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rotfs der Demokratie heranzuziehen suchte, nur Symptome für die geistige Gesamtkrise, in der sich das demokratische System, der angebliche Sieger des Weltkrieges befand. Em solches Suchen nach einzelnen Schuldgründen für das Versagen eines Gesamtsystems ist uns aus der Geschichte nicht unbekannt. Auch bei dem Vorgehen der abso­luten Staaten gegen das revolutionäre Frankreich von 1789 hat man einstmals die Schuldmoments, auf Grund derer die militärisch bei weitem über« legene Macht der Koalitionsarmeen praktisch nicht weiterkam und den Revolutionsarmeen das Feld überließ, im einzelnen genau zu ergründen und festzustellen versucht. Reben denWitterungsver­hältnissen" und dem Mangel an geeigneterRah- rang" sollte insbesondere das langsame und« gernbe Vorgehen des Herzogs von Braunschweig- Lüneburg, des Oberkommandierenden der verbün­deten Armeen, die entscheidende Ursache dafür ge­wesen sein, daß sich der Herzog nur zu der be­rühmt gewordenen Kanonade von Dalmy, nicht aber zum Angriff entschließen konnte. In Wirklichkeit war diese langsame und zögernde Tak­tik nichts anderes als der militärische Ausdruck dafür, daß der Herzog nicht mehr an den Sinn des politischen Unternehmens glaubte. Ihm fehlte ein klar vor Augen stehen­des Kampfziel und die innere Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Richtigkeit des Kampfes, den er führen sollte. Deshalb schwankte er und vermochte sich nicht zu einem wirklich durchgreifen­den Vorgehen zu entschließen. Aus diesem Grunde versagte das ganze Unternehmen.

Der Glaube an das automatische Weiterfunttio- meren von Ideen, die einstmals innere Kraft be­sessen hatten, erwies sich damals in jeder Hinsicht als trügerisch. Die damaligen Geschehnisse vermöaen wir heute unter dem unmittelbaren Eindruck oer Ereignisse der letzten Jahr in ganz anderer Weise zu beurteilen, als es die bisherige Geschichtsschrei- oung vermochte. Wurde doch wieder vor aller Augen deutlich, wie wenig die Berufung auf über­kommene Ideen nützt, wenn die ihre innere IT ra gkra ft verloren haben. Ein wirklicher

Einsatz ist eben immer nur bann möglich, wenn d i e Gewißheit einer Idee die innere Kraft zum Handeln gibt. Dieses Bewußtsein war in Frank­reichs politischer und militärischer Führung gegen­über den deutsAen Aktionen nicht vorhanden, es fehlte im ganzen französischen Volke.

Im Gegenteil: bei denjenigen, die den Weltkrieg mitgemacht und ebenfalls auf eine innere Erneue­rung Frankreichs warteten, zeigte sich die unver­hohlene Bewunderung für das Handeln Deutschlands unter einem Frontsoldaten als Führer von der Gröhe Adolf Hitlers. Welche Areale konnte die französische Regierung dem nationalsozialisti- schen Deutschland entgegenstellen? Etwa bie ver­blichenen Ideen von 1789? Wenn im Weltkrieg hier und da noch ein gewisser Glaube an die Kraft dieser Ideen vorhanden gewesen sein mag, jetzt war er verschwunden. Für welche Ideale sollte man daher den klaren und eindeutigen Forderungen Deutsch­lands gegenüber das Volk zu den Waffen rufen? Kennzeichnend erklärt Andrö Tardieu, indem er an die Situation von 1789 anknüpft:Die öf­fentliche Meinung ist (heute) den Ereignissen (in Europa) mit einer erschreckenden Passivität gefolgt. Man vergleicht oft die Situation von 1789 mit der unfrigen. Das Frankreich von damals zeichnet sich in feinen führenden Schichten durch eine ganz an­dere innere Kraft aus." Heute beherrsche die öffent­liche Meinung in Frankreich das Problem der Lohne, der Pensionen, der Schulden, die Kurse der Börsen und die Preisgestaltung, dagegen keine Ideen, keine Gefühle und keine Leidenschaften. Und da« ift in der Tat der entscheidende Gesichtspunkt.

Welche Bedeutung die Kraft der Ideen und die weltanschauliche Ueberlegenheit in außenpolitischer Beziehung besitzt, ist den Völkern im 20. Jahrhun­dert sehr deutlich von Deutschland während der letz­ten Jahre vor Augen geführt worden. Die deutschen Truppen marschierten im Rheinland als Träger einer Idee ein. Hinter ihnen stand ein in­nerlich geeintes Volk, das seine Sklaven- fetten nicht länger ertragen wollte und bereit war, das Letzte zu wagen. Oesterreich schloß sich dem Deutschen Reiche an, weil die völkische Idee des 20. Jahrhunderts eine stärkere innere Kraft be­faß als die parlamentarisch-demokratischen Ideen von 1789, auf denen die österreichische System- , regterung gegründet war. Der Anschluß der Su- betenbeutfd^n erfolgte, weil eben diese völkische Idee wiederum über den künstlichen Schranken der im Versailler Diktat aufgerichteten Grenzpfähle trium­phierte. Die Abstimmungen bewiesen es. Die Stimme des Blutes erwachte; in diesen Tagen voll­zieht sich die Revolutionierung in den letzten Ge­bieten Europas.

Diese nach rein demokratischen Prinzipien durch- gefuhrten Abstimmungen sollten auf einmal keinen Wert und keine Beweiskraft vor der Welt besitzen. Es feien keine demokratischen Abstimmungen, so er­klärte man jetzt. Sie sollten deshalb nicht mehr gelten, weil Deutschland das Verbrechen begangen hatte, die Menschen mit Ideen zu erfüllen, die bann im Ergebnis auf demokratische Weise aller­dings zu für die westlichen Demokratien höchst ab­träglichen Erfolgen führten. Gerade Frankreich hätte derartige Argumente nicht benutzen dürfen, da es hi feinem Kampf gegen den Absolutismus nichts anderes getan hatte, als die Menschen mit neuen Ideen zu erfüllen. Auf dieser Basis, ver­bunden mit demokratischen Abstimmungen, hatte es feine damals revolutionären Ideen allenthalben bei den Völkern durchgefetzt.

Das heutige Großdeutschland ist so auf dem Wege , über eine völlige Umgestaltung ber tra­ge n b e n weltanschaulichen Basis von I Mitteleuropa entftanben. Die westlichen De­mokratien und insbesondere Frankreich als Garant für bie bemokratische Ordnung in Mitteleuropa sahen allerdings darin nichts anderes alsdas Er­gebnis unzähliger diplomatischer Irrtümer, die von 1924 bis 1936 dazu bei getragen haben, das Deutsch­tum zu stärken ... Irrtümer, die bezahlt werden mußten, und zwar teuer". Sie sprachen, wenn t sie die Verhältnisse in Europa und die Rolle ' Deuffchlands betrachteten, nur von Macht, brutaler Gewalt und einer faszinierenden Hypnose, von einer |Politik der Eroberung", die hier zum Erfolge geführt habe. Sie verkannten dabei, daß es sich um einen Aufbruch völlig neuer Gestal- tungsfräfte handelte, die durch die ihnen I innewohnende Schwerkraft wirkten und eine Neu­ordnung Europas in derselben Weise vornahmen, wie sie einstmals auf Grund der Schwerkraft der Ideen der französischen Revolution vorgenommen wurde. Die Ereignisse der letzten Jahre und die Veränderungen auf der Landkarte Europas find heute ebensolche Zeugnisse dafür, daß es mit ber demokratischen Missionsidee" z u E n b e ist, wie die Veränderungen auf ber Landkarte des 19. Jahr­hunderts dereinst Zeugnis von der Kraft dieser Mifsionsidee ablegten.

Aus dem Gleich.

Oer neue LehrernachwuS.

Am 1. Mai rückte ein neuer, über 5000 Köpfe tarier Jahrgang von 14jährigen Jungen und Mäd­chen, die aus den zu Ostern von der Volksschule Entlassenen ausgewählt sind, in die Lehrerbil­dungsanstalten ein. Diese liegen etwa 3ur Hülste in denselben Orten, die bisher die Aufbaulehr- gänge und die Hochschulen für Lehrerbildung be­herbergten. Zur anderen Hälfte sind sie neu er­richtet worden. In einem fünfjährigen Ausbil­dungslehrgang werden hier die Jungen und Mäd­chen zur ersten Lehrerprüfung hingeführt. Gegen­über bisher (vier Jahre Aufoaulehrgang, der mit einer dem Abitur gleichwertiaen Prüfung abfchloh, plus zwei Jahre Hochschule für Lehrerbildung) ist also die Ausbildung des Dolksfchullehrers um ein Jahr verkürzt; diese Kürzung wird ohne Schaden für die Ausbildung ermöglicht durch die Gemeinschaftserziehung. Die Anstalten sind nach Geschlechtern getrennt, dies erftreeft sich auch auf die Erzieherschaft, so daß an den Lehrerinnen­bildungsanstalten nur Frauen tätig sind. Nach dem in den Aufbaulehrgängen schon bewährten Muster wird die Erzieherschaft in der Gestaltung des Ge­meinschaftslebens entlastet durch ein System ber Selbstfuhrung. Unterkunft, Bekleidung und Er­ziehung, ärztliche Betreuung, Kranken- und Un­allfürsorge werden kostenlos gestellt, nur die El­tern, die dazu in der Lage sind, zahlen Beiträge, die von RM. 20 bis 40 gestaffelt sind. Auch die Lern- und Lehrmittel sind frei, und die bedürftigen Jungmann en und Jungmaiden können für die Ferienfahrten nach Hause Zuschüsse erhalten; außer­dem steht allen ein monatliches Taschengeld von 8 RM zu.

Der Unterricht ist in den ersten Jahren allgemein­bildender, später berufsbildender Natur. Der all­gemeinbildende Unterricht unterscheidet sich von den Oberschulen und Gymnasien durch seine Ausrich­tung auf die Aufgaben des künftigen Lehrers. Die deutfchkundlichen Fächer werden bevorzugt, und es wird nur eine Fremdsprache (Englisch) gelehrt. Für die allgemeinbildenden Fächer sind in der Haupt­sache ausgesuchte Studienräte eingesetzt, für die be­rufspraktische Ausbildung bewährte Dolksschullehrer und die Dozenten der' früheren Hochschulen für Lehrerbildung. Auch nach der ersten Lehrerprüfung werden die Schulamtsanwärter (-innen) von der Lehrerbildungsanstalt noch ein Jahr lang in ihrer berufsfachlichen Ausbildung gefördert.

Wirtschaft und Schule.

Zu der in Aussicht genommenen Einführung der Hauptschule im gesamten Reichsgebiet erklärt der Schulausschuß der Reichswirtschaftskammer, daß die Volksschule, aus ber die Massen des in das Berufsleben einftrömenben Nachwuchses tarnen, in ihren Leistungen keineswegs sinken dürfe. Sie müsse als selbständiges Schulsystem unter selbstän­diger Leitung erhalten bleiben. Dem Aufstieg be­gabter Volksschüler, die die Volksschule erfolgreich durchlaufen hätten, in weiterführende Schulen und im Berufsleben dürften keine unüberwindliche Schranken gesetzt werben. Die sechsstufige selbstän- btge Mittelschule habe sich bewährt. Es sei dankbar zu begrüßen, wenn im Sinne ber Begab- tenförberung die Hauptschule vier schulgevd- freie Pflichtjahre vorsehe. In diiesen vier Jahren könne aber nicht das Schulziel der Mittelschule er­reicht werden. Die Wirtschaft setze sich daher dafür ein, daß auf die Hauptschule zwei freiwillige Aufbauklafsen aufgesetzt würden, die zum Lehrziel der sechsstufigen grundständigen Mittel­schule führten. Ferner solle ernstlich geprüft wer­den, ob nicht die Arbeit der höheren Schule als Schule der künftigen Träger der geistigen Be­rufe wieder mehr vertieft werden könne, wenn man ihr das neunte Schuljahr wieder- gebe. Die Forderung, daß man der Jugend den kürzesten Weg zum Beruf eröffnen soll, sei im Grundsatz berechtigt. Jedoch dürfe ihre Erfüllung nicht durch eine Verschlechterung der Unterrichts­ergebnisse erkauft werden, insbesondere nicht bei den jungen Leuten, die dem akademischen Studium zustrebten und später einmal die vorwiegend geiftig schaffende Führerschicht bilden sollten

AerstärkteUmstellung auf leichteWagen und Motorfahrräder.

Die Derkehrsbehörden wurden angewiesen, durch Umlagerung des Verkehrs die Voraussetzungen für weitere Kraft st offeinsparungen im zivilen Kraftverkehr zu schaffen. Es soll eine wei­tere Herabsetzung der zugelassenen Kraftwagen und Krafträder angestrebt und bei mißbräuchlicher Benutzung durch Ent- winkelung eingefchritten werden. Ständig ist zu überwachen, ob die Voraussetzungen für die Wei­terbenutzung noch vorliegen. Bei den jetzt zuge- laffenen Personenkraftwagen handelt es sich zum großen Teil um mittelschwere Wagen. Die Um­stellung auf Kleinfahrzeuge soll ange- strebt und notfalls erzwungen werden. Wenn der Kraftfahrzeughalter regelmäßig nur allein und mit geringem Gepäck fährt, wird eine Umstellung auf ein Motorfahrrad (Leichtkraftrad mit Tret­kurbel) geboten sein. Motorfahrräder sind aus­reichend verfügbar.

Erholungsurlaub im öffentlichen Dienst

Die Kriegslage erfordert auch im Bereich ber Zivilbehörden die restlose Anspannung aller Ar­beitskräfte, um ein Höchstmaß an Leistungen zu erreichen. Der Reichsinnenminister und der Reichs­finanzminister haben deshalb für den gesamten Bereich der öffentlichen Verwaltung bestimmt, daß den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Be­hörden, Gemeinden usw. bis zum 30. Sep­tember Erholungsurlaub insgesamt nur b i s zur Dauer , d o n drei Wochen bewilligt werden darf.

Land- und hauswirtschastliche Tätigkeit wird durch Kinderbeihilfen gefördert.

Die Kinderbeihilfen des Reiches werden an sich nur für Kinder gewährt, die zum Haushalt .ber Eltern gehören. Zur Sicherung des Be­darfs an Arbeitskräften in der Land- und Forstwirtschaft und in der Hauswirtschaft hat ber Reichsfinanzminister angeorbnet, baß Kinder- beihilfe für Kinder, bie in ber Land- oder Forst­wirtschaft . arbeiten ober die in ber Hauswirtschaft als Hausgehilfinnen tätig sinb, ben Eltern auch dann gewährt werden kann, wenn das Kind nicht mehr zum Haushalt der Eltern gehört. Die an­deren Voraussetzungen müssen jedoch gegeben fein.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach, mittags geschloffen.

wurde immer mehr Äw/fcrf getrunken, als anderswo!

Schon 1935, 1936 und 1937 als es noch genug Bohnenkaffee gab wurde in der großen Kaffeestadt Hamburg mehr J^ornfranck getrunken als irgendein an­deres deutsches Kaffeegetränk.

Die Hamburger Küche ist berühmt. Ihre Suppen und Soßen sind Meisterstücke der Kochkunst, besser gesagt: der Mischkunst. Dehn auf das Mi­schen kommt es an. Nadi dem Gemischten, und zwar nach dem richtig Gemischten verlangen ja

die Menschen nicht nur in Hamburg! Ob sie essen oder trinken, richtig Gemischtes schmeckt immer und überall, auch in der Kaffeetasse, natürlich!

Deshalb wird auch so viel Jfornfrnncfi getrunken. Der ist richtig gemischt! Der ist so abgestimmt, so rund und gediegen, wie nach unserer Erfahrung ein Kaffee­getränk sein soll, das man Tag für Tag gern trinken will.

Berlin, Ludwigsburg. Linz, Komolou. Halle. Neuk. Danifg