Montag, 50. September 1940
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(90. Jahrgang Nr. 231
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Mehener Anzeiger
«»sä» General-Anzeiger für Gbechessen
Wie Japan die Unterzeichnung des Dreimächtepakts erlebte.
Ein Augenzeugenbericht aus Tokio.
Tokio, 29. Sept. (Luropapreß.) Unser Tokioter Vertreter schildert seine Eindrücke von der Stimmung, in der die japanische Hauptstadt die Stunde der Unterzeichnung des deutsch-italienisch-japamschen Bündnisvertrages in Berlin erlebte. Die deutschen Mittagsstunden zwischen 12 und 14 Uhr entsprechen der Tokioter Zeit zwischen 19 unb 21 Uhr. Der Korrespondent schreibt: ,Zch stellte mich an eine der belebtesten Ecken der Tokioter Prachtstraße Ginza. Ich war neugierig, was sich in dem Augenblick des Bekanntwerdens der historischen Nachricht ereignen würde. Das Publikum genoß bei ruhigem Spaziergang den warmen Hevbstabend. Plötzlich raste ein junger Extrablattoerkäufer mit feuchtwarmen Zeitungsblättern durch die Straßen. Er erinnerte an den Marathonläufer, der seinem Volk die Kunde von dem höchsten Glück zu überbringen hatte. Die Blätter wurden ihm, als er endlich an einem großen Platz anhielt, buchstäblich aus den Händen gerissen. Zugleich verkündeten die Rundfunkapparate das historische Geschehen. Die Straßenpassanten blieben in Gruppen stehen; es entwickelten sich freudig erregte Gespräche. Wie gebannt starrten die Menschengruppen in die Höhe zu den Dächern der großen Zeitungsgebäude, wo in lichtgoldenen Buchstaben der elektrischen Wanderschrist lautlos die Nachricht von dem Vertragsabschluß über den samt- sch-warzen Hintergrund des Nachthimmels hinweg- alitt. In lautloser Stille wurden vor den Rund- sunk-Apparaten die Erklärungen der Minister zu dem Vertragsabschluß angehört. Während noch der größte Teil der Menschen gebannt stand von dem Eindruck des großen Augenblicks, bildeten sich allenthalben Trupps junger Leute, die, Hakenkreuzfähnchen schwingend, freudig jubelnd, singend und lachend durch die braßen zogen, von den Massen herzlich begrüßt.
Berlin, 28. Sept. (DNB.) Die japanische Regierung hat aus Anlaß der Unterzeichnung des Dreimächtepaktes von Berlin folgende Erklärung an das japanische Volk gerichtet:
„Die japanische Außenpolitik hat sich das Ziel gesetzt, alle Kräfte für die Beilegung des China konfliktes sinzusetzen, den Ausbau des ostasiatischen W i r t s ch a s t s r a u m e s zu betreiben und dadurch zur Herbeiführung des wahren Friedens für die ganze Welt beizutragen. Beim Ueberblicken der gegenwärtigen Weltlage wird ersichtlich, daß die wahren Absichten Japans immer noch nicht recht anerkannt werden. Die einen Staaten befinden sich in dem Irrtum befangen, daß die Aufrechterhaltung der alten Ordnung den Frieden bedeutet; andere wieder erachten die Aenderung dieser alten Ordnung für unvermeidlich, halten dabei jedoch vielfach am gegenwärtigen Zustand fest. Höchst bedauerlicherweise gibt es sogar Staaten, die den Ausbau einer neuen Ordnung in Grohostasien durch Japan mittelbar oder unmittelbar zu stören wünschen, oder noch weiter gehen und die Entwicklung mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Die japanische Regierung ist stets bestrebt gewesen, diesen Zustand der Dinge zu verbessern, doch ist diesem Streben bisher nicht nur kein rechter Erfolg beschieden gewesen, vielmehr mancherorts der Druck gegen Japan immer offener zutage getreten,und es ist so weit gekommen, daß, wenn man diesen Zu- skand unverändert weiterbestehen ließe, die Lage sich immer verwickelter gestalten und besorgniserregend werden muß.
Angesichts einer solchen Lage gibt es für Japan nur eine mögliche Haltung, nämlich nach Innen: so rasch wie möglich die Struktur der wehrhaft gemachten Nation aufzurichten, das 100-Millionenvolk in völliger Einmütigkeit und fester Entschlossenheit zusammenzuschließen, nach außen: in engste Verbindung mit den gleichgesinnten Nationen zu treten, um o in der Durchführung unserer Staatspolitik ent- chlossen vorwärts zu schreiten und gleichzeitig alle diejenigen Staaten, die uns daran zu hindern suchen, zu bewegen, ihre eigene Haltung einsichtsvoll zu bedenken.
Ihrerseits ist die Regierung in bezug auf die Neuordnung im Innern bemüht, die Vollendung dieser Ordnung zu beschleunigen, andererseits im Bereich der Außenpolitik hat sie es für am besten gehallen, sich mit den beiden uns gleichgesinnten Nationen Deutschland und Italien zu verbinden und sich dann auch an solche Staaten zu wenden, die bereit sind, mit Japan zusammen zu arbeiten, um so das endgültige Ziel des Aufbaues einer neuen Weltordnung zu erreichen. Daher hat der Außenminister seit einiger Zeit mit den Vertretern der deutschen und italienischen Regierung Fühlung genommen und als Resultat ist der Dreimächtepakt zustandegekommen.
Dieser Vertrag ist so aufgebaut, daß Japan, Deutschland und Italien beim Aufbau der neuen Ordnung, den die drei.Staaten in Ostasien und Europa anstreben, Zusammenwirken; falls einer dieser Staaten von einer Macht angegrif- f e n wird, die sich nicht im gegenwärtigen europäischen Krieg oder im Chinakonflikt befindet, so werden die anderen vertragschließenden Mächte chm mit allen zur Verfügung stehenden politischen, militärischen und wirtschaftlichen Mitteln zur Hilfe eilen. Er übt jedoch keinen Einfluß auf das gegenwärtig bestehende politische Verhältnis zwischen den drei Staaten Japan, Deutschland und Italien einerseits und der Sowjetunion andererseits
Der Korrespondent berichtet dann weller über die persönlichen Eindrücke, die er unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Vertragsabschlusses in Gesprächen mit Japanern gewann. „Eine Gruppe von Menschen sprach zu mir wie aus einem Munde: ,Die überwältigende Mehrheit des japanischen Volkes begrüßt von ganzem Herzen den Dreibund zwischen den Achsenmächten und Japan? Das japanische Volk empfindet tiefste ehrfurchtsvolle Dankbarkeit gegenüber dem kaiserlichen Erlaß. Es folgt mit größtem Vertrauen diesem vom Kaiser gewiesenen Weg und den von der japanischen Staatsführung geschlossenen Bündnis, das uns Gewähr dafür bietet, daß Japans gerechte Forderungen bezüglich des Neuaufbaues Oftasiens mit Erfolg gekrönt werden."
Zum Schluß schilderte der Korrespondent den grellen Gegensatz zwischen der japanischen Freude und Zuversicht und den Aeußerungen von E n g - ländern und Amerikanern. „Ich ging mit Engländern und Amerikanern durch den nächtlichen Blütenduft des Hibiya-Parkes, an dessen Teichen noch die tausendfachen Stimmen sommerlicher Zikaden zirpten und die abendliche Tierwelt sich tummelt Die Angelsachsen sagten zu dem jüngsten Ereignis mit einem wehmütigen Unterton: „Von all dieser Schönheit, die vielen von uns seit Jahrzehnten lieb geworden ist, werden wir w o h l b a l d Abschied nehmen müssen. Old-Englands Stern ist im Untergehen. Unsere alte Weltordnung versinkt unter den anbrausenden neuen Kräften, die wir nicht verstanden. Wir stießen Japan in verblendeter Selbstüberhebung zurück. Das heutige Datum ist für den Achsendreibund ein stolzer Tag, für England jedoch das Begräbnis britischen Herrentums in Asien."
von über 2 Millionen Tonnen. An Hand einer Vergleichstabelle berichtet „New Port Journal", daß sich Japan dank seines geheimen Schtffsbaupro- grammes rapide der Parität mit den Vereinigten Staaten nähere. Japan besitze zwar ohne Hllfsfahrzeuge nur 280 Schiffe verglichen mll 350 amerikanischen, aber die zahlenmäßige Ueberlegenheit Amerikas werde dadurch mehr als ausgeglichen, daß Japans Flottenstüß- punkte in den fernöstlichen Gebieten strategisch viel günstiger lägen.
Das Gchrottausfuhrverbot der USA. wirkuriasloS.
Tokio, 28. Sept. (DNB.) Das japanische Han- dels- und Jndustrienrinisterium stellte zum USA.« Ausfuhrverbot für Eisenschrott und Stahlschrott nach Japan fest, daß Japan diese Maßnahme erwartet und sich entsprechend vo r b e r e i t e t habe. Es seien nicht nur große Lager angelegt, sondern auch die Eisenindustrie Mandschukuos sei bemerkenswert entwickelt, ebenso die Lieferung von Roheisen aus China und aus der Südsee ichergestellt. Die Technik der Stahlerzeugung sei so weit vorgefchrllten, daß Japan darin bereits Selbst- versorger ist. . Trotzdem werde der Eisenver- bvauch weiterhin reguliert, da die verstärkte nationale Verteidigung größere Anforderungen stelle.
BerIin, 29. Sept (D^IB.) Die deutschen Kampf, verbände griffen auch im Laufe des 29. September in mehrfachen Einsätzen kriegswichtige Ziele in England an. London hatte im Laufe des Sonntags viermal Fliegeralarm. Weitere Angriffsziele waren mehrere Häfen in der Süd- und Ostküste Englands sowie die Dockanlagen an der unteren Themse. 3n den Docks von T l l - b u r y wurden neue heftige Brände ausgelöst. Bor der britischen Ostküste versprengten deutsche Kampf- flugzeuge einen stark gesicherten Geleitzug. Schließlich wurde noch mit großem Erfolg ein besonders wichtiges Rüstungswerk in den Midlands bombardiert. Bei den Luftkämp- f e n, die sich im Laufe des Tages über Südengland abwickelten, fchoffen unsere Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste zehn britische Jäger ab.
Unter den deutschen Schlagen.
„Welle auf Welle hämmert auf London ein"
Stockholm, 29. Sept. (DNB.) Stockholms Tidningen schildert, wie Welle auf Welle von deutschen Bombenflugzeugen über London erschien. Den ganzen Samstag über hätten deutsche Luftgeschwader auf London und feine Umgebung gehämmert. Unausgesetzt sei es den deutschen Flugzeugoerbänden gelungen, die englische Sperre zu durchdringen. Der Angriff sei bei Hellem Sonnenschein erfolgt. Die Angriffe richteten sich gegen den südlichen und gegen den nördlichen Teil Londons, wo die deutschen Flieger offenbar bestimmte Ziele suchten. Gewaltige Feuersbrünste seien entstanden. Besonders erbittert seien die Kämpfe an der
Politik in Erdteilen.
Der Vertrag, der am 27. September 1940 im Großen Empfangssaal der Neuen Reichskanzlei in Berlin in Anwesenheit des Führers von den bevoll- mächtigten Vertretern Deutschlands, Italiens und Japans unterzeichnet wurde, ist wohl das wichtigste Instrument weltpolitischer Planung, das in den letzten Jahren geschaffen wurde. Es zieht eine klare Trennungslinie zwischen den konstruktiv arbeitenden Mächten der Ordnung und den destruktiven Bestre- bungen solcher Mächte, die den Erdball als ihre Domäne — mit einigen Pachtvergebungen — anzusehen gewöhnt waren.
Will man diesen Pakt auf die kürzeste Formel bringen, so kann man ihn einen Dreimächtevertrag über die Neueordnung der großen Weltregionen nennen, der eine ganz klare Tendenz nicht nur gegen Kriegshetzer, sondern ebenso auch gegen alle Kriegsausweiter in den demokratischen Ländern hat (wir verweisen hier vor allem auf die zweite Hälfte des Artikels 3!). Die Taktik der Kriegsausweitung ist zum erstenmal in der Völkergeschichte von England im Ausmaß des jetzigen Krieges in die Auseinandersetzung zwischen zwei Völkern hineingetragen worden. Obwohl die englischen Partner dieser Taktik ihre Beteiligung an den imperialistischen Geschäften Englands ausnahmslos mit der militärischen Vernichtung und politischen Niederwerfung haben bezahlen
Themse gerpesen. Auch die Londoner Vororte hätten stark gelitten.
„Nya Dagligt Allehanda" berichtet, daß die traditionelle Galavorstellung bei der Neuwahl des Londoner Bürgermeisters auch in diesem Jahre ein gehalten worden sei. Immerhin läßt der Bericht erkennen, daß die Wahlmänner in ihren pomphaften, altertümlichen Gewändern unter einem mit Sperrballonen „geschmückten" Himmel dahin- schritten, an dem sich viele deutsche Bombenflug- zeuge befanden, daß der Weg über schnell reparierte Bvmbenkrater führte, daß gerade in diesem Augenblick wider eine Kanonade begann und daß der Lordmayor unter dem Donner der Kanonen in die Guild hall einziehen mußte.
Der Londoner Vertreter der Madrider Zeitung „Ya" schreibt, daß die Telephonvebbindungen in London während der letzten Tage zum größten Teil «unterbrochen waren und in einigen Bezirken nur snoch mit großen Verspätungen Zustandekommen. Als er sich um 5 Uhr morgens zwischen schlafenden Menschen und Schutthaufen einen Weg ins Freie bahnte, befanden sich noch immer deutsche Flieger über London. Dor den O-Nahnstationen stehe die Bevölkerung bereits mittags Schlange, um sich für die Nacht ein Plätzchen im Tunnel zu sichern. Der Berichterstatter beklagt sich bitter darüber, daß eine ordnungsgemäße Berichterstattung aus London durch die strenge Zensur unmöglich gemacht werde. Der Londoner Vertreter der spanischen Zeitung „ABC" schreibt, überall.beklage man sich darüber, daß die englischen Schutzmaßnahmen gegen Bombenangriffe Höch st improvisiert seien. Aus der Liste der Opfer in den einzelnen Stadtbezirken könne man ersehen, wie viel Menschen unter den Trümmern begraben werden.
Japans polnische Ziele.
«ine japanische Regierungserklärung zum
Dreimächtepakt.
aus. In dem Vertrag wird die führende Stellung Japans bei dem Aufbau der neuen Ordnung in Großostasien anerkannt, desgleichen in bezug auf den Ausbau der neuen Ordnung in Europa, um die Deutschland und Italien bestrebt sind, die führende Stellung dieser beiden Staaten. Somit wird bestimmt, daß Japan, Deutschland und Italien zusammenwirken.
Anläßlich des Zustandekommens des historischen Freundschaftsverhältnisses zwischen Japan, Deutschland und Italien erübrigt es sich, des einsichtsvollen Entschlusses des überragenden Führers Adolf Hitler und des Duce Benito Mussolini besondere Erwähnung zu tun. Der Außenminister des Deutschen Reiches, Herr v. Ribbentrop, ist seit seinem Arbeitsantritt stets und mit unverändertem Eifer um das Zusammenwirken Japans und Deutschlands bemüht gewesen und hat immer danach gestrebt, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu fördern. Es ist keine Uebertreibung, wenn festgestellt wird, daß sein ebenso eifriges wie aufrichtiges Bestreben den Vertrag hat Zustandekommen lassen. Der Außenminister Italiens, Gra. Ciano, hat das Erlebnis einer dienstlichen Stellung im Fernen Osten gehabt, daraus bereits früh eine genaue Kenntnis der Stellung des japanischen Kaiserreiches im Fernen Osten aeschöpft und sich für die Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Italien eingesetzt. Das heutige Ergeonis ist im weiten Maße seiner Einsicht zu verdanken. Das japanische Volk fühlt sich stark in der Erkenntnis der Tatsache, daß das deutsche und italienische Volk außer seinen stolzen Führern solche ausgezeichnete Außenminister besitzt.
Das Scho in WA.
Washington, 28. September. (Zum Dreimächtepakt hat Staatssekretär Hüll eine Erklärung abgegeben, in der er behauptet, daß dieses Bündnis keine wesentliche Aenderung der Lage darstelle, die bereits feit mehreren Jahren bestanden habe. Die Bekanntgabe dieser Allianz zeige öffentlich nur ein System von Beziehungen auf, das seit längerer Zeit bestanden und auf das die amerikanische Regierung bereits wiederholt hingewiesen habe. Daß ein solcher Pakt vor der Unterzeichnung stche, sei seit einiger Zeit bekannt gewesen, und dieser Tatsache sei auch von der amerikanischen Regierung bei der Festlegung ihrer Politik in vollem Maße Rechnung getragen worden Der Abschluß des Dreimächtepaktes werde nicht unmittelbar zu irgendwelchen Schritten der amerikanischen Regierung führen, man werde zunächst seine Auswirkungen abwarten.
Die „New Port Sun" bemerkt, der Zweck des Dreimächtepaktes fei, die Vereinigten Staaten vor einer Einmischung in den europäischen und «en Konflikt zu warnen. „Was Japan be- ) handelt es sich um eine scharfe Antwort auf Roosevelts Schrott-Ausfuhrverbot." Zu der Klausel über Rußland meint das Blatt, die Unterzeichner hätten offenbar Wert darauf gelegt, jeden Anschein zu vermeiden, daß sich das Abkommen gegen die Sowjetunion richten könnte. Die Zustimmung der spanischen Presse aeige, daß die spanische Regierung dem Pakt sehr sympathisch gegenüber» stehe.
Auf Grund amerikanischen Zahlenmaterials stellt „Associated Preß" fest, daß das Berliner Dreierbündnis sine der mächtigsten Kombinationen der Weltgeschichte darstelle. Die drei Regierungen verfügten über 20 Millionen aus» gebildete Soldaten, wahrscheinlich 35 000 Kriegsflugzeug e unb Kriegsflotten
Auch in per letzten Nacht vergeblicher Anflug auf Berlin.
Freilichtmuseum im Münsterland von
Berlin, 30. Sept (DNB. Funkspruch.) Bei ihren Einflügen nach Deutschland in der Rächt vom 29. zum 30. 9. stießen einige Flugzeuge der britischen Luftwaffe bis in die Mark Brandenburg vor. Solange eine unmittelbare Gefährdung der Reichshauptstadl bestand, wurde Fliegeralarm gegeben. Die nacheinander einfliegeuden britischen Flugzeuge dreht en jedoch vor Erreichen des Weichbildes von Berlin ab. Ein britisches Flugzeug wurde bereits auf dem Anflug abgeschossen.
Typisch für die Methode der englischen Flieger, ihre Bomben entweder wahllos abzuaverfen oder, wenn sie schon zielen, Wohngegenden, Krankenhäuser, Kirchen ober Friedhöfe heim suchen, ist der An- griff auf Köln. Wieder einmal landeten britische Spreng- und Brandbomben in dicht besiedelten Stadtteilen und suchten ihre Opfer unter der Zivilbevölkerung, so daß die vier Toten, die hier m beklagen sind, den Morden, die- Churchill und seine Trabanten bisher schon auf dem Gewissen haben, hinzuzurechnen sind. Auffallend viel Bomben trafen Hinterhäuser, auch Gärten zwischen den Häuserreihen und Plätze der Stadt, also alles andere als militärische Ziele. Auch Dörfer unb einzelne ländliche Siedlungen im Umkreis der Stabt blieben von dem nächtlichen Heb er fall nicht verschont. So fielen auf ein Gut im rheinisch-bergischen Kreis nicht weniger als elf Spreng- unb, 80 Brandbomben, glücklicherweise ohne Schäben anzurichten.
In der Nacht zum Sonntag versuchten die fliegenden Brandstifter der RAF. wie allnächtlich, den Gau Weser-Ems heimzusuchen und streuten erneut ihre Brandplättchen über Dörfer, Felder und Wälder, glücklicherweise ohne irgendeinen Schaden anzurichten. Zahlreiche Brandplattchen fielen auf das Museumsborf in Kloppenburg, eine Anlage, bie mit ihren 20 Gebäuben, mit ihren beiden über 100jährigen Bauernhäusern, mit ihrem Herrenhaus aus dem Jahre 1680, mit Mühle und Dorfteich auch aus der Lust deutlich zu erkennen ist.
britischen Brandstiftern heimgesucht.
Sie stellt mit ihren Bauten und kostbaren Sammlungen bäuerlicher Handwerkskunst ein einzigartiges unersetzliches Heimatmuseum des Münfterlandes und eines der schönsten Kulturdenkmäler deutschen Bauerntums bar. Es ist nur dem glücklichen Umstand, daß keines der Brandplättchen auf eines der Dächer fiel unb dem sofortigen Einsatz von Such- kommandos zu danken, wenn hier nicht nie wieder gutzumachender Schaden entstanden ist. Auch diese Schandtaten sollen den Briten nicht vergessen werden.
Lustangriff im Raume Frankfurt.
Britischer Bomber brennend abgeschossen.
Frankfurt a. 2H., 29. September. (3t$(0.) Britische Flugzeuge versuchten inderRachtzum 2 9. September wiederholt, im Raume von Frankfurt a. 21L einzufliegen. Rechtzeitiges und wirkungsvolles F l a k f e u e r mit schweren und leichten Waffen zwang die Engländer, von dem Borhaben eines Angriffs auf die Stadt abzusehen. Wieder warfen die feindlichen Flieger ihre Bomben nur auf nichtmilitärische Ziele ab. Ein Bauernge- höft i m kreise Hanau wurde getroffen, wobei eine Scheune niederbrannte. Dagegen gelang es den Abwehrbatlerien, einen britischen Bomber, eine Bristol-Blenheim abzuschießen. Bon der Besatzung, die mit Fallschirm absprang, wurden fünf Wann gefangen genommen. Die Waschine stürzte brennend ab.
Der Angriff in der letzten Rocht war ein erneuter Beweis, wie sehr die britischen Flieger darauf bedacht sind, die von Lhurchill und dem britischen Lustmarschall gegebenen Weisungen, Deutschland in seiner Zivilbevölkerung zu treffen, zu befolgen. Auch diese Tat erfährt ihre harte Sühne in der rollenden Bergettungsaktion der deutschen Lustwafse gegen die englischen Kriegsverbrecher.
Am Sonntag viermal Fliegeralarm in London.


