Ausgabe 
5.3.1941
 
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»enstaatlichen Handelsverkehr

ulgarien fast zwei Jahr-

Dienst erwiesen worden, da man viele dieser

Er­

zeugnisse nur aus Deutschland erhalten könne.

Katastrophale Notlage der pataqonischen Viehzüchter.

BuenosAires,5. März. (DNB. Funkspruch.) Den Verlust, den die patagonischen Fleischbetriebe und die Viehzüchter im Zusammenhang mit dem englischen Schiffs mangel erleiden, schil- dert der Sekretär des südargentinischen Landwirt­schaftsverbandes in der ZeitungCritica". London habe die Fleischkäufe in Argentinien so st a r k ein­geschränkt, daß die Betriebe in den Gebieten von Santa Cruz und Feuerland, die früher fast ausschließlich für den Englandkonsum arbeiteten, i n schlimm st e Bedrängnis geraten seien. Die Absicht der britischen Regierung, das Fleisch in Buenos Aires abzuholen, könne daran nichts ändern. Diese Feststellung eines argentinischen Fachman­nes ist ein neuer Beweis für die große Schiffs­raumnot der Briten, die nicht in der Lage sind, den genügenden Schiffsraum für die Abholung der Waren zur Verfügung zu stellen.

Amerikanischer Agrarsachverständiger in geheimer Mission nach England.

Washington, 4. März. (Europapreß.) Der bekannte Sachverständiae für Weizen, Campbell, welcher die sowjetrussische Regierung im ersten Fünf- iahresplan beraten hat, war in letzter Zeit ein häu- iger Besucher im Weißen Hause und wird während 'er laufenden Woche in geheimer Mission nach Eng­land fliegen. Campbell wird zwei Monate in Eng­land bleiben und die dortige Ernährungslage studieren. Es laufen Gerüchte um, wonach er ent­weder den Absatz des überschüssigen nordamerikanischen Weizens organisie­ren oder in En-aland selber die Massenerzeu- aung von Weizen nach sowjetrusfi- schem Muster einleiten wird.

die Ladung, die zum Teil für die brasilianische Luft­fahrtgesellschaft Syndicato Condor bestimmt ge­wesen sei, aus großen Mengen von pharma­zeutischen Artikeln bestanden habe. Dadurch sei der brasilianischen Wirtschaft ein unschätzbarer

Es fühlt sich daher politisch aufs engste mit den Achsenmächten verbunden und zählt zu den Staaten, die an der Neuordnung Europas namentlich im Südosten berechtigten Anteil haben. Auch in der internationalen Zusammenarbeit mit den übrigen Balkanstaaten, die in der Vorzeit viel zu wünschen übrig ließ, kann nach der Konsolidierung der Ver­hältnisse eine Festigung auf freundschaftlicher Basis erfolgen, die den zwische begünstigt. Nachdem B

zehnte von dem ehemaligen Dalkanbund, namentlich von Rumänien, Jugaslawien und Griechenland nie­dergehalten wurde, hat die politische Neuorientie- rung in Rumänien und Jugoslawien die Voraus­setzungen engerer Beziehungen geschaffen. Allerdings ist Griechenland durch seinen Eintritt in die englische Front in seinem Verhältnis zu den übrigen Balkan­staaten, namentlich zu Bulgarien, auf dessen Kosten sich Griechenland nach dem Weltkriege bereichert hatte, in eine fragwürdige Situation gekommen. An den großen politischen Ausgleichungen, die im Bal­kanraum noch im Gange sind, ist daher Bulgarien stärkstens interessiert. TI.

Botschafter von Popen überbringt dem türkischen Staatspräsidenten eine Botschaft des Führers.

Ankara, 5. März. (DJIB. Funkspruch.) wie der Sender Ankara milteilt, ist der deutsche Bot­schafter von Papen vom Präsidenten der türkischen Republik in seinem Schloß in Tschankay empfangen worden. Der Botschafter war lleberbringer einer persönlichen Bot­schaft des Führers. Der Präsident der türki­schen Republik hörte die Botschaft mit großer Auf­merksamkeit an und bat den Botschafter von Papen um Uebermittlung seines Dankes für diesen Akt der Höflichkeit. Bei dieser Unterredung war auch der türkische Minister des Aeuheren, Schuekrl Sara- coglu zugegen.

Oie britische Blockade durchbrochen.

Deutscher Frachtdampfer in Rio deJaneiro eingetroffen.

Rio de Janeiro, 4. März. (Europapreß.) Ein deutscher Frachtdampfer mit einer L a - düng von Exportgütern ist nach vier- wöckiger Fahrt in Rio de Janeiro eingetroffen. Diese Fahrt, mit der die britische Blockade durchbrochen wurde, hat allgemein Aufsehen erregt. Wie der Kapitän des Schiffes, Brink­mann der brasilianischen Presse erklärte, hat die Fahrt, die von Bordeaux aus in 31 Tagen zurück- gelegt worden ist, die Entschlossenheit und die Fähig­keit Deutschlands, zu exportieren, erneut gezeigt. Wenn auch mitten im Kriege, so sei die Reise doch friedlich en Charakters gewesen, um dem internationalen Handel zu dienen und dem brasi­lianischen Markt Produkte zu liefern. Während der Sanzen Fahrtdauer sei weder ein b ri t i s ch e s Kriegsschiff noch ein Schiff der eng­lischen Handelsmarine gesichtet wor­den. Die gesamte Presse von Rio de Janeiro ver­öffentlicht Berichte von der Ankunft sowie Bilder von dem Dampfer, seinem Kapitän und der Be­satzung. Die gelungene Fahrt wird als Beweis für bie Schwäche der englischen Blockade betrachtet. In Wirtschaftskreisen von Rio de Janeiro wird mit besonderer Genugtuung darauf hingewiesen. daß

Heilkräuter ein. Auch ein großer Teil der bulgari- chen Tabakfabnkation geht nach Deutschland.

Da die bulgarische Bevölkerung zu mehr als 80 ». H. landwirtfchaftlich tätig ist, ergibt sich für das »ulgarische Bauerntum dank der laufenden Abnahme /einer Erzeugnisse ein günstiaer Lebensstandard, der sich natürlich auch für Deutschland vorteilhaft aus- wirkt, weil die Kaufkraft der bulgarischen Bevölke­rung gesttegen ist und sich in großen Bestellungen industrieller Waren aus Deutschland erkennbar macht. Die Maschinenindustrie, die Schmuck- und Ga­lanteriewarenfirmen sowie die Brennstoffwirtschaft sind ausschließlich Abnehmer deutscher Erzeugnisse ozw. deutscher Fabrikate. Wir haben in dem Han­delsverkehr Deutschland-Bulgarien das Musterbeispiel einer natürlichen Anpassung an den gegenseitigen Bedarf und damit auch das Vorbild für den weite­ren Ausbau des Südosthandels im Laufe der näch­sten Zukunst. Bulgarien ist heute das Land, das über taji am besten ausgerüsteten landwirtschaft­lichen Apparat verfügt und auch in seiner Verkehrs- wirtschaftlichen und kulturpolitischen Struktur als der modernste Staat im Südostraum bezeichnet werden kann.

Heftige deutsche Luftangriffe gegen zahlreiche Gebiete Englands.

Stockholm, 4. März. (Europapreß.) Die deut­schen Angriffe in der Nacht zum Dienstag sind nach neutralen Darstellungen weitaus heftiger gewesen, als der amtliche Londoner Kommentar erkennen läßt. Wellen deutscher Maschinen zeigten sich fast zur gleichen Minute über dem nordöstlichen England, über East Anglia, den westlichen Mid­lands, über der Südostküste, über dem südlichen Wales und zum erstenmal in diesem Jahre auch über dem südöstlichen Schottland. Die Aktionen gegen Cardiff wurden in Wellen vorgetragen; Brandbomben folgten Sprengbomben. Die Aktionen sollen um die Mitternachtszeit unterbrochen worden sein, um dann vor Morgengrauen wieder ausgenom­men zu werden. Die meisten Bomben über London wurden in der zweiten Hälfte der nächtlichen Aktio­nen abgeworfen.

Oer Wehrmachtbericht

Berlin, 4. März. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Einmarsch deutscher Truppen In Bulgarien vollzieht sich planmäßig.

Leichte Kampfflugzeuge belegten im Laufe des gestrigen Nachmittags unter Jagdschutz einen Flug­hafen in Südengtand mit Bomben. M.hrere hallen und Unterkünfte wurden dabei zerstört. 3n der Nacht zum 4. März griffen Kampsverbände Hafen- und Industrieanlagen in Lardiff an. Ls wur­den zahlreiche Volltreffer mit starker Explosions­und Brandwirkung in militärisch wichtigen Zielen beobachtet. An der schottischen Ostküste belegten

Kampfflugzeuge die Hafen- und Werftantagen von 1le.ro Laftle mit Brand- und Sprengbomben. Auch hier konnte gute Wirkung festgeslellt werden. Bei Angriffen auf verschiedene Flugplätze nörd - lich Londons wurden hallen, Unterkünfte, Brennstoff- und Munitionslager sowie einige Flug­zeuge am Poden zerstört.

An der englischen Südküste versenkte ein Kampf­flugzeug ein Handelsschiff von 3000 BRT. Ein weiteres Handelsschiff blieb im Seegebkt ostwärts Aberdeen nach zweimaligem Angriff mit schwerer Schlagseite liegen. Außer den im gestrigen Wehrmachtsbericht bereits erwähnten britischen Schiffsverlusten versenkte die Luftwaffe im Laufe des 2. März noch ein weiteres Handelsschiff von etwa 8000 BRT. 25 Kilometer westlich der He­briden.

Unsere Im Mittelmeerraum operierenden Flieger­verbände griffen bei Agedabia britische moto- risierte Kräfte mit Erfolg an. In Kraftwagenan­sammlungen und Kolonnen wurden zahlreiche Tref­fer erzielt. Lin an der tybischen Küste vorgehender deutscher motorisierter Spähtrupp brachte erneut Gefangene ein und erbeutete einen britischen Pan­zerwagen.

Der Feind warf In der letzten Rächt in West­deutschland an mehreren Stellen einige Spreng­bomben und eine große Anzahl Brandbomben. Militärischer Schaden entstand nicht, dagegen wurde eine Anzahl von Häusern getroffen, sowie einige Zivilpersonen getötet oder verletzt.

Oer Kamps um die Englaudhilse.

Washington, 4. März. (Europapreß.) Die Aussprache im nord-amerikanischen Senat über die Einglandhilse nimmt immer schärfere Formen an. Am Montag versuchten die Anhänger des England- Hilse-Gesetzes die Beschleunigung der Verabschie­dung der Vorlage durchzusetzen durch eine Fest­setzung der Redezeit auf höchstens eine Stunde. Da durch den demokratischen Senator Clark diesem Verlangen widersprochen wurde, ist der Antrag auf Redezeitbeschränkung vorerst gescheitert. Die Kon­greßmitglieder konferierten vormittags mit Roose­velt. Der Mehrheitsführer Barkley verstärkte nach Besprechung mit dem Vorsitzenden des Senats, ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, George, den Druck wegen Abkürzung der Debat­ten. Senator Glaß schlägtclosure vor, was be­deuten würde,daß jeder Senator nur einmal und nicht über eine Stunde sprechen darf. Hierfür ist jedoch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Der Oppositionsführer Senator Clark- sagte, die Mehr­heit werde auch damit nicht durchkommen. Senator W h e e I e r kündigte an, daß die Vorlagemit jedem Mittel" bekämpft werden würde.

Auch außerhalb des Parlaments wird der Kampf gegen das Englandhilfe-Gesetz fortgesetzt.New Nork Daily News" appelliert an die Öffentlichkeit, sich die Vorlage gründlich zu Gemüte zu 'führen. Wer sich dieser Pflicht entziehe, übernehme die Mit­verantwortung für die etwaigen Folgen dieser schick, salhasten Entscheidung. Das Blatt kennzeichnet dann die Vorlage alsAbdankungsgesetz für den Kongreß", da das Recht des Kongresses zur Entscheidung über Krieg und Frieden auf den Präsidenten übertragen werde.New Port Daily News" fragt, wozu Roosevelt eine weitere Ausdeh­nung seiner Machtvollkommenheit anstrebe. Der

Kampf um das Englandhilfe-Gesetz gehe um d-ie Er- Haltung des Friedens für die Vereinigten Staaten. Die Ablehnung des Gesetzes wäre eine Friedens- gefte, da sie der Weltöffentlichkeit davon Kenntnis geben würde, daß das Volk der Vereinigten Staa­ten nicht gewillt ist, in den Krieg zu ziehen.

Senator W h e e l e r kritisierte in einer Rede in Baltimore den merkwürdigen Vorgang, daß eine große Anzahl von Fürstlichkeiten und Bankiers aus Europa mit schnellstem Schiff nach USA. kamen und die Vereinigten Staaten aufforderten, in den europäischen Krieg einzutreten.Königliche Flücht­linge kommen aus Norwegen, Holland, Frankreich, England und mit ihnen internationale Bankiers, Rothschild und die dazugehörige Clique. Wenn sie uns auffordern, für die Rettung der Demokratien in Europa zu kämpfen, warum bleiben sie nicht selber drüben, obwohl sie allerbeste Gelegenheit hatten, ein Musterbeispiel zu geben? Stattdessen ließen sie einfache Bauern und Arbeiter und Kaufleute drüben, damit diese die Schlacht für die Demokratie kämpfen sollten."

Der demokratische Senator Wagner, der der Regierungsmehrheit angehört, trat energisch für die Annahme des Gesetzes ein, das er alsletzte Hofs- nung auf Frieden und Sicherheit" bezeichnete. Jeder Amerikaner, so meinte er, der wirkliche Hilfe für England wünsche, müsse die sofortige Entsendung jedes entbehrlichen Kriegsgeräts befürworten. Nach dem Senator Schwartz, der die Gegner des Ge­setzesTanzende Derwische" nannte, sagte der Re- publikaner W i l e y , das Englandhilfe-Gesetz sei so formuliert, daß Roosevelt, wenn er die Lage für entsprechend erachte, das Land in den Krieg treibe.

Bei den Oberhessen in Güdsrankreich.

Vom Feldzug über die Demarkationslinie zum Truppenübungsplatz.

Bon Kriegsberichter Paul Gerhardt Dippel.

PK.....Pappeln und immer wieder Pappeln

Art der Eiche wird sicht- zählen will, ist aus Biedenkopf, hrnen uns auf. Das rie-! teroffizier, dessen Dialekt schon wieder

1 f X A X t t-t X 1 f A »-vX A (7 A 1 t f f A M I)

und der Un­

taucht auf, eine besondere

bar, Tannenwaldungen nehmen

und unverbildeter, noch lustiger und naturnaher klingt. Und bald bestätigt es sich: Der Feldwebel, den

senhafte, sich in eine Talmulde hinduckende Lager ist von einem Kranz dichtesten Baumbestandes um«

entlang der schonen breiten Straße führen uns zum Lager. Plötzlich verschwindet dieser für das fran­zösische Landschaftsbild so typische Daum, der zu­meist die Straßen und Wege säumt. Die Ulme

, schon wieder eine andere

Schattierung (RichtungFullebrücke"!) hat, ist ein waschechterKasseläner". Alle Orte und

Städte zwischen Kassel und Gießen sind da vertreten, als wir nach der Heimat all der Män­ner hier fahnden.

45 Kilometer haben wir heute runter geschleppt", erzählt uns dann einer,mar en ganz niedlicher Marsch. Aus unserer Kompanie hat keiner schlapp gemacht, obwohl wir zwischendurch noch zwei recht ausgedehnte Gefechtsübungen machen mußten." Mit stolzem Eifer erzählt dann ein anderer, daß diese 45 Kilometer beim Vormarsch jadasTagespen- fum an Marschleistung gewesen ist.Wir haben es neulich einmal zusammengerechnet", berichtet sachlich der Unteroffizier von derFullestadt",wir haben seit dem 10. Mai im vorigen Jahr weit über 1000 Kilometer getippelt. Ja, das ist die Infanterie!" Und dann wird erzählt, wo man von Oberhessen aus dann hingekommen ist. Wie es von Koblenz über den Hunsrück hinein nach Belgien ging, wie man durch Luxemburg durchstieß und wie man über St. Quentin, Arras und Amiens in die große Sommeschlacht eingesetzt wurde. Und dann: der Durchmarsch durch Paris und der weitere Vor­marsch, der nur noch einer eilenden Verfolgung glich. Und alles zu Fuß! Bis man dann an der Demarkationslinie festen Fuß faßte, die Ruhewochen aber nicht nur ruhte, sondern auch mit weiterem Drill und dem Ausbauen der Quartiere ausfüllte.

Inzwischen ist es längst Abend geworden. Und wir sitzen am Tisch, und vor uns lächelt das freund­liche Helle. Inzwischen hat uns der B a t a i l - l o n s k o m m a n d eu r viel erzählt, von seinen hes­sischen Männern und von seinemstolzesten Tag" im Frankreich-Feldzug, und die einzelnen Kompa­nieführer ergänzen das Erlebte jeweils mit Einzel- schilderungen. Inzwischen ist der Bataillons- arzt, natürlich auch ein zünftiger Marburger, auf- gekreuzt und meldet, daß sich bisher noch kein Fuß- kranker nach dem Uebungsmarsch gemeldet habe. Und dann wird wieder vom letzten halben Jahr er­zählt.

Wir hatten es uns schon recht behaglich gemacht da in unseren Städten und Dörfern an der Demar­kationslinie. Aber auf einmal hieß es: Aus der Traum! Kurz vor Weihnachten mußten wir weg. Wir hatten gerade unsere selbstgezimmerten Dusch-

mir da gleich beim Schlaffittth lich aus Marburg selbst; sofort seine ganzen Erlebnis'

jen kriegen, ist natür» st; der Schütze, der uns isse vom Vormarsch er­

grünt. Hier ist der Truppenübungsplatz, den wir suchen. Durch die Aeste schimmern Reihen von Baracken, Stallgebäude liegen daneben, ein Ge­wirr von Unterkünften und Quartierräumen.Das also ist der bekannte französische Truppenübungs- vlatz, auf dem vor allem die Artillerie ihre Ge­fechtsübungen ausführte!" denken wir, aber da grüßt auch schon der d eu t s ch e P o st e n. Der deutsche Stahlhelm, die graugrüne Uniform und die schwungvolle Zackigkeit der Ehrenbezeigung führen uns vor Augen, daß hier das deutsche Heer festen Fuß gefaßt hat.

Neugierig betreten wir das weiträumige Lager. Ein buntbewegtes Leben herrscht. Die frühe Abend­sonne wirft ein Goldnetz über die Züge von Uni­formierten, die von allen Seiten her ankommen. Reiter, bespannte Kolonnen, Reihen von singenden Soldaten. Die Pferde schnuppern schon Stalluft, der kräftigfrohe Sang der Landser ist von der Gewiß­heit getragen, daß man nach einem wie es scheint tüchtigen Marsch nun wieder zu Hause ist. Kompanieweise heißt es:Weggetreten!" Ein Tag Dienst mit einem kräftigen Uebungsmarsch ist vor­über. Die Unterkunft auf dem südwestfranzosischen Truppenübungsplatz, den die deutsche Wehrmacht schon gleich nach Waffenstillstand in ihren Dienst stellte, zieht magisch jeden einzelnen hinter die bret- ternen Wände. Bald ist von Mann und Pferd nur noch wenig zu sehen; und als die ersten Stimmen von frisch gesäuberten Landsern wieder dgs riesige Geviert des Lagers durchschwirren, ist es scyon Abend geworden.

Ei Kelle ...", so und ähnlich klingt es plötzlich. Das ist doch oberhessischer Dialekt! Unver- kennbar und echt. Und zwar nicht vereinzelt und selten, sondern durchweg und wie taufrisch von der Lahn weg. Und bald haben wir es: Wir sind mit­ten in dem Bataillon, das die ruhmreiche Tradition des weltbekannten Marburger Jägerbatail- l o n s bis zum heutigen Tage fortführt. Die Sprache hatte die Männer verraten, die hier auf einem Trup­penübungsplatz mitten in Südwestfrankreich 3 ro i fchenAtlantikküsteundDemarkations- I i ni e ihren Dienst versehen. Die Sprache der Hei­mat, die in dieser fremden Landschaft nur noch echter

Oer italienische Bericht

Rom, 4.März. (DRB.) Das Hauplquartter bet Wehrmacht gibt bekannt:

An der griechischen Front haben Bomber­formationen Stützpunkte und Verteidigungsstellungen wirksam bombardiert. Im Verlauf von Luftkämpfen wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

In Rordafrika Ist eine deutsche Abteiluug mit feindlichen Panzerformationen zusammenge- stoßen, die in die Flucht geschlagen wurden, wobei Gefangene gemacht und Material erbeutet wurde. Der Feind hat erneut mit starken Kräften G I a r a - bub angegriffen und es zur Uebergabe aufgefor­dert. Unfere Garnison hat mit Artilleriefeuer geant­wortet.

In Ostafrika haben unsere Truppen einen feindlichen Angriff Im Gebiet westlich von Gondar abgewiesen. An den übrigen Abschnitten Spähtrupp- und Artillerietätigkeit.

Einladung Ibn Sauds zu einer panarabischen ^'onferem.

Rom, 4. März. (Europapreß.) Nach einer Mel­dung desMessaggero" aus Damaskus hat ein Ab­gesandter des Königs Ibn Saud vor kurzem in Beirut einige Persönlichkeiten aus Syrien und dem Libanon zur Teilnahme an einer panarabischen Zu­sammenkunft eingeladen. Dieses Treffen soll in Riad, der Hauptstadt Saudiarabiens im Süden des Hochlandes von Nedschd erfolgen. Der Zweck der Zusammenkunft ist, gemeinsame Richtlinien zur Verteidigung der arabischen Interessen gegenüber England festzulegen.

Waihingion plant Uebernahme der britischen Rüstungswerke in USA.

Washington, 4. März. (Europapreß.) Aus amtlicher Quelle verlautet, daß Regierungskreise die Uebernabme eines Teiles der briti­schen Rüstungswerke in USA. nunmehr ernsthaft ins Auge fassen. Vorverhandlungen sollen bereits abgeschlossen sein. So soll das Kriegsdeparte­ment die Pulverfabrik in Memphis (Ten­nessee) übernehmen, welche von England fi­nanziert wird. Eine Aeußerung der Einkaufs­kommission hierüber liegt bisher nicht vor. Zu Kriegsbeginn investierten die Alliierten hundert­fünfzig Millionen Dollar in Rüstungs­werken in USA.

Ausbau -er von England abgetretenen Stützpunkte.

Washington, 4. März. (DNB.) Das Marine­ministerium gab bekannt, daß Bauaufträge in Höhe von einerMillion Dollar abgeschlossen worden feien als Auftakt zur Errichtung von Luft- basen auf acht der von den Engländern abge­tretenen Stützpunkte. Gleichzeitig wurden Aufträge in Höhe von zwölf Millionen Dollar für den Aus­bau von Santa Lucia, Antigua und Jamaica zu Flottenstützpunkten vergeben.

pakhoi von japanischen Landungstruppen besetzt.

Tokio, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Dornet meldet, daß Einheiten der japanischen Expeditions- armse am Montagfrüh in der Nähe von Pakhoi (Südkwantung) landeten und die Stabt Pakhoi be­reits nach einer Stunde besetzten, um die Liefe­rungsstraße nach Tschungking abzuschneiden. Die japanische Marine war mit mehreren Schiffen in der Tonkinbucht erschienen und begann um sechs Uhr mit der Landung der Truppen.

Oie Trauerfe erlichkeiten in Spanien.

Madrid, 4. März. (Europapreß.) Die Trauer­feierlichkeiten für Alfons XIII. sind nun zum Abschluß gebracht worden. Am Montag fand ein feierliches Requiem in Madrid statt, woran lich auch der S a udillo mit der gesamten Regierung und dem Diplomatischen Korps beteiligte.

anlagen mit dem heißen Wasser in Benutzung neh­men wollen, da ging es weg. Wir kamen dann hier­her nach B., zum Truppenübungsplatz", so wird uns frisch von der Leber weg erzählt.Sehr be­geistert waren wir ja im Anfang nicht, denn hier ist es sehr einsam. Aber man gewöhnt sich schließ­lich an alles."

Unsere Augen suchen während des Erzählens die Gesichter der Männer, die dem ehemaligen Mar­burger Jägerbataillon angehören. Da finden wir die Antlitze, auf denen sich das Kampferlebnis und Kriegserfahrüng unverkennbar spiegeln. Wir blei­ben an Augen haften, die das Düstere, aber auch ben Triumph des Krieges sahen. Viele schwarzweiß- rote Bändchen künden in den Knopflöchern von mannigsacken Auszeichnungen im Gefecht. Und neben diesen von der Wirklichkeit des Krieges ge­prägten Gesichtern und Mienen schauen uns Köpfe an, die frisch und jung und ein wenig neugierig dazu in die Gegend blicken. Das find die Ge­sichter der jungen Rekruten, die gerade- weg aus dem Lahntal mitten auf den Truppenübungsplatz auf südfranzösischen Boden kamen.

Sie sind in diesen Wochen der harten Ausbil­dung, in denen ihnen nichts geschenkt wurde, nun schon zu guten Kameraden der älteren, kriegserfah­renen Kompanieangehörigen geworden. Daß sie hier nicht wieGott in Frankreich" sie hatten wohl wenig greifbare Dinge darüber gehört! leben konnten, zeigte ihnen bald die harte Wirklichkeit des Truppenübungsplatzes und eines strammen Dienstes. Das Recht und die Auszeichnung, Soldat sein dürfen, mußte hier erst erlernt, erworben wer­den. Und die willige Bereitschaft dazu liegt auf all diesen jungen Gesichtern, die von den romantischen Traumen an französischen Kaminen nicht verweich- licht, viel eher von der würzigen Luft eines Tages- laufe unter Gottes freiem Himmel gestählt -u roer­ben beginnen. Wie bie Kameraben dort, die beim Erzählen noch immer im Banne des Großen und Einmaligen stehen und diese ihre dunkel-großen Kriegserlebnisse niemals mehr vergessen werden, warten sie, bald nun auch vollwertige und einsatz­bereite Soldaten, auf den neuen Einsatz, der sich den Kriegstaten des Westfeldzuges kühn zur Seite stellt.

Ein ganz Junger will uns, plötzlich begeistert, etwas erklären:Wir sind nämlich das ursprüng­lich Marburger Jägerbataillon!" Wir winken ab und lächeln. Und da klingt auch schon vom Neben- tisch das altvertraullche Lied ,^)urrah, ich bin ein Jägersmann vom "Marburger Jäqerbataillon"; wir stimmen ein, und der Cantus erschallt hinaus in die französische Vorfrühlingsnacht, in der die ewigen Sterne silbern.