Ausgabe 
29.11.1940
 
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Europa«, welche bk in Paris im Jahre 1919 versammelten Politiker in behaglicher Ruhe für im­mer festgelegt zu haben glaubten, verändert haben werden "

Es ist bezeichnend, dah Lord Rothermere weiter mit seinen prophetischen Warnungen Gehör gesun« den, noch trotz seiner Herrschaft über einen großen Z.ltunakonzern das Schicksal Englands hat Tn an* dere Bahnen lenken können. Im Gegenteil, man empfand chn als unbequem. Schon 1923 nannte bie englische ZeitschriftNew Statesman" feine Tätigkeiteine tief beunruhigenbe Tatsache" Unb die jübischen Plutokraten Englanbs rächten sich an ihm, Indem sie feinen Zeitungen die Inserate entzogen Es half ihm nichts, bah er als Folge* runfl feiner Warnungen den Engländern den Rat gab, sich nicht nur mit den autoritären Staaten zu verständigen, sondern gleichzeitig auch, und zwar

sofort, eine starke Aufrüstung 311 beginnen. Es half ihm auch nichts, baß er weit über Die Pläne der Regierung hinaus erst 5000 bann gar 10 000 Flugzeuge forderte Er hatte den Engländern ihre falschen Ansichten über Deutschland, ihre Illu­sionen über solche Dinae, roie den abessinischen Krieg ober bie japanische Wehrmacht vorgehalten. Das genügte seinen jübischen Gegnern, die es schließlich so weit brachten, daß er sich van seinem Zcitunaskonzern zurückzog unb bie Aktenmehrheit in jüb^che Hänbe fallen lieh. Rothermere blieb mit seiner Erkenntnis des Ueberganges Englanbsvan anerkannter Macht zu offenfunbiger Ohnmacht" allein. Alle bleie Erkenntnisse haben freilich nicht verhindern können, baß Rothermere im englischen Kriege mit fliegenben Fahnen in bas Lager des politischen Gauklers Churchill überging.

Seegefecht im westlichen Mittelmeer.

Drei britische Kriegsschiffe von italienischen Bomben getroffen.

Z^allenischer Wehrmachtbericht.

Rom, 28. Roo. (DRB.) Der Italienische Wehr- machlbericht vom Donnerstag hat folgenden Won- laut;

An der grlechischen Front haben die Trup­pen der 11. Armee im Lause de» gestrigen Tage» an verschiedenen Stellen von Erfolg gekrönte G e - genan griffe unternommen. Zwei Luftgeschwa- der von insgesamt einigen hundert Maschinen haben auf taktischeyi Gebiet mit den Landstreitkrästen )u- lammcngearbcltcl und auherdem die folgenden feind­lichen vbjekle bombardiert: den Flugplatz von Lo- zani, roo neun Flugzeuge zerstört wurden, von denen fünf verbrannten, den Flugplatz von Florina, roo fünf Jagdflugzeuge vom PZL.-It)p in Brand ge­fetzt wurden, fowie den Bahnhof Florina. Alle un­tere Flugzeuge find zu ihren Stützpunkten zurück­gekehrt.

Line unserer Marineformationen ist gestern nach­mittag auf ihrer füdlich von Sardinien mit einem von Westen kommenden englischen Geschwa­der In Kontakt gekommen, das sich aus einigen Schlachtschisfen, einem Flugzeugträger und zahlrei­chen Kreuzern zusammensehte. Bel dem Kampf haben unsere Schisse einen Kreuzer vom Kenl-Iyp und einen Kreuzer vom Birmingham-Typ sicher getrof­

fen und beschädigt. Lin feindliches Geschah hat einen unserer Kreuzer, dieFiume", getroffen, ist aber nicht explodiert. Liner unserer ZerstörerLan­ciere" ist schwer getroffen und zu feinem Stütz­punkt geschleppt worden. Die Flak unserer Lin- heilen hat zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen, während sich nach Linstellung des Feuers das feindliche Geschwader rasch nach Südosten entfernte, wurde es etwa 200 Kilometer von Sardinien ent­fernt von einigen unserer von Jägern begleiteten Bomberformallonen S 79 erreicht. Lin Flug­zeugträger, ein Schlachtschls f und ein Kreuzer wurden von Bomben schweren Kaliber» getroffen. Durch eine darauffol­gende Luftaufklärung wurde kontrolliert, dah da» Schtachtfchiff mit einem Brand an Bord still lag. In den heftigen Lustkämpsen zwi­schen unseren Jägern und den von dem Flugzeug- träger aufgestiegenen wurden fünf feindliche Flugzeuge abgefd)offen. Lines unserer Flugzeuge CR 42 und ein Lrkundungsslugzeug sind nicht zu den Stützpunkten zurückgekehrt.

3m Roten Meer hat eines unserer ll-Boote Galileo Ferraris" am 26. Rovember drei Tor­pedos gegen drei In einem stark gesicherten Geleit­zug fahrenden Dampfer geschleudert. Alle drei Dampfer find voll getroffen und versenkt worden.

Ein italienischer Aiigenzeugenbenchi.

Rom, 29. Roo. (DNB. Funkspruch.) lieber das Seegefecht zwischen englischen Seestreitkrästen und italienischen Einheiten berichtet ein Sonberbericht* erstatter der Agenzia Stefani, ber an Borb eines Kriegsschiffes an dem Zusammenstoß teilnahm: Am Vormittag gegen 10 Uhr würbe ein englisches Flug­zeug weit voraus gesichtet, auf bas sofort Flak- feuer eröffnet würbe. Der Kurs ber italienischen Streitkräfte lag westsübwest, wahrend ber Flug der feindlichen Maschine etwa 150 Grab von bie* em Kurs abwich, was vermuten lieh, daß bie einblichen Streitkräfte in bieser Richtung zu suchen eien. Die italienischen Einheiten wechselten barauf* jin ben Kurv. Spätere Nachrichten über Weg unb Schnelligkeit bes Gegners führten bazu, dah gegen 12.15 Uhr auf bie Schiffe bes Gegners bas Feuer mit ben 20,3-cm Geschützen eröffnet werden konnte. Zwei Gegner wurden dabei getroffen. Durch ein geschicktes Manöver rückte man dem Gegner näher zu Leibe, und kurz darauf konnte dieV i 11 0 r i 0 Vene 1 0" mit zwei Kalibern da» Feuer gegen den Gegner eröffnen. DieVittorio Veneto" schoß sich sofort ein, muhte sich bann aber feindlichen Torpedoflugzeugen, die von steueroorb herkamen, mit geschickten Manooern entziehen. Das charse Feuer, bem zwei ber angreifenden Torpedo* lugzeuge zum Opfer fielen, zwang bie übrigen Flugzeuge zum Rückzug. Das genau vorverlegte jener derVittorio Veneto" nötigte ben Gegner, eiligst ben Feuerbereich zu verlassen. Während die­ser Phase bes Kampfes fah man, wie ein fchwe * r e r Kreuzer vorn TypKent", beffen Heck

stark absackte unb ber bas Feuer einstellen mußte, ans der Feuerllnie a u s s ch 0 r. Ein weiterer schwerer Kreuzer wurde ernsthaft getroffen. Um 15.30 Uhr wurde ein roefterer Angriff feindlicher Torpedoflugzeuge abge- wiesen, wobei eines ber angreifenden Torpedo­flugzeuge a b g e f d) 0 f f e n wurde.

Giornale d'Italia" erklärt, ber neuerliche Zu* sammenstoß habe bie Schlagkraft ber italienischen Kriegsmarine unb bie überraoenbe Macht ber italie- nischen Luftwaffe bewiesen. Das Mittelmeer werbe in fteigenbem Maße eines ber lebenswickstigisten unb am härtesten umkämpften Strlegs^entren. Italien habe burch feine um ben Preis einer Kriegsauswei* tung unb ber Erschwerung feiner Aufgaben gegen Griechenlanb unternommene Aktion Englanb zu einer Konzentrierung feiner Kräfte im Mittelmeer und zu ihrer Verzettelung auf einer größeren An­zahl von Kriegsschauplätzen gezwungen. Um bie Ge* leitzüge Im Mittelmeer zu schützen, yade die bri^che Admiralität große Streitfräjtc noch dort entsenden müssen. Die See- unb Luftschlacht bei Sardinien habe bewiesen, daß die italienischen Streitkräfte wr See und in der Lust einsatzbereit und schlagkräftig seien unb über einen vorzüglichen Kampfgeist verfüg* ten.Tribuna" erklärt, die englische Flotte habe wieder einmal feststellen können, daß sie nicht mehr bie See beherrsche Die Auseinandersetzung beweise den Angriffsgeist ber italienischen Kriegsmarine unb werde gewisse Großsprechereien Churchills unb seiner Helfershelfer bämpfen.

Oie englische Zensur wird immer schärfer.

Jlur die amerikanischen Journalisten dürfen sich informieren.

Stockholm, 28. Nov. (Europapreh.) Objektive Sck)ilderungeK ber Wirkungen bes Luftkrieges in (Englanb tonnen, w e ber Lanboner Korrespondent vonDagen» Ryheter" mitteilt, nicht gemacht wer* ben, nachdem bie englische Zensur in den letzten Wochen immer schärfer geworben ist. Sie ver* hindert bie Berichterstattung über die tatsächlichen Schöben und deren Einwirkungen auf bie Kriegs* vrodnktion. Selbst bie englische Presse tobt gegen Die Knebelungen, bie in erster Linie bem Kriegs* ndnifterium, ber Abmiralität unb bem Luftfahrt* nunlfterium zu verdanken sind. Die Begünstigung der nordamerikanüchen Journalisten durch die Zen* lurbehörden hat in IoUrnalistenkreisen Londons eine vöse Stimmung auifommen lassen.Dagena Ry- heter" schreibt:Vorn englischen Standpunkt aus ist b elc Vorliebe für ben transatlantifchen Vetter un­ter ben augenblicklichen Umftänben gewiß verstänb* lich Aus bem Hintergrunb ber europäischen Brüder- fchaft, für bereu Verw rklichung Englanb nach ben tänbigen Versicherungen aller englischen Frühstücks* tebner in bleiern Kriege kämpfe, erscheint es einem Beobachter mit einer Anlage zur selbstänblgen Denk* tätigkeit bach etwas kurios wenn er täglich beobach­ten kann, wie die norbamerlkanischen Journalisten Herumlaufen, roäbrenb gleichzeitig ben Journalisten anderer Länder verboten wirb, mit eigenen Augen zu sehen unb eigenen Obren zu hören.

England stellt Zeitungsltefernng ned) Portugal ein.

Lissabon. 28. Nov (Europapreh.) Der Versanb englischer Zeitungen nach Lissabon auf dem Luftwege ist endgültig eingestellt worden nachdem bereite seit etwa sechs bl» acht Wochen nur noch vereinzelt englische Tageszeitungen an ben Lissaboner Zeitungshandel geliefert worden waren Damit besteht nur noch die Möglichkeit, daß ge­legentlich englische Zeitungen mit Frachtdampfern, deren Fahrzeit an Stelle von drei vis vier Tagen Friebenszeiten fetzt burchschnittlich zwischen 20 unb 60 lagen beträgt, nach Lissabon gelangen. Für die

englische Propaganda In Portugal bebeutet bie Ein* stellung ber Zeitungssendungen einen ernsthaften Rückschlag, selbst wenn man berücksichtigt, baß ber Inhalt englischer Zeitungen in letzter Zeit nicht ge* rabe besondere Siegeszuversicht ausstrablte. Aber Flugzeuge unb Ära tftoff in Englanb scheinen so knapp geworben zu ein, baß sribh ber Einsatz von einem ober zwei Flugzeugen ins Gewicht fallen mürbe. Deutschlanb dagegen halte einen täglichen Fahrgast- unb Frachtverkehr nach Portugal mit Flugzeugen mobernften Tnps aufrecht unb konnte oufoerbem in letzter Zeit für Frachtlieferung noch eine Reihe von Sonderflugzeugen einsetzen.

Der deutsche Blockadering um England.

Madrid, 28. Nov. (Europapreh.) Daß auch nach neutralen Häfen bestimmte Schiffe mit neu­traler Ladung gut daran tun, das von Deutsch­land bestimmte Blockabegebiet um bie britische In­sel zu melden, zeigen die Erfahrungen des portu­giesischen DampfersG 0 n c a l 0 V e l f 0". Die portugiesische ZeitungRepudlica" berichtet:Das Schiff befand sich 300 Seemeilen west 1 ich von Irland, als es überrascheirb von einem aufgetauchten deutschen U-Boot de- schossen würbe. Eine Granate, bie bas Schis backbord traf, riß ein große» Loch in bie Bord- wand. Die Mannschaft von 31 Mann begab sich in bie Boote. Der Kapitän fuhr auf bas U-Boot zu. um leine Schiftspapiere vorzulegen, au» benen bervorging, daß sein 'Schiff 1800 Tonnen Klipp­fisch für Portugal geloben hatte"

Wie bas Blatt mitteilt, sprach ber Kommandant be» U-Bootes nachdem er die Papiere geprüft hatte, sein Bedauern über bie Beschießung aus. Er wies aber auch barauf hin, baß bieGvncalo Velfo" sich Innerhalb ber beutfchen Blockadezone befuirbcn habe. Er riet bem Kapitän, einen west- kicheren Kurv zu nehmen, um weiteren Un­annehmlichkeiten zu entgehen. Die Besatzung ging daraufhin wieder an Bord bc» portugiesischen

Rücktritt des finnischen Staatspräsidenten.

Helsinki, 29. Nov. (Europapreh.) Der finni- che Staatspräsident Kalli 0 hat an bie Regie­rung ein Schreiben gerichtet, in dem er ihr mit* teilt, dah er infolge anbouernber Erkrankung an ber Ausübung feines Amtes verhinbert fei unb da-

I

her zurücktrete. Dem Schreiben ist ein Zeug­nis bes behandelnden Arztes beigeschlossen. In die- em wirb festgestellt, baß Präsibent Kallio an einer Erkrankung bes Herzens unb ber Gefäße leide und daß bie Krankheit länger anbauern werbe, ber Prä- ident aber während der Dauer der Krankheit an )er Ausübung seines Amtes verhindert sei. Die Regierung hat beschlossen, dem Reichstag den Rück­tritt des Präsidenten unverzüglich mitzutellen, unb gleichzeitig vorgeschlagen, baß bie Wahl des neuen Präsidenten burch bie bereits 1937 gewählten Wählmänner erfolgen folle. Die da- durch notwendig gewordene Aenderung des 23er*

fosiungsgefetzes ist damit begründet, daß zur flett die in Finnland befindliche Bevölkerung ber abgetretenen Gebiete keine Möglichkeit be» sitzt, an ber Wahl ber Wahlmänner teUzunehmen, Da sie gegenwärtig noch keinen festen Wohn fitz hat. Die Wahl des neuen Präsidenten soll jedoch nicht, wie in der Verfassung vorgesehen, auf . sechs Jahre erfolgen, sondern lediglich bi» zu dem Zeitpunkt, an bem die Amtsperiode des zurück, getretenen Präsidenten normalerweise abgelaufen wäre, d. h. bis zum März 1943.

Präsident Kallio wurde 1937 zum Präsidenten Finnlands gewählt. Er wurde 1A73 in Nlivieska geboren. Schon als junger Bauer hat er sich poli­tisch betätigt. Er war Vertreter des Bauernstandes im finnischen Landtag von 1904 bis 1906 und nach der Verfassungsreform im Jahre 1906 Mitglied des Reichstags Diesem gehörte er dis zur Schaffung des selbständigen Staates an. Von diesem Zelt- Sanft war er bis zu feiner Wahl zum Präsidenten Hitglteb des Reichstaas und Vorsitzender der Fin- nischen Agrarpartei. Als Parlamentarier war er längere Zeit hindurch Vorsitzender des Reichstag, und wiederholt Vorsitzender der Regierung. Die Agrarreform von 1922 trägt feinen Namen Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt. Sicher ist nur, daß der Nachfolger eine Persönlichkeit sein wird, die ohne ausgeprägte parteimäßige Bindung in breiten Schichten der Bevölkerung Autorität besitzt und auch im Auslande den Anspruch auf Autorität erheben kann. Bis zur Wahl eines neuen Präsi­denten übt, wie bereits feit Beginn der Erkran« tung Kall los, Ministerpräsident Ryti die Befug, nisie des Staatspräsidenten aus. Der Wahlakt selbst wird vor den Weihnachtsfeiertagen erfolgen.

Als stellvertretender Staatspräsident hat Mini« fterpräflbent Ryti dem finnischen Reichstag einen Gesetzesantrag norgelegt, in dem die Verlänge­rung der Militärdienstzeit auf zwei Jahre vorgeschlaaen wird. Bisher betrug die Dienstzeit §wölf Monate, für Reserveoffiziersan. Wärter fünfzehn Monate.

Lin rumänisches Gesetz zur Sicherung der öffentlichen Ordnung.

Bukarest, 28. Nov. (Europapreh.) General A n t 0 n e s c u hat ein Gesetz zur Bestrafung von Vergehen gegen die öffentliche Ordnung und die Staat sinter offen unterzeichnet, in dem es heißt: Wer die Freiheit der Einzelpersonen ober ihre Woh* nung anrührt, wird mit Zwangsarbeit von fünf bis zwanzig Jahren bestraft. Wer das Eigentum anderer verletzt ober weg nimmt, wirb mit Zwangs* arbeit von fünf bis zehn Jahren bestraft. Vor­sätzliche Tötung eines Menschen wirb mit bem Tode bestraft. Das Verbrechen der Verun­treuung wird bis zum Wert von 50 000 Lei mit fünf bis acht Jahren Zwangsarbeit-, von 50 0 00 bis zu 1 Million Lei mit zehn bis fünfundzwanzig Jahren, und über 1 Million Lei mit dem Tode be­straft. Ordnung und Autorität, Unantastbarkeit der Person und der Wohnung, Respektierung des Eigen­tums feien nationale Gebote, von denen bei Den heutigen schwierigen Verhältnlsien in Rumänien kein Abweichen erlaubt sei. Ebenso fei die unehrliche Verwaltung öffentlicher Gelder ein schwe­res Vergehen.

Zum neuen P 0 l i ze I p r ä s e k t e n in Bukarest wurde der ßeglonarfommanbant Rada MIr 0 no- Diel ernannt. Er ist ein alter Mitkämpfer Eobre- anus unb Mitgründer ber Eisernen Garbe. Der bis­herige Pollzelpräfekt Oberst Zav 0 lan 0 , ebenfalls ein alter Legionär, würbe seines Postens enthoben, weil sich herausaestellt hatte, baß auch im Buka­rester PoUzelgesängnls einige politische Häftlinge so u. a. der frühere Chef bes Geheimdienstes ber

Armee M0ruzow unb sein Gehilfe 6tef ne » cu erschossen worben sind.

Aufbahrung Codreanus.

Bukarest, 28. Nov. (Europapreh.) Nach (tun. benlangen Bemühungen gelang es am Mittwoch­morgen, die Betondecke von bem Massengrabe au heben, in bem Kapitän Cobreanu und dreizehn seiner Gefährten verscharrt worden waren. Die vier­zehn Leichen konnten auf Grund der vorgefun- denden Kleidungsstücke, Andenken usw. identifiziert werden. Alle Leichen lagen mit dem Gesicht nach unten. Zuerst war die Leiche Codreanus in bie Grube geworfen worben. Man erkannte sie an drei kleinen Halskreuzen, einem Medaillon unB einem Ring. Außerdem wurde ein Koffer gefun­den, ber Eigentum Codreanus war. In ihm be* fand sich auch ein Beutel mit Erde, den Codreanu ständig bei sich getragen hatte. Die vierzehn Leichen der ermordeten Legionäre wurden am Spätabend in d i e Legionärskirche üborgeführt, wo sie feierlich aufgebahrt wurden. Nach einer Totenfeier für die nächsten Angehörigen wurde dann nach Mitternacht die Kirche für Die Bevölkerung freige­geben, eine unübersehbare Menschenmenge zog an den Särgen Codreanus und seiner Gefährten vor­bei. Legionskommandanten lösen sich stündlich bei der Totenwache ab. Am bronzefarbenen Saro^Co­dreanus, der erhöht aufgestellt ist, halten der Vater bes Verstorbenen unb ber Metropolit Gurie Wache.

Schiffes. DieGonoalo jMfo" gelangte schließlich nach einer aufregenden Fahrt, da bei Winb von backborb das Schiff vollzuschlagen brohte, glücklich nachOporto.

Zurückhaftendes Scho In USA.

Neuyork,28. Nov. (Europapreh.) Die im eng­lischen Unterhaus zum Ausdruck gekommenen Wunsche ber Lonboner Regierung auf eine Inten­sivierung ber Kriegs materialliefe- rung aus Amerika und einenAusbau ber USA. zu einem englischen Arsenal" hat in ber amertka* nischen Presse ein bemerkenswert zurückhalte n- b e s Echo gefpnben. DieNew Nork Sun" lehnt eindeutig alle Subventi^nspläne rür bie englische Kriegsfuhrung ab unb betont, baß bie Entscheibung über Ausmaße und Form ber amerikanischen Fi­nanzhilfe für London einzia und allein vom Kon­greß abhänge, der nach Meldungen aus Washington wenig Neigung zeige, sich mit diesemexplo­siven Thema" zu beschäftigen. Auch in offiziellen amerikanischen Kreisen beobachtet man starke Zu­rückhaltung gegenüber den englischen Wünschen Die Kreditfrage wird als nicht dringlich be- ze chnet mit bem Hinzufüaen, daß bie englischen Guthaben vorläufig ausreichten zur Bezahlung ber Aufträge, mit bereu Ausführung bie amerikanische Industrie bis zur Grenze ber Lelstungs- fähigkelt beschäftigt sei.

RaDifale Sparmaßnahmen in USA. zugunsten der Aufrüstung.

Washington, 28. Nov. (Europapreh.) Im kommenden Haushaltsplan sollen alle Ausgaben, die nicht unmittelbar mit der Rüstung zusammen- hängen darunter auch Stratzenbauten rabl- k a l beschnitten werden. Vor allem sollen auch bie Wohlfahrtsausgaben im Verhältnis zu ber zunehmenden Beschäftigung gekürzt wer. oen Die produktive Arbeitslosenfürsorge soll sich zukünftig in erster Linie mit Verteidi - gungsbauten belassen Marineminister Knox gab bekannt, dah Roosevelt 50 Millionen Dollar für den sofortigen Ausbau einer Reihe von Lust* unb Flottenbafen auf den kürzlich von Eng- land erworbenen Gebieten bewilligt habe.

Weitere Mittel für die Landes­verteidigung des Irischen Freistaates.

Stockholm, 28. Nov. (Europapreh.) Die Du­bliner Regierung hat den Dail am Mittwoch um die Bereitstellung von weiteren drei Millio­nen Pfund Sterling für die Landesverteidi­

gung gebeten. Das Geld soll auf dem Anleiheweg« aufgebracht werden. Wenn der Dail seine Zustim­mung zu dieser Anleihe geben sollte, bann würde ber Irische Freistaat im Jahre 1940 insgesamt 4,45 Millionen Pfunb Sterling für bie Lanbesverteidl- gung aufgebracht haben.

Dor einem Protest Japans in Riede.ländiict-Indien.

Tokio, 28. Nov. (Europapreh.) Die Bevolkenma von Nieberlänbisch.Indien hat in ber letzten Zeit eine wachsenbe antijapanifche Haltung eingenommen. Dies führte teilweise zur Belästigung und Mißhandlung japanischer Staatsangehörigem Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei be­kanntgibt, wird der japanische Außenminister Ma­ts u 0 k a auf Grund dieser Vorgänge in den näch* sten Tagen bei der nlederländstch-indischen Regie­rung scharfen Protest erheben. Der Protest dürste auch die Forderung auf Schadens­ersatz enthalten.

Stärkere Aktivität an der griechischen Front.

Belgrad, 28. Nov. (Europapreh.) Von zu- nehmender Aktivität an der griechisch-italienischen Front wird in den Frontberichten der jugoslawi­schen Presse gemeldet. Auch die Tätigkeit der Lust- roaffe hat auf beiden Seiten zugenommen Süd­lich Koritza gingen die Italiener zum Angriff über. Der Fluß Tscher 0 va bildet jetzt die Front südlich Pogradez. Aus beiden Seiten trat die Ar­tillerie stärker als bisher in Erscheinung Die Italiener haben eine große Anzahl schwerer Ge­schütze in Stellung gebracht, die die griechischen Stellungen unter Dauerfeuer nehmen Italienische Flieger bombardierten von 19 Uhr bl» zum E'N- oruch der Dunkelheit Florina und die umlie­genden Flughäfen.

Die griechischen Truppen haben am Dienstag- nachmittag unter dem Schutze ihrer Artillerie einen Vormarsch an der Linie de» Flusies Tscherooa versucht, konnten aber den Fluh nicht über­schreiten. Danach versuchten die Griechen bei Moskopolis einen neuen Vorstoß, ber jedoch von den Italienern ebenfalls zurückgefchla- gen wurde, die ihrerseits zum Angriff auf ber Linie RafsankioriGjergjeoizi vorgegangen stnb. Man nimmt an, bah biefe Kämpfe nur die Einleitung zu einer größeren italienischen Offensiv« barstellen.