letzte Hoffnung ist, und wenn sich alle anderen Völker wohlweislich aufs äußerste zurückhalten, dann kann in keinem englischen Klub mehr eine Wette über einen englischen Erfolg aufgelegt werden.
In der Tat werden die englischen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der eigenen Etappe im gleichen Ausmaß geringer, je größer die polittfche Atemnot Englands wird, die eine lange Ausdehnung der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Etappenlinien nicht mehr erlaubt. England war bis in diesen Krieg hinein gewöhnt, ganz Europa als Aufmarsch- und Kampfgebiet anzusehen. Der letzte Rest dieser zeitlich völlig überholten Anschauungsweise drehte sich um den Balkan. Als die englischen Hoffnungen" dort ebenfalls zusammenbrachen, sollte Nordafrika das Ziel aller englischen Spekulationen sein. Und jetzt — bereiten englische Blätter die Oeffentlichkeit bereits schonend darauf vor, daß weder der Balkan, noch Nordafrika, sondern die britischen Reichsgebiete im Pazifik und im Fernen Osten die stützende Etappe für den weiteren Kampf seien. Das heißt also, das englische Publikum wird für alle Fälle mit der Möglichkeit vertraut gemacht, daß selbst der Suez-Kanal nicht mehr das A und 0 der englischen Kriegspolitit ist. Daß der Hinweis auf das pazifische Reich Englands nichts als ein neuer Täuschungstrick Churchills im alten Gewände ist, geht ja schon aus der Tatsache hervor, daß
Genf, 3.2Hai. (DJIB. Aunkspnrch.) Heber die Lage im Irak wußte der Londoner Nachrichtendienst am Freitagabend zu berichten, daß sie „eine gewisse Spannung“ erfahren habe. Die Regierung vom Irak habe, so sagt der Londoner Nachrichtendienst, den Flughafen Habbaniyah durch Truppen einschliehen lasten. Dem Ersuchen der britischen Regierung auf Zurücknahme dieser Truppen soll die irakische Regierung bisher nicht entsprochen haben.
Nach einer weiteren Meldung des Londoner Nachrichtendienstes soll die irakische Artillerie am Freitag das Feuer auf einen Flugplatz eröffnet haben. Dazu berichtet Reuter ergänzend, daß die britischen Truppen das 5-euer erwidert hätten. Die Kämpfe hätten den ganzen Tag über angedauert und würden fortgesetzt. Nach einer Sendung des Radio Levanl sind in der Gegend des Flughafens habbaniyah zwi- fchen irakischen und britischen Truppen Kämpfe Im Gange.
Nach einem offiziellen irakischen Kommunique find auf dem Flugplatz habbaniyah am Boden fünf britische Flugzeuge zerstört worden. 3m Laufe des Freitag wurden insgesamt 26 britische F lugzeuge vernichtet. Irakische Flieger warfen über dem Flugplatz habbaniyah 30 Tonnen Bomben ab. Ein Versuch motorischer britischer Abteilungen, den Posten Roufba und den dazu gehörigen Flugplatz, den westlichsten Iraks, in gleicher Entfernung von der Grenze Syriens, Transjordaniens und Saudi-Arabiens, mit Gewalt zu besehen, wurde vereitelt. Auf dem Kampfplatz blieben mehrere zerstörte britische Tanks zurück.
Oie Ursache des Konflikts.
Ankara, 2. Mai. (DNB.) Nach Meldungen aus Bagdad traf am 30. April ein neues starkes Kontingent englischer Truppen aus Indien im Hafen von Basra ein und wurde an Land gefetzt, bevor noch die nötigen Formalitäten mit der Ira-k- Regierung erledigt waren, wie sie durch das zwischen dem Irak und England bestehende Protokoll vorgesehen sind. Verhandlungen wurden zwischen der irakischen Regierung und der englfichen Botschaft in Bagdad eingeleitet. Die Regierung des Irak besteht darauf, daß neue englische Truppenteile erst dann den Boden des Irak betreten dürfen, wenn die zuerst gelandeten Truppen das Land in anderer Richtung v e r l a s s e n haben. Die irakische Regierung beruft sich auf den Vertrag vom Mui 1940 und das Uebereinkommen vom Juni 1940, nach dem den Engländern im Kriegsfälle ledig- l i ch ein Durchmarschrecht zugestanden wird. In einem Aufruf an das irakische Volk verfügte
Stockholm, 2. Mai. (Europapreß.) Aus der schon mitgeteilten Regierungsumbildung schließt man in London vor allem auf eine Unzufriedenheit mit dem bisherigen Tempo dcr Flugzeugproduktion und auf die Absicht, sich noch stärker auf das Tronsport- problem zu konzentrieren. Der neue Minister für Flugzeugproduktion, der an die Stelle des zum Minister ohne Portefeuille ernannten Zeitungsmagnaten Lord Beaverbrook tritt, Oberstleutnant Moore Brabazon, bekleidete bisher den Posten des Transportministers. In der Person des neuen Transport - und Schiff- fahrtsminifters Leathers sind künftig beide Ministerien vereint. Eine völlige Fusion beider Ministerien ist geplant, wobei das neue einheitliche Ministerium den Namen „Ministerium für Verbindungswege im Kriege" erhalten soll. Beide Ministerien wird Oberst Llewellyn im Parlament vertreten. Ronald C r o ß , der bisherige Schifffahrtsminister, scheidet aus dem Kabinett aus und wird zum Oberkommissar in Australien ernannt. Der neue Transport- und Schiffahrtsminister Leathers wurde gleichzeitig vom König mit dem Range eines Barons in den Adel erhoben. Gleichzeitig wurden er und fein parlamentariscyer Sekretär zu Mitgliedern des Kronrates ernannt.
Genf, 2. Mai. (DNB.) Ein Sonberbericbt- erftatter von Reuter, der mit den britischen Streitkräften aus Griechenland evakuiert wurde, gibt einen Bericht über seine Erlebnisse. In dem heißt es: „Jetzt kann ich erzählen, wie die britischen Empiretruppen aus Griechenland plötzlich zurückgezogen und in letzter Minute in Sicherheit gebracht wurden. Die übermenschlichen Anstrengungen der
englischer Krämergeist den rechtzeitigen Aufbau einer leistungsfähigen Industrie vor allem in Indien bis zum heutigen Tage verhindert hat. In London besieht man sich jetzt den doppelten Schaden: die vielfach zerrüttete Industrie in der Heimat und das Vexierbild der Kolonialindustrie, die man jetzt lieber heute als morgen aus dem Boden stampfen möchte.
Zu Beginn des Krieges bröckelte zuerst Stück um Stück der machtpoli tisch en Etappe Englands ab. Dann beschleunigte sich der Verlust bis zum Ausfall ganzer Länder und Ländergruppen. Heute muß man schon ganze Erdteile heranziehen, wenn man den Ausfall an machtpolitischen Etappen Englands erfassen will. Im gleichen Ausmaß ist die britische Atemnot weiter gestiegen. Aus den akuten Erscheinungen ist eine chronische Krankheit geworden, deren tödlichen Charakter niemand verkennen kann, der nicht gerade ein Finanzjude aus dem Kreise Roosevelts ist. Und selbst dort ist Englands tödliche Erkrankung noch Spekulationsobjekt insofern, als man sich dort plötzlich zu Erbschaftszwecken auf den angei^ , chen Verwandtschaftsgrad der bemo- kratl'icyen Seitenlinie beruft.
Es ist schließlich eine wohlverdiente Ironie des Schicksals, wenn England in dieser Gesamtsituation den verrufensten politischen Kurpfuscher an seinem Krankenlager hat, der ihm schon im Weltkriea zu solch schweren Aberläfsen wie Gallipoli verhalf.
Mmistenpräsident Ali el Kaylani die Mobilisierung des Jahrganges 1916 und aller Jahr- gange der Spezialtruppen. Die Regierung des Irak sei bestrebt gewesen, die Verpflichtungen ihres Vertrages mit England getreulich zu erfüllen und ha>be daher die Landung englischer Truppen in Basra gestattet, doch nur zum Durchmarsch durch den Irak. Wenn England diese Klausel mißachten sollte, sei die irakische Regierung gezwungen, Schutzmaßnahmen zu treffen, um die Rechte der Nation zu verteidigen. Don der Bevölkerung wird Ruhe verlangt und Vertrauen erwartet für den Sieg der gerechten Sache des Irak.
Dem englischen Botschafter in Bagdad wurde in sehr energischer Form die Forderung gestellt, daß diejenigen Truppenteile des ersten indischen Kontingents, das am 19. und 20. April in Basra aus» geschifft wurde und sich noch im Irak befindet, unverzüglich das Land in Richtung Palästina zuver - lassen hätten, gemäß den getroffenen Vereinbarungen. Weiter wurde dem Botschafter mitgeteilt, daß sich der Irak, wenn nötig mit Gewalt, einer zweiten Truppenlandung in Basra widersetzen wird, wenn sie erfolgt, ehe das erste Kontingent den Irak geräumt hat. Die irakische Regierung hat die wichtigsten Punkte des Landes verstärkt und hat die Flugplätze, die Verkehrsknotenpunkte und die Petroleumfelder besetzt. Wie es scheint, hat England nicht die Absicht, die vertraglichen Rechte des Irak zu respektieren, da der britische Botschafter in Bagdad beauftragt wurde, eine entsprechende Mitteilung der Irakregierung zu übergeben. Die in Basra angetommenen Truppen wurden gelandet und Maßnahmen ergriffen, um die englischen Frauen und Kinder aus dem irakischen Gebiet in Sicherheit zu bringen.
Oie Haltung der Türkei.
Ankara, 2. Mai. (DNB.) In Ankara verfolgt man die Ereignisse im Irak mit größter Aufmerk, samkeit. Man nimmt an, daß angesichts der britischen Haltung ein Konflikt unvermeid- l i ch scheint. Einern solchen Konflikt gegenüber scheint man entschlossen zu sein, die gleiche nicht- kriegführende Haltung zu bewahren wie gegenüber dem europäischen Konflikt.
Syrische Sympatb e für den Irak.
Beirut, 2. Mai. (DNB.) Mit fieberhafter Spannung verfolgt man in den syrischen Städten die irakischen Ereignisse. In Damaskus heißt es, daß der Verlauf der Dinge im Irak von größter Bedeutung für Syrien fei, denn das irakische Schicksal sei vom syrischen nicht zu trennen. Zahlreiche Sympathietelegramme sind aus Syrien an die irakische Regierung abgegangen. In Palästina halten sich zahlreiche Freiheitskämpfer bereit, um sich nach dem Irak zu begeben, falls die Entwicklung der Lage eine Unterstützung des Irak notwendig machen und die irakische Regierung einen Appell an die arabische Welt richten sollte.
Die Veränderungen innerhalb der englischen Regierung sind trotz 'einer Reihe früher umlaufender Gerüchte doch unerwartet gekommen, erfläit der Londoner Korrespondent von „Nya Dagligt Allehanda". Churchill sei der Kritik schon vor der großen Kriegsdebatte entgegengetreten. Die neuen Veränderungen hätten, wenn sie auch bedeutungsvoll seien, die Zusammensetzung des Kriegskabinetts unverändert gelassen. Beaverbrooks Beauftragung stelle einen völlig neuartigen Poften bar. Jedenfalls sei der Titel eines „Ministers of State" in England sehr lange nicht mehr verliehen worden. Die zukünftigen Taten und Unternebmunaen des Lord Beaverbrook seien mit dem gleichen Geheimnis wie seine neuesten Bombenflugzeugtypen umgeben. Keiner wisse nämlich richtig, worin seine neue Ausgabe bestehe. Der neue „Befehlshaber" im Kampf auf dem Atlantik, Leathers, fei ein auf politischem Gebiet bisher unbekannter Mann. Leathers sei Vorstandsmitglied von sechzig britischen, holländischen und französischen Unternehmungen! Die Ernennung des Obersten Moore Brabazon zum Nachfolger Lord Beaverbrooks werde als „besonders geschickte Wahl" betrachtet, da er als Autorität auf dem Gebiet des Flugwesens gelte.
Kriegsmarine haben mit Unterstützung der RAF. eine sehr erfolgreiche Räumung ermöglicht. Die Truppen, die viele Kilometer weit durch das Gebirge marschiert waren, um ihren Einschiftungsort zu erreichen, wurden von Schiffen der Kriegsmarine, Handelsfahrzeugen und Transport- flugzeugen längs der ganzen Ostküste Griechenlands aufgenomwk Don Sholkitz bis zmv Peloponnes
erreichten die Schifte zur genau vorgesehenen Zett die Küste, um ihre Aufgabe durchzuführen.
Ich machte die Evakuierung mit einem größeren Truppenverband in einem kleinen Hafen des Peloponnes mit, nachdem ich 24 wie ein Alpdruck auf mir lastende Stunden in einem Kornfeld unter Delbäumen gelagert hatte. Wir waren dauernd den Bomben und dem Ma schi- n e n gewehrfeuer deutscher Flugzeuge ausgesetzt. Viele meiner Kameraden hatten Dünkirchen mitgemacht. Ich hatte in der Nacht mit einem Lastwagenzug Athen verlassen, und unser Reiseziel durfte nicht bekanntgegeben werden. Als wir wie ein Gespensterzug auf Korinth zufuhren, wurde es mir klar, daß ein allgemeiner Rückzug im Gange war. Wir kamen an einer zwei Kilometer langen Kolonne britischer Infanterie vorbei, die völlig erschöpft ihrem Sammelpunkt zustrebte. In der Morgendämmerung kamen wir durch ein Dors hindurch, wo viele briUsche Lastautos am Straßenrand liegengeblieben waren und brannten, weil die Deutschen sie mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen hatten.
Wir rollten dem kleinen Hafen zu, wo wir in Empfang genommen werden sollten. Drei versenkte Schiffe versperrten den Hafen, und ein Munitionsdepot brannte heftig. Tausende von Soldaten trieben sich in der Hafengegend umher. Es war ihnen befohlen, sich in den Wäldern und Gräben zu verstecken, um sich für die Einschiffung bereit zu halten, die mitten in der N ach t vor sich gehen sollte. Den ganzen Tag über mußten wir ein furchtbares Bombardement b e r deutschen Luftwaffe aushal- ten, die die Anwesenheit größerer Truppenverbände geahnt zu haben schien. Zuerst beobachteten wir Stukas, die zunächst den Hafen mit Bomben belegten, und später richtete sich der ganze Angriff auf das Tal. Später kreisten deutsche Bomber über uns, ohne daß man ihnen Widerstand leistete, da wir unsere Flakgeschütze nicht einsetzen konnten, weil wir damit unsere Position zu verraten befürchteten. Ein Bomber warf eine ganze Reihe von Bomben in nur zwanzig Meter Entfernung von unserem Getreidefeld ab, wobei er eine ganze Anzahl von unseren Leuten tötete. Darauf kamen die Bomber tiefer herunter und belegten die Wälder und die Büsche längs der Straße systematisch mit Maschinengewehrfeuer. Sprengbomben sausten durch die Baumkronen und schlugen tiefe Löcher in den Erdboden um uns herum.
Als die Nacht hereinbrach, erhielten wir den Befehl, uns in Dreierreihen auf der Straße aufzu- ftellen und zum Hafen zu marschieren. Nach endlosem Warten kamen Barkassen angefahren, größere Trupp en ab teil trugen wurden von ihnen aufgenommen und zu den Truppentransportern gebracht, die draußen im Hafen lagen. Zusammen mit mindestens 5000 Soldaten kam ich an Bord eines Kriegsschiffes. Obwohl die Einschiffung in den Morgenstunden erfolgte, legten sich die erschöpften Leute überall in den Winkeln des Schiffes zum Schlafen hin. Am frühen Morgen kamen wir auf die hohe See hinaus und erhielten einen starken Geleitschutz durch Kreuzer und Zerstörer. Das Schiff war gepfropft voll. Gegen Mittag unternahmen feindliche Bomber Angriffe hn Sturzflug. Als wir im Hafen ankamen, machte bas Schiff sofort kehrt und holte neue Truppen ab.
Regierungsumbildung in Aegypten.
Mailand, 2. Mai. (Europapreß.) Nach einer Meldung der „Stampa" haben fünf parteilose Mitglieder des ägyptischen Kabinetts dem Ministerpräsidenten Hussein Strry Pascha ihre Portefeuilles zur Verfügung gestellt, um eine Umbildung des Kabinetts auf parteipolitisch breiterer Grundlage zu gestatten. König Faruk, der sich, wie bereits gemeldet, persönlich zur Lösung der Regierungskrise eingeschaltet hat, ist bemüht, ein Kompromiß zwischen der Forderung der Wasd- Partei nach Neuwahlen und der Bemühung der Regierung zur Bildung elftes Kabinetts der nationalen Konzentration zu finden.
Suner gegen britische Quertreibereien.
Madrid, 3. Mai. (Europapreß.) Der spanische Außenminister Serrano Suner hielt am spanischen Unabhängigkeitstag eine Rebe, in ber er mit aller Schärfe bie Einstellung politischer Quertreibereien auf ber Iberischen Halbinsel forberte, bie in ber letzten Zeit burch britische Agenten angezettelt worben seien. Wörtlich sagte Serrano Suner ii. a „Welches Recht haben gerade bie, bie Spanien mehr als zwei Jahrhunderte lang unterdrückten, heute von Spaniens Freiheit und Spaniens Interessen zu reden? Dieselbe einmal plutokratische, ein andermal demokratische Koalition, bie aus zwei ober brei Mächten beftanb und gestern noch bie ganze Welt beanspruchte, Spanien aber alles verweigert, möchte sich heute in ber Lebensretterrolle aufspielen".
20 Millionen
für eine Autostraße zum Panama-Kanal
Washington, 2. Mai. (Europapreß.) In einer Botschaft ersucht Präsident Roosevelt den Kon- areß um die Bewilligung von 20 Millionen Dollar für den Bau einer Autostraße zum Panama-Kanal. Für den Abschnitt der Straße, ber durch bie mittel- amerikanischen ßänber führt, wollen bie Vereinigten Staaten zwei Drittel ber Baukosten übernehmen. Staatssekretär Hüll teilte mit, daß die interamerikanische Autostraße besonderen Wert für bie Der- teibigung haben werde. Die Straße ist gegenwärtig bis südlich von Mexiko-Stadt fertiggestellt.
Kleine politische Nachrichten.
Deutsche Marineartillerie beschoß in den Abendstunden des 1. Mai vor dem Hafen von Dover liegende Schifte und die gegexüberliegenbe Küste.
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Stabschef Lutze weilte auf der Rückfahrt von feiner Frontbesichtigungsreise, die er auf Einladung des Kommandierenden Admirals in Frankreich unternommen hatte, in Paris und begrüßte auf dem Marsfeld eine Anzahl alter SA.-Kameraden, die jetzt Angehörige des Pariser Wachregiments sind.
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Der Generalstabschef der italienischen Wehrmacht in Nordafrika, Brigadegeneral Alighiero Miele, ist seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Fliegerangriff auf Tripolis erlitten hat. Er war 54 Jahre alt, war im Generalstab der Po-Armee und feit dem 22. September 1940 auf seinem jetzigen Posten gewesen.
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Angehörige ber neapolitanischen Frauenverbänbe besuchten bie in einem am Golf von Neapel liegenden Hotel untergebrachten deutschen Verwundeten
Sie Feindseligkeiten im Irak haben begonnen.
Heftige Kämpfe zwischen irakischen und englischen Truppen.
Dir neuen Männer in der englischen Regierung.
ie ein Reuter-Korrespondent die Flucht vom Peloponnes erlebte.
Kamps der Ideen.
Bon Dr. Reinhard Höhn, Professor deS Staatsrechts an der Universität Berlin.
Nach dem Zusammenbruch der französischen Poli- tik gegenüber der Tschechoslowakei, ber Eingliederung bes Sudetenlandes und der Errichtung des Protektorats, stand Frankreich vor einem völligen Fiasko seiner bisherigen Politik. Wie abetf sollte Frankreich diesen Zusammenbruch seinen ei* genen Bürgern erklären, wie sollte es sich gegen« über der Welt, die dieses offenbare Versagen der französischen demokratischen Weltordnung miterlebt oatte, rechtfertigen? Auf welche Weise sollte es endlich seine Stellung in der Welt erneut den Völ- fern verständlich machen? Hier wandte Frankreich Methoden an, die für die Gesamtsituation, in dec es sich vor dem Kriege befand, außerordentlich auf« schlußreich sind:
Die französische Regierung begab sich auf dis Suche nach den „Schuldigen". Dabei wurden scharf zwei Perioden unterschieden: die Schuldftage für die Ereignisse dis zur nationalsozialistischen Revolution und für das Geschehen danach. Grundlegend für dis Suche nach den Schuldigen in der ersten Periods ist die Frage: Wem ist zuzuschreiben, daß Deuftch- lands Existenz und staatliche Einheit bis zum Jahrs 1933 überhaupt geduldet worden war?
Don dem Tage der nationalsozialistischen Reoo- lution an eröffnet man ein neues Schuldkonto« Es ist das Konto der „verpaßten Ge« l e g e n h e i t e n". Man hätte am besten, so erklärt man jetzt, sofort mit Waffengewatt zur Rettung des demokratischen Systems eingreifen und bie Errichtung einer autoritären Regierung in Deutschland verhindern müssen. Sträflicher Leichtsinn sei es gewesen, durch Nichthandeln zuzugeben, daß Deutschland aus dem Konzert der demokratischen Staaten austrat und bei sich eine autoritäre Staats* form einführte. Wie habe man sich nur durch dis demokratischen Formen, in denen dies geschehen sei, täuschen lassen können? Wenn man ober diesen einen großen Fehler schon gemacht und Deutsch- land die Möglichkeit gegeben habe, frei über seins Staatsform zu bestimmen, dann märe es an ber Zeit gewesen, stets ein wachsames Auge auf dieses neue Deutschland zu richten.
Die Gründe für das Versagen im einzelnen Fall werden z. T. in einer falschen Außenpolitik, in bentz Versagen bes „diplomatischen Instruments", zu:n anderen Teil in dem ständigen Zögern ber Militärs gesucht, die zu großen und kühnen Entschlüssen nicht fähig gewesen seien. Man kritisiert anläßlich ber Münchener Uebereinfunft die Schwäche, die sich „in der mangelnden Willensstärke bemerkbar macht, der Unfähigkeit, zu wählen, zu entscheiden und alles zur Durchführung der einmal getroffenen Entscheidung einzusetzen, was Frankreich hinsichtlich betf Tatkraft in eine untergeordnete Stellung denjenigen Nationen gegenüber bringt, die, mit einigem Zynismus, Europa wieder den Sinn für Tatkraft beigebracht haben". Diese Mängel hätten „eins Haupttolle bei dem Bankrott des französischen Geistes gespielt, ber München erlaubt und es begleitet* habe, worin man eines der „beklagenswertesten Ereinisfe" der modernen französischen Geschichte zu sehen habe. „In dem Augenblick, in dem plötzlich nicht nur bie französische Vormachtstellung von 1918—1937 auf dem Spiel stand, sondern auch bis Gegenwart Frankreichs in der Welt, sein Geist und sogar seine Existenz als unabhängige Nation, in dem Augenblick ist sein Waffenapparat zurückgewichen." Man macht dem „Frankreich des Sieges» dem Frankreich Clsmenceaus, PoincarSs und ber Ruhr, dem Frankreich Briands und Locarnos" zum Vorwurf, es habe sich „beim Spiel im Forum vergessen, wo Männer, deren Aufgabe es war, zu wachen und zu handeln, sich an Worten berauschten, mit Formeln um sich warfen, mit Thesen und vorgefaßten Meinungen jonglierten und ihre Ehrs dareinsetzten, gefährliche Experimente durchzuführen" Dieses Frankreich habe nichts bemerkt und nichts getan, als es noch die Situation beherrschte. Es muß nun gewahr werden, „wie es von Schwach-, heit und Sturz zu Sturz am Rande des Abgrunds angekommen ist".
Diese allgemeine Suche nach den Schuldigen was kennzeichnend für die geistige Situation in der sich Frankreich vor dem Kriege befand. Vock großen Gesichtspunkten aus betrachtet sind bit Schuldmomente, bie man zur Erklärung des Dank«
und überbrachte ihnen Geschenke, wobei der Gauleiter von Neapel feine Gewißheit zum Ausdruck brachte^ baß bie Achsenmächte balb ben Enbsieg über beit Feinb erringen werben.
Im Teatto Giarbino b,Italia in Rom fand dis Vorführung ber Turnergruppe, Gymnastikturnerm« nen unb ber Spielschar Wien der HI. statt. Das Publikum gab seiner Freude über den hohen Sti( der Turner und die Anmut der Vorführungen des BDM.-Turnerinnen sowie die Klangreinheit unäj Diszipliniertheit der Chöre kund.
Auf Einladung bes finnischen Unterrichtsmini« fteriums wird in ber Staatlichen Kunsthalle in Helsinki eine deutsche Buchausstellung unter dem Thema „Staatsmänner, Dichter unÄ Denker formen das Volk" (Bücher machen Geschichte) stattfinden. Sie steht unter ber Schirmherrschaft von Reichsleiter Alfteb Rosenberg unb bes finnischen Unterridjtsminifters Kukko« nen.
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Auf Einlabung des Reichsministers des Inneren Dr. Frick weilte eine rumänische Abordnung unter Führung des Staatssekretärs Dr. Stoichita in Deutschland, um einen Einblick in bie deutsche Verwaltung unb ihre Einrichtungen zu gewinnen.
In Tokio wirb ein Gesetz zum Schutz ber nationalen Verteibigung in Kraft treten. Es sieht ben Schutz von Geheimnissen militärischer, biplomatischer unb wirtschaftlicher Art sowie eine allgemeine Spio* nageabwehr vor. Die meisten Vergehen werben mit bem Tobe bestraft.
Glückwünsche
aus dem Ausland zum 1. Mai.
Berlin,?. Mai. (DNB.) Auch in diesem Jahr« haben zahlreiche auslänbische Staatsoberhäupter unb Regierungschefs bem Führer mit in herzlichen Worten gehaltenen Telegrammen zum nationalen Feiertag bes deutschen Volkes Glückwünsche und Grüße übermittelt Die in Berlin beglaubigten ausländischen Vertreter brachten durch Eintragung in Vas in der Präsidialkanzlei des Führers ausgelegte Be* suchsbuch ihre eigenen unb die Glückwünsche bett von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter Rems* vmgey und Völker zum A-usdruL -----— - <


