Ausgabe 
31.12.1940
 
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Ur. 50N viertes Blatt

51 Dezember '940/1. Januar 1941

Ssteftener Anzeiger (Aeneral-Anzeiaer für Oberdesfen)

Die Stadt Gießen im Kriegsjahr 1940

Das Selterstor in neuer Gestalt.

gärten durchgeführt und im Anschluß an ihn der

Der neugqiuiicie ^laß uot Oet llimittiiiat.

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Frühstücksstube im Universitätsgebäude. (Aufnahmen |5J: Stadtbauamt (Simon), Gießen.

Platz am SeUerstor für moderne Berkehrsverhält- nisse umgestaltet, wobei allerdings die beiden Häus- chen am Selterstor beseitigt werden mußten. 2m Anschluß daran wurde dann an der Einmündung der Bleichstraße der erste der vorgesehenen Park­plätze angelegt, und auch der Hindenburgwall konnte bis zur Einmündung in die Gartenstraße in ver­breiterter Form kurz vor Jahresschluß fertiggestellt werden Im Zusammenhang damit wurde «gleich­zeitig die Neugestaltung der Grünanlagen am Hin- denburgwall begonnen und damit die Möglichkeit gegeben im nächsten Frühjahr die Grünanlagen in ihrer neuen Gestalt dem Publikum zugänglich zu machen Auch vor dem Stadttbeater wurde unter Verbreiterung der bisherigen Vortreppe eine neue Freifläche geschaffen, unter Rücksichtnahme auf die künftige städtebauliche Gestaltung des an dieser Stelle geplanten Stadtzentrums Damit konnte in diesem Jahre der Anfang gemacht werden für eine Neugestaltung der ganzen Wallan- lagen, die sich im nächsten Jahre am Hitlerwall fortsetzen und auch noch die neue ßöfuna für das Walltor bringen wird In Zusammenarbeit mit dem .hessischen Straßenbauamt konnte die Rödgener Straße in neuer Breite ausgebaut werden

An Kanalbauarbeiten wurden in diesem Iabre in der Arndtstraße und im Eichgärtenweg etwa 230 ttd m Kanal anaeleat Zeitweise stellte uns die Wehrmacht bei diesen Arbeiten nerfüobare Arbeitskräfte in bereitm'lliaer Weise zur Verfm gung Bei all diesen Arbeiten , und auch b»i Auf­nahme neuer Bauarbeiten konnte eine aroße Zahl von Krieasgefang-nen einaesetzt werden Außer dem Platze vor der Universität wurden so insgesamt 1000 m neue Straße angelegt.

Auch die Hochbautatlgkeit nicht nur Dort städtischer sondern auch von privater Seite kam nicht ganz zum Erliegen. Eine Reihe von Häusern innerhalb der Stadt und den eingemeindeten Ge­bieten wurde fertiggestellt und damit zur Behebung der Wohnungsnot ein weiterer Beitrag geleistet.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wird ein zweites Altstadtsanierungsprogramm in Angriff genommen werden, und zwar die Ver- breiterung des nördlichen Ausgangs des Selters­wegs. nachdem die Regierung ihre Zustimmung zum Abbruch des Hauses Seltersweg 2 erteilt fyaL

Rungen hm abzuwägen.

Auf dem Gebiete des Schulwesens wurde ein bedeutender Schritt weiter getan. Mit Beginn des Schuljahres 1940 wurde eine Mittelschule, zunächst im Rahmen der Volksschule, ins Leben ge­rufen, sie ist der Schillerschule bzw der Goethe- schule angegliedert.

Die Trägerschaft der Oeffentlichen Han­delslehranstalt wird mit Ostern 1941 auf die Stadt Gießen übergehen, die ihrerseits inzwi­schen bereits beantragt hat der als Städtischen handelslehranstalt weiterzuführenden Schule eine Wirtschaftsoberschule aufzubauen Den Schülern dieser Anstalt, ist dadurch die Möglichkeit gegeben, mit b»r beruflichen Ausbildung sich das Reifezeugnis zu erwerben. Nach Abschluß der Mit­telschule oder nach 6jährrgem Besuch einer höheren Schule können Schüler, bei denen sich eine wirt­schaftliche Begabung zeigt, hier die Hochschulreife erwerben Darüber hinaus ist vorgesehen, auch be­gabten Berufsschülern eine Aufstiegsmöglichkeit zu schaffen

In diesem Jahre hat die Stadt Gießen für die vo.. ihr stets geförderte Landes-Universität ganz besondere Opfer gebracht Die hier vom Stadt­bauamt geleistete Aufgabe der Neugestaltung und Neuschaffung repräsentativer Räume hat vollen An- klang und Würdigung gefunden Das hauptvor- lesungsgebäude. in der Ludwigstraße wurde in sei­nen unteren Raumen umgestaltet durch Schaffung einer entsprechenden Vorhalle mit Durchblick zur Neuen Aula, eines neuen Senotssitzungssaales. so­wie einer Frühstücksftube für Studierende Außer einer neuen Ehrenhalle wurde ein Ausstellungs- raum für die Plastiken der alten griechischen Kunst

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über dem Durchgang zur Aula mit gut wirkendem Oberlicht geschallen Das Vorlesungsgebäudk prä­sentiert sich dadurch in seinem Innern in einem wesentlich besseren Kleide Auch die Anlagen vor dem Vorlesungsgebäude wurden in moderner Weise umgestaltet Das Fortbestehen und der weitere Aus­bau unjerei alma mater Ludoviciana ist unter der intensiven Förderung unseres Gauleiters und der lebendigen Tätigkeit des neuen Rektors gesichen Nach wie vor wird die Stadtverwaltung in Wort und Schrift für die weitere Entwicklung unserer Universität eintreten.

Unser Stadttheater zeigte unter der Lei- tung des neuen Intendanten Hans Walter Klein weitere Aufwärtsentwicklung Die neue Programm­gestaltung wird allen Wünschen der Theaterbesucher in weitestgehendem Maße gerecht Nicht nur Schau­spiele. sondern auch Opern und Operetten, an die sich früher eine kleinere Bühne nicht heranwagen konnte stehen auf dem Spielplan, und wir sind überzeugt, daß sie in hervorragender Vollendung zur Aufführung kommen Obwohl ich bei der Zu­sammenstellung des Spielplans auf Stücke von volkserzieherischem Werte hinwirke zeigt der immer steigende Befuch, daß der Intendant auch dem Ge­schmack des Publ'kums dabei gerecht geworden ist Hieraus ist die erfreuliche Tatsache festzustellen, daß die Wünsche des Publikums sich wesentlich geändert haben und ernstere und inbaltsschwerere VZerke be­vorzugt werden Nicht nur die Zahl der auswärtigen Besucher spricht für unser Theater sondern auch die Tatsache, daß eine ganze Reibe umlieaender Stöbte darunter in erster Linie Marburg. Siegen, Fulda, Hersfeld und Bad-Nauheim, auf ihren Wunsch regel­mäßig bespielt werden Auch der weitere Ausbau unseres Orchesters bleibt vorbebalten Die Konzerte und die Vortragstätigkeit erfreuen sich steigender Beliebtheit

Trotz der durch den Krieg bedingten Einengung her bau wirtschaftlichen Tätigkeit hat das Stadtbauamt in diesem Jaber besonders um fangrefche Straß-mbauten durchfuhren können Es wurde in erster Linie der Horst-Wessel-Wall

Gummireifen nimmt im Kriege einen beson­deren Platz ein Gilt es doch hierbei, die Men­gen die bei dem großen Bedarf der Wehrmacht noch der zivilen Wirt­schaft zur Verfügung ge­stellt werden Ipnnen. in der genauesten Weise zu verwalten und den ein­zelnen Wirtschoftsgrup- pen das zu geben, was ihnen nach der Dring­lichkeit uno Wichtigkeit ihrer im öffentlichen In­teresse zu lösenden Auf» gaben zukommen muß hierfür ist die Abteilung für Treib, und Reifende- wirtjchaftung eingesetzt, die im Rühmen der vom Reichsivirtschaftsminister

durch besondere Ernährungs- und Wirtschaftsämter zu erledigen lind Das Ernährungs und Wirtschafts- amt der Stadt Gießen hat ieint Aufgaben in vor­bildlicher Welse erfüllt und hat dafür mehrfach An­erkennung seitens der Aufsichtsbehörden gefunden

Das Ernährungsamt hatte im Laufe des Jahres 13mal Lebensmittelkarten an die in Gie­ßen wohnhaften Familien und Einzelpersonen zu verausgaben Bei ieder Ausgabe kommen jeweils in fünf Tagen rund 260 000 Karten zur Verteilung. Im Laufe des Jahres sind iomtt 3 380 000 Karten ausgegeben worden Das bedeutet daß allein für die Lebensmittelkartenausgabe rund 162 000 Per- Ionen das Ernährungsamt im Laufe des Jahres aufaesucht haben

Weitere Arbeiten ergeben sich auf dem Gebiete der Selbstversorgung, d. h. denjenigen Personen, die z B Getreide anpflonzen, Viehzucht betreiben, müssen die erforderlichen Freigabegenehmigungen erteilt werden Im Laufe des Jahres wurden rund 20o0 Hausschlachtungen genehmigt Außerdem ob- liegt dem Ernährungsamt die Bewirtschaftung des Schalenwildes, d h. es muß die ordnungsgemäße Ablieferung der Fleischmarken überwachen.

Vielseitig waren die Ausgaben, die dem Wirt- schaftsamt im Laufe des Jahres.gestellt wur­den. Es war nicht immer leicht, zu entscheiden, ob die zu Tausenden eingegangenen Anträge der Ver­braucher zu Recht gestellt wurden Am Schluß des Jahres darf gesagt werden daß, gemessen an der großen Zahl der Anträge, nur ein geringer Pro- zentsatz der gestellten Anträge nicht genehmigt wer­den konnte. Das Wirtschaftsamt war immer be­strebt. da zu helfen, wo es nötig war. Wenn das nicht in allen Fällen geschehen könnte, so fiel es dem Einsichtigen nicht schwer, auch eine Ablehnung entgegenzunehmen

Umfangreich war die Arbeit, die für die Prüfung und Ausfertigung der Bezugscheine zu leisten war Insgesamt wurden im Lause des Jahres rund 200 000 Bezugschein-Anträge bearbeitet und rund 40 000 Kleider- und ebensoviele Seifenkarten aus. gegeben Außerdem wurden 12 500 Anträge auf Kohlenzuteilung entgegen­genommen und bearbeitet.

Die Bewirtschaftung der Treib stoffe und

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Senatsfitzungssaat der Universität.

Wie unsere äußere militärische Front, so ist auch die innere Front in der Heimat geschlossen und kampfbereit, alle die Aufgaben zu erfüllen, die im (Befolgt des Krieges ihrer Lösung harren Dabei kommt der öffentlichen Verwaltung und nicht zu­letzt der Gemeindeverwaltung eine betontere Be­deutung zu Als Trägerin der örtlichen Aufgaben hat sie auch im gegenwärtigen Krieg vielfältige Kr,egsaufgaben zu erfüllen Die bisher von den Gemeinden geleistete Arbeit ist vom Reichsinnen- Minister durch besonderen Erlaß ausdrücklich an» rrlannt worden

Förderlich und als unbedingt richtig hat sich die ho in Führer erlassene Deutsche Gemeindeordnung vvm 30 Januar 1935, m welcher der Selbstuerwal- kungsgedanke des Freiherrn vom Stein nachdrück­lich verankert >ft, ausgewirkt Bei uneingeschränkter Eigenverantwortlichkeit hat der Gemeindeleiter alle Möglichkeiten, die Interessen seiner Gemeinde nach innen und außen iu vertreten Nach Befestigung der Gemeindeparlamente und Heranziehung der Ge- meinderäte zur verantwortlichen Mitarbeit hat em neuer Geist im ganzen Verwaltungskörper Platz ergriffen, der allen deutschen Gemeinden auch Wirt­schaftlich neuen Auftrieb gab Um eine unbedingte Einheitlichkeit aller Gemeindeverwaltungen im gan­zen Reiche sicherzustellen wurde anfangs des Krie- Jes ein Weisungsrecht der Aufsichtsbehörde über ragen um Fehlmaßnahmen oorzubeugen Daß der 2Hcid)5innenminifter in keinem Falle hiervon Ge- di auch gemacht hat. 'st der schlagenste Beweis ha- für daß schon nach so wenigen Jahren alle Ge­meinden von dem Geiste der neuen Zeit durchdrun­gen sind

Die zu leistende Gemeindearbeit muß im Kriege linier erschwerenden Umständen geleistet werden Bei stark vermindertem Personal waren zahl­reiche neue Aufgaben schnell und reibungs­los zu bewältigen and auch zu einem großen Teil con den Gemeinden zu finanzieren Die emschnei- denste finanzielle Belastung ist der K r i e g s b e i trag der nach den Meßbeträgen der Grundsteuer Öer Gewerbesteuer und der Bürgersteuer auf die einzelnen Gemeinden ausgeschlagen wird

Eine weitere Belastung sind die 9Iuhi>enbungen pur den Familienunterhalt die allerdings 5u einem erheblichen Prozentsatz zu Lasten des Rei­ches geben und nur mit einem geringen Teil ihres Gesamtbetrages die Gemeinden endgültio belasten.

Neben den ortsansässigen Angehörigen von Ein­berufenen waren vor allen Dingen noch die Rück- ^e»ührten aus den geräumten Gebieten "m Westen zu betreuen Hier waren dem Quartieramt erstmalig und einmalig große Aufgaben gestellt. Es war das ernste Bestreben der Stadtverwaltung, d e- (en Volksgenossen, die so überaus hart vom Schick- (al betroffen worden waren den Aufenthalt in un­serer Stadt fo erträglich wie möglich zu machen änd ihnen für die Dauer der Evakuierung eine neue Primat zu geben hier gebührt unserer gesamten Bevölkerung der herzliche Dank für ihre Opferbe- reitfchast und ihre Mitwirkung bei der Aufnahme -mb Unterbringung dieser Volksgenossen Daß dieses Ziel in enger Zusammenarbeit mit der NSV er­reicht morden ist. darf aus den anerkennenden War­en und aus den vielen Dankbriefen der Betreuten inläßlich ihrer Rückführung in die Heimat festge­setzt werden

Zur Durchführung der kriegswirtschaftlichen Be­stimmungen auf dem Gebiete der Erfassung und Verteilung von ernährungswirtschaftlichen Erzeug- wissen lowie für die Versorgung der Bevölkerung nit lebenswichtigen Gütern der gewerblichen Wirt- «haft sind d-n Stadt, und Landkreisen wichtige und Umfangreiche Aufgaben übertragen worden, die

erlassenen Anordnungen

und der festgesetzten Kontingente für die einzelnen s von der Bahnhofstraße bis zur Frankfurter Straße Derbrauchsstoffe verantwortlich arbeitet. Es find! auf die für den modernen Verkehr notwendige hierbei insbesondere alle Anforderungen der Der- Breite unter Beseitigung der^ beiderseitigen Vor- brauchet auf ihre kriegs- und lebenswichtigen Lei-

Dadurch wird ein fehr wichtiges Projekt zur 93 e* feitigung unglücklicher Derkehrsoerhältniffe in einer unterer Hauptstraßen in Angriff genommen.

Sowohl für den weiteren Ausbau der Stadt, als auch für die nach dem Kriege oorge- sehenen Altstadtsanierungen wurden Grundstücke und Häuser angekauft. Auch .auf diesem Gebiete werden alle heute schon möglichen Maßnahmen be­reits durchgeführt, damit nach Friedensschluß dem Bauprogramm des Führers die Voraussetzungen für eine schnelle und gedeihliche Durchführung ge­geben sind.

Auch dem handel und Gewerbe ist die Stadtverwaltung entgegengekommen und hat eine große Anzahl von Arbeitskräften den einzelnen Be­trieben zugejührt. Verschiedenen Wirtschaftszweigen wurden zur Vergrößerung ihres Betriebs städtisches Gelände käuflich überlassen.

Die Beanspruchung des städtischen Volks­bades durch die Bevölkerung hat sich in einent Maße gesteigert, daß die Stadtverwaltung gezwun­gen ist, die geplante Neuerrichtung eines Schwimm­bades durchzuführen, sobald die Verhältnisse es irgendwie gestatten.

Elektriz-itä'ts^. Gas- und Wasser­werk zeigen auch weiterhin eine stark aufwärts­strebende Tendenz Die vom Reichswirtschaftsmini­sterium ausgearbeiteten, für bas Elektrizitätswerk maßgebenden Einheitstarife wurden im Laufe des Jahres im Einvernehmen mit hem Preiskommissar in Kraft gesetzt. Die städtischen Werke wurden allen an sie gestellten Anforderungen gerecht: die wirt­schaftliche und technische Entwicklung geht in starker Steilkurve vorwärts. Auch die städtischen Verkehrs« Verhältnisse stehen dicht vor einer umwälzenden Aenderung Mit der Lieferung der neuen Ober* leitungs-Omnibusse kann unsere Bevölke­rung zu Beginn des Jahres 1941 rechnen. Sobald die Legung der Leitungsdrähe fertiggestellt ist, wird die Inbetriebnahme der einzelnen Strecken Zug um Zug erfolgen, lieber die Linienführung ist wie­derholt berichtet worden. In erster Linie werden die Strecken BahnhofRödgener StraßeVerdun- kaserne und Klein-Linden in Betrieb genommen. Dis Wendeplätze für diese Strecken sind zum Teil fertig­gestellt. zum Teil in Arbeit.

Trotz ihrer starken finanziellen Beanspruchung war es der Stadt auch im Jahre 1940 möglich, den Kapitaldienst pünklich zu erfüllen und bid Schulden planmäßig weiter zu tilgen.

Bei der Steuererhebung mußte selbstver* stündlich Rücksicht auf die durch Den Krieg geschaf­fenen besonderen Verhältnisse genommen werden- Obwohl ein Steuerpflichtiger dadurch, daß er Del? Wehrmacht angehört, von der Erfüllung feinet steuerlichen Verpflichtungen nicht befreit ist, sind in vielen Fällen doch Verhältnisse zu berücksichtigen, deren Außerachtlassung eine unbillige Härte be­deuten würde.

Eine Aenderung in der G r u n d st e u e r pflicht w«rd durch Den Krieg nicht bedingt Diese Steuer ist vielmehr in unveränderter Höhe auch während der Einberufung eines Steuerpflichtigen zum Hee­resdienst weiter zu zahlen Ihre Zahlung ist da­durch sichergestellt, baß den Einberufenen neben dem Familienunterhalt auch die Miete, oder aber die auf feinem Eigenheim ruhenden Kapitaldienst- und Steuerlasten ersetzt werden.

Die Gewerbesteuer hat trotz Schließung zahlreicher Geschäfte und Einstellung vieler Hand­werksbetriebe für 1940 ihr vorjähriges Aufkommen gehalten Da sich die Deranlaaung für 1940 auf das Deranlagungsergebms für 1939 stützt und Dieses Gegenüber Dem Jahre 1938 noch eine wesentliche Steigerung zu verzeichnen hatte, sind die Ausfälle auf Der einen Seite durch Mehrerträgnisse auf Der anderen Seite ausgeglichen worden Die Gewerbe- steuerpsticht ruht, solange ein Geschäft oder Hand­werksbetrieb stillgelegt ist bzw. nicht ausgeübt wird.

Auch bas Bürger st euer aufkommen ist gegen­über Den Vorjahren eher gestiegen als zurückgegan­gen Zwar wird im Falle Der Gewährung von Familienunterhalt von Der Erhebung ber Bürger­steuer Abstand genommen, es sind jedoch zahlreiche neue Steuerpflichtige hinzugekommen, wozu noch die gesteigerten Erträge des Jahres 1939 ebenfalls ihren Anteil beigetragen haben.

Während Vergnügungssteuer und Ge- tränke steuer auch weiterhin gesttegen sind, ifj