Ausgabe 
30.8.1940
 
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SJiXfpOTt

II

9 Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Roman von Helene Kalisch

Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München

In Frankfurt a. M. traten sämtliche hessen­nassauischen Kreis- und Bezirksbauernführer mit ihren Mitarbeitern unter dem Vorsitz von Landes- bauernfühver Dr. W a g n e r zu einer Arbeitstagung über alle wesentlichen, zur Zeit aktuellen Fragen des bäuerlichen Rechts zusammen. Im Mittelpurl?t der Betrachtung stand die neue, am 15. August 1940 in Kraft getretene Reichspachtschutzord­nung, die vom Leiter der Rechtsabteilung der Landesbauernschaft, Landwirtschaftsrat M a n k e, eingehend erläutert wurde.

Die Organe des Reichsnährstandes, namentlich die Kreisbauernführer, find nunmehr, ebenso wie im Erbhofrecht und Grundstücksverkehr, auch bei der Durchführung der Reichspachtschutzordnung als Wahrer des öffentlichen Interesses bei den in den Amtsgerichten als Pachtschutzämter anhängig wer­denden Sachen beteiligt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 30. August. (Dorbericht.) Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 32 bis 44,50, Kühe 16 bis 44,50, Färsen 27 bis 45,50, Kälber 35 bis 59, Hammel 30 bis 44, Schafe 20 bis 44, Schweine 52 bis 58 RM. Marktverkauf: Alles zugeteilt.

Ozr Handballsorintag.

Die Ausgleichsspiele zur Lahnpokalrunde nehmen am kommenden Sonntag ihren Fortgang. Wenige Spiele stehen nur noch auf dem Programm, so daß begründete Aussicht besteht, daß wenigstens die Vor­runde vor dem Beginn der Meisterschaftsspiele noch beendet werden kann. Daneben wird eine Reihe der bekanntesten Mannschaften auf den Turn- und Sporttagen in verschiedenen Orten eingesetzt, so daß auch diesmal wieder ein verhältnismäßig reichhalti­ges Programm zur Durchführung kommt. Schließ­lich interessiert noch, daß der Gebietsfachwart für Handball die Bannfachwarte zu einer Arbeitstagung für das Wochenende nach Frankfurt a. M. einberu­fen hat, um die Richtlinien, unter denen die kom­menden Spiele durchgeführt werden sollen, bekannt­zugeben. Der Spielplan sieht folgende Begegnungen vor:

Die neue Reichspachtschuhor-nung

Arbeitstagung der Kreis- und Bezirksbauernführer.

Sommer-Kampsspiele der HI

Der zweite Wettkampftag in Breslau.

Im Fußball qualifizierte sich erwartungsgemäß Ruhr-Niederrhein für das Enospiel, aber Mittelelbe war in der Dorentscheidung ein schwerer Gegner, der sich erst in verlängerter Spielzeit mit 2:1 (1:1) Toren geschlagen gab. Der Endspielgegner von Ruhr-Niederrhein ist Hochland, das mit 4:1 (1:1) über Schlesien triumphierte.

Im Hockey der HI. sind Franken und Düsseldorf, die sich am Donnerstag 1:1 trennten, die Endspiel­gegner.

In der Schwimmbahn gab es zwischen den Wasser- ballspielen zahlreiche Vorentscheidungen und auch schon Endkämpfe. Den ersten Titel holte sich der Wesffale Wahmann über 400 Meter Kraul mit 5:22,0 Minuten vor Laskowski (Pommern) 5:22,2 und Hunger (Sachsen) 5:24,3. lieber 100 Meter Rücken schwamm Ulli Schröder (Köln-Aachen) mit 1:12,2 die beste Vorlaufszeit. Beim BDM. war über 100 Meter Brust Helga Grauthoff (Westfalen) mit 1:16,5 die Schnellste der Vorläufe vor Inge Schm" t (Hamburg) mit 1:26,6 und Anni Kapell (Düsseldorf) mit 1:28,6 Minuten, und über 100 Meter Kraul setzte sich Lisl Weber (Bayr. Ostmark) mit 1:14,3 an die Spitze.

Im Waflerballturnier gab es folgende Ergebnisse: Westfalen Franken 3:1 (1:1); Berlin Hochland 14:0 (7:0); Niedersachsen Wien 5:2 (1:1); Düssel­dorf Schlesien 5:0 (kampflos f. D., da Schlesien zu spät antrat); Franken Hochland 5:1 (1:1); Schlesien Wien 4:4 (3:3, 2:1) n. Verl.

,Stimmt! Ich sollte! Und besaß die unglaub­liche Kühnheit, diesmal dem Befehl nicht Folge zu leisten."

Frau Gehrke blickt zwar noch strafend drein, wird aber ein wenig unsicher durch den ironisch klingenden Ton ihres Schwiegersohnes, über den sie einen moralischen Sieg erfochten zu haben glaubt.

,Zch hatte keine Gelegenheit, ihr zu erklären, was vorlag. Es hatte gestern nachmittag eine Künst­lerin von der Oper meine zahnärztliche Hilfe in Anspruch genommen Dietmuthe Röhl heißt die Dame, und Erna kennt sie wie ich von der Buhne her. Bei der Behandlung erzählte mir Frau Röhl, daß sie am Abend zum erstenmal hier in Berlin die Isolde singen würde. Da bekam ich plötz­lich mächtige Lust, diese Oper wieder mal zu hören, und unternahm nach Schluß der Sprechstunde als ich das Nest hier leer fand den Versuch, noch in die Vorstellung zu kommen, was ja auch gelang. Und ich kann dir sagen: es war ein Genuß! Die Röhl fft eine fabelhaft gute Sängerin! Auch alle anderen waren ausgezeichnet. Ja, und dann nach­her...? Es ging ein bißchen merkwürdig zu; ich hatte bisher keine Gelegenheit, darüber zu sprechen. Also ich war nach der Vorstellung mit Frau Röhl und einem Bankier Heidenreich, ferner noch mit einem bekannten Schriftleiter und dessen Frau zu­sammen. Es war ungemein fesselnd und nett. Ich habe mich lange nicht so gut unterhalten, und ich bin da wieder mal in eine Luft getaucht, die mich geradezu erftischte. Und das eine weiß ich be­stimmt: Auch (Erna hätte viel Vergnügen dabei ge­habt, wäre sie mitgekommen!"

Er schweigt, belustigt über die eigene Flunkerei, die ihm der Augenblick eingab, und über die er­staunte Miene seiner Gesprächspartnerin, die offen­bar noch nicht weiß, wie sie dazu Stellung nehmen soll. Dann erhebt er sich mit unterdrücktem Gähnen: Weißt du vielleicht, liebe Schwiegermama, ob ich in diesem Hause heute noch etwas $u essen be­komme? Sonst sehe ich mich genötigt, anderweitig nach einem Abendbrot Umschap zu halten."

Die dicke Frau steht schwerfällig auf, sagt etwas, bas nicht zu verstehen ist, und geht aus dem Zim­mer.

(Fortsetzung folgt.)

Tv. Dutenhofen Tv. Lützellinden

Tv. Lang-Göns Tuspo W.-Niedergirme» Tv. Grüningen Tv. Großen-Linden Tv. Lang-Göns II Tv. Klein-Linden Tv. Atzdach Tv. Launsdach Tv. Krofdorf Tv. Beuern.

Dutenhofen hat in der letzten Zeit eine Reihe schöner Spiele gezeigt, während Lützellinden nicht immer gefallen konnte. Wer Sieger wird, ist vor­läufig noch nicht zu sagen.

W.-Niedergirmes wird gegen Lang-Göns kaum gewinnen können, zumal es der Mannschaft an der nötigen Hebung fehlt. Sie hat sich bisher noch nicht einsetzen können, so daß auch jede Dergleichsmöglich- keit fehlt. Anders verhält es sich mit Lang-Göns. Die Mannschaft wird auch diesmal wieder ihr Können unter Beweis stellen.

Großen-Linden hat in Grüningen keine Chance. Die Platzbesitzer zählen mit zu den spielstärksten Einheiten des Bezirkes und haben wiederholt auf­schlußreiche Ergebnisse erzielen können. Dagegen fallen die Gäste etwas ab. Die Mannschaft ist zwar flink und eifrig, es fehlt aber die Durchschlagskraft, die berartige Treffen immer entscheidet.

\ Das Spiel der 2. Mannschaft von Lang-Göns ist neu angesetzt worden. Was vor einiger Zeit bereits gesagt wurde, gilt auch heute wieder. Zwei gleich­wertige Mannschaften werden sich einen ausgegliche­nen Kampf liefern. Launsdach wird es schwer haben, den Platzbesitzern eine gleichwertige Partie zu lie­fern. Die Mannschaft ist noch verhältnismäßig jung und deshalb auch noch zu unerfahren, um gegen das Können eines Gegners wie Atzdach ankommen zu können. Aus dem Grunde ist mit einem sicheren Sieg zu rechnen.

Zu einem spannenden Kampf wird es zweifellos auch in Krofdorf kommen. Die Einhe-mischen Haden sich mehr und mehr herausgemacht und sind heute in Der Lage, auch dem stärksten Gegner das Nachsehen zu geben. Da gleichzeitig auch feuern in Ordnung ist, kann man mit einem ausgeglichenen Kampf rechnen.

Die Meistermannschaft des Tv. Hochelheim gaftiert in Garbenteich, um ein Werbespiel gegen die neu- erstandene Handballmannschaft der Sportgemeinde Garbenteich auszuttagen. Wenn die Neulinge auch keine Gewinnchance haben, so garantieren die Gäste trotzdem für ein schönes Spiel.

**AusdemGenossenschaftswesen. Ge­schäftsführer Karl Fritz aus Heuchelheim von der Bäuerlichen Hauptgenofsenschaft Rhein-Main-Neckar in Frankfurt verläßt am 15. September feinen Posten als Außenbeamter für den Bezirk Gießen. Er geht nach dem Osten, um dort beim Aufbau des ländlichen Genossenschaftswesens mitzuwirken. Karl Fritz war in den letzten Jahren imjjiefige Bezirk erfolgreich tätig. Er war u. a. auch Mitglied des Aufsichtsrats der Volksbank in Gießen.

** Die öffentliche Heimatkundge- b U n g in her Aula der Universität sindet nicht, wie gestern mitgeteilt, am nächsten Sonntag, sondern erst am Sonntag, 8. September, statt.

Aus der engeren Heimat.

Kundgebung mit dem Kreisleiter in Butzbach.

= Butzbach, 29. Aug. Im großen Saale des Hessischen Hof" veranstaltete gestern abend die NSDAP, eine Kundgebung, die einen überaus starken Besuch auszuweisen hatte. Nach dem Ein­marsch der Fahnen und Begrüßung durch Ortsgrup­penleiter Dr. Mörschel sprach Kreisleiter Back­haus zunächst über die Aufgaben der Partei. Als vornehmste Aufgabe zeichnete er die Menschensich- rung. Aup der Fülle seiner eigenen Arbeit zeigte er dann eine ganze Reihe Beispiele auf, die die viel­seitige Kriegsarbeit der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände beleuchteten. In [einen weiteren Ausführungen rief er nochmals die Ursachen und die Urheber oes jetzigen Krieges ins Gedächtnis. Er schloß seinen Vortrag, in dem er aufforderte, hart und unerbittlich gegen unsere Feinde zu bleiben. Der letzte Schlag werde jetzt gegen den Hauptfeind England geführt und den glorreichen Krieg beenden. Drtsgruppenleiter Dr. Mörschel dankte dem Kreisleiter für feinen Vor­trag. Der Abend wurde dann in üblicher Weise ge- Glossen.

Arüße aus dem Norden nach dem Vogelsberg.

Aus fernem Lande im hohen Norden (Norwegen) senden in einem Schreiben an uns ihrer lieben Vo­gelsberg-Heimat und allen Bekannten im Nidda- Tal die besten Grüße bei voller Gesundheit die (be­freiten- Richard Müller und Richard I ä a e r so­wie der Schütze Richard L e i t h ä u s e r, sämtlich aus Ulfa, und der Gefreite Heinrich Ira ui) aus Nidda. Den treuen Söhnen der oberhessischen Hei­mat übermitteln wir hiermit deren beste Grüße und herzliche Wünsche für weitere Gesundheit und glück­liche Heimkehr.

Oer Gkelettfund in Heldenbergen.

* Heldenbergen, 30. Aug. In Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die Auffindung eines weiblichen Skeletts im Keller einer hiesigen Scheune ist weiter zu vermerken, daß das fragliche Grundstück bis vor einiger Zeit einem Juden gehörte, der inzwischen nach dem Ausland abgewandert ist. Ob dieser Jude In die durch den Skelettfund jetzt wieder in den Vordergrund gerückte Angelegenheit des vor zwei Jahren hier spurlos verschwundenen Mädchens , verwickelt ist, wird zur Zeit von der Ermittlungsbehörde, der Staatsanwalt­schaft in Gießen, noch untersucht.

Es war nicht der Verbrecher von Schwickershausen.

LPD. Limburg, 29. Aug. Wie berichtet, wurde zwischen Hahnstätten und Zollhaus ein Land- tr e id) er fe st genommen, auf den die Be- chreibung des Verbrechers von Schwickershausen zu rassen schien. Die inzwischen angestellten Unter» uchungen haben ergeben, daß es sich um einen pol­nischen Landarbeiter handelt, der sich vor einiger Zeit von feiner Arbeitsstelle in Holzheim entfernt hatte und sich feit dieser Zeit in der Gegend herumtrieb.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 30. August. Unser Mitbürger August Scheid konnte in bester körperlicher und geistiger Frische sein 8 0. Lebensjahr vollenden. Der. Jubilar ist «och alle Tage von früh bis spät unermüdlich tätig. Möge ihm ein weiterer schöner Lebensabend beschieden fein.

Ader was denn? Was bringt ihn eigentlich so gegen sie auf? Daß sie m einer ihr ganz gemäßen Art auf unliebsame Eindrücke antwortet, ist unab­änderlich. Er hat trotzdem, wenn es ihn auch zu­weilen störte, leichter darüber hinwegsehen können - mancher netten Eigenschaft wegen, die sie be­sitzt. Und mit dem anderen, worüber er nicht leicht hinweg gekommen ist, hat er sich nun auch cckgefun- den: Erna will durchaus keine Kinder. Er sagt sich selbst, wenn auch nicht ohne Sitter fett: ,Es ist bes­ser so!'

Jetzt aber beschleicht ihn das unangenehme Ge- fühl, daß Erna seine eigenen neuen, ihn selbst überraschenden Empftndungen, die ihm noch dunkel und unklar sind, bereits klar begreift. Es ist, als ob sie, die doch keine Verstandesschärfe und wenig Ge- fühlstiefe besitzt, in feinem Innern lese. Das macht ihn unsicher und nervös. Und da nichts so sehr er­bittert, als sich in seinen heimlichen Regungen er­kannt zu sehen, macht es ihn ungerecht gegen sie.

Bei der Arbeit des Nachmittags fft er unruhiger und hat sich viel weniger in der Gewalt als wah­rend der Vormittagsstunden. Allerlei störende und ärgerliche Zwischenfälle zerren und reißen an fei­nen Nerven. Die Nachmittags-Kaffeepause hält er nicht ein.

Abends ist seine Schwiegermutter da. Erna und sie haben nachmittags einen gemeinsamen Spazier­gang unternommen und sich davon in einer Kon- drtorei erholt. Als er ein tritt, erhebt sich Erna und läuft aus dem Zimmer wie am Mittag. Das scheint jetzt üblich bei ihr zu fein. Er blickt ihr kopf- chüttelnd nach und begrüßt dann Frau Gehrke. Sie itzt in einem Sessel, der ihre Körperfülle kaum $u assen vermag. Ihr dickes, gutmütiges Gesicht ift mit halb verlegenem, halb vorwurfsvollem Ausdruck

schnittlich 125 bis 150 Gramm frisches Gemüse. Wer einmal einen Versuch machen möchte, der verlange in den Beratungsstellen und Diensfftellen des Deut­schen Frauenwerkes den kostenlosen Rezeptdienst Frischkost für Sommer und Winter".

ihrem Schwiegersohn zugewandt. Ihm wird flau, er weiß, was ihm bevorsteht.

Wer Kinderchen, was macht ihr denn bloß wie- )er?" beginnt sie denn auch voll sanften Vorwurfs.

Er setzt sich ihr schräg gegenüber, stützt die Arme auf die Seitenlehnen des Stuhles und legt die Hände ineinander. Er weiß, es ist jetzt am besten, sie reden zu lassen und die Geduldsprobe zu be­stehen. So hört er anscheinend aufmerksam zu in der bescheidenen Haltung, die sie stets für ihn einnimmt; nickt zuweilen, murmelt Zustimmendes oder schüttelt wie bedauernd den Kopf. In Aus­übung feiner Praxis hat er sich eine ziemliche Fer­tigkeit im geduldigen Zuhören angeeignet, wobei er einen bestimmten Teil feines Gehirns abzudichten versteht, der dann wie von selbst arbeitet, ihn ant­worten oder beruhigen läßt und das Schaltwerk zur Erledigung dieser Aufgaben bedient. Hinter dem Vorhang aber wandern seine Gedanken und vollzieht sich sein Eigenleben.

Auch seiner Schwiegermutter gegenüber hat sich diese Fertigkeit als nützlich erwiesen. Er will die Frau nicht kränken; er hat nichts gegen sie und ihre Familie. Das hält er sich vor, wenn er sich immer wieder schmerzhaft an der anderen Art reibt. Sie sind die Robusteren. Ihre seelische Haut ist nicht so verletzlich, wenn sie auch das größere Geschrei erheben. Aber einen Vorwurf darf er nicht ihnen, sondern nur sich selbst machen. Als er in Erna ver­liebt war, hat er auch ihre Angehörigen durch die Verschönerungsbrille gesehen. Er hat. geglaubt, sich diesem Kreis einfacher Menschen, die freilich nicht viel Kultur, aber Lebenstüchtigkeit und Frohsinn besitzen, ohne Schwierigkeiten einfügen zu können. Der innere Widerstand war damals nicht zum Wort gekommen, als eigenes Wünschen und Not­wendigkeit zusammenfielen.So geschah's, und der Katzenjammer konnte nicht ausbleiben", murmelt er vor sich hin.

Was sagst du, Hänschen?" fragt Frau Gehrke, die sich eben ein paar Tränen aus den Augen ge­wischt hat. Als sie keine Antwort erhält, nimmt sie den Faden ihrer Rede wieder auf:Wenn du es doch zugibst, Erna gegenüber im Unrecht zu sein, warum biste denn nid) anders zu ihr? Unsre Erna ist doch 'ne hübsche, nette Frau und dabei tüchtig im Haushalt! Sie hat nicht, wie so manche jungen Weiber, Ueberspanntheiten im Kopf. Wenn Papa

Die Sicherung unserer Dolksemährung erfordert neben der Festigung der sozialen Lage vieler auf Pachtland angewiesener landwirtschaftlicher Be­triebe und kleiner Erbhöfe gerechte Pachtbe­dingungen, insonderheit einen tragbaren Pacht­preis und eine lange Pachtzeit, da der häufige Pächterwechsel zum Raubbau und damit zu einer Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Erzeu­gung führt.

Die neue Reichspachtschutzordnung hat gerade für den Westen und Südwesten des Reiches besondere Bedeutung, da fast in jeder einzelnen Gemeinde ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht im Eigentum der ortsansässigen Landwirtschaft betreibenden Bevölkerung steht, sondern als Pacht­land genutzt wird.

Der zweite Taa der deutschen Iugendmeisterschas- ten in Breslau stand im Zeichen des Reichssport- Wettkampfes, zu dem in der Schlesier-Kampfbahn sämtliche Gebietsmannschaften aller Jahrgänge an­getreten waren. Auf den Schießständen wurden die Kämpfe der Schützen im Kleinkaliber-Schießen fort­gesetzt, auf der Rollschuhbahn gab es weitere Pflicht­läufe der Jungen und Mädel, auf den Tennisplätzen wurden die Einzel- und Doppelspiele weiter gefor­dert, in der Schwimmbahn gab es Wasserballspiele und die ersten Schwimmwettbewerbe.

Die Auslese aus sieben Millionen deutschen Jun- aen und Mädel stand im Kampf, die sich über Fähn­lein, Gefolgschaft und Bann bis zum Reichsentscheid durchgekämpft hatte. Die besten Einheiten im Laufen, Springen und Werfen waren die Gebiete Baden bei der HI., Saarpfalz beim DJ., sowie die Ober­gaue Württemberg und Berlin bei BDM. und IM.

Der am Mittwoch begonnene Reichs-Schießwett- kampf der Gebiete wurde am Donnerstag zu Ende geführt. Die badischen Jungen, die am Mittwoch im KK.-Schießen mit dem Wehrsportmodell bei je 10 Schuß liegend aufgelegt und freihändig 2129 Ringe vorgelegt hatten, blieben unübertroffen und rouroen damit Reichssieger. Das Ergebnis: 1. Baden, 2129 Ringe; 2. Westfalen, 2093 Ringe; 3. Schle­sien 2060 Ringe.

Im Hockey des BDM. zog Mittelelbe durch einen 11:0- (5:0) Sieg über Düsseldorf in die Endrunde ein. Wer hier der Gegner ist, steht noch nicht fest, da Pommern gegen Hochland 1:0 (0:0) gewann und beide Mannschaften punkt- und torgleich an zweiter Stelle liegen. Ein Wiederholungsspiel ist hier not­wendig geworden. Im Handball der Mädel haben sich Württemberg und Ostland für das Endsviel qua­lifiziert. Württemberg schlug Hochland 7:4 (2:2) und Ostland bezwang Westfalen mit 6:4 (4:2) Toren.

Im Handball der HI. haben Nordmark und Sachfen das Endspiel erreicht. Nordmark siegte mit 13:7 (5:3) über Baden, während Sachsen, gegen Hochland mit 14:8 (6:4) triumphierte.

und ick erleben sollten, daß unsere einzige Tochter unglücklich wird und ihr Mann sie schlecht behan­delt ... Ach, Hänschen!"

Frau Gehrke schnäuzt sich und ihr Gesicht rötet sich stärker, namentlich um die Nase herum.

Bergholz trommelt mit den Fingern auf der Armlehne seines Stuhles. Hch bin imstande, die Frau zu ermorden, wenn sie mich noch einmal Hänschen nennt!' denkt er wütend und schweigt ver­bissen. Es hat keinen Zweck, jetzt zu reden dieser tränenfeligen Verständnislosigkeit gegenüber. Er be­trautet die kurzhalsige, verfettete Gestalt seiner Schwiegermutter, ihr Leeres, aufgeschwemmtes Ge­sicht, und denkt, daß Erna in zwanzig Jahren wahrscheinlich ebenso aussehen wird. Widerwille quillt in ihm hochDer belanglose Streit zwischen Erna und mir könnte - längst beigelegt fein, wenn sie den Willen dazu hätte", sagt er.Aber sie widersetzt sich meinen Versöhnungsoersuchen und zeigt sich wie so oft schon, als störrisches, uner­zogenes Geschöpf."

Frau Gehrke richtet sich gerade auf und sieht ihn ftrafenb, aber doch mit sanftem Vorwurf an.Das ist aber nicht hübsch von dir, Hänschen, so von deiner Frau zu reden und dich mit deiner besseren Erziehung aufzuspielen, wo wir doch unsre Toch­ter auch ins Lyzeum geschickt haben. Das fft ge­radezu beleidigend l"

Als Bergholz darauf anscheinend verlegen schweigt, fährt sie fort:Ist es denn nicht begreiflich, daß sie sich aufregt und ärgert, wenn ihr Mann, ohne ihr etwas zu sagen, abends im Smoking und Lackschuhen allein ausgeht und sie am Morgen die Karte eines feinen Weinhauses in seiner Rock­tasche findet?"

Jetzt lacht Bergholz gereizt. Frau Gehrke guckt ihn erstaunt und mißbilligend an. Er räuspert sich in leichter Verlegenheit.Du hast ja recht, liebe Mama. Aber ich muß nochmals darauf Hinweisen, daß Erna sich wie ein eigensinniges Kind jeder Er- klärung verschließt. Und dann: Sie war es doch, die gestern abend 3-uerft allein fortging!"

Aber doch nur zu uns! Sie hatte sich über das Mädchen geärgert, und dann warst du häßlich zu ihr! Da wollte sie sich das Herz erleichtern. Sie hin­terlieh dir doch Nachricht, daß du sie abholen soll­test!"

Fußball

um die Kriegserinnerungsplakette.

I. Klasse: BfB.-R. leulonia w.-Sleinberg.

Wieher ein Großkampf auf dem Waldsportplatz. Gegner ist her SejirfsmeifterTeutonia" Watzen­born-Steinberg? Bei dem letzten Spiel auf dem Waldsportplatz sah man die Gäste als verdiente Sieger, inzwischen hat sich das Kräfteverhältnis etwas zugunsten der Grün-Weißen verschoben. Das besagt keineswegs, daß die Teutonen nunmehr keine Aus­sichten auf einen Punktgewinn hätten, denn sie sind zwar etwas überspielt, jedoch wenn es zu kämpfen gilt, ist die Elf in Form. Die Teutonen haben in Burger einen Tormann, der fein Fach versteht, Fett und Schmandt bedeuten ein starkes Bollwerk. Die Läuferreihe gilt als stark, im Sturm fft außer Har­nisch und Buß vor allem der Durchreißer Schmitt zu nennen. Die Grün-Weihen haben eine starke Mannschaft gestellt, denn es gilt für sie, die Spitze der Tabelle zu behaupten. Die Mannschaft hat wie­derholt bewiesen, was sie kann, und sie dürfte auch dem Meister alles abverlangen. Das Spiel wird leine Anziehungskraft nicht verfehlen, der Sieger Dürfte erst in der Schlußminute feststehen.

Garbenleich Grohen-Vuseck.

Im Rahmen des Ortssporttages in Garbenteich tritt dort der Meister der II. Klasse, Grohen-Vuseck, im Kampf um die Punkte an. Vor kurzem lieferten sich die beiden Mannschaften einen erbitterten Kampf, den damals die Gäste knapp für sich ent» cheiden konnten. Auch diesmal gibt man den Gä­sten die größeren Siegesaussichten, da die Mann- chaft eine vorzügliche Abwehr aufweist und guch onst zu kämpfen versteht. Die Gastgeber haben zwar ein Plus infolge des Vorteils des eigenen Platzes, wir rechnen aber doch mit einem knappen Siege der Gäste.

II. Klasse: Hungen Klein-Linden.

In Hungen veranstaltet die Ortssportgemeinschast ihren Ortssporttag. Die Hungener erwarten den lunroerein Klein-Linden zum fälligen Spiel um die Punkte. Die Mannschaften sind gleichwertig, im letzten Spiel waren es die Gäste, die den Hunge- nern die Punkte abknöpfen konnten. Die Gastgeber sind daher gewarnt und werden versuchen, die Scharte auszuwetzen.

Großen-Linden Grüningen.

Die junge Mannschaft von Großen-Linden emp­fängt die Elf aus Grüningen. Obwohl die Turner den Vorteil des eigenen Platzes haben, dürfte es ihnen doch schwerfallen, gegen die Gäste zu be­stehen. Wir rechnen daher mit einem knappen Siege Der Gäste.

Zugend-Fußballblihturnier in Wißmar.

Arn nächsten Sonntag findet in Wißmar ein Fuß­ball-Blitzturnier statt. Folgende Jugendmannschaften nehmen hieran teil: Saubringen, Spvg. 1900 Gießen, Leihgestern, Löhnberg, VfB.-R. Gießen, Steinbach, Fronhausen, Lollar, .Alten-Buseck, Watzenborn-Stein­berg, Dorf-Güll, Vetzberg, Rodheim, Rödgen, Wiß­mar 1. und 2. Jugend. Es werden spannende Kämpfe erwartet. Beginn der Ausscheidungsspiele 9 Uhr.