Ausgabe 
29.8.1940
 
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Donnerstag. 2Y. August 1940

(90. Jahrgang Ur. 204

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Gietzener Anzeiger

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von

Ausgedehnte Vrände in England und Schottland.

U-Boot versenkte 28600 ÄltT. aus stark gesicherten Seleitzügen. - Britischer Tanker im Indischen Ozean von deutschen Seestreitkrästen versenkt.

benlrop. auf dem Flugplatz eingefunden. Die beiden Außenminister begaben sich a u f den Ober­salzberg. wo Graf Liano vom Führer zu einer Besprechung empfangen wurde. Am Nach­mittag begaben sich Graf Liano und Reichsauhen- minisler von Ribbentrop, begleitet von dem italie- Nischen Botschafter in Berlin. Dino A l f i e r i. und dem deutschen Botschafter in Rom, von Rlacken- sen. nach Wien zu den Besprechungen mit den Außenministern Ungarns und Rumä­niens. Dort wurden beide von Reichsstatthalter von Schi rach auf dem Flugplatz begrüht. Rach dem Abschreiten der Ehrenkompanie geleitete Reichs- autzenminister von Ribbentrop den italienischen 21U- nister ins Hotel Imperial. Auf dem Wege ins Hotel wurden die beiden Auhenminisler von der Wiener Bevölkerung herzlich begrüht.

Aegypten.

Von Or. Paul Rohrbach.

Die italienischen Operationen zur Eroberum

Der deutsche Lustangriff aus militärische Ziele Londons. Die Bevölkerung der Hauptstadt 3^ Stunden im Lustfchuhkeller.

treitkräfte in Abessinien ein sehr gefährliches Gebiet ist. Außerdem mag es zweifelhaft sein, wie weit bei der wachsenden antienglischen Gärung in Indien auf Inder in Aegypten noch Verlaß ist, zumal da die anglo-indische Eingeborenenarmee großenteils aus Mohammedanern besteht, die in einem englandfeind- lischen mohammedanischen Lande für England zu kämpfen hätten.

Graf Ciano vom Führer empfangen.

Mit Ribbentrop in Wien eingetroffen.

Salzburg, 2S.Aug. (DNB.) Der itattenische Minister des Aeuheren, Graf Liano, traf mit seiner Begleitung heute mittag mit dem Flugzeug in Sah bürg ein. 3« seiner Begrüßung hatte sich der Reichsminister des Auswärtigen, von R i b -

Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch.

Berlin, 28. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am gestrigen Tage beschränkte sich die Tätigkeit der deutschen Luftwaffe infolge unsichtigen Wetters auf bewaffnete Aufklärung, in deren Verlauf Bom­ben auf die Hafenanlagen von Gosport geworfen wurden.

In der Nacht zum 28. August griffen stärkere Kampfverbände Hafenanlagen und Werf­ten, Flugzeugwerke und Rüstungs- anlagen in England und Schottland an. In Southampton, Aberdeen, Dundee, Leeds, Hutt, vor allem in den Flugzeug- und Motorenwerken von Derby und Birmingham und in der Slaats- werft von Lhatham, zeigten ausgedehnte Brände die Wirkung der Bombenangriffe.

Alles nur Selbsttäuschungen."

Messaggero" über die Wirkung

der englischen Fliegerangriffe.

Rom, 28.Aug. (Europapreß.) Den englischen Fliegern, die allnächtlich in Italien und Deutschland einfliegen müßten, sei so schreibtMessaggero" ~- eine harte Aufgabe zugefallen. Sie sei hart, well es für diese Flieger, die doch Soldaten seien oder sein sollten, nicht erfreulich sein könne, gleich Verbrechern sich in bas feindliche Land einzuschleichen und Bomben auf Ziele abzu­werfen, denen ein militärischer Charakter nicht einmal angedichtet werden könne. Den Neutralen, besonders den weniger gut infor­mierten, wolle England beweisen, daß es noch nicht vollkommen am Boden liege und noch mit Gegen­schlägen antworten könne. Dem eigenen Mann auf der Straße, der die englischen Hafenanlagen und Arsenale von den deutschen Fliegern zerstört und die Fabriken in Flammen aufgeh^n sehe, wolle man den trügerischen Trost vortäuschen, daß die englische Fliegerwaffe ein gleiches Zerstörungswerk im Fein­desland ausführe. Schließlich glaube wohl das eng­lische Propagandaministerium damit rechnen zu kön- daß die Bevölkerung in Italien und Deutschland, die die Hoffnungslosigkeit der nächtlichen englischen Bombenabwürfe vor Augen habe, zur Meinung ge­langen müsse, die Aktionen der eigenen Flieger seien auch nicht wirksamer. Aber das seien alles nur Selbsttäuschungen. Neutrale Pressevertreter in England gäben immer offenherziger zu, daß die Widerstandskraft Englands infolge der Schläge der deutschen Luftwaffe immer mehr abnehme. Die Lü­gen aber über die von den englischen Fliegern in Italien und Deutschland verursachten Zerstörungen

Das Verminen britischer Häsen durch Flugzeuge wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht im Reichsgebiet Bomben ohne nennenswerte Wirkung. In K i e l wurden einige Wohnhäuser beschädigt. In­folge des disziplinierten Verhaltens der Bewohner erhielt nur eine Person leichte Verletzungen. Drei britische Flugzeuge wurden abgeschossen, davon eines durch Warine-Artillerie. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt.

Lin U-Boot oer f en 11e 28600 BRT. feind­lichen Handelsschiffsraumes aus stark gesicherten Geleitzügen. Vor der französischen Ka­nalküste beschoß deutsche Marine-Artillerie zwei feindliche U-Boote; mit ihrer Vernichtung ist zu rechnen.

Im Indischen Ozean versenkten deutsche Seestreitkräfte den bewaffneten britischen TankerBritish Lom mander" von 6901 BRT.

möglich motorisiert. _

Die Basis der Engländer auf der ägyptischen Seite liegt bei M a r s a M a t r u n , etwa 200 Kilo­meter vor der Grenze. Eine starke vorgeschobene englische Stellung ist dicht vor der Grenze an der Bucht vop Soll um besetzt. Italien mußte sich bei dem Erwerb von Libyen, 1912, dazu verstehen, diesen Landungsplatz an das damals unter eng- lischer Herrschaft stehende Aegypten abzutreten, um ; die Zustimmung Englands für seinen nordafnka- , Nischen Erwerb zu erhalten. Bis Marsa Matrun , führt von Alexandrien aus eine Eisenbahnlinie. Don , hier aus haben die Engländer eine bewegliche , Wasserleitung, eine sogenannte Pipe-Line, zur Ver­sorgung der an der Grenze stehenden Truppen ge­legt. Die Röhren können nach Bedarf verschoben, ; die ganze Leitung kann verkürzt und verlängert werden. Die beiderseitigen Stellungen an der Grenze sind stark ausgebaut. Die Offensive liegt bei den Italienern, haben sie die englische Stellung bei Sollum genommen, so ist bis Alexandrien noch eine Entfernung von 500 Kilometern zu überwin­den. Früher hätte eine solche Distanz mit schlechten Wasserverhältnissen die allerwirksamste Verteidigung gebildet. Jrn Zeitalter des motorisierten Krieges ist das nicht mehr der Fall.

England ist in Aegypten erstens dadurch im Nach­teil, daß es bei der Gefährdung des Mittelmeer- weges europäische Verstärkungen nur noch mit dem größten Risiko dorthin bringen kann, und zweitens dadurch, daß es mit einer zunehmend feindseligen Stimmung beim ägyptischen Volk zu rechnen hat. Aegypten besaß bis vor einigen Jähren nur eine sehr kleine Armee von etwa 100 000 Mann ohne moderne Bewaffnung und ohne Flugzeuge. Nach Abschluß des Bündnisvertrages mit England von 1936, der dem Protektoratsoerhältnis formell em Ende machen sollte, wurde die Armee auf englischen Wunsch vergrößert und auch besser bewaffnet. Der junge König Faruk von Aegypten ist zwar in Eng­land erzogen, aber, schon mit Rücksicht auf die Stimmung in seinem Volk, kein Freund der ^6' länder. Diese mißtrauen den nationalagyptischen Truppen so sehr, daß sie ihnen die aus England ge­lieferten Waffen wieder fortgenommen haben, unter der fadenscheinigen Formel einesRückkaufs .

Die militärischen Kräfte Englands m Aegypten auf die ägyptischen Truppen ist, wie gesagt, wegen ihrer Stimmung kein Verlaß für engli che Zwecke bestehen aus national-englischen, australischen un indischen Truppen. Ein Teil von ihnen, namentlich die Australier, waren seinerzeit zur Verstärkung der Armee Weygand nach Syrien gebracht worden und wurden von dort nach der Kapitulation Frankre ch auf palästinensischen Boden zurückgezogen. Uebe Gesamtzahl der zur Deckung Aegyptens verfugba^ englischen Streitkräfte gibt es keme sicheren Ang , die Schätzungen lauten im Höchstfall auf etwa f Divisionen, einschließlich der Inder. Man mach England geltend, daß die indischen Soldaten für den Kampf in einem heißen Klima besonders g g sind. Im Weltkrieg bildeten sie die Hauptmacht, mit der schließlich, nach jahrelangen Bemühungen, möge ihrer besseren Ausrüstung und des gesetzten Nachschubs die Einnahme van Bagdad ge­lang Im November 1914, in der Schlacht bei Tanga in Deutsch-Ostafrika, haben sich aber die md scyen Regimenter gegen unsere Askaris, obwohl o I Zahl weit unterlegen waren, nicht gut gehalten -ve^ störkungen aus Indien müßten den Weg durch das Rote Meer nehmen, das durch die italienifchen x, i -

Stockholm, 28.Aug. (Europapreß.) London hat in der Nacht zum Mittwoch nicht eme, sondern zwei Luftschutzwarnungen von insgesamt mehr als dreieinhalb Stunden Dauer erlebt. Die erste War­nung wurde gegen 20.20 Uhr englischer Zeit gegeben und dauerte fast zweieinhalb Stunden. Die jroeite Warnung ertönte nach Mitternacht und erstreckte sich auf mehr als eine Stunde. Während der Himmel über London von Hunderten von Scheinwerfern er­leuchtet war, hörte man gleichzeitig das Knattern der Luftabwehrkanonen. In den südlichen und westlichen Vororten, an deren Peripherien Flugzeug st ützpunkte gelegen sind, konnte man die Explosionen abgeworfener deutscher Bomben vernehmen. Heber das Er- aebnis dieser Bombenabwürfe wurde in einem m den frühen Morgenstunden des Mittwochs Deroffent= lichten Communiquä des Luftfahrtministeriums noch nichts gesagt. Offener dagegen behandelt man die deutschen Angriffe gegen militärisch wichtige Ziele im Südosten, Nordosten und Nordwesten. Es wird erklärt, daß die Bombenabwürfe hier mehr konkre­ter Natur gewesen seien, und daß sie sich erneut- abgesehen von rein militärischen Zielen auch gegen Anlagen der Rüstungsindustrie richteten, von denen zahlreiche bereits m der Nacht zum Dienstag vernichtet worden waren, wie man in London vor 24 Stunden zugeben mußte. Charakteristischerweise hat das Luftfahrtmimstenum bis Mittwochmorgen 9 Uhr deutscher Zeit noch nicht den. Abschuß eines einzigen deutschen Flugzeuges mitteilen können. _ . ..

Die neutralen Korrespondenten m London, die mm Teil ihre für das Ausland bestimmten Be- richte aus dem Luftschutzkeller des Informations- Ministeriums schreiben und absenden mußten smd sich vollständig im klaren darüber, das die Aktionen der deutschen Luftwaffe alles in den Schatten stellen was man bisher erlebt habe, und daß in Zukunft mit einer Verschärfung der Angriffe zu rechnen fe. Der Londoner Korrespondent desAstonbladet er­klärt, die ganze Nacht hindurch habe das Luftabwehrfeuer ganz London erschüttert, wahrend gleichzeitig der Himmel von Tausenden von Luft­abwehrscheinwerfern angestrahlt wurde Die Opera­tionen der deutschen Luftwaffe seien ,edoch dadurch nicht verhindert worden. Im übrigen scheine London seit den Nachtstunden des 26. bzw. 27 August darauf vorbereitet zu sein, daß es in Zukunft höchst selten eine Nacht ohne Luftschutzwarnungen verbringen werde. In der Nacht zum Dienstag mußten sechs Stunden lang 10 Millionen Menschen in den L u f t s ch u tz u n t er st a n- tzen warten, bis die Gefahr vorüber war, die im übrigen von der Südküste bis über die Manchester- Linie hinaus bestand. Der Alarm in London wurde aeaeben als die Kinos, Theater, Varietes und son­stigen Vergnügungsstätten ihren Betrieb in voll­stem Umfang aufgenommen hatten. Die Vorst el- lunaen wurden unterbrochen; die Gaste muhten in die Luftschutzkeller flüchten und waren gezwungen, dort bis lange nach Mitternacht zu warten. Im Zentrum Londons, Piccadilly-Circus, konnte man hören, wie in den Vorstädten einige i Bomben abgeworfen wurden, die sich besonders - gegen die Flugplätze richteten, die im Su-

gestaltet werden soll.

Aus dem Wehrwillen der Partei, die in den Stahlgewittern des Weltkrieges ihre soldatische Ge­burtsstunde erfuhr und die die persönliche Tapferkeit und Einsatzbereitschaft all ihrer Männer in schwer­sten Kampfjahren erprobte, schmiedete der Führer die stärkste Wehrmacht der Welt, deren Dienst preu­ßisch ist wie nur je, deren Geist und Bereitschaft so nationalsozialistisch ist, wie es ihrem Obersten Be­fehlshaber entspricht, der Schöpfer der Partei und der Wehrmacht ist. Ein solches Schwert aber konnte nur aus einem Volk wachsen, das eines Wil­lens und eines Glaubens war. Die Volks­gemeinschaft, die in dem Schicksalskampf des deut­schen Volkes um Sein oder Nichtsein, um Ewig­keit oder Untergang das unerschütterliche Funda- ment bildet, wurde in der zwanzigjährigen uner­müdlichen Erziehungsarbeit der NSDAP, geschaffen und ist das Werk des unbekannten SA.- Mannes und letzten Parteigenossen, wie aller Glie- derungen, Aemter und Verbände der Bewegung. Tausendfältigen Aufgaben haben sie alle im ent­sagungsvollen Einsatz gedient, um diesen Bau der Gemeinschaft des Volkes zu errichten.

Diese Unterpfänder des Bestehens und des «Sie­ges, die Gemeinschaft und die Wehrmacht, gilt es zuerst als Schöpfung der Partei zu er- f offen und zu begreifen, wenn man die Frage nach

hätten nur kurzeBeine, und das Vertrauen der englischen und italienischen Bevölkerung in die un­bedingte Wahrheit der eigenen Wehrmachtsberichte könne durch die Erfolglosigkeit der nächtlichen eng­lischen Fliegerangriffe nur bestärkt werden.

Fliegerangriff über Berlin.

Berlin. 29. Aug. (DNÄ. Funkfpruch.) In der vergangenen Nachl wurde in Berlin von 0.24 bis 3.17 Uhr Fliegeralarm gegeben. Einige bri­tische Flugzeuge erschienen in kurzen Abständen über dem Stadtgebiet von Groß-Berlin und war­fen an verschiedenen Stellen der Reichshauptstadl Brand-und SprengbombenausWohn- vierlel und Vororte ab. Militärische Ziele wurden nicht angegriffen. Der angerichtete Schaden ist unbedeutend, an mehreren Stellen der Innenstadt entstanden Dachstuhlbrände, die durch den Sicherheils- und Hilfsdienst bald gelöscht wurden. 10 Personen wurden getötet und 28 verletzt, keine der getöteten und vertehlen Personen hatte während des Fliegeralarms den Luftschuhraum ausgesucht.

Der Hasen von Southampton nur noch ein Trümmerhaufen.

Was ein portugiesischer Kapitän berichtet.

Mailand, 28. Aug. (DNB.) Wie dieGazetta del Popolo" aus Lissabon meldet, hat die Mann­schaft des portugiesischen DampfersM agelhaes" bei ihrer Rückkehr aus England berichtet, der Hafen von Southampton bilde nur noch einen Trümmer­haufen. Der Dampfer ist in Erwartung der Ladung zwei Wochen in Southampton geblieben und hat den Hafen nach der deutschen Blockadeerklärung schleunig st verlassen. Der Kapitän erklärte, der Hafen sei v o l l st ä n d i g l e e r, in zwei Wochen sei nur ein einziges Schiff mit einer Fabrikmaterial­ladung eingetroffen. Die meisten Lagerschuppen seien durch deutsche Bomben zerstört oder beschädigt und das Hafenbecken durch ein halb gesunkenes eng- lisches Tankschiff fast vollständig gesperrt. Die Kais wiesen breite Risse auf. Das große Dock König Georg", das vor drei Jahren mit großem Kostenaufwand gebaut worden ist und als einziges Riesenschiffe, wie dieQueen Mary", aufnehmen konnte, sei duHch deutsche Bomben außer B e - trieb gesetzt worden. Außerdem sei ein Hilfskreuzer im DockPrinz von Wales" am Heck getroffen und schwer beschädigt worden. Beim Verlassen des Ha­fens von Southampton habe der Kapitän die Wracks von 23 versenkten Schiffen ge- zählt. Der Süden Englands liege im Sterben, und kein Wunder könne diefe Agonie aufhalten. ,

den der Hauptstadt liegen. Der Alarm in London war im übrigen der siebente in den letzten 42 Stun­den. , , ,

Die Londoner Verkehrsmittel haben wäh­rend der letzten deutschen Luftangriffe nicht in der wünschenswerten Art und Weise funktioniert. Die Daily Mall" berichtet, daß die Frage, ob Straßen­bahn aber Autobusse während der Luftangriffe ihren Betrieb fortsetzen sollen oder nicht, Gegen­stand einer Konferenz zwischen Derkehrsministerium, den Verkehrsbettieben und den Vertretern der be­teiligten Arbeiter bilden.Daily Mail" fordert außerdem eine bessere Disziplin des Pub­likums. Jeder, der sich nicht während eines Luft­alarms vorschriftsmäßig verhalte, begehe damit einen Bruch der Disziplin.Soldaten werden dafür bestraft, warum nicht auch Zivilisten?" fragt die Daily Mail". Daß aber auch die Vertreter der bri­tischen Plutokratie durch die auf militärische Ziele Londons niedergehenden Bomben sich nicht bei nächtlichen Vergnügungen stören lassen, geht aus einem Bericht an anderer Stelle des gleichen Blat­tes hervor. Der Society-Berichterstatter Charles Graves beschreibt, wie es in einem der teuersten Nachtlokale, im Cafe de Paris, in der Nacht zum Sonntag zuging.Das Tanzen war in vollem Schwung. Niemand bekümme-rte sich um den Luftangriff, und die Kabaretworführungen wur­den wie üblich fortgesetzt."

Oer Einsatz der Pariei.

Zum Jahrestage des Kriegsbeginns.

Wer die Leistung der Partei im ersten Kriegs- fahr erfassen will, der sieht sich auf allen Gebieten unseres seit dem 1. September 1939 umgewandelten Lebens, Schaffens und Gestaltens, in allen Be­reichen des Dienens, Opferns und Kämpfens einer solchen Fülle von Erscheinungen und Ergebnissen gegenüber, daß es ihm unmöglich wird, den Kriegs­einsatz der NSDAP, im einzelnen zu ermessen. Zu­dem sind all die sichtbaren Dienstleistungen der Männer der Partei, die nicht in die Reihen der Wehrmacht eintreten konnten, und die Pflichterfül­lung, die von alt und jung überall und jederzeit in Freiwilligkeit und freudiger Bereitschaft vollbracht wird, nur Aeußerungen eines allgegenwärtigen Geistes, dessen Wirksamkeit weit mchr umspannt als das, was wir mit Kriegseinsatz bezeichnen.

Denn .rote die nationalsozialistische Weltanschau­ung die Voraussetzung für die Erhebung des Rei­ches aus elendiger Not und unwürdiger Unterwür­figkeit war, wie die Bewegung durch ihren fana­tischen Glauben und Willen das völkische Titanen­werk der Sprengung der Fesseln von Versailles vollbrachte und die souveräne nationalsozialistische Großmacht Großdeutschland in Treue zum Führer an der Stelle eines Staates der Ohnmacht und Ab­hängigkeit errichtete, so hat die NSDAP, auch da­für gesorgt, daß nichts unterblieb, um den s o - zialistischen Volks st a a t gegen seine Hasser und ewigen Feinde verteidigen zu können. Sie wußte in jeder Sekunde ihres Ringens, daß der Größe des Willens bei aller friedlichen Ziel­setzung die Macht entsprechen und den flammenden Idealen eine erzene Rüstung gegeben sein muß, wenn die errungene Freiheit verewigt und die Zu­kunft nach eigenem Willen und aus eigener Kraft

Britisch-Somaliland haben zeitweilig die Aufmerk­samkeit von der weit wichtigeren Entscheidung ab- aelenkt, die sich an der l i b y s ch - ä g y p t i ° scheu Grenze vorbereitet. Die englische Enklave an der Nord käste des Somalilandes, am Golf von Aden, ist wirtschaftlich ziemlich wertlos. Sie bildete aber nicht nur einen störenden Schönheitsfehler im gegenwärtigen italienischen Ostafrika, sondern sie bot England auch die Möglichkeit, durch die An- fammung indischer Truppen eine Operation gegen Abessinien, insbesondere gegen die Eisenbahn von Dschibuti nach Addis Abeba, vorzubereiten. Daher haben die Italiener starke, aus Abessinien herange- zogene 'Stteitkräfte darauf verwendet, um die beiden Häfen Zaila und Berbern und die von ihnen ins Innere gegen Abessinien führenden Straßen in ihren Besitz zu bringen. Mit dem Abzug der Engländer aus Berbera sind alle von hier drohenden Unbe­quemlichkeiten für Italien beseitigt. Die in Abes­sinien stehenden italienischen Truppen sind nun­mehr gegen die Kenya- wie gegen die Sudangrenze rückenfrei.

In Nordafrika, zwischen Aegypten und Libyen, handelt es sich um militärische Fragen weit größe­ren Maßstabes. Die italienischen Kräfte in, Ost­afrika sind einstweilen auf sich selbst angewiesen, da England den Suezkanal noch beherrscht. Nach Libyen dagegen können Verstärkungen über das Mittelmeer geschickt werden. Die häufigen italieni­schen Bombardements von Malta dienen dazu, eng­lische Störungsversuche von dorther abzuhalten. Die Hauptausschiffungsplätze in Osttwyen, der Provinz Kyrenaika, sind Benghasi und Sema. Beide Plätze sind durch eine doppelt geführte Autostraße, ein Teilstück der berühmten Litoranea, verbunden. Derna, das ich im vorigen Jahre besuchte, liegt nicht ganz 300 Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernt. Die Litoranea ist bis hart an die Grenze geführt, aber auf dieser letzten Strecke sind die Wasserverhältnisse schwierig. Auch der kleine Hafen­platz Marsa-Tobruk hat wenig Wasser. Für Sie im Grenzgebiet versammelte italienische Trup- pemnacht wird Wasser in Tankdampfern aus Si­zilien herangebracht. Man rechnet in dem heißen Klima mit einem Wasserbedarf von 5 Liter täglich auf den Mann, von 25 Liter für jedes Zugtier, und dazu kommt noch das notwendige Kühlwasser für die Motoren. Es ist anzunehmen, daß große Was­serreserven in Tanks bereit gestellt sind. Fvrtbe- wegungs- und Angriffsmittel in solchen wüstenhaf­ten Gebieten sind selbstverständlich soweit irgend