Ausgabe 
31.1.1940
 
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für 40jähri(^ freue Dienste erhielten Lehrer Ernst Reich uni) B^ru'sjchullehrer Otto Schneider. Das f i l b e r n e Treudienstehrenzeichen für 25jährige freue Dienste erhielten die Lehrer Georg Roth, Hch. Stroh, Ehr. Breidecker, Heinrich Jäger, He-innch S mon, Fritz Otterbein, Ewald Falls, Jakob Welter, Hch. Kransch, Karl Meidt, Gg. Bingei, Julius Bieüentopf, Franz Demi, Johs. Jmmel, Wilh. Hofmann, Gustav Kaufmann, Karl Dähn, Franz ^pp^rnann. Friedr. Mach, G.org Michel, Otto Klein, Wilh. Herber, Hch. Dern, Ernst Simon, August Mattern, Hermann Hofmann, Karl Häuser, Hch. Frank, Wilh. Ulmer; sowie die Lehrerinnen Ida Hoffmann, Amalie Stroh, Kath. Eichhorn, Luise Kühne, Emilie Horst, Elis. Hederer, Antonie Baur und Eugenie Ellenberber. Ferner wurden damit bedacht: Rektor Friedrich Adam, Rektorin Emma Weitzel, Berufsschullehrer Cmil Hitz, Gewerbelehrer Ernst Schuchard, Fachlehrer Willi Woelke, Gewerbe­lehrer Cchr. Leichum und Berufsschullehrer Emil Hahn.

llntergau 116 bei den Obergaumeisterschasten im Schilauf.

Bei den bei Oberreifenberg im Taunus durch­geführten Schimeisterschaften des BbM.-Obergaues war auch der Untergau 116 Wetterau vertreten. In der Klasse A der 1618jährigen errang Gisela Wollschläger (Bad-Nauheim) den zweiten Sieg mit einer Gesamtzeit von 5:17,2 Minuten. Der Wett> bewerb setzte sich aus Abfahrts- und Torlauf zu­sammen. Der 1. Sieg fiel an ein Frankfurter Mädel. Auch in den beiden anderen Altersklassen sicherten sich die Frankfurterinnen den Sieg.

*

** Dienstjubiläum bei der Stadt Gießen. Auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 25 Jahren bei den Stadtwerken kann heute der Straßenbahn­wagenführer Andreas Wagner zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar in Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste im Kreise der Arbeitskameraden geehrt und erhielt neben einer Treueprämie ein Glückwunschschreiben des ^Ober­bürgermeisters.

* Wechsel in der Vorlesungsfolae. 9m Rahmen der von der Universität veranstalteten unentgeltlichen Vorlesungen für Hörer aller Fakul­täten, Anaehörige der Wehrmacht und interessierte Volksgenossen fällt die für den morgigen Donners­tag, 1. Februar, angekündigte Vorlesung des Pro­fessors von Blumenthal überHomer und die homerische Frage" aus. Dafür wird Professor Dr. Zschietzschmann morgen abend über das Thema J>omer und die bildende Kunst der Grie­chen" sprechen.

Kdf.-Volkstumsgruppen und Soldaten.

* Leihgestern, 30. Jan. Wer am Samstag dem von der KdF.-Sing- und Tanzgruppe Leih­gestern gemeinschaftlich mit Soldaten veranstalteten Dorfgemeinschaftsabend in der Gastwirtschaft äum Löwen" beiwohnte, konnte sich erneut davon überzeugen, daß unzertrennliche Bande zwischen Front und Heimat geknüpft sind. Im Wechsel mit den schneidigen Militärmärschen eines Wehrmacht- Musikkorps und Liedern eines Soldatenchores brach­ten die Leihgesterner Sing- und Tanzgruppen ihre volkstümlichen Darbietungen. Spontanen Beifall lösten die Trachtentänze und alt-hessischen Spinn- pubenlieder aus, zumal die Soldaten deutlich emp­fanden, daß hier nichtsGemachtes" geboten wurde, sondern lebensvolle, ursprüngliche Bauernkultur in Erscheinung trat. Der hier beheimatete oberhessische Heimatdichter Georg Heß sprach die verbindenden Worte zwischen den einzelnen Darbietungen, machte durch seine Mundartdichtungen die Gäste mit dem hessischen Humor und der hessischen Muttersprache bekannt und erntete als Leiter der geschickt aufge­bauten Spielfolge herzlichen Dank. Die etwa 450 Be­sucher der Veranstaltung werden den Abend lange in Erinnerung behalten, schenkte er ihnen doch einige frohe Stunden in ernster Kriegszeit und spendete wahre Kraft durch Freude.

Marder tötet 13 Hühner.

LDD. Ehringshausen (Dillkreis), 29. Jan. In Grabenheim drang ein Marder in den H ü h- n er ft q 11 eines Bauern ein und tötete 13 Hühner. Der Räuber konnte entkommen.

Ein AA Sulle - Zwei v-Kühe...

Als Zuschauer beim Gießener

Die Biehversteigerungshalle Rhein-Main, unweit der Margaretenhütte, ist allwöchentlich Schauplatz des Gießener Schlachtviehverteilungsmarktes. Während mehrerer Tage der Woche ist dort oben abseits der Stadt nicht viel los. Nur am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen geht es lebhaft zu. Am Montag­nachmittag wird das Vieh antransportiert und trifft vom Güterbahnhof her in den Stallhallen ein. Die Schlachtviehvertellung beginnt Am Dienstagmorgen kommen die Metzger, um die Tiere zu übernehmen, und damit das Fleisch zu kaufen, das für den Lauf einer Woche der Gießener Bevölkerung zusteht

In den modernen Buchten des Schweinestalls liegen in manchmal unterschiedlich großer Anzahl, auch in unterschiedlicher Größe, die Schweine und ahnen nichts von ihrem nahen Ende. Im gegenüberliegenden Stall steht das Großvieh; Rinder, Kühe, Ochsen und Bullen, und sie wissen auch nicht, was mit ihnen geschehen soll. Dicht gedrängt stehen die Tiere da, stoßen spielerisch mit ihren Hörnern umeinander, und sind unruhig und ungeduldig in der fremden Um­gebung. Zuhause, im Stall des Bauern, war es außerdem wärmer.

Jedes der Siete trägt auf dem Rücken ein kreis­rundes Blättchen Papier aufgeklebt, mit einer auf- aestempelten Nummer. Schon daran ist System und Organisation zu erkennen. Die Tiere sind genau in Listen erfaßt Und wenn man am Dienstagmorgen kommt, bann findet man die Tiere auch noch mit anderen Zeichen bemalt In großzügigen Strichen kann man da lesen: AA, B, C, D. Man sieht, die Klassifizierungskommission hat bereits gear­beitet! Ihr gehören ein Bauer, ein Händler und ein Metzger an. Mit den ersten Buchstaben des Alphabets hattdie Kommission das Tier nach seinem Schlacht­wert eingeschätzt Da steht ein mächtiger Simmentaler Bulle, massig, gut genährt, so daß er einem Metzger wohl zu imponieren vermag.AA" steht auf seinem Rücken. Das bedeutetAusstichtier", also sehr gute Qualität. Der Preis für diesen Bullen ist höher als für Tiere anderer Klasse. Der Bulle ist aber auch gut" für, sagen wir einmal,58 Prozent'; d. h. aus- geschlachtet wiegt der Bulle noch 58% seines Lebend­gewichtes. Dann kann es sein, daß unmittelbar neben diesem Simmentaler Riesen ein ganz bescheidenes Tier steht, eine kleine Vogelsberger Kuh; daß sie fett wäre, kann man nicht sagen; auch sehr fleischig ift sie nicht; daß sie sehr jung wäre, ist auch nicht zu ver­muten!D steht auf dem Rücken. Also, mindere Qualität Verkauft muß sie. auch werden, und der Bauer, dem sie oftmals den Wagen über die Höhen des Vogelsberges gezogen hat, erhält den gerechten Preis für sein Tier, von dem er sich vielleicht gar nicht so leicht getrennt hat Jene Tiere, die einB" oder einC" auf dem Rücken tragen, werden von den Metzgern aber mit etwas wohlwollenderen Augen angesehen.

Die Preise für die Tiere der verschiedenen Klassen bewegen sich in festgelegten Grenzen. Händler und Metzger müssen sich im gegebenen Rahmen einig werden, und sie werden es auch. In jedem Falle bekommt der Bauer den gerechten Preis. Selbstver­ständlich müssen Transportkosten, die (festgelegte) Verdienstspanne deZ Händlers und geringe Verwal- tungskosten berücksichtigt werden. Wenn einmal Händler und Metzger vor einem Tier nicht einig werden, wird der Marktmeister angerufen. Er ent­scheidet dann nach bestem Wissen und Gewissen, ob er den Preis von 32 ober 34 Pfennigen je Pfunb (beispielsweise) für gerecht hält.

Von all bem merkt ber Verbraucher nichts, denn die Preise für das Fleisch im Laden find ja konstant. Damit es nicht vorkommt, daß ein Metzger etwa immer nur weniger wertvolles und ein anderer immer bas beste Fleisch hat, gibt es am Schlachtvieh­verteilungsmarkt auch eine ZuteilungSkommis- sion, die sich aus bewährten, gerechten und erfahrenen Meistern zusammensetzt. Diese Kommission sorgt da- für, baß ber Metzger, ber in ber vergangenen Woche nicht sehr günstig bebacht werben konnte, in bieset Woche ein besseres Stück erhält Manchmal wirb ein AA-Tier auch auf mehrere Metzger mit kleineren Be­trieben verteilt, so baß jeder Metzger seine Kunden mit bestem Fleisch bedienen kann. Für den Verbrau-

Schlachtviehverteilungsmartt.

cher hätte es also wenig Zweck, zueinem anderen Metzger" zu gehen, weil bei der Verteilung der Tiere im Hinblick auf die Qualität mit peinlicher Gerechtig­keit verfahren wird. Wer ein AA-Tier erhält, muß entsprechend seinem Kontingent auch einmal eine V-Kuh mit in Kauf nehmen. Aus den Listen ift immer nachzuweisen, was jeder Metzger erhalten hat.

All das, was hier in sachlichen Darstellungen wiedergegeben ist, kann man an einem Markttag mit mehr ober weniger humorvollen, ober auch mit herben Verbrämungen hören, wenn man sich auch nur eine halbe Stunde in das Büro stellt, in dem die Metzger aus- und eingehen und der auch beim Vieh- kauf unvermeidlichePapierkrieg" ausgetragen wirb. Klassenbezeichnung, Schlachtgewicht, Kontingent* nummer, Pfundpreise, Namen der Metzger usw. werden in scheinbarer Regellosigkeit durcheinander genannt, und doch hat alles seine gute Ordnung.

Schließlich können die Metzger aus Gießen, Wie» seck, Klein-Linden und Heuchelheim (etwa 53 an der Zahl) ihr Vieh zum Schlachthof bringen, nachdem

Die bayerischen Schi-Meisterschaften und einige Vorrundenspiele um die deutsche Eishockey-Meister­schaft, verbunden mit internationalen Vorführungen im Eiskunstläufen, waren am vergangenen Wochen­ende der vielversprechende Auftakt zur 4. Internatio­nalen Winterspottwoche in Garmisch-Partenkirchen. Nach zwei Ruhetagen am Dienstag und Mittwoch, die allerdings bet den Aktiven im Zeichen Hatter Trainingsarbeit stehen werden, beginnt bann am Donnerstag ber zweite Teil ber Wintersportwoche, ber in ben von acht Nationen beschickten internatio­nalen Schiwettkämpfen unb bem Sechsländer-Turnier im Eishockey gipfelt. Die Olympia-Kampfstätten im Werbenfelser Lanb werben ber Schauplatz einer internationalen Wintersportveranstaltung sein, wie sie kein anberes Land in diesem Winter durchzuführen vermag. Mit diesem großen Wintersportfest in Garmisch-Pattenkirchen verbinden sich um ben Worten bes Reichsspottführers zu folgen Gefühle des Stolzes über das neugeschaffene Gut des deutschen Spottes, der Freude über ben Besuch unserer aus­ländischen Freunde und ber Dankbarkeit für unseren Führer, bem wir auch bieses Ereignis verbanken!

Sechs Länder beim Eishockeyturnier.

DaS Eishockey-Länderturnier, bas sich über vier Tage erstreckt, wirb von sechs Nationen bestritten, unb zwar von Italien, Ungarn, Jugoslawien, Slowakei, Protektorat Böhmen unb Mähren unb Deutschland Zunächst wird in zwei Gruppen gespielt, in der einen stehen Deutschland, Ungarn unb Jugoslawien, in ber anoeren Italien, Protektorat und Slowakei. Die deutsche Mannschaft, die in den letzten Tagen an Ort unb Stelle zu einer schlagkräftigen Einheit zusammen­geschweißt würbe, spielt am Donnerstag gegen Jugo­slawien unb am Samstag gegen Ungarn. Die Magyaren sinb ein besonbers gefährlicher Gegner unb es wirb für bie beutsche Vertretung nicht leicht fein, sich ben Gruppensieg zu erkämpfen. In ber anberen Gruppe wirb wohl bas Protektorat ben Sieg davon- tragen unb so bürste es mit größter Wahrscheinlichkeit am Sonntag zu einem Enbspiel zwischen Deutschlanb unb bem Protektorat kommen, in bem bie beutsche Vertretung bann Gelegenheit erhält, bie kürzlich in Prag erlittene 1:5-Niederlage wettzumachen. In den Pausen der Eishockeyspiele wird man die besten Eiskunstläufer und Läuferinnen Großdeutsch­lands, Ungarns, Italiens, des Protektorats usw. bewundern können.

Acht Nationen bei bett Schikämpfen.

Zu den Vertretungen Deutschlands, Italiens, Un­garns, ber Slowakei, bes Protektorats unb Jugo- jlawiens gesellen sich bei ben Schiwettkämpfen noch die Spitzenkönner Bulgariens unb Rumäniens, so baß also insgesamt acht Nationen an ben Schikämpfen

auch bie finanzielle Seite mit Hilfe ber Verrechnung über bie Volksbank ihre Erledigung gefunden hat.

Da die ganze Arbeit, die mit ber Schlachtviehver- teilung verbunben ist, oft bie Stunden bis zum frühen Nachmittag in Anspruch nimmt, da auch nicht alle Metzger gleichzeitig abgefertigt werden können, findet sich immer auch eine halbe Stunde, die man in bet hübschen Bauernschenke »erbringen kann. Da werben Brot unb Wurst ausgepackt, ein Glas Bier, eine Tasse Kaffee ober eine Fleischbrühe bestellt unb mit wohlverdienter Ruhe gefrühstückt. Dabei lassen sich gemütlich die bunten hübschen Malereien stu­dieren unb bie Sprüche leien, bie von Georg Heß übrigensaus bem Leben gegriffen sind. Und wenn ber Metzgermeister an bie Rechnung denkt, die er für das erstandene Vieh bezahlen muß, bann wirb er auch einem ber Wanbsprüche recht geben, bet ba sagt:

Woarim sott ich kloage, bie Rechnung stimmt, m't muaß aach geatoa, wann m'r nimmt." Auch bem Bauern, ber sein Vieh auf ben Gießener Markt schickt, ist etwas in das Stammbuch geschrieben. Da steht nämlich u. a. zu lesen:

Komm Fritz, und laß des net verdräise,

Kimmst ohne Jidd aach uf be Maad nach Gäiße."

N.

teilnehmen werben. Der Freitag bringt ben 40-lcm- Staffellaus für Lünbermannschaften, am Samstag stehen auf ber Kreuzeckstrecke bie Abfahrts­läufe für Männer unb Frauen zur Entscheidung, und der Sonntag bringt am Vormittag bie Tor­läufe für Männer unb Frauen am Hang bes Gubiberges unb gewissermaßen als Höhepunkt um bie Mittagsstunde den großen Spezialsprung­lauf auf ber Großen Olympiaschan^e. Deutschland, das im vergangenen Jahre bei ben Schi-Weltmeister­schaften von elf zu vergebenen Titeln allein sieben(!) gewann unb bamit zur führenben Schisportnation ber Welt würbe, wirb selbstverstänblich in Garmisch- Partenkirchen mit seiner gesamten Spitzenklasse ver­treten sein. Wir nennen bie Weltmeister Helmut Lantschner (Abfahrtslauf), Josef Jennewein (Alpine Kombination), Gustl Berauer (Nordische Kombination) und Chttstl Cranz (Alpine Kombi­nation), ferner Rudi Cranz, Walter Clausing, bie Süb- tiroler Vinzenz Demetz, Gottfried Baur, ben Salz­burger Gregor Höll, bie sächsischen Springer Krauß und Häckel, die jetzt erst in der Slowakei schöne Siege errangen, und aus ben Reihen ber Wehrmacht bie Meisterläufer Lt. Meergans unb Felbw. Burk. Das ist, wie gesagt, nur eine kleine Auslese ber beutschen Spitzenklasse, bie ben Kampf mit ben starken aus­ländischen Läufern unb Springern aufnehmen wirb. Zu erwähnen wäre, baß unser Weltmeister im Sprin­gen. Sepp Brabl, nach seiner schweren Beinverletzung nod) nicht so weit ist, um ebenfalls am Kampf teil* nehmen zu können.

Sehr spannend verspricht die 4 x I0-l<m-Staffel der Nationen zu werden, für die Deutschland als Favorit zu gelten hat. In den alpinen Wettbewerben am Kreuzeck und Gudiberg erwartet man einen großen Zweikampf zwischen Deutschland unb Italien, zwischen ben Cranz, Clausing, Lantschner, Jennewein, Walch als Spitzenvertreter Deutschlands unb ben italienischen Spezialisten Chierroni. Marcellin unb Zanni. Im Sprunglauf endlich werden bie beutschen Springer in erster Linie auf bie guten Jugoslawen unb Tschechen zu achten haben.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Auf dem geftrrgen Gießener Schlachtvieh markt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- runashalle Rhein-Main kosteten Ochsen 41,5 bis 45, Bullen 39 bis 46,5, Kühe 16 bis 43,5, Färsen 27,5 bis 48,5, Kälber 40 bis 64, Schafe 40 bis 47 Rpf. e Vt kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je <g Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 135,5 kg) 1,09, c (100 bis 119,5 kg) 1,07, d (unter 100 kg) 1,01, ef (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Spectfauen) 1,09, i (Altschneider/ 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01.

Glanzvolle Mntersporttage in Garmisch.

Oie IV. Internationale Wintersportwoche. - OaS Programm.

Copyright by Deutscher Verlag, Berlin

2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Sie hoffte aus ihren nächsten Film. Heinz Rüh- mann sollte sich für sie interessieren und Liebeneier, der bie Regie haben würde in dem nächsten Lust­svielfilm:Eines Meinen Mannes große Liebe". Rühmänn würde natüttich der kleine Mann sein. Das stand fest. Ob Jwanka die große Liebe sein mochte, war leider noch höchst ungewiß. Man hatte nur darüber gesprochen.

Er wünschte es iyr und wünschte es ihr wieder nächt. Wurde Jwanka ein Stern am Filmhimmel, verlor er sie; das war ziemlich gewiß. Erreichte sie nichts in der Kunst oder was sie dafür hielt, hatte er Aussichten, die Enttäuschte zu trösten und heim- zuführen.

_Den Hegg war in töeffter Seele ein Bürger. Der väterliche Stadtrat kam da durch. Er wollte keine Liebschaft. Er wollte eine Frau, ein Heim und Kin­der; sechs möglichst. Ernähren wollte er sie dann schon. Er spürte noch ganz andere Möglichkeit in sich als den Diener des Lord Windermere zu spie­len ober die zweite Besetzung des Bastards in ber Jungfrau.

Er sagte:Boury, das ist doch dieser Kabarett- direktor, nicht wahr? Der kleine geschniegelte Loth­ringer mit Lackstiefeletten und Einglas? Der mit Operetten und Revuen ins Ausland reist?"

Ja. Aber warum ziehst du denn dabei die Mund­ecken herunter, als ob ich dir Ehininpillen zuge­mutet hätte! Ein überaus netter, angenehmer Mann, der Dir eher Boury. Charles heißt er mit Vornamen. Unb er schätzt mich. Es ist möglich, daß wir Vertrag machen. Er willEine Frau von For­mat" in Budapest und Preßbury geben. Als Aus- ftattungsrevue, weißt du. Ich spiele die Frau von Format. Versteht sich. Ich glaube, ich nehme an."

Und ber Film mit Rührnann?"

Das hänA ja alles noch in ber Luft. Immer­hin meine ich, der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Was würdest du an meiner Stelle tun?" Sie holte ein Likörglas unb goß ihm aus einer bauchigen Flasche ein. Die dicke röttiche Flüssigkeit stand wie Mut im Glas,

.Lirschlitür mag ich ja gerade Nicht, Jwanka!" ,Lst ja auch keiner, sieht nur so aus. Trink mal.

Prosit! Sie trank ihr Glas aus. Er fand, es fei doch Eherry Brandy, zog es aber vor, zu schweigen. Jwanka fuhr fort:Sag ehrlich, was tätest du an meiner Stelle? Ich kann es mir nicht leisten, Bourys Angebot auszuschlcrgen und hier zu märten, bis man mich vielleicht für den gifon holt. Oder auch nicht! Ich denke, ich mache ben Vertrag mit Boury so, daß ich für alle Fälle, wenn man mich doch für Den Rüh ma nn-Film haben will, in Budapest oder Preßburg oder wo wir dann gerade sind, weg kann."

Das wird der Mann bestimmt nicht machen."

Sie sah chn an. In ihren Augen war ein Glitzern. Das laß meine Sorge fein", sagte sie und ihre Lippen kräuselten sich unmerkkick. Er streckte die Hand aus und berühtte ihren Arm, um sich auch körperlich in Erinnerung zu bringen.Und was wird aus mir, Jwanka? Wenn du so weit weggehst, nach Ungarn und in die Slowakei ..."

Du wartest schön brav auf mich. Siehst dann und wann nach ber Wohnung und bist überhaupt der netteste, einzige und beste Kamerad, dem ich die Schlüssel überlassen werbe, ohne fürchten zu müssen, daß er in meiner Abwesenheit hier Orgien insze­niert." Sie setzte sich aus seinen Schoß.Du wirst mir treu sein?", meinte sie. Ihre Zungenspitze feuch­tete die Lippen und leckte einen Rest Zuckerschnaps ab.

Natürlich", versicherte er und faßte ihre Hüften, das ist doch ganz klar. Obgleich ..."; er brach ab.

Obgleich?" meinte sie neugierig.

Wie kann ich dir treu sein, da du noch nicht die meine warst."

Jwanka schüttelte sich.Die meine! Was für ein Wort, Otto. Bist du immer so patethisch und ange­staubt. Ich bin die deine. Deine beite Freundin. Du kannst mich anpumpen. Wenn icy selber Geld habe, bekommst du es. Du kannst zu mir kommen und sagen, du liebst eine andere Frau, ich nehme dir das nicht übel.

Das ist es ja gerade! Ich liebe dich, unb du nimmst es mir nicht übel, wenn ich eine anbere Frau liebe!"

Sie schwieg einen Augenblick, als benfe sie nach. Ihr glattes, kindliches Gesicht wies tatsächlich Züge von Nachdenklichkeit. Sie strich Heeg über ben Kops. Sein Haar sträubte sich, bann legte es sich wieder glatt.Vielleicht würde ich es dir doch Übelnehmen", sagte sie leiser.Gestehe es mir lieber nicht/

Er riß sie zu sich herab. Seine Lippen küßten ihr Gesicht. Eine Weile hielt sie still, ohne die Küste zu erwidern; bann machte sie sich los. Vor dem Wandspiegel, es war ein altes venezianisches

Prunkstück und paßte kaum in den sonst modern und sachlich eingerichteten Raum, puderte sie sich und zog die Lippen nach. Den Spiegel hatte chr ßubroig Earlotti eines Tages geschickt, sicherlich re» präsentierte er einen beträchtliche.h Wett; das fiel ihr ein, als sie sich in dem alten, unscharf geworde­nen Glas sah.

Hegg sagte behutsam, er hatte selber das Ge- fühl, daß hier leicht etwas zerbrochen werden konnte, was noch im Kommen war:Ich möchte mich mit dir verloben, Jwanka. Oder nimm das bessere Wott: ich möchte gern, daß mir uns ein­ander versprechen."

Sie sagte sofort ganz ruhig, ohne merkliche Ab­wehr:Warum möchtest du das, Otto? Es hindert, macht uns unfrei und verpflichtet den, der nicht innerlich will, hoch zu nichts."

Wir müßten beide innerlich wollen."

Dann brauchen wir uns nicht zu verloben."

Vielleicht doch; es würde uns eine gewisse Sicherheit geben und ein größeres Vertrauen."

Mir gewiß nicht. Dir?"

Ja. Mir."

Du vertraust mir also nicht?"

Er bewegte ben Oberkörper hin und her.Doch", sagte er,obgleich da vieles ist, über das du schweigst."

Was zum Beispiel?" Sie war immer noch mit ihrem Gesicht vor dem Spiegel beschäftigt. Dann schlug sie die Puderdose mit einem hörbaren Klack zu. Eine feine Staubwolke quoll wie Rauch auf unb verlor sich rasch in der Lust. Jwanka blies ihre Hand ab.Was verschweige ich dir?"

Hegg gab sich einen Ruck.Wer bezahlte dir diese Wohnung? Ich meine, wer bezahlt sie wahr- scheinlich auch jetzt noch? Deine Kleider sind nicht selbstverdient. Dein Schmuck ist viel zu kostbar."

Er ist nicht echt."

ßüge nicht, Jwanka, er ist echt! Ich weiß es." Er ftrid) mit der Hand durch die Lust.Du hast mir etwas von einem väterlichen Freund erzählt. Du hast mir anderseits gestanden, daß du Waise bist und in Kroatien keine Angehörigen mehr hast. Wer ist dieser väterliche Freund? Du bist schön, Jwanka, dein väterlicher Freund wird das gemerkt haben. Oder soll ich an den Weihnachtsmann glauben?"

,Hch finde, du bist ein recht kleiner Mensch, Otto."

Er fuhr herum. Der Sessel quietschte.Was bin ich?"

Sie trat auf ihn zu.Mißtrauen ist eine häß­liche Krankheit", sagte sie.Dagegen nützt auch Verloben nichts. Es würde nur eine Tragödie werden."

Du kannst das alles mit einem Wott aus der Welt schaffen; alles Mißtrauen, alles Häßliche und die Zweifel, die zwischen uns stehen."

Sie stampfte mit dem Fuß auf. Es war ein grüner Seidenschuh, er sah es deutlich. Der Absatz kippte dabei um.Indem ick dir verrate, wer Der Mann ist, der mir diese Wohnung eingerichtet hat? Fängst du wieder damit an? Ich sage es dir nicht!"

Warum nicht?"

Er hat es mix verboten und ich ttchte mich danach."

So! Er kann dir etwas verbieten!" Hegg lachte spöttisch.Jwanka, die Stolze läßt sich etwas ver­bieten/ Er sah sie an, aber sie hielt den Kopf ge­senkt. Seine Aufhetzung verfing bei ihr nicht.

Das hat ja alles gar keinen Zweck, .was wir hier reden", sagte sie.Ich habe dich gern, 'Otto, aber ich will dich nicht heiratem Vielleicht solltest du froh darüber sein." Ihr Lächeln war mehr in den Augen als um den Mund.

Willst du den anderen heiraten, den Mann, der nicht genannt sein will?"

Aber nein. Du redest Unsinn. Ich will in meinem Beruf etwas erreichen. Ich bin eine Künstlerin. Man darf sich nicht zersplittern, wenn man weiter­kommen will. Liede und Ruhm vertragen sich nicht."

Und du wählst den Ruhm?"

Sie nickte.Ja", bekräftigte sie dann noch. Ader er fand, sie habe ein Lächeln um den Mund, als ob sie löge.

Charles Boury ist kein Künstler!"

Boury mag sein, wer er will. Er stellt mich groß heraus. Er ist mein Sprungbrett."

In diesem Augenblick klingelte es.

Das wird er sein", sagte Jwanka. Sie sah sich um.Wo bleibe ich mit dir?"

Er kann mich doch ruhig hier treffen."

"Nein, das möchte ich nicht. Männer sind ganz anders, wenn sie mit einer Frau allein sind; um) wir wollen einen Vertrag machen." Sie faßte Hegg beim Arm und schob ihn in das zweite Zimmer. Bleib schön still sitzen", sagte sie,sieh dich hier nicht viel um." Sie gab ihm einen kleinen Nasen­stüber und schloß ihre Schlafzimmertür hinter ihm. Dann lief sie durch das andere Zimmer zur Flur­tür.

Hegg trat auf Zehenspitzen ein paar Schritte näher. Das Bett war zugedeckt, eine blauseidene Steppdecke leuchtete unter einem Ueberwurf. Er setzte sich auf den kleinen Hocker vor den Frisier­spiegel. Von drei Seiten konnte er sich sehen. Auf der Glasplatte standen wohl ein halbes hundett Fläschchen, Tudeg und Flakons, eine wahre Hexem luch^. Fortsetzung folgte /