Einzelbild herunterladen

Mittwoch, 8. Jannar Ml

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Die amerikanische Hilfe

fortschreitende Neuordnung in Spanien. WU

Von unserem Sche.-Berichterstatter.

Llnzureichende Produktion

Der Riesenraum des Stillen Ozeans

Zchrlftleltung und GefchaftsfKlle: Gießen, Zchulstrahe 7-9

Die Meldungen über Schiffsversenkungen im Stillen Ozean, den die Engländer Pacific nennen, haben in britischen Kreisen erhebliche Aufregung verursacht, zumal sich solche Berichte in letzter Zelt häufen und die starke Wirkung des dort operieren- den deutschen Handelsstörers sich immer unan­genehmer für die Betroffenen bemerkbar macht. Jetzt haben sich die Befehlshaber der britischen See- streitkräste von Fernost und von Australien in Singapur getroffen, um möglichst wirksame Maß­nahmen gegen die deutschen Handelsstörer zu be­raten. v ,

Aus den amtlichen deutschen Meldungen geht klar hervor, welche schweren Verluste die britische Versorgung schon bisher durch die Schiffsoersen­kungen im Stillen Ozean erlitten hat. Dazu kommt die peinliche Wirkung der Meldungen über die Schiffsoersenkungen auf jene Teile des Auslandes, die bisher noch immer die britischen Reklamemär­chen über die völlige Beherrschung der Weltmeere durch England als bare Münze angesehen haben.

Es stellt schon eine besonders imponierend« Lei­stung dar, daß ein deutscher Handelsstörer auf so ungeheure Entfernung von der Heimat weg in einem fremden Weltmeer so wirksam operieren kann. Man muß bedenken, daß gegenüber den Größenverhältnissen und Entfernungen des Stillen Ozeans alle unsere Raumvorstellungen als völlig unzureichend ausscheiden müssen. Wir nennen nur folgende Beispiele. Der Gesamtraum des Stillen Ozeans beträgt 179 700 000 qkm. Das ist fast die Hälfte der gesamten Wasserfläche der Erde. Alle fünf Erdteile würden in diesem riesigen Weltmeer Platz haben. Die Entfernung zwischen dem äußer­sten westlichen und dem äußersten östlichen Wmkel ist größer als der halbe Erdumfang. Beispielsweise beträgt die Entfernung von San Franzisko nach Yokohama 8840 Kilometer oder nach Hongkong 10 200 Kilometer oder nach den Philippinen 8500 Kilometer. Das deutsche LuftschiffGraf Zeppelin" überquerte vom 23. bis 26. August 1926 diese ge­waltige Wgsierwüfte, die matt wohl auch den leeren

So kann Spanien auf ein gerade außenpolitisch erfolgreiches Jahr zurückblicken, lieber das tatsäch­lich Erreichte hinaus ist vor allem der Boden für die kommende Ernte vorbereitet worden, welche alle Mächte, die sich rechtzeitig mit der neuen Ordnung befassen, nach Kriegsende einbringen werden. Bei der Neuordnung der Welt wird Spanien nicht über­gangen werden. Auch viele feiner inneren Pro­bleme werden dann von außen her ihre Lösung erfahren, die bisher von innen heraus nicht mög­lich war.

ist diese Zahl auf 2 4 Schiffe mit rund 200000 BRT. zurückgegangen. Da im Dezember deutsche Hilfskreuzer Im Pazifik besonders aktiv waren, kommen japanische Schüfahrtskreise zu dem Schluß, daß sich die Zahl der dort verkehrenden englischen Schisse weiterhin verringert haben dürfte.

a u stark gehemmt wurde.

Der europäische Krieg brachte es mit sich, daß ein­mal die Unter st ützung des Auslandes, cuf die das durch den Bürgerkrieg rollig verarmte öoanien angewiesen war, fast gänzlich a u s b l i e b. Die Rüstungsindustrie wurde nur in geringem Um- eng wieder auf Friedensproduktion umgestellt, und (ine Armee von über einer halben Million Mann

Druck vnd Verlag: vrühlscheUniverfitätrdruckereiS. Lauge

kas bedrohen. Der Hispanismus ist für Südamerika

" i Sinne über das Akademische oder Ge-

Annahme von Andersen für die MittagSnummer bis 8'/,.Uhr desVormittags

Anzeiacn-Preile:

Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 nun Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette

Nachlässe:

Wiederholung Malstafsell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

Flugzeuge belegten London in mehreren An­flügen mit Bomben. Hierbei wurden sieben Sperr­ballone brennend abgeschossen.

Fernkampfbalte r len des Heeres nahmen gestern abend ein sich der französischen Küste nähern- es feindliches Fahrzeug unter wirksames Feuer.

Der Feind flog auch in der vergangenen Nacht in das Reichsgebiet nicht ein. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

OasHaus-esbritischenRund- sunks schwer getroffen. '

Stockholm, 7. Jan. (Europapreß.) Erst jetzt darf die British Broadcasting Corporation ihren Sendungen bekanntgeben, daß bei deutschen Luft­angriffen das Haus der Rundfunkgesellschaft am Portland Square zwei schwere Treffer er­halten hat. Es ist anzunehmen, daß das Gebäude während der Angriffe auf die City getroffen wurde. Die erste Bombe schweren Kalibers schlug wäh­rend einer Nachtsendung ein. Das Haus gehört zu den modernsten Gebäuden in London und liegt etwa 300 Meter von der Oxford-Street entfernt. Bei den Einschlägen von Bomben schweren Kalibers handelt es sich nicht um die ersten Treffer, die das Haus feit Beginn der deutschen Dergel- ' tungsangrifse auf London erhalten hat.

Ozean genannt hat, auf der Strecke TokioLos Angeles in 79 Stunden und 3 Minuten.

Angesichts dieser riesigen Ausmaße des Welt­meeres verliert sich auch selbst im Frieden der Schiffsverkehr dort völlig. Die Bezeichnung leerer Ozean trifft freilich nur auf den nördlichen Teil und etwa auf das östliche Drittel zu. Ungefähr von der Mitte an in der Richtung nach Westen, also auf das fernöstliche Festland zu, treten dann im­mer häufiger Inselgruppen auf, vom klein­sten unbewohnbaren Korallen-Atoll bis zu den gro­ßen Inseln im Südwesten des Ozeans, der nicht weniger als 338 große Inseln enthält. Die Mehr­zahl der englischen Dominiens liegt im Stillen Ozean oder an seinem westlichen Randgebiet, Austra- lien, Neuseeland nebst einigen kleineren Inselgrup­pen sowie Indien. Diese Tatsache unterstreicht zur Genüge die Wichtigkeit der deutschen Handelsstörer im Stillen Ozean.

Englands Pazifik-Schiffsverkehr halbiert

Der britische Lteberfatt auf Dakar.

Kopenhagen, 7. Jan. (Europapreß.) lieber die Bombardierung Dakars berichtet die dänische Presse nach Meldungen des dänischen Dampfers Tacoma", der beim Feuerüberfall vom 23. Sep­tember in Brand geschossen wurde, habe das mor- derische Feuer, das kurz nach Aufforderung zur lieber gäbe von englischer Seite auf die im Hafen liegenden französischen Kriegsschiffe und alle übri­gen Fahrzeuge eröffnet worden sei, verhältnismäßig geringen Schaden hervorgerufen. So sei das Groß- kampfschiffRichelieu" trotz rasender Beschie­ßung, die noch von Bombenabwürfen, englischer Flieger unterstützt worden sei, nur ein einzigesmal getroffen worden. Die doppelte Torpedonetzsperre um dieRichelieu" habe sich vorzüglich bewährt und eine Anzahl von Lufttorpedos aufgefangen. Um so leichter sei es gewesen, die hilflosen neutralen Schiffe in Grund zu bohren. Wie auch die Be­schießung der Stadt derart viele Opfer gefordert habe, daß die 40 000 Köpfe zählende Bevölkerung evakuiert werden mußte Bezeichnenderweise sei un­mittelbar nach der Räumung Dakars durch die Zi­vilbevölkerung das Feuer eingestellt worden.

De (Saulle - ein Werkzeug des Intelligente Service.

Ein Viermal als Ausflucht.

Bon unserer Berliner Schriftleitung.

Wenn Kommissionen gebildet werden, so .sitzt ir­gendwo auf dem Dach ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß, und unten stehen die Leute, die gute Ratschläge geben. Diese Leute, die unten mit ihren guten Ratschlägen stehen, sind das Urbild der berühmtenKommission". !

Churchill hat jetzt einen solchen Diererrat be­rufen, der in Wahrheit ein Kabinettsaus- schuh ist und der die Schwierigkeiten in der eng­lischen Erzeugung beheben soll, wie sie durch die deutsche Gegenblockade und den Luftkrieg entstan­den sind. Die Aufgabe, die Produktionsausfälle durch Intensivierung der Erzeugung auszugleichen, hatte bisher der arbeiterparteiliche Minister ©re en mo ob. Er sollte über allem schweben und durch feine persönliche Dazwischenkunft alle Schwie­rigkeiten Hinwegscheuchen. Die englische Plutokra- tenclique hat mit Absicht dieses Ministerium einem Arbeiterparteiler gegeben, um ihn bei diesem aus­sichtslosen Versuch bloßzustellen. Im Unterhaus war auch die Kritik an Greenwood sehr heftig und so­gar sein eigenes Parteiorgan, derDaily Herald" stieß in das Horn seiner Tadler. Formell war Greenwood ein Minister ohne Geschäftsbereich, und es ist jetzt nicht ohne eine bittere Ironie, daß eine Kommission berufen wird, um diesen Geschäftsbe­reich zu übernehmen, der gar fein Geschäftsbe-

sondern daß das Mutterland diese römisch getrenn­ten Söhne in den kommenden Entscheidungen kei­neswegs allein lassen werde.

Auch die südamerikanische Politik Spaniens ist grundsätzlich von der liberalen Phrasenpolitik der Republik abgegangen und hat eine Aktivierung erlebt, wie man sie nach dem jahrhundertelangen Niedergang der spanischen imperialen Mission nicht für möglich hielt. Spa­nien besinnt sich auf seine historische Ausgabe, auf feinen nicht mehr politischen, aber kulturellen Im­perialismus, der es ermächtigt und sogar zwingt, Vorkämpfer der hispanischen Sendung in der Welt zu sein und den Bestrebungen fremder Kulturen, die sich in Südamerika einnisten, entsprechend ent» gegenzutreten. Dabei leisten die südamerikanischen Staaten dem Mutterlande erfreuliche Hilfestellung und Gefolgschaft, weil sie instinktiv fühlen, daß die nordamerikanischen und angelsächsischen Kulturein­flüsse schlechthin über das Kulturelle hinaus in das Wirtschaftliche und Politische hineinwachsen und die Eigenständigkeit und Souveränität Hispano-Ameri-

reich ist.

Die Engländer schwören auf Kommissionen. Man unterscheidet in England das eigentliche Kabinett, dann das Kriegskabinett, ferner noch ein inneres Kabinett und jetzt kommen dazu die Greenwood- Kommifsion und schließlich ein Oberster Finanzaus­schuß. In unserer Zeit scheinen solche langatmigen Kommissionen nicht mehr hineinzupassen. Die Eng­länder lassen zwar diese Ausschüsse zahlenmäßig nicht allzusehr anschwellen und haben auch in ihrer Geschäftsführung mehr Routine als unsere Parla­mentsausschüsse unseligen Angedenkens. Aber das Verfahren kommt aus einer Zeit, wo gerade die Engländer dank ihrer insularen Lage unendlich viel Zeit hatten, und widerspricht völlig dem Gebot un­serer Tage, die schnelle und klare Entscheidungen verlangen.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid/ im Dezember 1940.

Die Jahreswende findet Spanien in einem ge- aaltigen Ringen um die Verwirklichung der im Bürgerkrieg gestärkten nationalen Hoffnungen und Dünsche. Der Kampf geht in erster Linie um die virtschaftliche Existenz, um die Wiedererringung er außenpolitischen Geltung und um die endgültige Formung des neuen Staates und des politischen Nenfchen. Mit großer Energie wird überall ver­acht, die schlimmen Spuren des dreijährigen Bür- iserkrieges zu beseitigen. Wenn dies noch nicht in pollem Umfang gelungen ist, wenn die großen Ziele, die Francos Soldaten und die Falangisten Zos4 Antonios auf ihre Fahnen geschrieben haben, ioch nicht alle erreicht worden sind, so sind dafür !ie besonderen Umstände schuld, unter denen sich Spaniens Aufbau vollzieht, niemals aber das Volk jelbft oder seine Führer. Seit der Revolution sind irft 21 Monate verstrichen, eine im Vergleich zu ter Größe der dem jungen Spanien gestellten Auf­gaben recht kurze Zeitspanne. Bereits fünf Monate iach Beendigung des Bürgerkrieges brach der euro­päische Krieg aus, wodurch Spanien vor allem in

einem wirtschaftlichen Wiederauf-

>(ieb unter den Waffen. Die gewaltige Belastung, tt'ie allein diese Tatsache für ein so verarmtes Volk , t»edeutet, bleibt nicht ohne wirtschaftliche Folgen. Denn Spanien aber dennoch über alle Schwierig- ' eiten hinweggekommen ist, wenn sich der junge Staat nach innen und außen gefestigt hat, wenn , t»ie vielen Versuchungen, die an das um seine Exi- 1 itenz ringende Volk herangetreten sind, nichts aus­zurichten vermochten und wenn die Freundschaft zu ixen Achsenmächten weiterhin gekräftigt wurde, so rann dgs Ergebnis am Ausgang des Jahres 1940 als durchaus befriedigend angesprochen werden.

Wirtschaftspolitisch war das verflossene Jahr durch das Fortschreiten der Syndikatsgesetz- qebung auf allen Gebieten gekennzeichnet. Es gibt jetzt' in Spanien zwölf große Syndikate, die ; alle Zweige des kommerziellen und industriellen Lebens erfassen. In den Syndikaten arbeiten Ar­beitgeber und Arbeitnehmer in engster Fühlung­nahme miteinander. Dadurch ergeben sich nicht nur Anregungen für die Produktionssörderung, da die Syndikate als Faktoren der Rationalisierung ein- gej^tzt werden, sondern es wird vor allem eine neue Arbeitsmoral geschaffen, die unter -leberroinbung des alten Klassenkampfstandpunktes ;u einer lebendigen Volksgemeinschaft führen kann, wenn erst einmal die Haß- und Rachepsychose des Bürgerkrieges und der Nachkriegszeit überwunden st. Wesentlich zu einer endgültigen Befriedigung der breiten Massen ist oor allem ihre ausreichende Der- orgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs. Hier treten wieder die ausländischen Einflüsse hemmend n Erscheinung. Die Blockade- und Kontroll- Doliti t Englands hat Tausende von Zent­nern Getreide, welche für Svanien bestimmt waren, n Gibraltar festgehalten. Die Brennstoffknappheit wuchs sich zu einem schwierigen Problem aus, die Ausfuhr spanischer Früchte und Rohstoffe nach dem i übrigen Europa wurde unterbunden oder schwer behindert. Und das alles, weil die völkerrechtswid­rige Mißachtung der Rechte der Neutralen jenen unhaltbaren Zustand schuf, der erst durch einen deutschen Sieg endgültig beseitigt werden kann. Zw^ gelang es den Spaniern, hin und wider eine Lockerung der britischen Daumenschraube zu er­zielen, gewisse Erleichterungen durchzusetzen und so­gar englische Kredite zu erreichen doch sind diese Erfolge der spanischen Diplomatie nur Nothilfen, keine grundsätzlichen Lösungen.

Spanien ist sich durchaus darüber im klaren, daß ollem der Bruch der englischen Anmaßung den Weg zu einer Neuordnung in Europa und auch in Spa-

nien selbst frei machen wird. Darum hat man im ätzten Jahr eine aktive Außenpolitik betrieben, die in den großen Reisen des spanftchen Innenministers und späteren Außenministers Serano Suner und ber Zusammenkunft Hitler-Franc o an der französisch-spanischen Grenze ihren deutlichsten Ausdruck fand. Don der Neutralität über die Nicht-. Kriegführung zu einer immer stärkeren Hinwendung zur Achse führte der Weg Spaniens. Die Besuche be Bonos und Himmlers in Spanien und die vie­len Aeußerungen deutsch-spanischer kultureller Zu­sammenarbeit, es sei nur an die deutsche Buchaus­stellung in Madrid und an die vielen Besuche deut­scher Künstler und Wissenschaftler in Spanien und in Deutschland erinnert haben diese Tendenz auch nach außen sehr sichtbar unterstrichen.

Besonders erfolgreich» war die spanische Außen­politik in bezug auf Nordafrika und Südamerika. Das Tanger-Problem konnte einer grund­sätzlichen Lösung zugeführt werden. Diese inter­nationale Enklave des spanischen Marokko-Protek­torats wurde von Spanien seiner nordafrikanischen Zone einverleibt. Damit ist für Madrid ein sehr un­erfreuliches Kapitel internationalen Kuhhandels um ein aus geographischem und geschichtlichem Grunde zu Spanien gehöriges Gebiet abgeschlossen. Das Gibraltar-Problem ist die weitere Frage des südeuropäisch-afrikanischen RaunKs, in feiner endgültigen Bereinigung von den weiteren Ent­wicklungen des Krieges im Mittelmeer und vom Ausgang dieses entscheidenden Dölkerringens ab­hängig, dem Spanien nicht als Zuschauer, wohl ober aus naheliegenden Gründen noch abwartender Partner beiwohnt. Die Kanarischen Unfein würben vom spanischen Heeresminister besucht uno den Inselbewohnern das Gefühl der Sicherheit und die tiebergeugung gestärkt, daß sie nicht allem stehen.

Die amerikanische Hilfe das ist der große Schrei in England. Das ist auch die Kampfer« spritze, um die Lebensgeister wieder wach zu machen, wenn die eintönigen Nächte in den Un­tergrundbahn-Tunnels ihre natürlichen Wirkungen geübt haben. Wie steht es nun mit dieser Hilfe? Diese Hilfe ist dreifacher Art. Sie liegt auf mora^ lischem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet. (Moralisch" selbstverständlich nicht im Sinn von sittlich", sondern von Erhaltung des Widerstands- willens in England selbst.) Im gegenwärtigen Augenblick kann man noch zweifelhaft sein, ob die moralische Hilfe für England nicht wichtiger ist als die Wirtschaftliche. Die politische Hilfe ist eng mit der moralischen verbunden, wirkt sich aber auch auf rein diplomatischem Gebiet in Nebendingen aus. So hat das state-departement, in Washington den Spaniern erst neulich angebeütet, baß der bereits fertige Handelsvertrag erst nach Ankunft des neuen britischen Botschafters Lord Halifax abgeschloffen werden soll. Das sind so Demonstrationen und De- monstrationchen, von denen 12 auf ein Dutzend oder 60 auf ein Schock gehen.

Am meisten interessiert naturgemäß das Aus« maß der wirtschaftlich-technischen Hilfe, die die USA, den Engländern gewähren können. Es liegt in dem Sinn unserer wirklichkeitsnahen Kriegsbetrachtung, daß wir hier den Tatsachen möglichst nahekommen wollen, ohne zu verkleinern uno ohne zu vergrö­ßern. Wenn wir selbst uns einer so realistischen Darstellung befleißigen, so dürfen wir aber nicht vergessen daß sowohl in England als auch ganz be« sonders in den USA. sehr stark mit Bluff gearbei­tet wird. Denn zu der moralischen Kriegshilfe, die Washington den Engländern gewährt, gehört auch, daß wir beeindruckt werden sollen.

Wollen wir uns über das tatsächliche amenCam- sche Leistungsvermögen, also über das kriegswirt­schaftlichePotential" klar werden, so suchen mir am besten in unserer eigenen nahen Wirtschafts- Vergangenheit die richtigen Maßstäbe. Die deutsche Nachrüstung begann 1933 und hatte sehr viele Eng­pässe zu überwinden. Die Menschen stellen sich bie Rüstungsarbeit in der Regel viel zu einfach vor. Irgendwie spielt die Anschauung mit: die eine Fabrik macht Kanonen, die andere Gewehre, die dritte Gewehrschäfte, die vierte Lederzeug und als Gipfel der Modernität erscheint dann etwa, daß Uniformen am laufenden Bande hergestellt wer­den. So einfach aber ist eine Aufrüstung nicht. Die Anfänge liegen viel entfernter. Auf der einen Seite müssen erst die Modelle entwickelt und auf der an­deren Seite müssen auch die Werkzeugmaschinen gebaut werben, um die Serienfabrikation der eigent­lichen Kriegswaffen aufzunehmen. Zur Entwicklung der Modelle gehört nicht nur ihre zeichnerische Konstruktion, sondern auch die praktische Auspro- bung von ausgeführten Einzelmödellen, wobei nach Möglichkeit alle die vielen Umstände zu berücksich­tigen sind, die der Krieg eben mit sich bringt (Und auch bann noch wirb immer wieder die Er­fahrung gcmacht, daß im Krieg Situationen ent­stehen, an die früher niemand gedacht hat.) Ferner: die Rüstung umfaßt heute tatsächlich alle Zweige der naturwissenschaftlichen und technischen Wissen­schaft und Praxis. Chemie und Physik, Maschinen­bau, Herstellung von Spezialmetallen sind Voraus­setzungen der eigentlichen Kriegsindustrie und mit ihr aufs innigste verwoben. Auf der anderen Seite strahlt die moderne Aufrüstung in das Sozialge- füae und in die Finanzpolitik aus. Alle diese Dinge müssen nun aufeinander abgestimmt werden. Und hier geschieht dasselbe wie im Krieg: immer wieder

chemischen und einer Kugellager­fabrik mehrere gulliegende Treffer. Einzelne

Der deutsche Wehrmachtbm'chf.

Berlin, 7. Jan. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Rahmen bewaffneter Aufklärung wurden trotz ungünstiger Wetterlage kriegswichtige Ziele in Süd- und Wittelengland zum Teil im Tiefflug angegriffen. Auf einem Flugplatz gelang es, eine Anzahl von Bombenflugzeugen am Boden schwer zu beschädigen. Kampfflugzeuge griffen Bahnanlagen aus niedriger Höhe mit Bom­ben und Bordwaffen an und erzielten in einer

Tokio, 7. Jan. (Europapreß.)Die ständigen Tonnageverluste in der europäischen Zone veran­laßten England, fast die Hälfte der im Pazifik ver­kehrenden Schiffe zurückzuziehen." Zu diesem Schluß kommt eine Aufstellung der japanischen Schiffahrts- gefellschaften, die am Dienstag bekanntgegeben wird. Danach verkehrten im Dezember 1939, abgesehen von Trampschiffen, regelmäßig 4 7 englische Schiffe im Pazifik, einschließlich der Linien nach

M. Jahrgang Ur. 6 Erscheint täglich, außer Zonntags und feiertags ßeilagen: Die Illustrierte Siebener ftanulienblntter Heimat nnBild DieScholle xironatS-rvezugovreis: Nit 4 '-Beilagen NM. 1.95 5line Illustrierte 1.80 Zustellgebühr... - 25 euch bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt pernivreckanschluß 2251 Drahtanschrift:,/Anzeiger" Postscheck 11686 Tranks. M.

hinausgewachsen und ein ernment wich­tiger Tatfachenkomplex geworden, weil er tn diefen Zeiten der Krise zu einem Rettungsanker, zu einem Instrument der Notwehr gegen die USA. werden kann und muß. So gesehen, ist Spaniens neue Süd­amerika-Politik von weltpolitisch weittragender Be­deutung. Spanien hat als ersten Schritt auf diesem Weg denRat der Hispanität" gegründet. Es hat weiterhin in der Frage der norbamentani« scheu Stützpunkte am Rio de la Plata eine ein­deutige gegen die USA. gerichtete Sprache gespro­chen und den Elementen, welche sich in Uruguay dem Pankee-Jmperialismus widersetzten, den Rücken ge-

Genf, 7. Jan. (DNB.) In derAction Fran- $aife" veröffentlicht Charles Mauras das Schrei­ben eines hohen französischen Offiziers, der nach dem Waffenstillstand mehrere Monate in England zubrachte. Die ganze Unternehmung des franzö­sischen Verräter-Generals de Gaulle, so schreibt er, werde durch den Intelligence Service manöv­riert und zielte von Anfang an auf die Aus­lösung eines- französischen Bürger­krieges ab. Die Fäden der Bewegung hatte der ~7 * m - , englische General Spears in der Hand, der Jude

Austrcilien und Kanada. Im Lnufe des letztenJahresj 'cin intimer Freund Churchills fei. Es fei auch

* ' **** r"r* Spears gewesen, der dem ehemaligen Ministerprä-'

sidenten Paul R e y n a u d im Juni 1940 das fa­mose Projekt einer Franco-Britischen Union unter­breitete. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß das ganze Unternehmen de Gaulles ausschließlich im Dienste seiner britisck-en Majestät stehe. Die Franzosen spielten nur die Rolle von Marionetten-