Dienstag, 30 Januar 1940
M. 25 Erstes Blatt
190. Jahrgang
AI
schmettern dem Führer ihre Sprechchöre entgegen.
6en k
Vom Parteiführer ztim Ersten Soldaten des Großdeutschen Reiches
WA
von das sen und der
Großer Schlag der deutschen Luftwaffe.
Neun bewaffnete britische Schiffe versenkt. - Geleitzüge erfolgreich angegriffen
Wunders zu Ende.
Das neue Reich ist erstanden. Es wurde mit Blut geweiht. Eine vierzehnjährige Arbeit wurde vom Sieg gekrönt. Wir sind am Ziel. Die deutsche Revolution beginnt!"
ander, eng eingequetscht. Ich bin als Kameramann eine zusätzliche Belastung für Maschine und Besatzung. Doch sind alle bereit, den Raum kameradschaftlich zu teilen. Der Oberfunkmaat rutscht jetzt sogar noch ganz vom Platz, um sich auf meinen kleinen Apparatkoffer zu setzen, weil mir ein Wolkenmotiv so gut gefällt und ich ein paar Meter davon drehen möchte.
Kaum sitzen wir wieder, da faßt sein Nebenmann
Mit Flugzeug und Kamera auf Wachposienflug zur britischen Küste
>(
> ■
Wie der „Telegraaf" aus London berichtet, handelt es sich bei den englischen Schiffen, die im Laufe des Montags durch deutsche Flugzeuge vernichtet wurden, u.a. um die Dampfer „Miriam" (1903 Brt.) und „Danybry n , den Tankdampfer „Athelmonarch" (8995 Brt.), die Dampfer „Imperial Monarch" (5831 Brt.) und „Wellpark" (4649 Brt.), das Galliper-Feuer- chiff und einen französischen Dampfer, dessen Name noch nicht bekannt ist. Der „Telegraaf" weiß zu be-
Sein Volk jubelt ihm zu.
Der Rundfunk überträgt zum ersten Male eine Kundgebung des deutschen Volkes. Wir sprechen zum ersten Male über alle deutschen Sender. Ich kann dabei nur sagen, daß wir maßlos glücklich sind, und daß wir weiterarbeiten wollen.
Als sich weit nach Mitternacht der Zug seinem Ende zuneigt, stehen noch immer Zehntausende Menschen vor der Reichskanzlei und singen Horst-Wessel-Lied. Ich rede kurz zu den Mas- und schließe mit einem Heil auf Hindenburg auf den Führer. In einem sinnlosen Taumel Begeisterung geht diese Nacht des großen
>ch,'A
da eiM kn. fr, und iu ieß ab h m l.-Fack n sch o<W (140).
r @rv*
M Ü
D -nerir. n
175:
'M rech, * ttertt
teuer».-
September 1939: Der Führer und Oberste Befehlshaber Adolf Hitler weilt als der Erste Soldat des Großdeutschen Reiches bei seinen tapferen Kämpfern an der Ostfront während des siegreichen Feldzuges in Polen.
(Aufnahmen Atlantik- und Scherl-Bilderdienst-M.)
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' ,,Uhr des Vormittags
Grundpreise für I mm höhe
für Anzeigen von 22 mm 'Brette 7 Rpf.
für Textanzelgen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstaffel B
Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung
25 °/0 mehr.
Ermäßigte Grundpreise
Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle
Monats-Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
Zrankfurt am Main 11688
on e^nnuar 1933: Als Führer der im innerpolitischen Kampf erstarkten und siegreichen NSDAP, verläßt Adolf Hitler hier den Katterhof zu Berlin, soeben als Reichskanzler mit der Führung der Nation betraut.
Aufbruch der Hatton.
Reichsminister Dr. Goebbels hat m feinem Buche „Vom Kaiserhof Zur R^chs« kanzlei" die Nacht, die dem historischen 30. Januar folgte, so geschildert:
„Der Führer ist zum Kanzler berufen. Er hat bereits in die Hand des
Eid abgelegt. Die große Entscheidung ist gefallen. WÄS 'S ÄÄ“Ä. enirtos, von 7 Uhr abends bis 1 Uhr nachts Marschieren unten an der Reichskanzlei di schen vorbei. SA.-Männer, Jänner tiitler- yuqend, Zivilisten, Männer, Frauen Va^r die ihrc Kinder aus dem Arm tragen unb jum JUr des Führers «mxdrheben. Es herrscht em
Oer 30. Januar.
Deutschland vor mehr als sieben Jahren? Ein Reich, das nur dem Namen nach eine Einheit darstellte, ein Volk, das jeden inneren Zusammenhalt verloren hatte. Das Versailler Diktat hatte seine Entwaffnung herbeigeführt, seine Hilfsmittel geraubt und seinen Wohlstand vernichtet. Endlose Tributzahlungen entzogen der deutschen Wirtschaft den Rest der Substanz. Arbeitslosigkeit und Elend, Verwahrlosung und Zwietracht waren die Folgen. "In einigen Dutzend Parlamenten saßen die Vertreter von 20 bis 30 Parteien. In jedem Dorf und jin jeder Stadt spielten sich Parteibonzen als Machthaber auf, die in Wirklichkeit weder Rat noch Macht besaßen. Jugend ohne Hoffnung, Rechtsunsicherheit ohnegleichen Behörden ohne Autorität waren die Zeichen des furchtbaren Niedergangs. Nur die Kräfte der Unterwelt fühlten sich wohl und mit ihnen die Schmarotzer fremder Rassen.
Fürwahr: jenes Deutschland konnte seinen Gegnern, die es 14 Jahre lang ausgeplündert hatten, nicht gefährlich werden! Ein solcher Staat konnte den deutschen Menschen, die unter fremder Herrschaft schmachten mußten, keine Hoffnung sein. Es . mar keine Burg seiner Freunde und kein Trutz der Feinde. Es mußte sich in Genf und anderwärts mit * leeren Redensarten abspeisen lassen. Dieses Reich entsprach trotz seiner 65 Millionen Einwohner ganz und gar dem alten Reiche nach dem Dreißigjährigen Kriege. In London und Paris hatte es damals , -niemand nötig, an den Westfälischen Frieden zu- rückzudenken. Versailles hatte seinen Zweck erfüllt.
Da kam der Führer und Retter! Ein unbekannter Soldat des Weltkrieges hatte das Panier
an fein Auge und zieht fein unteres Auaenlid hev- unter. Dies bedeutet in der Fliegersprache: ..A ch« tung!" Meine Filmkamera wird wieder schuß« bereit gemacht, um einen a u f eine Mine gelaufenen Frachtdampfer aufzunehmen. Es handelt sich um das englische Handelsschiff „Mount Ida". Kurze Verständigung mit dem Kommandanten und Piloten, und die Maschine verliert an Höhe, um den, wie jetzt deutlich erkennbar, auseinander« gebrochenen Dampfer anzufliegen. Gleichmäßig läuft der Motor meiner Kamera mit aller Kraft versuche ich, mich zu halten, um nicht wieder auf meinen Platz zürückzusinken. So stark ist der Druck; und es ist gut, daß ein Windschutz vorhanden ist. Ich bin überzeugt, ein Film aus der Hand wäre sonst ganz unmöglich. Das menschenleere Wrack ist bis zu den Bullaugen versackt, und die Wogen brechen sich hoch aufspritzend an den Aufbauten. Noch ein, zwei Kurven, und die Aufnahmen von diesem Objekt sind beendet.
Wo Himmel und Wasser sich treffen, liegt vor uns, .kaum erkennbar, die englische Küste. Dann verschwindet unser Vogel in den Wolken. Da, da liegt ja ein Leuchtturm, es muß der von Farnborough sein, hören wir die Stimme des Kommandanten. Langsam drehen wir ab. Einige Meter laufen noch durch, bann ist bei mir Käset« tenwechsel. Eine neue Ueberraschung erwartet uns. Dicht an der Küste ist ein Konvoi. Etwa 30 Schiffe, zwei Flakkreuzer und mehrere Zerstörer. Schlagartig setzt auch ein Abwehrfeuer ein, das gleichzeitig aus allen Rohren kommt. Doch — John Bull — besser zielen! 100 Meter zugeben, dann reichts wohl! Weiße Wölkchen der Flak und Wassersäulen der Sprengstücke sind mit dem Auge gut erkennbar. Ich bedauere sehr, wegen der großen Entfernung keine weiteren Filmaufnahmen machen zu können, doch ein Trost bleibt mir: Meine Feuertaufe habe ich weg. Unsere Aufgabe heißt Auf* klären!
Wir funken den Standort des Geleitzuges an die Heimat, und unser Auftrag ist erfüllt. Mensch und Maschine gaben zur Durchführung ihrer Aufgabe ihr Bestes. Gerhard Garms.
Folgen
der schwindenden Tonnage.
Auch die Schiffswerften
sollen der Admiralität unterstellt werden.
Amsterdam, 30. Jan. (DNB. Funkspruch.) In einer Meldung aus London heißt es u. a., die britische Regierung sei mit der Beschlagnahme aller britischen Handelsschiffe und ihrer Unterordnung unter staatliche Kontrolle noch nicht zufrieden. Am Mittwoch werde Churchill wahrscheinlich bekanntgeben, daß in der britischen Admiralität eine neue Abteilung geschaffen werde, der alle Schiffswerften Englands unterstellt seien. Diese Abteilung solle in erster Linie dafür sorgen, daß alle die britischen Werften, die jahrelang nicht mehr gearbeitet hätten, wieder in Betrieb genommen würden. Das werde allerdings der englischen Regierung große Kosten verursachen.
unbeschreiblicher Jubel. Wenige Meter von der Reichskanzlei entfernt steht der Reichspräsident an feinem Fenster, eine ragende Heldengestalt, ehrwürdig und von mythischem Zauber umwittert. Mit dem Spazierstock schlägt er hin und wieder zu den Rhythmen der Militärmärsche den Takt. Hunderttausende und Hunderttausende ziehen im ewigen Gleichschritt unten an den Fen- tern vorbei.
Das ist der Aufbruch der Nation!
Deutschland ist erwacht!
In einer spontanen Explosion bekennt sich das Volk zur Revolution der Deutschen.
Es ist unbeschreiblich, was in unserem Herzen vor sich geht. Man möchte meinen und lachen.
Immer neue Menschen kommen und jubeln und rufen.
Vor der Reichskanzlei auf dem Wilhelmplatz itzen Hunderte von Jungens in den Bäumen und
■ete, bav hauB Liebe c. j' s ergebt1.
>n W tille M utter
alte eiis h, Hf Sparks
mar tN*.; ;
>in vM miterl^ i vielst ■ zu W e,W es bef-
-en Dlein,^ 1 w*
Aussig Jahr< Mtielk. iger
; auf*? ä« solde^,
lilitar >
Die >3
reu-
richten, daß einige der englischen Schiffe heftiges Geschützfeuer auf die deutschen Flugzeuge eröffneten.
Wie Reuter bekanatgeben mußte, unternahmen deutsche Flieger „die k u hn st e Serie von Angriffen, die sie jemals gemacht haben". Sie griffen englische Schiffe an oer Ostküste Englands an. Die Aktionen fanden vormittags statt. In verschiedenen Bezirken, hauptsächlich an der Notdost- küste, mußte Fliegeralarm gegeben werden. Wie Reuter hervorhebt, wurde an der schottischen Küste der Dampfer „Imperial Monarch" angegriffen. Ebenso waren die deutschen Kampfflugzeuge in der Nordsee beim Angriff auf viele englische Schiffe erfolgreich. Acht britische Schisse hätten gemeldet, daß sie von deutschen Fliegern hart bedrängt würden. Wie aus dem Bericht Reuters hervorgeht, war die Verteidigung der englischen Jäger infolge des schlechten Wetters und der schlechten Sicht sehr erschwert. Bemerkenswerterweise wird kein einziges deutsches Flugzeug als abgeschossen gemeldet, wahrend doch sonst das Londoner Lügenministerium mit „großen Erfolgen" rasch bei der Hand ist. Ebenso bezeichnend ist, daß in dem englischen Bericht nur ein einziger deutscher Angriff auf einen Dampfer als vergeblich genannt wird.
(P. K.) Tag um Tag suchen wir. nun auf un- eren Aufklärungsf lügen den Feind. Doch wir wis- en, er wagt sich nur selten aus seinem Schlupfwinkel. Bei kräftiger Wottenbildung slieaen wir in geringer Hohe über Meer der englischen Küste zu. Die Wogen unter uns haben Schaumkämme und scheinen uns vom Westen entgegenzukommen. Ein Dies soll über Irland stehen, ruft der Funker ins Bordmikrophon. Wir sitzen nebenem-
it her
’ e
ietüerti: )ies rj her Sk -nbeleui >rmeiti? sgebm i, |o b? gehört idjerr ■ bis c ihm 0 lmstäck aufoerti; unterlöf., er W eleudjiir lemefti" heran?
der Frecheit aufgerichtet. Erst verlacht und be- : kämpft, verleumdet und verfolgt, war er den Weg durch sein Volk geschritten. Er hatte sich eine 1 Garde von Mitkämpfern geschaffen, die blindlings seinen Befehlen folgte. Er hatte den Weg der faulen Kompromisse bewußt abgelehnt, da es ihm stets um ein Ganzes ging: um Deutschland! So wurde der Name Adolf Hitler der Kampfruf in der Zeit der Hoffnungslosigkeit, sein Programm das Panier der jungen Generatioy, wie der alten Frontkämpfer. Alle Intrigen verachtend und überwindend, führte der gerade Weg der nationalsozialistischen Kampfbewegung endlich zur Machtergreifung am 30. Januar 1933.
Gewiß: die Erhebung der Nation konnte keinen andern Sinn haben als die Brechung der Versailler Ketten. Die Geschichte wird aber dem Führer das Zeugnis nicht verweigern können, daß er die Revision des unerträglichen Zustandes auf friedlichem Wege erstrebt und solange auch erreicht hat, bis die englische Einkreisungspolitik sich an ihrem Ziele glaubte. Der militärische Schutz des Rheinlandes, der Anschluß Oesterreichs, die Befreiung des Sudetenlandes und des Memelgebietes ist ohne Schwertstreich erfolgt, Böhmen und Mähren haben aus eigenem Entschluß den Weg unter den Schutz des Großdeutschen Reiches gefunden. Diese gewaltigen Erfolge waren die Früchte zielbewußter und mutiger Politik, sie gründeten sich nicht zuletzt auf die großartige Neugestaltung des innerdeutschen Lebens. Die Niederkämpfung der Arbeitslosigkeit, die soziale Befriedung der Stände, die glanzvollen Leistungen des Gemeinschaftsgeistes, die Entwicklung der Technik, der Künste und Wissenschaften zu neuer Blüte, das sind die unbestrittenen Zeugnisse des neuen Ausstieges. Die Aufrichtung des Westwalles war die starke Sicherung zu friedlicher Entwicklung, solange die Gegenseite bereit war, eme solche an^u- erfennen. Oft genug hat Adolf Hitler sich als Friedenskanzler bewährt, immer wieder hat er, besonders dem westlichen Nachbarn, ein dauerhaftes Fne- densverhältnis angeboten, beispiellos war feine Geduld gegenüber polnischen Provokationen.
Sie haben den Weg des Friedens nicht gewollt. Die Regelung der Ostgrenzen — des letzten Postens der Versailler Rechnung — hat England und Frankreich den Vorwand geliefert, den Krieg gegen das neue Deutschland zu eröffnen. Nach ihrem Willen soll es ein Vernichtungskampf werden.
So steht am Beginn des achten Jahres nach der nationalsozialistischen Machtergreifung Großdeutfch- । jland im Kamps gegen Mächte, die noch immer glauben, mit der Macht des Geldsackes und der Lüge weiterhin freie Nationen beherrschen und nie« verhalten zu können. Das deutsche Volk hat aber feine Gegner erkannt! Seine Mannschaft hat m 18 Tagen die polnische Heeresmacht vermchttt die dazu bestimmt war, die Verständigung Deutschlands mit dem großen Nachbarn im Osten 3HJ’er^nV>e’?L . Der Vernichtungswille der Feinde wird auch rm Westen auf Granit beißen.
Volk und Heer gehen in das neue Jahr der nationalsozialistischen Macht voll des Verttauens zu Adolf Hitler und mit dem gläubigen Bekenntnis zu einer stolzen Zukunft endlo sen zu allen Opfern für das heilige Deutsche Reich! K.
Berlin, 29. Jan. (DNB.) 3m Rahmen der Aufklärungsflüge der Luftwaffe in der Nordsee wurden am 29. Januar 1940 feindliche Geleilzüge bewaffneter Handelsdampfer und Borpostenboote angegriffen. Trotz schärfsten feindlichen Abwehrfeuers und trotz Einsatzes von Jagd- verbänden wurden vernichtet: sieben feindliche bewaffnete Handelsschiffe und zwei Borpostenboote. Ein feindlicher Jäger wurde bei Hartlepool abgeschossen. Sämtliche eigenen eingesetzten Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühische Unioerfitätsöruderci «.Lange in Sietzen. Lchriftleilung und Seschäsisftelle: Zchulftratze 7_______
&C3


