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Donnerstag, 50. Mai 1940

Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

126 Zweites Blatt

Aus -em Reiche -er Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

FÜR

WASCH KIEWER

vorne

Stoffknöpfe.

1.

3.

4.

5.

nicht gebraucht werden. Aus einem noch guten Biberbettuch bekommt man, je nach Größe, vier Wickeltücher und zwei Einlagedecken oder vier Ein­lagedecken (letztere doppelt genommen). Auch aus schon schadhaften Biberbettüchern bekommt man noch Einlagedeckchen und Wickeltücher. Die dünnen Stel­len nimmt man zu den Einlagedeckchen zwei- oder dreifach. Aus angerauhten Herren- ober Damen- nachthemden kann man ebenfalls Wickeltücher und Einlagedeckchen arbeiten. Alte glatte Bettücher ver­arbeitet man zu zwei Windeln über dem Mulltuch.

Die Wickeltücher verarbeitet man in dem zweiten Halbjahr des Kindes zu Schlafsäckchen. Man näht mit großen Maschinenstichen zwei Seiten zusammen und unten zu. Oben kippt man den Häkelrand als

das Bein ziehen.

Befestigen Sie die Strumpfhalter nur am verstärkten Rand. Vier Strumpfhalter halten besser als zwei.

Sorgen Sie stets für einwandfreies Schatzwert und benutzen Sie zum Anziehen einen Schuh-

Semü se, wie es unsere Kleinen gern esien

Je näher der Sommer rückt, desto mehr frisches Gemüse und Obst bringt der Markt und desto ab­wechslungsreicher können wir uns und unfern Kin­dern den Speisezettel gestalten. Abwechslung und Vielseitigkeit sind überhaupt das A und O jeder Ernährung', die voll- und hochwertig sein will. Sie allein garantiert eine wirklich gute mengenmäßige Verteilung aller wichtigen Nährstoffe. Für die Er­nährung der Kinder ist das von besonderer Be­deutung. Sie sind im Wachstum und brauchen des­halb ausgesuchte Speisen in sorgfältiger Zusam­menstellung, die alle Nährstoffe Eiweiß, Kohle­hydrate, Fette, Mineralstoffe, Wasser und Vita­mine enthalten. Das kommt für den 4 bis 5 Monate alten Säugling, für den die Milch allein zur Ernährung nicht mehr ausreicht, wie für das Klein- und Schulkind in Frage. Deshalb sollte, so­bald es die Jahreszeit erlaubt, kein Tag ohne (Se­

an den Spitzen, und zwar niemals ix\ der! Sonne oder in OfeynahU

löffel.

Waschen Sie Ihre Strümpfe regelmäßig und oft mit demWaschmittel für Feinwäsche" -- legen Sie vorher die Fingerringe ab!

6. Trocknen' Sie die Strümpfe durch Aufhängeni

Für drei einfache, Helle Waschklei­der zeigen wir/heute drei praktische Formen.

Das Kleid (in der Mitte) mit den durch­gehenden, am Rocksaum aufspringenden Falten- b ahn en ist aus einfarbiger ober gestreifter K l e i b e r s e i de. Seinen mittelweiten, langen Aermeln (mit schmalen Bünbchen am Hanbgelenk) sind die Schulterteile angeschnitten. Ein farbiger Gürtelund kleine Glasknöpfe sind der Aus­putz. . n .

Das glockig geschnittene weihe Lei­ne n kl e i b (links) mit ben roten Blenden

Mlige Kinder.

Durch ben Eintritt in bie Schule, später in die A3. und den BDM., wird die Erziehung des Kin- tzis hinsichtlich sportlicher Ertüchtigung, Mut und Tipferkeit gepflegt. Doch nicht erst bis dahin sollen (Hern und Erzieher warten, sonder schon von

würde: .

Achten Sie beim Einkauf auf die richtige Große. Sie beeinflußt entscheidend die Haltbarkeit.

2. Ziehen Sje die Strumpfe so an: bis zur Ferse aufrollen, hineinschlüpfen und banfi erst über

am Halse, den Aermeln und dem Gürtel ist (mit weißen Leinenknöpfen) über einer doppel­ten Falte am Rock geschlossen und hat vier große, aufgesetzte und geknöpfte Taschen.

Aus leichter, 11 e i n g e m u ft e r t e r Kun st - f e i b e ist bas j u g e n b H d) e Kleib (rechts) mit ben gezogenen Teilen an Bluse und Rock. Schmalaerollte Blenden bilden am Halse und an den Aermeln ben Abschluß- ein far­biges Samtband mit Schleife und langen Enden bient als Gürtel. Verschluß im Rücken: kleine

Die Sauglmgskleiderkarie.

Die Säuglingskleiberkarten fordern odn ber jun» jen Mutter viel Nachbenken und Sorgfalt bei der Beschaffung der Säuglingsausstattung. Sie muß ich über folgende Fragen klar werden: 1. Las "raucht man unbedingt? 2. Was kann aus Altem pergeftellt werden? und 3. Was muß unbedingt neu -ngeschafft werden? Man bedenke vor allem daß ' as Kind sehr schnell w ä ch st und die Kleider- !arte über das ganze erste Lebenswahr ausreichen soll, also muß auch nach der Beschaffung »er Erstlingsausstattung noch eine genügende An- ahl von Punkten zurückbehalten werden. Unbedingt lotroenbig sind: Hemdchen, Jäckchen, Windeln und ^nächst Wickeltücher, später Strampelhöschen und Wollschuhchen. Außerdem je nach der Jahreszeit um Ausfahren Jäckchen oder Mäntelchen, Mütz­chen und Fäustel. Erwünscht sind kleine Moltonein- mgen, man br-aucht weniger Wickeltücher unslegt ie später als Unterlagen über die Gummideckchen m das Bett. Kleidchen, Röckchen, Anzuge, Pullover und Schürzchen, so niedlich sie sind, braucht man nicht unbedingt, sie lassen sich auch am leichtesten mis abgelegter Kleidung der Mutter h-Nt-ll-n. Neu anschaffen muß man wohl in erster Linie Mullwindeln und Jäckchen in verschiedenen Großen,

cpäter Strampelhosen.

Im neuen Haushalt findet sich wenig altes Ma­terial. Da sollten die Großmütter in erster Lime Ihre Pflicht tun und in ihren älteren Haushaltungen einmal gründlich Nachschau halten. Aber auch aus abgelegter Wäsche der Eltern, besonders aus Tnkot- Demben der Mutter ober aus Batisthemben und Unterröcken läßt sich sehr viel Herstellen. Besonders Die allerkleinsten Sachen sollte man aus Altem machen, da sie nur kurz getragen werben; wahrend Die größeren viel mehr austzalten müssen (wege Der größeren Bewegungsmöglichkeit des Hinoes). Normalwäsche bes Vaters wird zu Emlagedeckchen nn Stelle der Moltenbecken dreifach zusammenge­näht. Es schabet gar nichts, wenn babei auch die .chabhaften Stellen mitverardeitet werben. Dunne Schlüpfer ber Mutter geben kleine Schlupserchen. Angerauhte farbige Schlüpfer kann man zu Rutsch- Göschen (wie Trainingshosen gearbeitet) verwerten. Auch lassen sich Nachthöschen, bei benen die Fuße unten zugenäht werben, damit das Kind auf lebe Zall warm liegt, auch wenn es sich losstrampelt, daraus arbeiten. .

Badetücher stellt man aus zwei überwendlich mit der Hand zusammengenähten Frottiertüchern Y - Man trennt sie später einfach wieder aus, wennJie »als Badetuch ihren Zweck erfüllten. In vielen Haus- tyaltungen sind Biberbettücher vorhanden, die gar

Rezepte.

S p a r g e l f ü 13 e : 250 bis 375 Gramm Spargel, : s/4 Liter Salzwasser, 40 Gramm Sago. Man kocht den vorbereiteten und in kleine Stücke geschnitte­nen Spargel gar. In V2 Liter Kochbrühe läßt mbn ben Sago biet ausquellen, mischt bie Spargelstuck- chen darunter unb gießt bie Masse in eine kalt aus- qespülte Form zum Erstarren. Von bem übrigen i/4 Liter Kochwasser bereitet man eine falsche Mayonnaise nach bem nachstehenben Rezept. Man schmeckt mit Salz unb Essig ab, kann auch burch Beigabe von einem Eigelb verfeinern unb reicht bie Mayonnaise zu ber Sülze. Die Sülze kann auch mit anberen Gemüsen bereitet werden. Falsche Mayonnaise: Vi Liter Gemüse- ober Würselbruhe, 20 Gramm Mehl, 10 Gramm Butter, Salz, Essig, Senf. Man röstet Mehl und Butter lichtgelb, füllt mit Brühe ober Gemüsekochwasser auf unb läßt unter Rühren bick kochen. Abgeschmeckt wirb mit Salz, Essig, Senf. Wenn man hat, rührt man noch ein Eigelb baran.

Kartoffelsalat: Die Kartoffeln werben mit der Schale gekocht, erkaltet, abgezogen unb in boh­nengroße Würfelchen ober in bunne Scheiben ge­schnitten. Dann gibt man. sie in folgenbe Tunke: Del unb Rtzabarberessig reiner Rhabarbersaft werben verrührt. Zwiebel und zarter Rhabarberstiel zu gleichen Teilen unb ganz fein gewürfelt, Salz unb Surfer nach Geschmack, werben dazu gegeben. Die Kartoffeln sollen in dieser Tunke gut durchziehen. Basilikumpulver (der deutsche Pfeffer) wird im Streuer auf den Tisch gestellt, damit jeder nach be­lieben würzen kann. Das vorherige Untermengen würde das Aussehen des Salates sehr beeinträch- tl9^nartoffelnudeln: Als Zutaten sind not­wendig: 2 Kilogramm Kartoffeln, 100 Gramm Mehl, 1 Ei und ein Teelöffel Salz mit einer Prise Muskat. Die Kartoffeln werden in der Schale ge­kocht, danach gepellt, durchgepreßt unb mit ben Zu- taten vermischt. Nun werben fingerlange Nudeln geformt, die man einer Suppe beigeben oder auch als selbständiges Gericht goldgelb backen kann.

Gefüllter Kopfsalat: Wenn sich die Sa­latköpfe nicht recht schließen wollen, sondern hoch aufschießen, kann man sie zu einem warmen Mit- tägsgericht verwenden. Sie werden gut gewaschen

und kurz mit kochendem Wasser abgewellt. Aus zerlassenem Fett oder Speckwürsel, geriebener Sem­mel, etwas Milch und beliebigen gewiegten Kräutern bereitet man eine Fülle, die man zwischen die Blätter streicht. Die Salatköpfe werden dicht neben­einander in eine Kasserolle gesetzt, mit etwas Fleisch- ober Knochenbrühe ober übriggebhebener Bratentunke übergossen unb langsam gargeschmort. Salzkartoffel ober Kartoffelbrei passen gut bazu.

Rhabarberkartoffeln: 1 Kilogramm Kartoffeln, 500 Gramm Rhabarber, etwas Essig, Salz, Zucker, 30 Gramm Mehl, 30 .Gramm Fett ober Speck, eine Zwiebel. Die in Würfel geschnitte- nen Kartoffeln werben mit wenig Wasser gargekocht, bann gibt man ben in kleine Würfel geschnittenen Rhabarber hinzu. Nach dem Garwerben dickt man bas Gemille mit etwa Mehl unb schmeckt mit Salz, Zucker unb Essig ab. Zuletzt bimstet man Zwiebel­ringe in etwas Fett ober Speckwürfeln unb gibt sie über bas Gemüse.

Pfälzer Spatzen: V2 bis/< Kilogramm Mehl, 2 Eier, 100 Gramm Speck, 1 bis 2 trockene Brötchen, gewiegte Petersilie, Salz. Don Mehl, Eiern, Wasser unb wenig Salz wirb ein nicht zu fester Spatzenteig gemacht. Der Speck (Dörrfleisch) wirb in Würfel geschnitten unb leicht ausgebraten. Im zurückgebliebenen Fett werben bie ebenfalls in Würfel geschnittenen Brötchen geröstet, alle Zutaten unter ben Teig gemengt, in leicht gesalzenes kochen- bes Wasser wie Spätzle eingelegt, einige Wall auf­kochen lassen unb auf tzeißer Platte anrichten.

Rhabarbergrütze: 400 Gramm Rhabarber werben mit etwa 3/< Liter Wasser unb Zitronen­schale gekocht. Dann gibt man in bie kochende Masse 70 Gramm Sago unb kocht alles gar, schmeckt mit Zucker ab. Man füllt bie Masse in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Form unb stürzt sie vor dem

Wie sparen wir punkte?

Eine Frage, die uns alle angeht unb bie sich irt gleicher Weift mit ber Kleibung von Mann, Frau unb Kinbern beschäftigt. Vater entschließt sich,seinen Sommeranzug noch ein Jahr zu tragen, Mutter änbert sich ihre Kleibung ein wenig, unb ste sehen wie neu aus, bie Kinder bekommen aus Altem neue Sachen. Die Punkte sind gespart. Aber es gibt noch andere Wege, Punkte zu sparen; einer ist z. B. die ständige sorgsame Pflege der Kleidung, die ihre Lebensdauer erhöht, em an­derer Weg ist der sichere Schutz g e g e n die Mo t* ten Wenn jetzt endlich, die dunklen Wintersachenj gegen die Helle Frühlingskleidung vertauscht werden können, so müssen sie sorgfältig gereinigt geklopft, gebürstet und besonders alle NahtkaNten, Aufschläge, Taschen usw. beachtet werden, da getragene unb schmutzige Wolle ein beliebter Wohn- und Nah- rungsort der Motten raupen ist. Denn in erster Linie sind es die Mottenraupen, die, kaum 10 mm lang, sich über unsere Kleidung hermachen. Sie zer­stören alle Wollgewebe, aber auch Pelze, Bürsten, Federn, ferner Seide, Kunstseide, Zellwolle und Baumwolle. r v -

Es muß daher von jeder Hausfrau der Kampf gegen diese Schädlinge geführt werden. Am sicher­sten schützt sie sich gegen die Wertezerstörung, wenn ie schon d i e M 0 tt e n e i e r, die das Mottenweib- cfien lose auf den Stoffen ablegt, durch häufi - ges Klopfen und Surften (möglichst int Freien) entfernt. Auch sollen die Wollfachen mehrere Stunden der Sonne ausgesetzt wer­den, da bie Sonnenstrahlen die Motteneier schnell abtöten. Aus den nicht vernichteten Motteneiern schlüpfen die M 0 11 e n r a u p e n , die nun auf Nahrungssuche gehen. Ihre Entwicklungszeit be­trägt etwa zehn Monate. Sodann verpuppen sie sich, um späterhin als Mottenfalter auszu- schlüpfen. Sie haben also eine lange Zeit für ihr Zerstörungswerk" vor sich. Die Hausfrau muß da­her während des ganzen Jahres auf die Motten r'a upen achten? Wenn diese selbst oft auch nicht sofort entdeckt werden, so finden sich aber ihre losen Gespinste, in denen sie wohnen,, vor allem aber die Spuren ihrerNahrungssuche".

Die Mottens alter, auf die im Sommer Jagd gemacht wird, sind meist männliche Motten1 die Weibchen fliegen nur selten unb sind an den Orten auffindbar, an denen sie ihre Eier ablegen können, bie burch ihre verkümmerten Mund- Werkzeuge keine Nahrung ausnehmen, also auch keine Werte zerstören können. Trotzdem müssen auch sie vernichtet werden, weil sie für Nachkommen­schaft sorgen. Dringend ist zu raten, alle gut ge­reinigten Sachen in fest schließenden M otten- tüten aufzubewahren ober sie in möglichst noch nach Druckerschwärze duftenden Zeitungspapier fest einzupacken. Nicht zu vergessen die bewahrten Mottenmittel!sn*

Saum nach außen, zieht ein Band durch und näht zum besseren Halten Knopflochträgerband und Knöpfe an. Beim zweiten Kind trennt man ein­fach wieder auf. Lätzchen lassen sich aus allen hellen Stoffresten arbeiten. Dünne Stoffe nimmt man doppelt. Einige Reste Häkelgarn, etwas zarte Spitze ober Zackenlitze unb bie nieblichsten Lätzchen find fertig. Daneben säumt man einfache Dreiecktuch­lein zum Füttern unb Abwischen aus altem Weih- ^D^iese Vorschläge, bie ausprobiert sind, als es noch feine Kleiberkarten gab, werben sich jetzt bewahren. Unser Säugling wird gut unb zweckmäßig gcfleibet fein. Wir werden mit ber Karte auskommen und helfen wichtige Rohstoffe sparen.

lingfter Jugenb an selbst auf entsprechenbe Er- zich'ung Wert legen.

Hauptsächlich brei Dinge müssen beobachtet, dzw. bitämpft werben: Das Verweichlichen, bas Weh- l( öigfein unb bas Gruseligmachen. Bereits ber (iugling, ber ja auch schon Gymnastik treibt, kann (ingfam unb vorsichtig abgehärtet werben, eenn er gesunb ist. Es ist für ein kräftiges Halb- jchreskinb eine Wonne, wenn es nach bem Babe rit einer Gießkanne, deren Wasser etwas kühler es das Bad ist, übergossen wird. Ganz allmählich [;ffe man die Brause immer kühler werden und frottiere den kleinen zarten Körper bann warm, jiotürlich barf kein abschreckenb kaltes Wasser ver- renbet werben. Zwischen Bab unb Dusche soll nur tenig Temperaturunterschieb für ben Anfang unb j- jugenblichem Alter bestehen. Bedingung ist ntürlid) ein genügend warmer Baderaum!

Wehleidiakeit ist ein Punkt, der so bald als mog- lch ausgeschaltet werden muß. Stößt sich das «leine, hat es eine unbedeutende Verletzung oder jillt es hin, so ist es nicht gut, es unnötig zu be­lauern oder einen Schreckensruf auszustoßen. Man lat schon oft beobachten können, daß in solch einem falle das Kind selbst gar nicht viel Wesens aus i*m Mißgeschick macht; erst, wenn die Mutter be- i rgt hinzuspringt oder entsetzt aufschreit, verzieht fch der kleine Kindermund langsam zum Weinen, ser Erfolg ist, daß das Kleine, dem eigentlich gar lechts fehlt, sich selbst beweint und bedauert! Am Ifften geht man über solche kleinen Mißgeschicke mt einem Scherz hinweg, tröstet erst nicht lange, indem versucht, das Kind abzulenken. Das hilft :m besten, unb der kleine Unglücksrabe vergißt, -ch ein großes Unglück einzubilden. Man beobachte linder beim Spielen; man wird feststellen, daß (Kiffe, Stoße und Hinfallen im Eifer des Gefechts iar nicht beachtet werden, schon weil die Alters- imossen von einem solchen Zwischenfall gar keine kotiz nehmen. Auch besteht Gefahr, von den Spiel- iefährten ausgelacht zu werden, und da beißt 'os Kind lieber die Zähne zusammen!

Am Grauligsein der Kinder sind oft Schauer- närchen schuld, bie unvernünftige Erwachsene vor- »Jen ober erzählen. Keinesfalls barf solche Um fite einreißen; auch soll man Märchenbücher nach Schauermärchen durchsehen, ehe man sie Kindern bergibt. Die kindliche Phantasie ist ein ftucht- !<irer Boden für Gespenster und Geister. Auch die Lnfitte des scherzhaften Erschreckens ist zu ver- : ieten. Es sind nicht immer nur Kinder, die ihren Altersgenossen plötzlich aus einem Winkel entge- Lnschnellen, auch unvernünftige Erwachsene glau­ben, Kindern mit dem Erschrecken einen Spaß zu machen. Das aber ist grundfalsch; dadurch werden Binder nur schreckhaft unb fangen an, sich vor lunflen Winkeln zu graulen, wollen auch nicht nehr ins bunfle Zimmer gehen, um etwas zu Men. Oft geht biefe Gruseligkeit so weit, baß bas tfinb sich fürchtet, allein im Dunkeln emzuschlasen; lie vielbeschäftigte Mutter muß es bann einschla- jsrn ober bas Licht brennen lassen. Nicht nur ben Nerven bes Kinbes ist biefe schlechte Angewohnheit . inzuträglich, sonbern auch bie Eltern haben bar» inter zu leiben, werben zum Sklaven ihrer Kinder. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß , sagt nan, unb in biesem Fall trifft bas Sprichwort be- onbers zu. Ein Kinb, bas nie mutwillig erschreckt riurbe unb auch niemals etwas von schauerlichen beschichten unb Gespenstern hörte, kommt gar nicht uf ben Gebauten, sich zu graulen. H.v.L.

müse vergehen.

Für ben Säugling eignen sich' alle zarten Ge­müse, wie Spinat, Karotten, Schoten, Blumenkohl» Spargel, grüner Salat, Tomaten usw., für bie älte­ren Kinber auch alle anderen Sorten von Stiel-, Wurzel- unb Blattgemüse. Möglichst nähr- und schmackhaft zubereitet, sind sie eine vollwertige unb sehr beliebte Mittagsmahlzeit.

Man rührt bas weichgekochte Gemüse durch ein feines Sieb, macht eine kleine Einbrenne mit etwas frischer Butter unb Mondamin, läßt bas Gemüse mit der Einbrenne noch einige Minuten durchkochen und gibt eine Prise Salz hinzu. Kocht man den Gemüsesaft sehr dick ein unb mischt bas burchge- rührte Gemüse barunter, ergibt bas einen sehr wohl­schmeckenden kräftigen Pudding, den die Kinber sehr gern essen. Das Gemüse erfährt dadurch keine un­nötigeVerlängerung", wie manche Hausfrauen be­fürchten^ sonbern im Gegenteil, durch den Zusatz von Mehl oder Mondamin usw. eine Bereicherung. Da­zu kommt, besonders durch die jungen grünen Ge­müse, eine Fülle von Vitaminen unb Mineralstos­fen, die für den Aufbau und das Wachstum bes kindlichen Körpers von groß-r Bedeutung sind. Auch Aufläufe aus Gemüsen sind eine nahrhafte und vollwertige Mahlzeit, die alle wichtigen Nähr­stoffe enthält und außerdem fehr gut schmeckt. Nicht zu vergessen ist der Rohfcher- (Zellulose-) Gehalt der Gemüse, der zur Verbauungsregelung erheblich bei­trägt. Selbstverständlich wird bas Gemüsekoch­wasser nie fortgegossen, weil gerade in ihm die wertvollsten Mineralstoffe enthalten sind. »

Die 6 Gebote her Strumpfpflege.

Manche Frau würde heute mit ihren wenigen! Paar Strümpfen weit länger reichen, wenn sie die folgenden Gebote kennen und sich nach ihnen richten

Anrichten. _

Suppe mit Leberspätzle: 125 Gramm Leber wird so fein gewiegt.als möglich und durch ein Sieb passiert. Eine fein gewiegte Zwiebel in etwas Fett anbünsten, bann fugt man die Leber, 1 Ei, Petersilie, Salz, ein in Milch eingeweichtes unb roieber ausgebrücktes Brötchen, sowie etwas Stoßbrot hinzu. Diefe Masse streicht man sehr rasch burch ein umgekehrtes Reibeisen bireft in die kochenbe Brühe unb nimmt bann vom Feuer« |