4./5.Zanuar Ml
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhejfen)
Nr. 3 Zweites Blatt
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Erst die Entdeckung des Tuberkelbazillus durch obert Koch hat die Seuchennatur der Tuberkulose
Als ich im Zug saß, hatte ich viele Gedanken, und einen, der alles übertönte: so rennt die Zeit. Weißt du noch, Landser, dachte ich und sprach mit mir selber, da ich niemanden hatte, dem ich erzäh- len konnte, also weißt du noch, dachte ich und sagte es vielleicht laut auch: wie er geboren wurde, morgen vor einem Jahre, wie waren wir aufgeregt,
gelaufen, zur Drogerie, wenn ein Fläschchen zerbrochen war, zur Milchfrau, wenn der Liter nicht ausreichte: er hatte den Rundsunkapparat abgestellt, wenn „er" schlafen mußte, er hatte tausend Dinge getan, die er sonst nie, aber auch nie getan hätte, aber die er doch gerne tat, um eines lieben kleinen
Wesens willen.
Der Zug ratterte ...
Der Landser dachte, was soll ich ihm bloß schenken, eine Eisenbahn ist zu früh, vielleicht eine Festung mit Soldaten? Ein Bilderbuch? Einen Ball? Er dachte, gleich gehe ich zu ein'm Geschäft, ich darf doch nicht mit leeren Händen kommen ... Zu seinem ersten Geburtstag! Da muh er doch
zichtet, so daß der Röntgensturmbann ^-Führungs- Hauptamt troß der Kriegsverhältnisse heute bereits west über 2 000 000 Röntgenaufnahmen erstellt hat. Betriebsuntersuchungen wurden durchge- führt: In den Hermann-G iring-Werken, bei der Organisation Todt, beim Reichsarbeitsdienst und bei zahlreichen anderen großen Unternehmungen.
Auch das Ausland hat sich bereits , für das neue Verfahren interessiert. So untersuchte ein Trupp des Röntgensturmbannes die Schulkinder der norwegischen Stadt Bergen, die völlig freiwillig zu 98 v. 5). ersaßt werden konnten. Ein weiterer Trupp führte auf Ansordem der deutschen Volksgruppe in der Slowakei und auf Ersuchen der slowakischen Regierung Bevölkerungsuntersuchungen in der Slowakei durch. Dort ergab sich übrigens, daß der Prozentsatz der Tuberkulösen um ein Vielfaches über fern des Deutschen Reich"s lag.
Sowohl die norwegische wie die slowakische Regierung haben sich von dem Wert und der Bedeutung d^s Verfahrens so überzeugt, daß sie eine eigene Röntgenreihenbildnertruppe aus den Reihen der Hlinkagarde bzw aus den Reihen der Hird aufzu'tell^n im Begriffe sind. Die hierfür ausge- wäbltan Männ"r sollen demnächst auf der vom Verfasser in Frankfurt am Main gegründeten Röntgenreih^nbildnerlchule ihre Fachausbildung erhalten. Schon jetzt wird an dieser Schule der Nachwuchs für die Erweiterung des ss-Röntgensturm- bann.es beranaebildet, so daß nach Abschluß dieses Krieges der Gen^nlangriff gegen die Tuberkulose im Großdeutschen Reich planmäßig erfolgen kann.
t i g genug findet, ehe andere Menschen der Umgebung des von der Tuberkulose Befallenen angesteckt sind, und ehe die Tuberkulose in ein schwer oder gar nicht heilbares Stadium getreten ist.
Die Forderung von Franz R e b e f e r_ nach Erstellung eines vollständigen Dolksrontgen- k a t a jt e r s , der in nicht zu großen Zeitabständen (etwa 1 bis 2 Jahre) zu wiederholen wäre, kennzeichnet die Voraussetzung einer planmäßig geführten Tuberkulosebekämpfung. Diese Forderung ist aber nur durchführbar, wenn das Röntgenverfahren als Massenverfahren einsetzbar ist. D. h. es muß billig und handlich sein und eine sehr große Menschenmenge in rascher Zeit und ohne großen Zeitverlust für den einzelnen hintereinander aufnehmen können. Es muß weiter an das Volk bzw. an den schaffenden Menschen herangebracht 'werden können, d. h. die Röntgenreihenausnahmen müssen Üurch eine motorisierte Truppe in jedem Dorf und in jeder Fabrik durchgesührt werden können. Das Verfahren muß weiter genügend zuverlässig hinsichtlich der ärztlichen Auswertung sein, um mit einem Mindestmaß von Fehlerquellen zu verhindern, daß Krankheitsfälle, beson-
Alle, die zu uns kamen, um uns Glück zu wünschen, sagten, sie hätten es gleich gewußt, es hätte
Im Beiprogramm sieht man einen aktuellen Film über zweckmäßiges Verhalten während der Verdunkelung. dazu die neueste Wochenschau: aus deren Inhalt: Weihnachtsfeiern mit dem Führer, mit Rudolf Heß und Dr. Goebbels: Dekanosows Empfang in der Reichskanzlei: Arbeitsdienst im Westen: Marschall Pätain in Lyon; Buchausstellung in Madrid. Hans Thyriot,
Dann rasselte das Telephon, ein kräftiger Junge sei geboren, beide befänden sich wohl: aus dem „Es der Pläne und Wunschträume war ein „Er"
Der Zug rattert wieder. Der Landser dachte wenig, er war müde und froh. Als er wieder in der Kaserne war, lag schon ein Eilbrief für ihn da. Mutter schrieb: „Unserer" habe ganz deutlich „Papa dada" gesagt.
henke beginnen wir in den Familienbläkkern mil ein^m neuen Rom^n ren Hans Caspar von ^ob elki h: feine Liebesaeschichke „5 roei Schwell ern und T o m" gehört wie der früher hier erschienene Ronwn „her; im Schild" tum Schönsten und Reifsten, was der im letzten 5-mmer Verstorbene seiner großen Lesergemeinde h nkerlasstn hat.
auszusehenden finanziellen Schwierigkeiten im Reichstag auszuweichen. Vielleicht sah er auch den Lauf der Dinge voraus und tvollte auf dem gewählten Wege zunächst einmal den deustchen Kolonialbesitz im Einvernehmen mit dem Reichstag unter Dach bringen. Auf jeden Fall hat sich die nun einfetzende direkte Verwaltung der Kolonie durch das Reich ausgezeichnet bewährt. Zwei Jahrzehnte später war durch unser koloniales Beamtentum und unsere koloniale Schutztruppe der Beweis geliefert, daß Deutschland auf materiellem Gebiet weit älteren Kolonialoölkern Ebenbürtiges leistete und auf moralischem, was seine Stellung bei den Eingeborenen betraf, jene weit überholt hatte. Mit der Verwaltung durch kapitalistische Gesellschaften wäre weder das eine noch das andere gelungen. Heute kann man nur sagen: Je mehr von Afrika unter deutsches Regiment kommt, um so besser, nicht nur für Deutschland, sondern auch für Afrika uftd die Afrikaner!
jestät in der Hofburg mit kindlicher Offenheit schone Wahrheiten sagt und ringsum mit populären Schmähliedern auf die kaiserlich Freundin, die aus Paris importierte „Polsterkatz" Marquise de Valais konzertiert. Das endet mit Gefangennahme, peinliche? Befragung auf der Folter und Flucht aus dem Kerker, als d'e Seuche bereits die Residenz ergriffen hat. Augustin übersteht, wie schon berichtet und in Legende und Lied überliefert, den schwarzen Tod, roie’ er zuvor bereits einen von der Maitresse de Valais geczm sein Leden gerichteten heimtückischen Anschlag überlegen parierend vereitelt hat.
„Oer liebe Augustin."
Ein Terra-Film im Lichtspielhaus.
Als wir Kinder waren, konnte man das Liedchen vom lieben Augustin noch manchmal singen und spielen hören: heute werden andere Lieder gesungen. Aber schon damals wußte kaum noch jemand, was es mit dem einfältigen und sinnlos scheinenden kleinen Text für eine Bewandtnis hat: daß sich in dem heiter-melancholischen Singsang die letzte Erinnerung an eine ferne und schaurige Begebenheit bewahrt und an eine im Laufe der Jahrhunderte halb vergessene, halb von Legenden umkreiste Persönlichkeit, einen volkstümlichen Bänkelsänger nämlich aus der Wiener Pestzeit um 1680. Es gibt ein Gedicht von Franz Karl Ginzkey, das eine grausig- unwahrscheinliche Episode aus dem Leben dieses Augustin bewahrt: wie der eines Nachts in jener schlimmen Zeit, als die mörderische Seuche ungezählte Opfer in der Kaiserstadt forderte, versehentlich, weil er im Rausch für tot gehalten wurde, auf den Pestkarren geladen und mit vielen Toten in eine Pestgrube vor dem Tor geworfen worden je:. Der Augustin aber, o Wunder, habe die Nacht überstanden und sei am anderen Morgen nach ausgeschlafenem Rausch munter erwacht und mit Gesang unversehrt der gräßlichen Grube entstiegen.
Auch der Fllm, für den Hans Saßrnann das Buch schrieb, übernimmt die Episode: sie ist m mehrfacher Hinsicht zweifellos ein starkes Stück, aber sie dient dazu, den Musikanten Augustin als die Verkörperung volkstümlich-unverwüstlichen, heiteren und innerlich gesunden Wienertums zu begreifen, besten Lebensfreude und Lebenswillen über alle Vergänglichkeit triumphiert. Im übrigen ift der Film nicht eben reich an Handlung, die Fabel ist kaum ergiebig genug, das kulturhistorische Detail und das Anekdotische, vom Spielleiter E. W. 6 m o liebevoll und mit beträchtlichen Mitteln ausgeschöpft, behält die Oberhand. Augustin wird als der genialisch improvisierende Wiener Straßen- und Schen- kensänger dargestellt, der mit seinem Spiel dem eitel dilettierenden Kaiser erfolgreich Konkurrenz macht und, als Mann des Boltes, der barocken Ma-
Überraschenderweise ließ sich gerade das Rönt- 1 genkleinbild trotz oder wegen seines geringeren Auf- , losungsvermogens so weit ausgestalten, daß es ; auch beginnende und kleinste Krank- 1 h eitsh e rde übertrieben deutlich zur Darstellung ; bringt. Die Gefahr, daß ein vorhandener Krankheitsbefund ärztlicherseits übersehen werden kann, ist deshalb viel geringer als bei der Großaufnahme. ’ Es werden also eher zuviel als zu wenig Krankheitsverdächtige herausgefunden. Deshalb ist das Röntgenfchirmbild in der vom Verfasser entwickelten Technik als Massensuchverfahren ganz besonders geeignet. Seine Brauchbarkeit zum raschen Aufsuchen aller Tuberkuloseverdächtigen unter den Gesunden stand bald außer allem Zweifel. Darüber hinaus ermöglichte es noch eine Ueberprüfung auf alle anderen Krankheiten der Lungen und desHerzenS, so z. B. auf Staublunaenkrankheiten, auf Lungenkrebs und andere Geschwülste und auf Herzkrankheiten, und gcw somit der planmäßigen vorbeugenden Gesundhöits- sührung ein außerordentlich wertvolles Material in die Hand.
Das Verfahren wurde deshalb sofort nach dem Parteitag 1938 noch in größeren Werken für Beleg- fchaftsunterfuchungen eingesetzt. Es zeigt sich dabei, daß man zur reibungslosen Durchführung des Verfahrens eine besonders geschulte Truppe benötigt, welche die technische Anwendung des j Röntgenreihenbildners so beherrscht, daß sie auch in der Massenherstellung (300 bis 400 Ausnahmen! in der Stunde) ohne Ausnahme brauchbare und saubere Röntgenbilder onfertigt, unb daß sie außerdem jede beliebige Störung, die nun einmal bei einem so empfindlichen Gerät, roie einem trans» variablen Röntgenreihenbildner bisweilen auftritt, ohne Hilfe fremder Ingenieure so rasch beheben
Deutsche koloniale Lehrjahre
Don Dr. Paul Rohrbach.
Generalangriff gegen die Tuberkulose
Von Dr. Hans Holselder, o. Professor an der Universität Frankfurt.
ders aber die ganz beginnenden Anfangsfälle der Tuberkulose, übersehen werden können.
Das in den letzten Jahren 'von - Janker, Kaestle u. a. entwickelte Verfahren der Photographie des auf dem Leuchtschirm entstehenden Röntgenbildes bot trotz anfänglicher Enttäuschung die einzige Aussicht für die befriedigende Lösung oieses Problems. Es ist das Verdienst des stellvertretenden Reichs- ärzteführers Dr. Blome, schon frühzeitig aus die Bedeutung des Röntgenschirmbildes hingewiesen zu haben. Der brasilianische Tuberkuloseforscher A b ■- reu hatte bereits 1937 mit Hilfe der Siemensvertretung in Rio eine annähernd brauchbare Apparatur für Röntgenreihenaufnahmen in kleinerem Umfang entwickelt. Der Berfaffer griff diesen Gedanken auf und verbesserte das Verfahren hinsichtlich seiner qualitativen und quantitativen Leistungsfähigkeit so weit, daß es für den Masseneinsatz brauchbar wurde. Der vom Verfasser entwickelte Röntgen reihen- bildner wurde erstmalig auf dem Reichsparteitag im September 1938 zum Großeinsatz gebracht. Innerhalb von 6 Tagen wurden über 10 000 yf= Männer mit dem Röntgenreihenbildner ausgenommen. Das Ergebnis entsprach ganz den theoretischen Erwartungen auf Grund unserer Erkenntnis des Krankheitsgeschehens der Lungentuberkulose und war auch in technischer Hinsicht ein voller Erfolg.
erfüllen.
Die Chartered Companies — Charter bedeutet das urkundliche Privileg — find ihrem Ursprung nach ein englisches und holländisches Kolonialsystem. Britisch- und Niederländisch-Jndien sind auf diese Weise entstanden. Das 17. und 18. Jahrhundert war die Blütezeit dieser Gesellschaften, die in besonders guten Jahren eine Dividende verteilen konnten, die großer war, als das von den Anteilseignern eingezahlte Kapital. Die Holländisch-Ost- indische Compagnie erlosch mit der zeitweiligen Besetzung der holländischen Kolonien in Indien durch En-gland während der Napoleonischen Kriege; die Britisch-Ostindische erhielt ihr Privileg zum letztenmal 1833 erneuert und wurde nach dem großen Eingeborenenaufstand von 1858 aufgehoben.
Auch die neue Epoche der englischen Kolonialpolitik im Zeitalter des Imperialismus und der Aufteilung Afrikas begann mit dem alten System. 1886 erhielt die „Royal Niger Company" das Recht, im Nigeraebiet Verträge mit einheimischen Herrschern zu schließen, Zolle zu erheben und Handel zu treiben, wofür sie die Erschließungs- und Verwal- tungsausgaben zu tragen hatte. Ungefähr um dieselbe Zeit wurde Rhodesien der „Britisch-Südafrikanischen Gesellschaft" unter ähnlichen Bedingungen anvertraut. Beide Gesellschaften haben kein langes Leben gehabt: sie gaben gegen große Entschädigungen ihren Charter zurück, und die Gebiete wurden Kronkolonien.
Nachdem durch die Tättgkeit von Carl Peters in Ostafrika die Grundlage der deutschen Schutzherrschaft gelegt worden war, erhielt durch einen Vertrag zwischen dem Reich und der Deutsch-O ft- afrikanischen Gesellschaft diese zunächst die Verwaltung des Küstengebiets einschließlich der Zvlleinnahmen. Mit diesen sollten die Unkosten der kolonialwirtschaftlichen Aufschließung bestritten werden. In Südwestafrika mußte der Schöpfer dieser Kolonie, August Lüderitz, sehr bald einsehen, daß die Aufgaben seine Mittel überstiegen. Auch seine Rechtsnachfolgerin, die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika, scheiterte schon nach wenigen Jahren am Widerstand der Eingeborenen. 1889 mußte das Reich eingreb sen und die erste, vorläufig noch sehr kleine Schutztruppe entsenden. In Ostafrika fegte ein Araber- aufstand fast alle Stationen der Ostafrikanischen Gesellschaft hinweg. Nur Daressalam und Baga- moyo konnten durch die Kanonen der davorliegenden deutschen Kriegsschiffe gehalten werden. Um die Kolonie zu retten, wurde Hermann von W i ß m a nm , der sich feine afrikanischen Sporen im Kongogebiet verdient hatte, vom Reich mit der Unterdrückung der Rebellion beauftragt. Es kostete lange Vorbereitungen, bis eine farbige Schutz- tnippe, die anfangs aus Sudanesen bestand, ange- worben, nach Ostafrika gebracht und kriegstüchtig formiert war. Am 8. Mai 1889 wurde das befestigte Lager des Araberführers Buschin bei Bagamoyo erstürmt, und ein Jahr später konnten auch die südlichen Häfen wieder besetzt werden.
Am 1. Juli 1890 wurde der Sansibar-Hel- goland- Vertrag zwischen Deutschland und England geschlossen, der den Engländern die wichtigen Inseln Sansibar und Pemba, Witu-Land an der Küste der heutigen Kenyakolonie und Uganda Überließ, wofür England Helgoland abtrat und die deutsche Herrschaft in Ostafrika bis an die großen Seen anerkannte. Das letztere Zugeständnis bedeu-
Robert Koch hat die Seuchennatur der Tuberkulose endgülttg bewiesen und die damals besonders hartnäckig von ßumiere in Paris vertretene Lehre von der Tuberkulose als Erbkrankheit widerlegt. Während man aber bei jeder anderen Infektionskrankheit durch mehr ober weniger alarmierende Krankheitserscheinungen schon bei Beginn der Erkrankung rasch und zwingend auf das Auftreten der Krankheit im Einzelfall und auf ihre Ausbreitung innerhalb der Gemeinschaft aufmerksam gemacht wird, verläuft „ber weiße Tod" meist monate» und jahrelang ohne erkennbare Krankheitszeichen, ja oft ohne jede Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Erft das R ö n t g e n b i l d hat der wissenschaftlichen Erkenntnis und der praktischen Heilkunde die Anfänge her Lungentuberkulose ausgezeigt. Im Laufe zweier Jahrzehnte sind die Erkenntnisse über Natur und Verlaus ber Lungentuberkulose so weit gefestigt worden, daß wir heute wissen: „Nur das Röntgenlicht kann die Anfänge der Lungentuberkulose finden". Man muß also mit dem Röntgen- licht bei ben gesunden Menschen suchen, damit man die Quellen ber Krankheit rechtzei-
Der 1. Januar 1941 ist ein F o l o n i a la e« schichtlicher Gedenktag eigner Art. D fünfzig Jahren, am 1. Januar 1891, wurde in Deutsch-Oftafrika statt der Flagge der „Deutsch- Ostafrikanischen Gesellschaft" die Reichsflaage gehißt, und das bedeutete das Ende der von Bismarck zu Beginn der deutschen Kolonialpolitik fest- gehattenen Idee, nicht das Reich direkt, sondern prioiligierte Gesellschaften, nach dem Muster der englischen Chartered Companies, das koloniale Risiko und die kolonialen Erschließungskosten tragen und sie dafür ihre Gewinne einheimsen zu lassen. Auch die koloniale Nutzung von Südwestafrika war anfangs fo gedacht, doch war die „Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika" ebenso wenig wie die Deutsch-Ostafrikanische im Stande, die Aufgaben, um die es sich handelte, zu
kann, daß etwa bestellte Personenkreise nicht wegen einer Betriebsstörung unverrichteter Sache nach Hause geschickt werden müssen. Eine solche technische Spezialtruppe bildete sich der Verfasser aus der Reihe seiner ---Männer heran und so entstand der Röntgen st urmbann ^-Führungs-Hauptamt, der heute dem Reichsgesundheitsführer Staatssekretär Dr. E ö n t i als wirksame Waffe für einen Generalangriff gegen die Tuberkulose zur Verfügung steht. ,
Im März 1939 wurden die Anfänge dieser Truppe erstmalig zur Erstellung eines Dolksrönt- genfatafters im G.a u Mecklenburg eingesetzt. Innerhalb von vier Monaten wurden 650 000 Röntgenaufnahmen der Bevölkerung Mecklenburgs erstellt. Auch dieser Großversuch war trotz einer Reihe von technischen Ansangsschwierigkeiten durch den restlosen Einsatz der NSDAP, unter Führung von Gauleiter Reichsstatthalter Hildebrand zu einem vollen Erfolge geworden. Die Erfahrungen hatten aber gezeigt, daß aus vielfachen Gründen eine noch raschere Durchführung einer solchen Bevölkerungsuntersuchung, d. h. der Einsatz einer noch größeren Zahl von Geräten in einem Gau erforderlich ist. Der Erfolg einer solchen Untersuchung wird erst vollständig, wenn die Untersuchung statt in 4 bis 6 Monaten innerhalb von 8 bis 14 Tagen durchgeführt werden kann. Eine solche schlagartige Durchführung der Röntgenreihenaufnahme hat nicht nur den Vorteil einer umfassenderen Seuchenbekämp-, fung, weil dadurch die Lücke der stets vorhandenen Wanderungsbewegung der Bevölkerung während eines längeren Zeitraumes vermioden wird, sondern auch den Vorteil, daß durch schlagartigen Einsatz des gesamten Partei- und Propagandaapparates die Bevölkerung viel leichter vollständig ersaßt werden kann. Die Durchführung der Untersuchung über einen längeren Zeitraum führt dagegen zwangsläufig zu einer Erlahmung des Interesses der Bevölkerung und zu einer Abstumpfung der Propaganda, vor allen Dingen geht aber auch der vom Standpunkt ber Seuchenbekämpfung so wichtige Vorteil des schlagartigen Einsatzes verloren.
Jedoch brachten es die Kriegsverhältnisse mit sich, daß der Vorteil des schlagartigen Einsatzes aus äußeren Gründen noch nicht voll ausgenützt werden konnte. Trotzdem wurde von der Reichsgesund- heitssührung auf die Weiterführung und den Aus- bau des einmal ernrobten Verfahrens nicht ver-
Die Lungentuberkulose ist auch heute noch die Seuche mit der größten Sterblichkeit. Sie steht in dieser Hinsicht der Pest nicht nach, aber te verläuft im Gegensatz zur Pest-nicht in furchtbaren, alles nteberraffenben Wellen, sondern schleim chend und so langsam, daß weder der Gang der Ansteckung noch die ganze Tragik und Schwere die- er Volksseuche ohne weiteres erkennbar wird. (Vgl. Adolf Hitler: Mein Kamps.)
Die Geschichte der Medizin lehrt, daß die Menschheit immer bann einer Seuche Herr wurde, wenn sie an die Bekämpfung derselben planmäßig, allumfassend und mit aller Energie heranging, und wenn die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für einen solchen Totalangriff bereits erarbeitet waren.
tete praktisch sehr wenig, da England im Seen- gebiet noch gar nicht Fuß gefaßt hatte. Um so be- riebigter war man in London, das wichtige Uganda zu behalten, wo Carl Peters der deutschen Schutz- ;errschaft umsonst vorgearbeitet hatte!
Der Verzicht der Deutsch-Ostafrikanischen Gesell- chaft aus den größten Teil ihrer Rechte — sie Der» tanb es immerhin noch, bedeutende Vorteile zu wahren — war nach Lage der Dinge eine Selbstverständlichkeit. Die „kapitalistischen" Anfänge der deutschen Kolonialpolitik waren damit liquidiert. Daß die Südwestafrikanische Kolonial-gesellschaft, obwohl sie nichts geleistet hat und nichts leisten konnte, noch größere Vorrechte behielt, als die Ostafrikanische, ist dem Reich später teuer zu stehen gekommen.
Die Hissung der Reichsflagge in Ostafrika am 1. Januar 1891 setzte den Schlußpunkt unter die kurzen Jahre eines kolonialpolitischen Irrwegs. Bismarcks Hauptmotiv bei. dem von ihm zuerst ins Auge gefaßten System war ber Wunsch, ben vor-
Geburtstag meines Sohnes.
23c n Ernst Leyda
Weiß Gott, welch' gütige Nome mich gerade zum ersten Geburtstag meines Sohnes nach Hause entließ, zum allerersten Geburtstag.
schon Verständnis haben, beftimmt hat er's, mein Sohn.
Nun ratterte der Zug, der Landser fuhr erschrocken hoch, er packte Beutel, Koppel und Gas- maste, er vergaß alle Pläne, er rannte der Straßenbahn nach, (prang' im Fahren ab und schrie schon auf der Treppe: „Da bin ich."
Er schlief schon. Ich,durfte nur zur Türe hineinsehen, erst am anderen Morgen sah ich ihn.
Mutter hatte alles besorgt. Auf dem Tisch stand ein kleiner blauer Kranz aus Holz mit ausgemal- ten weißen Blüten. Darin steckte eine dünne Kerze, das war' die Jahreskerze, und in der Mitte stand eine dicke Kerze, darauf war schräg geschrieben: „Dem lieben ©eburtstogstinbe."
Dies ist das Lebenslicht! sagte die Mutter.
Auf ben Tisch legte sie ein Album mit allen Bildern, die sie von unserem Sohn ausgenommen und eingeklebt hatte. N'ben jedem Bilde standen ein paar Zeilen, mehr für den Landser und die Erinnerung als rür das Kind. Alles war so, daß die Mutter viele Tage aus dem Leben unseres Jungen ausgeschrieben hatte, Tage, die der Vater nicht hatte erleben können.
Der Landser legte eine Tasel Schokolade daneben, mehr hatte er nicht. Mutter holte „Unseren", so nennen wir ihn in ben Briefen, wenn wir uns von ihm erzählen. Er hatte für niemanden Augen, er sah nur das Licht, machte ein Mäulchen, dem sich ein staunendes „Oh" entrang.
Mutter sagte: „Nun mußt du die Lichter aus- blasen, Junge!"
Er konnte es noch nicht. Wir übten lange mit ihm. doch er verstand es noch nicht. Ich blies selber die Kerzen aus, er sagte wieder staunend: „Oh".
Dann setzten wir uns an ben Tisch, er auf Mutters Schoß, wir feierten feinen Geburtstag.
In Willy Schmidt-Gentners Musik bildet!g^n ovr einem ■ouyi die Weife vom lieben Augustin das Leitmotiv; sie ich mehr als sie ... ,;u singen und die Dolksfigur des Bänkelsängers lebendig zu machen, war niemand geeigneter als Paul Hörbiger, dessen bodenständiges. Oester- ... ............ .........._
reichertum und dessen angeborene Musikalität die '^worden.
wesentlichsten Voraussetzungen einer solchen Rolle um ung @Iücf wün-
Jinb; die aus f'elen früheren Filmen erinnerlichen hätten es gleich gewußt, es hatte
Tone gemütvoller Liebenswürdigkeit, deren Hör- ' ^den können. Wir aber lächelten
biger wie wenige fähig ist, werden hier uberiptelt glücklich.
vom härteren Klang revolutionärer Anklage und ~ ~ ratterte
sozialen Selbstbewußtseins, das gegen kaiserlichen \ ' ’ £ . . . . o .
Prunk und höfische Schwelgerei unbekümmert seine! Bald mußte der Vater fort und wurde ein Land- Stimme erhebt. - Ihm gegenüber steht Michael ser, zu Hause wäre er lieber gewesen, mein Gott, B o h n e n im vollen Glanz und der schönen Selbst-; dieser Wunsch ist doch verständlich, er war ja schließ- herrlichkeit einer Barockmajestät in Spitzenkleid unbJid) jung verheiratet und Dater Oft hatte er m Allonaeperücke. - Hilde W e i ß n e r st die hübsche, den ersten Tagen über das Bettchen gebeugt ge» aber launenhafte, kalte und rachsüchtia? Polsterkatz > standen, er war beim zartesten .Schrei^zurn Arzt und Giftmischerin de Dalais. Richard Romanowski als Hofkoch, Maria A n d e r g a st als Augustins „guter Geist" Mariandl und Anton P o i n t n e r als Oberhofmeister Graf Sinzendorf feien vom Ensemble noch genannt —


