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Gießener Anzeiger
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Die Katastrophe der Sowjets aus der Krim
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Blick auf Sewastopol auf der Halbinsel Krim.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Anfang November 1941.
Die neuen großen Erfolge im Osten.
Sewastopol/ das Hafengebiet von Jalta und weitere Ziele bombardiert.
230 Panzerkampf wagen, 218 Geschütze, mehrere Panzerzüge und grohe Mengen an sonstigem Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Ferner wurden über 13 000 7Nine n beseitigt, die zur Verhinderung unseres Vormarsches ausgelegt waren.
Italienische Truppen nahmen im Donezbecken weitere Industrieorte durch Kampf in Besitz.
Im mittleren Abschnitt der O st f r o n t wurde gestern — wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben — die als Eisenbahnknotenpunkt und Industriezentrum bedeutsame Gebietshauptstadt Kursk durch Infanterie- und Panzerverbände genommen.
Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter von 4000 VRT. und trafen sechs Schiffe so schwer, datz mit weiteren Verlusten gerechnet werden kann.
In Nordafrika zersprengten deutsche Kampfflugzeuge Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Soll um. Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde ein Handelsschiff von 6000 VRT. vernichtet.
Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.
Oer Wehrmachibericht.
DRV. Ausdem Führerhauptquartier, 3. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Unter dem Druck der scharfen Verfolgung durch deutsch-rumänische Verbände wurde der in der Krim geschlagene Gegner — wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben — inzweiGruppenzer- prengt, von denen die eine über S ewa stoss o l, die andere über Kertsch zu entkommen veracht. Im Angriff auf die zur Flucht dieser Kräfte bereitgestellten Transporter hat die Luftwaffe zehn Handelsschiffe mit zusammen etwa 38 000 VRT. durch Bombentreffer versenkt, vierzehn weitere schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge bombardierten S e w a st op o l und das hafengebiet von Jalta sowie militärische Ziele in der S t r a h e von K e r t s ch und an der Rordoslküste des Schwarzen Meeres. Ein grotzes Schwimmdock erhielt Bombentreffer schweren Kalibers.
Bei den Durchbruchs- und Verfolgungskämpfen auf der Krim wurden bisher insgesamt 53175 Gefangene eingebracht sowie
Städte, ohne sowjetische Truppen zu schlagen (!)• Wie mir die Gegner zu schlagen wissen, das haben die Engländer in Nordfrankreich und in Nord- afrika zur Genüge kennengelernt, denn es ist doch geradezu naiv zu behaupten, daß sich die Engländer und die Sowjets Stadt auf Stadt hätten nehmen lassen, ohne daß wir ihre Verteidiger geschlagen Hütten. In das gleiche Kapitel gehört die Verlautbarung desselbeen Nachrichtendienstes, der sowjetische Feldzug sei das Wunderbarste, was den Briten überhaupt hätte zufallen können. Dieses für Uebersee berechnete englische Geschwätz wird aber schon zwei Stunden vorher, also um 8 Uhr am Montag, einfach selbst dadurch Lügen gestraft, daß darüber geklagt wird, von bolschewistischer Seite lägen keine Angaben darüber vor, wie sich die Verhältnisse auf der Krim entwickelt hätten. Man weiß in London aus Erfahrung, daß dieses bol- schewist sche Schweigen Unheil verkündet.
Die bolschewistische Katastrophe auf der Krim aber vollzieht sich, ohne daß die Schlagkraft unserer Waffen an anderen Stellen nachgelassen hätte. Wir haben in breiter Front den Oberlauf des D o n e z überschrittten und die wichtige Industriestadt Kursk südlich von Moskau genommen Was der Sonderkorrespondent der „Sunday Times" aus Moskau schreibt, die „einzigartige Schlagkraft der deutschen Oktoberoffensive" habe den Bolschewisten sehr ernste Verluste zugefügt, der deutsche Durchbruch in den sog. Wjasma-Abschnitt sei eine Ueberraschung gewesen, das dürfte sich wohl bald in der Krim und an anderen Stellen der Ostfront wiederholen. Die Katastrophe Stalins ist unabwendbar. - » E.&
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ken, d. h. unschädlich machen zu können, während die Amerikaner allen Ernstes der Ansicht waren, mit ihrer seit 160 Jahren festgehaltenen Idee eines Montesquieu das Tun und Lassen anderer Völker moralisch beurteilen oder verdammen zu können. In dieser Atmosphäre wurde Roosevelt groß. Als seine New Deal-Pläne scheiterten, als seine gesamte Innenpolitik kläglich Schiffbruch litt, weil er nicht das Zeug zu einem Revolutionär in sich hatte, wurde er zum Werkzeug der Kräfte in den JSA., die den schrankenlosen Egoismus, den Wirt- chaftsliberalismus, die Ausbeutung des Raumes und der Massen auf ihr jüdisches Panier geschrieben hatten. Sie bedienten sich Der alten und längst unwirklich gewordenen Ideologie mit den Schlagworten der „Freiheit", des „Fortschritts" und der „Gleichheit", übten sie praktisch aber so aus, daß der brutalste Imperialismus, der schrankenlose Weltherrschaftsanspruch als Ziel trotz aller Heuchelei und aller Moralphrasen nicht verdeckt werden konnte. Betrachtet man von diesem Standort Roosevelt als psychologisches Phänomen, so wird auch klar, warum e r zum Präsidenten einer Gegenreformation werden mußte, die heute bereits pathologische Züge trägt, da sie einmal nicht auf die abgestandenen und längst gespensterhaft unwirklich gewordenen Ideen einer Menschheitsbeglückung verzichten will^ die immer und je — das Beispiel der Sowjetunion beweist es! — furchtbarste Sklaverei bedeutet, zum anderen aber gerade diesen „amerikanischen Mythos" mit allen Mitteln aufrechter-
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Simferopol
Die starken bolschewistischen Streitkräfte aus der Krim sind auf der Flucht, verfolgt von deutschen und rumänischen Truppen. Man kann geradezu von einer Katastrophe sprechen, die über die Bolschewisten hereinbrach. Sie hatten geglaubt, durch das ungeheuer starke Derteidigungssystem im Raum von Perekop gewissermaßen unangreifbar zu sein. In tagelangen erbitterten Kämpfen waren die deutschen Truppen aber, wie aus dem Führerhauptquartier am 29. Oktober gemeldet wurde, durch diesen schmalen, aber um so tieferen Verteidigungsgürtel durchgebrochen. Die Hoffnung der Sowjets, ihre geschlagenen Verbände in weiter rückwärts auf der Halbinsel liegenden Verteidigungsstellen sammeln zu können, zerbrach, denn wie em Facher dehnten sich unsere Truppenoerbände aus. Die Niederlage der Bolschewisten nahm immer gewaltigere Formen an; wir besetzten die Hauptstadt der Halbinsel, Simferopol, in die, wie m einem Strahlenpunkt, die Eisenbahnlinien nach den Krimhäfen Eupatoria, Sewastopol, Feodossija und Kertsch zusammenlaufen, und unsere Truppen standen bald am Jaila-Gebirge, das die Riviera des Schwarzen Meeres zwischen Jalta urtb Feodosstia vor den kalten Steppenwinden aus dem Norden schützt und diesem Gebiet einen subtropischen Charakter gibt.
Gedanken im Donamamn.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Mit dem Blick über die mächtia einherströmende Donau auf die Königsburg von Ofen und die ungarische Krönungskirche drängen sich von selbst far- bigerere und lebhaftere Züge in den Versuch, ein Zukunftsbild zu entwerfen. Im Gespräch mit Ungarn über die Beteiligung ungarischer Truppen an der Ausräumung der von Osten her drohenden Bolschewistengefahr begegnet dem Besucher aus dem Reich zumeist das unaufgeforderte Bekenntnis, hier handle es sich um zwei Selbstverständlichkeiten: Ungarn könne beim Kampf gegen den Weltfeind nicht beiseite stehen, und Ungarn ziehe nur die Konsequenzen daraus, daß es mehrmals hintereinander durch die Hilfe des Reiches ein Stück seines verloren gegangenen Gebietes wiedererlangt habe.
Auf der anderen Seite hört man von deutschen Persönlichkeiten, die einen Blick in die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz haben, ohne weiteres bestätigen, daß die ungarischen Waffengefährten mit Dem reißenden Tempo der deutschen Kriegführung Schritt halten, und daß die ungarische Armee ein gut geschliffenes und schneidig geführtes Kampfwerkzeug ist.
Niemand, der Einblick in die Verhältnisse hat, wird die Leistung unterschätzen, die darin liegt, einen so verstümmelten Staat, wie Ungarn es durch die auf allen Seiten im Diktat von Trianon erzwungenen Abtretungeen war, auf dem Wege einer kraftvollen Erhaltung seines nationalen Lebens und beim unverbrüchlichen Glauben an feine nationale Zukunft festzuhalten. Spricht man mit Ungarn, sei es in privater, sei es in verantwortlicher Stellung, so begegnet man dabei meist einer dreifachen Ueberjeugung: daß ihr Land innerhalb der kommenden europäischen Neuordnung an die Seite des Reiches gehöre, daß es dabei eine schicksalhaft vorbestimmte Führeraufgabe im Donauraum zu erfüllen und daß es zweckmäßigerweise einen gewissen Umbau seiner wirtschafllichen Struktur vorzunehmen habe.
Ungarn war vor dem Weltkrieg fast ganz ein Agrarland. Nach der Katastrophe von Trianon faßten die Führer des ungarischeen Lebens den Gedanken einer so weit wie möglich zu verwirklichenden nationalen Autarkie und versuchten den Weg der Industrialisierung. Dabei sind bemerkenswerte Erfolge erzielt worden, aber ein Hindernis hat sich nicht überwinden lassen und wird auch nach der Wiedergewinnung der verlorenen Gebiete bestehen bleiben: der Mangel an genügenden eigenen Vorräten an Eisenerz. Damit wird eine ungarische Schwerindustrie dauernd zu kämpfen haben, und am meisten würde sich das auf dem Gebiete der nationalen Rüstung ausw'rken. Der Autarkiegedanke, der eine natürliche Reaktion auf die furchtbaren Verluste nach dem Weltkrieg war, muß daher vernünftigerweise in seinem bisherigen Umfang fallengelassen werden. Unter den heutigen Verhältnissen läßt er sich überhaupt nur innerhalb der Grenzen eines Großstaates verwirklichen. Man , darf feine Einschränkung auch nicht so verstehen, . als ob der ungarischen Industrie eine Rückwärts- , Revision zugemutet würde. Dazu sind ihre Leistungen z. B. auf dem Gebiet der Textilwirtschaft * und einer ganzen Anzahl anderer Qualitätsartikel viel zu beachtlich.
' Woran man denkt, ist vielmehr folgendes. In per ungarischen Ausfuhr hat von jeher das Getreide eine
Wer den Weg des nordamerikanischen Prast- , denten Franklin D. Roosevelt von seinen An- , sängen als vielversprechender Reformer bis zu < den krankhaften Ausbrüchen der Gegenwart aufmerksam verfolgt hat, muß zu der Ueberzeugung , kommen, daß hier ein Schicksal sich erfüllt, das einmal gekennzeichnet ist durch einen geradezu unheimlichen Ehrgeiz, so etwas wie der Sonnenkönig der Neuen Welt zu werden, und zum andern von der wirklich frappanten Unfähigkeit, als Staatsmann jene schöpferischen Leistungen zu vollbringen, die einzig und allein die gewaltigen Probleme lösen können, vor denen die USA. sich innerund außenpolitisch gestellt sehen. Auf einen kurzen und prägnanten Nenner gebracht, kann man ; diese Probleme als den „Konflikt mit der Wirklichkeit" bezeichnen, den Roosevelt nicht durch staatsmännische Fähigkeiten löste, sondern vor dem er bedingungslos kapitulierte. Bedingungslos —: das heißt in seinem besonderen Falle, daß er die großen und in ihrem Ansatz revolutionären Entwürfe zwischen 1933 und 1937 nicht als Revolutionär durchführte, sondern daß er dem völlig erstarrten wirtschaftsliberalistischen Denken der USA. erlag sowie jenem Phantom, das sich aus der Aufklärungszeit eines Montesquieu bis in unsere Tage erhalten hat. Es bildet das einzigartige Merkmal der nordamerikanischen Geschichte die in diesem Punkt eine fatale, aber nachweisbare Aehnlichkeit mit der Diktatur in der Sowjetunion aufweift! —, daß seit den Tagen eines Franklin und eines Jefferson eine kleine Herrschaftsschicht mit der Fiktion der Volks- und Weltbeglückung vor die Oeffentlichkeit getreten ist. In den Tagen der Fortschrittsseligkeit mochte man bei diesem Anspruch noch ohne Demagogie auskommen, heute spricht die nordamerikanische Wirklichkeit in jedem einzelnen Bezug »so kraß gegen diese Lehre, daß sie nur noch mit skrupelloser Heuchelei und einer geschichtlich einmaligen Camouflage, einem geradezu zur Kunst ausgebildeten Zynismus des Lügens und des Täuschens, vorgetragen werden kann.
Was nun Roosevelt im besonderen anbetrifft, so wollen wir einmal unterstellen, daß er mit dem Blick auf die umwäl^nden und wahrhaft revolutionären Prozesse, die die Welt in den letzten Jahrzehnten erlebte, tatsächlich zu Beginn seiner Lauf- bahn als Präsident so etwas wie den guten Willen hatte, ein Revolutionär des nur durch schlimmste Korruption und widerliche Demagogie noch aufrecht zu erhaltenden Scheinzustandes amerikanischen Staatsdenkens zu fein, das sich durch die in dieser Fdrm längst abgetanen und schal gewordenen Begriffe der' „Menschenrechte", der „Dreiteilung der Gewalten" und der „Freiheit des Einzelnen" als wohlklingende Phrasen demonstrierte. Man darf nicht dabei vergessen, daß Roosevelt fast zur gleichen Zeit wie Adolf Hitler begann. Während ihm aber in den Vereinigten Staaten von Nordamerika das gesegneteste Land der Welt zur Verfügung stand, großräumig, mit allen Rohstoffen überreichlich versehen, das nur durch den „Pioniercharakter" der USA.-Wirtschaft (rücksichtslose Ausbeutung!) bedenklich aus den Fugen geraten war, mußte Hitler in einem Lande beginnen, das nicht nur durch den Parlamentarismus völlig verseucht, sondern vor allem wirtschaftlich durch das Versailler Diktat an den Rand des Ruins gebracht worden war. So verschieden die Voraussetzungen waren: dort ein reiches Land, das von dem Wüten des hemmungslosen liberalistischen Wirtschaftsgedankens deutlich gekennzeichnet war, aber alle Möglichkeiten zur Verfügung hatte, hier ein zerstückelter Staat, ausgepreßt bis zum letzten Blutstropfen, von dem maßlosen Haß der „Sieger" verfolgt und ständig beargwöhnt, wirtschaftlich bewußt aller Möglichkeiten großer Planung beraubt und unter den Folgen eines Krieges leidend, der in der Welt noch nicht seinesgleichen gesehen hatte, so verschieden waren auch die Ansatzpunkte dieser beiden Männer, von denen Roosevelt sich sehr bald als ein in den tta- ditionellen Bahnen befangener und darum unzulänglicher Demagoge entpuppte, wahrend Hitler mit einzigartiger staatsmännischer Genialität den totalen Charakter unseres Zeitalters erkannte, der m Technik und Wirtschaft und in der „Gestalt" des Arbeiters längst wirksam war, den er aber mit bewunderungswürdiger Folgerichtigkeit, unbeirrbarem Willen und kühnen Taten auf bie. Ebene eines neuen, volksmäßigen Zusammengehörigkeitsgefühls projizierte, wodurch ungeheure Kräfte frei wurden, Die von ihm in geschichtlich wirksame Bahnen geleitet wurden. Ein solches Beginnen, mit Worten nicht auszuschöpfen, rief bei allen Gegnern zunächst nur Spott und Lächeln hervor, aber auch das Gefühl der Angst, als sie sahen, daß der Nationalsozialismus sich in der Tat und in seinen geistigen Voraussetzungen in Uebereinstimmung mit dem Gerst unseres Jahrhunderts befand und daher eine Macht wurde, die auch außerhalb der eigenen Ganzen die Menschen in ihren Bannkreis zog, sie formte und änderte, oft gegen ihren eigenen, noch im mdi- vidualistischen Denken befangenen Willen.
Blicken wir von dieser Ebene aus auf ote Drei bestimmenden Mächte, die die Gegnerschaft dieser neuen Kräfte au; ihre Fahnen geschrieben hatten, so muß man feststellen, daß Frankreich einzig und allein die Angst vor der im Unterbewußtsem als unabwendbar empfundenen Revolution unseres Zeitalters in die Waagschale zu werfen hatte, während die Engländer aus traditionellem Hochmut es für „unzweckmäßig" hielten, sich mit diesem Neuen näher zu belassen, und die Amerikaner überhaupt nicht fähig dazu waren. Frankreich wurde feit dem Weltkrieg bas Gefühl der Schwache nicht mehr los und wußte auch mit einem Blick auf die Bevölkerungsstatistik warum. England glaubte mit dem alten Spiel des „Gleichgewichts die vom Führer verkündete Wirklichkeit in die von der englischen Polttik vorgezeichneten Bahnen len-
Hasser aus Unfähigkeit
Von unserem —nn-Berichterstatter.
Die Zersprengung der. Sowjets in zwei flüchtende Haufen, die sich nach S e • wastopol ober nach Kertsch zu retten versuchen, ist am gestrigen Montag gemeldet worben, gleichzeitig wurden die gewaltigen Beuteziffern bekannt. Unsere Bombengeschwader haben die m Kertsch und Sewastopol wartenden Transportdamp- er versenkt. Kurzum, ein Dünkirchen scheint ich auf der Halbinsel Krim in zweifacher ober drei- acher Ausgabe zu wieberholen. „Anaesichts bes üblichen deutschen Vormarschtempos", so hatte im Uebermaß ihres Schmerzes die „Times" geschrieben, mobM-Der Hauptnachdruck wohl auf das Eingeständnis des üblichen deutschen Vormarschtempos zu legen ist, sei es wohl unmöglich, die Deutschen zum Halten zu bringen. Diese Befürchtungen der englischen Plutokrgten um ihre lieben Bolschewisten werden jetzt noSj übertroffen. Sie Krim ist für den Bolschewismus verloren.
Tagelang hatte man in London rfiit beklommener Spannung und den kindischsten Redensarten der Entwicklung Der Tragödie der Bolschewisten zugesehen. Noch am Montagmorgen um 10 Uhr berichtete der Londoner Nachrichtendienst, die Deutschen behaupteten zwar, Simferopol genommen zu haben, aber diese Behauptung fei noch lange nicht Wahrheit, denn die Deutschen nehmen
halten will, die einzig und allein von der Gegenseite, also vom Natinalsozialismus und Faschismus, wirksam angewandt werden können, da sie hier von einem neuen Ethos, einem völlig anderen Lebens- und Gemeinschaftsgefühl als Grundlagen des Staates getragen werden.
So ist Roosevelt immer wieder gelungen, inner- politisch Maßnahmen anzuwenden, die aus dem Arbeitsbereich der nationalsozialistischen Staatsform stammen, in den USA. aber offen gegen das Prinzip verstoßen, das Roosevelt angeblich einzig und allein heilig ist: bas ber Demokratie unb ihrer heute abgetanen unb verbrauchten Lebensform! Dieser Mann spricht von Freiheit unb Religion unb wütet gleichzeitig mit den finstersten Mitteln ber Fälschung, bes Volksbetruges, ber gemeinsten Einmischung in bie Hoheitsrechte anberer Länber gegen alle freiheitlichen Normen, er befreunbet sich mit bem Bolschewismus, bem Vernichter jeher Religion, um angeblich bie Religionsfreiheit zu erhalten! Wir sehen hier einen gescheiterten und unheilbar in diese Gegensätze verstrickten Mann -am Werke, der über seine Unfähigkeit immer wütender unb haßerfüllter wirb unb dessen Ehrgeiz, mit seinen unzulänglichen Mitteln die Welt zu erneuern — d. h. zu beherrschen! — ihn folgerichtig zu immer krankhafteren Exzessen treibt. Roosevelt ist gezwungen, Maßnahmen totalen Charakters burchzusühren, gleichzeitig aber gegen bas Ethos unb bas Staatsbenken der Totalität zu kämpfen. Mit welchen Mitteln er das tut, haben die letzten Wochen und Monate zur Genüge gezeigt. Roosevelt haßt Hitler, weil er in ihm den ungleich größeren Staatsmann erkannt hat, der das verwirklicht, was Roosevelt — vielleicht! — einmal vorschwebte!
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