Ausgabe 
5.2.1941
 
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Ur. 30 Zweites Blatt

Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, 5. Zebruar

Elektrizität im Dienste des Volkes

(Nachdruck verboten.)

17. Fortsetzung.

De- ver-

Jn diesen Tagen sind die neuen Lebensmittel­karten für die 20. Zuteilungsperiode vom 10. Fe­bruar bis 9. März verteilt worden. Die Rationen bleiben im wesentlichen unverändert. Auch diesmal werden 250 Gramm Hülsenfrüchte und 125 Gramm Reis als Sonderzuteilung abgegeben. Iie Möglich­keit, zum Teebezug und zum Bezug von Kondens­milch fällt fort. Wie vor der 17. Zuteilungsperiode werden wieder 50 Gramm Nährmittel auf Kartof- elftärkebafis (Sago, Kartoffelmehl, Puddingpulver ufw.) abgegeben. Die Nation an Nährmitteln auf Getreidegrundlage wird dementsprechend wieder auf 550 Gramm festgesetzt'. Auch in der 20. Zuteilungs­periode erhalten die Normalverbraucher die Mög­lichkeit, «an Stelle von 125 Gramm Kaffee-Ersatz 60 Gramm Bohnenkaffee zu beziehen. Mit dem Ab­lauf dieser Zuteilungsperiode werden die Kaffee- Zuteilungen zunächst eingestellt. An den Plätzen, an denen die zur Befriedigung des Verbraucherbedarfs vorhandenen Butterschmalz-Vorräte nicht ausrei-

betonte er namentlich die Erleichterung der Arbeit auf dem Lande durch weitgehende Nutzbarmachung der Elektrizität mit dem Ziele, nicht nur dem Bauern, sondern auch der Landfrau die Arbeit zu erleichtern und gegenüber den bisherigen Betriebs­formen zugleich wirtschaftlicher zu gestalten. Die neue Tarifordnung sei dabei ein guter Helfer.

Anschließend machte Dipl.-Jng. Ste in ext (Darmstadt) als Vertreter der Wirtschaftsgruppe Elektro-Jndustrie interessante Mitteilungen über die von dieser Wirtschaftsgruppe mit dem Reichsnähr­stand getroffenen Vereinbarungen über eine groß­zügige Motorenaktion 'für die Landwirtschaft. Das Ziel dieses Abkommens besteht darin, dem Elektro­motor weit mehr als bisher Eingang in die Land­

wirtschaft, und zwar im Betrieb wie auch im Haus­halt, zu verschaffen. Das Elektrohandwerk ist bei dieser Aktion der wichtigste Träger aller praktischen

Eine Entschuldigung gibt es für dich und dein Ver­halten nicht. Ich muß mid^ schämen, daß meine Tochter so etwas tun konnte. Zum erstenmal in meinem Leben muß ich mich schämen, wegen eines Vorfalls in meiner Familie. Nichts gibt es, was einer Frau auch nur das leiseste Recht verleihen könnte, ihre eigene Ehre und die ihres Mannes zu beschmutzen. Hörst du, nichts. Deinen Mann habe ich nie recht verstehen können. Vielleicht bin ich zu alt dazu, oder seine Welt liegt der meinen zu fern. Die Jugend hat aber immer recht, meine Jugend gegenüber der meinen Eltern ebenso wie die Jugend deiner Kinder gegenüber der deinen. Eine Fessel -st es, die alle Generationen verbindet und die niemand durchschnetden kann, ohne sich selbst zu verlieren und aus der Gemeinschaft der Geschlechterfolge auszu­scheiden, die Ehre.

Darüber gibt es keine Diskussion und keine ver­schiedene Auffassung.

Etwas weiß ich von deinem Mann, auch wenn ich sein Wesen, seine Art der Lebensführung, feine Interessen nicht begreifen kann: Er ist untadlig in seiner Ehre. Wenn ich das nicht gewußt hätte, nie­mals würde ich meine Einwilligung zu eurer Ver­bindung gegeben haben. Und genau so dachte dein Vater. Mag dein Mann aus einem andern Lebens­kreis stammen als wir, so verbohrt und engherzig bin ich nie gewesen, um nicht anzuerkennen, daß feder Mensch feine festen Ehrbegriffe hat. Das Fundament des Glaubens ist dasselbe wie das unsere.

Also stehe ich den Entschlüssen deines Mannes gegenüber, ohne an ihnen Kritik üben zu können. Seine Art, von diesem Kühlitz Rechenschaft zu for­dern, deckt sich nicht mit der, die in meinem Eltern­haus üblich war, auch nicht in dem deines Vaters. Aber im Prinzip kommt es wohl auf das gleiche Hinaus. Er Hat einen Mann erschossen, der ihn be­fleckt hat. Er will dich weiter in seinem Haus be­halten um der Kinder willen, und um der Welt nicht Anlaß zu Klatsch zu geben. Das ist hoch­herzig.

Nur in einem pflichte ich dir bei. Es heißt den Ehrbegriff und die Auffassung von Pflicht zu weit treiben, wenn man sich selbst trotz des Bewußt­seins, recht gehandelt zu haben, opfern will wegen einer Kreatur, die nichts wert ist. Das sind Aeuße- ningen einer romantischen Lebensauffassung, die

Berdunkelungszeit

5. Februar von 18.15 bis 8.59 Uhr.

Sprechstunde des Kreisleiiers.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Don­nerstag, 6. Februar 1941, von 15 bis 17 Uhr in Gießen statt.

Sie Wiße W MellsWt

Hier schalte und walte Du kennst ja Deine Alte! Diese poetische Aufforderung roirb ja auf die suchet besser wirken, als:Es ist strengstens boten ..." Mochte der jetzige Aufruf viele opfer­freudige Helfer in Stadt und Land finden! L. G.

Umwege des Herzens

Roman von H.H. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag vr- Eich acker Grobentell

KdF. bereitet vor.

Ein vielseitiges Programm bringt für jeden etwas.

Die neuen Lebensmittelkarten

Erweiterte Gültigkeit der Butterabschnitte.

in Märchen passen mag, nicht aber zu einem Mann wie dem deinen. Wenn er einen Menschen ohne Zeugen erschoß und alle seine Handlungen nach außen deckte, um den Kindern den Glauben an die Mutter zu erhalten und feine eigene Schmach nicht den Augen der Welt bloßzulegen, dann muß er auch jetzt hart und konsequent bleiben und um eines mißverstandenen Ideals willen nicht schlimmere Folgen heraufbeschwören, als er ursprünglich mit allen Mitteln vereiteln wollte. Und deshalb werde ich dir helfen!"

Die alte Frau hielt inne und schöpfte tief Atem. Mißverstehe mich nicht. Brigitte, ich verurteile dich und dein Tun ohne jede Einschränkung. Ich gebe deinem Mann und allen seinen Entschlüssen, die er bisher in die Tat umgesetzt hat, völlig recht. Wenn ich dir trotzdem verspreche, dir behilflich zu fein, Hannes von einem verhängnisvollen Schritt abzu­halten, dann tue ich das nur um meiner Enkel, um deines und deines Mannes Namen willen, und um nicht nach dem Tode deines Vaters unseren Namen noch durch alle Klatschzungen von Berlin berühren zu lassen.

Gitta sah ihre Mutter dankbar an.Nur das habe ich erwartet und gewollt. Ich werde es dir nie ver­gessen, Mutter."

Mir hast du nichts zu danken. Als Bittende zu deinem Mann zu gehen, ist für mich der schwerste Schritt meines Lebens. Ich tue es nur, um ihm zu helfen und uns allen." Sie hatte jetzt rauh und unwirsch gesprochen.

Frau d'Oleron erhob sich.Ehe ich zu meinem Schwiegersohn in einer so wichtigen Angelegenheit fahre, muß ich mit deinem Bruder sprechen. Er ist der letzte Träger seines Namens und kann nicht übergangen werden, wenn es sich um so schwere Entscheidungen handelt."

Muß das sein, Mutter?" Gitta war voller Ab­wehr.

Ja, es muß fein. Warte solange hier." Die alte Frau schritt aufrecht und gerade durch das Zimmer zur Tür hinaus. Ihr Sohn war fetzt wie jeden Tag um diese Zeit in seinem Arbeitszimmer tätig.

Als die Mutter eintrat, hob Richard d'Oleron den Kopf.Fein, daß du mich besuchst, Mutter. Ich habe hier ein außerordentlich interessantes Manu­skript." Er wies auf einen Stapel Papiere.

lFortsetzung folgt.)

fast frivol klang, für. Gehör und Herz der Mutter aber durchschüttelt war von Reue und Verzweiflung, einen langen Bericht, der ähnlich wie bei der ersten Aussprache zwischen Koßmann und seiner Frau be­gann. Diesmal klangen die Worte aber anders, ohne Anklage gegen den Mann und voller Schuldgefühl für die Sprecherin selbst. Sie berichtete etwas um­ständlich, aber doch klar, wie es zu dem verhängnis­vollen Mißverstehen in der jungen Ehe gekommen sei, welche Erklärungen sie jetzt endlich nach langen Jahren von Hannes erhalten habe und wie sie ohne Kenntnis von dem Herzen und den Wünschen ihres Mannes schließlich nach einer endlos scheinen­den Zeit freudloser unb vereinsamter Che sich ein­fach weggeworfen hatte.

Gitta erzählte bis ins einzelne genau ihre Unter­redungen mit Hannes, dessen Urteil über sie, die Er­schießung Kühlitz', deren Folgen und die verhäng- nisvolle Entwicklung, die seit einer Woche die Dinge genommen hatten. Jetzt stand der öfsenttiche Skan­dal, ein Prozeß von nicht zu übersehender Auswir­kung, eine Scheidung der Ehe, kurz der völlige Zu­sammenbruch vor der £ürr wenn Hannes Koßmann nicht noch in letzter Stunde davor zurückgehalten werde, falsch verstandenen Idealen nachzugehen und sich in die Bresche zu werfen, um das Leben eines wertlosen Individuums zu retten.

Ms Gitta ihren Bericht beendet hatte, saßen die beiden Frauen schweigend da.

Im Herzen der jüngeren war Erlösung von einer drückenden Last und Angst vor dem Urteil der Mut­ter. Diese lehnte in ihrem Sessel und hatte die fal- tiqen Hände kraftlos in den Schoß gelegt, während die Augen starr und glanzlos durch das Fenster über den See blickten. In dem Gesicht hatte sich keine Muskel verändert.

Die Tochter konnte das drückende Schweigen nicht länger ertragen.Mutter, sprich doch wenigstens etwas, und wenn es nach so schwer für mich ist." Verzweiflung klang in der Stimme.

Da wandte sich der Kopf der alten Frau dem Ge­sicht der Tochter zu. Die Augen gewannen wieder Leben. Aber es war ein unheimliches Leben, düster, traurig, vorwurfsvoll und mitleidig zugleich.

Kind, ich habe in meinen zweiundsiebzig Jahren soviel gesehen und gehört, daß ich nicht so schnell urteilen kann." Die Worte kamen schwer wie die Schläge einer großen Uhr.Nur eins weiß ich.

chen, haben die Verteiler an Stelle von 100 Gramm Butterschmalz 125 Gramm Margarine abzugeben. Um den Bedürfnissen der Verbraucher besser zu ent­sprechen, berechtigen künftig die über je 125 Gramm laufenden Butterabschnitte Bu 1, Bu 2 und Bu 3 der Reichsfettkarten für Normalverbraucher und für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren zum Bezüge während der ersten und zweiten, bzw. zweiten und dritten bzw. dritten und vierten Woche, während der über 62.5 Gramm lautende Abschnitt Bu 4 innerhalb der ganzen Zuteilungsperiode gültig ift Ferner ist die Gültigkeit der Margarine-Abschnitte Ma 1 und Ma 2 über die ganze Zuteilungsperiode ausgedehnt worden. Mit den Lebensmittelkarten ist auch eine neue Reichseierkarte ausgegeben worden, deren Gültigkeit sich wiederum auf sechs Zuteilungs­perioden erstreckt, ferner wurde die neue Reichs­seifenkarte verteilt. Die Reichsbrotkarte B enthält von jetzt ab einen Hinweis auf die Zweckmäßigkeit des verstärkten Vollkornbrotverzehrs.

KdF.-Sportgedankens kam er auf die neuen Auf­gaben auf Grund des Abkommens mit dem NSRL. zu sprechen: die Versorgung des gesamten Volkes mit Sportunterricht und die Beteiligung an der Bildung der fachlichen Arbeitsstäbe. Durch das Ab­kommen ist die Bildung von Wettkampfgruppen erleichtert und die unlösliche Verbundenheit der Wettkampfgruppen mit den Betriebssportgemein­schaften sichergestellt.

Ein Referat des Gauwagenwartes Müller zeigte, daß trotz des Krieges die Arbeit für den Volkswagen fortschreitet. Im Eingang der Bestel­lungen liegt Hessen-Nassau nach wie vor an sechster Stelle.

Der Leiter der AbteilungFeierabend", Becker, besprach mit den Kreiswarten' Fragen aus der Praxis und stellte für die kommenden Monate ein gutes Programm zusammen, das manche lieber» rafchungen bieten wird. Eine Besprechung über die Preisgestaltung zeigte, daß die Eintrittspreise wei­terhin äußerst günstig liegen, und daß höhere Preise nur bei Veranstaltungen mit Spitzenleistungen vor­gesehen sind, wobei durch die Kulturringe und andere Einrichtungen für die Mitglieder ebenfalls sehr günstige Möglichkeiten bestehen.

Heber das ArbeitsgebietSchönheit der Arbeit" gab Pg. Röfer einen Ueberblick.

Die Tagung, die in Frankfurt a. M. durchgeführt wurde, gab die Grundlage für die erfolgreiche Ar­beit der NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude" in den nächsten Monaten.

Willst du mir jetzt berichten, Brigitte?"

Ja, Mutter." Sie sah auf uni) glaubte, noch niemals diese Augen so gütig gesehen zu haben. Einen Augenblick durchzuckte sie der Gedanke, datz vielleicht die verehrte und geliebte, aber auch ebenso gefürchtete Mutter ein weicheres Herz habe, als sie immer geahnt hatte. Dann wurde ihr bewuszt, als sie der eigenen Kinder gedachte, eine rechte Mutter werde stets ihr verzweifeltes Kind mit offenen Ar­men empfangen, um aus den unerschöpflichen -Liefen mütterlichen Empfindens zu verschenken und zu ver- Ichwenden. < , u

Mutter, ich muß zuerst mich anklagen. Ich hatte olles vergessen und verachtet, was ich van zu Hause mitbekommen habe."

Es ist nicht so schlimm, Kind, als daß man es nicht mit gutem Willen wieder m Ordnung bringen Iönn*e

Es gibt Dinge, die sich nicht wieder gutmachen lassen. Dor allem bei, einer Frau. Ich weiß Vas erst feit ein paar Tagen." . . , ...

Wie soll ist das verstehen? Du wirst doch mcht aber nein, das ist ausgeschlossen." Frau d Oleron sah ehre Tochter entgeistert und abwehrend an.

Doch, Mutter, ich habe es getan."

Was? Du, du und ein anderer... Die Mutter konnte nicht weitersprechen. ..

Darf ich dir einmal berichten? Gitta war ru - Ber geworden und suhlte dus Bedursms, sich aussprechen zu dürfen. Es kam ihr fast vor, als \ bas ber einzige Weg, Silhne und Vergebung jui « Langen.Bitte, Mutter, nimm es nicht zu 'lywer. Ich weiß ja jetzt, was es zu bedeuten hat unö iaj □in auch darüber hinweg, mich selbst nut mchtss - genden Entschuldigungen zu beruhigen. Aber ei Erklärung wenigstens muß ich dir geben, wenn auch sie einen weiteren Schuldbeweis für mich enthalten ^Dann gab sie mit erschreckender Sachlichkeit, die

die Landwirtschaft durch Kauf, aber auch durch Miete beschafft werden können, wobei aber nicht alle Motorenfabriken für diese Aktion zugelassen sind. Hinsichtlich der Beschaffung von Wasserversor­gungsanlagen ist ein Sonderverfahren festgelegt worden. Der Redner machte die Elektromeister mit den Einzelheiten der Antragseinreichung bekannt und konnte in diesem Zusammenhänge daraus Hin­weisen, daß unseren Bauern und Landwirten durch ihre Beteiligung an dieser Aktion mancherlei wirt­schaftliche Vorteile erschlossen würden. Von einem Vertreter des Ueberlandwerks Oberhessen in Fried­berg konnte man hören, daß dort die Motorenbe­schaffungsaktion bisher einen guten Verlauf genom­men hat.

Betriebsingenieur Spengler vorn Ueberland- werk Oberhessen und Dipl.-Jng. Schaffner von den Stadtwerken Gießen sprachen anschließend noch über die wichtigsten Punkte der neuen Stromtarife ihrer Werke, wobei sie manche Zweifelsfälle klären und allerlei zweckmäßige Hinweise für die fünftice Arbeit der Elektromeister geben konnten. Soweit dabei die Gießener Sttomtarifordnung in Bettacht kam, erstreckten sich die Ausführungen von Dipl.» Jng. Schaffner auf eine Erläuterung verschiedener Bestimmungen des vor einigen Monaten veröffent­lichten neuen Tarifs, er machte darüber hinaus aber auch mit verschiedenen neuen Bestimmungen bekannt, die in einigen weiteren Tariffestsetzungen demnächst kommen werden und bis jetzt noch den zuständigen Stellen zur Prüfung vorliegen. Die Mitteilungen der beiden Redner wurden von den Jnnungsmeistern mit großem Interesse entgegen- genommen und führten zu einer regen Aussprache.

Nach Erledigung einiger interner Jnnungsange- legenheiten fand die Tagung ihren üblichen Ab­schluß.

NSG. Die Kreiswarte der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" aus dem Rhein-Maingebiet trafen sich unter Leitung des Gauwartes, Gauamts­leiter von Rekowfki, zu einer Arbeitsbespre­chung. In ihr sprach der Leiter des Deutschen Volks­bildungswerkes zunächst über die Arbeit seines Auf­gabengebietes. Zwei Arbeitsgebiete hob er hierbei besonders hervor: Das Dorfbud) und das Mu­si k f ch u l w e r k. Die Dorfbucharbeit ist in Har­heim (Kreis Wetterau) ganz hervorragend ent­wickelt. Es muß aber in jedem Dorf vorhanden fein, und die Sammlung von Unterlagen und Zeitungs­artikeln über das Kriegserlebnis im Dorf muß sichergestellt werden. Neben seiner eigenen Dorf­bucharbeit hat Harheim für das Dorf Tonningen im Warthegau die Patenschaft in der Dorfbuchgestal- tung übernommen. Auch diesem Beispiel ist nach- zueifern, um eine möglichst enge Verbindung zwi­schen deutschem Westen und deutschem Osten heraus- zustellen. Das Musikschulwerk hat schöne Erfolge im Kreis Rheingau-St. Goarshausen und in der Musik­schule in Wiesbaden zu verzeichnen. Eine Auswei­tung dieser Arbeit ist erforderlich. Dep Musikschulen werden jetzt Musikbüchereien zur Verfügung gestellt, um sie mit dem neuen Musikschaffen vertraut zu machen. Für die Musikerzieher ist eine besondere Ausrichtung vorgesehen, um die Musikerziehung so interessant wie möglich zu gestalten.

lieber bie Sportarbeit der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" sprach Gausportlehrer Kirsch. Nach einem Ueberblick über die Entwicklung des

Aus der Gtgdt Gießen.

Soldatenheim-Erinnerungen.

Der Führer hat zur Spendensammlung für die Errichtung von Soldatenheimen aufgefordert, eine Aufforderung, die von unseren Kameraden in den besetzten Gebieten zweifellos mit größter Freude begrüßt werden wird. Dieser Aufruf weckt bei den alten Soldaten des Weltkrieges mancherlei Erin­nerungen.

Schon damals, als der Grabenkrieg zu einer Dauereinrichtung wurde, entstanden an zahllosen Orten des besetzten Frankreichs in Ermangelung ge­mütlicher Aufenthaltsräume in etwa vorhandenen Kasernen oder Quartierhäusern solche Soldaten­heime, wo die in Ruhe befindlichen Truppen nette, im Winter geheizte Räume vorfanden, in denen sie lesen, schreiben, musizieren oder Schach und Karten

spielen konnten. Diese Heime waren sehr gemütlich eingerichtet, von kundiger Hand ausgeschmückt und mit Bildern versehen. In den ungemütlichen, meist auch schmutzigenEstaminets" fühlten sich unsere an ein nettes Heim gewöhnten Soldaten nicht wohl. Der Besuch in diesen Soldatenheimen war sehr rege, und mancher wird sich noch der kameradschaft­lichen Stunden erinnern, die er in diesen Heimen verleben konnte. Sie entstanden damals nicht aus Spenden der Heimat, sondern waren aus eigener Kraft geschaffen und mit den wenigen im Lande selbst vorhandenen ober selbst hergestellten Möbeln und Ausrüstungsgegenständen versehen. In ihnen wurden nur alkoholfreie Getränke ausgegeben, die Tasse Kaffee ober Tee zu 5 Pfennig. Fast in jebem Heim defanb sich auch eine kleine Bibliothek, bie aus heimatlichen Spenben bestanb. Außerbem lagen im Lesezimmer auch eine Reihe von Zeitungen und Zeitschriften aus. In einem Soldatenheim in Si- fonne fanb ich in der dort befindlichen Bücherei u. a. auch einLesebuch für höhere Töchter!" Wie mag sich die gütige Spenderin die Psyche eines abge­kämpften Soldaten wohl vorgestellt haben?

In einem dieser netten Heime fand ich einen Spruch, ber sich vielleicht auch jetzt roieber für die neuen Heime eignen dürfte. Er lautet:

Kamerad, tritt ein. Ein Heim soll's fein, Und nicht, bedenke, Eine wüste Schenke. Nimm ab bie Mütz,*' Dann komm und sitz Gemütlich rind frieblich. Und sauf nicht und rauf nicht, Und gröhl nicht und spiel nicht, Sei sauber und nett. Spuck nicht aufsParkett" Benimm Dich genau, Als ob Deine Frau

Bornotizen.

Tageskalenber für Mittwoch.

Stadttheater: 19 bis 21.15 UhrDes Meeres und der Liebe Wellen". Gloria-Palast, Seltersweg: Operette" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Früh- lingsluft" Öffentlicher Vortrag der Universität: 20.15 bis 21.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen In- ftitut, Ludwigsttaße, Vortrag Professor Dr. Voll- rath überDer Gestaltswandel britischer Welt­anschauung". _ ,

Slabttheaier Gießen.

Am heutigen Mittwoch wird Grillparzers Trauer-» spielDes Meeres und der Liebe Wellen" wieder­holt. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnen­bild: Karl Löffler. 18. Mittwoch-Miete.

Ortszeit für den 6. Februar.

Sonnenaufgang 9.01 Uhr, (Sonnenuntergang 18.19 Uhr Monduntergang 3.57 Uhr, Mondaufgang 13.21 Uhr.

Beratung für Zentralheizungsbesiher.

Die Deutsche Arbeitsfront hat für die Zentral­heizungsbesitzer bzw. deren .Bedienungspersonal wöchentlich eine Beratungsstunde im Haus der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, 1. Stock, Zim­mer 16, eingerichtet. Die Beratung findet jeweils mittwochs von 18 bis 19 Uhr, erstmals am 12.2., statt. Ratsuchende, die einen LehrgangHeize rich­tig" nicht besucht haben, können nicht beraten wer­den, sondern müssen zunächst einen LehrgangHeize richtig" besuchen. Die für die Beratung in Frage kommenden Volksgenossen können sich also in An­gelegenheiten der Brennstoffersparnis, Heizungs­technik und bei Auftreten sonstiger Mängel ver­trauensvoll an den Kreisberater für Zentralhei­zungsangelegenheiten wenden. 6250

Gießener Wochenmarkkpreise.

Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A--9Bare. Für B-Ware ober abfaUenbe Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.

* G i e ß e n , 5. Febr. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, V« kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, deutsche Kühlhauseier 11%, Wirsing, % kg 13, Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 13, gelbe Rüben 12 bis 14, rote Rüben 11 bis 13, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 10 bis 12, Kartoffeln, % kg 4,3, 5 kg 43, Kranke Zähne vergiften den Körper Viele Krankheiten, wie Herzmuskel- und Nierenent­zündung, Gelenkrheumatismus usw., für deren Ent­stehung wir keine Erklärung haben, sind häufig dis Folge kranker Zähne: ein Beweis für die Notwendig­keit der richtigen Zahnpflege. Unter richtiger Zahn­pflege versteht man nicht nur die tägliche, gewissen­hafte Reinigung der Zähne, sondern auch eine ver­nünftige Ernährung, gründliches Kauen und die regel­mäßige Überwachung der Zähne. Chlorodont weist den Weg zur richtigen Zahnpflege

Am gestrigen Dienstagnachmittag fanb im Gast­hausZum kühlen Gründ" in Gießen eine gut­besuchte Versammlung der Elektto-Jnnung für Stadt und Kreis Gießen statt. Innungs-Obermei­ster Schmidt konnte dabei neben den zahlreichen Mitgliedern auch eine Anzahl Gäste begrüßen.

Zunächst sprach Dipl.-Jng. Schaffner von den Stadtwerken Gießen kurz über bie Nutzbarmachung ber Elektrizität im Dienste bes Volkes, wie wir es im nationalsozialistischen Reich täglich aufs neue er­leben, gegenüber ber rein kapitalistischen Verwer­tung bes Stromes in jenen Ländern, die als Reiche ber' Plutokraten und Kapitalisten uns heute im Kriege gegenüberstehen und die auch bei der Ver­wertung ber Elektrizität nur ihren privatkapitali­stischen' Stanbpunktt aber keinerlei Rücksichtnahme auf bas Wohl bes Volkes kennen. Er wies sodann auf die große Bedeutung des richtigen Einsatzes «u,.. -/w- 7......

ber Technik zum Wohle aller Glieder der Volks- Maßnahmen zur Durchführung des Abkommens, aemeinschaft hin damit auch der einzelne Volks- Der Redner machte aufschlußreiche Mitteilungen genösse von den großen Fortschritten der Technik über die Verfahrensvorschriften. Als besonders be- Nutzen erlangen kann. In diesem Zusammenhänge deutsam ist zu beachten, daß die Elektromotoren für