Ausgabe 
30.3.1940
 
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Samstag. 30. / Sonntag, 31- Marz 1940

Samstag, 30. jj

GießenerAnzeiger

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Dr. Graszynfki, Wojewode.

Für dieVedmsniffe derZnnenpoMLHamberlains

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polen vor zwei Möglichkeilen

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Paris, den 29. März 1940.

Streng geheim!

Kattowitz, 2. November 1938. Geheim!

Botschaft der Republik Polen in Paris.

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An den

Herrn Außenminister in Warschau.

redung ist deshalb von großer Bedeutung, weil Herr Krulis Randa einer der hervorragendsten tschechischen Industriellen ist, welcher auch kürzlich als Kandidat für den Präsidentenposten der Tschecho-Slowakifchen Republik genannt wurde. Als er über die Politik der Tschecho-Slowakei sprach, äußerte er sich folgendermaßen:

Tausend Jahre hindurch sind die Tschechen poli­tisch in der Gesamtheit des Römischen Reiches tätig gewesen. Nach der Erlangung der Selbständigkeit tauchte in der Tschecho-Slowakei eine Gruppe von Menschen auf, welche die tschechische Politik selb­ständig zu machen versuchte. Die Geschichte hat sie weggesegt. Der Versuch ist nicht gelungen. Jetzt muß meiner Ansicht nach der tschechische Staat zu seiner alten Rolle als Teilnehmer am p o l i t i s chen Schicksal des Deutschen Reiches zurückkehren. Die tschechische Politik richtet sich in dieser Richtung aus."

Unter Berücksichtigung der Stellung von Herrn Krulis Randa besitzen diese Worte ihren besonderen Wert und sie zeugen von Tendenzen, deren Aeuße- rungen wir auch noch auf anderen Gebieten beob-

Anlage.

Der Chef der Sektion IV, der Abteilung II des Generalstabs. Benach, Dipl.-Oberstleutnant. x

Traurig, ja fast tragisch ist es, daß es sich in der gegenwärtigen Situation nicht um d-ie Inter­essen eines einzelnen Landes, sondern ohne

schau vom 2. November 1938. Der Wojewode von Schlesien.

Nr. Pr. 150 TJ. den

Herr Minister!

Ich halte es für meine Pflicht, über den Inhalt einer Unterredung zu berichten, welche zwischen

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Frgamsaiion und Vorbereitung für -en künftigen Konflikt"

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Hierdurch wird ein allgemeiner europäischer Kon­flikt entstehen, in dessen erster Etappe wir den Druck der ganzen deutschen Macht werden aushalten müssen. Unsere gesamte Kriegs­industrie wird nicht nur bedroht sein, sondern wir können sie sogar verlieren. Hieraus werden sich schon zu Anfang des Konfliktes nicht nur für uns, sondern ebenso für Frankreich und England die schlimmsten Bedingungen ergeben.

Im zweiten Fall wird das Scheitern der Ver­handlungen mit London für Hitler ein Beweis der Unaufrichtigkeit und Schwäche der Politik Englands und Frankreichs sein und ihn zu neuen Expansionsunternehmungen in Ost- und Mittel­europa auf muntern, die früher oder später zur Ka­tastrophe eines Krieges führen müssen. Bei diesem Stand der Dinge itz es ebenso, rmbisch Witz ver-

Von Portugal aus gesehen."

Englische Militärmission bei der Kriegsvorbereitung

Uebertreibung um die Vermeidung eines kata­strophalen kriegerischen Konflikts handelt. Zum Beispiel der Fall Polen. Ich kenne weder den Text des englischen Vorschlages, noch die Absich­ten Hitlers. Ich mache mir jedoch auf Grund zwei­felloser Aspekte meine eigenen Gedanken über die wirkliche Lage. Die unvorsichtige, in der Form leichtsinnige, im Inhalt lückenhafte englische Ini­tiative läßt die polnische Regierung zwi­schen der Kompromittierung der Be­ziehungen zu Deutschland oder dem Scheitern der Verhandlungen London wählen. Im ersten Fall kann HiUer sich gezwungen sehen, uns gegenüber die Anwen­dung von Zwang zu versuchen, worauf wir nicht anders werden antworten können als bewaffnet.

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Berlin, 29. März. (DNB.) Das Auswärtige Imt übergibt heute der Öffentlichkeit in einem r uen Weißbuch eine Reihe amtlicher polni - scher Originaldokumente, die außer- lidentlich aufschlußreich für die Vorgeschichte des Sieges sind. Die Dokumente stammen aus den nach lir Besetzung von Warschau in deutsche Hand ge- fllenen umfangreichen Beständen von Akten des jolnischen A u ß e n m i n i st e r i u m s , .die, so- r*?it sie für die Vorgeschichte des Krieges von Be- 1 Altung oder sonst von allgemeinem Interesse sind, zir Zeit gesichtet und fortlaufend veröffentlicht isrben sollen. Das jetzt herausgegebene Weißbuch i die erste Folge dieser Veröffentlichungen. Die in im im Faksimile-Druck mit deutscher Übersetzung i .ebergegebenen Dokumente werfen ein bedeutsames ueues Licht a u f die ganze politische Entwicklung, die zum Kriege geführt hat. Sie Nthüllen in voller Klarheit, wo die Drahtzieher des Hege5 saßen, mit welchen Mitteln sie arbeiteten i,d welche Ziele sie verfolgten.

iAus dem Weißbuch veröffentlichen mir heute die Iiokumente Nr. 2, 3 und 11.

(Dokument 2)

Schreiben des polnischen Generalstabes (Abtei­lung II) in Warschau an das Ministerium des Aus­wärtigen in Warschau.

Generalstab Abteilung II

L. 17 731/11. S. O.

Warschau, den 8. VIII. 1938.

Beurteilung der internationalen Lage.

Von Portugal aus gesehen. Geheim!

Ministerium des Auswärtigen, politisches Depar­tement, hier.

Ich übersende dem Herrn Direktor eine Abschrift des Berichts unseres Militärattaches in Lissabon zur Kenntnisnahme und bitte um eine Weisung für mein Verhalten zu den in dem Bericht dargelegten Ansichten der ausländischen Offiziere.

gen. Auf diese Weise gibt man dem Gegner den wertvollsten Trumpf, den der Ueberraschung, in die Hand. Doch ist man.über diese Ansicht schon etwas hinausgekommen. Er hält es für möglich, sich mit den Italienern zu verständigen.

Zusammenfasfend möchte ich die Ruhe und Ein­heitlichkeit der Ansichten bei den Vertretern Eng­lands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten betonen.

Ein tschechisches Urteil.

Dokument 3.

Schreiben des Wojewoden Dr. G r a s z y n s k i in Kattowitz an den polnischen Außenminister in War-

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Annahme von Anreigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/»mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

Stabes bin ich auch persönlich d-er Meinung, daß wir mit dem Kriege anfangen sollten, und zwar gleich." Er motivierte das damit, daß Deutschland durch neues Kriegsmaterial über­raschend wirken könne, daß die Armee unvorberei­tet sei, denn es mangele ihr vor allem an entspre­chenden Kadres, das alte Flugzeug- und Panzer- material sei wenig wert und mit verbesserten bzw. neuen Einheiten nur ungenügend ausgerüstet, außerdem führte er die wirtschaftliche und moralische Lage des Landes an (Möglichkeit eines Sturzes des Regimes). Es mangele Deutschland an Erz, Del, Kautschuk und Lebensmittely. Der eventuelle Bun­desgenosse Italien sei in einer noch schlechteren Lage, da er überhaupt nicht über Rohstoffe verfüge. Er erklärte, daß sich unter den gegenwärtigen Umstän­den ein Krieg in Zukunft nicht werde vermeiden lassen. Es sei besser schon jetzt anzufangen, wo der bevorstehende Krieg weniger Gefahren berge. Augenblicklich kann England auf eine enge Zusammenarbeit mit Amerika rechnen.

Ich stellte Chamberlain die.Frage, ob England in diesem Falle beabsichtige, die allgemeine Wehr­pflicht einzuführen. Er antwortete mir darauf, daß dem nicht so fei, denn man halte folgende Form englischer Hilfe für die am meisten zweckentspre­chende: Die Teilnahme der Marine und Luftflotte, sowie der Panzerwaffe; die Teilnahme der Wirt­schaft und der Industrie.

Natürlich kann sich die Form dieser Hilfe im Ver­lauf der Kriegsereignisse noch bis zu einer allgemei­nen Mobilisation ausweiten.

den nach einer Zusammenarbeit mit Rußland in einer Form und einem Bereich, .der lediglich den Bedürfnissen der Innenpolitik Chamberlains ent­spricht, läßt die unbillige Vermutung aufkommen, als handele es sich hier nicht nur um eine Vertei­digung derjenigen Staaten, die durch die neuen Me­thoden der deutschen Politik bedroht sind, sondern auch um einen ideologischen Kampf mit dem Hitlerismus, und daß das Endziel der Aktionen n i ch-t d e r Friede ist, sondern die Her- Dorrufung eines Umsturzes in Deutschland. Wer die seit langem feststehenden Grundsätze der polnischen Politik kennt, kann nicht annehmen, die polnische Regierung werde sich zu leichtsinnigen und gefähr­lichen Schachzügen des Herrn Chamberlain positiv einstellen.

Nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahre, in deren Verlauf England und Frankreich nicht nur keine einzige internationale Ver­pflichtung gehalten haben, sondern auch niemals imstande waren, ihre eigenen Interessen auf gehörige Weise zu verteidigen, ist es völlig unmög­lich, zu glauben, irgendein Staat in Mittel- ober Osteuropa wie ebenso auf der entgegengesetzten Seite Berlin-Rom könnte auch nur einen ein­zigen englischen Vorschlag ernst nehmen, es sei denn, England schwingt sich zu Taten auf, die zweifellos unb unabweisbar feinen Entschluß bestätigen, die Beziehungen zu Deutschland aufzugeben.

Hätte die englische Regierung einige Tage vor der Unterbreitung her vorgeschlagenen Deklaration,in Warschau ihre Kriegsflotte mobilisiert, wie die mili­tärische Dienstpflicht eingeführt, und hätte die fran­zösische Regierung in größerem Umfang als bisher die Mobilisierung ihrer Armee angeordnet, dann hätte man solche unzulänglichen Vorschläge, wie die, die uns gemacht wurden, als einen Beweis für den aufrichtigen und ernsten Willen loyaler Zusammen­arbeit ansehen können. Da es jedoch gerade umge­kehrt gekommen ist, muß man annehmen, alle von London unternommenen diplomatischen Verhandlun­gen werden so lange keine Aussicht auf Erfolg haben, bis sich die englische Regierung endlich zu dem Entschluß aufrafft, konkrete, präzisierte Ver­pflichtungen zu übernehmen, die von realen Maß­nahmen auf dem Gebiet der Streitkräfte, über die sie verfügt, unterstützt werden.

brecherisch, Polen für Krieg ober Frieden verant­wortlich machen zu wollen. Es muß ein für allemal festgestellt werben, daß die Verantwortung zum größten Teil bei Frankreich und England liegt, deren unsinnige ober lächer­lich schwache Politik zu ber Situation und zu ben Ereignissen führte, in denen wir leben. Wenn die englische Regierung bieses heute nicht eiMeht, bann ist ein allgemein-europäischer Konflikt, ja vielleicht sogar ein Weltkrieg, unvermeidbar und muß schnell kommen, benn bie Wahl des geeigneten Mo­mentes liegt bei Hitler.

Botschafter Bullitt nahm sich meine Ausfüh­rungen sehr zu Herzen und bat mich, sie noch ein­mal zu wieberholen. Ich sah, baß er jeden Absatz' im Gedächtnis festzuhalten suchte.

Später fragte er mich, ob wir ein gemeinsames Bündnis annehmen würden, wenn England und Frankreich uns morgen ein solches vorschlagen soll­ten. Ich antwortete, ich könne hierauf keine Ant­wort geben. Dagegen stellte ich fest, daß der Schwer­punkt nicht bei den Vorschlägen liege, die uns ge­macht würden, sondern bei den tatsächlichen Maß­nahmen, die in erster Linie England ergreifen müsse. Botschafter Bullitt erklärte sich mit meinem Standpunkt völlig einverstanden. Am folgenden Tage, dem 25. dieses Monats, teilte mir Botschafter Bullitt mit, er habe sich meine Anschauungen zu eigen gemacht und unter Ausnutzung der ihm zu­stehenden Rechte dem Botschafter der Vereinigten Staaten in London, Kennedy, den Auftrag ge­geben, sich am heutigen Samstag zu Minister­präsident Chamberlain in seine Residenz zu begeben und ihm dieses alles unter kategorischer Betonung der Verantwortlichkeit der englischen Re, gierung zu wiederholen» Am Sonntag, dem 26., er»

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: Die in Portugal tätige englische Mission fflchüftigt sich im Augenblick damit, die militärische Zusammenarbeit zwischen Portugal und England in ixen allgemeinen Linien sestzulegen.

lAdmiral Wodehouse machte mit den Stäben tir Armechund Marine von Portugal die englischen Forderungen aus, alle Projekte wurden aber seitens in Regierung und des Kriegsministeriums sabo- t -rt, die Mission erhielt aus sie nicht einmal eine imtmort.

; Hi er üb er konferierte Admiral Wodehouse mit dem uglischen Botschafter Seldy, ber ihm Ruhe und Zurückhaltung anbefahl. Schließlich schickte Admiral I uodehouse einen Bericht direkt nach London, über ; im er folgendes sagte:Ich fragte in London, ob i ihnen schon die Pistole auf die Brust setzen riet noch warten sollte. Aus jeden Fall trete ich sitzt ihnen gegenüber schärfer auf."

- ;Der portugiesische General Peixote e Cunha, iar als Vertrauensmann von Salazar bie Personal- i form in ber Armee burchführt, erklärte, baß Por- t$al seine Zukunft nur in ber Unterstützung durch iis Bündnis mit England sieht, Spanien unab- hmgig von dem Ausgang der spanischen Ereignisse ene ständige Drohung für Portugal darstellt, eine Schwächung Spaniens selbst durch Losreißung von (italonien würde man in Portugal gerne sehen.

Oberstleutnant Chamberlain, ein Mitglied ix englischen M i l i t ä r m i s s i o n , sprach du der Gefahr eines europäischen Krieges und Werte sich folgendermaßen:Wir sind uns über bn Bluff von Deutschland und Italien vollkommen ir klaren. Ebenso wie die jüngeren Herren unseres

so. Jahrgang Nr.75 (xscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags kreilagen: Die Illustrierte «Siebener Familienblätter leimatimBild DieScholle f'tonats-Bezugsvreis: Nit4Beilagen.RM.1.95 dhne Illustrierte,, 1.80

i Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen tun einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt hernsvrechanschlutz 2251 lwahtanschrift:Anzeiger"

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gung gekommen, daß die Hilfe nicht wie im Welt­kriege erst nach einem Jahr einsetzen soll, als die ersten amerikanischen Soldaten aktiv eingriffen, son­dern im Laufe von sieben bis zehn Tagen nach dem Beginn des Krieges sollen 1000 Flugzeuge geschickt werden."

Außerdem machte mich Kommandeur Gade auf die unzulässigen Methoden der deutschen Penetra­tion in Südamerika aufmerksam, mit der die Ver­einigten Staaten sich nicht einverstanden erklären können.

Der Kommandeur Gade ist ein Vertrauensmann und ein persönlicher Freund von Roosevelt. Er be­sitzt sehr enge Beziehungen nach Belgien und er­freut sich der Freundschaft des belgischen Königs. Deutschland steht er sehr unfreundlich gegenüber. Persönlich ist er sehr reich.

Aus den Untetrredungen mit Chamberlain, Daly und Gabe fühlte ich bie ft i 11 e Gewißheit enger Zusammenarbeit im Falle eines Konfliktes heraus

Ich unterhielt mich häufiger mit ben hiesigen Italienern. Sie waren äußerst nervös, interessierten sich sehr für unsere Haltung in einem künftigen Konflikt; an bie Wanb gebrückt, wiesen sie auf bie Bebrohung ber Menschheit unb ber Kultur in einem künftigen Kriege hin, ben man beshalb um jeben Preis oermeiben müsse.

Währenb ber Anwesenheit ber französischen Flotte hier bat mich ber Kommanbeur Darrieuy, ber stellvertretenbe Chef bes Stabes ber Atlantikflotte, ber für bie fommenbe Leuchte ber französischen Marine gehalten wirb, unb ber mir schon von sei­nem früheren Besuch in Lissabon als Führer einer Torpebo-Zerstörer-Einheit bekannt war, persönlich auf bas Abmiralsschiff, sowie zu einer Besichtigung bes FlugzeugträgersBearn". Zusammen mit Ka­pitän Stef anowi cz waren wir bort in Be­gleitung bes französischen Ministers bie einzigen Auslänber.Bsarn" lag in ber Mitte des Tejo- Fluffes, weitab von jeher Möglichkeit, ihn näher in Augenschein zu nehmen.

Bei ber Unterrebung äußerte sich der Komman­deur Darrieuy ziemlich ruhig über die Möglichkeit eines künftigen Konfliktes. Vor allem betonte er, daß in Frankreich die Rechtskreise und die Rechts­presse unnötigerweise Furcht haben und die Lage nicht richtig einschätzen. Für den größten Fehler hält er den Pazifismus ber Demokratien, denn ba= durch kann man den Krieg nicht als Mtzx ayjan-

vrühlscheUniverfitätLdruckereiR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sieben,^chvlftratzer-»

Am 24. dieses Monats sagte ich Botschafter Bul­litt in einer normalen freundschaftlichen Unter­redung ungefähr folgendes:

Ich kenne weder den Text des englischen Vor­schlages hinsichtlich der Erklärung der vier Staaten, noch unsere Antwort darauf (was im übrigen auch der Wahrheit entsprach). Indem ich mich jedoch nach Pressemitteilungen richte und deren Echo, die mich von verschiedenen Seiten erreichen, beurteile ich die Situation wie folgt: Der englische Vorschlag scheint mir der Form wie dem Inhalt nach ein Manöver zu sein, das wenigstens zu Dreiviertel für die eng­lische Innenpolitik bestimmt ist unb das nicht etwa dem Willen entstammt, auf die internationalen Er­eignisse der letzten Tage zu reagieren, sondern viel­mehr den Schwierigkeiten, auf die Chamberlain von feiten des Parlaments wie ber englischen öffent­lichen Meinuna gestoßen ist. Es ist kindisch naiv und gleichzeitig unfair, einem Staat, der sich in einer solchen Lage wie Polen befinbet, vorzuschlagen, er solle seine Beziehungen zu einem so starken Nach­barn wie Deutschlanb kompromittieren unb die Wett der Katastrophe eines Krieges aus­setzen, nur um den Bedürfnissen der In­nenpolitik Chamberlains willfährig zu sein. Noch naiver jedoch wäre es, anzunehmen, die polnische Regierung verstände nicht den wahren Sinn dieses Manövers und feine Konsequenzen.

Es ist weiterhin im höchsten Grade unvorsichtig, eine Aktion zu unternehmen, wie sie von der eng­lischen Regierung öffentlich angeregt wurde, und in ihr die Teilnahme Rußlands in ben Vorbergrund zu schieben, bie ebenso das politische Gesicht ber Staaten verunstaltet, die svlibarisch handeln wollen, wie das Ziel ihrer Aktionen. Das ostentative Stre-

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Bericht des polnischen Botschafters in Paris, Jules Lukafiewicz, an den polnischen Außen­minister in Warschau vom 29. März 1939.

polnische Geheimberichte über die Vorgeschichte des Krieges

Sensationelle Funde in den Archiven des polnischen Außenministeriums.

Oberst Daly von der englischen Militärmission i bezüglich der voraussichtlich zu erwartenden Er- wnisse der Arbeit der Mission optimistisch. Er gab Har zu verstehen, daß England Mittel anwende, die eben Erfolg garantieren.

Augenblicklich wird schon der Verkauf von beut» |d$m Kriegsmaterial hier in großem Maße burch- hu3t. Man kann bie Möglichkeiten, baß noch mehr temtsches Kriegsmaterial gekauft wird, sehr skeptisch ^urteilen. Er bemerkte babei, daß die letzten Er- fyirungen mit deutschem Kriegsmaterial in Rumä­nin ungünstig gewesen seien.

Oberst Daly sagte mir, baß Deutschland in der leiten Zeit eine gewisse Anzahl von Waffen an Rltfpanien verkauft habe.

lieber bie englischen Möglichkeiten sprach er sich ilnlid) wie Chamberlain aus, er unterstrich ieiar nachbrücklich bie schon jetzt erreichten Ergebnisse )e Zusammenarbeit Englanbs mit ben Vereinigten Snaten. lieber bie allgemeine Wehrpflicht faßte er, *cig England durch eine militärische Vorbereitung, vMeßausbildung unb Formung starker Freiwilli­ge i-Derbände für die Verteibigung gegen Luft- trtgriffe, durch Transport- und Sinitätsdienst sich iii Voraussetzungen zu einer sehr großen Erweite- iirig seiner Armee schaffe. Im großen Stile organi- idt England strategische Reserven in seinen Kolv- tinn, vor allem in Indien, und bildet diese dort aus. 5 it zwei Jahren werden auch Schulen für die Binbe ber Kaders zur Führung des künftigen hieges vorbereitet:

Die Zentrale der höheren Militärftudien für die üirbereitung der leitenden politischen, administra- itm und militärischen Stellen,

vas Imperial Military College zur Vorbereitung ii die entsprechenden Posten in den unteren Stätten,

Verdoppelung der Zahl der vorbereiteten Gene- Li'tadsoffiziere auf Jahreskursen für die Besetzung V Stäbe bis zur Division einschließlich und auf stieijahreskursen für die höheren Stäbe.

Auf diese Weise erhält England für das gonge, inpire eine Organisation und Vordere img für den künftigen Konflikt.

Der Kommandeur Gade, der amerikanische tlirineattachö, sagte mir seinerzeit:Den Ideen 'ach stehen wir vollkommen auf Seite der Demo» iciien. Augenblicklich studiert man in Amerika die li iglichkeiten für eine schnelle Hilfeleistung für iißlanb und Frankreich; man ist zup Ueberzeu-

Herrn Krulis Randa, dem ehemaligen General­direktor ber Fabriken von Trzyniec, und Herrn j achten können. Zieleniewski stattgefunden hat. Diese Unter-1