Ausgabe 
31.5.1940
 
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Oer Schlußakt

Die ftanzösischeKulturnation" zeigt ihr wahres Gesicht

Bülow-

deutsche Botschafter in Brüssel, von

berichtet- der früher- ständig- DNB.-Ver- ihm fetztschöne Geschichten" erzählt hätte, würde Ab°r d°nn k-,m -in° d°ust^ P°k°u ll° Brüssel, Schriftleiter Körber, über feine er mich am Nachmittag miI and - r ° n M ° th ° fn ble Aeimot

e: Ich bin, o führte er aus, einer von den den verhören. Ich wurde dann auch nach einer unsere Ruckteyr in oie qeimai.

sorgte ffr

eine dunkle Zelle

Berlin, 30. Mai. (DNB.) Dor Vertretern der in- und ausländischen Presse sprach der ehemalige

Botschaft verhaftet, denen am übernächsten Tag noch weitere sechs

Dann treter in

Mttelalterliche Folterqualen in sranzösischen Gesangnissen.

oder über die Tätigkeit der deutschen Botschaft zu hören. Gleichzeitig stand ein anderer Beamter vor mir und mißhandelte mich mit Faust- schlügen unter den übelsten Schimpfworten, wäh­rend mir ein anderer dauernd einen entsicher­ten Revolver an die Schläfe hielt.

Frauen und Kindern sich verschlechterte, ich mich zur Abreise.

Beim Verlassen französischen Bodens

ärztliche Behandlung hätte zuteil werden lassen. Bei dieser Behandlung verwundeter deutscher

französisch-schweizerischen

Pontarlier auf oer Strecke Dijon

Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht ist nicht gewillt, über diese Tatsachen stillschwei­gend hinwegzugehen und die von ihr geübte großzügige Behandlung der in deutsche Gefangen­schaft geratenen französischen Flieger trotz des gegenteiligen französischen Verhaltens auch in Zu­kunft noch fortzufehen. Die Reichsregierung kün­digt daher der französischen Regierung hiermit an, daß sie künftighin die in deutsche Hand fallen­den Angehörigen der ftanzösischen Luftwaffe genau nach dem französischen Vor­bild behandeln und daß sie für jeden bekanntwerdenden Fall der Beschießung eine» ln Luftnot befindlichen und mit Fallschirm ab­springenden deutschen Fliegers sowie für jeden Fall der Ermordung deutscher Flieger die schärfste Vergeltung üben wird, wie dies von dem Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe bereits öffentlich bekanntgegeben worden ist/

Schärfste Vergeltungsmaßnahmen.

Für völkerrechtswidrige Behandlung deutscher Soldaten in französischer Sefangenschast.

der deutschen nächsten und folgten.

An der Grenze in

Angehörige der deutschen Botschaft in Brüffel

auf der Durchreise durch Frankreich auf das menschenunwürdigste behandelt

U-Boote eine zeitlang stillgewesen ist, wenig- stens im deutschen Heeresbericht, so war das nicht ohne Grund. Nun teilt das Oberkommando mit, daß ein deutsches U-Boot sieben feindliche Dampfer mit einer Tonnage von 38 480 versenkt hat. Thur- chill, der sich immer brüstete, er hätte die deutschen U-Boote vernichtet, wird nun wohl darauf stoßen, daß diese gefährliche Waffe in noch viel größerem -nttckisakr Maßstabe als früher den Blockadering um ^England legt. Die U-Boote finden dabei die habe ich Unterstützung durch Schnellboote und Luftwaffe, gebeten, | Vom flandrischen Schlachtfeld lenkten die Wehr-

knien und die Schuhe ausziehen. Dann holte ein Beamter einen schweren Holzknüppel mit schgrfen Kanten und schlug mich mit diesem Holz- knüppel fünf Stunden lang immer wieder auf die nackten Fußsohlen, um etwas über meine Tätigkeit

Erlebnisse: Ich bin, Deutschen, die widerrechtlich an der französischen Grenze aus dem Zuge herausgeholt und nach Boulogne verschleppt wurden. Wir wurden von den Franzosen in einer Weise behan­delt und mißhandelt, wie ich das von der franzö­sischen sog.ersten Kulturnation" niemals erwartet hätte. Wir wurden sofort in einen schwer beladenen Lastwagen hineingepfercht und unter starker mili­tärischer Bewachung nach Lille befördert. Dort wurden wir in ein Gebäude gebracht, das einer

Rom, SO. Mai. (Europapreß.) Dem italienischen Botschafter in Belgien ist der dokumentarische Nach weis für die von den Fliegern der W e ft < möchte systematisch begangenen Zerstörungen von nichtvrilitärischen Gebäuden und Anlagen in Belgien unterbreitet worden. Vertreter öffent licher belgischer Verwaltungen haben dem ttalteni scheu Botschafter schriftliche Erklärungen überreicht in denen die traurige Lage der Städte Belgiens infolge der systematischen Bombardierung durch Luftstreitkräfte der Westmächte geschildert wird. Die mehr Wiederaufnahme eines mehr oder menigef normale»

,r < n-«-- r- i B. der Bür

Neufchatel begann eine Leidenszeit für sämtliche Fahrtteilnehmer, die in dem Zuge eingeschlossen, wie in einem Gefängnis, 12 Tage verbringen mußten. Der Mangel an Platz war so drückend, daß der größte Teil der Fahrtteilnehmer gezwungen war, die ganze Nacht sitzend zu verbringen. Die Fenster mußten stets geschlossen gehalten werden, die Luft verschlechterte sich in unerttäglicher Weise. Die geradezu haarsträubenden hygienischen Derhält- nisse begannen die Gesundheit der Fahrtteilnehmer zu bedrohen. Es waren Tage, an denen sich bis zu 21 Personen krank meldeten. Allen Begriffen oer Menschlichkeit widersprach es, wenn z. B. am Nachmittag zu einem Kinde, das mit 40 Grad Fieber darniederlag, dringend ein Arzt gerufen wurde und dieser erst am nächsten Nachmittag er» schien. Erst nach Tagen gelang es, die Erlaubnis zu erwirken, daß wenigstens die Frauen und Kin­der zweimal am Tage je eine Viertelstunde auf dem Bcchnhof sich bewegen konnten, während es den Männern elf Tage lang verboten roar,. den Zug zu verlassen.

Allen Regeln des Völkerrechts zuwider, hat die französische Regierung es mir die ersten fünf Tage lang verwehrt, mich mit der schwedischen Gesandtschaft als der Vertretung der Schutz­macht deutscher Interessen in Frankreich in Ver­bindung zu setzen. Ich muß hierbei hervor- heben, daß der Vertteter des belgischen Außen- ministeriums, der in der schwierigen Lage war, die deutschen Änte^esjen hei ftWöstschen Behörden

Rigger veranstalten in Spy (nordwestlich von Na­mur) und in anderen Orten regelrechte Treib­jagden auf Frauen und Mädchen und schießen die Männer über den Haufen, als diese ihre Angehörigen schützen wollen.

So sieht dieVerteidigung der Zivil,- s a t i o n gegen den Barbarismus" aus. Dazu geben englische und ftanzösische Offiziere und Komman- deure Ermunterung und Beispiel! Die deutsche Wehrmacht wird auch auf die beiden Ausdrucks­formen der feindlichen Greuel-Strategie mit der Rücksichtslosigkeit zu antworten wissen, die gegen­über diesem Gesindel die einzig mögliche Umgangs» form ist. Der in diesen Zusammenhang gehörende Erlaß des Generalfeldmarschalls Goring ist vom ganzen deutschen Volk mit größter Genugtuung be­grüßt worden.

Berichtigung.

In unserem gestrigen LeitartikelDie Ver­nichtung" hatten sich sinnstörende Fehler einge- chlichen, bte richtiggestellt werden müssen. So muß es heißen, daß der Feind die befestigte Grenzstel» lung ostwärts Cassel mit verkehrter Front, aljo gegen Westen, zu verteidigen gezwungen war. Und weiter unten muß es heißen, Wormhoudt, 20 Kilometer nördlich von Hazebrouck.

In der Kriegsgeschichte ist Cannae ein Begriff, der bis zur großen Schlacht in Flandern und im Ar- tot§, deren Zeitgenossen wir sind, nicht Überboten war. Nun ist Flandern der kriegsgeschichtliche Be- griff einer Vernichtungsschlacht größten Stils ge- worden im Rahmen einer Strategie, in der alle Waffengattungen mit dramatischer Wucht durchein- anberroirbelten. Wenn wir uns daran erinnern, daß diese große Schlacht im Westen sich zunächst von der Somme bis zur Schelde an der belgisch-holländi­schen Grenze ausdehnte, über einen Raum von fast 200 Kilometer, so ermessen wir die gewaltige Lei- stung der deutschen Heeresleitung und der deutschen Wehrmacht, die diesen großen Raum auf 20 bis 30 Kilometer zusammengedrängt hat. In diesem Raum vollzieht sich das Schicksal der engllsch-fran- zösischen Nordarmee, die Anfang und Mitte Mai '

spruch steht. Ein besonders charakteristtsches Bei­spiel einer solchen unerhörten Behandlung ist der Fall des vorübergehend von französischen Streit- träften gefangen genommenen Obersten der Luft­waffe Lackner. Aus dem von ihm nach seiner Befreiung erstatteten dienstlichen Bericht, der in­zwischen in der Presse öffentlich bekanntgegeben worden ist, ergibt sich, daß dieser Offizier, als er nach Inbrandsetzung seines Jagdflugzeuges mit dem Fallschirm absprang, von französischen Truppen mit starkem Gewehrfeuer beschossen, daß er nach seiner Landung von marokkanischen Soldaten in brutal st er Weise mißhan­delt und mit Erschießung bedroht und daß er schließlich mit Ketten gefesselt wurde. Der Bericht zeigt ferner, daß mehrere andere gefangen genommene deutsche Flieger trotz schwerer Verwundung in langer Fahrt zu ihrer Vernehmung gebracht wurden, ohne daß man ihnen irgend eine

Zermalmend sind die Schläge, die auf die ver­sprengten Reste der französischen Elitekorps nieder- sausten. Die Franzosen haben offenbar gar kein Gefühl mehr dafür, wie beschämend es für sie ist, daß sie ihre Kriege nicht mehr selbst, sondern von ihren farbigen Truppen führen lassen müssen, von Truppen, die aus den Kaschemmen afrikanischer Häfen zusammengekehrt worden sind. Seit Tagen haben sie verzweifelten Widerstand geleistet unter Verlusten, die vielfach einer glatten Vernichtung gleichkommen. Dabei hieß es in der englischen und französischen Presse immer, der neue Oberbefehls­haber General Weygand sei ununterbrochen tätig, um eine Entlastungsoffensive oder gar eine Rettung der eingeschlossenen Nordarmee von der Südfront her einzuleiten. Es ist nichts die­ser Art geschehen, wobei sich wohl auch auswirkt, daß Frankreich nunmehr fein wichtigstes Industrie­gebiet, also die Voraussetzung eines jeden Kriegs- Potentials, eingebüßt hat.

Wenn es über die Tätigkeit der deutschen

Berlin, 30. Mai. (DNB.) Der neulich bekannt- gegebene Bericht des vorübergehend in französische Gefangenschaft geratenen Obersten der Luftwaffe Lackner über die geradezu unglaubliche Behand­lung, die ihm seitens der französischen Truppen zu­teil geworden ist, sowie eine Reihe von Vor­kommnissen ähnlicher Art haben den Reichsaußenminister veranlaßt, der französi­schen Regierung durch Vermittlung der schwe­dischen Regierung folgende Mitteilung notifizieren zu lassen: *

,Ln letzter Zeit häufen sich die der Reichsregie­rung zugehenden Nachrichten, wonach tn ftanzö­sische Gefangenschaft geratene Angehörige der deut­schen Luftstreitkräfte und Fallschirmtruppen eine Behandlung erfahren, die sowohl mit den Regeln des Völkerrechtes und den geltenden Vertragsbe­stimmungen. als auch mit den elementarsten Ge­setzen der Menschlichkeit im krassen Wider-

tüchern winken, werden trotz ihrer Wehrlosigkeit als lebebe Zielscheiben benutzt unb von ber Trag­fläche heruntergeschossen. Oder ber Kommanbeur des 6. englischen Infanterie-Regiments, Oberst Jr- vin, verlangt in einem Tagesbefehl, baß etwa ge­fangene beutsche Fallschirmjägerunbarm­herzig" behandelt werden und erläutert diese Anweisung auch noch mit dem zynischen Satz: Der einzig gute Deutsche ist der tote Deutsche!" und er fugt ermunternd hinzu:Diel Glück!"

Auf der andern Seite liegen zahlreiche Schilde­rungen unb Photos darüber vor, in welcher gerade­zu viehischen Weise französische und englische Trup­pen belgische Städte und Ortschaften nicht nur aus» geplündert, sondern auch verwüstet und zer­stört haben. Da finden sich ganze Bündel silber­ner Eßbestecke in dem Tornister, oder seidene Damenbekleidung im Wagen englischer Offiziere. Da werden Schaufenster kurzerhand mit dem Ge­wehrkolben Ungeschlagen und der Inhalt geraubt. Da schleppen die farbigen französischen Spahis un­ter ermunterndem Grinsen ihrer Offiziere Damen« schuhe aus Krokodilleder aus den geplünderten Ge­schäften weg und erwidern auf die Frage der schutz­losen und verzweifelten Einwohner mtt brüllendem Hohngelächter:Unser Kommandeur hak e s s o b e f o h l e n !" Oder Frankreichs uniformierte

die schwedische Gesandtschaft in Paris gebeten, Vom flandrischen Schlachtfeld lenkten die Wehr- schärfsten Protest bei der französi- Machtsberichte unsere Blicke immer wieder hoch chen Regierung gegen ihren Wortbruch bei hinauf in den Norden, wo um den Erzhafen Nor­den Verhaftungen zu erheben unb bie unwürbige vik beutsche Gebirgsjäger, von ber Luftwaffe Behanblung der deutschen Diplomaten. Ich habe kameradschaftlich unterstützt, »einen Heldenmuttgen meine Empörung zum Ausdruck gebracht, daß inan Kampf gegen weit überlegene britische Streittrafte es gewagt hat, einen Botschafter des Deutschen kämpfen. Nach sieben Wochen ergebnisloser An» Reiches und seine Mitarbeiter 10 Tage lang schiech- griffe ist es der erdrückenden Uebermacht der Briten ter zu stellen, als es in den Kulturländern gewöhn- i^

lichen Strafgefangenen gegenüber zu geschehen ~

pflegt. Meine Herren, bas i st französische Auto gebracht würben, wobei es hieß, sie würden Courtoisie! nach bet Schweiz gebracht werben.

Schließlich kamen Körber und seine beiden Lei­densgefährten nach Boulogne, wo sie mit Schwerverbrechern aller Art untergebracht wurden. Es war bann für uns eine unerhörte lieber- raschung, als schon zwei Tage später bas Ge- fecht um bie Stabt begann. Drei Tagen waren wir noch in einer sehr gefährlichen Lage, benn bie Briten schossen mit Schiffsgeschützen in die Stadt

blieb ich 36 Stunden lang ohne Nahrung. Die aus Frankreich zuruckkehrenden Fluchst Alle zwei Stunden kamen wieder zwei oder brei Hinge liefern Tausende von Beweisen über Die Beamte hinein unb bebrohten mich, mit den Miß- ihnen von ber französischen Bevölkerung und ben Handlungen wieder von vorn zu beginnen. Nach französischen Behörden zuteil gewordene Unmensch 24 Stunden kam ein Kriminalbeamter mit drei Sol- liche Behandlung. So wird bestätigt, daß em nach baten unb sagte:Jetzt wirst du abgeführt, j e tz t Frankreich geflohener I e s u i t e n p at e r, Pro id i r ft b u erschossen." Daraufhin sagte ich, daß fessor am St. Michel-Institut in Brüssel, nach einem ich nicht gehen könne, und er schlug bie Tür wieder lächerlichen Scheinprozeß unter der angeblichen An zu mit ber Drohung, daß er später wiederkommen klage der Spionage erschossen worben ist. Unter würde. den ungemein zahlreichen Beispielen der unquali

Ich muß auch noch sagen, daß unter uns zehn fizierbaren Haltung der in Belgien unter dem Dor Deutschen auch drei deutsche Frauen da- wand, seinen Schutz zu übernehmen, eingedruntze bei waren, drei Sekretärinnen der deutschen Bok- nen Truppen der Westmächte sei vor allem die Tro schäft und daß auch diese mißhandelt wur- gödie erwähnt, der die Familie des Grafen Co den, daß eine Sekretärin in der deutschen Botschaft, rard de Tserclaes Wom me rson , eine der Frl. Beckmann, von diesen ftanzösischen Barbaren bekanntesten belgischen Adelsfamilien, zum Opse mehrere Faustschläge in den Magen bekam. Später fiel. Der Graf, der sich auf seinem in der Nähe be wurden noch zwei Deutsche, die die Franzosen aus Schlachtfeldes liegenden Schloß befand, wollte m« Vpern herausgeholt hatten, der Leiter des deut- feiner Familie nach Brüssel zurückkehren. Aber sei schen Kriegsgräberdieystes und sein Gärt- Auto wurde von den Franzosen unte ner, herangebracht. Der Gärtner wurde derart ge- Maschinengewehrfeuer genommen schlagen, daß man mit seinem Tode rechnen muß. wobei der Vater, die Mutter und die Tochter g e Wir hörten später, wie die Franzosen, höhnisch t ö t e t wurden, während die beiden Kinder be lachend, versicherten, er s e i tot. Wir haben ihn Tochter wie durch- ein Wunder gerettet wurden, auch nie mehr wiedergesehen. Die nächtlichen Angriffe englischer Flieger auf bie

Körber schilderte dann, wie er und zwei Ange- belgische Hauptstabt haben weiterhin zahlreich» W stellt» der deutschen Botschaft schließlich ia schwer beschädigt.

vertreten zu müssen, sich in loyalster Weise bemüht hat, diese Verbindung herzustellen unb es ihm chließlich gelungen ist, durchzusetzen, daß der schwe- nsche Gejcyaftsträger aus Bern den Zug aufsuchte.

Der Aufenthalt in Pontarlier war die einzige Möglichkeit, unseren unglücklichen, verhafteten Kameraden Hilfe zukommen lassen zu können und ihnen, wenn überhaupt möglich, Rettung zu bringen. Bis auf drei ist es mir gelungen, die Ver­hafteten freizubekommen. Als dann am 13. Tag klar wurde, daß die französische Regierung materiell nicht in der Sage war, die Verhafteten herbeizu- chaffen, andererseits bei meiner Abreise drei Fran­zosen in Lindau aus dem belgischen Zuge zurück- gehalten wurden und der Gesundheitszustand unter

Soldaten handelt es sich nicht um verein­zelte Fälle, die auf die Willkür unb Grau­samkeit unterer französischer Dienstgrade Surückge- führt werden könnten. Die französischen Gendar- men, die dem deutschen Offizier Fesseln anlegten, haben betont, daß sie dies auf ausdrückliche AnweisungihreroberenDien st stellen täten. In Uebereinftimmung damit beweist ein in die Hand der deutschen Truppen gefallener G e - heimbefehl des General st abes (Zweites Büro der 9. französischen Armee, Nr. 1801/2 vom 13. April 1940), daß die schonungslose Behandlung gefangener verwundeter Soldaten der deutschen Luftwaffe und der Fallschirmtruppen durchaus d e n Absichten d e r verantwortlichen höhe­ren Kommando st eilen der französi­schen Armee entspricht und von ihnen den

Unterabteilung der französischen SuretS gehörte, einer Organisation, bie dem ftanzösischen Innen» minifter, dem Juden Mandel, untersteht. Diese Organisation hatte vom 10. Mai an eine Ter­rorherrschaft .in Belgien ausgeübt. Sie hatte dort nicht nur Deutsche, sondern auch Belgier und Holländer, die auf ihren Listen standen, her­ausgeholt undnachFrankreich verschleppt. Wir wurden in zwei engen Räumen eingepfercht und mußten dort eine ganze Woche lang, auf har­ten Stühlen sitzend, ohne irgend eine Schlafgelegen­heit, verbringen. Wir erhielten kaum irgend etwas zu essen.

Der erste Eindruck, den wir von Verhören hatten, war, baß sich einVerhafteter" ich glaube, es handelte sich um einen Belgier als er vom Ver­hör zurückkehrte, unbemerkt in einer Ecke bie Pulsabern aufschni11 unb plötzlich in einer großen Blutlache zusammenbrach., Er wurde nur deswegen wieder ins Leben gerufen, weil die ftan­zösischen Kriminalbeamten sagten, sie wollten noch das Letzte aus ihm herauspressen, was aus ihm herausgepreßt werden konnte.

Der zweite Eindruck war, baß ich einen der Ka­meraden von ber deutschen Botschaft in Brüssel, ber zwei Tage nach seinem Verhör verschwunden war, nun kurz wieder austauchen sah. Er war im Gesicht völlig zerschlagen, ein Auge war über­haupt nicht mehr sichtbar. Man hatte ihm einige Zähne ausHeschlagen, er konnte nicht mehr laufen unb muhte seine Schuhe in ben Händen tragen, weil man ihn auch an ben Füßen mißhan­delt hatte. Dann hörten wir immer in ben Räumen über uns, wie unsere Kameraden in furchtbarer Weise mißhandelt wurden. Sie wurden gegen die Wanb geworfen unb mit Fußtritten traktiert.

Erst am dritten Tage kam auch ich dran. Ich wurde gleich mit Handschellen gefesselt, nachdem ich mich zunächst bis auf die Unterwäsche ausziehen mußte. So würbe ich zunächst drei Stunden lang am Vormittag verhört. Dann sckickte mich der Kri» mina(beamte wieder hinunter unb sagte, nachdem ich

französischen Truppepn andeso hlen worben ist. nach Belgien vorgeworfen war, um Die oeufichen Denn aus diesem Geheimbeseyl geht klar hervor, Truppen aufzuhalten und im Gegenstoß zu zer- daß solchen verwundeten deutschen Soldaten gründ- schmettern. Die Engländer, soweit sie noch über sätzlich zunächst keine ärztliche Behandlung zuteil Verbände verfügen, haben versucht, die Küste zu werden soll, sondern daß in erster Linie alle Mög- erreichen, wo wenigstens Dünkirchen noch Aussicht lichkeiten ausgenutzt werden sollen, um von ihnen zu bieten schien, zu Schiff nach England zu entkom» militärische Aussagen zu erpressen, men. Aber gerade hier hat sich wieder einmal ge- Viele andere Meldungen, bie ber Rekchsregierung zeigt, wie überlegen der deutsche Generalstab ar- vorliegen, bezeugen in ähnlicher Weise die Grau- beitet, wie er alle Waffen zur rechten Zett emsetzt, samkeit unb Brutalität, mit der deutsche Flieger von dem einen Impuls getragen, den Gegner unter unb Fallschirmjäger nach ihrer Gefangennahme von allen Umständen zu vernichten. England gat an die ben französischen Truppen behandelt werden. belgrsch-französische Küste an Schiften gesandt, was 'sich zusammenraffen ließ, vor allem Knegsschifie und Transporter. Das war das gegebene Angriffs­ziel für die deutsche Luftwaffe, die am 29. Mai abends ganze Arbeit machte mit dem Ergebnis eines glänzenden Sieges über den Gegner auf dem Wasser und in der Luft.

Schwante, über die Leibensfahrt ber Ange­hörigen ber deutschen Botschaft durch Frankreich nach Deuftchland.

Am 11. Mai erklärte mir die belgische Regierung, daß bie deutsche Botschaft in einem Transit­zug durch Frankreich nach der französisch- schweizerischen Grenze befördert unb daß ein Ver­treter des belgischen Außenministeriums zur Be­gleitung mitgegeben werden solle. Auf meinei^Ein- wand, ob auch die französische Regierung dem un­behelligten Transport in Form eines Transitzuges zugestimmt habe, wurde mir ausdrücklich erklärt, daß der Transport durch Frankreich unbedingt gesickert, und sich mit der Zuvorkommenheit vollzieyen würde, die internationale Gepflogenheit fei. Ich hatte keinen Anlaß, daran zu zweifeln, da ja erst vor kurzem die ftanzösische und englische Gesandtschaften aus Kopenhagen unbehelligt unb in ben Formen von deutscher Höflichkeit von Deutschland nach Belgien durchgelei­tet worben waren.

Die Abreise von Brüssel mit 206 Fahrtteilneh- mern, darunter etwa 130 grau en unb Kin» ber, vollzog sich korrekt. Der Zug bestand, da die belgische Regierung sämtliche Schlafwagen bereits nach Frankreich verschickt hatte, aus Personenwagen 1. unb 2. Klasse. Der Raum war jeboch so be­schränkt, baß fünf bis sechs Personen in einem Ab­teil Platz nehmen mußten. An be£ ftanzösischen Grenze würbe der Zug sofort durch franzö­sische Kriminalbeamte in Zivil und Sol­daten mit aufgepflanztem Bajonett besetzt unb in barschem Tone jedem Fahrtteilnehmer verboten, fein Abteil zu verlassen. Die Paßkontrolle, gegen die ich sofort bei dem belgischen Vertreter Einspruch erheben wollte, was mir jeboch mit Ge­walt verwehrt würbe, verlief in außergewöhnlich schroffer Form. Gleichzeitig würben acht Mitglieber

Ich war nach kurzer Zeit beinahe bewußtlos, konnte mich nicyt mehr erheben, konnte kaum mehr, , . .

sprechen. Meine Füße waren nur noch zwei un° wirtschaftlichen Lebens, so erklärte z. förmige blutige Klumpen. Die Franzosen traten germeister von N a m u r , werde durch die allnacht mir auch mit ihren Füßen auf die Fußgelenke. Da uch sich wiederholenden B o m b a r d i e r u n g e i ich meine Schuhe nicht wieder anziehen konnte, ber Stabt durch englische Flieger verhindert. 2>n schnitt einer ber Beamten bie Schuhe hinten Opfer in ber Zivilbevölkerung zahlten nach H u n auf. Auch so konnte ich nicht hineinkommen, und b e r t e n. Unzählige Hauser feien bereits durch eng ich mußte, auf den Knien rutschend und kriechend, tische Fliegerbomben zerstört worden. Aber nod zwei Stockwerte hinunter in ben Keller, wo» ich i n nie habe eine Bombe ein militärisch wichtiges Ziel ~ " geworfen mürbe. Dort erreicht. ...

ang ohne Nahrung. | Die aus Frankreich zurückkehrenden Fluchst,

Stunde wieder heraufgeholt, wieder bis auf die

Unterwäsche ausgezoaen, meine Hände wurden mir

auf den Rucken gefesselt und ich mußte mi t den Bombardierung belgischer Städte, nackten Kn.enauf ein hartes L' ne a l ^menschliche Behandlung der Flüchtlinge.