Lichtspielhaus: „Dorfim rokenSturm".
Es ist zwar im allgemeinen nicht üblich, die Neuaufführungen von früher erschienenen und hier bereits gewürdigten Filmen nochmals zu besprechen; in diesem Falle erscheint aber eine Ausnahme gerechtfertigt: es sei nachdrücklich auf den gegenwärtig im Lichtspielhaus laufenden Film „Dorf im roten Sturm" aufmerksam gemacht, der unter anderm Namen vor fünf Jahren hier zum ersten Male gezeigt wurde. Dem Drehbuche liegt die Erzählung „Friesennot" von Werner Kortwich zugrunde, der sich später mit Peter Hagen, Walter Gro- nostay und dem bekannten Kameramann Sepp A l l g a i e r zu gemeinsamer Arbeit am Film zusammengetan hat. In einer Bilderfolge von holzschnittartiger Gedrungenheit und großer Emdrucks- kraft wird hier das erschütternde Schicksal deutscher Bauern in einör weltabgeschiedenen Siedlung an der Wolga geschildert. Was vor fünf Jahren wie eine dunkle Warnung klang, erscheint heute, da das deutsche Volk zur entscheidenden Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus angetreten ist und unsere Heere tief in Rußland stehen, von größter Aktuali
tät: hier treten sich zwet Volker und zwei Weltanschauungen gegenüber, für die es keine Brücke der Verständigung gibt. „Wir sind anders als ihr" und „es gibt keinen Weg von deinem Volke zu meinem" —: das ist die schmerzlich-unabänderliche Erkenntnis, die aus tiefer Not und gemeinsamem Leiden gewonnene Erfahrung der deutschen Siedler in den Wäldern an der Wolga. Die Aktualität des Films verbindet sich mit starkem künstlerischen Formwillen und tiefer Anschauungskraft. Als typische Repräsentanten ihrer Völker stehen sich Friedrich K a y ß l e r, der mit dem sittlichen Pathos und dem männlichen Ernst seiner großen Schauspielerpersönlichkeit den deutschen Vorsteher darstellt, und der 1931 aus der Sowjetunion ausgebürgerte I n k i j i n o f f gegenüber, der mit seinem gebrochenen Deutsch dem roten Kommissar eine unheimliche, fremdartige Wirklichkeit verleiht. Von den übrigen: Kayßlers verstorbene Gemahlin Helene F e h d m e r, Hermann Schömberg, Kai Möller, Jessie V i h r o g, Maria Koppenhöfer, Ilse Für- st e n b e r g, Fritz H o o p t s und Aribert Grimmer. (Delta-Film.) — Im Beiprogramm läuft die hier schon gesondert besprochene neue Wochenschau
mtt Bildern von der Front Im Osten, Me wie eine notwendige Vollendung dessen wirken, was in der Handlung des SpielfNms sich ankündigt und vorbereitet. Hans Thyriot.
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** Ein 75jähriger. Am morgigen Samstag, 8. November, kann der Reichsbahnsekretär a. D. Karl Kexel, Liebigstraße 70, in seltener geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 7 5. Geburtstag begehen. Auch wir gratulieren dem alten Herrn herzlich.
Landkreis Gießen.
* Watzenborn-Steinberg, 7. Nov. Am morgigen Samstag, 8. November, feiern der weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus bekannte Weißbindermeister und Landwirt Johannes Sommer VII. und seine Ehefrau Katharina, geb. Philipp, das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubilars sind geistig und körperlich noch sehr rüstig und stehen im 74. Lebensjahr. Der Jubilar stand zwanzig Jahre lang dem Landwirtschaftlichen Konsumverein als Direktor vor und ist noch im hohen Alter eine geschätzte Persönlichkeit im Vor
stand der Bezugs- und Absatzgenosienschaft Watzen« born-Steinberg. Auch als Ratsmitglied stellte er sich einige Jahre in den Dienst der Allgemeinheit. Neben dem Kriegerverein gehört der Jubilar auch dem hiesigen Gesangverein „Germania" als Ehrenmitglied an. Hier ist besonders hervorzuheben, daß er heute noch aktiver Sänger ist, 56 Jahre dem deutschen Lied und seinem Verein die Treue gehalten hat. Zahlreiche Ehrungen haben ihm diese Treue belohnt. So wurde er ehrenhalber in den Vereinsvorstand berufen und vom Sängergau mit der Ehrennadel für 40- und 50jährige Sängertätigkeit ausgezeichnet. Auch der Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes wurde ihm verliehen.
Wo kann man noch sparen? Es lohnt sich, brer m den häuslichen Bezirken immer wieder Umschau zu halten, um ieden Verderb und jede Verschwend düng zu verhüten. Bei der Schuhpflege zum Ber- spiel wird oft der Dehler gemacht, viel zu viel Krem aufzutragen Wenn man eine sparsame Krem, wie Nigrin verwendet, genügt eine hauchdünne Schicht, die mit weichem Wolltuch auspoliert wird, nachdem vorher in der üblichen Weise nut der Roßhaarbürste geglänzt wurde.
Nach Gottes unerforschlichem Rat- Schluß ist nun auch unser ältester E/ffiy4 Sohn und Bruder
Leutnant Otto Schmidt, stud. jur.
Inhaber des E.K. II
in treuer Pflichterfüllung am 26. Oktober im
Osten gefallen. in tiefem Leid:
Karl Schmidt, Pfarrer Ilse Schmidt, geb. Lohde Eberhard Schmidt
Gießen (Kirchstr. 1), im November 1941.
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