Montag, 5. Mai G4l
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Nr. 105 Zweiter Bloti
heit und Aeußerungsforrn ist das gediegenste Lehr
mittel für jeden Werdenden.
Noman von Elisabeth Lsolt.
(Nachdruck
9. Fortsetzung.
Ge-
sich
gegen zwei Uhr abgekämpft und mit vor Müdigkeit
«rU e-ch. Icherzhast, hinten zeigte ^entern Gesicht "nach Hnuse. N°chmitt°!.- Kchr ,ie * der Portier über die Störung höchst ungehalten, wieder weg, um sich photographieren zu lassen.
schlecht gemacht?
Polizei!
(Fortsetzung folgt.)
und dem kein
verboten.) war leer,
Der Gleichmut des Haushalts dielt aber nicht durch. Gegen acht Uhr begann der Betrieb plötzlich zu brodeln wie ein überkochender Kessel, Pola hetzte ihre Leute durcheinander, als wären sie Jagdhunde, der ausgeborgte Koch wütete gegen den Gasherd, und das Stubenmädchen Milli kündigte. Dann ka«
hörte dann von
aus nicht an ihm gelegen habe, er I
Gottes willen vor der Kammersängerin nicht er«
men die ersten Wagen.
Gerda kleidete sich erst um, als man unten tm
Ein Abendessen für sechzehn Personen gehörte im Hause der Luckner nicht zu den Dingen, denen man zeitraubende Vorbereitungen widmete. Gerda Maurer wunderte sich über die Gelassenheit — zu Mittag kamen einige Blumenaufbauten, um vier Uhr brachte man eine Kiste Wein und gegen Abend das gesamte fertiqgestellte Souper in der ver- trauenswürdigen Obhut eines Hotelkochs. Pola nahm die ganze Geschichte überhaupt nicht zur Kenntnis, der anstrengende Tag ließ ihr keine Zett dazu. Um zehn Uhr morgens fuhr sie zur Probe — — ' V!------ „Fidelio" — und kam erst
losen Paul vor ihre eigenen Wünsche zu spannen. Oder hatte vielleicht Paul die Sache nicht ganz richtig daraestellt? Doch warum sollte er?
„Ich will es ihm sagen", versprach sie zuvorkommend. Aber Birinskn meinte, auch dos würd' nicht mehr viel helfen. Bola sei schon so verses en auf die Garage daß W'derspruch vergeben" ft', er kenne Pola. Die letzte Hoffnung wäre die Bau-
im Hö. Mit von das der
Eine Weile stand sie oben an der Treppe, auf. merksam und irgendwie beunruhigt durch das Um verständliche dieser plötzlich aussetzenden Schritte, ©e* war da gegangen und wer hatte das Radio angedreht? Noch dazu bei offenem Fenster. Auf einmal kam chr das Haus merkwürdig still vor, der schwach beleuchtete Korridor voll schweigsamer Türen, unerfreulich abgeschlossen von der Außenwelt. Vorhin war doch wenigstens der Chauffeur noch da gewesen.
„Ludwig!" rief Gerda und ärgerte sich dabei über ihre unerklärliche Unruhe. „Ludwig, sind Sie noch da?"
E- kam keine änltoort, die Lampen der kleinen Halle unten beleuchteten den hohen Blumenkorb mit den sacht welkenden gelben Chrysanthemen. —
schweigsamen Herren, die, leere Cocktailgläser in der Hand, an der Wand herumstanden, waren alle Leute ungemein in Stimmung., Professor Brix, den zerfransten, grauen Ziegenbart diabolisch vorge- , streckt, redete viel und laut.
Das erste, mos Gerda beim Eintreten erblickte, war ein Zobelcape. Seidigbraun und wohlbekannt hing es über der Lehne eines großen Stuhles. Zwei Schritte davon entfernt stand die Pachoven, die ausgeblaßten blonden Haare über türkisfarbe» nein Samt, kurzsichtig, angeregt und gepanzert in die Ueberheblichkeit eines Menschen, der über viel Geld und eine undurchdringlich dicke Haut verfügt. Ihre laute, scharfe Stimme beherrschte den Raum, während sie mit Pola und Paul Bürger redete, der beiden Feuer für ihre Zigaretten reichte.
Gerda hätte gern ein bißchen mit Paul geplau» I bert, ober er hielt sich immer auf der anderen , ©eite des großen Raumes — über fremde Gesichter i hinweg grüßte sie ein flüchtiges Lächeln.
i „Ihr Vetter?" erkundigte sich Baron Birinsky 1 wohlwollend, als er beim Büfett erschien, um em Glas Sherry zu trinken und Polos neuer Sekre- I tärin einen warmen Händedruck zu spenden. Wie- I herum stellte Gerda das Verwandtschaftsverhältnis 1 richtig, ober der Baron ließ Abschwächunaen nicht gelten Der Architekt scheine viel mehr Wert auf die Verwandtschaft zu legen als die junge Fstau. I Gewöhnlich sei das umgekehrt. Bürger sei ein tüch- 1 tiger Mensch, aber er solle doch um Gottes willen aufhören, Frau Luckner diese närrische Sache mit her unterirdischen Garage einzureden Das Haus könne einem über dem Kopf zusammenfallen.
schäft 1874 vorgenommen. Er sagte ihnen, daß ihre Fahnen in treue Obhut genommen werden und daß sie die Tradition ihrer Regimenter in gleicher Weise wie bisher pflegen können. Die Kameraden sind gleichberechtigte Mitglieder wie die bisherigen Kameraden, und sie können nun in der größeren Kameradschaft ihre soldatischen Pflichten erfüllen im Sinne ihrer Tradition zum.Besten des deut- schen Volkes.
Hierauf folgte ein Lichtbildervortrag des Kameraden Dr. Kaufmann, der lange Jahre in Alexandrien tätig war, über „Land und Leute Afrikas und des Balkans, soweit sie Kriegsschau- plätze sind". An Hand einer Karte erläuterte er die Lage der jetzt im Heeresbericht oft genannten Kriegsschauplätze in Nordafrika und besprach eingehend Libyen, das alte römische Kulturland, zu dessen fruchtbarsten und schönsten Teilen die Cyre- naifa zählt. Dann gab er einen Ueberblick über die Länder, die jetzt in das Kriegsgebiet einbezogen wurden, und schilderte, wie in vielen seiner Vorträge, Land und Leute. Wir haben kürzlich aus der Feder des Vortragenden in den „Gießener Familienblättern" des Gieß. Anz. eingehende Schilderungen Aegyptens gebracht. Dr. Kaufmann erweiterte gestern feine Ausführungen auf den Irak, Palä- ftina, Kreta und Griechenland und brachte dazu eine große Anzahl von Lichtbildern, die den Zu-
Konzert Aber bitte dafür klimperig leichten Armbändern
$ 1 besser, daoegen wirkte die großartige Perlenschnur
zu drei Mark fünfzig stilvoll, und gerade wunder- ' . . r. « 4. • k f.____ L. Qintn hör
Im nächsten Augenblick lief Gerda zuruck. Sie riß die erste beste Tür auf und läutete Sturm. Es war ihr leichter, als die wildgewordene Klingel durch das Haus tobte. Gleich darauf tauchte der alte Portier auf. Aus der Küche stürzten im schwindschritt der Chauffeur und die Köchin, dann standen sie alle inmitten der Halle unter Lüster und versicherten, daß weit und breit fremder Mann sei.
„Doch! Es war einer da!" Gerda schämte
schaftssührer Richtlinien für die Mitarbeit der Kameraden bei den Sammlungen für oae Dcut]d)t. Note Kreuz und für die vom kommenden Hewst ab wieder durchzuführenden ©i nterl)il ferner f-eomm- hingen, ferner sprach er über die Beteiligung aTn Uebungsschießen der alten Soldaten, schließlich übermittelte er Brief- und Kartengrüße von Karne, rohen, die wieder im Dienste der Wehrmacht stehen. Rach ergänzenden Mitteilungen des Sch'eßwarts, Kamerad Röder, über den Schießdienst, der m den kommenden Monaten an jebem zweiten und dritten Sonntag durchgeführt werden soll, wurden noch einige kleinere Angelegenheiten, ii. a. tue Vor- tragstäti-gkeit in den nächsten Appellen, erledigt. Rach dem dienstlichen Teil verblieben die 51 nynerohen noch einige Zeit in der gewohnten soldottjchen Geselligkeit beieinonber.
Hoch über Oächern und Straßen in Aießen
In dieser Woche, am Donnerstagabenh, wird man in Gießen artistische Sensationen erleben können, die hier und sicherlich auch weithin in her Umgegend noch nie zu sehen gewesen sind. Durch hie NSG. „Kraft durch Freude" wird die Camilla» Mayer-Hochseiltriippe ein Gastspiel auf Oswalds» garten geben, tat diese Sensationen bringen wird Aus 2o Meter hohen Turmseilen merhen fid) diese Artisten auch in Gießen als die besten ihrer Art erweisen; Camilla Mayer II. wird aus dem 42 Meter hohen schwankenden Stahlmast artistische Künste zeigen, bei denen die Zuschauer den Atem anhalten merben; Kapitän Mariano wird mit seinen waghalsigen Balancen am 25 Meter hohen Einmann. Reck und anderen artistischen Sensationen auf dem Turmseil die Besucher ", grüßte Spannung vet setzen; ein anderes Mitglied •'»er Artistentrupve wird neben seinen packenden Leistungen nod) einen Menschen — der sich bei der Gießener Kreisdienst stelle von KdF. freiwillig melden kann - über das 20 Meter hohe Seil tragen: aber alle diese Sensationen werden weit übertroffen werden durch die 17jährige Artistin Ilse Mayer, die im Genickhang in ungeheurem Tempo über ein 400 Meter lange» Seil von der Spitze der Stadtkirche aus über die Dächer der Kirchstraße und de» Pfarrgarten» und über den Oswaldsgarten hinweg nad) dem Horst- 'hsriiel Wl abfahren muh Pir offener „National« Zeitung^ berichtet über Pie Leistung dieser -’ii ft n nach deren Seilfahrt vom Turm der dortigen (9er» trudis-Kirche aus u. a. folgendes: „Bei dieser To» desfahrt hielt man den Atem an, als das Madel aus der Turmluke kletterte, in sausender Fahrt ohne Sicherting wie ein Weihnachtsengel herab- schwebte, um unten von ihren Kameraden liebevoll aufgefangen zu werden." Während der etwa anberhalbstündigen Vorstellung, die bei jeder Witterung durchgeführt werden soll, wird hc.r Musikzug her SA.-Standarte 116 mit einem flotten Konzert
Morgen mutz das weg, nahm sich Gerda vor, und im gleichen Augenblick brach chr der Gedanke mitten entzwei. Es war ein fremder Mann in der Holle — sie sah ihn, nur der Spiegel neben der Kleidercwtage gab den Umritz seines Kopfes zurück. Unbeweglich, schattenhaft mit der großen Musterung der dunklen Tapete verschwimmend, stand der Mann dort und wartete.
Gießener Konzertring.
Konzert des Musischen Gymnasiums, Frankfurt a. M.
Das chorische Durchleben der Werke aus her Hochblütezeit bc» a cappella-Stils würbe zum spre- chenben Zeugnis für die von Prof. Thomas geleistete chorerzieherische Arbeit. Sauberste Klang- entwicklung von ungetrübter Reinheit, schwebend, frei, gewährleistet durch eine äußerst sorgfältige Durch dnilung der Einzelstimmen, gibt die Grundlage für das Erstehen her einzelnen Werke. In ftrafffter Diszipliniertheit folgten die Jungen den Winken ihres Dirigenten, dabei aus sich heraus ihr Bestes gebend. Jeder Chor wurde in seinem in- dividuellen Charakter besonders betont, wie der interpretierende Stil in Thomas Morleys „Feu r, Feu'r" mit der Klarheit der gegeneinander kon- traftreid) abgesetzten Stimmgruppen und der schwunghaften Erhebung zum Schluß. Bei H- Leo Haßlers „Ach weh des Leidens" seien die pla- stischen Akzente und die^ atemstarken Schwellton- bindungen besonder» im Sopran hervorgehoben. H. 5 t e f f a n i » „Der Kuckuck" zeigte besondere Freude am klanglichen Erleben und bestätigte die plastische Profilierung der bewegten Gegenstimmen zum Cantus firmus. Die färb kräftige Tonmalerei : „Hennlein" von Antonio S c a n b e 11 i ließ die rer die Wiederholung dieses Chores erbitten, den vier Chören aus dem Mörikelieberbuch Hugo Distler gab Prof. Thomas Einblicke in Schaffen eines her befähigtsten Vokalmusiker Gegenwart: im einzelnen sind die Chöre frisch empfunden au» bildhaftem klanglichen Erleben als eine Neuerweckung des Madrigalftils. Die „traurige Krönung" mit ihrem düsteren balladesken Grund- ton war ebenso eindrucksvoll wie die unftona-Wir- kungen des „Feuerreiters" mit feinem re qm em haften Verklingen. 1
Hatte schon zu Beginn des Abends die Instrumentalgruppe der Schule mit dem Orchestertrio in D-Dur von Ioh. Stamitz mit äußerst sauberem Musizieren, das dem häufigen Stimmungs- Umschlag dieses Werkes folgte und gerade in seinen dynamischen Entwicklungen aufhorchen ließ, Proben seines Könnens abgelegt, so vereinigten sich Chor und Orchester im Schlußteil zu der Eichendorfs-Kan. tote von Kurt Thomas, einem Werk, das die romantische Welt des Dichters im engsten Ein- fühlen nacherlebt und sie uns in einem Gewände vermittelt, das sich auf die Aushrucksmittel unserer Gegenwartsmusik stützt, auf die innere Tragkraft des linearmelodischen Stiles, herb und doch unmittelbar in her Auswirkung. Dem Baritonsolo war Herr Wilhelm Dürr, ein Lehrer her Anstalt, wertvoller Vermittler. Die Hörer dankten mit herz- fiebern Beifall. Dr. Hermann Hering.
Gerda verbarg ihr Erstaunen hinter einem Wein- alas Das war lustig, was der Baron da sagte: •Paul redete der Luckner die unterirdische Garage | ein! Schlau von Pola, sehr schlau, den ahnungs-
Aus -er Stadt Gießen.
3m Kaffeehaus.
Alle Tische sind besetzt. Die halblaute Unterhaltung der Gäste, untermalt von leiser Rundfunkmusik, gedämpftes Tellerklappern, mal ein Lachen, alles das schafft Wohlbehagen. Wir essen langsam, mit Genuß, den guten Kuchen, und der heiße Trant dazu erquickt. Dor uns auf dem Tisch steht eine leuchtend gelbe Osterglocke und sagt uns, daß es Frühlmg ist!
Die armen, armen Menschen, die noch kein Kaffeehaus kannten! Denn erst um 1517 bürgerte sich das Kaffeetrinken in Europa ein, in Deutschland erst ungefähr 150 Jahre später. Das Teetrinken wurde 1636 in Paris eingeführt. Ein davon begeisterter Doktor veröffentlichte damals eine Schrift „Daß der Thee Verstand gebe", aber alle feine Kollegen eiferten dagegen und wollten diese Schrift verbrennen. Sogar geraucht wurde der Tee, wie man Tabak raucht. Die Schokolade war ursprünglich in Mexiko ein ekelhafter Brei, aus geröstetem Kakao und Maismehl zusammengesetzt und mit einem Farbmittel gefärbt Die Spanier liehen dann das Mehl und die Farbe weg und taten dafür Vanille, Zucker und einige ostasiatische Gewürze daran. 1679 kam sie nach Deutschland. Wie gut schmeckt sie uns jetzt!
Am Nebentisch unseres gemütlichen Platzes sitzt ein junger Soldat mit einem hübschen, blonden Mädel. Nattirlich hat sie einen Turban um ihre Locken geschlungen. Beide sind schrecklich schüchtern, und die Unterhaltung fließt nur spärlich dahin. Nur ab und zu versucht sie es mit einem Augenaufschlag und einem Lächeln. An einem andern Tisch, an dem vier junge Damen sitzen, geht es im Gegensatz dazu sehr lebhaft zu, ha wird ununterbrochen gekichert und geschwätzt. Drüben das Paar ist sicher verheiratet, man merkt es sofort, ohne auf ihre Hände nach den Ringen zu sehen, an der Art, wie sie sich miteinander unterhalten ober auch sich anschweigen. Wieder an einem anderen Tisch sitzt, mit seiner Mutter, der jüngste Gast in hellblauem Strickanzug, sicher erst drei Jahre alt. Er löffelt sein Eis mit Ernst und Hingabe, und jedesmal, wenn der Löffel im Mund verschwindet, verdreht er vor Wonne die Augen.
Alle Kinder mögen gern Kuchen und Eis, und meine kleine Tochter ist keine Ausnahme. Eis war das erste Wort, das sie lesen konnte, als sie fünf Jahre alt war, und es war von da an nicht n\el)r möglich, zu sagen: „Ja, hier gibt es ja feinst", weil sie dann triumphierend auf das Schild deutete. Als sie erst drei Jahre alt war, gingen wir einmal nach vielen Einkäufen in eine Konditorei und tranken Kakao. Beim Heimkommen sagte der Papa: „Na. ihr Ausbleiber, ihr wart wohl noch im CafS ...?" Woraufhin Brigitte wichtig sagte: „Nein, Papi, im Kakao ...!" E. L. St.
Tageskalender für Alonlag.
NSG. „Kraft durch .Freude": Unterhaltung au Oswaldsgarten. — Gloria-Palast, Seltersweg: 14 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung: „Hochzeits- nacht". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... reitet für Deutschland".
Kriegerkameradschast 1814.
Die angekündigte Eingliederung einiger Traditionskameradschaften in die Kriegerkameradschaft 1874 Gießen wurde bei 6em Appell am gestrigen Sonntag im „Burghof" vorgenommen. Kamerad schaftssührer D ö h n begrüßte die außerordentlich zahlreich erschienenen Kameraden, in erster Linie den Kreiskriegerführer Dr. M o n n a r d , und die Kameradenfrauen. Er gedachte dann der in den letzten Tagen verstorbenen Kameraden Daniel Mohr, der Kameradschaftsführer ehern. 118er gewesen war, Professor Dr. Kühne und zugleich aller für das Vaterland gefallenen Soldaten. Hierauf würdigte er die neuen stolzen Taten unserer Wehrmacht im Südosten, in Afrika, auf dem Meere und in der Luft. Dabei vereinte er erneut die Kameraden zum Treugelöbnis an den Führer.
Sodann wurde die Uebersührung der Traditions- kameradschaften ehern. Hess. Leibdragoner Nr. 23, der 222er und der 116er vorgenommen, zu der der Neichskriegerführer seine Genehmigung erteilt hatte. In der letzten Zeit hat sich auch die Kameradschaft ehern. 168er zur Angliederung bereit erklärt. Kameradschaftsführer Döhn hieß iw Kameraden dieser Kameradschaften in den Reihen der Kriegerkamerad-
Das Musische Gymnasium stellt für alle die Begabungen, die sich ihrer Veranlagung gemäß fpö ter einem in der Musik verankerten Beruf zuwen- den, einen neuartigen, direkten Weg zur Ausbildung und frühzeitigen Entwicklung der Fähigkeiten dar. Der Besuch der hergebrachten Lehranstalten mit ihren allgemein gültigen Zielen bedeutete ür viele Befähigte einen Umweg, der leider manche Anlage wegen anders gerichteter Anforderungen nicht pflegen konnte, ja, sie bisweilen verkümmern ließ, weil im Rahmen der öffentlichen Schule nidjt die Zeit und die Möglichkeit dafür gegeben war. Die Sonderentwicklung des Talentes war oft ein Hindernis, ja sogar manchmal ein Stein des Anlaßes, wenn nicht entschiedene Haltung des Eltern Hauses ober Eintreten eines verstänbnisvollen Lehrers die Pflege des Lieblingsgebietes ermöglichte. Manche hoffnungsvolle Veranlagung konnte erst nach Ableistung der Schulpflicht an die Ausbildung )erantreten, wenn es nicht schon zu spät war für die Erreichung des notwendigen Hochgrades ober gar Schäden (durch nicht fachgemäße Behänd- lung etwa der Stimmen) den weiteren Einsatz nicht mehr lohnten.
Da setzt jetzt das Musische Gymnasium ein. Nicht, daß es die notwendigen Erkenntnisse, Fertigkeiten und Leistungen in den üblichen Schulfächern vernachlässigte, auch die werden hier erreicht, und ein vollgültiges Reifezeugnis für jede Studiumsmöglich- feit steht jedem in Aussicht. Darüber hinaus aber fordert es Werte, denen die anderen Schulen nicht gerecht werden konnten. Eine strenge Auslese bester Befähigungen ist hier in kameradschaftlichem Zusammenleben vereinigt: vom Musikzentrum ans wird hier die Erziehung gewährleistet und jede Möglichkeit zur Förderung genutzt im wechselseitigen Ansporn, im frühzeitigen Wecken produktiver Kräfte, im Hüten, Freilegen und Pflegen schlum- member Talente. So wird hier unferm künftigen Musikleben der Führernachwuchs erzogen durch dos Aufwachsen in einem Lebenskreis, von Musik burd)- hrungen, jede benkbare Möglichkeit cntfaltenb, ftär- kenb und vor Hemmungen sichernd.
Wie dieser Weg das gesteckte Ziel gewährleistet, bas bestätigte das Konzert des Musischen Gymnasiums, Frankfurt a. M. Nicht ohne Grund hat man Professor Kurt Thomas zum Leiter dieses Insti- lutes berufen, denn er ist in unserer jüngeren Musikergeneration eine markante Persönlichkeit. Daß er sowohl als Schaffender wie als Ausübender von her Vokalpraris herkommt, präbeftiniert ihn zum berufenen Führer. Die Erziehung jebes Musikers ist mehr ober minder im vokalen Musikerleben Der- anfert; her vokale Stil in seiner vielfältigen Schön-
Gerba öffnete die Tür. Das Zimmer ein Fensterflügel stand offen, aus der Finsternis schlug die Stimme des Sängers ihr entgegen. Mitten in einem hohen Ton stellte Gerda den Apparat ab und es wurde übergangslos ganz still. Der Fensterfkügel schwang leise knirschend, irgend- wo weit weg war das grobe Zanken des Portiers, eine Tür ging nebenan, und später kamen leise Schritte über den Teppich draußen. Gerda hatte die Tür nur angelehnt und hörte das alles, ohne darauf zu achten, wie man eben gewohnte Geräusche hinnimmt. Aber dann geschah etwas Ungewöhnliches, -----eine Winzigkeit, die
sie aufhorchen ließ. Der Teppich auf dem Korridor reichte nur halbwegs bis zur Treppe, dort gab es ein paar kunstvoll zusammengesetzte Florentiner Steinplatten. Auf diesen Platten klapperte der Tritt jedes beschuhten Fußes wie Kastagnetten. Aber die Schritts auf dem Korridor klapperten sonderbarerweise nicht, es schlug auch keine Tür. Gerda ließ plötzlich den Fensterflügel, den sie gerade schließen wollte, im Stich und ging hinaus Der Korridor war leer. Alle Zimmertüren geschlossen.
ihrer Aufregung.
Grinsend marschierte der Chauffeur rundherum
und schaute in alle Zimmer, sogar den großen, ge- dazu. Um zehn Uhr n schnitzten Schrank öffnete er, aber es ließ sich wirk- Neueinstudierung des sich nichts entdecken. <
Hörern einen Einblick in das Leben und Treiben in diesen Ländern ermöglichten. Die auherordent. lich interessanten Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Kameradschaftssührer D ö h n dankte Käme- rob Dr. Kaufmann für den ausgezeichneten Vortrag und schloß bann den Appell mit dem Gruß an den Führer.
Monatsappell der alten Arti lensten.
Die Artitteristenkameradschaft 1895 Gießen versammelte ihre Mitglieder am Samstagabend zum Monatsappell im Kamerabfchaftsheim hessischer Hof". Den dienstlichen Teil des Appells leitete Ka- meradschaftsführer Müller mit Worten des Grußes und Dankes an den Führer und unsere Wehrmacht ein, wobei er besonders der jüngsten glänzenden Siege unserer Waffen auf dem Balkan gedachte. Mit herzlichen Worten des treuen und dankbaren Gedenkens ehrte er sodann den zur großen Armee abberufenen Kameraden Heinrich D a tz. einen der ältesten und treuesten Kameraden in der Vereinigung der alten Artilleristen, der immer in vorbildlicher Kameradschaft und mit opferbereiter Tatfreubigfeit ben Ibealen der Artilleristenkameradschaft gebient hat. Dem guten Kamerabon, her im Gedächtnis seiner Waffengefährten in Ehren fort- leben wirb, erwiesen biese die übliche Ehrung. Im weiteren Verlaufe des Appells gab her Kamerad- wShnen daß die Haustür unverschlossen gewesen sei. Die Frau Kammersängerin sei sehr streng tn dieser Hinsicht.
Die deutschen Sprachkenntnisse des Amerikaners schienen für diese verwickelten Zustände nidjt auszureichen — —. Höflich, aber verständnislos hi- chelnd, entledigte er sich der Noten und entfernte sich auf seinen dicken Guminisohlen lautlos.
4. Kapitel.
erfreuen.
GA.Sport.
Oie Bez rksklaffe am Sonniaq.
1900 — 05 Wetzlar 3:1 (1:0).
Würdiger konnten die Blau-Weißen den Absd)luß der diesjährigen Meisterschaftskämpfe nicht gestalten. Gelang es doch, in einem von Anfang bi» Ende spannenden Kampf dem mit 99prozenlig'r Sicherheit wahrscheinlidien Meister, FC. 05 Wetzlar, eine klare Niederlage beizubringen. Und das mar nicht etwa glücklichen Umständen zu verdanken, sondern auf Grund einer mit großem Eifer gemischten spielerischen Leistung, an her neben dem über- ragenben Können von Kraft II bic beiben 'Bert ’i» biger unh her Mittelläufer maßgebenb beteiligt sind. Wetzlar, bas mit Luther antrat, kannte gegen hieben Eifer nicht aufkommen, ja, es kann mit dem Ergebnis ngch zufrieben sein, benn bei Ausnutzung h'r Gelegenheiten in her ersten Hälfte konnte es leicht anders kommen.
Der Spielverlauf: Von Möbs gut inszeniert, kommen die Wetzlarer zu Beginn zu einigen recht gefährlichen Angriffen. Die Verteidigung der Blau- Weißen ist jedoch sofort im Bilde, ja mehr al» bas, Im weiteren Verlauf erweist es sich, daß an, biedern Mannschaftsteil her Platzbesitzer alle Kunst bes Wetzlarer Sturmes scheitert. Nad) Ablauf einer Viertelstunde hat 1900 die Drangpeil.'he her Gäste überwunden und kommt nun seinerseits zu verschie»
sich der Portier über die —-------
Woher hätte denn der Mensch kommen sollen, und wohin ging er? Durch die Luft fei er wahrscheinlich nickst geflogen? ,
Eine kleine Weile verteidigte sich Gerda noch, und dann war bas Rätsel, auf welchem Wege der Geheimnisvolle entschwunden war, plötzlich geloft. Das Haustor tat sich nämlich auf, und ein Herr faiwr^ber1 ^omponsit''Carttr. Bei Gerdas Anblick großen Speisezimmer schon bei Tisch saß. Das -cigte' er fröhlich sein Gebiß unb zog ben Hut. schwarze Chiffonkleid war ihr ein wenig zu wett r- r n« ’aatA er ich wünsche nur abzugeben aeroorben, und ihre Arme sahen sehr stockt aus, bieier Noten' fitt Mis'sis Luckner. sie wird fingen, bas wurde auch durch die Pracht °0st Zwei dunmm 4« ßieber in eine Äonjert Aber bitte bafür Hinweri« leichten Armbändern nicht. I.onderl.ch keine Störung zu machen." -MSMWWWWWW allen Seiten, daß der Fehler durch-nicht Vornehmheit zur Schau zu fraacn, aber da solle nur um! war sie, diese unbefmterbare Vornehmheit.
erin nicht er-1 Man trank viel.. Mit Ausnahme von cm paar


