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Kämpfe vor, die er an dem schweren 15. Juli 1918 und 22 Jahre später am 11. Juni 1940 an der gleichen Stelle gewonnen hat. Im weiteren Verlauf der Fahrt erfolgte ein Besuch im Hauptquartier des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch. Der nächste Reisetag führte die Teilnehmer zu einer Panzerdivision, wo in eindrucksvollen Vorträgen vor dem Feind bewährter Kompanieführer der Durchbruch an der Somme und der Vorstoß auf Rouen zur Darstellung gelaugte. Dann berührten die Dichter die Schlachtfelder im Artois und in
Flandern. Auf dem Kemmel wurden von einem Weltkriegsteilnehmer, der den Sturm 1918 mitgemacht hatte, und von einem Generalstabsoffizier des Armeekorps, das 1940 diesen Berg genommen hatte, Vorträge gehatten. In Brüssel vereinigte der Chef der Militärverwaltung von Belgien und Nordfrankreich, General von Falkenhausen, die deutschen Gäste mit flämischen Dichtern in Anwesenheit Alfred Rosenbergs. Der letzte Reisetag war dem Besuch der Maasbefesttgungen und des Forts Eben Emael gewidmet, wo der Ritterkreuzträger Feldwebel Portsteffen über den 10. und 11. Mai sprach.
Zeichen deuteten darauf hin, daß man wenige Tage früher mit einem Uebergangsversuch gerechnet hatte. Allem Anschein nach war auch ein verstärkter Postendienst in den frühen Morgenstunden des 15. 6. eingerichtet. Gegen 5 Uhr goß es am Rhein noch in Strömen und als dann bis 8 oder 9 Uhr nichts erfolgte, verließen die vorgeschobenen französischen Posten ihre Stellungen und gingen schlafen. Eine Stunde später, genau um 10 Uhr, wurden sie allerdings aufs heftigste geweckt, denn genau auf die Sekunde erfolgte ein furchtbarer Feuerschlag auf die Bunker, die in unmittelbarer Nähe des elsässischen Ufers standen und die hier in wenigen Minuten angerichteten Verheerungen genügten, um die Bunker zu erheblichen Teilen außer Gefecht zu setzen. Nur wenige Minuten brüllte die Hölle, dann kamen aus den Büschen die Pioniere mit ihren Sturmbooten, Infanteristen sprangen mit allem Gerät in die Boote. Die Motoren wurden angelassen und die ungeheure Spannung der letzten 24 Stunden löste sich. 10.17 Uhr kam schon die erste Meldung, daß die Boote drüben angelangt seien. Nun eilten sie zurück mit neuen Kräften, neue Verstärkungen nach drüben zu bringen und 10.30 Uhr kam die Meldung, daß das jenseitige Rheinufer in deutscher Hand war.
Das aber war nur erst der Anfang, denn die Hauptarbeit stand noch bevor. Der Rheinübergang war zwar gelungen, die ersten Befestigungen waren auch schon genommen, aber nun kam es darauf an, die eigentliche Maginot-Linie, die einige Kilometer vom Rheinufer entfernt war, mit stürmender Hand zu nehmen. Das war ein gewaltiges Wagnis, denn die vorgehendenn Truppen konnten nicht die Straßen benutzen, sondern mußten durch unwegsames, versumpftes.Gelände, das zudem noch stark minenverseucht war. Durch die Altwässer des Rheins waren hier überall Sümpfe entstanden, die durchwatet oder umgangen werden mußten. Am Rhein selbst mußten die Pioniere eine Brücke errichten, damit die schweren Waffen auf das andere Ufer gebracht werden konnten. Das war ebenfalls nicht einfach, denn bisher hatten deutsche Pioniere bei einer solchen starken Strömung, wie sie hier im Oberrhein herrschte, noch keine Brücke gebaut und es gab Leute, die einen solchen Brückenbau für unmöglich hielten. Was aber alles geschehen kann, wenn ein gewaltiger Wille hinter dem Werk steht, das zeigte sich hier. Auch wenn der Gegner ver-
habt, uns stärkere Verluste zuzufügen. Ueberall wird vom rücksichtslosen Einsatz der deutschen Truppen berichtet, die den Gegner überwanden, obwohl dieser die Gegend genau kannte. Auch die letzten verzweifelten Versuche der Franzosen, Panzer in die Gebirgskämpfe hineinzuziehen, fruchteten nichts. Sie wurden nacheinander erledigt und noch heute liegen sie seitwärts der Paßstraßen. Immer wieder waren die Stoßtrupps in doppelseitiger Um« fassung tätig und bis zum 20. Juni früh 5 Uhr war es gelungen, bis an die Grenzen von St. Ar« nould vorzustoßen.
Wenn bis dahin der französische Widerstand heftig und zäh genannt werden kann, so mehrten sich jetzt die Zeichen der beginnenden Auflösung. Die Gefangenenzahlen wuchsen in die Tausende. Das Material lag zu beiden Seiten der Straßen und immer mehr Geschütze waren zurückgelassen. Die Beute wurde immer größer. Ganze Artillerieabteilungen mit ihren Offizieren an der Spitze befanden sich auf dem Weg in die Gefangenschaft; es wird berichtet, daß der Gefangenenzug, der sich hier auf dem Weg nach Deutschland befand, eine Länge von 60 Kilometer gehabt habe. Die letzten Kämpfe in den Vogesen spielten sich noch um den H o h n e ck ab, der ebenfalls von zwei Seiten umfaßt wurde. Diese Besetzung war für uns von äußerster Wichtigkeit, weil derjenige, der den Hvhneck besitzt, den Oberrhein beherrscht.
Wie groß die Auflösung der französischen Armeen inzwischen wurde, geht daraus hervor, daß der Kommandierende General des 8. französischen Armeekorps einen Parlamentär sandte mit der Bitte, über die Kapitulation zu verhandeln. Die deutschen Unterhändler bezeugten den französischen Soldaten, daß sie als Soldaten tapfer gekämpft hatten, aber auch der Eindruck dieser deutschen Offiziere geht dahin, daß die höhere französische Führung innerlich Nicht mehr an den Erfolg geglaubt hat. Wenige Tage später gelang es noch, in Le Bresse einen Armeeführer gefangen zu nch- men und damit fand dann diese Waffentat, die zu den schönsten deutschen Waffentaten des Krieges 1939/40 zählt, ihren Abschluß.
Lieber den Rhein, durch die Vogesen!
Auf den Spuren deutscher Siege.
Von unserem K. B.-Sonderberichierstatier.
Auf der Saßbacher Brücke, Juli 1940.
Eine umsichtige Heeresverwaltung hat überall Schilder anbringen lassen, die zur Rheinbrücke Saß- bach führen. Diese Umsicht hat ihren guten Grund, denn die Rheinbrücke von Saßbach war nach dem Uebergang der deutschen Truppen über den Rhein in den ersten Tagen die einzige -Brücke, die zum badischen Ufer bestand. Auf dieser Brücke mußte aller Nachschub geführt werden und deshalb hatte sie gerade in den entscheidenden Kampftagen des Juni ihre besondere Bedeutung. Jetzt sieht das alles hier wieder friedlich und spannungslos aus. Auf dem elsässischen Ufer gibt die Feldküche Bohnen mit Speck aus, auf dem badischen Ufer interessiert sich die Zollverwaltung schon wieder für verzollbare Sachen. An dem entscheidungsvollen 15. Juni ging es hier allerdings anders zu und das Bild, das uns der Chef des Stabes des hier kämpfenden Armeekorps entwickelt, ist von einer lebendigen Dramatik, so daß wir gewissermaßen alles noch einmal miterleben.
Dieser Rheinübergang bei Saßbach, von dem uns der bayrische General erzählt, ist ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte. Wir wissen nicht, ob die Franzosen mit einem Rheinübergang gerechnet haben. Soviel ist jedenfalls sicher, daß sie alle, Maßnahmen getroffen haben, Um diesen Uebergang unmöglich zu machen. Daß die Dinge sich dann wider Erwarten anders entwickelten, konnten die Franzosen freilich nicht voraussehen. Man kann es vielleicht als das genaue Gegenteil von Kriegsglück bezeichnen, wenn kurze Zeit vor dem 15. Juni noch eine französische Division, die im Raume von Colmar gestanden hatte, abgezogen wurde, wohl weil man glaubte, sie anderswo nötiger zu haben.
Das Werk eines Rheinüberganges hatte eine Voraussetzung, die Ueberraschung. Die Franzosen hatten zwar in den letzten Tagen vor dem 15. 6. einige Aufklärungsflieger über den Rhein geschickt, aber es ist kaum wahrscheinlich, daß sie bemerkt hatten, daß eine Menge Artillerie, die notwendigen Kampftruppen und die ebenso notwendigen Sturmboote der Pioniere in unmittelbare Nähe des Rheins gebracht wurden. Die deutschen Soldaten wären in schwerste Bedrängnis gekommen, wenn am Tage vor dem geplanten Uebergang das französische Feuer sich auf die deutsche Stellungen gerichtet hätte. Man muß zwar auf französischer Seite gemerkt haben, daß etwas in der Luft lag, verschiedene An
suchte, die Arbeit der Pioniere zu stören, so wurde die Brücke trotz aller Gegenwirkungen in denkbar kürzester Frist gebaut. Um 10 Uhr morgens hatten die Kämpfe auf dem jensetigen Ufer begonnen. Sie dauerten an bis gegen Abend und dann war es trotz aller Befürchtungen gelungen, fünf bis sechs Kilometer voran zu kommen. Als die Franzosen sahen, was geschah, haben sie noch im letzten Augenblick alle Brücken und Uebergänge rücksichtslos gesprengt, und zwar mit soviel Sprengstoff, daß oft halbe Ortschaften mit in die Luft flogen. Aber alles dies hinderte uns nicht, voranzukommen durch die Rheinauen. Markolsheim und Artzenheim, um nur diese Orte zu nennen, waren zwar stark befestigt, aber sie wurden mit stürmender Hand genommen.
Nach dem Uebergang über den Rhein, nach der Durchquerung unwegsamen Geländes, nach der Niederkämpfung der Maginot-Linie kam jetzt noch ein neues Hindernis, der Rhein-Rhone- Kanal, der an dieser Stelle fast parallel zum Rhein verläuft. Auch das wurde geschafft und wo sich in einzelnen Ortschaften noch Widerstand zeigte, da besorgten die Stukas das ihrige. Der dritte Kampftag brachte neue Fortschritte. An diesem 17. Juni wurde nachmittags die Kunde von dein französischen Waffenstillstandsersuchen bekannt. Bei den Franzosen war das Durcheinander schon so groß, daß ihnen diese Tatsache unbekannt blieb. Der Gegner war schon von seinen Verbindungen abgeschnitten. Er hatte sich zwar hart verteidigt und uns manchen Verlust zugefügt, aber er hatte seine Stellung am Rhein nicht halten können. Jetzt gab es für ihn nur noch ein Ziel, so schnell wie möglich in die Vogesen zu kommen, um dort erneut den Widerstand zu versuchen. Am Tage des französischen Waffenstillstandsersuchens gelang es noch, Colmar zu erreichen, das ohne Kampf besetzt wurde. Damit war auch die I l l - L i n i e in unseren Besitz gebracht. Die französische Hoffnung bestand jetzt nur noch darin, uns den Eingang in die Vogesen und den Uebergang über die Vogesen zu verwehren. Vorerst ging es wieder weiter, aber überall hatten die Franzosen noch Bunker versteckt, die wie wild schossen, aber uns am Vordringen nicht hindern konnten.
Man hätte wohl meinen mögen, daß die Truppen, die für den Rheinübergang ousgewählt waren, Leute von der Wasserkante oder von der Ostsee gewesen wären und daß man für die Kämpfe in den Vogesen deutsche Gebirgstruppen eingesetzt hätte. Es geht aber nicht immer alles so, wie man es haben möchte und nicht Männer von der Wasserkante hatten den Rheinüberganq bewerkstelligt, sondern Männer aus Schlesien und aus der Mark und eben die gleichen Truppen haben sich auch in den Steilhängen der Vogesen,bewährt. Die Hauptwiderstandsnester der Franzosen waren der Col du Bonhomme und der Col de la Schlucht. Auf dem Wege nach dem Col de la Schlucht hatten bie’ Franzosen eine Straße teilweise weggesprengt. Aber unseren Vormarsch konnten sie doch nicht aufhalten. Den Truppen mußte zugemutet werden, in kürzester Zeit vom Rhein bis auf die Paßhöhen 1000 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Aber die Männer haben es glänzend geschafft. Die Kämpfe in den Vogesen waren deshalb so schwer, weil ja mit großen Truppenmassen in den engen Tchern nicht operiert werden konnte und weil e's immer darauf ankam, den Gegner zu umgehen, denn im Frontalangriff hätte er Gelegenheit ge
Aus aller Wett.
Unverminderte Hitzewelle in USA.
Die nun schon zehn Tage andauernde Hitzewelle, die im Noedosten der Vereinigten Staaten Höchsttemperaturen von über 40 Grad Celsius brachte, dauert immer noch unvermindert an. Sie forderte am Sonntag allein in Groß-Neuyork weitere 13 Todesopfer. Die Anzahl der Todesfälle im ganzen Lande ist bereits auf 550 gestiegen. Die Stadt Neuyork bietet ein völlig ungewohntes Bild der Vereinsamung. Die erschöpfte Bevölkerung zieht sich in die öffentlichen Parks und an die Küste zurück, wo Millionen auf die nächtliche Abkühlung warten. Die Polizeibehörden beugten sich der „höheren Gewalt", indem sie das strenge Verbot des Nacht- ausenthalts in den Parks aufhoben.
Haupllchrifllefter: Dr. Rtiebricf) Wilhelm Lange. Stellvertreter dM Hauptfchriftlefters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantworllich für Politik, Feuilleton und Mlder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschetn (beurlaubt); L B.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.
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Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 31. Juli, nacbm.
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