Giehen-Klein'Linden.
Die Werk-Frauengruppe unD die Iugendgruppe der Filiale Gießen'-^Klein-Lind-en der Zigarren- faürik Berens hatte am letzten Sonntag die Der» wundsten eines Gießener Reservelazaretts zu einem frohen Nachmittag eingeladen. Im geschmückten Burgsälchen fanden sich Gäste und Gastgeber zu gemeinsamer Kaffeetafel zusammen. Frauen und Mädchen hatten Kuchen in so großen Mengen ge- stiftet, daß auch noch die nicht transportfähigen Der. wundeten in den Lazaretten bewirtet werden tonnten. Den musikalischen Teil bestritten die Gefolg- schaftsmitglieder Frl. Erna S t e i n m ü l l e r und Frl. Klärchen Pfaff, die mit dem verwundeten Unteroffizier F i s ch e r mit guten Dorträgen auf der Ziehharmonika aufwarteten und die auch die vielen gemeinsam gesungenen Volks- und Soldatenlieder begleiteten. Die Führerin der Werk-Frauengruppe, Frl. Spengler (Lützellinden) hatte zum Eingang herzliche Begrüßungs- und Dankesworte gesprochen, während Ortswalter Neuser von der NSG. „Kraft durch Freude" über den Sinn und die Arbeit der Werkfrauengruppe sprach.
Mit der Feldscher-HZ. im Gelände.
Am Sonntagvormittag fand im Wiesecker Wald eine Geländeübung der Gießener Feld» s ch e r e i n h e i t statt, die den Ig. Gelegenheit geben sollte, das im theorettschen Unterricht Gelernte pvakttsch anzuwenden. Folgender Gedanke lag der Uebung zugrunde: Auf der Straße Wieseck— Alten-Buseck sind Truppentransporte von Fliegern angegriffen und versprengt worden. Eine Sanitäis- adteilung, die im Walde an der Straße nach Lollar in Bereitschaft liegt, soll trotz feindlichen Artilleriefeuers die Verletzten bergen und an einen Derwundetensammelplatz bringen.
Nach Bekanntgabe dieses Uebungsgedankens und der sich daraus ergebenden Aufgaben wurden aus einem Tell der Feldschergefolgschaft vier Trägergruppen geblldet, die selbständig im Gelände vorgehen mußten. Kameraden des HJ.-Streifendienstes hatten die Rolle des „von Fliegern angegriffenen Truppentransportes" übernommen und waren mit Karten versehen, die jeweils die Art der Verletzung angaben. Sie mußten entsprechend ihrer Verwundung von den Feldschern versorgt und zum Sammelplatz gebracht werden. So richtete eine Gruppe einen Verwundetensammelptatz ein, eine andere, mit Tragen und Verbandmaterial ausgerüstet, durchsuchte den Waldrand nach Perletzten, leistete erste 5)ilfe und transportierte sie zur Sammelstelle. Auf dieselbe Weise betätigten sich zwei weitere Gruppen außerhalb des Waldgebietes. Nach Ankunft aller Trägerttupps auf der Sammelstelle hielt zum Abschluß der Leiter der Hebung, Ausbilder E. He ißler vom DRK., eine kurze Kritik, in der er sich sehr zufrieden über die Leistungen äußerte, ober auch auf die gemachten Fehler hinwies. Der K.-Bannarzt des Bannes 116, HJ.-Truppenarzt Dr. N o h l. der ebenfalls anwesend war, gab der Hoffnung Ausdruck, daß noch öfters solche Geländeübungen stattfinden würden, um den Ausbildungsstand der Feldschergefolgschaft ständig zu verbessern.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 29. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 6, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 6, Rosenkohl 15 bis 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (Vio) 8, Aepfel, % kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 3 bis 5, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf.
*
** Ein Siebzigjähriger. Am heuttgen Dienstag, 29. Oktober, kann der Rentenempfänger und Invalide Herr Karl Urbach, Ebelstraße 22, in Frische und Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist seit Jahrzehnten ein treuer Bezieher des „Gießener Anzeigers". Wir gratulieren herzlich!
Schweinemarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 28. Oft. Der heutige Schweine- markt zeigte einen Auftrieb von 171 Ferkeln. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 RM. pro Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt.
S.Ji.-'fpOTt
Oie KnegSmeisterschasten des Bezirks 8
Trotz vieler Schwierigkeiten ist es gelungen, im Bezirk 8 vier Gruppen zu bllden, die die Kriegsmeister 1940/1941 ermitteln sollen. Wohl sind Oie Opfer, die von den einzelnen Vereinen verlangt werden, groß, jedoch hat auch hier der Wille den Weg gebahnt. Einige Vereine, die sonst immer dabei waren, konnten nicht melden, demgegenüber haben andere den Spielbettieb wieder aufnehmen können. Der Fußball wird also wieder rollen und damtt seine Aufgabe erfüllen, die während des Krieges darin besteht, die Leibesertüchtigung planmäßig fortzuführen.
Die Spiele um die Kriegserinnerungsplakette waren ein Prüfstein für die Vereine und erlauben einen Ueberblick über die Spielstarke. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch teUroelfe die Klassen gebildet worden. Es werden zwei I. Klassen und zwei II. Klassen spielen, wobei zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes die Gruppe Dill nur zwei Vereine der früheren Bezirkskiaste aufweist. Die I. Klasse Gießen wird gebildet vom Luftwaffen-Sportverein, 1900 und VfB -Reichsbahn Gießen. Hierzu kommen noch Wetzlar 05, Burgsolms, Sportfreunde Wetzlar und Naunheim. Watzenborn-Steinberg bildet die 8. Mannschaft. Die II. Klasse Gießen setzt sich zusammen aus Rodheim, Heuchelheim, Daub ringen, Steinbach, Lollar und Hungen.
Eine Betrachtung der Spielstärke der einzelnen Vereine kann nur unter dem Vorbehalt erfolgen, daß es den einzelnen Vereinen möglich ist, auch weiterhin mit den zur Zeit zur Verfügung stehen- den Spielern anzutreten. Die L Klasse Gießen hat dabei mit dem Luftwaffen-Sportverein einen ernsten Bewerber um den Meister dieser Klasse erhalten. Die bis jetzt von dieser Mannschaft ausgetragenen Spiele haben die Spielstarke zur Genüge unter Beweis gestellt. Aber auch Watzenborn-Stein- berg wirh seinen Titel als Kriegsmeister 1939/40 zu verteidigen wissen. Die anderen Vereine erscheinen spielerisch gesehen ziemlich gleich stark, sodaß hier bei jedem Spiel die Tagesform entscheiden sollte. Trotzdem darf auch hier nicht vergessen werden, daß der Meister auf dem Felde erkämpft sein will. Ueberraschungen sind daher niemals ausgeschlossen.
Noch ausgeglichener erscheint die Spielstärke der II. Klasse Gießen. Gerade der Sieg der Daubringer auf eigenem Gelände über Steinbach beweist Die Verwundbarkeit dieser Mannschaft. Irgendwelche Voraussagen sind daher ausgeschlossen.
Mannschafiskampf im Ztasenkrastsport.
mermerfen 30,28 m, 31 P. insgesamt 91% P. — Leichtgewicht Klotz. Steinstoßen 6,67. m, 46 P.; Gewichtwerfen 13,70 m, 47 P.; Hammerwerfen 33,43 m, 41% P., insgesamt 134% P. — Mittelgewicht: Uffz. Nies. Steinstoßen 7,08 m, 51 P.; Gewichtwerfen 12,03 m, 30 P.; Hammerwerfen 28,30 m, 24% P., insgesamt 105% P. — Schwergewicht: Dr. Luh. Steinstoßen 9,51 m, 81% P.; Gewichtwerfen 14,82 m, 58 P.; Hammerwerfen 37,31 m, 54% P., insgesamt 194 P. Insgesamt: Steinstoßen 205% P., Gewichtwerfen 168% P.» Hammerwerfen 151% P., zusammen 525% P.
Außer Konkurrenz: Noeller. Steinstoßen 6,65 m, 46 Punkte; Gewichtwerfen 11,95 m, 29 P.; Hammer- werfen 28,22 m, 24 P., insgesamt 99 P.
Rückschau der Gießener padvlergilde.
Die Paddlergilde Gießen hielt am Samstagabend im „Bayrischen Hof" ihre ordenlliche Mitgliederversammlung ab, wobei der inzwischen von der Bereichsführung bestellte Gemeinschaftsführer Dr. E. Schwarzmaier einen umfassenden Rechenschaftsbericht über die Zeit vom 1. April 1939 bis zum 1. Oktober 1940 ablegte. Die beiden zurückliegenden Jahre standen im Zeichen zahlreicher größerer Regattaoeranstaltungen. So wurden 1939 eine Bezirks - Kurzstreckenregatta, eine Bereichs - Kurz • stteckenregatta und die Bereichs-Staffelmeisterschast in Gießen zur Durchführung gebracht; auch unter den besonderen Verhältnissen Des Kriegssommers 1940 wurden die Bereichs-Kurzstrecken-Regatta und Die Bereichs-Staffelmeisterschaft in Gießen ausgetragen. Hierzu gefeilte sich am Sammettag für das Kriegswinterhilfswerk Die 2. Gießener-Kanu-Stadt- meisterschast mit Der 1. Schwanenteichstafette. Allen diesen Veranstaltungen war ein guter Erfolg be- schieden, der sich auch in Der Gemeinschaft felbft ausgewirkt hat. Die Mttgliederzahl hat sich seit Dem 1. April 1939 von 58 auf 100 erhöht, wobei vor allem ein starker Zustrom der Jugend zu verzeichnen ist. An Den Einrichtungen Der Gemeinschaft finD im Laufe des Jahres verschiedene Derbesterun- gen durchgeführt worden. Die Bootshallen erhielten einen neuen Anstrich, und Die große Landepritsche wurde einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Desgleichen wurden Die durch Das Hochwasser verursachten Schäden rasch ausgebestert
Der Kassenwart Karl Rohn konnte über eine gesunde Kassenlage berichten und erntete für seine
aufopfernde Tätigkeit den besonderen Dank der Versammlung.
Im Anschluß an die Tätigkeitsberichte der Mitarbeiter und deren Enllastung ernannte Der Gemeinschaftsführer seinen neuen Mitarbeiterstab und gab Der Versammlung Die Richtlinien für Die Weiterarbett im bevorstehenden Winterhalbjahr.
Dem geschäftlichen Tell Der Mitgliederversammlung folgte ein gemütliches Beisammensein. Der Gemeinscyastsführer brachte hierbei eine große Anzahl von Lichtbildern zur Vorführung, die die 23er» anftaltungen des verflossenen Sportforumers noch einmal in Erinnerung riefen und lebhaften Beifall fanden. Der im Felde stehenden Kameraden wurde durch Kartengrüße gedacht.
Iugendfußbatt der Gp.-Vg. 4900.
1900 l.Igd. —Tv.Grohen-Buseck L 3gb. 6:1 (2:0).
Die Blau-Weißen konnten am Sonntag gegen die Iugendmannschaft des Tv. Grvßen-Buseck einen hohen Sieg erringen. Der Gegner begann das Sviel mit schnellen Angriffen, die aber an Der Vertethi- gung Der Gießener scheiterten. Die Blau-Weißen famen Dann mehr auf und konnten bei wiederholten Angriffen 2 Tore erzielen, an Denen sich bi» zur Halbzeit nichts anberte. Nach Halbzett hatten die Blau-Weißen das Spiel jederzeit in der Hand. Sie gestatteten es überlegen und konnten zunächst 2 weitere Tore schießen. Bei einem überraschenden Angriff kam der Gegner zum Ehrentor. Die 1900er zogen jetzt vor das Tor des Gegners, und schon war das 5. Tor fällig. Der Mittelläufer Der Blau- Weißen schoß schließlich das 6. Tor und stellte damtt das Endergebnis her.
Die I. Sportdienstgruppe der Stzfeloereinigung 1900 empfing Die gleiche der „Teutonia* Watzen- born-Stelnberg und mußte sich mit 3:2 Toren dem Gegner beugen.
,FE. Teutonia- Watzenborn-Steinberg
Jugendabkellung
Zum weiteren Spiel um Die Bannmeisterschaft standen fidi am Sonntagvormittag in Watzenborn» Steinberg Die Iugendmannschaften des F. C. „Teutonia" Watzenborn - Steinberg und diejenige des VfB.-N Gießen gegenüber. Nach überlegenem Spiel siegten die Einheimischen mit 4:0. Bereits bei Halbzeit lagen die Gäste mit 3:0 im Hintertreffen.
Die Schülermannschaft des F. C. .Teutonia* Watzenborn-Steinberg trug ihr drittes Spiel aus. Gegner war die 1. Schülerelf der Spieloereinigung 1900 Gießen. Die „Teutonen" siegten, zumal das Spiel in Gießen stattfand, nnt 3:2 Toren.
Der Handballsonntag.
IKarburg 88 besiegt VsB.-Reichsbahn Gießen 601:525% Punkte.
Am gestrigen Sonntag sand dieser Wettkampf auf Dem Waldsportplatz statt. Es wurde im Steinstoßen, Gewichtwerfen und Hammerwerfen gekämpft. Der deutsche Federgewichtsmeister Herrmann (Marburg) war Der beste Mann Des Tages und erzielte mit 222% Punkten fast seinen deutschen Rekord. Auch Gary (Marburg) und Dr. Luh (Gießen) er- zielten mit 197% bzw. 194 Punkten im Schwergewicht sehr gute Leistungen. Dr. Luh ist im Gewichtwerfen und Hammerwerfen noch sehr oerbeffe» rungsfähig. Er brachte im Steinstoßen Die beste Tagesleistung mit 9,51 Meter. Die übrigen Kämpfer brachten zum Teil gute Einzelleistungen. Marburg kämpfte vom Federgewicht bis Schwergewicht mit Herrmann, Mootz, Konrad und Gary. Gießen: Götz, Klotz, Uffz. Nies und Dr. Luh. Noeller startete außer Konkurrenz.
Die Ergebnisse:
Marburg: Federgewicht: Herrmann. Steinstoßen 8,05 m, 63 Punkte; Gewichtwerfen 16,58 m, 76 P. Hammerwerfen 46,03 m, 83,5 P., insgesamt 222% P. — Leichtgewicht: Mootz. Steinstoßen 5,4s m, 31 P.; Gewichtwerfen 9,73 m, 7 P.; Hammerwerfen 0, 0 P., insgesamt 38 P. — Mittelgewicht: Hauptfeldwebel Konrad. Steinstoßen 8,39 m, 67 P.; Gewichtwerfen 13,43 m, 44% P.; Hammerwerfen 30,44 m, 31 P., insgesamt 143 P. — Schwergewicht: Gary. Steinstoßen 8,38 m, 67 P.; Gewichtwerfen 15,97 m, 70 P.; Hammerwerfen 39,20 m, 60% P., insgesamt 197% P. Insgesamt: Steinstoßen 228 P., Gewichtwerfen 197% P., Hammerwerfen 175 P., zusammen 601 Punkte.
Gießen: Federgewicht: Götz. Steinstoßen 5,14 m, 27 Punkte: Gewichtwerfen 12,36 m, 33% P.; Ham-
Unter Berücksichtigung Der Spiele des letzten Sonntags ergibt sich für die Bereichsklasse folgender Zwischenstand:
1. To. Hochelheim 8:2
2. To. Dornholzhausen 8:2
3. To. Garbenheim 6:4
4. Tv. Katzensurt 5:5
5. To. Hörnsheim 5:5
6. To. Kirch-Göns 6:6 .
7. Lützellinden 2:8
8. Mtv. Gießen 0:8.
Die Reihenfolge ist unter Zugrundelegung des Torergebnisses ermittelt.
Ergebnisse.
Tv. Garbenheim — Tv. LützeUnden'11:7 (5:4)
Mtv. Gießen — Tv. Hochelheim 5:9 (2:4)
To. Katzensurt — To. Dornholzhausen 8:9 (3:5)
Tv. Kirch-Göns — Tv. Hörnsheim 9:7 (8:2).
Die junge Mannschaft des To. Lützellinden war Garbenheim vollkommen ebenbürtig und nur im Sturm etwas zu unentschlossen. Hätte man genauer und vor allen Dingen schneller geschoßen, hätte das Spiel vielleicht eine Ueoerraschung erbringen können.
Der Mtv. ist anscheinend nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Denn auch diesmal konnte die spielstarke Einheit, die er zur Stelle hatte, zu keiner einheitlichen Leistung kommen. Demgegenüber war Hochelheim auch diesmal wieder auf Der Hohe und konnte zwei wertvolle Punkte mit nach Hause nehmen.
Katzensurt leistete Den Gästen starken Widerstand und hätte um ein Haar noch gewonnen. Seine Mannschaft war jedenfalls auch diesmal wieder in Ordnung und setzte dem Sieger schwer zu.
Hätte Hörnsheim nicht in der ersten Halbzeit ver
sagt, wäre das Ergebnis sicherttch anders ausgegangen. So aber hatten die Gastgeber einen Derartigen Vorsprung herausgearbeitet, daß er auch bei allem Einsatz nicht mehr eingeholt werden konnte.
1. und 2. Klasse.
Tv. Gröningen — Tuspo W.-Niedergirmes 14:4
To. Wetzlar — To. Krofdorf 12:8 (8:5)
Tv. Lang-Gons — To. Atzbach 12:8 (6:6)
Tv. Garbenteich — Tv. Lich 12:9 (9:6).
In Grüningen gab es ein ausgezeichnetes Spiel, an dem beide Mannschaften gleichen Anteil hatten. Der Sieg der Platzbesitzer war verdient. Das gleiche kst von dem Wetzlarer Spiel zu berichten. Auch hier gab es beiterseits gute Leistungen.
Hart und erbittert wurde in Lang-Gons gekämpft. Dadurch aber litt das Spiel nach außen hin sehr stark und hinterließ nicht den besten Eindruck. Garbenteich und Lich lieferten sich, im Gegensatz zu den früheren Kämpfen, einen interessanten Kamps, Der beiderseits gute Leistungen zeigte. Der knappe Sieg der Platzbesitzer ist nicht ganz unverdient.
Jugendklasse.
Mtv. Gießen II — To. Orüntngen 3:22 (1:8)
Mtv. Gießen I — Tv. Heuchelheim 11:7 (6:1) .
To. Garbenteich — W.-Steinderg 0:21 (0:10)
To. Hausen — Tv. Wieseck 7:5 (3:4)
Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns 7:8 (3:5)
1900 Gießen — Großen-Buseck 5:3 (3:2).
Frauenwerbespiel in Mendorf (Lahn).
To. Hochelheim — Tv. Lang-Göns 6:2.
Einen schönen Kamps lieferten sich beide Mannschaften. Aus dem Spielgeschehen war deullich zu entnehmen, daß die Mädels schon etwas gelernt haben und daß sie mit Den besten Aussichten in die Zukunft gehen.
3OOOÄilometer£ie6e
Roman von Olty Boeheim
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13. Fortsetzung. (NachDruck verboten.)
Die Sonne sank schon hinter den Tannenwäldern, und Die Kirchturmglocke von Rättwik läutete den Abend ein, als das kleine Boot anlangte.
„Man wollte schon eine Rettungskolonne ausrüsten, um Vera Derries zu suchen", lachte Arne. „Hier sind Deine Sachen, nun kannst Du zum Dinner Toilette machen."
Dera ging auf feinen Scherz ein, obwohl Die Unsicherheit ihr das Herz verbrannte.
„Was gibt es zum Dinner?"
,2h, ich habe ein glänzendes Menü zusammen- gestellt. Fleischbrühe mit Mark, Gäkiseleber mit Trüffeln, dazu eine Flasche Chablis. Dann kalten Rehrücken mit Cumberlandsoße, und schließlich Eisbombe mit Sekt." Er kramte mit geradezu jungenhaftem Eifer eine Kiste aus dem Boot. „Ich hoffe, gnädige Frau werden sich zu dem festlichen Mahl entsprechend kleiden."
Vera lächelte etwas gezwungen, nahm Den Handkoffer, während Arne Die mitgebrachten Büchsen öffnete. Dann breitete er eine weiße Decke auf den Tisch und zündete Kerzen an.
„Darf ich bitten", rief er in den kleinen Raum, in dem Vera sich umkleidete. Sie kam lächelnD heraus. Ihren schmalen, mädchenhaften Körper umschloß ein schneeweißes Kleid, aus Dem sich Der schlanke Hals wie Der Stiel einer blassen Blume hob. Das tiefschwarze Haar schimmerte bläulich im Kerzenlicht. Der Mann stanb wie verzaubert.
„Darf ich bitten?" sagte er und schob ihr einen Stuhl hin. Sie setzte sich zögernd.
„Für einen einfachen Fischer hast du im Zu- sammenstellen von Dinners eine erstaunliche Rou- tine", sagte sie und sah ihn mit ihren großen, leidenschaftlichen Augen fragend an.
„Danke für das Kompliment. Dein Glas, bitte!" „Und eigentlich auch erstaunlich viel Geld", fuhr sie anzüglich fort. Der Mann sah sie erstaunt an Er schien einen Augenblick nachzudenken.
„Vielleicht habe ich irgendwo eingebrochen", sagte er lächelnd.
Dera wurde blaß. Sie nippte an ihrem Wein, und ihre Hände zitterten.
»Könntest du so etwas hm?" fragte sie mit verhaltenem Atem.
„Für dich, Vera, könnte ich stehlen und morden", sagte Arne leichthin und hob sein Glas. Dera legte die Gabel mit einem Ruck nieder. „Sag mir bitte, warum lebst Du in dieser Hütte?"
Arne erhob sich: ,Z-tzt kommt die Gänseleberpastete — wir wollen beim Essen keine menschlichen Probleme erörtern."
„Also es ist ein Problem —?"
„Gewiß. Sogar ein sehr ernstes. Ich werde Dir alles erklären, vielleicht schon sehr bald."
„Wenn ich aber nicht mehr warten kann?"
„Das täte mir leid, Vera. Für mich hängt alles davon ab, daß du vorläufig nicht fragft —"
,Das kann ich mir denken!" sagte Dera plötzlich bitter.
„Nein, bas kannst du Dir nicht denken, Denn sonst würdest Du nicht fragen." Er sah sie an. „Es ist seltsam, Vera, als Du noch meine alten Hosen anhattest und Das Bauernhemd, Da warst Du ein ganz anderer Mensch. Und nun in diesem großen Abendkleid hast du etwas von Der großen Welt draußen mitgebracht. Meine kleine Waldftau ist eine Dame geworden. Fast fremd!"
„Du quälst mich", sagte Dera. „Du quälst mich furchtbar."
„Also gut, nimm an, ich wäre ein Gescheiterter. Ja, Vera, ich bin gescheitert. Ich bin an einer Frau gescheitert, wenn Du es absolut wissen willst. Ich habe so Schweres erlebt, daß ich Den Glauben an Die Frauen vollkommen verloren habe unD mit ihni Den Glauben an Die Menschheit. Vielleicht klingt es theatralisch, wenn ich sage, Daß ich mich in Die Einsamkeit geflüchtet habe wie ein Tier. Dann kamst du, unD was ich niemals für möglich gehalten hätte: mein Herz, Das ich für tot unD taub hielt, lebte wieder auf. Ich liebe dich, Vera."
„Ich liebe Dich auch, Arne", sagte Vera unter Tränen. Der Mann schloß sie in feine Arme. Ihre nasse Wange lag an seinem Gesicht. „Ich liebe dich, wer Du auch immer sein magst."
„Das ist Das schönste Geschenk für mich, Vera.
Du liebst mich. Glaub mir, Vera, Die meisten Menschen lieben zuerst Die Dinge, Die ein Mensch mitbringt. Die Umgebung, Das Heim, das Geld. Ich möchte nicht wissen, wieviel weniger Frauen ihr Jawort geben würden, wenn Der Mann statt in einer gesicherten Position, mit Auto unD Villa, ein kleiner Habenichts wäre. Die Äußerlichkeiten verdrängen Die wirklichen Werte; Das Geld greift in die tiefsten menschlichen Beziehungen ein. Ja, ich bin davon überzeugt. Daß der Teufel es erfunden hat. Es bringt einen falschen Akkord in Die göttliche Symphonie. Es macht Den Menschen, böse. Die Armen, weil sie es nicht haben und von Der Sehnsucht nach Wohlstand aufgezehrt werden, die Reichen weil es sich wie ein Panzer um ihr Gefühl legt, ein Panzer, an Dem der Liebesstrahl Der Menschen sich bricht. Well sie nicht mehr Daran glauben, Daß Das Gefühl ihnen gilt, was ja auch meistens nicht Der Fall ist. Vielleicht besteht mein ganzes Geheimnis Darin — Vera — daß ich diese vose Macht zwischen uns ausschalten will."
,^ch habe Geld nie gefürchtet und nie glühend begehrt", sagte Sera; „und Doch hatte ich stets Das Gefühl, nie um meiner selbst rmllen geliebt zu werden. Man muß im Leben für alles bezahlen, Arne. Das Schicksal kennt keinen Rabatt. Das bißchen Berühmtheit, Das man sich schwer erkämpft, quittiert man mit Einsamkeit." Sie stützte Den Kopf in Die Hönde und sagte mit einem plötzlichen Ausbruch: »Ich habe so grenzenlose Angst vor Enttäuschung, Arne! Ich bin zu müde Dazu. Ich habe nicht mehr die Nerven Daxu. (3hge mir, daß Du mich nie ent- täuschen wirst.
,^)ch glaube, ich kann es Dir versprechen, Vera." „Dann will ich versuchen, es zu glauben", sagte die Frau und strich mit unendlicher Zartheit über fein Haar.
9. Kapitel.
Als Anni und Peter nach einiger Mühe Onkel Franz wieder auffanden, war Der noch keineswegs aus feinem Schlaf erwacht. Peter bastelte am Motor herum, blies Die Düse aus, reinigte Die Kerzen, sah Den Akku nach und seufzte tief.
»Ich fürchte, Anni, Der Akku ist zu Ende. Schau, die Winker! Wie lahme Vogel, Die nicht mehr die Kraft haben, Die Flügel zu heben. Backe, backe, und die Kontrollampe erlischt auch!"
„Wir müssen Den Akku auf füllen lasten", sagte Anni beklommen. Peter pfiff Durch Die Zähne: „Wenn es Damit geschafft ist, haben wir Glück. Aber ich fürchte, er ist entzwei; sonst hätte er sich Durch Die Lichtmaschine bei Der Fernfahrt automatisch aufgelaDen. Womöglich müssen wir einen neuen Akku kaufen."
„Und Der kostet?" fragte Anni erschrocken.
„Mehr als wir in Der Tasche haben auf jeden Fall. Fürs erste müssen wir sehen. Daß ein mitleidiges Herz uns bis zur nächsten Reparaturwerk^ stätte abschleppt."
So wurde Onkel Franz an Den nächsten vorbeikommenden Wagen angefeilt. Peter schaltete Den ersten Gang ein und lauschte tief in Onkel Franzens erstorbenes Herz hinein, aber es schlug nicht mehr.
Die Reparaturwerkstätte lag neben einer einsamen Handelsbude auf offener Strecke. Onkel Franz wurde von Dem Mechaniker in Obhut genommen und kopfschüttelnd betrachtet. Er rief sämtliche Gesellen und sogar Den Kaufmann aus Der Handelsbude herbei, um Dieses Monstrum genügend bestaunen zu lassen. Nein, am Akku läge es nicht, aber — er runzelte Die Stirn wie ein Arzt, Der sich zu einer schwierigen Operation entschließt und einen fraulichen Ausgang befürchtet, man müßte ihn einmal auseinanDernehmen. Benommen standen Peter und Anni Daneben. Der Mann kroch in Den Motor, hämmerte, schüttelte wieder Den Kopf. Ein Stift grinste über fein verschmiertes Iungengesicht, nahm Dann Die bekümmerte Miene seines Meisters an und schüttelte ebenfalls attklug Den Kopf
»Ohne Onkel Franz sind wir vollkommen aufgeschmissen", sagte Anni, Die sich wie eine Schiffbrüchige in Der endlosen fremden Landschaft vor» kam. Deren einzig belebter Punkt auf Meilen hinaus Die kleine Handelsbude war.
„Ich fürchte, wir sind auch mit Onkel Franz aufgeschmissen", erwiderte Peter, und fein luftiges Gesicht war zum erstenmal von Nachdenklichkeit umschattet. 2lber plötzlich sprang er auf. ,Lch hab's, ich melde ein Gespräch nach Stockholm an und fchil» bere Ohlsen meine Lage. Er wird rin Einsehen haben."
Anni setzte sich auf ein umgestülptes Faß und starrte in Den blauen Himmel, unter Dem ein riesiger Raubvogel kreiste.
(Fortsetzung folgt)


