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Samstag. 8.' Sonntag. 9 Mar; Ml

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Giehemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Schrlftlettvng und GeschäftrsteNr:

Oietzen. Zchvljtratze 7-9

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n der Gendarmerieleutnant in fließendem Deutsch: Wenn Sie kein Französisch können, dann wer-

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weisenden Worte aussprach, war der der Militär- : erwaltungschefs, des Regierungspräsidenten Dr. Reeder in Brüssel; der Saal, in dem sie aus­gesprochen wurden, ein Festsaal im belgischen Parla- nentsgebäude; die Personen, vor denen sie ge­brochen wurden, waren die flämischen und die wal- dmschen Kulturräte, die feierlich in ihr neues 'Imt einqeführt wurden. Nicht so sehr in der Neube» Atzung dieser Aemter als vielmehr darin lag die Jedeutuna dieser feierlichen Sitzung, daß die Aemter t er flämischen und der wallonischen Kulturräte von nun an 3u wirklich einflußreichen und verantwort­lichen Stellen w"rden sollten, weil gerade im Kul­turellen der völkische Gedanke an die Stelle des Liberalen treten soll.

Will man ein Bild von den heute sichtbaren Wir­kungen der deutschen Kulturarbeit in Belgien erhal­len. so müßte man einerseits die unmittelbar mit der Zesatzuna zusammenhängenden gegenwärtigen von t en auf Dauer angelegten Einrichtungen unterschei­den und kann das andererseits doch nicht; denn auch

Heute müssen auch Belgier zugeben, daß sie eben aus dieser Quelle eine Unmenge von Lügen emp­fangen haben und über Deutschland ein völlig schie­fes Bild erhielten. Sie waren falsch unterrichtet, wenn sie glaubten, die deutsche Armee könne den polnischen und den norwegischen Sieg im Westen nicht wiederholen; sie waren falsch unterrichtet, wenn sie auf das dumme Emigrantengeschwätz hörten, im Falle eines Krieges werde in Deutschland eine Revolution ausbrechen und dasRegime" gestürzt werden; sie waren falsch unterrichtet über das, was in Deutschland auf sozialem Gebiet geleistet und zur Zufriedenheit der Massen geändert war.

Heute haben die Belgier Möglichkeiten, Versäum­tes nachzuholen. Reisen in und durch das Reich von belgischen Künstlern, Schriftstellern, Journalisten wurden wiederholt veranstaltet. Nicht nur um die deutschen Sprachkenntnisse zu erweitern, sondern um von Deutschen Neues über Deutschland zu er­fahren, wird dieBrüsseler Zeitung" heute von vielen Belgiern regelmäßig gelesen. Außer die-

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sonliche Botschaft des Präsidenten Roosevelt an den Prinzregenten Paul entgegenzunehmen. Dem Gesandten Fotic wurde dabei von Sumner Welles in er­regtem Tone mitgeteilt, der amerikanische Prä­sident wünsche dem Prinzregenten und seiner Regierung noch einmal energisch zur Kenntnis zu bringen, daß seiner Auffassung nach allen weiteren Erfolgen der Achsen- Mächte, und sei es auch nur auf diploma­tischem Gebiet ein Ende bereitet wer­den müsse. Der amerikanische Präsident ließ ferner wissen, daß das geaenwärtig im Kon­greß vorliegende und nach Abrede mit den wichtiosten Senatoren der Annahme, sichere Enalandhilfegeseß der Regierung der vereinigten Staaten die Möglichkeit gebe, die Neuordnung Europas mit allen Mitteln aufzuhallen. Die Vereiniaten Staaten würden in der tage sein, künftig allen euro­päischen fffestlandftaaten, die sich dieser Neuord­nung entziehen wollten, wirksame Hilfe zu gewähren. Der Präsident habe dabei be- sonders den Dreierpaff im Auge, der von Sumner Welles in diesem Zrusammenhang als das aeniallle, für Großbritannien aber auch gefährlich sie diplomatische 3n ff tu­rnen« der Achse bezeicbnef wurde. Unter- sfaafsiekrefär Welles beschwor beim Abschied den Geiavdfen Fofic, diese Bofschasf unverzüg­lich nach Belgrad durch'ugeben, wobei er ihm die vorzugsweise Abfertigung durch die Kabel-

(Smtifa in Kairo.

Stockholm, 7. März. (Europapreß.) Amtlich wird in London bestätigt, daß ein Zusammentreffen zwischen Außenminister Eden, Generalstabschef Dill, General Wavell und dem südafrikani­schen Ministerpräsidenten Smuts in Kairo statt- gefunden habe. Smuts war am Dienstag dieser Woche in Nairobi eingetroffen und Donnerstag in Kairo zu den Besprechungen. Er hatte bereits im Dezember v. I. in Khartum eine Zusam­menkunft mit Eden.

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oesellschatten garantierte.

Dieser Mitteilung soll vier Tage vorher, am 10 Februar, als erstmalig die Reifeabsichten der jugoslawischen Staatsmäner nach Berchtesgaden bekannt wurden, ein SchrittdesBelgrader amerikanischen Gesandten vorausgegan­gen sein, der sich ebenfalls auf drinaende Anwei­sung von Roosevelt ins Ministerpräsidium begab, um'dort bekanntzugeben, daß Roosevelt sich etwas anderes als den Endsieg Großbritan­niens nicht vorstellen könne und alles tun werde, um diesen zu ermöglichen. Wie in politischen Krei­sen Washingtons eraanzend bekannt wird, haben die ame'-ifkmischen Gesandten in den B-alkanhaupt-

Budapest, 7. März. (DNB.) Der Budapester Magyarsag", das größte und angesehenste un­garische Morgenblatt, veröffentlicht am Freitaa- morgen in arößter Aufmachung eine sentationelle Mitteilung, wonach in gewöhnlich gut unterrichteten politischen Kreisen Washingtons verlaute, daß Prä­sident Roosevelt am gleichen Tage, an dem sich Ministerpräsident Zwetkowitsch und Außenminister Cincar-Markowitsch beim Führer auf dem Obersalzberg befanden, der jugo­slawischen Regierung ein Hilfsversprechen aufdrängen wollte.

Am 14. Februar wurde der jugo fla- wifche Gesandte in Washington, 5ofic, durch einen drinnenden Telephonanruf unter vermeidungj jeglichen Aufsehens spät abends in die Privalwohnung des Unterstaalssekretärs Sumner Welles gerufen, um dort eine per-

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Englands Blockadedrohung schreckt nicht.

(Sofia, 7. März. (Europapreß.) In bulgarischen Kreisen wird der Abbruch der Beziehungen Groß- britanniens zu Bulgarien kühl und mit Ruhe aus­genommen. Man deutet an, daß der Einfluß Eng­lands auf dem Balkan ohnehin seit einiger Zeit völlig geschwunden sei. Der Schritt der briti- scheu Regierung könne an dieser Tatsache nichts än­dern. Die Blockadedrohung von englischer Seite habe weder in Regierungskreisen, noch in der Bevölkerung irgendeinen Eindruck gemacht, weil Bulgariens Wirtschaft zu neunzig Prozent v o n d e r Uebersee-Einfuhr unabhängig sei. Es sei gelungen, an Stelle von ausländischen Rohstoffen heimische Rohstoffquellen in weitgehen­dem Maße zu mobilisieren. Außerdem zeige die seit zwei Jahrzehnten ausgebaute und immer mehr platzgreifende wirtschaftliche Zusammen- arbeit mit D eutschland gerade in diesen Tagen ihren Wert.

Die Regierungsmehrheit des Sobranie hielt in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Fi- loff eine Sitzung ab, in der Außenminister Po­po f f einen Bericht über die außenpolitische Lage nach dem Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt er­stattete. Hierauf gab Kriegsminister D a s k a l o f f einen Bericht über den Stand der Armee. Die bei­den Referate wurden mit großer Genugtuung und Einmütigkeit von den Abgeordneten ausgenommen. Es herrschte die Ueberzeugung, daß sich die bulga­rische Außenpolitik auf dem richtigen Wege befinde, um die Interessen des bulgarischen Volkes zu wahren. Da das Heer auf einen hohen Stand gebracht worden ist, kam die Ueberzeugung auf, daß es befähigt ist, seine Aufgaben zu erfüllen.

Aus Beschluß des Ministerrates wurden die bub garische Eisenbahn und die Häfen milita­risiert. Die Angestellten beider Betriebe werden daher im Range von Offizieren, Unteroffizieren ober Soldaten in das Militärverhältnis Übernommen.

Annahme von Anzeige» für die Mittaasnummer bis8'/,Udr des Vormittags

Aiuetgen-Pretser

Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Beilenbrette, Tertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malftaffell Abfchlüfie Mengenstaffel B Plavvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25'mehr

Ein seltsamer Schritt Roosevelts.

Oer Präsident wollte Jugoslawien ein Hilfsversprechen aufdrängen

lahmen sei und das von den Engländern nach Griechenland gelieferte Kriegsmaterial so gut wie wertlos sei. Der amerikanische Gesandte in Athen oll wiederholt von der griechischen Regierung in diesem Sinne unterrichtet worden sein, worauf er dem Chef der griechischen Regierung empfahl, einen öffentlichen Appell an das amerikanische Volk für die Lieferung von Kriegs­mat e r i a l zu richten. Die in Washington hierüber geführten Verhandlungen waren ergebnislos und ührten zu der Erklärung der griechischen Regie­rung, daß alte amerikanische Flugzeuge für Grie­chenland wertlos seien.

Es ist demnach klar, daß dH Vereinigten Staaten zu einer materiell en Unter st ützung Griechenlands und anderer Balkanstaaten selbst dann nicht in der Lage sind, wenn diese ausdrücklich darum bitten. Um so eigenartiger er­scheint das Angebot Roosevelts an Belgrad. In Washington erklärt man sich die Geste des Präsi- deuten denn auch in erster Linie aus dem Bedürf­nis der britischen Diplomatie, ihr seit der Liquidfe- rung der britischen Gesandtschaft in Bukarest voll­kommen abgenutztes Prestiae durch die Mobilisie­rung amerikanischen Einflusses aufzupolieren. Lord Halifax soll im Weißen Haus keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß der Abschluß des b u l- garisch - türkischen Freundschaftsab­kommens das Foreign Office auf dem Balkan und dem Nahen -Osten vor Probleme gestellt hat, die man, was die Türkei anbetrifft, schon über­wunden glaubt. Auch Oberst Danovan soll dem amerikanischen Präsidenten einen Kabelbericht über­sandt haben, in dem es wörtlich heißt, daß die deutsche Springflut die letzten britischen Positionen auf dem Balkan w e g z u s ch w e m m e n drohe. Im amerikanischen Senat hat das Bekannt­werden des Rooseveltschen Schrittes erhebliches Auf­sehen erregt und wird wShrscheinlich zu einer Reihe von Fragen führen, die den Präsidenten auffor­dern, die Beweggründe seiner Ein- mischungsversuche auf dem Balkan bekannt­zugeben.

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diese geaenwartsbedingten deutfchen Veranstaltungen b erben eine Breiten- und Tiefenwirkung innerhalb der Gesamtbevölkerung, die nicht zu unterschätzen ist.

Hier ist ja e i n d e u t s ch e s G e s ch ä f t s v i e r- t e l", sagen die Besucher in Brüssel, die, aus dem Reid) kommend, vom Nordbahnhof aus über den -reiten, lebendigen Boulevard Max gehen: aus der - inen S»ile die deutsche Frontbuchhandlung, daneben d»as KdF.-Haus, von dem die deutschen Gastspiel- ^ruppen durch das Land geleitet werden. Daneben las große deutsche Soldatenkino, und gegenüber die Zentrale der DAF. Anschließend die deutsche Zei- Nlngs-Buchhandluna und das Geschäftshaus der .Brüsseler Zeitung" Sie haben nicht so unrecht, liefe Ankömmlinge. Und das Erstaunliche dabei ist, laß diese neuen Einrichtungen gar nicht einmal so «hr als Fremdkörper wirken. In einer Stadt, in der

Denkmäler mit deutschen Inschriften aus der isterreichifchen Zeit, romantische maurische Höfchen lus, der spanischen Zeit gibt, wo sich alles und jedes tu allen Zeiten traf, verband und mischte, kann man liefe belgische Vielfalt nach dieser und nach jener Seite ziehen, kann mem diese und jene Farbe stär- "er hervortreten lassen, ohne daß damit dem Cha- -akteristischen, welches eben in diesem vermischten vielerlei besteht, etwas genommen wird. Es gab Menschen, die in Brüssel nur dasKlein-Paris', andere, die nur die alteniederländische" Stadt sehen wollten, und jeder hatte für feine These Argumente

Da dieserCarrefour" aber wirtschaftlich und po- itisch so wichtig war, haben die französische und die nicht zu vergessende englische Propa­ganda das ihre getan, um hier in Belgien Fuh ?u fassen >Vür die Franzosen war das am leichtesten. Denn nachdem der napoleonische Imperialismus auf­gegeben'war und Belgien von der Dritten Republik eine direkte Einverleibung nicht mehr zu furchten

gehabt. , ,, ...

Mit einer Bereinigung der Schullesebucher sind die Anfänge zu einer neuen Äugender zie- h u n g gemacht, die nicht mehr darauf abzielen soll, die in Belgien großwerdende Jugend dazu anzu­halten, dem Osten den Rücken zu kehren. Der Michel­angelo-Film, bei dessen festlicher Erstaufführung in Brüssel der Vorsitzende des flämischen Kulturrates, der greise Pfarrer und Dichter Verschaeve, einen einheitlichen Vortrag halten wird, ist wieder ein neuer Impuls zur Festigung der deutsch-belgi­schen Kulturbeziehungen. Noch sind dies alles erst Ansätze und Versuche. Aber da zu all diesen Ver­anstaltungen fein befohlenes, sondern ein zahlreiches, wirklich interessiertes belgisches Publikum erscheint, sind die Aspekte für die kulturelle Wiedergewinnung der der Kultur des Reiches verlorengegangenen Laage landen an de Zee" beachtenswert, und die Arbeit, die in dieser Richtung geleistet wird, wird von beiden Seiten mit Aufmerksamkeit und An­erkennung verfolgt.

Die sensationelle Veröffentlichung des bekannten ungarischen Blattes läßt eine Einstellung Roose­velts zu den europäischen Dingen zutage treten, bie bei einem Staatsmanns sonderbar berühren muß, der die Monroe-Doktrin unausgesetzt im Munde führt. Wenn Roosevelt sagte, daß Amerika mit-der Annahme des Englandhilfe-Gesetzes die Möglichkeit haben werde, die von den Staaten der Achse betriebene Neuordnung Europas mit allen Mitteln aufzuhalten und zu Hintertreiben und wenn er als ersten praktischen Schritt hierzu Jugoslawien in dem Augenblick ein Hilfsversprechen gab, m dem bie juaoslawischen Staatsmänner beim Führer auf dem Obersalzberg weilten, so ist das eine Ein­mischung in ureigenste Angelegenheiten der europä- ischen Völker, wie sie krasier nicht gedacht werden

kann und wie sie sich gerade die amerikanischen Vol­ker, an ihrer Spitze die Vereinigten Staaten, durch die zum Staatsgrundgesetz erhobene Monroe-Dok­trin immer wieder und mit Recht verbeten haben. Das gleiche Recht freilich nehmen auch die euro­päischen Völker für sich in Anspruch, und sie wer­den sich in der Ausübung dieses Rechtes von kernen Drohungen des amerikanischen Staatsmannes hin­dern lassen. Schon die in Warschau aefunbenen

Beweise für die Kriegsausweitungsabsichten gewis­ser amerikanischen Interessentenkreise, denen bas Weiße Haus schon damals nicht fernstand.

Die Enthüllungen des ungarischen Blattes lassen nunmehr keinen Zweifel, daß Roofevett entgegen seinen immer wiederholten Beteuerungen in der Wahlzeit entschlossen ist, jede Gelegenheit zu er­greifen, um sich in den europäischen Konflikt einzu- schalten, mag dies auch den Grundsätzen der eigenen amerikanischen Politik ins Gesicht schlagen. Doch die europäischen Völker werden sich durch solche Intrigen an ihrem Willen zur Neuordnung ihres Kontinents aus eigener Kraft und aus eigenem Recht nicht irre- machen lassen.

kn belgischen Besuchern im Reich stärken aber auch die deutschen Besucher in Belgien die deutsch-belgi­schen Beziehungen. Da gibt es Gast spie l e der Kölner und der Düsseldorfer Oper, des Düsseldorfer Schauspiels, du liest der Dichter Hans Friedrich B l u n ck aus seinen Werken in der deutsch-flämischen Arbeitsgemeinschaft zu Brüssel, lieber diese Kreise hinaus dringt aber auch die Arbeit des Rundiunks. die Tätigkeit der deutschen Universitätsprofessoren, welche an den vier Fakultäten aller vier Universi­täten, nämlich in Brüssel, Gent, Lüttich und Löwen, in diesem Wintersemester Vorlesungen halten.

Selbstverständlich ist in vielen Fällen die deutsch-flämische Zusammenarbeit die gegebene und nirgendwo so leicht zu realisieren wie i n A n t w e r p e n. Denn Antwerpen, die alte Hanse­stadt, hatte stets die engsten und besten Beziehungen zu Deutschland. Hier stand die deutsche Handelsflotte beim Umschlag des Hafens an erster Stelle. Hier war die Verbindung zur Rheinschiffahrt. Hier war der Sitz zahlloser deutscher Kaufleute und Firmen. In Antwerpen kam denn auch zu Beginn des Winters bereits die erste deutsch-flämische Gemeinschafts-Ver­anstaltung in der eindrucksvollen Rubens-Feier anläßlich des 300. Todestages des Malers zustande. Wertvolle deutsche Filme, wie der Robert-Koch-Film, haben gerade in Antwerpen ihren größten Erfolg

Oie neue Lage.

Bulgariens Beitritt zum Berliner Dreimächtepakt und feine Zustimmung zum Einmarsch deutscher Trup­pen haben der britischen PolM die Initiative aus der Hand geschlagen und sie ih die Defensive ge­drängt. Ihr A und O war noch immer die Kriegs- ausweitung um jeden Preis Aber die Folgerichtig­keit der deutschen Politik, die nichts übers Kme bricht und geduldig reifen läßt, was reifen muß, dann aber im rechten Augenblick zu schnellen Ent- chlüssen kommt und sie mit aller Tatkraft durch- ährt, wobei sie sich auf den mit äußerster Prä­zision arbeitenden Apparat der deutschen Wehr- macht verlassen kann, hat auch diesmal wieder den Engländern ihr Konzept gründlich verdorben. Man hatte in London immer noch gehofft, wenn nicht durch Geld und gute Worte, so doch durch massive Drohungen Bulgarien von diesem Schritt in das Lager der Achse zurückschrecken zu können. Chur­chill selbst hatte es an solchen Drohungen nicht fehlen lassen, und der britische Gesandte in Sofia, George Rendell, der inzwischen seine Koffer packen mußte, um nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Bulgarien mit dem Rest seiner Agenten das Land zu verlassen, hat noch vor einer Woche in grotesker Verkennung der Lage pathetisch erklärt:Wenn ich irgend etwas tun kann, um dem bulgarischen Volke meine Abreise zu ersparen, so bin ich gern dazu bereit, aber so mußte Rendell elegisch hinzufügenleider hat Bulgarien den großen Fehler gemacht, bereits zu eng mit Deutschland zusammenzuarbeiten." Bulga­riens Volk und Regierung haben sich durch diese letzten Lamentationen des britischen Diplomaten nicht irre machen lassen, sie waren vielmehr froh, mit ihm und seinen Leuten so bald reinen Tisch machen zu können, nachdem man auch hier der ausgedehnten Sabotagearbeit britischer Agenten auf die Spur gekommen war. Die englische Polittk muß Bulgarien schweren Herzens aus ihrer Rech­nung streichen. i

Die Erneuerung des bulgarisch-türkischen Freund­schaftsvertrages vor etwa vierzehn Tagen hatte man in London bereits mit zwiespältigen Gefühlen auf­genommen. Immerhin hatte sich das Foreign Office doch wohl Hoffnung gemacht, mit Hilfe des tür-

hatte, wandte man gerade nach den gemeinsamen Erinnerungen des Weltkrieges die Augen nicht un­gern nach Paris, woher die meistgefehenen Filme, die meistgelesenen Bücher, viele Zeitungen, Theater­stücke und Schauspielertruppen, Kleider- und Hut- modekle zu kommen pflegten.

Was nun bei den Damen die Franzosen vermoch­ten, das versuchten bei den Männern die Engländer. Besttmmte Klubs und Vereinigungen bemühten sich, den Belgiern den Lebenssttl ihrer Geschäftsfreunde auf der Insel als so vorbildlich hinzustellen, rote er von der belgischen Aristokratie bereits hingenommen war. Auch die germanische Brücke zu den Flamen wurde von Englano stellenweise nicht ohne Erfolg betreten. Kann man es doch schon als einen greif­baren (frfolg dieser Kreise, die alle sich auf der anti­deutschen Plattform befanden, anseyen, wenn sie es fertig brachten zu hintertreiben, daß Belgien mit Deutschland, mit dem cs die gleiche kulturelle Tra­dition verband, kein Kulturabkommen ab- schloh, wie ein solches gegenüber Frankreich bestand.

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Deutsche Kulturarbeit in Belgien

Von unserem P.-Korrespondenten.

H W. Jahrgang Nr. 51 ^'-lictieim täglich, anbei onntaas und feiertags

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Dieser damals viel belachte Vorfall zeigte einmal, die ein Gendarmerieleutnant noch lieber zum Deutschen griff, als daß er sich in diesen Tagen, r o der Sprachenftreit aufs neue erwacht war, der ümischen Ävrache bediente. Der Vorfall zeigte wei- r, wie das Deutsche als dritte Sprache schon hmals in Belgien schlummerte. Als die Sirenen des O. Mai aufheulten, ist dann die deutsche Sprache i Belgien aus ihrem Schlummer erwacht, und wer hon vorher im Lande gelebt batte, der war baß c-staunt, wer da mit einem Male alles Deutsch hnnte. Inzwischen ist nun Brüssel seinen Inschriften mch an den Läden, Cafes, Restaurants und öffent- lchen Gebäuden amtlicheren Charakters zu einer Hveifprachigen Stadt geworden, und zwar in der form der deutsch-französischen Zweisprachigkeit.

Natürlich sind das nur Äußerlichkeiten, und wie ene Schwalbe noch nicht den Sommer macht, so nacht das deutschsprechende Büffehräulein in Brüssel roch nicht die deutsch-belgische Kiitturverbindung. immerhin sind seit diesem letzten Sommer wieder Qcge geöffnet, die bis dahin versperrt waren. Denn ,-n Zukunft wird auf diesem Boden kein Staat mehr Tiöglid) fein, der zwar den Anspruch erhob, Stätte <: ner schöpferischen Benennung von germanischen md romanischen Kulturkräften zu sein,.in Wirklich- !-it aber allem wirklich Germanischen ablehnend -egenüberstand. Hinfort werden deutscher Geist und ieutsche Kultur wieder ungehindert in diesen Landen, lenen ihre kulturelle Eigenart nicht genommen wer- !en soll, einströmem.ähnlich den großen Jahrhun­derten niederländischer Reichsverbundenheit im Mit- Llalter". Der Mund, der unlängst diese zukunft-

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Brüssel, im März 1941.

Es war im Februar 1939, also vor zwei Iah- rt. Das belgische Regierungsviertel in der Brüs­ker Oberstadt, nahe dem königlichen Schloß und irk, glich einem Heerlager; Hunderte und aber inberte von Gendarmen saßen in ihren historischen mroten Napoleons-Uniformen auf schnaubenden erben, um mit dieser lebendigen Mauer die Herren jolksoertreter zu schützen, die im Innern des Müdes tagten. Für jeden Außenstehenden war es diesen kritischen Tagen, wo derFall Martens" i!> Gemüter so erregt hatte, daß aus der Regie- ngskrise schon eine Staatskrise geworden war, der malige Ministerpräsident S p a a k auf offener :raf$e verprügelt wurde, unmöglich, ohne Ausweis : das Parlamentsgebäude einzudringen. Da nun r damalige Kammervorfitzende van C a u w e - iert, eine sehr bekannte Figur, zufällig seine Irieftasche vergessen hatte, stieß er ebenfalls auf die lösten Schwierigkeiten.Mijnheer, ik den de voor- :ter" sagte van Cauwelaert und versuchte auf Fla- ,sch und mit Energie durchzukommen. Der Gen- irmerieleutnant schüttelte den Kopf und sagte, er reche nur französisch.Das ist ja unerhört", ant- ortete der stets die flämischen Belange verttetende in Cauwelaert,Brüssel ist eine zweisprachige ladt. Ich habe einen Anspruch darauf, flämisch zu rechen."Horen Sie mal an", antwortete darauf-

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