Ausgabe 
30.10.1940
 
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seien. Dann wandte sich der König in seiner Thron, rede den inner, und wirtschaftspolitischen Aufgaben und stellte fest, daß die Regierung besondere merksamfeit der nationalen Verteidigungsbereit­schaft widmen werde. Die bulgarische Regierung könne dem Volk die Versicherung geben, daß Bul­garien mit Ruhe seiner Zukunft ent- gegensehen könne. An den Stellen, cm denen der König über die Lösung der Dobrudfcha-Frage sprach, wurde er mit lebhafter Begeisterung be­grüßt.

23,3 Millionen Faschisten

Rom, 29. Oft. (DNB.) Anläßlich des Beginns des 19. Jahres der faschistischen Zeitrechnung hat Parteisekretär M u t i in Gegenwart des Nationalen Direktoriums der Partei dem Duce wie alljähr­lich den Parteiausweis Nr. 1 für das lau- sende Jahr überreicht und gleichzeitig Mussolini

über die von der Faschistischen Partei und ihren Gliederungen erfaßten Italiener und Italienerinnen Bericht erstattet, Hiernach gehören insgesamt rund 23,3 Millionen, d. h. 2,8 Millionen mehr als im Vorjahre, dem faschistischen Kampfbünden, der Iugrnd des Liktorenbündels, ~ den faschistischen Frauenorganisationen und den übrigen Gliederun­gen der Partei an.

Der Duce hat dem Wunsch des Parteisekretärs, Minister M u t i, von seinem Amt auszuscheiden, und sich während des Krieges ganz seiner Tätigkeit als Fliegermajor widmen zu können, stattge- geben. Zum Nachfolger Mutis hat Mussolini den bisherigen Minister für öffentliche Arbeiten Adelchi Serena, der früher bereits stellvertretender Par­teisekretär war, ernannt. Zstm Minister für öffent­liche Arbeiten wurde Nationalrat G o r l a ernannt, der bisher Sekretär des faschistischen Jngenieurver- | bandes war.

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Zerstörer sichern Schlachtschiffe auf dem Lriegsmarsch.

Sn schneidiger Fahrt sichern die flinken Zerstörer den Geleitzug ununterbrochen nach allen Seiten. Links im Vordergrund die Aufbauten eines schräg im Wasser liegenden Zerstörers.

(PK.-Andres-Scherl-M.)

Jm Zeichen von Buch und Schwert.

Obergebietsführer Or. Rainer Schlösser sprach über »Hitler-Jugend und Buch-

NSG. Aus Anlaß der Reichsveranstaltung ,Zu. gend und Buch" in Frankfurt, die im Rahmen der Woche des deutschen Buches durchgeführt wird, nach im Bürgersaal des Römers der Chef des ^ulturamtes der Reicbsjugendführung, Dr. Rainer

Schlösser, und führte il a. folgendes aus:

Für die Weltkriegsaeneration, der ich angehöre, besteht besonderer Anlaß, sich zum deutschen Buch zu bekennen', wer das Hohe Gut unseres Schrift­tums in sich ausgenommen hatte, wußte beim Fronteinsatz besser und hellsichtiger, worum es ging um das ewige Deutschland, das sich in den Meisterwerken der Dichtung und Wissenschaft ein- gefangen und festgehalten findet. So nahe uns aber !)as Buch im Weltkrieg stand, und so sehr es eben- wieder ernstes Bedürfnis des Frontsoldaten in un­sren Tagen ist eines berichtigte das Kriegs- erlebnis sogleich: den Irrtum nämlich, daß es für uns alle, und jeden einzelnen, mit der Aneignung »er buchmäßig festgehaltenen Gefühls- und Wis- ensbestände getan sei.

Die Jugend hat das tiefe Wort des Führers begriffen, daß es nicht auf das Lesen an sich an­kommt, daß das Lesen nicht Selbstzweck ist, daß es darum geht, nur das für jeden einzelnen Wichtige im Kopf zu behalten. Es soll ihm in erster Linie Mithelfern den Rahmen zu füllen, den Veranlagung und Befähigung ihm ziehen: mithin soll das Lesen Werkzeug und Baustoffe liefern, die der einzelne nötig hat zu seinem Lebensbereich: in zwei-- ter Linie aber soll es ein allgemeines Weltbild vermitteln.

Zunächst unb zuerst steht der Jugend das Recht auf ein eingängiges, ihrem Alter entsprechendes, spannendes und begeisterndes Buch zu. Aber schon in frühen Jahren fallen die Entscheidungen. Deshalb spreche ich mit vollem Verantwortungsgefühl aus: von Hitler-Jugend und Bund Deutscher Mädel kann man nicht nur hinsichtlich des Buches verlangen, daß sie. sich auch vor Anspruchsvollem und Anspruchsvollstem nicht scheuen sollen, sondern man muß es sogar tun. Noch nie bin ich mit einem Appell an die gesteigerten Anstrengungen der Käme-

raüinnen und Kameraden unverstanden geblieben. In diesem Punkt ist die heutige Jugend nicht ge­willt, sich von irgendeinem Jung-Geschlecht der deut­schen Vergangenheit beschämen zu lassen. Der unbe. wußte Lesetrieb stelckt fast in jedem jungen deutschen Menschen. Es wird uns, soweit es nicht schon der Fall ist, gelingen, diesen unbewußten Lesetrieb zu einem bewußten Lesebedürfnis zu stei­gern und zu adeln.

Ehe der Nationalsozialismus gesiegt hatte, war es Aufgabe, auch der Hitlerjugend, ihre Forde- rungen an das Schrifttum der Zeit zu stellen. Nach­dem die Arbeit der Partei und des Staates sicher­stellte, daß alles Zersetzende und Undeutsche vom Buchmarkt verschwand, ist es jetzt für uns Pflicht, zu fragen, welche Forderungen das Schrifttum an die Jugend zu stellen hat. Es genügt wohl, wenn wir diese Frage dahin beant­worten: Die Jugend muß ein Herz für den Dichter haben. Weil das aber eine recht theoretische Sache wäre, mit der der einzelne junge Mensch verhältnis­mäßig wenig anfangen kann, halten wir die Dich­terlesungen für das besonders geeignete Mit­tel, zu diesem Ziele zu kommen. Denn es ist klar, daß die unmittelbare Begegnung mit einem Dich'er besonders dazu anregt, sich mit seinem Schaffen ein­gehender zu befassen. Das verpflichtet auch, seine Bücher zu taufen. Wenn es nicht anders geht: un­ter Opfern.

Ein Symbol des Bekenntnisses der deutschen Ju­gend zum Geiste ist die Schrifttumsreihe des Kriegsoetreuungsdienstes der Reichsfugendführung. Wir dürfen sagen, daß wir die Hitler-Juqeny mitBuchund Schwertausgerüstet haben, und daß sie, mit beidem wohl versehen, ins Feld gezogen ist. Die Zahl der Toten und die Zahl der Siege sprechen beredt aus, daß dieser Erziehungs­weg der richtige war.

Im Anschluß an die Rede Dr. Schlössers las der Dichter Bruno Brehm aus eigenen Wer- ken. Es sang und musizierte die Rundfunkspielschar Frankfurt der Hitler-Jugend.

Soldaten des Duce.

Begegnungen mit der faschistischen Wehrmacht. Harter Kampfge st und heißer Glaube.

Das war ein prima llnlernehmen." Rückkehr der »Geleitzugknacker". - Kapitänleutnant Prien berichtet. Don Krikgsberichier Joachim pindter.

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WM

...., 29. Okt. (PK.) Das muß man sagen: ein wenig anders haben wir uns die Heimkehr der er­folgreichenGeleitzugknacker", die wie die Wehr- machtberichte vom letzten Wochenende meldeten In zwei Tagen 48 Handelsschiffe von rund 327 000 BRT. versenkten, vorge­stern! Statt des erhofften Sonnenscheins ist der Himmel grau in grau verhangen. Ein richtiger Bindfadenregen geht nieder, seit Stunden schon. Alles klebt vor Nasse, und der Pier, an dem bie zu­rückkommenden U-Boote anlegen sollen, sieht in sei­ner trostlosen Verlassenheit öde aus.

Blitzschnell, als wäre es nicht ein Stuck Leben, son­dern Kino, ändert sich jedoch das Bild, als eine kleine Viertelstunde später jemand ruft:D a i st P r i e n. Aus abseits parkenden Wagen, aus Lagerschuppen und Werkstattgebäuden eilt herbei, was sich,, zum Empfang der U-Bootmänner eingefunden: Offiziere. der Kriegsmarine, des Heeres und der Luftwaffe, | Soldaten in Feldarau und Blau, Werftarbeiter und | Angehörige der Organisation Todt. Gleichsam nut einem Fmberstab herbeigerufen, erscheint eine Ehrenkompanie und nimmt, flankiert von einem Musikkorps, Aufstellung. Während das Lied dieser Tage, das Englandlied, erklingt, läuft des Kapitan- leutnants Boot in die Hafeneinfahrt ein. Kapitan- leutnant Prien steht mit seinen Offizieren aus dem Turm, über dem acht Wimpel im Winde flattern. Einen Augenblick herrscht noch feierliches Schweigen. Grüßend legt alles die Hand an die Mutze, Bann aber bricht sich bie zuruckgehal ene Be- geisterung Bahn, und die Jubelrufe schallen vom Pier zu den Männern hinüber, die wieder wnmal unter Einsatz ihres Lebens den Briten eine schwere ÄÄVm- ... «..!«» nant Moehle und Kapitanleutngnt Schepfe in Sicht gekommen und haben ebenfalls schge- macht. Auch sie werden beim Anlegen wie Prien und seine Männer empfangen: mit einem Hell auf den Kommandanten und die tapfere Besatzung und mit dem Deutschlandlied. 0>nnt,

Öls erster der drei Kommandanten kommt Kapt

tänleutnant Prien an Land. Was nun folgt, laßt sich nur schwer beschreiben. Die dienstliche Mel­dung, das Abschreiten der Ehrenkompanie, das alles ertrinkt sozusagen in dem Jubelsturm der Be­geisterung, der über die erfolgreichen U-Bootfahrer hinwegbraust. Vorgesetzte und Kameraden, Sol­daten und Arbeiter umdrängen ihn, um ihm die Hand zu drücken ober ein Wort aus seinem Munde zu hören. Fragen über Fragen myschwirren ihn; Photoapparate werden gezückt, um den fünften mit dem Eichenlaub ausgezeichneten Offizier der deutschen Wehrmacht in diesem Augenblick im Bild sestzubalten. Und es ist, als ob die Sonne ein Einsehen habe. Der schon seit dem Morgen andauernde Regen hört plötzlich auf.

Erst eine ganze Weile später finden wir Prien wieder, wie er Offizieren der Kriegsmarine unb des Heeres von seinem letzten großen Erfolg berich- ! tet. Ein enger Kreis von Zuhörern hat sich um ihn gebildet Da steht Kapiiänleutnant Moehle, der auf dieser Feindfahrt 44 000 BRT. versenkte. Dort das ist das markante Prosit von Oberleutnant z. S. Jenisch, dem erst kürzlich vorn Führer das Ritterkreuz verliehen wurde, und noch weiter im Hintergrund: Kapitänleutnant Kretschmer, der schon gestern zurückgekehrt ist und nach Prien die höchste Dersenkungsziffer auf sein Konto buchen kann. Lauter erprobte und verdiente U-Bootkom- manbanten. .. , ....

Das war ein prima Unternehmen! , erzählt Pr'i'en, ein bißchen Atem holend, und fein frisches, von einem krausen U-Doot-Bart umrahmtes Ge- sicht strahlt vor Freude: So kurze Zelt brau- 6 en gewesen unb so viel Tonnage nach Hause g e b r a ch t, bas ist mir noch nicht passiert. Den ersten Geleitzug konnte ich nicht erwischen, aber als ich ben zweiten ausmachte, hab ich mich gleich brangehängt. Bevor ich zum Schuß kam, soft auch schon ein Kahn ab, und noch ein zweiter Da hatten schon andere ben Geleitzug angefnabbert. Ich bin bann einfach mitten rtin gefahren unb habe nach allen Seiten geschossen, immerzu mir ge- schossen."

betätigen. Der Apparat foll - (PK.°B°rchmann-Sch-rl-M.)

weisen.

Soldaten der Düste.

Ueberlegenheit ist.

Völker, weil bie soldatische F. Wied.

Reiter la der Campagna.

Dir hallen mit unserem Wagen vor einer Hei­nen Osteria mitten in der römischen Campagna in jenem klassisch schönen Hügellande, bas so oft die deutschen Maler entzückte. Dor ben kleinen Bauernhäusern stehen rassige Pferde, sauber ge- putzt exakt gesattelt. Die Reller sind abgesessen, sie halten den Stahlhelm in der Hand, eine Kord- flasche des guten billigen Lanbweines, vom Gast- wirt eben gestiftet, wandert von Hand zu Hand. Meldereiter preschen heran, mit einer eleganten Bewegung gleiten sie aus dem Sattel, salutieren unb schauen mit zärtlich besorgten Blicken nach ihren Pferden. , , _

Beim Podesta hält der Regimentsstab. Der Korn- manbeur hat seine Offiziere versammell und de-

Das Spuren

in der Erz ehrrngsarbeit der HI.

Berlin, 29. Okt. (DNB.) Reichsjugendführer Arthur A x m a n n erließ zu der am 30Oktober 1940 beginnenden Sparaktion der Hiller-Jugend den nach­stehenden Aufruf: Am 30. Oktober beginnt die Sparaktion der Hitler-Jugend. Sie wurde nicht zuletzt durch den vom Reichsschatzmeister der NSDAP, genehmigten Ausfall des HJ.-Bei- träges ausgelöst. Diele Jungen und Mädel sind nun in der Lage, ihre kleinen und große- ren Beträge auf einer Sparkasse an- z u l e g e n. Dazu werden sie jetzt in der Hitler-Ju­gend angehalten. Neben den großen Vorteilen, bie bas Sparen bem einzelnen Jungen und Madel bringt, ist auch der volkswirtschaftliche Wert eines umfassenden Jugendsparens nicht zu unterschätzen. Der Jugendliche kann sich selbst durch eifriges Spa-

Die soldatischen Leistungen unseres italienischen s Bundesgenossen erfüllen uns alle mit Stolz' und c Hochachtung. Was die Flieger Im unermüdlichen | Einsatz bei größtem Aktionsradius leisten, was die \ Marine im schneidigen Angriff auszeichnet und was : bie Kolonialtruppen unter undenkbaren Strapazen < im Wüstensand schaffen, das findet beim deutschen 1 Volke volle Würdigung. Ein paar Augenblicksbilder ' sollen ben Geist der faschistischen Wehrmacht erken- : nen lassen. Sie sind eine Ergänzung zu den auf* schlußreichen Berichten, bie von Berufenen über i den Wert und das Wesen der italienischen Kriegs- ! macht geschrieben worden sind. Aus der gemein­samen Haltung und politischen Zielsetzung der Achsenmächte ergibt sich eine Gemeinsamkeit des soldatischen Denkens, aus der ähnlich gerichteten Erziehungsarbeit der Jugendverbände wächst ein verwandter Geist hervor, der sich in den Erfolgen des militärischen Einsatzes so siegreich bewährt.

Sturm in den Bergen

Große Teile des Heeres sind für ben Bergkrieg besonders geschult worden. Es bestehen zahlreiche Gebirgsdivisionen, deren Kern aus den Alpiniregi- mentern gebildet wird. Die Jugend aus den Alpen- tälern, berggewohnt und fchuhsicher, ist ein vor­treffliches Soldatenvolk. Aber auch die bergfport' begeisterte Jugend der oberitalienischen Städte fin­det sich in diesen Einheiten zusammen. Unter har- ten Strapazen lernen sie, sich im Kampf gegen den Feind und gegen die Naturgewalten zu behaupten.

Wir sehen einen Angriff, der sich aus dem Tal entwickelt unb zu den Felstürmen der höchsten Gip­fel der italienischen Westalpen herauffuhrt. Ganze Kompanien hängen an Seilen unb überqueren bie Steilwänbe. In schachtartigen Kaminen steigen bie Soldaten empor, ziehen Maschinengewehre unb Ge- schütze heraus unb bauen auf schmalen Felsgraten ihre Stellungen aus. Wir berounbem ihre Kletter- fünfte, schauen zu, wie sie bie zerlegbaren Geschütze aufbauen und plaudern mit einigen Soldaten. Cs sind wetterharte, zähe Burschen, klein, gewandt unb drahtig. Dabei verwegen, unermüdlich unb immer bei guter Laune.

Ihr Dienst ist hart unb entbehrungsreich, aber sie sind stolz auf bie Ueberlieferung ihrer Waste und wissen sportlichen Ehrgeiz mit ber harten Diszi­plin echten Solbatentums zu verbinden. Dabei sind sie ganz vortreffliche Schützen, die mit Ausdauer unb Kaltblütigkeit zu treffen wissen.

Matrosen desmare nostro.

Weit über bas blaue Meer ..." so fingen sie, zehn ober zwölf junge Matrosen, die eingehakt die ganze Straßenseite einnehmen. Beinahe knaben­haft wirken sie in ihren knappen Blusen mit Den Tellermützen, bie sie so kokett auf bem linken Ohr tragen. So marschieren sie über denSlowamer- fai , schauen den Mäbchen in bie Augen unb rote» gen sich im Rhythmus ihres Liebes.

Es finb Mannschaften einer Torpebobootseinheit, bie im Marinearsenal von Denebig siegt und die morgen früh zu einer Uebung austauren soll. Alle Wendigkeit, alle Energie bieser Waffe steckt m jedem einzelnen der jungen Manner. Sie sind dun- feibraun gebrannt, ihre Hände sind schwielw von harter Arbeit, aber sie haben dennoch die behende Anmut ihrer Rasse. Man fann sich wohl benfen, daß sie mit biesen glücklichen Gesichtern fampfen unb wenn es sein muß auch tapfer sterben werden. Sie sind ber Seefahrt ergeben, und aus ihren Liedern strahlt jene Lebensfreude unb der Kampfgeist, ber bem Faschismus eigen ist.

Wir sitzen Im Kasino von Tripolis; es ist ein großer fesllicher Raum, eine Meine Kapelle spielt, Kaufleute, Beamte unb eine Tafel mit Offizieren der Garnison. Alle biefe Männer sind hockgewach- sen, rassig und soldatisch in der Haltung. Auffällig ftart vertreten sind blonde Haare oder blaue Augen. Im Dienst unter der heißen Sonne Nord­afrikas, im ständigen verantwortungsvollen Einsatz und unter den harten Strapazen des Kolonial­krieges bewährt sich mit Vorrang das kriegerische Erde schwertstarker Generationen. Diese Dersamm- lung der Elite des befreundeten Italiens erschien uns wie eine Verheißung:

Siegen werden allein bit jungen bei ihnen ber Glaube, die Kraft unb

spricht wohl bie Uebung. Es ist ein Reiterregiment aus Rom, bie Offiziere gehören meist alten römi­schen Familien an. Schlanke, sehnige Gestalten, mit schmalen Gelenken unb stolzen Gesichtern. In ber Haltung unb im Ernst der Gesichter ist vieles, was an deutsche Offiziere erinnert, aber in jener lässigen Grazie ihrer Bewegungen liegt doch wieder die Anmut ihrer südlichen Rasse. Die Art, mit der der Kommandeur als Zeichen der Beendigung seinen Mantel wie eine Toga um sich schlägt, ist bezeich­nend, unb schon ber jüngsteTenente" trägt mit Anmut seinen mächtigen Sabelkorb in ber Armellen­beuge, aber wie sie mit blitzschneller Bewegung in den Sattel steigen und in den Bügeln federn bas zeugt vom echten Reitergeist, ber alle biefe Männer ber berühmten Kavallerieregimenter beseelt.

Flieger finb Sieger.

Noch liegt ber graublaue Schatten des Monte Pellearino über der weiten Bucht von Palermo, ba rüsten schon die Wasserflugzeuge einer See- fliegerschule zur Morgenarbeit. Das neue Italien ist besonders stolz auf feine Luftwaffe, unb ber Duce verlangt von ihr die höchsten Leistungen. Jeder weiß, daß diese Waffe die große Entschei­dung vorbereitet, und ein fast übermenschlicher Ehrgeiz beseelt alle Flieger.

Knatternd steigen die Maschinen auf, steil gehen sie in die Kurve, wie Libellen spielen sie über dem blauen Meer im goldenen Strahl der Morgensonne. Wir sprechen mit den Monteuren, bie am Lan­dungssteg stehen unb jede Wendung kritisieren. Es sind meist Süditaliener, ihre lebhaften Gesten, mit denen sie jedes ihrer Worte unterstreichen, verrät es. Mit leidenschaftlicher Zuneigung hängen sie an ihrer Waffe, ihr ganzes Denken ist davon ausge- füllt. Sie kennen alle Flugzeuatypen, nennen so­fort die Spitzenzahlen der Leistungen und wissen um die Eigenarten aller eigenen unb fremden Ma­schinen.

Um ihren Fachausdrücken, die blitzschnell auf- gezähll werden, zu folgen, reichen unsere Sprach- fenntnifle nicht aus; aber wir spüren, daß eine grenzenlose Hingabe sie alle erfüllt. Auch von der deutschen Flugwaffe wissen sie Namen und Typen, vergleichen in Zahlen unb bewundern bie stolze deutsche Waffe. Daß sie siegen werden, steht für sie felsenfest, unb sie brennen vor Ungeduld, an den Feind zu kommen, um ihre Ueberlegenheit zu be-