Landrat Herrchen, Bad-Schwalbach. Bauernheim: Saal' Miltenberger, Gauredner Dr. Korten, Frankfurt a. M. Beuern: Gast­haus Wilh. Dietrich, Gauredner Lenz, Bad-Hom- burg. Bruchenbrücken: Turnhalle, Gaured­ner Canns, Königstein. Burg-Gräsen- rode: Saal Wilhelm Barth, Gauredner Daum, Erbach (Odw.) 2)aubringen: Gasthaus Erb, Gauredner Hisge, Dillenburg. Dorheim: Saal Ernst Holler, Gauredner Siefert, Erbach (Odw.) Fauerbach v. d. Höhe: Gasthaus Zum deutschen Eck", Gauredner Viel, Frankfurt a. M. Friedberg-Fauerbach: Gasthaus Zur Loreley", SA.-Obersturmbannführer D. Mül­ler, Frankfurt a. M. Garbenteich: Gast­hausZum weißen Roß", Gauredner Göckel, Lan­den. Gießen-Klein-Linden: Gasthaus Zur deutschen Eiche", Gauobmany Becker, Frank­furt a. M. Gießen-Wieseck: Saal Heinrich Braun, Gauredner Schäfer, Vadenrod. Grie­del: GasthausZum Taunus", Gauredner Krauß, Frankfurt a. M. Großen-Linden: Saal Schaum, Oberbürgermeister Bartholomäus, Worms. Haufen b. Gießen: Saal Fink, Gauredner van Haren, Herborn. Heuchelheim: Turn­halle, Gauredner Göbel, Frankfurt a. M. Hoch- Weisel: Gasthaus Karl Messerschmidt, Gaured- ner Wagner, Wiesbaden. Ilbenstadt: Schul­saal, Gauredner Richter, Offenbach. Kirch- Göns: Saal Müller, Gauredner Ruß, Frankfurt a. M. Langenhain: Rathaussaal, Gauredner Brück, Wiesbaden. Lang-Göns: Turnhalle, Gauredner Christ, Langenselbold. 'Leih­gestern: GasthausZum Löwen", Gauredner Becker, Mainz. Nieder-Mörlen: Gasthaus Zur Rose", Gauredner Eyring, Frankfurt a. M. Nieder-Rosbach: Saal Simon Wwe., Gau-

Mit unseren Kähnen ist der Sieg!

In den Kundgebungen der NSDAP., Kreis Wetterau, sprechen am

Die Einrichtung der Obus-Linien als Ersatz für unsere Straßenbahn ist am gestrigen Dienstag wie­der einen Schritt weiter vorwärts gekommen. Von den bestellten neuen Wagen trafen nämlich gestern zwei hier ein, die einstweilen in der Wagenhalle des Straßenbahndepots untergestellt wurden, wäh­rend die Lieferung der restlichen Wagen in Kürze zu erwarten sein dürfte. Bis dahin wird auch die Einrichtung der Oberleitung bei dem nunmehr be­ginnenden besseren Wetter weitere Fortschritte ge­macht haben, so daß man in absehbarer Zeit mit der Inbetriebnahme der Obus-Linien rechnen kann.

Die Obusse (Oberleitungs-Omnibusse) sind mit den modernsten Einrichtungen versehene Wagen von 8,85 Meter Länge und 2,35 Meter Breite. Sie ent­halten 27 Sitzplätze, ohne den Führersitz, und 18 Stehplätze, so daß insgesamt 45 Fahrgäste in jedem dieser Wagen Platz finden können. <Die Wagen werden mit Schaffner gefahren. Vorne und hinten seitlich sind Falttüren angebracht, durch die man bei bequemer Anordnung der Trittbretthöhe die Wagen betritt. Eingestiegen wird nur durch die Tür am hinteren Teil des Wagens. Für die Abend- unb Nachtzeit ist an den Eingangstüren Stufen­beleuchtung vorhanden. Die Sitze sind mit dunkel­grauem Rindvachetteleder überzogen, die innere Wandbekleidung der Wagen unterhalb der Brüstung besteht aus Sperrholz mit Kunstleder, der Sockel ist mit Linoleum verkleidet. Die Wagen besitzen Frischstrom-Heizung, zu beiden Seiten an der oberen Kante der Fenster Liventa-Entlüfter, ferner am Dache noch Brose-Lüftungsklappen, außerdem neu­zeitliche Verdunkelungseinrichtungen. Acht Decken­lampen mit Doppelfaffung gewährleisten die gute Beleuchtung des Wagens, Notlampen find gleich­falls installiert worden. Auf dem Dache befinden

sich die beiden Stangen der Stromabnehmer. äußere Bild des Wagens mit seinem hellgelben^ elfenbeinfarbigen Gewand mit blauabgesetztem Zwi­schenstück und dem auf den Längsseiten angebrachten Gießener Stadtwappen ist ebenso vorteilhaft roifl die Inneneinrichtung. An der Stirnseite des Wagens befindet sich der Richtungsfchildkaften mit Rollfilm­einrichtung, die ' die jeweilige mühelose Verände­rung der Beschriftung im Richtungsschildkasten er* möglicht. Die Wagen sind vorne einfach, hinten? doppelt bereift. Das Untergestell wurde von dey Firma Henschel & Sohn, der Aufbau von deck Firma Gebrüder Creds in Kassel hergestellt.

Die Einrichtung der Obus-Linien hat in den letz­ten Jahren in vielen Teilen des Reiches immer größere Fortschritte gemacht. Und doch ist dieses Verkehrsmittel an sich keine Schöpfung der neuesten Arbeit unserer Technik. Industrie und Praxis der Oberleitungs-Omnibusse sind, wie dieKölnische Zei­tung" kürzlich (18. Januar 1941) an Hand von Vorträgen von Fachleuten hervorhob, ebenso alt wie die elektrische Zugförderung überhaupt. Schon Werner von Siemens machte im Jahre 1882 einen Versuch, mit einem gleislosen Straßenfahrzeug mit zweipoliger Fahrleitung. Die ersten Obusse für dio planmäßige Personenbeförderung sind dann um bie Jahrhundertwende gebaut worden. Die Weiterent­wicklung ist hauptsächlich dem Ingenieur Max Schu­mann zu verdanken, der im Jahre 1901 die erste Obuslinie im Bielatal in Sachsen errichtet hat. Im Jahre 1913 waren in Deutschland 12 Betriebe mit 54 Kilometer Streckenlänge und 30 Personen- und 11 Lastfahrzeugen vorhanden. Fast alle diese An­lagen sind während des Weltkrieges ober kurz nach­her eingegangen. Nach dem Weltkrieg hat ein neuer Aufstieg begonnen, der durch übermäßige Abnutzung