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Der Wehrmachiberichi.
Berlin, 9. Juni. (DHB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Unterseeboote versenkten feindliche Handelsschiffe mit zusammen 31 500 BRT.
Verbände der deutschen Luftwaffe führten in der Nacht zum 8. Juni einen weiteren, besonders erfolgreichen Angriff auf den britischen Floilenstüh- punkt Alexandria durch. Mehrere schwere Bombentreffer wurden trotz starker Abwehr in Hafenanlagen und TNarinedepots erzielt. In kriegswichtigen Anlagen entstanden mehrere Grohfeuer.
In den britischen Gewässern versenkten Kampfflugzeuge während der letzten Nacht zwei Handelsschiffe mit zusammen 7000 BRT. und bombardierten Hafenanlagen an der S ü d - und Südostküste Englands. Bei Tage belegte ein Kampfflugzeug ein Rohstofflager in Südengland erfolgreich mit mehreren Bomben.
In Nordafrika wurden wieder britische Batteriestellungen vor Tobruk mit Artilleriefeuer bekämpft und durch deutsche und italienische Kampffliegerverbände Befestigungsanlagen und Flakstel- lungen bei Tobruk mit sehr guter Wirkung angegriffen.
Der Feind griff in der letzten Nacht mit schwäche- ren Kräften Westdeutschland an. Unter der Zivilbevölkerung gab es einige Tote und mehrere Verletzte. Militärische oder wehrwirtschaftliche Schäden entstanden nicht. Brände in mehreren Wohnhäusern konnten schnell gelöscht werden.
In der Zeit vom 4. bis 8. Iuni verlor der Feind 10 Flugzeuge. Davon wurden 8 in
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31500 BRT. von U-Booten versenkt.
Neuer besonders erfolgreicher Angriff auf den britischen Flottenstützpunkt Alexandria. — Kampfflugzeuge versenkten zwei Handelsschiffe mit 7000 BRT.
Dienstag, lo.Zunl Ml
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Luflkämpfen, 2 durch Vorpostenboole abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen 9 eigene Flugzeuge verloren.
Kapitänleutnant Heinrich Liebe und Oberleutnant j. $. Lndratz haben als vierter und fünfter Unterseeboot-Kommandant eine Versenkungsziffer von je 200 000 BRT. überschritten.
In den Kämpfen um Kreta zeichneten sich die unter Führung von Major Koch, Hauptmann A l t m a n n und Oberleutnant Genz stehenden Fallschirmverbände durch Kühnheit und Heldenmut besonders aus. Die unter Führung von Generalmajor M e i n d l, Oberst h e i d e r i ch, Oberst Bräuer, Oberst Samte und Oberst Sturm stehenden Fallschirmverbände schufen in harten Kämpfen die entscheidenden Voraussetzungen für die Eroberung von Kreta.
Der italienische Bericht.
Rom, 9. Juni. (DRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:
In Nordafrika erzielte unsere Artillerie Treffer auf zwei Dampfer, die in Tobruk einfuhren.
Die Luftwaffe erzielte Treffer auf Lagerhallen und Stellungen von Tobruk. Feindliche Kraftfahrzeuge wurden durch Treffer unserer Flugzeuge zerstört.
Der Feind unternahm Einflüge auf Bengasi, D e r n a und Tripolis.
In O st a f r i k a dauern die erbitterten Kämpfe im Gebiete von Galla und S i d a m o an. Im Gebiete von G o n d a r lebhafte Tätigkeit der feindlichen Artillerie, die von der unseren wirksam bekämpft wird.
Gtuka-Angn'ff auf Alexandrien.
Arsenale und Hafenanlagen zerstört. - Englands Mittelmeerdepot unter Bombenhagel.
Bon Kriegsberichter Karlheinz Holzhausen.
gruppe des Generalleutnants Dietl seit vielen Wochen, vereinsamt unter den schwersten Bedingungen, in Narvik gegen eine überwältigende feindliche Uebermacht geleistet hat, erhielt heute seine Krönung durch den vollen Sieg. Ostmärkische Gebirgstruppen, Teile der Luftwaffe sowie die Besatzungen unserer Zerstörer haben in zwei Monate lang andauernden Kämpfen einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben. Durch ihr Heldentum wurden die alliierten Land-, See- und Luftstreitkräfte gezwungen, die Gebiete von Nar- v i k und harstadt zu räumen, lieber Narvik weht endgültig die deutsche Flagges Die norwegischen Streitkräfte haben in der Nacht zum 10. Juni ebenfalls ihre Feindseligkeiten eingestellt. Die Kapitulationsverhandlungen sind im Gange.
Erfolgreiche Llnterfeebooiskommandanten. Die 200 000-Tonnen - Grenze überschritten.
Berlin, 9. Juni. (DNB.) Mit den am 9.6. gemeldeten Versenkungen haben, wie im OKW.-
in Alexandrien — vervielfältigen ihren Feuerzauber, als unsere ersten Sturzbomber zum Angriff übergehen. Das Pfeifen der Motoren kündet ein unmittelbar folgendes Unheil in den Anlagen der Kais, in den hallen, Schuppen und Werften. Die Scheinwerfer zucken unter und tauchen hinter dem stürzenden Flugzeug auf. Jetzt lösen sich die Bomben, fallen — grelle Flammen steigen auf — und weg ist der Sturzbomber und davonaeflogen.
Wir suchen unser Ziel in aller Ruhe. Der Helle Mond spielt Beleuchter. Jetzt kippt auch unsere Ju 88 ab, fliegt auf den Kai zu, die Schnauze zeigt auf die Werftanlagen, Scheinwerfer jagen unter uns her, rücken über uns weg, fassen, suchen, finden nichts und kreisen ewig unruhig am Himmel herum. Bon vielen Seiten hören die da unten Motorengeräusch und wissen nicht, welches Flugzeug sie zuerst einfangen sollen. Pfeifendes Stürzen und unheimlich schnelles Davonrasen verwandelt die nächtliche Ruhe Alexandriens zum Chaos.
Unsere Bomben sitzen im Ziel. Nach dem Abfangen aber erwischt uns ein Scheinwerfer, starrt uns mit seinem grellen, glotzenden Auge an, und sofort zieht ein Dutzend weiterer Scheinwerfer seine Strahlenbündel hinterher, und unser Sturzbomber hängt für VA unangenehme Minuten im Raum der Scheinwerferarme. Die Flak schießt wie toll nach uns. Zwischen den Leuchtarmen krepieren Granaten, ipib wir bekommen die zahlreiche schwere Flakartillerie Alexandriens zu spüren. Dann sind wir heraus und kommen ungeschoren nach erfolgreichem Angriff auf Alexandrien wieder von der Küste weg. Einige hartnäckige Scheinwerfer geben uns noch Geleit, dann wenden auch sie ab oder schwenken zu abermals angreifenden Sturzbombern herum, versuchen dort ihr heil, jedoch, es kehren alle Flugzeuge des Verbandes zurück, hinter ihnen liegt Zerstörung, starren verbogene Gerüste der Werftanlagen und aufgerissene Kais.
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!. sch-industriellen Institut" unter staatlicher Auf- ctt zusammenarbeitet. Daneben bestehen ferner nge rein staatliche Einrichtungen, die für eine des Aufbaues in den
enen Lande hätte produzieren können, aber die difchen Erze, das Holz und die große schwe- che Handelsschiffahrt brachten so viele Devisen, X man sich den Luxus einer rein weltwirtschaft-
Drientterun-g leisten konnte. Man lebte und ’Ä leben, die private Wirtschaft machte ihre Geiste, und der Staat kümmerte sich im allgemeinen sehr viel um die Wirtschaft.
iefe Zeiten sind vorbei. Der Krieg, zum Teil schon vorher die Verlagerung bestimmter Jnter-- n in der Weltwirtschaft, haben auch Schweden ötigt, sich über das Problem einer autarki° en und planmäßigen Steuerung n e 5 wirtschaftlichen Lebens einige nken zu machen. Das gilt nicht nur für die ldfeite, es gilt auch für die Produktion in einem ter wichtigsten Zweige: im Bergbau. Schweift nicht arm an Erzen. Die meist über Narvik Ausfuhr kommenden Eisenerze sind bekannt. Sie rben, da sie in der ganzen Welt Absatz fanden, reichlich a-bgeb aut. Interessant ist aber, daß „weden trotz dem überreichlichen Erzvorkommen auf verzichtete, seinen ganzen Bedarf an Eisen st zu erzeugen und zu verarbeiten. Es wurden Mhr Eisenhalbzeug und Eisenwaren eingeführt, als Pder eigenen Wirtschaft hergestellt wurden. Noch |Wr lag der Fall bei Blei und Zink. Schweden t tzt Bkei- und Zinkerze — sie wurden alle orttert. Eine eigene Blei- und Zinkherstellung t es in Schweden nicht — man führte lieber das rtigmetall ein. Die Zinkhütte in Trollhätten, die
Jahr 6000 Tonnen produzierte, wurde 1930 ■gelegt. Das gleiche galt für Magnesium. Schwe- sieht sich jetzt vor die Aufgabe gesteltt, nach -alichkeit seine Industrie aus eigenen Quellen zu |en. Soweit es sich um Eisen handelt, ist das lem nicht allzu schwer zu lösen. Schwieriger es beim Aluminium. Zwar besitzt Schweden eine tminiumhütte mit einer Kapazität von rund
Tonnen. Aber feine bisherige Rohaluminium- ttchr aus Norwegen und Großbritannien betrug Mehrfaches, und die Bauxiteinfuhr aus Frank- ch war ebenfalls bedeutend. Man plant nun, auf i schwedische Andalusit als Ersatz zurückzugreifen; rdings wird der schwierigere Gewinnungsprozeß j Produkt verteuern. Ebenso wird die Blei- und kförderung verstärkt werden, und man wird An- n zur Verarbeitung errichten. Da Magnesium der Form von Dolomit in Schweden vorhanden so kann auch diese Frage gelöst werden. Kom- Werter liegt der Fall bei Nickel und Kobalt; doch die Sachverständigen der Meinung, daß unter Br gegebenen Umständen auch diese Ausbeute sich bht.
§5 versteht sich von selbst, daß eine derartige Ur Stellung und ein Neuaufbau von Produktionen njijt mehr der Privatinitiative irgendwelcher Un= ehmer allein überlassen werden kann. Man ist ihalb auch in Schweden zu einer zentralen irtschaftsführung gekommen, welche das ^nannte „freie Spiel der Kräfte" — der Grund- s« aller liberalistischen Wirtschaft — ausschaltet. Anerhalb der schwedischen Industrie wurde ein roduktionsausschuß" gebildet, der mit dem „Sta-
Schweden stellt sich um
Von unserem H-r.-Berichterstatter.
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Stockholm, Anfang Juni 1941.
jn den Jahren vor dem Krieg war die schwe- iche Wirtschaft in der Lage, sich weitgehend auf tn „freien Handelsverkehr" zu stützen, jun kaufte in aller Welt Fertigwaren oder halb- torifate, führte manches ein, das man auch im
DNB. ..., 10. Juni. (PK.) Nun mußte Alexandrien die unerhörte Wucht deutscher Sturzbomber spüren. In verschiedenen Wellen wurden die h a f e n a n l a g e n der ägyptischen Großstadt sowie sonstige militärische Ziele mit Bomben starker Kaliber belegt. Die angerichteten Verwüstungen bedeuten harte Schläge gegen Alexandrien, das die Engländer als letzten Flottenstützpunkt und als letzte wichtige Schlüsselstellung im. östlichen Mittelmeer in ihre Kriegspläne einspannten.
Wir fliegen in dieser Mondnacht zum ersten Mal mit unseren Sturzbomberverbänden den Kurs nach Alexandrien. Die Bomben der Flugzeuge sind für Alexandrien bestimmt, den von England kontrollierten Welthafen im Nildelta. Die englische Flotte liegt dort, und außerdem viele zerstörte und beschädigte Frachtschiffe, die im Zentralhafen auf Reparatur warten. Noch stehen die Werften und langen hallen der Arsenale mit oielfälttgem Kriegsmaterial unversehrt. Noch kann der Engländer Nachschub für den Krieg an der Mittelmeerfront und in der Wüste heranführen, und gerade dort, im Herzen des ägyptischen Hafens, sollen unsere Sturzbomber aufräumen und dem Engländer zeigen, daß auch dieser letzte Hafen im östlichen Mittelmeer keine Sicherheit mehr bietet.
Die Sicht ist so, daß wir schon weit vor der ägyptischen Küste das Netz starker Scheinwerfer sehen, das sich als grell leuchtende Sperre über die wertvollen Anlagen des Hafens spannt. Diele Scheinwerfer find in und um Alexandrien verteilt und entsprechende Flakartillerie gehört zu ihnen. Da flammen schon die ersten Mündungsfeuer geld- rot auf, und schwache Wölkchen setzen sich vor die Nase unseres Sturzbombers, noch weit entfernt, manchmal dicht aufrückend. Für Minuten schweben sie leicht in der Luft, verschwinden im nächtlichen Dunst und werden durch neue abgelöst. Die Batterien der brittschen Flakabwehr — es sind überwiegend australische und neuseeländische Truppen
Siebener ftamilienblätter I jeimat unBild-DieScholle
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pn einzelnen Nummern r folge höherer Gewalt Sernivrechanschlust 2251 -whianschrift:,,Anzeiger" Mfchett 11686 Franti^ M.
Bericht mitgeteilt, zwei Unterseebootskommandanten die 200 000-Tonnen-Grenze überschritten. Wie wir hierzu noch erfahren, hat Kapitänleutnant Heinrich Liebe insgesamt 204 600 BRT., Oberleutnant zur See E n d r a ß 214 200 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt.
Die Erfolge der beiden U-Boot-Kommandanten lenken abermals den Blick des deutschen Volkes auf die kühnen Taten unserer U-Boot-Waffe. Kapitänleutnant Heinrich Liebe wurde erst kürzlich im OKW.-Bericht erwähnt. Er erhielt am 21. August 1940 das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 'n Anerkennung für seine besonderen Fähigkeiten, fein gutes Kpnnen und seinen Wagemut, als er damals 16 Schiffe mit 97 296 BRT. versenkt hatte.
Bei Oberleutnant zur See Endraß handelt es sich um den einstigen Wach- und Torpedooffizier auf dem U-Boot des unvergeßlichen Korvettenkapitäns Prien, an dessen ersten Waffen taten — es fei nur an die Versenkung der „Royal Oak" erinnert. — er Anteil hatte. Später wurde Endraß selbst Kommandant eines U-Bootes. In dieser Eigenschaft erhielt er am 9. September 1940 nach Versenkung von 106 307 BRT., darunter die Hilfskreuzer „Carinthia" und „Dunvegan Castle", das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.
Die beiden Kommandanten und ihre tapferen Männer haben nun erneut bewiesen, was deutsche Tüchtigkeit und Kühnheit zu leisten vermögen.
ischen Staat ist. Daß mit den früheren Melden nicht gearbeitet werden kann, ist selbstver- laidlich, denn das ist ja der Pferdefuß der „freien" Ortschaft, daß im Fall von Warenverknappung iE Preise ungezügelt steigen. Die schwedische Regung Hot diese Frage von Anfang an gesehen; chalb löste sie auch bei Ausbruch des Krieges Währung vom englischen Pfund und suchte Schluß beim Dollar.
ks ist interessant, daß neuerdings in Schweden Ine aufge taucht sind, die eine neue, sehr 1' b e r n e Währung schaffen wollen — auf r Rohstoff-Basis, wobei man auch daran ftt, mit den schwedischen Guthaben in USA. dort -stosse aufzukaufen, gleichgültig, ob sie momen- « nach Schweden exportiert werden können. Man ürbe sie dann in Amerika als Währungsdeckung arten".
Tuf der Preisseite ist mit dem 1. April 1941 wesentliche Verschärfung gegenüber dem bis- itgen Preisgesetz eingetreten. Preiserhöhungen erliegen der Anmeldepflicht und Kontrolle. Für fimmte Waren wurde ein Preisstop eingeführt, □r hat man von Höchstpreisen abgesehen und nur alpreife bindend gemacht. Ebenso, wie die reife, unterliegen auch Löhne und Gehälter der Etlichen Kontrolle. Damit eine Verknappung keine V isfteigerungen hervorrust, soll in gegebenen Fäl- rationiert werden.
So ist auch das neutrale Schweden im Banne «s britischen Krieges gegen Europa jungen, sich wirtschaftlich umzustellen, handels- Irttisch besitzt es aber in den zwei wichtigsten Erträgen der letzten Monate, in dem handelsver- jst mit Deutschland und in dem mit Rußland, zwei knke Stützen seiner Wirtschaft.
Bor einem Fahr.
2«m 10. Juni 1940: Verfolgung zwischen Kanal- l-fc und Maas. Zwischen Reims und den Argon- 1;r noch erbitterte Kämpfe. Angriff von Kampf- tii Sturzkampfverbänden auf Le Havre. Versen- eines Zerstörers. .
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Im Einverständnis mit dem Führer hatte Anfang September 1939 Italien den Zustand der Nonbeltt- geranza, der Nichtkriegführung, erklärt. Damit hatte es bekundet, daß es das Gesetz des politischen und militärischen handelns selbst in der Hand behielt. Trotz aller Drohungen der Plutökratien blieb es dabei, und am 10. Juni, also vor einem Jahre, rief der Duce vorn Balkon des Palazzo Venezia in Rom das italienische Volk zum (Eintritt inöen Krieg gegen Frankreich und England auf. Er sagte, Italien greife aus eigenem Willen zu den Waffen, um, nachdem das Problem der Festlandsgrenzen für Italien gelöst sei, nunmehr auch- das Problem der Meeresgrenzen zu lösen. Es sei - der Kampf der fruchtbaren und jungen gegen die unfruchtbaren und dem Untergänge geweihten Völ^ fer, es sei der Kampf zwischen zwei Jahrhunderten und zwei Weltanschauungen. Die deutsche Haltung kam in den Worten des Reichsaußenministers von Ribbentrop am gleichen Tage zum Ausdruck, der erklärte, aus eigenem freien Entschluß habe der Duce den Marsch- beschl erteilt. Deutsche und italienische Soldaten würden jetzt Schulter an Schulter zusammen marschieren und solange, bis Frankreich und England bereit seien, die Lebensrechte der beiden Nationen zu respektieren. Damit war der Würfel gefallen.
Italien kämpfte und kämpft um seine Zukunft, um seine Anerkennung als Vormacht des Mittelmeeres. Mit Wut und hohn wurde von den Gegnern dieser Kriegs eintritt ausgenommen. Man verwies auf Italiens langgestreckte und ungeschützte Küsten, auf die schwer zu verteidigenden Inseln Sardinien, Sizilien, die der anatolifchen Küste vorgelagerte Inselwelt des Dodekanes mit Rhodos, auf die von Frankreich und den Enaländern in Aegypten flankierte libysche Kolonie sowie darauf, daß Abessinien nur durch den Suezkanal, der in britischem Besitz ist, erreichbar fei. Dazu kamen wirtschaftliche Hoffnungen, weil Italien durchaus abhängig wäre von der Einfuhr, und der Faschismus ttotz aller Bemühungen, den Grundcharakter des Volkes zu ändern, doch nicht vermocht hätte, das Land plötzlich wohlhabend zu machen. Es ftimmte zwar, daß die englische und französische Macht im Mittelmeer damals überlegen war, daß Italien noch ein armes Land ist, aber diese besitzenden Plutokraten hatten eins vergessen: Der Faschismus hatte Italien einen neuen, einen heroischen Geist ein geimpft, der gewillt war, sich gegen alle Gewalten zu behaupten und durchzusetzen. Er bewies sich in der Teilnahme an den letzten Kämpfen um Frankreich, er stieß von Libyen aus gegen Aegypten vor, und nur die gesamte Macht des Empire, die Ueberlegenheit an Truppen, Tanks und Flugzeugen vermochte nach harten Kämpfen, Italien diese Erfolge teilweise zu entreißen, bis auch in Nordafrika das deutsche Afrikakorps zusammen mit den italienischen Truppen die Engländer schlug und beide heute bei Sollum auf ägyptischem Boden stehem Im abgefchnittenen Abessinien kämpften die Italiener mit außerordentlicher Bravour, obgleich Jtalienisch-Ostafrika einer belagerten Festung glich, denn eine Versorgung durch italienische Soldaten und Material kam während des Krieges nicht in Betracht, da z. B. allein die Luftlinie von Addis Abeba bis Tripolis in Libyen über 3000 Kilometer beträgt, hier konnten die Empire-Truppen nur mühsam Boden gewinnen, anderseits war es durch die erst 1936 erfolgte Besitznahme von Abessinien den Italienern noch nicht möglich gewesen, diese Kolonie kriegswirtschaftlich autark zu machen, wenn auch viel für die Aufschließung des unwegsamen Landes geschehen war. Am 6. April 1941 konnten zwar nach hefttgen Kämpfen die Briten in die abessinische Hauptstadt einziehen, aber noch immer kämpfen italienische Truppen im abessinischen Gebirgsland gegen die brittschen Plutokraten, die sich rühmen, riinö 400 000 Mann gegen die wenigen Italiener aufgeboten zu haben. Am Tage des Sieges wird sich die Flagge Italiens wieder über Abessinien erheben.
Die Taten der italienischen Luftflotte und der Kriegsmarine sind eingetragen in das goldene Buch der Geschichte. Italien hatte auf sich genommen, gewaltige Feindkräfte zu binden. Seine Aufgabe war schwer und hart, aber sie beginnt sich zu lösen, da der Balkanfeldzug und die Eroberung von Kreta zeigen, daß die englische Vormachtstellung auf dem Balkan verloren und im nahen Orient bereits schwer angeschlagen ist. In Treue und Sympathie steht das
W ' <»l. Jahrgang Nr. 135
Läufen! ^scheint täglich, außer Wer u“; Hormtags und feiertags lc Sq) Beilagen:
Gietzener Anzeiger
örühIschkUnivrrftlätrdruiterei B. Cange General-Anzeiger für Gberhessen 6ie6en3d)nlflra6e 7-9
In der Nacht haben die He 111 auch ganze Arbeit geleistet. Glutrote Brände leuchten weit bis auf das Mittelmeer hinaus, von dessen Gewässern unsere Kampffliegerverbände die Engländer verjagt haben.'
Unaufhaltsam geht der Kampf an der Mittelmeerfront weiter, dem Engländer wird Stellung um Stellung entrissen.
Flucht der Bevölkerung.
Stockholm, 9. Juni. (DNB.) Angesichts der ernsten deutschen Luftangriffe, meldet Reuter, nehme die Flucht ägyptischer Familien aus Alexandria die verwirrtesten Formen an. Wagenkolonnen dehnten sich auf viele Kilometer aus. Alle nur verfügbaren Fahrzeuge würden benutzt, man häufte darauf in buntem Durcheinander Matratzen, Möbel, Grammophonapparate, Kleidungsstücke u. a. Die weniger Glücklichen, die keinen Wagen hätten, trügen ihre Matratzen und andere Pakete auf dem Kopfe und führten dazu oft noch einige Ziegen mit. Der Bahnhofvon Alexandrien ist während des ganzen Tages mit Taufenden von Aegyptern gefüllt, die versuchen, mit den planmäßigen und extra eingelegten Zügen die Stadt zu verlassen.
Kennzeichnend für die Schwere des ersten deutschen ßuftangrifffs auf den von England als militärischen Stützpunkt mißbrauchten ägyptischen Hafen Alexandrien ist die Tatsache, daß die ägyptische Regier un g, wie aus Kairo verlautet, für die Opfer die Summe von 300 000 Pfund zur Verfügung gestellt hat.


