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WGietzener Anzelger

von einzelnen Nummern

WWI mmSS« General-AnzeigerfürOberhessen^:rrr?r

Visher fast TFk Mionen VRT. versenkt.

Oer Kampf gegen die Versorgung Großbritanniens immer erfolgreicher.

Berlin, 3. Juli. (DNB.) Während die deutsche Wehrmacht in einem Ringen von gigantischen Aus­maßen Deutschland und ganz Europa von der im Osten lauernden Gefahr des Bolschewismus befreit, geht der Kampf gegen den Haupt feind England mit unverminderter Kraft weiter. Vor allem die Versorgung der britischen Insel mit Kriegsmaterial, Rohstoffen und lebenswichtigen Nahrungsmitteln erfährt durch den unermüdlichen Einsatz der Kriegsmarine und Luftwaffe einen täg­lichen Aderlaß, der sich um so empfindlicher aus- mirft, je mehr der England noch zur Verfügung stehende Schiffsraum zusammenschmilzt.

Eine Zusammenfassung der bisherigen Der- fenkungsziffern zeigt, daß die Verluste der bri­tischen Handelsschiffahrt seit Februar 19 41 niemals unter 700000 BRI. betragen haben und im April sogar die 7Nil- lionengrenze überschritten. Auch im Juni hat England durch Kampfhandlungen der Kriegs­marine und Luftwaffe wieder 768 950 VRT. verloren, wozu wie stets die zweifellos ebenfalls sehr erheblichen Verluste durch Minen und die mehr oder weniger dauernden Ausfälle der schwer beschädigten Schiffe hinzugerech- net werden müssen.

Am 1. April war die Gesamtversenkungs- zisfer bereits auf 9 917 000 VRT. gestiegen. Das letzte Vierteljahr brachte weitere Ein- büßen von nicht weniger als 2 516 000 VRT. Damit ifinb feit Kriegsbeginn insge­

samt 12433000 VRT. Schiffsraum für die britische Versorgung ausgefallen.

Bei dieser gewaltigen Zahl von nahezu 12,5 Mil­lionen BRT. ist zu berücksichtigen, daß größere Reserven, wie sie zunächst in den rücksichtslos in britische Dienste gepreßten neutralen Schiffen vorhanden waren, England jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen. Die zahlenmäßig ge­ringe und wenig leistungsfähige Handelsflotte des neuen bolschewistischen Verbündeten wird, soweit sie für England überhaupt erreichbar ist, die katastro­phale Schiffsraumnot nicht beheben können. Dazu kommt die infolge der deutschen Luftangriffe ab­nehmende Leistungsfähigkeit der britischen Werften. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn, sich die Blicke der Londoner Kriegsverbrecher immer sorgenvoller auf die Weltmeere richten, wo im stillen, aber erbitterten Kampf die Entschei­dung über das Schicksal Englands heranreift.

Wieder elf britische Flugzeuge an der Kanalküste abgeschoffen.

V e r l i n, 3. Juli. (DRV.) Angriffsversuche bri- lischer Flugzeuge an der kanalküsle brachen auch am Donnerstag in der deutschen Jagd- und Flakabwehr zusammen. Rach bisherigen Meldungen verlor der Feind elf Flugzeuge. Hiervon wurden acht Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire im Luftkampf abgeschossen. Zwei weitere Spitfire und ein Kampfflugzeug vom Muster Vristol-Vten- heim wurden durch Flakartillerie zum Absturz ge­bracht. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Kampfverbände, der faschistischen Bezirksgruppen und der Jugendorganisationen waren vor den Tri­bünen aufmarschiert. Anhaltender Jubel der Menge begrüßte den Duce. Nach der Besichtigung richtete der Duce kurze anfeuernde Worte an die Soldaten, in denen er auf ihre Bestimmung verwies, an der Seite der deutschen Truppen den Bolschewismus zu bekämpfen.

Die Ablösung in Kairo.

Stockholm, 3. Juli. (Europapreß.) Der neue Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte im Mittleren Osten, General A u ch i n l e ck, ist am Mittwoch in Kairo eingetroffen und hat sein neues Kommando bereits übernommen. Er gab in seiner Abschiedsrede zu, daß im indischen Volk starke Unzufriedenheit über die Entsen­dung indischer Truppen nach verschiedenen eng­lischen Kriegsfronten herrscht. Ein großer Teil des indischen Volkes verlange, daß die indischen Trup­pen 3urx Verteidigung Indiens im Lande verbleiben sollten. Indische Kreise betonten, daß die Achsenmächte bisher sich nicht als Feind Indiens erwiesen, wohl aber England durch seine Ausbeutungspolitik. Wenn der Grundsatz gel­ten solle, daß der Angriff die beste Verteidigung sei, wundere man sich, so schloß Auchinleck, warum England seine Truppen auf der Insel behalte, und tattdessen seine Hilfsvölker an der Mittelmeerfront kämpfen lasse.

Zum Generalintendanten der britischen Streit­kräfte im Mittleren Osten wurde General Hai- ni-n g ernannt, der bisher stellvertretender Chef des Empire-Generalstabes war. Zur Begründung wird in London darauf hingewiesen, daß die Ver­waltungsausgaben der Armee im Mittleren Osten so kompliziert feien, daß ein besonderer höherer Offizier für die Leitung der Verwaltung nötig sei. Zur Ernennung Littletons schreibt Reuter, daß die Tätigkeit Littletons in Kairo nicht den inneren Angelegenheiten gelten soll oder die nor­malen Beziehungen zwischen der britischen Ge­sandtschaft in Kairo und der ägyptischen Regierung beeinflussen wird. Seine Arbeit werde keineswegs die Stellung Aegyptens als souveräner Staat be­rühren.

Oie Vernichtungsschlacht bei Bialystok abgeschlossen.

Zwei Msken - ein Gesicht.

Von Helmut Sündermann Stabsleiter des Reichspressechefs.

Gibt es größere Gegensätze als den millionen­schweren Akttenkönig, der unter den Palmen von Florida Preise diktiert, und dem Agitator, der vor den Toren einer Fabrik mit kreischender Stimme Klassenkampfparolen über die heimkehrenden Ar­beiter schreit? , ,,. . f

Gibt es einen augenfälligeren Unterschied als zwischen dem Lord, der in Friedenszeiten in einer Ecke seines Klubs bei Whisky-Soda die Getreide­ernte ganzer Länder zu verhökern pflegte und dem Heinen Hafenarbeiter von London, der im dufteren Whitechapel den Prophezeiungen eines buckligen Juden über dieHerrschaft des Proletariats und den malerischen Erzählungen über dieSegnungen des Sowjetregimes" lauscht?

Und gibt es etwas Merkwürdigeres, als Die ver­traulichen Besuche, die stocksteife adlige Briten mit jenen meist durch demonstrativ ungebügelte Hosen gekennzeichneten diplomatischen Vertretern Mos­kaus seit langer Zeit in freundschaftlichster Weise auszutauschen pflegen?

Das sind Verschiedenheiten, die freilich nur den verwirren mögen, der nicht tief genug über die inneren Gesetze nachgedacht hat, die sowohl der Plutokratie angelsächsischer Prägung wie dem Bol* schewismus Moskowiter Herkunft zugrunde liegen.

Der Aktienkönig wie der Getreidelord sind beide Sprößlintze einer Weltanschauung, in der Geld alles, Menschen und Völker nichts find. Ihr Ziel ist allein, zu verdienen und durch das Verdienen zu herrschen. Das Schaffen anderer ist ihnen nur Mittel zum Zweck der Zerschlagung und Ausbeu­tung der Nationen, zur Errichtung einer Diktatur des MolochsGeld" über die Menschheit.

Der Agitator an den Toren ihrer Fabriken, der bucklige Jude in Whitechapel aber führen ihre kreischenden Parolen, ihre lockenden Phrasen nicht zum gleichen Ziel, zum selben Ergebnis: zur Knechtung der Menschen, zur Zerschlagung der Völker, zur Ausbeutung ihrer Schaffenskraft, zur Diktatur eines wesenlosen Molochs über alles Leben?

Fürwahr die Plutokratie in ihren letzten end-

Die Widerstandskraft der Sowjetarmeen gebrochen. - Ans der ganzen Front rückläufige Bewegungen des Feindes. Zahlreiche Divisionen vernichtet.

Der Wehrmachtbericht.

DNB. AusdemFührerhauptquartler, 3 Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Schulter an Schulter haben gestern deutsche und rumänische Verbände aus der nörd- lichenMoldau heraus denPruth überschritten und befinden sich im Vorgehen gegen den D n j e st r. Damit sind die verbündeten Armeen auf der ganzen Front zwischen Schwarzem Meer und Rord- tichem Eismeer zum Angriff angetreten.

Während bisher die sowjetrussische Führung offen­sichtlich bestrebt war, den deutschen Vormarsch in Grenznähe aufzuhalten und ihrerseits zum An­griff überzugehen, scheint die Wider st ands- kraft der Sowjetarmee nunmehr g e b r o - chen zu sein. Auf der ganzen Front zeichnen sich rückläufige Bewegungen des Feindes ab.

Die Vernichtungsschlacht ostwärts Bialystok ist im wesentlichen abgeschlossen. Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist ihre Auswirkung von weltgeschichtlicher Bedeutung. Zahlreiche Schützen-, Kavallerie- und Panzerdivisionen der sowjetrussi­schen Wehrmacht können hier als vernich- t e t angesehen werden. In mustergültiger Zu­sammenarbeit haben die Verbände unseres Heeres und unserer Luftwaffe die Verfolgung ausgenom­men.

Im Kampf gegen Großbritannien ver­senkte die Luftwaffe in der letzten Rächt ein Handelsschiff von 5000 VRT. und bombardierte Hafenanlagen in Südost- und Südweslengland.

An der Kanalküste brachen bei Tage wiederum Angriffe britischer Kampfflugzeuge, die unter starkem Jagdschutz angeseht waren, völlig z u s a m m e n. Der Feind verlor hierbei 1 5 I a g d- und 5 Kampfflugzeuge, während nur ein eigenes Flugzeug verlorenging.

Der Feind warf in der letzten Rächt an verschie­denen Orten Rordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben, durch die einige Zivilpersonen ge­tötet und verletzt wurden. Wohngebäude wurden U.O. in Bremen und Oldenburg getroffen. Rächt- jäger und Flakartillerie schossen drei der angrei- senden britischen Kampfflugzeuge ab.

Der Kampf gegen die britische Versorgungsschiff­fahrt brachte auch im Wonat Juni den erwarteten großen Erfolg. Kriegsmarine und Luft­waffe versengten 768 9 5 0 VRT. feind­lichen Handelsschiffsraumes. Hierbei wurden allein durch U-Boote 417 450 VRT. ver­nichtet. Hinzu kommen noch schwere Verluste, die der Feind durch Winenunternehmungen aller Art erlitten hat. Außerdem wurde eine große Zahl feindlicher Handelsschiffe so schwer beschädigt, daß sie ganz oder für längere Zeit der feindlichen Ver­sorgung verloren sind.

Ebenso erfolgreich war die deutsche Luft­abwehr im Kampf gegen die britischeLufl- waffe. Allein in der Zeit vom 26. 6. bis 2. 7. wurden 109 britische Flugzeuge abgeschossen, und zwar 56 in Luftkämpfen, 24 durch Rachtjager, 22 durch Flakartillerie. 6 durch Einheiten der Kriegs­marine, eines durch Infanterie. Zwei britische Flug­zeuge stießen außerdem über dem besetzten Ge­

biet zusammen und stürzten ab. Während der glei­chen Zeit gingen im Einsatz gegen Großbritannien 12 eigene Flugzeuge verloren.

Bei den Kämpfen im Osten zeichneten sich die Obersten Berger und Lohmeyer Komman­deure von Infanterie-Regimentern, sowie der Major Heß und der Oberleutnant B a s ch t a eines Infan­terie-Regiments besonders aus.

Bei den Operationen im Atlantik war ein U-Boot unter Führung von Oberleutnant zur See Popp besonders^erfolgreich.

Riesige Materialverlusie auch an der Ostseeküste.

Die in Riga gemachte Beute noch nicht zu übersehen.

Vertin, 3. Juli. (DRV.) Richt nur die Ver- nichtungsschlacht von Vialystok brachte den geschlage­nen Sowjetarmeen ungeheure Verluste an Soldaten und Material, sondern auch an anderen Stellen der Ostfront haben die siegreich vordringenden deut- chen Truppen riesige Mengen von Waffen und Munition zerstört oder sichergestellt. So hat der entlang der Ostseeküste durch den Westen der ehemaligen baltischen Staaten vorgehende Teil des deutschen Heeres bis zum 1. Juli 1941 631 Panzerkampfwagen, 168 leichte und schwere Geschütze und 40 Flugzeuge erbeutet oder vernichtet. Ferner fielen hier 19 Flak- und 24 Pak- geschühe sowie zwei Panzerzüge den deutschen Sol­daten in die Hände. Die bei der Einnahme von Riga gemachte Beute läßt sich noch nicht übersehen.

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz für Hauptmann Balthasar.

Berlin, 3. In». (DBB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Haupt­mann Balthasar das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm dies in folgendem Telegramm mitgeteilt:In dankbarer Anerkennung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen zu Jhrem4 0.Luftfieg als 17.Offi- zier der deutschen Wehrmacht das Eichen­laub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes."

Oberstleutnant Möllers vom Führer empfangen.

Führerhauptquartier, 3. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht empfing Oberstleutnant M ö l d e r s , Kommo­dore eines Jagdgeschwaders, und überreichte ihm das am 22. Juni verliehene Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Oer Ouce besichtigt die für die Ostfront bestimmte Division.

Rom, 3. Juli. (Europapreß.) Der Duce hat die zweite motorisierte Division des nach der Ostfront bestimmten Korps besichtigt. Anschließend fanb her Vorbeimarsch vor dem Duce, dem deutschen Militär­attache, General von Rintelen, dem Sekretär der Faschistischen Partei, den Regierungsmitglledern, den Vertretern des Senates, der Kammer und der faschistischen Korporationen sowie den Oftlziersab- ordnungen statt. Vereinigungen der faschistischen

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Nach einem Panzerangriff der Sowjets.

Ein am Morgen des 28. Juni von den Sowjets großangelegter Panzerangriff wurde von unseren Truppen mit schweren Verlusten für den Feind zuruckgeschlagen. Der Vormarsch unserer Sold^en geht hier an den noch rauchenden Sowzetpanzern vorbei weiter. (PK.-v. d. Piepen. Scherl-M.)

Deutsche Kampfflieger am Eismeer.

Von Kriegsberichter Walter Möller.

DNB. ..., 3.Juli. (PK.) Hoch über den kahlen Bergkuppen aufragender Bergmassioe, die den nörd­lichsten Flugplatz Skandinaviens umranden, steht golden und klar die Mitternachtssonne. Sie ist hier oben der ständige Begleiter unserer nimmermüden Kampfflieger, wenn ihre modernen Sturzkampf­flugzeuge mit schweren Bomben beladen Kurs nehmen, um sowjetische Flugplätze zu vernichten, Eisenbahnen zu zerstören oder feindliche Truppen­lager mit Bomben zu belegen. Trotz der Entfernun­gen werden jeden Tag Einsätze geflogen, Einsätze, die in dem tückischen Gelände Nordfinnmarks vom Flugzeugführer und Beobachter, Funker und Bord­schützen größtes Können verlangen. Dieses Können aber bringen unsere Kampfflieger mit, waren viele von ihnen doch schon im letzten Jahre in Norwegen eingesetzt. Oslo, Drontheim, Narvik sind "Etappen, die mit den Namen vieler unserer Kampfflieger ver­bunden sind. Wie damals erfüllen sie heute gern und freudig ihre foldatifche Pflicht.

Nordwärts Murmansk, der bedeutendsten sowjetischen Hafenstadt der Kola-Halbinsel, ist em Flugplatz zu zerstören. Aufklärer haben zahlreiche aufgestellte Kampfjagdmaschinen festgestellt. Dann rollt eine Ju88 nach der anderen an den Start, holpert etwas schwerfällig über die sandige, mit Heide und Renntierflechte bedeckte Startbahn der Tundra. Bis sie hinter den steilen Felswänden des langen, zum Eismeer führenden Fjordes verschwun­den ist. ,r, .. .

Vergeblich suchen einige sowjetische Sager, die in Reih und Glied, meist ungetarnt und dicht neben­einander den Platzrand säumen, vom Boden wegzu- starten. Zu spät! Ein Inferno von Stahl und Eisen, ehe sie die drohende Gefahr überhaupt erkannt haben! Mehr als 20 Kampf- und Jagdflugzeuge werden von unseren Bomben zerstört oder von den Bordwaffen in Brand geschossen. Ihre Startbahnen aufgewühlt, Baracken und Unterkünfte zerschlagen,

ein Flugboot, das in niedriger Hohe über der Kola- Bucht herumschipperte, abgeschossen. Brennend stürzt es in die kalten Fluten des Eismeeres

Ueber rauhe Felsengebirge, deren baumlose Kup­pen stellenweise noch Schnee und Eis tragen, geht an einem anderen Tage unser Flug. Einer Stadt an der Murman-B ahn, der einzigen 93er* kehrsader, die zu den nördlichsten Flottenstützpunk­ten des Feindes führt. An den Abhängen bet Bergmassioe sehen wir große Renntierherden, die beim Herannahen unserer Kampfflugzeuge ängstlich zu einem Knäuel zusammenlaufen. Ge­spannt halten wir nach feindlichen Jägern Ausschau. Aber keiner läßt sich blicken. Um so besser, so fin­den wir noch Muße, die Mitternachtssonne zu bewundern, deren Strahlen sich in zahlreichen Bergseen brechen und im Drehkreis unserer Lust- schrauben herrliche Regenbogenfarben heroorzau- bern. Zeigte die Uhr nicht Mitternacht an, es könnte ebenso gut Mittag sein. Unser Kampfver- band fliegt eine große Rechtskurve, wir müssen hart am Ziele sein. Da ist auch schon der kleine See und dahinter die Stadt. Klar und deutlich wie die Figuren auf einem Schachbrett stehen dort unten die schmutzigen Steinblocks, die Schuppen und Fabrikanlagen, die Eisenbahnschienen und die verrußten Bahnhofsdächer. In Ruhe sucht jeder fein Ziel aus. Dann-setzt der Flugzeugführer zum Sturzflug an, drückt die Maschine herunter und löst mit leichtem Fingerdruck die Bomben-. Hell blitzt es auf, Balken und Bohlen, Stahl und Eisen wirbeln durch die Luft. Turmhohe Rauchpilze schießen aus den Anlagen, die von unseren Bom­ben getroffen wurden. Während ich versuche, das Bild mit der Kamera festzuhalten, bohren sich zahl- | reiche Bomben in die Gleise des Bahnhofs, zer­reißen die Schienenstränge und sprengen die Wei- | chen. Da wird vorerst kein Zug mehr vorbeirollem