Wt Ws der Siadt Gießen
Das Famrl enalbum.
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inaen*ln5:: un) Freundschaft an. Und hin und wieder erscheint i ,n ™e* \ zischen all den ernsthaften Gesichtern ein kleiner
)ie ältesten Bilder sind die schönsten. Manches
.Künstlerschlips" und Samtjacke wurde.
irt beraubt. Die Retuschierkünste kannten
Verteil
Vornotizen
16% n-7 $ Sapgg '
, - . UHU VUUUJUUC LUULUC.
iben Don n®roir meiter: da ist Großvater mit ge>
Verdunkelungszeil
6. August von 21.06 bis 5.45 Uhr.
Schanghai k
Mici Der Spnir M . daß das Es Mpur in Stärke r Ti-» Q
3er, O
e. Man erinnert sich, daß die ersten Photo- phen Maler waren und die neue Technik nach Gesetzen ihrer Kunst betrieben. Und in der lEc: die alten Bilder muten wie Gemälde an. Das
Heyen Einfuhr 8 dieses
Beklei wahrschei öertien. ^arine-D.
Aufruf JJten doi -lbe geb
mdt aus der Frühzeit der Photographie, als sie inß) den unaussprechlichen Namen Daguerreotypie
stempelnder Nackedei auf einem weißen Bären- eL von dem dann vielleicht sogar behauptet wird, Do; man es selber sei. Aber man erkennt sich nicht njiber.
lur sind da: mit sorglich gekämmten, in der 5i । urrbartbinde in Form gepreßten Schnurr- itifi n und selbstmörderisch hohen Stehkragen. Aber !™i Bilder haben nicht mehr die starke Jndivi- iität der ältesten, sie sind oft merkwürdig ftärr ) von einer „verschönernden" Retusche ihrer
6photographierenden zu minutenlangem Stillen zwang, hatte einen Vorteil: sie verlangte em ei V3l^un9 un$ ^eine ^ose. Der Gang zum Photo- ri V zrcchen war eine genau so ernsthafte Angelegen- ? jlfr wie die Sitzung beim Maler. Die Pose wurde J n-k i" M erfunden, als in einer Zeit geschmacklicher Ser- P1g aus dem Künstler der Kitschier mit flattern-
vergessen und ein wenig verstaubt steht es in e-;cr Ecke des Bücherschrankes, das „Familien- alium", das einst als Prachtstück auf der Plüsch- fee im Schatten der Markartbuketts lag. Es ist eir dicker Wälzer in Goldschnitt, in dunkles Leder ge unden und mit einem eingeprägten Jugendstil- L-.-gißmeinnicht geschmückt. Man sieht, es war in jetrr Einzelheit auf Repräsentation bedacht, denn e« hatte ja die Aufgabe, die „Ahnengalerie des Plenen Mannes" zu sein. Aus jeinert kartendicken, ■ or-.amentgeschmückten Goldschnittseiten schauen uns . 0"^!im „Disit"- und „Kabinett"°Format von vergilbten
PlDtographien unsere Großväter und Großmütter, Örkel und Tanten und die ganze Verwandtschaft
M Öen i en3 unby
mit uuc|ien xjiuici |iruj uie icyonpen. Ivcancyes
1 i ajh ihnen ist ein kleines, kulturhistorisches Doku- Mach. F • - ...... - — • -• - -
W ung{Qdr> in Brfü!
«Mitem Backenbart und weiten tarierten Röhren- |a Esch! )o1ki aus der Zeit, ehe Eduard der Einkreiser die Welfalte erfunden hatte. Dort ein Militärhild: die k tUr0: I^lien faltigen Hosen, und unter den Pickelhauben )I)ner W Ipa^nbe Bärte. Junge Mädchen lächeln uns mit m wird M ||ejm Augen ah, den Hals in hohe Stehbörtchen ge- WA angeir; IMcngt, die Haare in kurzen, krausen Locken: der 1 Wm t tit stopf, der Vorgänger unseres Bubikopfes und on Kambol: ^enschnitts! Es sind unsere Mütter und ihre kmsmäßio fa lßjhvestern in jener Seit, als Vater noch errötend len MÜMtt ||t(n Spuren folgte. Auch die dazugehörigen Män- nslüsse. ............
rti
,ktte-recht-freundlich"-Klischee war noch nicht er- Wen.
I Ba ist die Urgroßmutter: straff aufgerichtet steht :Üe ba in ihrer malerischen Krinoline, man glaubt bei starren Taft rauschen zu hören. Ernst blickt sie j/u* in1 an mit ihrem strengen Gesicht unter dem in
>11 deiMitte gescheitelten Haar. Nur die Augen sind ein
ihrig starr. Der Photograph hat sie hineingemalt, ve sie bei den langen Belichtungszeiten undeutlich Düben. Diese technische Unvollkommenheit, die den
Grenzen. Da ist Onkel Emil als Soldat: die
____ In orm ist schön blau angemalt, mit spitzem Pinsel «gesiedelt s« Wman gelbe Achselklappen und Knöpfe hineinge- die nicht!« damit das Bild nur ja recht natürlich sei. Die Mich Mr ist ein Graus, wie jene Balustraden und geling mehre Milten Säulen, an die sich Tante Emilie mit dem en in näi- LCxL de Paris", Vetter Eberhard und all die an- klärend, vemld-m „recht natürlich" anlehnen mußten, wie das der von 3h Wsnfell, auf dem man selber strampelt.
aeaen die fr * 2. e letzten Seiten des Albums sind leer und wer- jWcher §5 ber leer bleiben. Es gibt keine Fortsetzung jener ffraqe nachMyographien in Visitformat. Das Lichtbild von Me der 6fl lllte, sei es das unsere Individualität in aus» ifdicn Vehö« • ^'svoller Form widerspiegelnde Porträt oder lnscht Ausgr" ; hr gelungene Schnappschuß, gehören in ein Album
11 Mr leichterem und gefälligerem Format. L.
Licht-
Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M.Lottcher.
»i nicht herstelle?" .
-a ann ändert sich Ihre Lage nur wenig, gnädige il An sich kann Sie natürlich keiner zwingen, uh Hause Zurückzukehren. Sie haben bann aller- für die Trennungszeit keine Unterhaltungs- kijrüche gegen ihren Gatten; auch könnte er ...... der häuslichen Gemeinde Ihre Gründe nicht an-
i|ei nnift t bei t«
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, i'y|a<9 oem '-Wortlaut ves urreus — ja. Aber Urteil ist nicht vollstreckbar. Sie brauchen also ,1 zu befürchten, daß der Gerichtsvollzieher eines
Tageskalender für Mittwoch.
... E'oria-Polast, Seltersweg: „Mazurka" chncv'tt ifcie^aus, Bahnhofstraße: „Intermezzo".
IlJinu Lind muß plötzlich auf lachen. Es ist em altes, gepeinigtes, von tiefsten Seelennoten -sgeworfenes Lachen, ein Lachen, das das Herz -ißt und weher tut als irgendein Schmerz, er Heißen, wie er will.
i Klarer ist beleidigt. Er hat fernen Rat nach m juristischen Wissen erteilt. Kein Unwersitats- .jften iirjlfor und Lehrer des Eherechtes könnte es Hp- Wenn Frau Lind darüber lachen will — er ,cit :'°d) das Gesetz nicht gemacht. Er ist
S ^ÄA! V Helfer, Anwalt des Rechtes. Daß es Mangel wir sind alle bloß Menschen, und die Gesetz-
-n KA? M' haben sicher das Beste gewollt.
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leur ° , gl t Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
und zum," JA
StreitkrB ij^n Ihrem Fall ist schwer zu raten. Sie wurden sicohl nach dem vorhin Besprochenen den Prozeß : 1 Hainen, aber —"
Über vor dem Publikum verlieren?" ,!as wollte ich sagen."
Ltnib wenn ich", fragte sie zögernd, „und wenn !: hne auf Scheidung zu bestehen, nur — wie ir.ten Sie das vorhin? — die eheliche (Semem-
-litt» iewirM iben gelUNg io gifnuvyc ucuvn lyicii m
n Zusi^ 1,'' ^U'seits auf Herstellung üen j Rl1: klagen. — Und da Siv .....
V- !reL ^nnen oder nicht angeben wollen, so wer- und '* ^>ie verurteilt werden ..." lilmb dann muß ich zurück?" ^raltnfrtol (i&ad) dem Wortlaut des Urteils — O“ vstuiuucu, *zun vw 'Kl3 kommt und Sie abholt!" diesi »Lras hätte dann mein Mann davon?
SU |M er ein Fahr später gegen Sie die ScheDung
iifl{., fragen könnte, weil sie ihn böswillig verlassen
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Oie Jagd
Nun ist die Ernte draußen in der Feldmark im vollen Gange. Mit jedem Tage lind es mehr Felder, die frei werden, und mit jenem Tage werden die Lebensbedingungen für bas Wild, das auf ihnen lebt, andere. Das trifft vor allem das Rehwild, das seit Wochen in den wogenden Aehrenfeldern mit Vorliebe seinen Einstand nahm, nun aber zum großen Teil zum Holze zurückwechselt. Diese Veränderung wird noch dadurch begünstigt, bah bie Unruhe jetzt überhaupt dem Rehwild im Blute steckt. Denn in der ersten Monatshälfte erreicht feine hohe Zeit, die Brunst, den Höhepunkt, um dann allmählich abzuklingen. Ein großer Teil der guten Böcke, wie sie dem Hegeziel nahekommen, hat sich bereits vererbt, und während der Jäger vor allem danach strebt, die Blattzeit zum Abschuß der Ab- schußnotwendigen auszunutzen, schießt er jetzt auch die ihm freigegebenen guten Böcke als Lohn des Hegers. Je später sie im Monat fallen, um so besser für das Revier. In der zweiten Auguschälste aber pflegen die Böcke unsichtbar zu werden. Faul und müde gehen sie wenig um sich und sammeln neue Kräfte. So steht in den meisten Waldrevieren die Jagd auf den roten Bock im Mittelpunkt des Jagdmonats August.
Doch auch der König des deutschen Waldes, der edle Hirsch, trägt nun wieder seinen Kopfschmuck. Die Mehrzahl der Hirsche hat gefegt, eine Voraussetzung dafür, daß er überhaupt für den Jäger und fein Jagen in Frage kommt. Waren seither nur Spießer und nichtführende weibliche Stücke dem Jäger freigegeben, so darf er nun auch sein Weidmannsheil auf den Feisthirsch versuchen. Daß dies kein leichtes Stück Weidwerk ist, Können und 2lus- dauer verlangt, ist bekannt. Der Jägerdichter spricht von dem feisten Hirsch als dem Waldgespenst, das du nur ahnst, das du nicht kennst." Drum gilt für nicht wenige hirschgerechte Jäger bie Jagd auf den Feisthirsch als die Krone des Weidwerks.
Der Schaufler ist noch mit der Jagd zu verschonen, bis er im September ebenfalls blank ist. Doch gelten für Spießer und weibliches Wild dieselben Erleicyterungen wie für diese Stücke beim Rotwild.
Der Hochwildjäger wird gut tun, die ihm durch Vorverlegung des Abschusses gewährte Hilfe zur Erledigung seines Abschusses auszunutzen, zumal der Abschuß zahlenmäßig allgemein ja noch erhöht wovden ist und Erfüllung gefordert wird.
Frei sind für die Büchse auch die Sauen, für deren Abschuß am Felde die Verhältnisse etwas günstiger geworden sind. Die Jagd auf bas Schwarzwild ist unter den oberhessischen Verhältnissen im Sommer nicht leicht, und ein wirklich aussichtsreiches Jagen verspricht erst der weiße Lerthund im Winter. Das besagt aber nicht, daß nicht auch im Sommer und Herbst alles versucht werden müßte, um dem Sauschaden vorzubeugen.
Dort, wo das MUiffelwild, das Wildschaf Korsikas, bei uns eine neue Heimat fand, können nun Widder besagt werden.
Alles übrige Haarnutzwild außer dem stets freien Kaninchen genießt noch die Schonzeit. Dabei ist der Hase noch lebhaft mit der Vermehrung feiner Sippe beschäftigt.
Aehnlich liegen die Dinge beim Federwild. Zwar ging die Hühnerjagd in normalen Zeiten im August auf. Doch bie Verluste der Rebhühner im vorletzten Winter waren derart groß, daß auch in diesem Jahre die sonst dreimonatige
im August.
Schußzeit auf einen Monat verkürzt wurde und erst am 15. September beginnt.
Fasanen sind noch nicht schußreif und daher mit der Jagd zu verschonen. Dagegen stellen Rin- g e 11 a u b e n, die jetzt so gern auf den Roggenhaufen einfallen, eine nicht zu verachtende Beute des Jagers dar, vor allem die jungen, bei denen Hals- und Flügelfleck noch nicht entwickelt sind.
Waren bei Anfang Der Entenjagd manche Schafe noch nicht beflogen und daher, weil minderwertig im Wildbret, noch ohne Interesse für den Jäger, so gewinnt die Entenjagd jetzt immer mehr an Bedeutung. Bei der Suche nach Enten an Bächen und Gräben wird auch oft die B e k a s. sine im Zickzackflug aufstehen. Auch sie darf mfe- der besagt werden wie andere Sumpfschnepfen ebenfalls.
Die Gehecke des Fuchses sind ausgelaufen, und die Jungfüchse schlagen sich nun allein durchs Leben. Wo der Bestand zu groß ist, kann ohne Einschränkung abgeholfen werden, da die Schonbestimmungen für führende Fähen abgelaufen sind.
Ebenso kann der Dachs, der in manchen Revie- ren im Interesse der Niederjagd kürzer gehalten werden müßte, bejagt werden. Je kürzer bie Tage werden, um so schwieriger wird der Abschuß am Bau. Darum sollte man damit nicht warten.
Wenn das Jahr seinen Höhepunkt überschritten hat, denkt der Vorsorge pflegende Heger auch an den Winter. Der vorletzte Winter war eine Katastrophe für die Niederjagd und der letzte als besonders schneereich hat auch sein Teil an ihrem Niedergang. Alles Klagen und Grübeln über die Ursachen hat keinen Zweck, helfen kann nur die Tat. Drum muß dafür gesorgt werden, daß im Winter die Möglichkeit besteht, möglichst viele Fütterungen für Hühner und Fasanen anzulegen und zu beschicken. Im Dorf brummt bereits bie Dreschmaschine. Das, was bei ihr an zerschlagenen Körnern und an Unkrcmtsamen aller Art abfällt, ist für unser Federwild hervorragend als Winterfutter geeignet. 2)rum sollte jeder Jäger sehen, daß er mit einem ausreichenden Vorrat Daran in den Win- ter geht, um seinem Wild helfen zu können, wenn es in Not gerät
Abgeerntete Aecker können auch jetzt noch mit Rosenkohl oder mit Kuhkohl bepflanzt werden, um als Wildäcker Verwendung zu finden.
Wo im Winter das Raubwild und Raubzeug mit Knüppelfallen u. ä. kurzgehalten werden soll, werden sie bald gebaut, soweit sie nicht schon vorhanden sind, damit sie verwittern, und das Raub- wild wird mit Aufbruch, Krähen oder Eichelhähern üsw. an den Fangplatz gekirrt und an ihn gewöhnt. Nur wenn es mit ihm vertraut ist, wird später die fängische Falle auch Erfolge bringen.
Unser vierbeiniger Weidgeselle, der Hund, hat Monate mit wenig Arbeit hinter sich. Bald aber soll er wieder Hühner suchen und damit eine Arbeit leisten, die höchste Anforderungen an ihn stellt. Dazu muß er genau wie der Mensch vorbereitet sein. Soll er nicht in der ersten Stunde ausgepumpt und fertig in dem hohen Kartoffelkraut liegen, bann ist es gut, ihn ab und zu schon zu führen, wenn einmal das Getreide nicht mehr auf dem Halm steht. Er gewöhnt sich wieder an die Anstrengungen, und sein Herr ist nicht durch das Schießen in Anspruch genommen und kann sich seinen Gefährten wieder sauber in die Hand arbeiten. Hubertus.
Zahlen, die zu denken geben.
NSG. Im Jahre 1938 erzeugte Deutschland an Kunstseide 65 000 Tonnen, Ende 1940 aber rund 100 000 Tonnen. Im Jahre 1938 betrug die Produktionskapazität für Zellwolle 155 000 Tonnen, 1940 weit über 200 000 Tonnen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Textilabfälle einzig und allein als Reißwolle zur Papierherstellung benötigt, seit 1910 haben Deutschland und England Reißwolle auch in Exporttuchen verwandt. Heute ist keine Fertigware ohne gerissenes Material denkbar. Wir haben also einen sehr starken Verbrauch an Alttextilien und müssen unbedingt durch Wiederverwertung solcher Altstoffe eine Roh- ftoffreferoe schaffen. England begann mit seiner Altstoffsammlung im Jahre 1940, Deutschland aber bereits 1936. Wir haben also die Zeit genützt, und wir nützen sie auch heute. Man muß sich nur vor Augen halten, was aus Alttextilien gemacht
wird, und der Sinn der Reichsspinnstoff- (ammlung wird besonders deutlich. 50 v. H. aller Spinnstoffabfälle wandern in die Reihwoll- industrie, 35 v. H. in die Roh- und Dachpappenindustrie, 15 v. H. ergeben Putzlappen für die Reichsbahn, Metallwarenfabriken, Druckereien, Glashütten, Autowerkstätten ufw. Mindestens 30 v. H. der bisher verarbeiteten Textilien schlummerten in den Haushalten oder wurden gar von Motten gefressen.
Es wäre widersinnig, Werte zu erzeugen, um sie nachher irgendwie > verkommen zu lassen. Wir gehen daher in Deutschland in der restlosen Erfassung aller dieser Reserven vorbildlich voran. Mögen sie in England wieder höhnen und spotten, wie sie uns schon 1936 lächerlich zu machen versuchten. Wir haben schon 1936 vorgebeugt, um unsere Soldaten gut kleiden und ausrüsten zu können, und nun wollen wir diesmal wiederum durch bie Reichsspinnstoffsammlung Vorsorgen. Den Erfolg
dieser Vorsorge wird bas deutsche Volk, aber auch die übrige Welt, eines Tages abermals erkennen können.
Sie Mlffle M «MM
(Erfinberberafung durch die DAA.
Am 11. 8., 25. 8., 8. 9. und 22. 9. finden die Sprechstunden zur Erfinderberatung in Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18, I. Stock, 3immer 15b, jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags, statt. 3266V
polnische Ausreißer wieder gefaßt.
Wie berichtet, waren aus einem Kriegsgefangenenlager bei Hadamar eine Anzahl polnischer Offiziere geflohen. Ein Teil der Ausreißer konnte inzwischen wieder festgenommen werden. Bei 6er Festnahme eines polnischen Oberleutnants war auch der Kaufmann Karl Hofmann aus Frankfurt-Höchst, der in der Limburger Gegend seinen Urlaub verbrachte, maßgebend beteiligt. Er war gerade beim HimbeerpMcken im Walde bei Dirlenbach in der Nähe von Diez, als ihn zwei Männer herbeiriefen und auf drei verdächtige Personen aufmerksam machten. Der Höchster erkannte gleich, daß es sich um Gefangene handeln müsse, zumal der eine seine Militärmütze trug. Durch das Rufen waren ar er auch die Verdächtigen aufmerksam geworden und flüchteten ins Walddickicht. Durch rasche Verfolgung gelang es Hof- mann, wenigstens noch einen von ihnen, einen pol« nischen Oberleutnant, festzuhalten und den Behörden zu übergeben. Er hat damit gezeigt, wie wichtig die Mithilfe des PubUkums in solchen Fällen ist.
Zirkus Kreiser-Barum kommt nach Gießen.
Wie dem heutigen Anzeigentell zu entnehmen ist, wird der Zirkus Kreiser-Barum vom 14. bis 17. August in Gießen ein viertägiges Gastspiel auf dem Oswaldsgarten geben. Der Zirkus hat feit Dem Jahre 1929 21 Länder bereift und insgesamt mehr als 57 000 Kilometer zurückgelegt vom hohen Norden bis zum Mittelmeer, von Der Biskaya bis ins innerste Asien. Als Repräsentant deutscher Zirkuskustst hat das Unternehmen überall ein begeistertes Publikum gefunden. Unter Der Gesamtleitung von Fräulein Margarete Kreiser- Barum tünDigt Der Zirkus ein großes Deutschitalienisches Gemeinschaftsprogramm mit bisher noch nicht gezeigten Sensationen an. Das Programm hat in Den Deutschen StäDten, Die Kreiser-Barum zuletzt bereifte, allenthalben großen Anklang gefunden.
Gießener Gchlachtviehniarkt.
Auf Dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-DertellungsmarkH in Der Vlehverstei. gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 83 bis 95 Rpf., Bullen 66 bis 103, Kühe 52 bis 91, Färsen 75 bis 93, Kälber 45 bis 114, Schafe 20 bis 28 Rpf. je Kilo Lebendgewicht. Für Schweine mürben je Kilo Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 Kilo und mehr) 1,26 RM., bl (135 bis 145,5) 1,26, b2 (120 bis 134,5) 1,24, c (100 bis 119,5) 1,20, d (80 bis 99,5) 1,14, e—f (unter 80) 1,10, gl (fette Sauen) 1,26, i (Altschneider) 1,24, g2 (andere Sauen) 1,14, h (Eber) 1,14. Marktverkauf: regelmäßig, alles zugeteilt.
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»Sayet»-Arzneimittel entstehen in systematischer wissenschaftlicher Arbeit. Die Herstellung wird dauernd sorgfältigst überwacht. Das -So^-Kreuz bürgt dafür, daß bei der Herstellung von Arzneimitteln das
Höchstmaß an Verantwortung beachtet wird.
ZB\ < A > BAYER < E > \R/
Frau Lind fehlt in dieser Stunde aller Sinn für diese Rechtlichkeit.
Und noch in einem zweiten Punkte ist sie anderer Meinung als Dr. Klarer. Als Der ihr nämlich unter Hinweis auf Die im Gesetz verankerte Verpflichtung Des Mannes, Prozeßkosten Der Frau in Ehesachen zu zahlen, Den Vorschlag macht, er wolle seine Liquidation für die heutige Unterredung an Herrn Lind schicken, da fragt sie nach Der Höhe unD er» leDigt Den Betrag selbst.
Unlogik der Fraul Zuerst will sie von dem Manne um jeden Preis los — und dann bezahlt sie seine Rechnungen!
Dr. Klarer ist überzeugt, daß aus der ganzen Streitsache nichts werden wird. Sie wird dasselbe Ende nehmen, wie so viele Scheidungsklagen. Erst suchen sich die Ehegatten gegenseitig schlechtzumachen, und nachher vertragen sie sich wieder ...
Der Bürovorsteher klopft an.
„Zwei ganz eilige Wechselproteste, Herr Doktor", meldet er und legt dem Rechtsanwalt die Papiere hin.
„Donnerwetter!" Dr. Klarer sieht auf die Uhr ... „Da muß Herr Direktor Dominik eine Viertelstunde warten. Entschuldigen Sie mich inzwischen bei ihm, Märtens!"
Er wendet sich wieder sehr verbindlich an Frau Lind. „Falls sich noch eine Frage ergeben sollte, bann stehe ich' stets gerne zu Ihrer Verfügung." Er steckt die Wechsel in seine Brieftasche. „Sie ent- schulbigen wohl, gnäbige Frau, wenn ich Sie nicht hinausbegleite. Mein Wechselschulbner schließt näm- lich mittags sein Büro — Da möchte ich nicht zu spät kommen."
Martha nickt, knöpft sich ihre Handschuhe zu. Drei Minuten später steht sie im Wartezimmer FrieDrich Dominik gegenüber ...
Sie erschrecken beiDe.
Dominik hat eben Zeitung gelesen, als Die Tür zum Anwaltszimmer aufgeht. Ohne recht hinzusehen, steht er auf, weil er meint, Daß nun Die Reihe an ihm fei.
„Martha —!"
Dann erst verbeugt er sich in seiner ein wenig ungelenken Art.
„Verzeihung, gnädige grau! — Ich dachte r.. t ich
Sie streckt ihm die Hand hm — ganz frei, ganz unbefangen. Aber bas Herz schlägt ihr bis zum Halse empor.
„Guten Tag, Friedrich!"
Er nimmt bie Hand — erst zögernd, bann hastig, als gelte es ein schnelles Zupacken, um nichts zu verlieren. So steht er vor ihr und findet kein Wort.
Er ist alt geworden! denkt Martha. Wir find b/ide sehr alt geworden. Damals waren wir beide sehr jung. Und zwischen unserem Abschied und dem Heute liegt bas, was die Menschen Leben nennen.
Daß sie weißes Haar hätte, hat mir Der Junge erzählt! denkt Friedrich. Und ihr Gesicht spricht von vielen stillen Leiden, aber ihre Augen find noch immer so wie damals, wenn sie mir Gutes sagen wollte ...
Dann erst fällt ihm ein, daß der Platz, wo sie sich treffen, em ungewöhnlicher ist, roenigftens für eine Frau, deren Geschäfte sonst normalerweife von ihrem Mann besorgt werden. Also kann es sich bei ihrem Besuch in der Rechtsanwaltskanzlei nur um Dinge handeln, die Mattheus Lind nichts angehen sollen — oder die gegen ihn sind. Arme Martha!
Das also wäre das Ende?
Martha spürt seine Gedanken. Seltsam. Sie sehen sich nach so langen Jahren in dieser Minute zum ersten Male wieder, und schon ist Die seelische Verbindung zwischen ihnen so stark und so lebendig, daß sie gegenseitig in sich lesen können.
Und ebenso seltsam--Es ist, als ob die letzten
Jahrzehnte nicht gewesen seien, roenigftens nicht gewesen feien, wie sie waren. Das Leid ihrer beiden Leben ist ausgewischt von behutsamen Händen. Und zwischen ihnen ist ein Schwingen und Weben, ein Glück und Ruhe bringendes Gemeinsames. Es kann nicht sein, daß sie sich so lange nicht gesehen haben. Noch gestern ober vorgestern müssen sie sich begegnet fein und auch seitdem waren ihre Seelen beieinander.
Friedrich Dominik fühlt das alles wie ein Geschenk, das über ihn kommt, er weiß nicht woher. Er legt seine Linke auf Marthas Rechte, Jo, daß sie nun ganz von seinen Händen eingeschlossen ist.
„Kann ich dir helfen, Martha?"
Die Frage ist wie ein Blitzschlag. Sie erschreckt, aber sie ist voll großer Helligkeit.
Sie fürchtet sich nun doch ein wenig vor diesen durchdringenden grauen Augen.
,Zch war bei Dr. Klarer, um mir Rat zu erbitten. Aber er kann nicht helfen. Kein Jurllt kann da wohl helfen--auch sonst kein Mensch..
„Auch ich nicht, Martha?"
„Auch du nicht, Friedrich."
Seine Hände zucken kaum merklich, aber sie geben sie noch immer nicht frei.
„Bist du dessen so ganz sicher, Martha?"
Sie nickt, sehr heftig, als müsse fit es sich selbst damit bekräftigen.
„Du vor allen anberen Menschen nicht, Friedrich. Du wärst der allerletzte, Der Da helfen könnte."
Also, es ist so, wie ich dachte, weiß Dominik. Ihre Ehe ist zerbrochen. Gerade Darum will sie meinen Rat nicht. — Gerade Darum muß sie meinen Rat hören!
„Mein Wagen wartet unten. Ich steuere selbst. Geh voran und zieh Die Vorhänge zu! Dann sieht uns kein Mensch — Dann können wir irgendwohin fahren und über deine Sorgen.sprechen."
Martha fühlt das Werbende in seiner Stimme. Wie wohl bas tut. Mattheus hat nie um sie geworben. Er hat sie genommen, ohne zu fragen, so wie er ihr Geld nahm, ohne zu fragen. Das hot vielleicht am meisten müde gemacht. Dieses Sichfügen- müssen, dieses Niegefragtroerdeu, dieses Sichsewst- entgleiten.
Wie wohl Das tut, zu fühlen: Da ist ein Mensch, Dem bist Du wert. Dem bist Du keine Sache. Der möchte dir Gutes tun. Um deiner selbst willen.
Und Dann schrillt wieder das Bewußtleiu ihrer Verlassenheit in ihr auf. Sie braucht ja einen Menschen. Sie hat seit heute kein Zuhause mehr. UnD auch, für Brigitte muß gesorgt werden.
„Du warst doch mit Dr. Klarer verabredet?" sucht sie nochmals sich selbst zu entfliehen. „Was wird er denken, wenn du fortgehst mit mir?"
,Lst Das so wichtig?" fragt Dominik zurück.
Sie schüttelt Den Kopf.
„Nein, es ist nicht wichtig ... Wohin wollen wir fahren?" fragte sie zögernd.
„Zur Stadt hinaus — wo keine Menschen sind.^ „Ans Meer--"
(Fortsetzung folgt)


