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Dillkreis.
(Nachdruck verboten.)
12 Fortsetzung.
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LPD. Wetzlar, 28. Juli. Ein in Brandoberndor zu Besuch weilender zwölfjähriger Junge aus Fran? furt a. M. fah einem Manne beim Reinigen sein Pistole zu. Dabei löste sich ein Schuß. Die Kugel durchschlug den Mund des Jungen und verletzte diesen schwer. Er wurde dem Wetzlarer Krankenhaus
cheiden. Trotz dieser Benachteiligung hielten die Gäste das Spiel offen und machten gefährliche Durchbrüche. Die Verteidigung der Gießener war zu weit aufgerückt, Hochstein bekam eine Vorlage, und schon war der Ausgleich erreicht. Kurz darauf
übereinander und tut das so geschickt, daß recht erfreulich anzusehen ist.
Hellwig tut ihr den Gefallen und sieht hin.
„Sie werden es mir ja erzählen", meint er duldig.
„Also, wissen Sie, ich verändere mich, nein, ich habe mich schon verändert. Und deshalb bin ich hier. Haben Sie eine Zigarette?"
,/Jch rauche nur Zigarren", sagt Wilhelm Hellwig und verbindet damit so etwas wie eine Sehens« anschauung.
„Müssen Sie sich abgewöhnen. Zigarette ist wirkungsvoller, und den Schlips müssen Sie auch anders binden. So, sehen Sie mal an, ist es schon anders." Während sie verdächtig nahe an ihm herumzupft und er still hält, redet sie weiter. „Also, was ich sagen wollte^ geräubert. Ich kam gestern,
Faust, Tore zu schießen, aber jedesmal wurde ein Mann angeschossen. Eisenacher von der Landmann-- schast hatte sich am Knie verletzt und mußte aus-
12.
Es ist schon ein ander Ding, die Beine unter den eigenen Schreibtisch zu stecken. Der große Chan empfindet das jeden Morgen, und mit ihm empfindet es der Dackel Pumps, der jetzt nicht mehr einsam in der Wohnung zu bleiben braucht, sondern der mitgeht und in der Ecke schläft. Manchmal werfen Herr und Hund einander verständnisinnige Blicke zu, die etwa so viel wie: Es ist wunderschön so, besagen, und die das große Geheimnis der beiden sind.
Wilhelm Hellwig merkt nichts davon. Er sitzt stolz auf seiner Seite — die beiden Schreibtische stehen, wie das sein muß, einander gegenüber — und denkt daran, wie es sein wird, wenn an diesem Schreibtisch einmal eine gewisse Tilde Rohloff sitzen wird.
bißchen mit einer gewissen Tilde Rohloff spazierengehen. Durch einen Wald, von dem man unklare Vorstellungen hat, oder über eine Wiese. Man könnte ihr, wenn sie jetzt da wäre, beispielsweise einen Brief diktieren, der auch unwichtig sein könnte. Rur, damit man ihr zusieht. Es war dumm, das Mädchen allein fahren zu lassen. Warum ist er. eigentlich nicht mitgefahren? So zu zweit ist alles viel leichter, und vielleicht braucht man Holzmann nicht einmal. Ob man ihn nicht einfach davon überzeugt, daß man nachfahren muh?
Hellwig findet, daß er das heute noch könnte. Vielleicht ruft Tilde heute noch an, wo er allein ist, und sobald sie anruft, wird er ihr sagen, daß er hinkäme. Er wird seinen kleinen Wagen nehmen und den Fahrer einfach wegschicken. Der kann am Freitagnachmittag oder am Samstagfrüh kommen und sie abholen. Zwei Tage auf der Zielsuche, eine wundervolle Sache.
In diese sehr hübschen Ueberlegungen hinein platzt Agnes Sprenger. „Sieh an, Herr Hellwig", lacht sie und sieht sich neugierig um, „muß doch mal sehen, wo und wie Sie eigentlich hausen."
„Nehmen Sie Platz, Fräulein Sprenger." Hellwig findet, daß der Besuch eine ganz nette Abwechslung bedeutet, trotz einer gewissen Tilde. „Suchen Sie etwa meinen Teilhaber? Der ist gerade nicht hier."
Agnes Sprenger übergeht das.
„Sie fragen mich ja gar nicht, wieso ich jetzt Zeit habe." Sie setzt sich hin, schlägt die Beine
Gästen machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Die Platzherren konnten durch drei Tore den Sieg sicherstellen. Die Gäste gaben sich aber noch nicht geschlagen und holten auch ein Tor auf.
Italienisches Pferd
Sieger im „Braunen Band^.
Auch im Kriegsjahr 1940 wurde in München das „Braune Band von Deutschland" in gewohnter Werse als Höhepunkt her großen Rennwoche gelaufen, bei deren Durchführung dem Ernst der Zeit Rechnung getragen wurde. Das Rennen endete mit dem Siege des italienischen Dreijährigen Bellini unter Jockey P. Gub ellini vor Tatjana, Wildling und Son- nenorden.
ihrer besseren Technik das Spiel klar mit 3:0 sich entscheiden.
Oie Entscheidung in Watzenborn-Steinberg.
schieferbergbau Preußens ausbildet, fand dieser Tage im Beisein des staatlichen Kommissars des Oberbergamts Bonn und des Schulvorstandes die Abschlußprüfung des 49. Lehrganges statt. Don den zu^ Beginn des Krieges der Klaffe angehörenden 20 Schülern stehen 12 zur Zeit unter den Waffen; die übrigen haben sämtlich die Abschlußprüfung bestanden, und zwar mit dem Prädikat „Gut" die Schuler Heinrich Göbel aus Wölfersheim, Jofef Heimann aus Tringenftein, Wilhelm Hofmann aus Heckholzhausen, Ludwig Kaufmann aus Bad Ems sowie Heinrich Wittmann aus Weckes he im bei Friedberg. Die Note „Befriedigend bestanden" erhielten die Schüler Walter Ebener aus Altenseelbach (Kreis Siegen), Ottmar Reeh aus Nanzenbach und Valentin Weidemann aus Rommers (Rhön).
Zur schweren Bluttat bei Schwickershausen.
Die Aufittegsspiele zur Bereichsklasse aehören Vergangenheit an. Verlor der Meister des Kreises Gießen im Vorspiel am vergangenen Sonntag in Langenselbold, so blieb er im gestrigen Rückspiel mit 1:0 mehr als verdient Sieger. Bei einem Punkteverhältnis von 2:2 steigt Langenselbold, der Meister des Kreises Hanau, mit dem besseren Torverhältnis zur höchsten Klasse, der Bereichs klasse, auf. Zum zweitenmal blieb den „Teutonen" der Endsieg ver-
LPD. Frankfurt a. M., 27. Juli. Zu schweren Ueberfall auf eine 23jährige Büroangestellte aus Frankfurt a. M. in der Feldgemarkung Schwickershausen wird noch mitgeteilt, daß bereits imIuni dieses Jahres in der Gemarkung F r i e d- b e r g in O b e r h e s s en in der Nähe des Forst- Hauses Winter st ein eine Frau überfallen und durch eine Anzahl Messerstiche verletzt wurde. Auch in diesem Falle war von dem Täter ein Sittlichkeitsverbrechen beabsichtigt. Blindlings stach er
gelang dem gleichen Spieler dasselbe Manöver. Dies war den Gießenern zu viel. Sie bestürmten das Gästetor, aber es wurde nicht geschossen. Die letzten Minuten gehörten der Stadtelf, aber zu Erfolgen reichte es nicht mehr.
VfV.-R. 1. Jugend — 1900 1. Jugend 0:3.
> Dor diesem Spiel standen sich die ersten Jugend- mannschaften der Lokalrivalen 1900 und VfBvR. gegenüber. Die Blau-Weißen konnten auf Grund
'Öie fdjorio Melusine
Roman bon Hans Richter
SJl.-'fpoTi
Spannende Wballka'mpfe des Sonntags
sagt.
Das Spiel war äußerst spannend und begann mit flotten Angriffen der Platzmannschaft. Stets lag sie im Angriff, leider aber war der einheimische Sturm wieder mit allzuvielem Schußpech gesegnet, sonst wären die entscheidenden Tore schon in der ersten Spielhälfte gefallen. Harnisch trifft den Pfosten, Heil schießt aus kürzester Entfernung über das Tor, zwei weitere Bälle ganz knapp vorbei, Schmitt köpft um Zentimeter über die Latte, dann kommt er in ganz aussichtsreicher Stellung nicht zu dem von ihm gewohnten Schuß, Ziegler knallt einen Ball an den Pfosten und Haas auf Rechtsaußen setzt allem die Krone auf, als er im Strafraum mit dem Ball am Fuß am linken Verteidiger vorbeigeht, den Tormann umläuft, kurz vor dem leeren Tor steht, und den Ball an die Querlatte schießt.
Auch die 2. Halbzeit sah die Platzmannschaft ständig im Angriff, die Gäste dagegen verteidigen massiv, spielten auf Zeit und verlegten sich nur auf gelegentliche Durchbrüche. Mitte der zweiten Halbzeit gelang Schmitt, dem unermüdlichen Motor im Sturm der „Teutonen" der erste Treffer dieses Spieles, der aber auch der einzige bleiben sollte. Alle weiteren Versuche scheiterten an der immer mehr verstärkten Gästehintermannschast.
Während Langenselbold wieder mit der gleichen Elf vom vergangenen Sonntag, also mit seinen 5 ganz ausgezeichneten Gastspielern antrat, bestritten die „Teutonen" das von Schiedsrichter P o st geleitete Treffen mit folgender Elf: R. Burger; K. Sch-mandt, Fett; Martini, Hirz, K. Buß; Haas, Ziegler, Schmitt, Heil, Harnisch.
Rodheim — Heuchelheim 5:3 (2:2).
Einen interessanten Kampf sah man in Rodheim. Die Gäste waren in der ersten Spielhälfte besser und konnten die Führung an sich reißen. Kurz darauf hieß es sogar 2:0. Das war den Rodheimern zuviel, und noch vor der Pause hatten sie ausgeglichen. Nach dem Wechsel waren die Platzherren besser; bei den
So gegen neun treten die Wagenführer ein und erstatten Bericht. Dabei müssen auch die Wagenwäscher, deren Beine in ungeheuren Gummistiefeln stecken, zugegen sein, und es wird alles besprochen.
„Hat Fräulein Rohloff schon angerufen?" fragt Hellwig.
Holzmann meint, das sei doch nicht möglich, sie wolle doch erst am Donnerstag — aber Hellwig übergeht es.
„Hätte doch sein können."
Wenn die halbe Stunde, die Wagenrapport genannt wird und die ebensogut ausfallen könnte, überstanden ist, werden die beiden Teilhaber vertraulicher.
„Ich sage Ihnen, das wird", brüstet sich Hellwig. „Sehen Sie, die Thurn und Taxis, das waren doch aud) Fuhrunternehmer."
„Sie patten das Postregal", betont Holzmann.
„Wieso Regal? Ach so, richtig. Na ja, jetzt sind sie Fürsten."
„Fürsten wollen wir ja gerade nicht werden", meint der große Chan.
„Nee, aber ’n Bankkonto sammeln, Betrieb ver- arößern. Haben Sie schon mit den Autoleuten gesprochen wegen Sommernachtstraum?"
„Geht doch alles in Ordnung. Der Wagen wird am Donnerstag geliefert."
„Sagen die." Hellwig hat andere Erfahrungen gemacht, hinterher muß man fein, Holzmann, immerzu muß man hinterher sein. Daß man Wagen kriegt, daß man Kundschaft kriegt, daß die Leute zufrieden sind!"
„Ja", Jagte der große Chan.
,^tf) würde die nächste Wochenendfahrt ganz gern mit Fräulein Rohloff besprechen", denkt Hellwig laut, denn jetzt, wo Tilde nicht da ist, scheint ihm alles viel einfacher.
„Na also, fahren Sie doch hin", ermuntert ihn Holzmann.
,Hch weiß doch nicht, wo sie ist."
„Dann warten Sie", sagt Holzmann ungerührt. Und weil er etwas unternehmen will, fährt er fort: „Ich gehe jetzt einmal in die Werkstatt und sehe nach dem Sommernachtstraum."
Hellwig ist froh, daß der Teilhaber draußen ist. Später wird das ja anders werden. Aber vorläufig möchte man ruhig dasitzen und seinen Gedanken nachhängen. Man möchte in diesen Gedanken M
Dillenburg, 28. Juli. An der Bergschule in Dillenburg, die sowohl Bruchmeister und Bettieds- führer für die Betriebe der Industrie der Steine und Erden wie auch Betriebsführer oder Obersteiger sowie untere technische Werksbeamte (Gruben- und Tagessteiger) für die im rechtsrheinischen Teil des Oberbergamtsbezirks Bonn gelegenen Bergwerke sowie für den gesamten Erz-, Braunkohlen- und Dach-
Aus dem Reich.
Weltkriegsverwundete spenden 1,5 Millionen Mark.
Die kriegsverletzten Frontsoldaten der NS.« Kriegsopferversorgung haben von ihrer Frontzulage, die sie als Ehrensold erhalten, einen Betrag von 1540 000 RM. zusammengetragen und den Wehrmachtskameraden als Anerkennung für ihre fanatische Leistung und afe Dank dafür zur Verfügung gestellt, daß sie als Soldaten des Fuh- ter5 das vollenden, was sie als Frontsoldaten des Weltkrieges begonnen haben. Die Spende wurde dem Kriegshiffswerk des Deutschen Roten Kreuzes zugeführt. Der Reichskriegsopferführer Ober- lindober hat seinen Kameraden Dank und Anerkennung für diese Spende ausgesprochen. Der Sieg des Führers und der deutschen Waffen werde dieser SperNe verwundeter Frontsoldaten des Weltkrieges die Weihe geben.
Drei Millionen NM. Neichsmittel für landwirtschaftlichen Wegebau.
Die Steigerung unserer landwirtschaftlichen Produktton innerhalb der Kriegserzeugungsschlacht erfordert ein immer besseres Netz landwirtschaftlicher Transportwege. Vorhandene Wirtschaftswege müssen leistungsfähiger gestattet, neue Wirtschaftswege in den noch nicht genügend erschlossenen Gegenden geschaffen werden. Von 1933 bis 1936 wurden 16553 Kilometer neue Wirtschaftswege geschaffen oder verbessert. Auch für die Kriegserzeugungs- schlacht spiell der landwirtschaftliche Wegebau eine große Rolle. Deshalb sind aus dem Reichsstock für Arbeitseinsatz, der der wert schaff enden Arbeitslosenfürsorge dient, der Deutschen Rentenbankkreditanstalt besondere Mittel in Höhe von drei Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden: Sie werden dar- lehnsweise zwecks Förderung des landwirtschaftlichen Wegebaues zu besonders günstigen Bedingungen vergeben. Als Darlehnsnehmer kommen Gemeinden und Gemeindeverbände, Wasser- und Bodenver- bände, sonstige Körperschaften und Anstatten des öffentlichen Rechts und Gemeinschaften von Um- legunasbeteiligten in Betracht. Wegen der volks- wrrtschafllichen Bedeutung der Maßnahme beträgt der Zinssatz nur IV2 v. H. Die Lauf zett ist rund 24 Jahre. Die Darlehen werden bei den bezirklichen Kreditinstituten auf Vordrucken beantragt.
Freizeitregelung für Jugendliche im Einzelhandel.
Durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministers ist die Freizeit der Jugendlichen im Einzelhandel n u geregelt worden. Die bisher vom Jugendschutzgesetz zugelassenen Ausnahmen setzten voraus, daß Jugendliche mit Mehrarbeit beschäftigt werden. Das ist aber im Einzelhandel meist nicht der Fall, schon im Hinblick auf die verkürzten Geschäftszeiten. Für die Einzelhand-elsbetriebe kommt es auch nicht auf längere Arbeitszeiten an, als vielmehr darauf, daß während der Geschäftszeiten die den Betrieben verbliebenen Arbeitskräfte auch tatsächlich anwesend sind. Es wird deshalb bestimmt, daß für die Jugendlichen über 16 Jahre nur noch alle zwei Wochen ein „ freier Nachmittag ab 14 Uhr zu gewähren ist. Leben smittelaeschäfte mit höchstens drei Gefolgschaftsmitgliedern sind von der Verpflichtung befreit. Die Betriebssührer müssen aber die notwendige Freizett zu Einkäufen und zur Erledigung persönlicher Angelegenheiten geben. Jugendlichen unter 16 Jahren ist wie bisher wöchentlich ein freier Nachmittag oder abwechselnd ein freier Dor- oder Nachmittag zu gewähren. Sonderverhältnissen können die Gewerbeaufsichtsämter Rechnung trägem
Er steht auf und macht Anstalten, sein Zett zusammenzuschlagen.
„Wollen Sie denn auch schon fort?" fragt Tilde.
„Wahrscheinlich."
,Hch dachte. Sie ..."
„Ich habe was vor heute."
,Zch habe auch was vor", erwidert sie trotzig. „Also schönen Dank für das Frühstück, und wenn wir uns das nächste Mal treffen, besorge ich das Frühstück und koche die Eier."
„3n Lüchow macht das der Koch. Ich glaube fogar, die haben einen Küchenchef", brummt er. „Viel Spaß in Lüchow."
Als Tilde wieder von ihrem Zett zurückkommt und nach ihm sehen will, schwimmt sein Boot schon weit draußen. Der Mann sitzt nach vorn gebeugt drin und treibt es mit langen Schlägen auf Gus- sow zu.
Mit sehr kräftigen, sehr zünftigen Schlägen.
Er ist doch ein Flegel, denkt Tilde. Ohne auf Wiedersehen zu sagen — ein ganz großer Flegel.
Und den Groschen hat sie ihm auch nicht zurück- gegeben.
GtadtGießen - LandGießenl: 2 (1:0)
Die Landmannschaft hat das Spiel knapp für sich entscheiden können! Schuld an der Niederlage der Stadtelf ist vor allem die Stürmerreihe, die vollkommen versagte. Beide Hintermannschaften waren gut. Die Gäste waren viel eifriger und errangen einen verdienten Sieg.
Vor dem Spiel begrüßte der Staffelleiter Zitzer die Spieler und wies darauf hin, daß das Spiel als Werbespiel aufzufassen sei. Im Anschluß daran gratulierte er dem Spielführer der Sportgemeinschaft Großen-Buseck zur errungenen Kriegsmeisterschaft der Kreisklasse und überreichte ihm eine Urkunde.
Die Gäste hatten Anstoß und schon mußte die Verteidigung der Stadtelf eingreifen. Das Spiel wurde in scharfem Tempo geführt. Die Mannschaften waren sich ziemlich gleichwertig, bis sich die reifere Spielweise der Stadtelf bemerkbar mochte. Man beobachtete wunderbare Kombinattonszüge, aber der Torschutz ließ auf sich warten. Nachtigall auf Linksaußen ließ Torchancen aus. Die Stadtelf hatte nunmehr klare Vorteile, die Gäste mußten stark verteidigen. Erst in der 21. Minute wurde die Stadtelf für ihre schöne Spielweise belohnt. Eh- mann flankte zu Nachtigall, der den Ball zum ersten und damit einzigen Tore einschoß. Die Gäste hatten eine klare Torchance, als die Verteidigung den Ball verpaßte, aber Hochstein schoß frei vor dem Tore stehend darüber.
Wer geglaubt hatte, die Gießener würden nach der Pause besser, wurde sehr enttäuscht. Die Mannschaft brachte Angriff auf Angriff vor das Tor der Gäste, aber hier versuchten die Stürmer zu kreiseln, was ihnen aber nicht gelang. Was in der Folge an Torgelegenheiten verfaßt wurde, ist kaum zu beschreiben. Jeder der Sturmer versuchte auf eigene
ein bißchen später — kann doch mal Vorkommen —, wir hatten eben eine Panne und blieben liegen."
„Wer ist wir?"
„Ein guter Bekannter und ich. Ist ja Nebensache. Hauptsache ist, der Alte macht Krach, ich sag ihm die Meinung. Er sagt: „Nächstes Mal, Fräulein Sprenger." Ich sag: Ich kann ja auch gleich gehen. Na, so gibt ein Wort das andere, und nun bin ich hier."
„Wir Haden keinen Posten zu besetzen, Fräulein Sprenger." Wilhelm Hellwig bedauert bas beinah. Natürlich, die Sprenger ist nicht Tilde, und Tilde ist nicht die Sprenger, aber mit Agnes Sprenger kann man anders reden, so, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Das farm man mit Tilde nicht, und das ist es gerade.
„Weiß ich, weiß ich, kommt auch gar nichj in Frage. Sie haben ja die kleine Rohloff, nettes Mädel, nicht? Sagen Sie mal, paßt die eigentlich so für Ihren Betrieb?"
So eine Krabbe, denkt Hellwig. Natürlich ist sie neidisch, denkt er weiter und findet innerlich, daß er doch eine ganz gute Partie darstellt, auch wenn er seinen Schlips noch nicht richtig binden kann.
„Sie haben schon etwas in Aussicht, Fräulein Sprenger?" fragt er laut.
,Hn Aussicht! Ich bin sofort eingefprungen. Fabelhafte Sache, Skriptgirl bei Kolossalfilm! Mein Bekannter hat da eine wichtige Stellung."
„Was heißt Skriptgirl?" will Hellwig wissen.
„Sehr wichttger Posten. Man ist bei allen Aufnahmen dabei, man schreibt alles auf, die Kleider, «die getragen worden sind, die Requistten. Mein Bekannter hat die Leitung. Wir haben gerade Motive für Außenaufnahmen gesucht. Kostümfilm, Hellwig! Spielt an einem See in Ostpreußen. Warum denn gerade in Ostpreußen? sag ich. Haben wir doch in der Mark genau so. Also wir fahren 'rauf, mieten ein Motorboot, gehört einem Industriellen, der es in den nächsten Wochen nicht braucht, finden alles, wie es sein muß, einsamer Platz. Sie halten es für Ostpreußen, wenn Sie es im Film sehen, auf mein Wort, Hellwig. Und eine Unter fünf t, wo wir alles beisammen haben, Regiestab, Schauspieler. In einem Schloß."
„Und wo liegt die ganze Herrlichkeit?"
(Fortsetzung folgt)
auf sein Opfer ein, als dieses sich zur Wehr setzte. In beiden Fällen deutet der Tatverlauf darauf hin, daß es sich hier mit Wahrscheinlichkeit um den gleichen Täter handelt. Außerdem ist die Personalbeschreibung des Täters, die von den beiden Ueber- fallenen abgegeben wurde, überein st immend.
Bemerkt sei, daß die im Juni überfallene Frau den Täter ein Stück Weges barfuß gehen sah und daß wenige Tage nach der Tat in Schwickertshausen am 20. Juli 1940 in der Nähe von Kirberg, Rrns Limburg, auf dem Wege von Heringen zum Kal- tenholzhausener Wald ebenfalls ein Mann, auf den die Beschreibung der beiden Ueberfallenen zutrifft, barfuß gehend gesehen wurde. Da anzunehmen ist, daß der ruchlose Sexualverbrecher ein Landstreicher ist, der sich noch im Hinteren Taunus bzw. im Kreise Limburg aufhält, wird um rege Mitfahndung der Bevölkerung gebeten.
Beschreibung des Täters: Etwa 30 bis 35 Jahre alt, ca. 1,65 bis 1,75 Meter groß, voll- schlank, dunkles Haar. Der Täter trug einen graugrünen Leinenkittel; evtl, trägt er jetzt einen blauen Arbeiteranzug. Er war ohne Kopfbedeckung. Nach seinem Aussehen gehört er dem Arbeiterstande an.
Wer hat in der letzten Zett einen barfuß gehenden Mann beobachtet? Welcher Landwirt oder Gewerbe- treibertbe hat einen Mann wie oben beschrieben, in der letzten Zett vorübergehend beschäftigt? Angaben hierüber nimmt jede Polizei- oder Gendarmeriestation entgegen.
neu Kreuz I. Klasse verliehen. — Der Oberarzt unserer Gießener Frauenklinik, Dr. Artur W i e ß m a n n, bisher Feldunterarzt, wurde zum Assistenzarzt der Wehrmacht befördert. — Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt der Sanitätsunteroffizier Alfred I ä g e r, der gegenwärtig verwundet in einem Reservelazarett liegt.
** Wegfall der Bezugschein- und Kleiderkartenregister. Bisher mußten die von der Reichskleiderkarte abgetrennten Teilabschnitte und die entwerteten Bezugscheine vom Einzelhandelskaufmann erfaßt und in Listen aufgenom- men werden. Diese Vorschrift wurde nunmehr vom Reichsbeauftragten für Kleidung und verwandte Gebiete aufgehoben. Damit ist dem Textileinzelhandel eine gewisse Erleichterung seiner Verwaltungsarbeit geschaffen worden, die durch die Fortentwicklung des Punktsystems möglich wurde.
** „Kamerad Humor". Zum zweitenmal innerhalb weniger Wochen schickt der Landesfrem- denverkehrsverband Rhein-Main ein heiteres Faltblatt „Kamerad Humor" an Truppe und Lazarett. Die erste Ausgabe fand soviel Beifall, daß man eine zweite Folge herausbrachte und die Auflage auf 50 000 Stück erhöhte. Das Blatt bringt auf feinen 16 Setten wiederum Proben rhein-mainischer Gedichte und Anekdoten und ist mit witzigen Zeichnungen geschmückt.
Rotizen für den 30. Juli
Sonnenaufgang 5.16 Uhr, Sonenuntergang 20.56 Uhr. — Mondaufgang 1.10 Uhr, Monduntergang 16.57 Uhr.
Notizen für den 31. Juli
Sonnenaufgang 5.17 Uhr, Sonnenuntergang 20.54 Uhr. — Mondaufgang 1.54 Uhr, Monduntergang 17.53 Uhr. Mond in Nordwende.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
* Dau bringen, 28. Juli. Der Gesangverein „Sängerlust" gab dieser Tage in einem Gießener Lazarett ein Gesangskonzert. Die Verwundeten und das Pflegepersonal nahmen die Darbietungen des Chores mit großer Freude auf. Dem Konzert wohnten auch Vertreter der Partei und der DAF. bei.
* Rödgen, 28. Juli. Der Unteroffizier Fritz S ch m i d t von hier, der bei den schweren Kämpfen in Frankreich verwundet wurde, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Kreis Bübingen.
K Schotten, 27. Juli. Das Fest dergoldenan Hochzeit begingen heute unsere Mitbürger Karl Becker und Frau Elise, geb. Boos. Becker ist von Beruf Friseur und Heilkundiger. Bis heute noch ist er aktiver Sänger des Männerchors, der ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat. Viele Ehrungen wurden dem Jubelpaare zuteil. —In der Vogelsbergstraße hat die Stadt die vorbeifließende Nidda geradlinig legen lassen, und damit ein breites Stück Gelände an der Straße gewonnen, das für die Rennen „Rund um Schotten" ausgenutzt werden, kann. — In der hiesigen Försterschule finden gegenwärtig laufend Ausbildungskurse für Waldarbeiter, für Lehrlinge und Lehrmeister statt, die durch sachkundiges Personal im Waldbau und in der Holzernte geschult werden. — Unter Leitung des Kreishandwerksmeisters K o s s a tz fand hier eine Besprechung mit den Handwerkern der Stadt und Umgegend statt, in der der kommende Einsatz des Handwerks besprochen wurde. Ebenso wurde auch in einer Tagung der Bauernführer eine Reihe von Fragen, besonders die Frage der Steigerung der Milchproduktion erörtert.
Kreis Wehlar.
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