Ausgabe 
30.8.1940
 
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Freitag, 30. August 1940

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

llr. 205 Zweiter Blatt

Stillhalten. Infolgedessen wird es vorkommen,

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* Freilich ein bißchen °°'S^L?°b Temp° | gWZ Hanne- Stelzers und dem in die Handlung kommt. Lr hat Vfpkienten dem der furchtbar stotternde Paul

Brief einen Krimmalkommisfar in das Theater be ,p 3 5 cin' fet)r lustige Note gibt. Und schließlich

stellt, und ^eser w.rd nun da- tr-^-Aement 1.8 aktiv dazu^ gehört

Was Wird hier gespielt?"

//

Man braucht nicht wirklich an sie zu glauben

__z es genügt, sie nur sinnbildlich gelten zu

saßen

Hausgeister.

Don Joseph Baur.

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Ja, und dann kam dos erste Frühstuck neuver­mählt, mit Blumen auf dem Tisch. Und glerch mertte jch da, daß den Räumen untex meiner Allem-

vollbracht haben. ~ .

Sie alle sind auch in der Zukunft unsere unent­behrlichen Gehilfen und uneigennützigen Arbeits- kameraden. Achtet und schonet sie!

Can Kraemer.

NSG. Wir essen Obst, weil's gesund ist, gut schmeckt, erfrischend und durststillend ist und eine willkommene Abwechslung bietet. Das kann man durchaus keinen Luxus nennen. Den meisten Haus­frauen ist aber noch nicht klar geworden, daß nicht nur der Genuß von frischem Obst diese Vorzüge hat, sondern vor allem auch in gesundheitlicher Beziehung das frische rohe Gemüse. Frisches rohes Gemüse, gut zubereitet, nennen wir Frischkost und bringen sie ebenso oft auf den Tisch wie frisches Obst. Frisches Gemüse zu Frischkostgerichten verarbeitet ist beson­ders ausgiebig. Außerdem sind, da Gemüse in dieser Form besonders sättigend ist und nicht, wie beim Kochen, zusammenfällt, viel kleinere Mengen dazu notwendig. Vielfach glaubt die Hausfrau, daß zur Zubereitung von Frischkost Oel notwendig sei. Das ist keineswegs der Fall. Das Oel können wir ersetzen durch eine Reihe von verschiedenartigen Tunken Für eine Person rechnet man einen Verbrauch von durch-

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Herrschaft doch etwas gefehlt hatte. Nicht nur die Blumengeister waren es. Von einem schimmernd blonden Haar, das irgendwo hängengeblieben war, oder von einem Stäubchen Puder auf der Glas- plnite des Toilettentisches sttahlte etwas aus, das Die Wohnatmosphäre belebte. Mit der Frau war es gekommen, jenes unfaßbare zarte Fluidum, das einen in den Räumen angenehm umgab, und worin wohl die Hausgeister gediehen.

Eine deutlich spürbare Veränderung in der Stim­mung des ganzen Hauses geschah, als die junge Gat­tin des Hausherrn in der unteren Wohnung ihr Kind bekam, ein Mädchen, kleine Erbin des Hauses. Wir empfanden daraufhin fast bedrückend das noch zu wenig Belebte in unseren Räumen. Nur lang- sam wurde es besser. Mancherlei half dazu: der be­dächtige Pendelschlag der alten Uhr aus Großmut- ters Stube, das flackernde Feuer Winterabends, Duft der Bratäpfel, einer späten Fliege müdes Ge­summ, und nachts das geheimnisvolle Knacken der Möbel.

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Meine Tochter lebt in Wien". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Was wird

Theo Lingen

als Autor, Regisseur und Schauspieler.

hier gespielt?"

Ortszeit für den 31. August.

Sonnenuntergang 6.34 Uhr, Sonnenaufgang 20.15

Uhr. t Mondaufgang 4.18 Uhr, Monduntergang

Dann, nach dem zweiten Sommer, an einenr kal­ten grauen Herbsttag, sah ich morgens in der Küche etwas Kleines, Schattenhaftes über den Boden huschen und unter dem Herd verschwinden: eine Maus! Sie war sehr frech, eben eine erste kleine Hausmaus, jung und ohne Erfahrung. Einrnm saß sie sogar oben auf dem Küchenschrank und schaute mich an, so als wollte sie um meine Freundschaft werben. Als ich näher trat, turnte sie aber schleu­nigst am Küchenhandtuch abwärts.

Am liebsten hätte ich sie gefüttert und gezähmt, aber das konnte man nicht verantworten. Hilde ge­traute sich abends nicht mehr allem l« die Küche: und doch wollte sie mir wehren, als ich schliehlich eine schlagkräftige Mausfalle mit einem delikaten Mäusebrötchen versah und unter den Herd stellte. Heber Nacht war es dann um das arme freche Mäus­chen geschehen. Hilde fand nun die Küche traurig verödet. Ich mußte trösten: Geduld, die Wohnstim- mung werde sich gewiß noch bessern.

Und wirklich, es schwang so eine Ahnung in der abendlichen Zimmerstille, als würde bald em neuer guter Hausgeist bei den jungen Eheleuten eu^iehea.

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das Publikum, das hier ja ganz aktiv dazu gehört und dem ergötzlichen Spiel erst die richtige Run­dung gibt, worüber bann auch das Publikum vor der Leinwand seine Helle Freude hat. (Tobis.)

Dr. Fr. W. Lange.

HungencangdStornfelsReippertsSchotten.

Don der Station Hungen betreten wir, nachdem wir bei der Obermühle die Horloff überschritten haben, einen Feldweg nach Lantzd, wenden uns qeaen Ulfa, das jedoch rechts bleibt, wahrend wir direkt nach dem hochliegenden Stornfels gehen, wo sich uns eine hübsche Fernsicht bietet. Weiße Striche führen uns jetzt an dem reizvoll gelegenen -Jago= baue Wolfslauf, vor dem man eine weite Aus­sicht nach dem Taunus und der Wetterau hat, vor­über nach dem Reipperts, von dessen Kamm sich ein herrlicher Blick auf den hohen Vogelsberg, auf Täler und Schluchten und mehrere Dörfer erschließt. Hier oben stoßen wir auf rote Kreuze die uns bis zum Schluß den Weg zeigen. Auf prächtigen Wald- wegen, das liebliche Gierbachlai durchquerend, er­reichen wir schließlich durch den Spießwald nach insgesamt fünfstündiger Wanderung unser Endziel

I Schotten.

Nach alldem wäre es zweckmäßig, in ganz Deutsch­land einheitliche Befehlsworte für die! Zugtiere einzuführen. Dies könnte durch die zuständigen Be­hörden mit Hilfe der Organisationen der landwirt­schaftlichen und gewerblichen Pferdehalter und der Händler leicht erreicht werden.

Das hier zugunsten der Pferde Gesagte M ebenso bezüglich der Maultiere, Maulesel und Esel. Alle diese Tiere haben schon im Weltkriege bei der Ver­teidigung unseres Vaterlandes Einzigartiges ge­leistet, ganz besonders auch dort, wo Motorfahrzeuge nicht mehr verwendbar waren.

Wie eng Soldat und Pferd als Kameraden ver- bunden sind, ist neben vielen anderen Beispielen auch dadurch zum Ausdruck gekommen daß die Sol­daten für den Einzug m Berlin im Juli 1940 ihre Pferde mit Blumen schmückten. Es war der gttiche Ausdruck des Dankes, den man 1918 bei der Ruck- fehr der Truppen nach Berlin beobachten konnte, wo ich sah, wie ein Offizier, dem vor dem Branden­burger Tor ein Lorbeerkranz überreicht wurde, diesen Kranz um die Stirn seines Pferdes legte.

Den besten und nachhaltigsten Dank aber können wir den treuen Kampfhelfern und auch unseren Kriegshunden nur durch bauernbe gute -öe» Handlung, sorgfältigste Pflege und gesunde Stallung abstatten.

Dies gilt ebenso gegenüber den Zugtieren, die nicht in Feindesland waren, sondern m der Heimat : doppelt schwere Leistungen vollbringen mußten uno

Hofen, wo gegenüber dem Bahnhofsgebaickie der schwarze Strich beginnt, der bis zum Schluß unser Wegzeichen bildet. Wir kommen zunächst nach Münchholzhausen, hinter dem uns schöner Wald­bestand aufnimmt. In langsamem, aber stetem An­stieg erreichen wir den 402 Meter hohen Stoppel- berq, von dessen steinernem Turm wir eine prächtige Rundschau auf die von dem Berg beherrschte reiz­volle Landschaft haben. Unser Zechen uns nun abwärts über den Weiler Kirschenwaldchen, dessen Besuch namentlich zur Zeit der Kirschenblute sehr lohnend ist, nach unserem Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung 4V2 Stunden.

3uttflfäfer

auf absterbendem Kartoffelkraut.

'In bäuerlichen Kreisen wird oft die Meinung vertreten, daß di- Kartoffelkasergesahr mit dem Absterben des Kartoffelkrautes abnehme. D

der Fall. Gerade auf dem abster- senden Kartoffelkraut fitzen die Junger oft zu fvunberten Bei einem nachlässig 6u,rd>5e,UIEn Suchet würden diese Kaser E ge unden wer­den und somit die ganze Umgegend °°rAm. ?

yjg zur Kartoffelernte durchgeführt werden.

"^7ist der Jammer aller Sch°uspi^r^°- Rolle, aus der man etwas machen k

Lingen, der Schauspieler 3e 9 durch eine Autor, der hier für viele s langweiligen kühne Improvisation aus einem «h Schmarren wirkliches ^^r Gemisch von Liebe, Fuß hat und m gut dosiertem tvem i

Gefühl, Eifersucht mit Ugen,

Dache unbedingt sicher ist- Das ch ^ge-

der Schauspieler, sehr einfach. Nahen des

mutet, als stummerH^freund denn^ aus den Gatten sich in einem Ärank A ^fördern und ihn der eifersüchtige Gatte her , knallen

ohne weitere Umstände über b H ein blu- foll. Wahrlich keine Bonrolle M t^ fünfti§en tiger Anfänger vor Theaterduet fönnte. Theo Schwiegereltern fein Jdent »em 1 einer Der- Singen, er ist der Schauspieler, g ist schießen, er zweiflungsaktion Er laßt Bühne und

verschwendet einfach und überlaß

Reih- ist Theo Lingen, d-r mit seine to Berlin oolle Hauser gemacht V°t muntert, es nun auch auf die >n :rPuen denn Darüber können mir uns nur yr^iq l . b einmal gibt es uns Ge egenhett En un^e M* aabteften Komiker a s Auwr, Regisseur mm fpieler in einer Person zu berou e , gerade ist ja der Film so wenig wie das Theaters- gesegnet mit Stücken, m denen uich . ^is Einfall mit Witz und Humor zu f

zum letzten Mom-nt sMnn-nden chMMung^^^ «.iS-

Zurückhaltung gegenüber Kriegsgefangenen!

Wiederholt ist schon daraus hmg.-«i°!°n worden, daß -S Eine selbstverständliche Pflicht aller Volks­genossen ist, sich gegenüber den Kriegsgefangenen größter Zurückhaltung zu befleißigen und temcrte Verbindung mit ihnen auszunehmen, wenn nicht dienstliche Obliegenheiten, wie z. B. bei den Wach. Mannschaften, das Zusammensein Mit den Kriegs- gefangenen erforderlich machen. Vor allem ist e auch unbedingt zu unterlassen, Knegsge angenen irgendwelche Gefälligkeiten oder Geschenke zu teil werden zu [offen. Wer sich g°S^ diese Anordnung »ergeht, benimmt sich als deutscher Volksgenosse würdelos und stellt sich selbst außerhalb unserer Volksgemeinschaft. Daß er dann die entsprechenden Folgen zu tragen hat, versteht sich von selbst.

Huhe bei der Nachrichtenübermittlung!

In Gaststätten kommt es leider immer noch vor, daß bei der Durchgabe der Nachrichten im Rund- funk die mehr oder minder lauten Unterhaltungen der Gäste fortgesetzt werden. Ein derartiges Ver- hatten ist nicht nur eine Rücksichtslosigkeit gegen­über den anderen Besuchern der Gaststätte, die mit Spannung auf die Nachrichten lauschen, sondern es stellt auch einen Verstoß gegen eine Anordnung dar die ausdrücklich bestimmt, daß in den Gast­stätten bei der Durchgabe der Meldungen des draht­losen Dienstes alle Unterhaltungen der Besucher zu unterlassen sind und Ruhe im Lokal zu herrschen hat. Nebenbei bemerkt, sollte die Wichtigkeit des politischen Nachrichtendienstes in unserer Zeit schon von selbst jeden Gastftättenbesucher veranlassen, ein­mal für etliche Minuten die Unterhaltung mit einem Tischnachbarn einzustellen und der Stimme des Rundfunksprechers zu lauschen. Diejenigen, die bisher nach dieser Richtung hin gesündigt haben, mögen sich von jetzt ab befleißigen, in der Zeit der Nachrichtendurchgabe in den Gaststätten die Unter­haltung einzustellen.

Als mir unsere Wohnung mieteten, war das Haus gerade im Rohbau fertig. Die Böden mären noch nicht gelegt, man mußte acht geben, daß man nicht in die unteren Räume fiel. Mit dem Meter­maß in der Hand kletterte ich mögend und planend auf den Balken umher. Ganz neu mar diese schmucke Siedlung aus spitzgiebeligen Häusern, draußen vor der Stadt. Wenn der Himmel in den Fensteraus­schnitten verblaßte und Abendruhe über die Wipfel des nahen Waldes sich breitete, glaubte man noch ein Raunen der verdrängten Waldgeister m den dämmrigen Winkeln des Neubaues zu spuren.

Dann kam der Tag, da das Haus bereit mar zum Einzug. Unberührt neu glanzten die Boden, Hilde fand besonders schön die Spuren der Aeste m Den gebeizten Brettern; sie sagte, das bringe eine Erin­nerung an Wald in die Zimmer. 3m ganzen Haus roch es kalkig frisch, glatt und rem stritten die Wände. Ein paar Wochen hauste ich m Der neuen Wohnung noch als Junggeselle, sehr froh, das möblierte Zimmerherrendasein endlich hinter mir zu

!n dem neuen Stück, in dem'alles interessiert mtt- spielf Schauspieler, technisches Personal und nicht kuleht das Publikum, roenn auch ungemollt und un­bewußt, aber darum gerade höchst lebendig und eckt Nur den Schlußakt hat sich Theo Singen felb, vorbebalten Er, den man eben noch ermordet wähnte Tem man dann wieder aller nur mog- nÄn Verbrechen für fähig hielt, tritt mit einem Schlage wieder ins volle Rampenlicht präsen­tiert sich als ebenso guter Schauspieler wie Buhnen­autor womit er sein Glück gemacht t)ai, Jeinr.^?er' ttag w"d verlängert und die Braut ,st chm sichen ----- de^jungVEhemann/bei" dem wir

& Li- --...... -

denst der Phantasie Theo Lingens in seruer drei­fachen Eigenschaft als Autor, Regisseur und Schau­svieler ine im Rahmen eines netten Dialogs zwi- chen Autor und Filmdramaturg auf die zwang- loleste Weise chalkhaft und launig die Geschichte W- MHamen Debüts entwickelt. Vielmehr ha.die Kamera Friedl Behn-Grunds äußerst geschickt unbeweglich sich dem Tempo des Autors ange­paßt und alle Möglichketten der Szenerie vor und hinter den Kulissen.ausgeschopft. Dazu kommt, daß ha* ausaezeichnet zusammengestellte Ensemble den Intentionen Theo Singens mit sichtlichem Behagen folgte und ohne Abgleiten ins Schwankste Lrhttm Tnn traf. Vorweg der bei aller Foviatttät doch sehr bestimmte Kriminalkommissar Otto Wer­nickes, dem unfreiwillig die Hauptrolle 5>sallt. Und dann in vielen Schattierungen das richttge SchauspielervölkchsN von dem vor Samp en fieber Sen Stubenmädel Gertrud üRi! D e n 5 an tns- Km eitlen und eingebildetenschweren Heiden Richard Häußlers, der auch ganz privat stets am der Bühne steht, und der mit großem Wort- kchwall nervös agierenden Diva Fita S en (b o H 5- Uetzer ihnen thronend mit einer gewissen behag- er lieben Würde, immer ein wenig ^^ftos gegenüber unb * all den auf ihn einstürmenden Pemttchketten der

Briesverkehr mit Kriegsgefangenen.

Briefe und Postkarten (vorläufig keine Postpakete und Päckchen) können von jetzt ab, soweit die Sager- anschriften der Kriegsgefangenen und Zwilinternier. ten bekannt sind, gebührenfrei mit der Aufschrift .Kriegsgefangenenpost" oderInterniertensendung durch jeden Postkasten eingeliefert werden.

Soweit die Sageranschriften der Kriegsgefangenen und Zivilinternierten noch ungewiß sind (vor allem für die Kriegsgefangenen und Zivilinternierten, die von England nach Kanada übergeführt wurden), ist wie folgt zu verfahren: Der Brief an den Ange- hörigen ist mit Vornamen, Nachnamen (für Kriegs­gefangene Dienstgrad), der Kriegsgefangenen- oder Internierten-Nummer und der bisher gültigen Lager- anfchrift zu versehen. Dieser Brief ist in einem zwei- , ten Umschlag mit folgender Adresse abzusenden:

Deutsches Rotes Kreuz, Präsidium, Berlin SW 61, Blücherplatz 2, Abteilung Durchleitung.

Es dürfen an das Deutsche Rote Kreuz nur für solche Kriegsgefangene oder Zivilinternierte Briefe und Postkarten zur Weiterleitung eingesandt werden, für die eine amtliche Bestätigung ober eine unmittel­bare Nachricht von dem Kriegsgefangenen ober Zivilinternierten selbst vorliegt, wonach feststeht baß er sich in englischer Kriegs- ober Zivilgefangenschast befinbet. Soweit noch nicht bekannt ist, ob em tm feinblichen Auslanb lebenber Angehöriger interniert mürbe, finb zunächst Nachforschungen burch bas Aus- madige Amt Berlin W 8, Kronenstraße 10, emzu- leiten.

Hrischgemüse so gut wie Frischobst.

nicht mit dem Zügel sondern nur durch Zuruf gelenkt werden kön­nen, weil auch oft die Wege so schmal sind, daß neben den Tieren kein Platz für den Fuhrmann zum Führen bleibt und dieser außerdem noch die hinter den Hinterrädern befindliche Bremse bedienen muß. Derartig schmale Wege findet man sehr häufig in Gebirgsgegenden: aber auch an unub^rfichtlichen Kreuzungen enger Straßen m den Ortschaften der Ebene können leicht Verkehrsunfalle entstehen wenn sich plötzlich ein Hindernis zeigt und die Pferde nicht genau verstanden haben, was sie tun sollen.

Weitere Schwierigkeiten werden sich ergeben, wenn es sich um Pferde handelt, die nur an pol­nische, dänische, holländische, ftanzosische ober eng- li che 'Kommandoworte gewöhnt waren.

Eine Folge der sich ergebenden Storungen die fälschlich auf Ungehorsam der Pferde zuruckgeführt werden, ist eine Verärgerung des Fuhrmannes,

'-tiShÄ.

Nutzen fein, und es muß dringend g-I°rdert werden daß solche Pferde nicht durch grobe BehandÄing und Zwangsmaßnahmen, sondern allem durch güt­liches Zureden, Andeuten, Anfasserl und Ge­duld so lange belehrt werden, bis die Tiere ver- standen haben, was von ihnen verlangt wird.

Zu den Zwangsmaßnahmen gehört z. B. auch die Anwendung von scharfen Gebissen, die verboten finb und bie Anwenbung von Scheuklappen. Hier-118.53 Uhr.

Aus der Stadt Gieheu.! Wandervorschläge für den Sonntag

ÖU und dein Arbeitsplatz. Dieseck Hangelstein Babenburg Wißmar

Es hat eine eigentümliche Bewandtnis mit dem Wettenberg Gießen.

Arbeitsplatz. Vielleicht haft du auch schon bemerkt, Diese Wanderung auf dem roten Jung Der JJcar- daß er eine besondere Anziehungskraft besitzt, kierungRund um Gießen" beginnen mir m un« eieben Morgen wartet er auf dich, und wenn du serem Vorort Wieseck, wohin wir die ivtrahenbahn noch zu Hause beim Frühstück bist, zieht es dich benutzen. Bei der Ludwigsburg, an der Straße in Gedanken schon fort an deinen Arbeitsplatz, nach Alten-Buseck gelegen, treffen mir das Zeichen Er ist für dich bereit, Tag für Tag. Hier wartet und folgen diesem nach links. Nachdem wir eine Arbeit auf dich, die deinem Leben Inhalt gibt, lange Waldschneise an den Hängen des Hangelfteins fiier kannst du jeden Tag von neuem beweisen, her passiert haben, kommen wir auf die Marburger was du wert bist und was du zu leisten vermagst. Straße und bald Darauf auf einem breiten, aus- Du bist auf einen Platz gestellt, der dir allein an- sichtsreichen Feldweg hinab zur Badenburg an Der vertraut ist. Er nimmt dich voll in Anspruch und Lahn. Die Zeichen fuhren uns fetzt, an hübschen verlangt den Einsatz deiner ganzen Persönlichkeit. Partien vorbei, am Fluhufer auswärts ms zur Es werden Anforderungen an dich gestellt, die du Eisenbahnbrücke, die wir überschreiten um sodann, allein zu erfüllen haft. Du trägst die Verantwor- durch einen Teil von..Wißmar kommend hinterden hing für die bestmögliche Erledigung Deiner Arbeit, letzten Häusern aufwärts sl^end bei der Waldeck- auch wenn du nur in einen engen Rahmen emge- lärche, einem stimmungsvollen Nuh.eplatzchen die spannt bist. Auf jeden, auch auf dich, kommt es an Höhe zu gewinnen Auf unserem fetzt folgenden wenn das Werk des größeren Ganzen gelingen Höhenweg bieten sich dauernd prachtvolle Blicke fnlf über das breite Sahntal mit Gießen und mehreren

Deine Arbeit gibt dir Ansehen und Bedeutung. Ortschaften bis zu den fernen T,°unusbergen. So Wenn sie auch oft schwer ist du erlebst immer erreichen wir den Wettenberg, dessen höchste Er wieder die Freude die in getaner Pflicht liegt. Je Hebung, Die Napoleonsnase, umgangen wird, um mehr unD ie belfer Tu arbeiteft, desto mehr wirst sodann am Fuße des Berges, die Zeichen verlassend, du dir deines Könnens und deines Wertes bewußt, auf der Krofdorfer Straße heimzuwandern. Marsch- desto größere Ansprüche kannt du auch im Sehen Dauer etwa 4 Stunden.

{teilen Es erfüllt dich mit berechtigtem Stolz, daß Gießen Dutenhofen Münchholzhausen tu imstande bist, alle die gestellten Aufgaben zu Stoppelberg Kirschenwäldchen Wehlar.

bewältigen. An jeder neuen Arbeit wächst btineehen von unserem Vorort Klein-Sinden die Kraft. . m vielfach gewundene, teilweise hübsche Ausblicke bie- -

Die Freude über die Leistung und über das Ge- tenbe Landstraße nach dem Hochliegenden Duten-1 Schotten.

linaen, die Befriedigung nach vollendetem Tage­

werk das alles verbindet sich mit deinem Ar-

beitsplatz. Darum hängst du an ihm, Darum liebst ISfßDlllö

tu ihn und darum verteidigst du ihn auch wenn U VI W** V M » V

NMKslSiZM mit ven zurückgekehrten Kriegspferden tu einmal Deiner Arbeitsstätte fernbleiben mußt Dann ist dein Platz leer, und es ist, als rufe er nach Dir Es läßt dir keine Ruhe, daß nun Diele Dinge | unerledigt bleiben oder daß sich vielleicht em «n- _ ___________ ,

Derer an Deinen Platz sttzk. Du spurst, daß es Gluck 4>i & Anzahl solcher Pferde nach Deutsch-

ist, einen Arbeitsplatz zu besitzen. Der klare ruhige Kindlicher Seite Kriegsdienste geleistet

Ablauf deines Lebens, die Freude vn deinem Da- ^rten werden jetzt an Landwirte und

fein ist Dir gewiß, wenn Du in großen Arbeits Pferdehalter verkauft. Jedes Pferd, kommt

Prozeß eingefchaliet b. D.-f- llu>stüch- S *1 einm Herrn

die Sicherung deines Lebens, gibt Dir Der zir _ aorauszusehen, daß die neuen Besitzer beitsplatz. dieser Pferde zunächst Schwierigkeiten bei der Der-

' Er albt dir aber noch eine weitere ftäliMgunq mit diesen Tieren haben werden denn

Du bist eingereiht in eine größere Gemeinschaft. 1 Deutschland sind Die Zurufe für Mahren Manch einer ist an feinem Schreibtisch odA und Anhatten nicht immer Die gleichen. Wahrend der Maschine mehr zu Hause als in seinem möblier- in Ostdeutschland für Anfahre n der Zuruf ten Zimmer, das ihn kalt und lieblos umgibt Hier , bedeutet das gleiche Wort in Westdeutsch- an seinem Arbeitsplatz fpurt er ?°V^iide land gerade das Gegenteil, nämlich den Befehl zum Atmo phäre der Gemeinschaft. Es macht Freuoe, t i 11 h a l t e n. Infolgedessen wird es vorkommen,

in einer Gemeinschaft zu ^^beiden. Der lebendige bie tas Gegenteil von dem tun, wa-

Austausch von Gedanken und Erfahrungen, Der n be|of)Ißn morden ist. Dies kann von besonders gegenseitige Wettbewerb.gibt^täglich-neuen Auf- s^^mmer Wirkung in solchen Fallen sein^ in denen trieb. Jeder verschafft sich Geltung durch fenle bie Ps^be wegen der Art der Ladung nich fttina und weiß, daß auch eine Arbeit wichtig uno r? , . -

Mo« Wt sich als °m m.tzüch«- Glwd der Gemeinschaft, wenn er an seinem Platz seinen Mann stellt. Jeder fühlt sich geborgen im Kreise Der Arbeitskameraden.

Was ter Arbeitsplatz bedeutet kommt man d)em erst Dann voll und ganz zum JBei^tfein, wenn er ihn eines Tages durch irgendwelche Um­stände verliert. Nicht nur ^er Verlust der arbnt ter damit verbundenen Einnahme ist betru

Ä _ °i-l schmerzlicher wird oft da- Scheiden aus einem liebgewordenen Kreise, m dem.man sich wohlgesühlt hat, -mp,und-n ~ 2(r,

Arbeitsplatz. Darum soll feder das Gluck, einen a beitsplatz zu besitzen, schätzen und ihn nach^ $ Kräften ausfüllen.