Ausgabe 
4.11.1941
 
Einzelbild herunterladen

Dienstag,^ November 104!

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Gießen, Zchulstrahe 7-9

M. Zahrgang Nr. 262 Erzctieuil iqai icti au feer Sonntage und feiertags

Beilagen: j

GiefeenerFamilienblätter Heimat unBild-DieScholle \

Bezugsvreis:

Monatlich----- RM1.80

Zustellgebühr.. ,, -25 auch bei ^cichterschernen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Ferntvrechanscbluß 2251

'Annahme non Anzeige« für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

Anzeigen-Breiie

Anzeigenteil 7 Rvl ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstarfell Abschlüsse Mengemiafsel B Plavoorichrift l vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

___ Druck und Verlag:

BÄi Brfif)Iid>eUnl0«fltätt6rudetelB.£mige

Die Katastrophe der Sowjets aus der Krim

drmjan^1

re

Blick auf Sewastopol auf der Halbinsel Krim.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Anfang November 1941.

Die neuen großen Erfolge im Osten.

Sewastopol/ das Hafengebiet von Jalta und weitere Ziele bombardiert.

230 Panzerkampf wagen, 218 Geschütze, mehrere Panzerzüge und grohe Mengen an sonstigem Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Ferner wurden über 13 000 7Nine n be­seitigt, die zur Verhinderung unseres Vormar­sches ausgelegt waren.

Italienische Truppen nahmen im Donezbecken weitere Industrieorte durch Kampf in Besitz.

Im mittleren Abschnitt der O st f r o n t wurde ge­stern wie ebenfalls durch Sondermeldung be­kanntgegeben die als Eisenbahnknotenpunkt und Industriezentrum bedeutsame Gebietshaupt­stadt Kursk durch Infanterie- und Panzerver­bände genommen.

Im Seegebiet um England versenkten Kampf­flugzeuge einen Frachter von 4000 VRT. und trafen sechs Schiffe so schwer, datz mit weiteren Verlusten gerechnet werden kann.

In Nordafrika zersprengten deutsche Kampf­flugzeuge Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Soll um. Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde ein Handelsschiff von 6000 VRT. vernichtet.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichs­gebiet fanden nicht statt.

Oer Wehrmachibericht.

DRV. Ausdem Führerhauptquartier, 3. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Unter dem Druck der scharfen Verfolgung durch deutsch-rumänische Verbände wurde der in der Krim geschlagene Gegner wie schon durch Sondermel­dung bekanntgegeben inzweiGruppenzer- prengt, von denen die eine über S ewa sto­ss o l, die andere über Kertsch zu entkommen ver­acht. Im Angriff auf die zur Flucht dieser Kräfte bereitgestellten Transporter hat die Luftwaffe zehn Handelsschiffe mit zusammen etwa 38 000 VRT. durch Bombentreffer versenkt, vier­zehn weitere schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge bombardierten S e w a st op o l und das hafengebiet von Jalta sowie militärische Ziele in der S t r a h e von K e r t s ch und an der Rordoslküste des Schwarzen Meeres. Ein grotzes Schwimmdock erhielt Bombentreffer schweren Kalibers.

Bei den Durchbruchs- und Verfol­gungskämpfen auf der Krim wurden bisher insgesamt 53175 Gefangene eingebracht sowie

Städte, ohne sowjetische Truppen zu schlagen (!) Wie mir die Gegner zu schlagen wissen, das haben die Engländer in Nordfrankreich und in Nord- afrika zur Genüge kennengelernt, denn es ist doch geradezu naiv zu behaupten, daß sich die Engländer und die Sowjets Stadt auf Stadt hätten nehmen lassen, ohne daß wir ihre Verteidiger geschlagen Hütten. In das gleiche Kapitel gehört die Ver­lautbarung desselbeen Nachrichtendienstes, der sow­jetische Feldzug sei das Wunderbarste, was den Briten überhaupt hätte zufallen können. Dieses für Uebersee berechnete englische Geschwätz wird aber schon zwei Stunden vorher, also um 8 Uhr am Montag, einfach selbst dadurch Lügen gestraft, daß darüber geklagt wird, von bolschewistischer Seite lägen keine Angaben darüber vor, wie sich die Verhältnisse auf der Krim entwickelt hätten. Man weiß in London aus Erfahrung, daß dieses bol- schewist sche Schweigen Unheil verkündet.

Die bolschewistische Katastrophe auf der Krim aber vollzieht sich, ohne daß die Schlagkraft unserer Waffen an anderen Stellen nachgelassen hätte. Wir haben in breiter Front den Oberlauf des D o n e z überschrittten und die wichtige Industriestadt Kursk südlich von Moskau genommen Was der Sonderkorrespondent derSunday Times" aus Moskau schreibt, dieeinzigartige Schlagkraft der deutschen Oktoberoffensive" habe den Bolschewisten sehr ernste Verluste zugefügt, der deutsche Durch­bruch in den sog. Wjasma-Abschnitt sei eine Ueberraschung gewesen, das dürfte sich wohl bald in der Krim und an anderen Stellen der Ostfront wiederholen. Die Katastrophe Stalins ist unab­wendbar. - » E.&

0 lOOMpkm

IdkilA

ken, d. h. unschädlich machen zu können, während die Amerikaner allen Ernstes der Ansicht waren, mit ihrer seit 160 Jahren festgehaltenen Idee eines Montesquieu das Tun und Lassen anderer Völker moralisch beurteilen oder verdammen zu können. In dieser Atmosphäre wurde Roosevelt groß. Als seine New Deal-Pläne scheiterten, als seine gesamte Innenpolitik kläglich Schiffbruch litt, weil er nicht das Zeug zu einem Revolutionär in sich hatte, wurde er zum Werkzeug der Kräfte in den JSA., die den schrankenlosen Egoismus, den Wirt- chaftsliberalismus, die Ausbeutung des Raumes und der Massen auf ihr jüdisches Panier geschrie­ben hatten. Sie bedienten sich Der alten und längst unwirklich gewordenen Ideologie mit den Schlag­worten derFreiheit", desFortschritts" und der Gleichheit", übten sie praktisch aber so aus, daß der brutalste Imperialismus, der schrankenlose Welt­herrschaftsanspruch als Ziel trotz aller Heuchelei und aller Moralphrasen nicht verdeckt werden konnte. Betrachtet man von diesem Standort Roo­sevelt als psychologisches Phänomen, so wird auch klar, warum e r zum Präsidenten einer Gegenrefor­mation werden mußte, die heute bereits patholo­gische Züge trägt, da sie einmal nicht auf die ab­gestandenen und längst gespensterhaft unwirklich ge­wordenen Ideen einer Menschheitsbeglückung ver­zichten will^ die immer und je das Beispiel der Sowjetunion beweist es! furchtbarste Sklaverei bedeutet, zum anderen aber gerade diesenameri­kanischen Mythos" mit allen Mitteln aufrechter-

-----ßurljuk.

K I ----------

Simferopol

Die starken bolschewistischen Streitkräfte aus der Krim sind auf der Flucht, verfolgt von deutschen und rumänischen Truppen. Man kann geradezu von einer Katastrophe sprechen, die über die Bol­schewisten hereinbrach. Sie hatten geglaubt, durch das ungeheuer starke Derteidigungssystem im Raum von Perekop gewissermaßen unangreifbar zu sein. In tagelangen erbitterten Kämpfen waren die deutschen Truppen aber, wie aus dem Führer­hauptquartier am 29. Oktober gemeldet wurde, durch diesen schmalen, aber um so tieferen Verteidigungs­gürtel durchgebrochen. Die Hoffnung der Sowjets, ihre geschlagenen Verbände in weiter rückwärts auf der Halbinsel liegenden Verteidigungsstellen sammeln zu können, zerbrach, denn wie em Facher dehnten sich unsere Truppenoerbände aus. Die Niederlage der Bolschewisten nahm immer ge­waltigere Formen an; wir besetzten die Hauptstadt der Halbinsel, Simferopol, in die, wie m einem Strahlenpunkt, die Eisenbahnlinien nach den Krimhäfen Eupatoria, Sewastopol, Feodossija und Kertsch zusammenlaufen, und unsere Truppen stan­den bald am Jaila-Gebirge, das die Riviera des Schwarzen Meeres zwischen Jalta urtb Feodosstia vor den kalten Steppenwinden aus dem Norden schützt und diesem Gebiet einen subtropischen Cha­rakter gibt.

Gedanken im Donamamn.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Mit dem Blick über die mächtia einherströmende Donau auf die Königsburg von Ofen und die unga­rische Krönungskirche drängen sich von selbst far- bigerere und lebhaftere Züge in den Versuch, ein Zukunftsbild zu entwerfen. Im Gespräch mit Un­garn über die Beteiligung ungarischer Truppen an der Ausräumung der von Osten her drohenden Bol­schewistengefahr begegnet dem Besucher aus dem Reich zumeist das unaufgeforderte Bekenntnis, hier handle es sich um zwei Selbstverständlichkeiten: Ungarn könne beim Kampf gegen den Weltfeind nicht beiseite stehen, und Ungarn ziehe nur die Kon­sequenzen daraus, daß es mehrmals hintereinander durch die Hilfe des Reiches ein Stück seines verloren gegangenen Gebietes wiedererlangt habe.

Auf der anderen Seite hört man von deutschen Persönlichkeiten, die einen Blick in die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz haben, ohne weiteres be­stätigen, daß die ungarischen Waffengefährten mit Dem reißenden Tempo der deutschen Kriegführung Schritt halten, und daß die ungarische Armee ein gut geschliffenes und schneidig geführtes Kampf­werkzeug ist.

Niemand, der Einblick in die Verhältnisse hat, wird die Leistung unterschätzen, die darin liegt, einen so verstümmelten Staat, wie Ungarn es durch die auf allen Seiten im Diktat von Trianon er­zwungenen Abtretungeen war, auf dem Wege einer kraftvollen Erhaltung seines nationalen Lebens und beim unverbrüchlichen Glauben an feine nationale Zukunft festzuhalten. Spricht man mit Ungarn, sei es in privater, sei es in verant­wortlicher Stellung, so begegnet man dabei meist einer dreifachen Ueberjeugung: daß ihr Land inner­halb der kommenden europäischen Neuordnung an die Seite des Reiches gehöre, daß es dabei eine schicksalhaft vorbestimmte Führeraufgabe im Do­nauraum zu erfüllen und daß es zweckmäßiger­weise einen gewissen Umbau seiner wirtschafllichen Struktur vorzunehmen habe.

Ungarn war vor dem Weltkrieg fast ganz ein Agrarland. Nach der Katastrophe von Trianon faß­ten die Führer des ungarischeen Lebens den Ge­danken einer so weit wie möglich zu verwirklichen­den nationalen Autarkie und versuchten den Weg der Industrialisierung. Dabei sind bemerkenswerte Erfolge erzielt worden, aber ein Hindernis hat sich nicht überwinden lassen und wird auch nach der Wiedergewinnung der verlorenen Gebiete bestehen bleiben: der Mangel an genügenden eigenen Vor­räten an Eisenerz. Damit wird eine ungarische Schwerindustrie dauernd zu kämpfen haben, und am meisten würde sich das auf dem Gebiete der nationalen Rüstung ausw'rken. Der Autarkiege­danke, der eine natürliche Reaktion auf die furcht­baren Verluste nach dem Weltkrieg war, muß daher vernünftigerweise in seinem bisherigen Um­fang fallengelassen werden. Unter den heutigen Verhältnissen läßt er sich überhaupt nur innerhalb der Grenzen eines Großstaates verwirklichen. Man , darf feine Einschränkung auch nicht so verstehen, . als ob der ungarischen Industrie eine Rückwärts- , Revision zugemutet würde. Dazu sind ihre Lei­stungen z. B. auf dem Gebiet der Textilwirtschaft * und einer ganzen Anzahl anderer Qualitäts­artikel viel zu beachtlich.

' Woran man denkt, ist vielmehr folgendes. In per ungarischen Ausfuhr hat von jeher das Getreide eine

Wer den Weg des nordamerikanischen Prast- , denten Franklin D. Roosevelt von seinen An- , sängen als vielversprechender Reformer bis zu < den krankhaften Ausbrüchen der Gegenwart auf­merksam verfolgt hat, muß zu der Ueberzeugung , kommen, daß hier ein Schicksal sich erfüllt, das einmal gekennzeichnet ist durch einen geradezu unheimlichen Ehrgeiz, so etwas wie der Sonnen­könig der Neuen Welt zu werden, und zum an­dern von der wirklich frappanten Unfähigkeit, als Staatsmann jene schöpferischen Leistungen zu voll­bringen, die einzig und allein die gewaltigen Pro­bleme lösen können, vor denen die USA. sich inner­und außenpolitisch gestellt sehen. Auf einen kur­zen und prägnanten Nenner gebracht, kann man ; diese Probleme als denKonflikt mit der Wirk­lichkeit" bezeichnen, den Roosevelt nicht durch staatsmännische Fähigkeiten löste, sondern vor dem er bedingungslos kapitulierte. Bedingungslos: das heißt in seinem besonderen Falle, daß er die großen und in ihrem Ansatz revolutionären Ent­würfe zwischen 1933 und 1937 nicht als Revolu­tionär durchführte, sondern daß er dem völlig erstarrten wirtschaftsliberalistischen Denken der USA. erlag sowie jenem Phantom, das sich aus der Aufklärungszeit eines Montesquieu bis in un­sere Tage erhalten hat. Es bildet das einzigartige Merkmal der nordamerikanischen Geschichte die in diesem Punkt eine fatale, aber nachweisbare Aehnlichkeit mit der Diktatur in der Sowjetunion aufweift!, daß seit den Tagen eines Franklin und eines Jefferson eine kleine Herrschaftsschicht mit der Fiktion der Volks- und Weltbeglückung vor die Oeffentlichkeit getreten ist. In den Tagen der Fortschrittsseligkeit mochte man bei diesem An­spruch noch ohne Demagogie auskommen, heute spricht die nordamerikanische Wirklichkeit in jedem einzelnen Bezug »so kraß gegen diese Lehre, daß sie nur noch mit skrupelloser Heuchelei und einer ge­schichtlich einmaligen Camouflage, einem geradezu zur Kunst ausgebildeten Zynismus des Lügens und des Täuschens, vorgetragen werden kann.

Was nun Roosevelt im besonderen anbetrifft, so wollen wir einmal unterstellen, daß er mit dem Blick auf die umwäl^nden und wahrhaft revolutio­nären Prozesse, die die Welt in den letzten Jahr­zehnten erlebte, tatsächlich zu Beginn seiner Lauf- bahn als Präsident so etwas wie den guten Willen hatte, ein Revolutionär des nur durch schlimmste Korruption und widerliche Demagogie noch aufrecht zu erhaltenden Scheinzustandes amerikanischen Staatsdenkens zu fein, das sich durch die in dieser Fdrm längst abgetanen und schal gewordenen Be­griffe der'Menschenrechte", derDreiteilung der Gewalten" und derFreiheit des Einzelnen" als wohlklingende Phrasen demonstrierte. Man darf nicht dabei vergessen, daß Roosevelt fast zur glei­chen Zeit wie Adolf Hitler begann. Während ihm aber in den Vereinigten Staaten von Nordame­rika das gesegneteste Land der Welt zur Verfügung stand, großräumig, mit allen Rohstoffen überreichlich versehen, das nur durch denPioniercharakter" der USA.-Wirtschaft (rücksichtslose Ausbeutung!) bedenk­lich aus den Fugen geraten war, mußte Hitler in einem Lande beginnen, das nicht nur durch den Parlamentarismus völlig verseucht, sondern vor al­lem wirtschaftlich durch das Versailler Diktat an den Rand des Ruins gebracht worden war. So ver­schieden die Voraussetzungen waren: dort ein rei­ches Land, das von dem Wüten des hemmungs­losen liberalistischen Wirtschaftsgedankens deutlich gekennzeichnet war, aber alle Möglichkeiten zur Ver­fügung hatte, hier ein zerstückelter Staat, ausge­preßt bis zum letzten Blutstropfen, von dem maß­losen Haß derSieger" verfolgt und ständig bearg­wöhnt, wirtschaftlich bewußt aller Möglichkeiten großer Planung beraubt und unter den Folgen eines Krieges leidend, der in der Welt noch nicht seinesgleichen gesehen hatte, so verschieden waren auch die Ansatzpunkte dieser beiden Männer, von denen Roosevelt sich sehr bald als ein in den tta- ditionellen Bahnen befangener und darum unzu­länglicher Demagoge entpuppte, wahrend Hitler mit einzigartiger staatsmännischer Genialität den tota­len Charakter unseres Zeitalters erkannte, der m Technik und Wirtschaft und in derGestalt" des Ar­beiters längst wirksam war, den er aber mit be­wunderungswürdiger Folgerichtigkeit, unbeirrbarem Willen und kühnen Taten auf bie. Ebene eines neuen, volksmäßigen Zusammengehörigkeitsgefühls projizierte, wodurch ungeheure Kräfte frei wurden, Die von ihm in geschichtlich wirksame Bahnen ge­leitet wurden. Ein solches Beginnen, mit Worten nicht auszuschöpfen, rief bei allen Gegnern zunächst nur Spott und Lächeln hervor, aber auch das Ge­fühl der Angst, als sie sahen, daß der Nationalso­zialismus sich in der Tat und in seinen geistigen Voraussetzungen in Uebereinstimmung mit dem Gerst unseres Jahrhunderts befand und daher eine Macht wurde, die auch außerhalb der eigenen Ganzen die Menschen in ihren Bannkreis zog, sie formte und änderte, oft gegen ihren eigenen, noch im mdi- vidualistischen Denken befangenen Willen.

Blicken wir von dieser Ebene aus auf ote Drei bestimmenden Mächte, die die Gegnerschaft dieser neuen Kräfte au; ihre Fahnen geschrieben hatten, so muß man feststellen, daß Frankreich einzig und allein die Angst vor der im Unterbewußtsem als unabwendbar empfundenen Revolution unseres Zeitalters in die Waagschale zu werfen hatte, wäh­rend die Engländer aus traditionellem Hochmut es fürunzweckmäßig" hielten, sich mit diesem Neuen näher zu belassen, und die Amerikaner überhaupt nicht fähig dazu waren. Frankreich wurde feit dem Weltkrieg bas Gefühl der Schwache nicht mehr los und wußte auch mit einem Blick auf die Bevölkerungsstatistik warum. England glaubte mit dem alten Spiel desGleichgewichts die vom Führer verkündete Wirklichkeit in die von der englischen Polttik vorgezeichneten Bahnen len-

Hasser aus Unfähigkeit

Von unseremnn-Berichterstatter.

Die Zersprengung der. Sowjets in zwei flüchtende Haufen, die sich nach S e wastopol ober nach Kertsch zu retten ver­suchen, ist am gestrigen Montag gemeldet worben, gleichzeitig wurden die gewaltigen Beuteziffern be­kannt. Unsere Bombengeschwader haben die m Kertsch und Sewastopol wartenden Transportdamp- er versenkt. Kurzum, ein Dünkirchen scheint ich auf der Halbinsel Krim in zweifacher ober drei- acher Ausgabe zu wieberholen.Anaesichts bes üblichen deutschen Vormarschtempos", so hatte im Uebermaß ihres Schmerzes dieTimes" geschrieben, mobM-Der Hauptnachdruck wohl auf das Eingeständ­nis des üblichen deutschen Vormarschtempos zu legen ist, sei es wohl unmöglich, die Deutschen zum Halten zu bringen. Diese Befürchtungen der eng­lischen Plutokrgten um ihre lieben Bolschewisten werden jetzt noSj übertroffen. Sie Krim ist für den Bolschewismus verloren.

Tagelang hatte man in London rfiit beklomme­ner Spannung und den kindischsten Redensarten der Entwicklung Der Tragödie der Bolschewisten zugesehen. Noch am Montagmorgen um 10 Uhr berichtete der Londoner Nachrichtendienst, die Deutschen behaupteten zwar, Simferopol genom­men zu haben, aber diese Behauptung fei noch lange nicht Wahrheit, denn die Deutschen nehmen

halten will, die einzig und allein von der Gegen­seite, also vom Natinalsozialismus und Faschismus, wirksam angewandt werden können, da sie hier von einem neuen Ethos, einem völlig anderen Le­bens- und Gemeinschaftsgefühl als Grundlagen des Staates getragen werden.

So ist Roosevelt immer wieder gelungen, inner- politisch Maßnahmen anzuwenden, die aus dem Ar­beitsbereich der nationalsozialistischen Staatsform stammen, in den USA. aber offen gegen das Prinzip verstoßen, das Roosevelt angeblich einzig und allein heilig ist: bas ber Demokratie unb ihrer heute ab­getanen unb verbrauchten Lebensform! Dieser Mann spricht von Freiheit unb Religion unb wütet gleichzeitig mit den finstersten Mitteln ber Fälschung, bes Volksbetruges, ber gemeinsten Einmischung in bie Hoheitsrechte anberer Länber gegen alle frei­heitlichen Normen, er befreunbet sich mit bem Bol­schewismus, bem Vernichter jeher Religion, um an­geblich bie Religionsfreiheit zu erhalten! Wir sehen hier einen gescheiterten und unheilbar in diese Gegensätze verstrickten Mann -am Werke, der über seine Unfähigkeit immer wütender unb haßerfüllter wirb unb dessen Ehrgeiz, mit seinen unzulänglichen Mitteln die Welt zu erneuern d. h. zu beherr­schen! ihn folgerichtig zu immer krankhafteren Exzessen treibt. Roosevelt ist gezwungen, Maß­nahmen totalen Charakters burchzusühren, gleich­zeitig aber gegen bas Ethos unb bas Staatsbenken der Totalität zu kämpfen. Mit welchen Mitteln er das tut, haben die letzten Wochen und Monate zur Genüge gezeigt. Roosevelt haßt Hitler, weil er in ihm den ungleich größeren Staatsmann erkannt hat, der das verwirklicht, was Roosevelt vielleicht! einmal vorschwebte!

___^^^Aluschfd. ze