Ausgabe 
29.11.1940
 
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Freitag. 2Y. November 194)

,yv. Jahrgang Kr.285

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

*

Oer neue Gowjetbotschaster in Berlin

dienst-M.)

wurde der Botschafter auf dem Bahnhof Friedrich-

Deutsche Kampfgeschwader griffen Plymouth an

zur

lehlen Nacht beschädigten einige britische

Flugzeuge in Westdeutschland durch Bombenwurf

und dn Flugplatz bei Lincoln bombet- gelang, mehrere schwere Treffer zu et-

vrieffleld blcrt C&a zielen.

In der

Berlin. 28. Nov. (DNB.) Der neuernannte Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjet­republiken in Berlin. Wladimir C. Detano- ; a ro, ist Donnerstagmittag in der Reichs- Hauptstadt eingetroffen. Im Namen des

S t o ck h o l m. 28. Nov. (DNB.) Wie Reuter . Versenkung des britischen Dampfers ..Port Bris­bane" (10612 BRT) im Indischen Ozean noch zu berichten weiß fnnb der Angriff in der Nacht statt. Das deutsche Schiff zerstörte zunächst durch fein

Feuer die Funkstation und die Kommandobrücke und machte das Ruder gebrauchsunfähig. Daraufhin wurden diePort Brisbane" von der Besatzung verlassen. Alle an Bord Befindlichen nahmen in drei Rettungsbooten Platz. Die Insassen von zwei Ret­tungsbooten nahm das deutsche Schiff an Bord, die Insassen des dritten Bootes wurden später von einem australischen Kriegsschiff ausgenommen. Das deutsche Schiff entfernte sich, nachdem es diePort Brisbane" versenkt hatte. Als das australische Kriegsschiff nach weiteren Ueberlebenden derPort Brisbane" suchte, fand es ein leeres Rettungsboot des britischen HandelsdampfersM e i m o a" (8011 BRT.). Reuter glaubt, daß dieMaimoa" ebenfalls von dem deutschen Schiff versenkt und die Besatzung gefangengenommen wurde.

Bomben

auf London und Avonmouih.

Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Berlin, 28. Nov. (DNB.) Das Oberkommando d^r Wehrmacht gibt bekannt:

FernkampfbaUerien der Kriegsmarine nahmen erneut Schiffsanfammlungen im Hafen von Dover unter Feuer.

Vie anhaltend ungünstige Wetterlage schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe ein. Trotzdem warfen in der Nacht zum 27. November und gestern bei Tage Kampfflugzeuge Bomben auf London und Avoumoulh. (Ein Kampfflugzeug griff bei eintretender Dunkelheit ein Rüstungswerk bei Burntisland im Tiefflug an und erzlelle zwei Volltreffer in einer großen Werkhalle, weiter wurden Grimsby, der Flugplatz Greak-

straße von Unterstaatssekretär Wo ermann (rechts) und dem stellvertretenden Chef des Proto­kolls. (Geheimrat von Ratern (links,) begrüßt. Ferner war der sowjetrustische Geschäftsträger K o - b u I o ro mit* dem Personal der Botschaft zum Emp-

Neues aus Norwegen.

Don unterem W. E>t-Berichterstatter.

Berlin, 28. Nov. (DNB.) Nach beim Oberkom­mando der Wehrmacht oorUegenben Meldungen griffen deutsche Kampfgeschwader in der Nacht zum 2 8. November -ie kriegsw.chUgen Zu­lagen von Plymouth an. Zahlreiche große Brände ließen die Wirkung des Angriffs er­nennen.

*

Plymouth ist einer der bedeutendsten Häfen der englischen Südküste. Die Stadt Plymouth selbst zahlt rund 300 000 Einwohner. Die Hauptbedeutung von Plymouch liegt in der großen Dersor- aunqsauf gäbe, die diesem Hasen zukommt. Ueber Plymouth wird ein großer Teil Sudeng- lands mit Nahrungsmitteln versorgt. Bekannt ist Plymouth vor allem durch seinen Hafen Devon- p o r t. Früher war Plymouth auch ein Anlauf­hasen für die großen atlantischen Passagierdampser. Wie groß die Hafenanlagen von Plymouth sind, geht schon aus der Tatsache hervor, daß sie von 12 000 Tonnen großen Schiffen angelaufen wer­den können. Ueber den Hafen von Plymouth wur­den im Jahre 1937 Güter der verschiedensten Art in einer Gesamtmenge von rund 1 Million Ton­nen eingeführt. Die Ausfuhr über Plymouth stellte sich dagegen auf nur knapp 200 000 Tonnen. Ginge» ährt wurden besonders Getreide, Früchte und Ge­müse, Futtermittel sowie Eisenerz, Holz und Phosphate. Plymouth ist auch ein wichtiger Ein­fuhrhafen Englands für Erdöl. Im Jahre 1937 stellte sich die Erdöllieferung über Plymouch auf 217 000 Tonnen. Unter den Lageranlagen des Hafens nehmen die Tanklager für Erdöl, die nach den neuesten Erfahrungen ausgebaut und modern ausgestattet sind, einen besonderen Platz ein. So verfügen die Tanklager über Ölleitungen, die direkt zu den Schissen führen.

Zweiter britischer Frachter im Indischen Orean versenkt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Oslo, Ende November 1940.

Reges Treiben herrscht m den Straßen Oslos. Auf der berühmten ,^Karl-Johann-Gate" geht man in aller Ruhe dem üblichen Mittagsbummel nach. Wenn gar die selten werdende Sonne freudig scheint, dann ist der wogende Strom der Passanten ein besonders breiter. Zwischen Nationaltheater und Grandhotel spielt sich das eigentliche und typische Straßenleben ab. In dieser Gegend sind die guten Geschäfte, und hier haben die angesehenen Firmen ihre Büros. Das Bild dieser Straße, das bei Knut Hamsun und überhaupt recht oft in der nor­wegischen Literatur beschrieben wurde, bietet etwas Besonderes. Spazierende und geschäftig eilende Menschen gehen hier auch mit Bewußtsein entlang.

Es ist eine Art gesunder Mischung zwischen dem Getriebe einer Großstadt und der genießerischen Beschaulichkeit einer kleineren Ortschaft. Biele Men­schen kennen sich untereinander. Sie alle machen einen guten und gepflegten Eindruck, der wie die Umgebung herb und frisch wirkt. Besonders in der Damenwelt sieht man viele geschmackvolle Kleider. Bei den Männern kommt das bisher so gern be­tonteGentleman-Aussehen" immer mehr in Ver­ruf. Zu den Requisiten eines Herrn gehörte bis vor noch gar nicht langer Zeit unbedingt ein Regen­schirm. der im eingerollten Aggregatzustand lässig ols Spazierstock diente. Als ob der eitleAnthony Eden" persönlich über .Karl-Johann" schreitet! Je­doch diese Attributemade in England sind, wie gesagt, im Verschwinden begriffen. Ein neuer Lebensstil meldet sich. In die Zeit des Ar­beitsdienstes und der uniformierten Gliederungen einer autoritären Staatspartei paßt der Regen­schirm eben nicht mehr hinein.

Der Blick wird von großen Plakaten einge­fangen. Sie kündigen die Osloer Warenmesse 1940 an Aus dem Gelände dieser Ausstellung drängen sich die Besucher, um sich mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage ihres Landes vertraut zu machen. Norwegen ist durch die englische Blockade von der Welt abgeschnitten und kann nicht mehr wie einst die Güter und Leckerbissen aus oller Herren Länder mit Hilfe seiner großen Han- delsflotte in die Heimat bringen. Manche Schmie- ligfeiten waren zu überwinden; sie wichen jedoch den neuzeitlichen Methoden einer Wirtschaftsfüh­rung. Nicht umsonst steht diese Messe unter dem Motto der eigenen Versorgung. Es fehlt zum Beispiel an Kraf tfutter, an dessen Stelle die im Lande reichlich vorhandene Zellulose die s für die Fütterung notwendigen Kohlenhydrate und das leicht herausstellbare Fischmehl die Eiweißstoffe liefern. Uebersichtliche Schaubilder erklären dem Be- fucher diese und andere Probleme des Tages. Was 1 an natürlichen Schätzen vorhanden ist. soll mög­lichst weitgehend abgebaut werden, um Arbeit zu fchaffen, der Besorgung zu dienen und die Han­delsbilanz zu stützen. An erster Stelle steht die E r - fchließung der Wasserkräfte, mit denen Norwegen so überaus reichlich gesegnet ist und die ' erst zum kleinen Bruchteil (etwa ein Fünftel) durch Turbinen laufen und in nutzbare Elektrizität um»

eine Anzahl Wohnhäuser, vier Zivilpersonen wur­den gelotet, mehrere verletzt.

vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Die Ausschaltuns des englischen LederfeekiandelS.

Madrid, 28. Nov. (Europapreß.) Unter bet ÜberschriftBritische Unruhe über die Untersee» docüs-Drohung" schreibt der Londoner Berichrer- (tatter der ZeitungDa", zum erstenmal habe das englische Marineministerium zugegeben, daß die englischen Schiftsv er lüste größer seien als das Maß der Neubauten und der reparierten Schiffe. Der Marineminister habe erklärt, daß der Durch» schnitt der versenkten Tonnage jetzt 60 000 BRT in her Woche betrage, gegen 120 000 BRT. in beit ersten sechs Monaten des Krieges. Der M nifter habe damit sagen wollen, daß sich dieZufuhren nach England von Woche zu Wocheoer­ri n g e r t e n. Das sei die schlechteste Nachricht, die man den Engländern geben tonne, denn ihr Leben und ihre Schlagkraft hänge von dem überseeischen Handel ab.

Ferner habe der Ernährungsminister gesagt, man müsse den Gürtel enger schnüren und auf viele Luxusgegenstände verzichten. Die Einfuhr von Bananen beispielsweise sei gänzlich verboten worden. Der Preis für Milch solle ab 1. De­zember um weitere 5 Cents steigen. All diese Maß­nahmen seien ein Beweis für die Beunruhigung Englands durch den U-Boot-Krieg. Dieser sei ge­fährlicher als die Drohung aus der Luft. Die eng­lische WixtschaftszeitungE c o n o m i ft" schreibt: Der Ersatz für die unmöglich gewordene Einfuhr von Obst und Gemüse von rund 250 000 Tonnen ist ein wichtiges Problem. Wir müssen jetzt f e l b ft für uns Gemüse anbauen ober ohne Gemüse auskommen. Selbst wenn jebe verfügbare Parzelle sorgfältig bewirtschaftet werden mürbe, könnten nicht mehr als 10 o. H. der Bevölkerung mit Gemüse versorgt werben, bie übrigen 90 v. H. der Beteuerung könnten nur von lanbroirtfdpft» Heben Großbetrieben beliefert werden. Dieser oom« mer hat gezeigt, daß von den zuständigen Regie­rungsstellen keine sorgfältige Planung durchgeführt wurde. Es ist ein Mangel an Frischgemüse etngex treten, der geradezu absurd ist.

gewandelt werden.

Nicht überall kann man von Oslo aus mit dem lCf Auto hinfahren. Das Land der Berge und Fjorde s o htptoi rprht Irhmieriae Verkehrsverbältnisse. Zwilchen Haupt st aol eingeiroiien. r ----,

R-icksminist-rs bes auswärtigen non R-bdentrop fang auf dem Bahnhof erschienen. (Scherl-Bilüer.

Oer prophetische Warner.

Der jetzt verstorbene ehemalige Zeitungsmaanat Lord R o t h e r m e r e , der bis vor einigen Jah­ren als Herr derDaily Mail" und derEvening News" sowie zahlreicher Provinzblätter nächst Bea- oerbroof der einflußreichste britische Presseloro war, gehörte zu den ganz wenigen Engländern, die bie trabitioneüe deutschfeinbliche Politik bet englischen Regierungen für falsch hielten. Er war weit davon entfernt, irgendwelche freundliche Ge­fühle für Deutschland zu hegen. Aber er hielt es aus britischem Eigennutz und aus Verstandesgrun- den für vorteilhaft, mit Deutschland auf irgend­einen vernünftigen Verkehrsfuß zu kommen. Nach­dem er daher im Juni 1927 eine Lanze für Ungarn gebrochen hatte, forderte er im Oktober 1929 nach einer Reife durch Deutschland die Revision der F r i e d e n s d i k t a t e und die Rückgabe von Ka­merun und Togo (über die beiden anderen, viel größeren deutschen Kolonien in Afrika verlor er dabei wohlweislich kein Wort).

Er hat wiederholt in Artikeln und auch in einem Buch Warnungen und Vorhersagen niedergeschrie­ben, die gerade heute, während des englischen Krieges, auf eine merkwürdige Art aktuell gewor­den sind. Das Ergebnis der Reichstagswahlen vorn 14. September 1930, aus denen die NSDAP als zweitstärkste Partei hervorging, hatte starken Ein­druck auf ihn gemacht. Er hielt immerhin die Zeit für gekommen, Deutschland durch dieses und jenes kleine Zugeständnis bei guter Laune zu halten. Tat­sächlich hat er mit seineck'Warnungen in manchen Punkten Recht behalten. Zwei Wochen nach jenen Reichstagswahlen schrieb Lord Rothermere in einem Artikel mit der UeberfchriftDeutschland und das Unvermeidliche":Ein neues Deutschland entsteht vor unseren Augen. Es ist heute stark; in einigen Jahren wird es viel stärker werden. Wir können nichts tun, um diese Bewegung einzu­dämmen, und ich glaube, es wäre ein grober Irr­tum des englischen Volkes, sich ihr feindselig gegen» überzustellen. Für die westliche Kultur wäre es die denkbar beste Vorbedeutung, wenn in Deutsch­land eine Regierung an die Macht kommt, die von den gleichen gesunden Grundsätzen geleitet wird, mit deren Hilfe auch Mussolini in acht Jahren Ita­lien wieder aufgebaut hat. Ich sehe auch den Grund nicht ein, warum England und Frankreich einigen Bestrebungen der Nationalsozialisten in der aus­wärtigen Politik gegenüber eine feindselige Haltung einnehmen sollten. Ein mächtiges, äußerst vaterlands­liebendes Volk wie das deutsche, wird sich nie damit abfinöen, die Befriedigung seines völ­kischen Ehrgeizes her Gnade ober Ungnade des Völkerbundes zu überlassen. Viel wahrscheinlicher ist es, daß, wenn eine nationalsozialisfische Regie­rung ans Ruber kommt, Deutschland unter der kraftvollen Führung dieser Partei s e l b st den Weg zur Beseitigung der offenkundigsten Ungerechtig­keiten weisen wird. Als eine Folge solcher Ent­wicklungen könnte die Tschecho-Slowakei, die den Friedensvertrag so systematisch verletzt, über Nacht wieder ro e g g e f e g t werden. Die Kon­zentration, die ich angekündigt habe, würde eine kompakte Masse von weit über 100 Millionen M n- schen bilden, die im Zentrum Europas nebenein­ander wohnen. So würde damit der hals­starrigen Verblendung der alliierten Mächte der unglückliche Ausgang des Krieges Deutschland die Grundlage für eine so furchtbare politische Kombination liefern, wie es sich diese im 1 Falle eines Sieges nicht besser hätte erhoffen können. 1 Ich sage mit Bestimmtheit voraus, daß sich in den ' allernächsten Jahren nicht wenige Züge der Karte

bietet recht schwierige Verkehrsverhältnisse. Zwischen Oslo und Bergen g bt es zum Beispiel lediglich die berühmte in Fels gehauene Eisenbahn. Auch in viele andere Gegenden kommt man durch eine kombi­nierte Eisenbahn- und Schiffsverbindung, von dem verhältnismäßig unerschlossenen Nsrdnor- toegen ganz zu schweigen. Das wird nun alles anders werden oder ist sogar schon anders ge­worden. Von der Ichwedischen Grenze wird eine über 28 Meter breite Autobahn über Oslo nach Drontheim gebaut. Sogar bis zum äußersten Norden kann man schon heute tm Auto über Narvik und Hamm er fest bis nach Kirkenes an die sinni-fche Grenze fahren. Diese ungeheuerliche Entfernungen überbrückende und schwierigstes Ge­lände meisternde Nordstraße ist fertig! Sie wurde, wie es lobend in den norwegischen Zei­tungen hieß, mit Hilfe des deutschen Ar» b e i t s b i e n ft e s und der deutschen Wehrmacht m kürzester Zeit gebaut. Schneepflüge werden diese nördlichste Straßen Europas auch in der kal­ten Jahreszeit während der Polarnacht offen yal- ten. Was eine solche einzigartige verkehrsmaßige Erschließung bedeutet» kann heute der kühnste Opti­mist kaum ermessen. Die Zeitungen sind voll von Meldungen über neue Möglichkeitenin industrieller und bergbaulicher Hinsicht. Weite Strecken des Nordens, die abseits der Verkehrsadern lagen und ein mehr oder m oder unberührtes Dasein friste­ten, wurden an die Welt angeschlossen!

Hört sich der Besucher die musikalisch klingende «Sprache Norwegens näher an oder hält er gar mehrere Zeitungen nebeneinander, so kommt er bald zu einer merkwürdigen Beobachtung. Es gibt nämlich nicht eine norwegische Sprache sondern

ro e i wozu noch manche örtliche Dialekte h^tzäu- kommen. Die Erklärung hierfür gibt der geschicht- lliche Werdegang des Landes, das langer als 400 I !Iahre mit Dänemark vereint war. In dieser Zett i Drang d a s D ä n i s ch e ein und vermischte sich mtt k Der norwegischen Sprache und wurde schließlich ^ur heutigen Schriftsprache.R i k s m a a l ge- i mannt Daneben hat man bie eigentlich norwegische . Form alsLands m a a l" Zwischen beiden tobte »ein leidenschaftlich geführter Kamps. ..

Die sprachliche Einheit zerflattert noch werter Durch Reinigungsprozesse innerhalb der einzelnen * 'Sprachen, die jede für sich dänische bzw andere | tfremi>e Einflüsse ausschalten wollte und daher stets ) »entwicklungsfreudig war. Das

I Heutige Zustand, der reichlich unübersichtlich ist. ^m I früheren Parlament wählten zum Beispiel manche

Abgeordnete diese, andere jene Form, wieder an- | ibere sprachen sogar so etwas wie eine eigene l Sprache, die sie natürlich für dre allein richtige

statt Im Mittelpunkt der Veranstaltung ftanb eine Ansprache von Dr. Goebbels. In einem Ueber» blick über bie politischen unb militärischen Erfolge des ersten Kriegsjahres schilderte Dr Goebbels den Siegeszug der deutschen Waffen. England sei vom Äontinent vertrieben. Niemand weiß bester als der deutsche Soldat, daß ein Weltreich wie das briti­sche nicht an einem Tage zusammenbreche. Aber Deutschland stehe heute in einer so günstigen Posi­tion im Kampf gegen Großbritannien, wie nie­mals zuvor eine gegen England angetretene Macht Das deutsche Volk habe es gelernt, dem im richtigen Augenblick gegebenen Befehl des Führers zu ver­trauen. Tag um Tag fausten die Schläge der beut sch-n Luftwaffe auf bie Insel nieber. Wenn Chur­chill in seiner verzweifelten Lage heute Märchen von einer kommenden Offensive verkünden lasse, so sei hier in Norwegen gerade der richtige Platz, um zu fragen, weshalb er bann erst seine Trup­pen aus Narvik ober Dünkirchen zurückgezogen habe. Deutschlanb habe heute nur ein Ziel, seinen letzten Feind zu Boden zu ringen. Es habe bie beste Führung unb die besten Soldaten der Welt. Eines Tages werde der Endsieg errungen fein. Die Strapazen und Opfer, die Front und Heimat im Kriege gemeinsam getragen hätten, würden in der Erinnerung verblassen ober durch die Erinnerung mit geschichtlichem Glanz umgeben werden. Aber in allen Zeiten werde das Ergebnis des Kampfes gegen England bestehen: ein neues freies Deutschland, der erste große S o - zia 1 staat der Welt.

hielten. Noch heute haben die verschiedenen Osloer Zettungen keine einheitliche Rechtschreibung. Es gibt sprachlich konservative und moderne Blätter. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, jede Zeitung hat ihren eigenen Duden! Die Norwegische Erneue» rungsberoegung will diesen die Einheit nicht gerade fördernden Zustand beseitigen. Der Sprachenstreit soll im Wege eines natürlichen Ausgleichs allmäh­lich zugunsten einer Synthese begraben werden. Eine neue staatliche Rechtschreibung soll den An­fang machen.

Dr. Goebbels in Oslo.

Oslo, 28. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels traf zu einem mehrtägigen Besuch in Oslo ein. Er wurde auf dem Ostbahnhoi von Reichskommissar Terboven und dem Wehr­machtsbefehlshaber in Norwegen, Generaloberst von Falkenhorst, begrüßt. Nack dem Ab­schreiten der Kompanie der Waffen-^- begab sich Dr. Goebbels zum Heldenfriedhof auf dem (Efe» berge, wo die bei den Kämpfen um Oslo gefallenen deutschen Soldaten ihre letzte Ruhe^ gefunden haben. Der Minister legte zum Gedächtnis der Toten einen Kranz nieder.

Im Kinotheater für die deutsche Wehrmacht fand dann eine festliche Stunde für deutsche Soldaten