Seit
frühere Si
dien
en.
ZXVAVA
l. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
Sie lachten. „Ich werde Ihnen die Rolle wieder
leiden. Er merkte nicht, daß ihr Arm ein bißchen
krauste sich. Morgen abend war sie verabredet. Der I Abteilungsleiter wollte mit ihr ins Kino gehen.
Aber sie sagte sofort: „Morgen abend bin ich zu
an.
„Na. Sie kommen doch keine Nacht vor eins ins
Kind
Ifein Lebensinhalt für eins Frau. Sie sollten heira-
Schwerst- Schwerst.
Roman von Frank F. Bratm
Copyright by Deutscher Verlag, Berlin
Hegg nicht
er auf den Autobus Sie gab ihm die Hand. „Sie tun mir leid", sagte er unerwartet.
„Warum denn?" Ihre braunen schönen Rehaugen sahen beinahe erschrocken zu ihm auf. „Es ist so schönes Wetter und sie sitzen im Büro und rechnen positive oder negative Salden nach. Das ist doch
„Sd) nein, ich bin nur bei einer Kollegin." Er sah aui seinen Teller. „Bei Fräulein Jwanka Gospit. nicht wahr?" sagte Friedel schnell, es fuhr ihr so heraus und sie ärgerte sich im selben Augenblick gräßlich darüber.
war das einer verläßlichen Komplizin.
„Wirklich Fräulein Friedel, Sie sind riesig nett,
„Ja, ober woher wissen Sie davon?" Er schaute JU an. Sie war errötet.
Haus" und sie nickte ihm zu.
„Abgemacht", sagte er heiter und wußte nicht, daß er in dieser Minute den Abteilungsleiter Lühmann, Porzellan, und Steingutwaren, aus dem Sattel gehoben hatte.
Nach dem Essen verließ sie mit ihm das Haus. Er hatte nur die Krawatte gewechselt und sich das Jackett abqebürstet. „Wieder ins Geschäft?"
,Za, ich würde durcharbeiten können, aber ich mache lieber Tischzeit. Mutter ist sonst den ganzen
„Natürlich sagt sie sa."
„Wieso, natürlich ist do nichts. Sie könnte ebenso gut nein sagen. Dann ginge das Stück zwei Akte
bebte, und wenn er es gemerkt haben würde, hätte er es nicht richtig gedeutet.
Frau Herder orachte die Schüsseln herein und stellte noch einen Teller mehr dazu. Sie aßen. „Spielen Sie heute abend?" „Nein, heute habe ich
gungsscheine fein.
Welche Personen können einen Verbilligungsschein beantragen? Die Be- stimmungen vom September 1939 besagen, daß alle
, ... morgen abend Zeit? Ich meine, sind Sie sowieso zu Hause? Dann könnten wir anfangen, nm uem öujuuipieienuujeui, uua ma/i uiei ueueiueir., Big morgen sitzt meine große Szene."
Er wollte nur nett sein, denn er mochte sie gern Friedel Herder überlegte sehr rasch. Ihre Stirn, ,a:s*** rc* —; diese hohe glatte Stirn unter den braunen Haaren
ten, Fräulein Friedel, wenn ich so mit Ihnen umgehe habe ich immer das Empfinden, Sie sind direkt dazu geschaffen, einen Mann glücklich zu machen. Mit Ihnen kann man leben und hausen. Sie sind nicht kratzbürstig, streiten kaum, haben selten schlechte Laune, kurzum, Sie fallen einem nie auf die Nerven." „Sie meinen, das würde für eine Ehe genügen?"
Er hielt ihre Hand noch einen Augenblick fest. Eine Einser kam gerade heran. „Der Mann müßte Sie^natürlich lieben", sagte er, „das wäre die selbstverständliche Vorbedingung. Sie müßten ihn lieben und er Sie." Er lachte, hatte sein Jungensgesicht und wunderte sich über das ihre. Hatte er sich schlecht ausgedrückt und sie verletzt? Er wollte noch etwas sagen, etwas aufklären, aber der Autobus fuhr an. Er sprang noch auf. Friedel Herder fiel zurück, blieb stehen bei dem gelben Schild und wurde klein, ehe sie ganz untertauchte. *
Er ging nach oben und zündete sich eine Zigarette an. Es war die erste aus der Schachtel, er hatte sie vorhin besorgt: es war die Marke, die Jwanka be- porzugte. Jwanka, seine Gedanken eilten dem schweren Gefährt voraus. Er sah sie vor sich, wie sie ihm die Tür öffnete. Sie würde den grünen Hausanzug
Jede Person der antragstellenden Familie erhält einen Derbilligungsschein. Schließlich kommen unter Umständen auch Zusatzrentenempfänger in den Genuß der Verbilligung. Für sie gelten die genannten Einkommengrenzen nicht. Die Ausgabe erfolgt vielmehr „unter wohlwollender Berücksichttgung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse".
Alle bisher genannten Personen erhalten den sogenannten Reichsverbilligungsschein I. Er ist unterteilt in 11 Verbilligungsscheine zu je 25 Rpf. Diese gelten nicht nur für den Einkauf von Speisefetten aller Art. einschließlich Margarine und Butter, sondern auch für Käse, Wurst, Seefisch und Räucherwaren. Der Reichsverbilligungsschein I hat somit einen Bargeldwert von llmal 25 Rpf. = 2,75 RM. Seine Gültigkeitsdauer beträgt ein Vierteljahr.
Außer dem Reichsverbilligungsschein I werden noch Reichsverbilligungsscheine II und III ausgegeben. Den Reichsverbilligungsschein II erhalten alle Personen, die keinen Anspruch auf den Reichsverbilligungsschein I haben, jedoch den dreifachen Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht über- schreiten. Er enthält 5 Derbilligungsscheine im Werte von je 25 Rpf. und gilt neuerdings auch für alle auf Reichsverbilligungsschein I zu beziehenden Waren. Seine Gültigkeitsdauer beträgt ebenfalls ein Vierteljahr. Schließlich gibt es noch den Reichsverbilligungsschein III als Zusatzschein. Er enthält zu den gleichen Bedingungen wie oben 2 Scheine zu
Bett."
„Aber Mutter, Herr Hegg ist doch kein mehr."
„Erwachsene müssen auch schlafen."
„Ich bin heute abend eingeladen", sagte gewissermaßen entschuldigend, „aber es wird spät werden." „Ziehen Sie Ihren Smoking
er erhält Fettverbilligung?
Wurst, 2Räud)ertt>aren, Käie ebenfalls verbilligt.
Dem vorgetragene Jcchresrechnung schließt mit einem erheblichen Ueberschuß ab. Es konnte, da die Rechnung von den Kameraden Philipp Brück und Otto Heß bereits geprüft war, dem Kasfenführer Entlastung erteilt werden. Der Kassierer Georg Häuser I. wurde für seine Verdienste im Sammelwesen durch eine Ehrenurkunde von der Gau- krlegerführung ausgezeichnet. Die Bundesehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft erhielten die Kameraden Karl G r e m m, Karl Jung I., Georg Brück, Jakob Schmelz, Georg Held, Ml- helm I u n g V. und Philipp Rück. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles wurde der Appell in der üblichen Weife geschlossen.
Kommunale«! au« Gcbotten.
X Schotten, 29. Januar. In einer feierlichen Sitzung der Ratsherren erfolgte die Aus-
er eine
Er liebte dieses Mädchen. Ihre fremdartige Schön- heit hatte es ihm angetan. Er begehrte sie und hatte sie noch nie besessen. Das war wie ein Stachel im Fleisch. Ein Schmerz in allen Gliedern und Gedanken, eine dumpfe Glut im Kopf, die das Denken auf den einen Punkt zutreibt: Jwanka, ich liebe dich!
Er wußte nicht, ob sie ihn liebte. Das würde sich zeigen. Heute oder morgen, einmal ganz gewiß. Er wußte auch nicht, ob sie einen anderen liebte. Er hielt das für ausgeschlossen. Immerhin waren ihr viele gesellschaftliche Freiheiten zugestanden; sie ging mit Kollegen um, lernte immer neue Männer kennen und all« verehrten sie. Gedanken, die sein Herz erschreckten!
Er biß die Zähne zusammen. Wenn sie einen anderen liebte, würde er diesen anderen zwingen, beiseite zu treten.
„Aber ich bitte Sie! Blasen Sie mir doch nicht pausenlos Ihren Rauch in den Nacken!" „Entschul- digen Sie, ich war ganz in Gedanken." Otto-Erich Hegg erhob sich. Er nahm den Hut ab und grüßte den Herrn, der sich beschwert hatte. Dann stieg er aus. Er besaß eine angeborene Anmut der Gebärden und Worte. Der eben noch gereizte und wütende Herr, feine Nachbarinnen, zwei ältliche Damen
gegen Ware in Empfang nehmen, erfolgt über di Finanzamt, bei dem die aufgeklebten Abschnitte ein-
einmal frei." „Da gehen Sie früh schlafen?
„Warum denn?" Er sah Frau Herder verdutzt
antragt und ausgegeben.
Wer also noch keine Reichsverbilligungsschein« besitzt, aber glaubt, als Berechtigter zu Gelten, wende sich an sein zuständiges Wohlfahrtsamt. Als Unterlagen müssen alle Papiere mitgebracht werden, aus denen die Einkommens- und Familienverhältnisse klar ersichllich sind. Nach Prüfung dieser Unterlagen erhält er bann unverzüglich die ihm zustehenden Reichsverbilligunasscheine, die in jedem Lebensmittelgeschäft in Zahlung genommen werden.
Die Auswirkung in G eßen.
Tag allein." Er nickte. Sie schritten über die an?" Tauentzienstraße. An der Gedächtniskirche wartete
liehe Aenderung erfahren.
Es liegt die Vermutung nahe, daß bei weitem nicht alle Personen, die jum Bezug verbilligter Fette und neuerdings auch einiger anderer Lebensmittel, wie Wurst, Räucherwaren und Käse berechtigt sind, diese Berechtigung tatsächlich ausnutzen. Dies mag einerseits darin begründet fein, daß viele Volksgenossen überhaupt nicht wissen, daß sie diese Verbilligung in Anspruch nehmen dürfen, zum anderen aber mag es auch eine Folge der Unkenntnis über die Antragsstellung zur Beschaffung der Derbilli«
miß dieser Vergünstigung kommen. Desgleichen erhalten alle Personen, deren Einkommen das Zweifache des Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge nicht übersteigt, einen Derbilligungsschein. Da der Richtsatz der öffentlichen Fürsorge örtlich verschieden ist, müssen wir es dem einzelnen Volksgenossen überlassen, den absoluten Betrag selbst zu ermitteln. Handelt es sich bei den antragstellenden Personen um eine Familie, so darf die Summe aller Einkommen, also das Familieneinkommen, das Zweieinhalb- fache des Richtsatzes nicht übersteigen. Bei kinderreichen Familien mit 4 und mehr Kindern darf Las Einkommen das Dreifache des Richtsatzes erreichen.
____ mehreren Jahren wird an unterstützungsberechtigte Personen und an solche, deren Einkommen unter einer gewissen Grenze liegt, Fett zu verbilligten Preisen abgegeben. Die hierfür geltenden Bestimmungen haben durch den Krieg eine wesent-
„Es stand auf Ihrem Kalender", sagte sie. „Ach so ...", er lächelte.
Sie aßen eine Weil« schweigend, dann meinte Friedel: „Studieren Sie eine neue Rolle?" Er legte die Gabel hin. „3a", sagte er, „denken Sie, ich habe endlich einmal wieder eine Bombenrolle gekriegt. Die Proben gehen nächste Woche los."
„Eine Liebhaberrolle?" erkundigte sich Friedel, über alles, was mit Theaterspielen zusammenhing, durchaus im Bilde. „3a", er nickte. „Ein neues Stück, übrigens auch em neuer Mann, ich habe den Nmien vergessen. Der Kreis der vier, heißt es, Vier Männer und eine Frau. Der eine dieser vier
zureichen sind.
Der Kreis derjenigen, die die Reichs-Fettverbil- ligungsscheine in Anspruch nehmen, umfaßt in Gießen etwa 170 Kleinrentner, 415 Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene, 75 Empfänger von Familienunterstützungen und 861 Familien und Sozialrentner, oie in allgemeiner Fürsorge und vom Sozialamt betreut werden.
Wege gefahren zu werden.
Rund zweihundert Pimpfe nahmen die Arbeit auf, und wenn der Arbeitseifer der ersten Stunden anhält — auch morgen sollen.die Pimpfe noch einmal zu dieser Tätigkeit antreten — dann wird der Erfolg sehr ansehnlich sein.
Aus her engeren Heimat.
Frau Konihky f.
<3 Bad-Nauheim, 29. Jan. Aus Bremen traf heute die Nachricht ein, daß Frau Frances Theodore Könitz ky, geb. de Voß, die Ehren- bürgerin unserer Badestadt, hochbetagt gestorben ist. Zum Andenken an ihren im Jähre 1895 verstorbenen Gatten, den Großkaufm-ann Friedrich Wichelm Konitzky, der als Kurgast in Ba^Nauheim wiederholt Linderung seiner Leiden gefunden hatte, triftete sie am \1. September 1895 die Summe von 25 000 Mark, der im Jahre 1897 zwei weitere Stiftungen im Höhe von 25 000 und 150 000 Mark folgten. Diese Beträge sollten zum Neubau des städtischen Kurhospitals Verwendung finden, das für minderbemittelte Kurgäste 1860 von dem Marburger Professor und elften Brunnenarzt in Bad- Nauheim, Fr. W. Beneke, ins Leben gerufen worden war. Am 20. April 1898 konnte das neue Hospital, das zu Ehren der Stifterin den Namen »Aonitzkystift der Stadt Bad-Nauheim" erhielt, mit 100 Betten für Kranke in Benutzung genommen werden. Ein Erweiterungsbau 1908 schaffte Raum für weitere 40 Betten. Während des Weltkrieges diente das Konitzkystift als Reservelazarett. In den Jahren 1930 bis 32 wurde die Kuranstalt durch einen zweiten Hauptbau mit einem Kostenaufwand von fast einer Million RM. wesentlich erweitert und erneuert und auf die Bettenzahl von 250 gebracht. Tausende unbemittelter Volksgenossen und Sozialversicherter haben tm Konitzkystift Aufnahme, Behandlung und Linderung oder Heilung ihrer Leiden gesunden. Dankbar gedenken sie der hochherzigen Frau, die durch ihre Stisbun'gen den Grund- stock zu dem legte, was das Konitzkystift heute J ft: eine modern eingerichtete und behagliche Heilstätte, die auch dem ärmsten Volksgenossen ihre Tore öffnet.
IahreSappett der alten (Soldaten in Leihgestern.
<£ Leihgestern, 29. Jan. Die hiesige Krie- gerkameradschaft hielt ihren Jahres- yauptappell am Sonntagnachmittag bei Kamerad Wilhelm Arnold in der „Krone" ab. Der stellvertretende Kam er ad schastsführer Kamerad Kaspar Häuser begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden, gedachte des im letzten Jahre verstorbenen Kameraden Karl Winter L, der der in oem uns
Das Trendienstehrenzeichen verliehen.
Den Sparkassenbeamten Kontrolleur Heinrich Frick, Oberinspektor Peter Ritsert, Inspektor Hermann Weigel und Obersekretär Willy Philippi, sämtlich bei der Bezirkssparkasse Gießen, wurde vom Führer das Treudienst-Ehren- zeichen für mehr als 25jährige Dienstzeit im öffentlichen Dienst verliehen.
JunflDolt räumt Schnee
Unsere Pimpfe stellen sich wieder einmal in den Dienst der Allgemeinheit! Für heute morgen wurde die Parole ausgegeben: „Schneeschippen!" Das war etwas für die Pimpfe! Da keine Schule ist, waren sie natürlich vollzählig da und machten sich mit Feuereifer an die Arbeit. Jeder hatte mitgeoracht, was zu dieser Arbeit notwendig war. Mit Schippen und Schaufeln, mit Spaten unb mit Hacken rückten sie an, brachten Schlitten mit, aber auch Körbe und Kisten, um den alten Schnee aufladen und dorthin fahren zu können, wo er den Verkehr nicht mehr
zeichnung mehrerer Lm Dienste der Stadt stch^nve- Mitarbeiter. Ueber 40 Jahre ist der Leichenbestatter und Friedhofsaufseher Heinrich Hirth schon tätig. Auch war er Jahrzehnte lang Rottmeister im Stadt- wald. Stadtrechner Karl Glock ist seit 1. 7. 1908 in feinem Amt als Rechner der Stadt, nachdem er einige Jahre vorher sich bei feinem Vorgänger, dem früheren Stadtrechner Heinrich Glock, in dem Gemeinderechnungswesen ausgebildet hatte. Die Kriegsjahre, Inflation, das Beitreibunaswesen u. a. stellten an das Stadtrechneramt besonders erhöhte Anforderungen. Auch in verschiedenen sonstigen Ehrenstellungen als Rechner der Realschule, des Dekanats, der Freiwilligen Feuerwehr, des Gesamtvorstandes des VHE. u. a. war K. Glock unermüdlich tätig. Seit Juni 1913 ist der Feldschütze Hein- rich Läufer im Dienste der Stadt. Nachdem die Ichuhmannstelle eingegangen mar, mußte Reihe städtischer Arbeiten übernehmen. Bullenhalter Johannes ödjaub waltet seit Juni 1913 feines Amtes. Oesters sind den städtischen Bullen bei den Körschauen und Ausstellungen dank der guten Pflege Preise und Anerkennungen zuteil geworden. Auch als Nachtwächter hatte Schaub lange Dienst getan. Zur Zeit versieht er auch das Amt des Spritzenmeisters und Hydrantenwärters. Allen diesen treuen Mitarbeitern wurde durch Bürgermeister Menge! der aufrichtige Dank der Stadt ausgesprochen und ihnen das vom Führer verliehene Treudienstehrenzeichen für 25jährige Mitarbeit in Silber bzw. für 40jährige Tätigkeit in Gold nebst den Ehrenurkunden ausgehändigt. An Bürgermeister Menge! wurde das Silberne Treu-
von England aufgezwungenen Kampfe um unsere Lebensrechte Gefallenen, deren Andenken geehrt wurde. Aus dem Jahresbericht des Kameradschaftsführers war zu entnehmen, daß die Kameradschaft am Großdeutschen Reichskrieg^tag in Kassel, am Kriegerappell in Grohen-Linden und am Kyffhäuser- BundeSschießen teilnahm. An Kyffhäuser-Ehren- nadeln wurden erschossen: Die bronzene von Käme- rod Waydelin, die silberne von Kamerad Diehl und die Siegerplakette von Kamerad Wilhelm Jakobi. Am 1Z. September konnte die Kameradschaft auf ihr 65jähriges Bestehen zurückblicken; der Tag wurde infolge des Krieges nicht wie ursprünglich vorgesehen begangen. An die im Felde stehenden Kameraden wurden zu Weihnachten Liebesgabenpakete übersandt, die freudige Anerkennung gefunden haben. Die Kassenverhältnisse sind in bester Ordnung; die von Kassenführer
je 25 Rpf. und wird nur an Schwer- und arbeiter ausgegeben. Da ein Schwer- oder arbeitet aber wohl selten ein Einkommen haben dürfte, das unter dem doppelten oder dreifachen Richtsatz liegt, kommt diesem Schein praktisch keine besondere Bedeutung zu. Er wird nur selten be-
Das städtische Krankenhaus Schotten erfreut sich eines ständig wachsenden Zuspruchs. Im abgelaufenen Jahre betrug die Zahl der aufgenommenen Kranken 973, die Zahl der Verpfleaungstage belief sich auf 15 072. Das.Haus war durchschnittlich mit 50 Personen belegt. Die Zahl der Operationen belief sich auf 750, die Zahl der Röntgenbehandlungen auf 942.
Landkreis Gießen.
J) Lich, 29. Januar. Obwohl 25 Sänger des Gesangv er eins „Cücilia" Lich unter den Fahnen stchen, unternahm es der Verein am gestri. gen Sonntag, mit seinem 46 Mann starken Chor eine Sängersahrt nach Gießen zu machen, um dort in einigen Kliniken zu fingen. Da es nicht möglich war, Sänger und Zuhörer in einem Raum zu vereinigen, wurde auf den Fluren gesungen, die sich akustisch sogar als sehr günstig erwiesen, sodaß zahlreichen Patienten eine große Freud« bereitet werden konnte. Auch das in schwerem Dienst stechende Personal nahm an den Gesangsdarbietun- gen starken Anteil, und allenthalben sah man freudige Gesichter. Den Sängern wurde lebhafter Beifall zuteil. Zum Vortrag gelangten Volks- und Soldatenlieder. Die Leitung des Chores hatte Chor« meister E. Jlge.
Erwin Freiherr Heyl zu Herrnsheim gestorben.
LPD. Worms, 29. Jan. Im 63. Lebensjahr ist auf Schloß Herrnsheim Dr. jur. Erwin Freiherr Hey! zu Herrnsheim, ein Bruder von Cornelius Freiherrn Heyl zu Herrn-Heim, einem langen Leiden erlegen. Der Verstorbene war in der Vorkriegszeit Legationsrat.
Zwei Kinder durch kochendes Wasser verbrüht.
LPD. Frankfurt a. M., 29. Jan. Am Samstagabend sollten in einer Wohnsiedlung im Stadtteil Höchst die fünf Kinder einer Familie gebadet werden. Als die Mutter kaltes Wasser holen wollte, um es dem in der Badewanne befindlichen heißen Wasser zuzugießen, wollte der neunjährige Junge, der das jüngste seiner Geschwister, ein ’A Jahre altes Kind, auf dem Arm hatte, um die Badewanne herum gehen. Dabei rutschte er aus und stürzte rücklings in das heiße Wasser. Während der Junge schwere Verbrennungen am Rücken erlitt, konnte das '/jährige Kind vor schlimmeren Verbrennungen bewahrt werden, da der Junge die Geistesgegenwart hatte, bei seinem Sturz das Kind mit beiden Armen hochzuheben. Beide Kinder mußten in das Krankenhaus gebracht werden.
stört.
So bot sich heute morgen in verschiedenen Straßen ein Bild regster Tätigkeit. Mit Feuereifer wurden,,........----- --r------------ „
btt Kisten und Körbe voll Schnee geschippt und an , Sozialrentner und Wohlfahrtsunterstutzte in den Ge- die Wieseck gefahren. Auch auf dem Brandplatz ging — * ----- '----- ui*-«
es lebhaft her, denn dort wurde der Schnee in den großen Schacht der Kanalisation entleert Es brauchten also aus den umliegenden Straßen keine weiten
und eine junge, sahen dem Schauspieler nach, als habe er ihnen ein angenehmes Erlebnis bereitet. Und vielleicht war dem so. Denn die Dutzendantwort auf die Beschwerde des durch den Rauch gestörten Herrn hätte gelautet: „Fahren Sie Nichtraucher, wenn Sie Tabakrauch nicht vertragen können."
Otto-Erich Hegg, ahnungslos feines mehrfachen Sieges, bog in die Cicerostraße ab. Er ging immer schneller, je mehr er sich dem Haus näherte. In seinem Gesicht war ein Leuchten. Heute kam er ohne Kuchen und ohne Blumen, aber Jwanka würde das verstehen. Er kam dafür eine halbe Stunde früher.
Als er klingelte, wurde die Tür förmlich aufge- rissen. Jwanka, schön und bezaubernd wie ein Sonnentag, stand da. Sie schien jemand anders erwartet zu haben, denn sie sagte in einem Tonfall, der jedem andern als Hegg ausgefallen wäre: „Ach, du bist es, Otto." Dann ließ sie ihn ein.
Er hielt ihre Hand fest, kaum daß die Tür geschlossen war. „Jwanka, vierundzwanzig Stunden habe ich dich nicht gesehen! Weißt du, wie lange es ist, jemand, den man liebt, den man immer neben sich wissen möchte, ganze vierundzwanzig Stunden lang nicht zu sehen?"
„Ich kann mir das vorstellen, Otto. Aber komm doch ins Zimmer."
Er hielt sie noch einmal fest. .Zwanka ..." Sie bot ihm die Lippen. Er küßte sie mit Leidenschaft, fo daß sie sich losmachen mußte. „Du bist ein Wild- fang, Otto." Sie sagte zu seinem Verdruß nur einen feiner Vornamen. ,Zch las das neulich: .Otto, der Wttdfang'. Schön, nicht wahr?" Ihre sanfte Sprech* weise und ihr Lächeln nahmen dem Spott, wenn es Spott sein sollte, jede Schärfe. „Komm, setze dich. Nett, daß du so früh da bist. Aber du mußt nicht böse fein, wenn nachher der Direktor Boury auf einen Sprung kommt und uns stört. Ich habe ihn herbestellt, weißt du, ich habe einiges mit ihm zu besprechen."
Ihr Deutsch war fließend und sogar ohne Akzent. Trotzdem merkte man, es war eigentlich schwer zu sagen, woran, daß sie eine ihr frentbe Sprache sprach.
saures Gesicht gemacht, wenn Sie mit uns gegessen abhören", versprach Friedel.
haben, Herr Hegg?" meinte sie. „Da wir aoer von ..Das wäre sehr sein", sagte er. „Sie haben Talent sauer reden, fragt sich, ob Sie mögen, was ich heute dafür. Sie bringen die Stichworte in so angenehmer gekocht habe. Saure Nieren. Essen Sie das?" > Art, daß * 1
„Prima", sagte Hegg; fünft nichts. Er bot Friedel | Haben Sie
den Arm und führte sie zu Tisch. Er lächelte sie an sowieso zu
mit dem Schauspielerlächeln, das nicht viel bedeutete
ini|ur. öie utingun uie öiiuiojunt: m ju uiijjviinjiuu i tragen, diese tafafartige Jacke, die sie schätzte, eine Art, daß man nicht aus der Stimmung kommt, blanke Seide, die viel von ihr verriet. Er rauchte ‘ ' — stärker ohne die richtige Anteilnahme.
Sie drückte Otto-Erich in den Sessel, der da vor dem Tisch stand. Er sah die Wand an und den Flügel davor. Ein paar Bilder Imantas standen daraus, Aufnahmen aus dem einzigen Film, den sie mitgedreht hatte. Sie stand da als Zofe in kurzen schwarzen Röckchen, chre runden molligen Beine wurden vorteilhaft gezeigt. Sie hatte einen Staubwedel in der Hand und püschelte einem glatzköpfigen alten Herrn den kahlen Kops ab. Eine von Grund aus lächerliche Szene, sand Hegg, durfte da» aber nicht sagen, da Jwanka sonst wütend mmto (Fortsetzung folgte
Das Sozialamt der Stadt Gießen im Stadthaus, Gartenstraße, ist diejenige Stelle, die als Vermittler der Reichs-Fettverbilligungs- cheine auftritt. Bei einer Rücksprache mit dem zu- tänbigen Beamten erkennt man, daß die Ausgabe tiefer Verbilligungsfcheine eine Aktion von nicht unbedeutendem Ausmaß darstellt.
So wurden allein in der Stadt Gießen (ohne Klcin-Linden und ohne Wieseck) für das letzte Vierteljahr des vergangenen Jahres an 1243 Familien insgesamt 4259 Reichs-Fettverbilligungsscheine der Klasse I (Scheine mit 11 Abschnitten zu je 25 Rpf. Wert) ausgegeben. Dabet kommt es vor, daß manche Familie entsprechend der Anzahl der Familienmitglieder 8 bis 10 solcher Scheine bekommt. Die Scheine bedeuten Bargeld. Vom Reichs-Fett- vcrbilliaungsschein II (der fünf Abschnitte zu je 25 Rps7 Wert aufweist) erhielten im letzten Vierteljahr des vergangenen Jahres innerhalb der Stadt Gießen 439 Familien insgesamt 1294 Scheine. In Wieseck wurden im gleichen Zeitraum 505 Scheine der Klasse I und 225 der Klasse II ausge- geben. In Klein-Linden gelangten 400 Scheine der Klaffe I und 230 der Klasse II zur Ausgabe. Auch an Anstalten und Kliniken werden für Insassen oder Patienten solche Verbilligungsscheine ausgegeben. Acht verschiedene Anstalten bzw. Kliniken erhielten 1206 Verbilligungsscheine der Klasse I und 5 Anstalten 279 Scheine der Klasse II.
Nach der Zusammenrechnung des Wertes aller verausgabten Scheine ergibt sich für das Vierteljahr für die Stadt Gießen (einschließlich der Vororte Klein-^Linden und Wieseck) der bewilligte Bettag von 19 652,50 RM. Die Verrechnung der Geschäftsinhaber, die die einzelnen Scheine als Bargeld falgt über das
ober Ihre Mutter wird ein saures Gesicht machen." gut nein sagen. Dann ginge Frau Herder kam in den Flpr. Sir hatte die weiter und hieße Schauspiel.
Worte mit angehört. „Habe ich schon einmal ein r* "
„Aber wieso denn stören. Essen Sie dock mit; bin ich. Die sympathischste Figur Ich kriege auch uns." Sie war etwas kleiner als er und sah von bie Frau zum Schluß doch noch, nachdem sie' drei unten herauf in fein Gesicht. Sie zog die Augen Akte lang nicht wußte, wohin sie gehört. Ich frage hock, es gab ihr einen verschmitzten Ausdruck, Der j sie, ob sie mich heiraten will, und sagt ja. Dann vielleicht gar nicht beabsichtigt war. Aber ihr ßäd>cln fällt der Vorhang."


