Ausgabe 
29.6.1940
 
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Go haben unsere Feinde gelogen

in breiter Front durchbrochen.

Daily Telegraph" vom 8.6. Die tiefe Verteidi- gun-gslinie Weygands sei die beste Methode, unu dieser Art des deutschen Vorstoßes standzuhalten.

OKW.. 9.6. In Richtung auf die untere Seine: , wurden rückwärtige Verteidigungslinien des Feinde»

durchbrochen und umfangreiche Versorgungseinrich-

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Nierensteine

Der Karlssprudel hat miraußerordentl. wohlgetan. Nach 14 tag. Trinkkur ging, bei mir fast schmerzlos Nierensteine ab. Ich werde das wohlschm. Wasser auch in Zukunft trinken. Hans Kalkoff,

Pfarrer, Heiligenstadt/Eichsfeld, Ibergstr. 14. 1.10.36. 20 grolje Flaschen RM 12.60, 50 grolje Flaschen RM 25.. Fracht hin und zurüdc trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen A.

Die veröffentlichten Befehle erstreckten sich über einen Zeitraum vom November vorigen Jahres bis zum April dieses Jahres und geben auch damit einen Beweis für die von langer Hand vorbe­reitete Ausführung der englisch-französischen mili­tärischen Absichten. Eine Anzahl der Befehle befaßt sich eingehend mit Vorkehrungen der Aufnahme von Verbindungen zwischen den britischen und franzö­sischen Truppen einerseits und den belgischen Be­fehlsstellen anderseits. Vorkehrungen für die Auf­nahme von T r e i b st o f f für die motorisierten französischen Verbände aus belgischen mili­tärisch en und zivilen Beständen waren getroffen, Fahrpläne für die Ausladung fran­zösischer Truppen in Belgien ausgearbeitet.

Den französischen Militärs bis zum Unterführer herab war das Studium der Vormarsch­wege in Belgien, das bis zum Anfang Februar durchgeführt fein mußte, anbefohlen. Sogar Stel- lungserkundungen französischer Of-

Fünftes Weißbuch des Auswärtigen Amtes.

Berlin, 28. Juni. (DNB.) 3n seiner Reihe von dokumentarischen Veröffentlichungen zur Kriegs­schuldfrage gibt das Auswärtige Amt ein fünftes Weißbuch heraus, das unter dem TitelWeitere Dokumente zur Kriegsausweitungspolitik der West­mächte- die General st absbesprechungen Englands und Frankreichs mit Bel­gien und den Niederlanden zum Gegen­stand hat. Die in dem Weißbuch enthaltenen Doku­mente, beliebig ausgewählt aus der Fülle des Ma­terials, das der Vormarsch durch Belgien und die Niederlande den deutschen Truppen in die Hände fallen ließ, ergänzen die mit dem Bericht des Ober­kommandos der Wehrmacht vom 9. Mai dieses Jahres bekanntgegebene Tatsache in besonderer Weise. Militärische Befehle französi­schen und belgischen Ursprunges und Zeugenaussagen belegen in vielen Beispie­len, wie es die Absicht der Westmächte war, Bel­gien und die Niederlande als Aufmarschge­biet für den Vorstoß in das deutsche Industrierevier an der Ruhr zu be­nutzen, und daß die Pläne zu diesem Vorstoß, in dem auch luxemburgisches Gebiet einbezogen werden sollte, im Benehmen mit den Generalstäben Belgiens und der Niederlande bis ins einzelne vor­bereitet waren.

I* land wird sich alle Zähne an dieser Linie aus- i brechen.

OKW., 15.6. Nach schweren Kämpfen haben un- i sere Truppen die Maginollinie südlich Saarbrücken: I:

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lich Loewen gelegenen englisch-französischen Stel­lung sind Freitag gegen Abend die deutschen Trup­pen in Brüssel einmarschiert.

Temps" vom 14. 5. Die französisch-belgischen Streitkräfte haben sich auf einer als Auffangstellung schon zu Friedenszeiten vorgesehenen Wasserlinie festgelegt.

OKW., 14.5. In Belgien wurde gestern auch der Turnhout-Kanal südostwärts der gleichnamigen Stadt überschritten und weiter südlich die große Gette erreicht. Nördlich Namur stoßen unsere Pan­zerkräfte dem auf die befestigte Dyle-Stellung zu­rückgehenden Feind mit Panzern nach.

Reuter, 15. 5. Die Lage in Nordbelgien ist günstig. An der Maas halten die französischen Truppen Stand. Nach der Kapitulation Hollands hält der Gegenschlag der Alliierten gegen den deutschen Vor­marsch mit ungeminderter Gewalt an.

OKW., 15.5." In Belgien haben unsere dem wei­chenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen die Dyle-Stellung erreicht. Zwischen Namur und Gioet ist der Uebergang über die Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Westufer mit Panzer unternommene Gegenangriffe der Franzosen wur­den abgeschlagen.

Havas, 17.5, .In zuständigen britischen Kreisen

Oie Neuordnung in Ostasien.

Tokio, 29. Juni. (Europapreß.) Die Zeitung Tokio Nishi Nishi" schreibt: Die deutsch-italienischen Siege hätten eine neue Ordnung geschaffen. Folglich müsse der Status quo als überholt betrachtet werden. Japan verfolge die gleichen Ziele wie Italien und Deutschland und teile die Ansicht dieser Staaten über die gerechte Verteilung der Rohstoffe und des Lebensraumes. Was den südwestlichen Pazifik betreffe, der geographisch zur Neuordnung Asiens gehöre, beab­sichtige Japan, keine fremde Einmischung zu gestatten.

Hand.

Pariser Rundfunk, 3. 6. Das Wunder hat begon­nen. Der Rückzug in Flandern entwickelt sich zum Sieg.

OKW., 2.6. Die Luftwaffe bekämpfte am 1.6. Versuche von Resten des geschlagenen britischen Ex­peditionsheeres, auf die vor Dünkirchen liegenden Schiffe zu entkommen. Die Erfolge der Stuka-, Kampf-, Zerstörer- und Jagdgeschwader haben sich gegenüber den bereits bekanntgegebenen Zahlen wesentlich erhöht.

Sender Paris, 5.6. Die Moral der Truppen ist ausgezeichnet. Die Festigkeit der Linie Weygand ist unbestritten.

OKW., 5.6. Der Uebergang über die Somme zwischen der Mündung und Ham und. dem Oise- Aisne-Kanal wurde erzwungen und die dahinter im Aufbau. befindliche sogenannte Weygand-Linie an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht.

Journal", 6.6. Die Franzosen sollen doch nicht vergessen, daß sie immer noch ihre Maginotlinie hätten, die stärker denn je sei. Man möge doch nur einmal einen Augenblick daran denken, wie die französische militärische Lage sein würde, wenn die Maginotlinie nicht mehr besteye, oder sie an einem Punkt nachgeben würde, aber beruhigt Euch,, sie ist intatt, sogar robust und unüberwindlich, Deutsch-

Blockierten sind. Sie spielen sich noch immer als Beherrscher der Meere" auf und machen sich keine Gedanken darüber, daß ihre Schlachtflotte bisher nur Blindekuh gespielt hat. Sie rühmen die Ueber- legenheit ihrer Piloten und Flugzeuge und denken nicht daran, daß die Royal Air Force nicht jedes­mal Prügel bezogen hat, wenn sie sich zu einer Aktion gegen militärische Ziele ausrafste. Sie be­schimpfen die Franzosen wegen ihrer mangelhaften Kriegführung, vergessen aber, daß sie selbst mit ihrem Expeditionskorps das Weite suchten, sobald die Lage brenzlich wurde. Sie versuchen, einen Gegensatz zwischen Marschall Pütain und dem fran­zösischen Volk zu konstruieren, um selber eine fran­zösische Marionetten-Regierung in London aufzu­ziehen, müssen aber feststellen, daß die Welt auf Diesen Schwindel nicht mehr hereinfällt.

So wenig England seine politische Vereinsamung wahrhaben möchte, so wenig möchte es an eine militärische Isolierung glauben. Es träumt noch immer von siegreichen Offensiven in irgendwelchen Weltgegenden und an abgelegenen Küsten, wo der böse Deutsche nicht hinkommen kann. Aber auch diese Träume sind Schäume, denn die nach den Wafsenstillstandsverträgen vollkom­men veränderte Kriegslage zwingt die Briten un­erbittlich, entweder in Europa zu kämpfen oder gar nicht. Verschwindet die englische Flotte im östlichen Mittelmeer, die hier der gesamten Stoß­kraft der italienischen Luft- und Seestreitkräfte aus­gesetzt ist, aus diesem Raum, so ist auch die eng­lische Herrschaft im Mittelmer gebrochen. Wobei noch hinzugefügt werden muß, daß die beiden Aus­wege durch die Meerenge von Gibraltar und durch den Suezkanal durchaus keine sichere Flucht garan­tieren, sondern gleichfalls im Bereich der italieni­schen Bomber liegen. Nickt anders ist die Lage der englischen Heimatflotte, Die nicht mehr zur Ver­hinderung des deutschen Angriffs erfolgreich einge­setzt weroen kann. Denn alle bisherigen Kämpfe zwischen der deutschen Luftwaffe und der englischen Flotte haben das Ergebnis gehabt, daß Albions stolzegrand fleet schwer geschlagen das Feld räumen mußte. Nur die Engländer selber wissen noch nicht, daß der Tag des Gerichts über sie hereingebrochen ist. H. Evers.

fiziere auf belgischem Gebiet hatten statt- gesunden. Einzelne Truppenteile der Westmächte befanden sich schon vor dem 10. Mai auf belgischem Gebiet. Der französischen Armee waren die Operationen bekannt, die der belgische Generalstab östlich der Maas vornehmen wollte. In einem belgischen Befehl werden umgekehrt Angaben über die Anwesenheit befreundeter Truppen gemacht, die sich nur auf die französische Armee beziehen können.

Britischerseits waren Maßnahmen für die Zu­sammenarbeit mit der belgischen Polizei getroffen. Kartenskizzen des beabsichtigten englischen und französischen Vormarsches legen Zeugnis ab sowohl für die den Plänen zugrunde liegende Ab­sicht des Vordringens nach Deutschland wie für die Tatsache des Einverständnisses des bel­gischen Generalstabes. Eine besondere Do­kumentengruppe zeigt schließlich, wie der linke fran­zösische Flügel längs der Nordseeküste durch Bel­gien vorstoßen sollte, um die holländischen Orte Vlissingen, Breda und Tilburg zu er­reichen. Abgerundet wird das hierdurch gegebene Bild durch das Memorandum des Oberbefehls­habers der niederländischen Wehrmacht für den nie­derländischen Gesandten in Brüssel, das nicht nur einen Beweis für die militärischen Verhandlungen zwischen Holland und Belgien liefert, sondern auch eindeutig zeigt, daß diese Verhandlungen eine ins einzelne gehende Zusammenarbeit mit den englischen und französischen General- stäben zur Grundlage hatten. In dem gleichen Memorandum wird bezeichnenderweise betont, daß die Verteidigung der Grebbelinie die Möglichkeit offen läßt, zu gegebener Zeit auf dieser Linie vorzugehen und zum Angriff zu schrßiten.

Zusammenfassend stellt das deutsche Weißbuch fest:

1. Seit dem Ende des Weltkrieges sind die Gene­ralstabsbesprechungen zwischen Belgien und Frankreich niemals abgebrochen. Das­selbe trifft zu für die Zusammenarbeit zwischen dem belgischen und englischen Generalstab. Dies war der deutschen Heeresleitung durch einwandfreie Belege längst bekannt. Die belgische Regierung hat es -schließlich auch nicht mehr vermieden, davon in der Öffentlichkeit unzweideutig zu sprechen. In der gleichen Weise sind von der niederländi­schen Regierung mit England und Frankreich eingehende militärische Abreden getroffen worden.

2. Das von den deutschen Truppen bei ihrem Vor­marsch in Belgien erbeutete Material, von dem heute einige erste Dokumente veröffentlicht werden, zeigt unwiderlegbar, daß der englisch-französische Vormarsch gegen das Ruhrgebiet durch Bel-

betrachtet man die militärische Lage voller Ver­trauen. Eine gewisse Zahl deutscher Kampfwagen, dis jedoch nicht stark genug ist, und die wiever­lorene Kinder" operieren, konnte weit Vordringen. Der Gegenangriff der Alliierten gegen die rnotori- 'irrten deutschen Einheiten, die sich durch ihr gefähr­liches Vordringen in Gefahr gebracht haben, wird mit Kraft durchgeführt. Die deutschen Tanks werden bald keinen Brennstoff und keine Munitton mehr haben.

OKW., 17.5. Französische Panzerkräfte, die sich westlich Dinant unseren Panzern entgegenwarfen, ind geschlagen. Verbände des Heeres und der Luft­waffe verfolgen überall den nach Westen zuvück- gehenden Feind.

Havas, 23.5. Nach Ansicht französischer Militär- kreise entwickelt sich die Schlacht bei Cambrai unter außerordentlich günstigen Bedingungen für die Franzosen.

OKW., 23.5. Auch gestern wurden Ausbruchs­versuche feindlicher Panzerkräfte bei Eambrai im Zusammenwirken zwischen Heer und Luftwaffe unter schweren Verlusten für den Gegner abge­wiesen. Im westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem Durchbruchskeil heraus im Vorgehen nach Norden in allgemeiner Richtung Calais.

Reuter, 24.5. Die Schelde front hat sich inzwischen solide gefestigt.

OKW., 24.5. In Flandern durchbrachen unsere Divisionen die befestigte Scheldestellung und stießen bis auf das Westufer der Lys vor.

Pettt Parisien", 27.5. Ueberall sind die deutschen Angriffe gescheitert.

OKW., 27.5. In Flandern und im Artois haben unsere Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und die ein­geschlossenen feindlichen Truppen weiter zusam­mengedrängt. Besonders nördlich Menin gelang ein tiefer Einbruch in die feindliche Front bis dicht vor Ppern.

Pariser Rundfunk, 23.5. Die Verteidigung von Calais ist trotz gegenteiliger Behauptung des Deut­schen Rundfunks sichergestellt.

OKW., 27. 5. Wie bereits durch Sondermitteilung bekanntaegeben, fiel Calais, das hinter der Front umschlossen war, nach hartem Kampf in unsere

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gien und Holland hindurch schon seit dem September 1939 bis ins letzte zwischen den Gene­ralstäben der Feindmächte vorbereitet war, daß aber nicht nur die Generalstäbe, sondern so­gar die kämpfende Truppe bereits in allen Einzelheiten mit diesen Befehlen vertraut ge­macht worden war.

Abschließend bringt das Weißbuch einen unlängst in Norwegen in deutsche Hand gefallenen britischen militärischen Befehl, der die im Zusammenhang mit dem britischen Vorgehen in Norwegen wiederholt vorgebrachten Behaup­tungen, es habe sich hierbei nur um eine Gegen­aktion gegen deutsche Vorhaben gehandelt, Behaup-

Oie Kriegsausweiiungspläne der Westmächte dokumentarisch festgestellt.

Belgien und Holland als Aufmarschgebiet für den Vorstoß in das Nuhrrevier.

entpuppen sich nun allzu geschwind als wahre Bie­dermänner, ja als uralte Parteigänger Adolf Hit­lers. Aber es sind natürlich auch überall echte Er­neuerungskräfte vorhanden, die jetzt zu einer bes­seren nationalen und sozialen Ordnung drängen. Ein Beispiel für die beginnende Einsicht bietet der schweizerische Bundespräsident Pilet-Golaz, -der in einer Rundfunkbotschaft erklärte:Der ge­waltige Ausbau eines neuen Europa, der dem Frie­densschluß folgen wird, wird auf allen Gebieten große Anstrengungen notwendig machen ... Der große Zeitpunkt der Wiedergeburt ist gekommen. Jeder muß den alten Menschen ablegen. Es gilt die Folgerung: nicht schwatzen, sondern handeln; nicht genießen, sondern erzeugen; nicht fordern, sondern gebe n."

Auch in dem besiegten Frankreich, das dank , seiner reaktionären Gesinnung den Wechsel der Zei- ten am schmerzlichsten spüren muß, sängt man an, nach den Ursachen des Zusammenbruchs jener alten, ; verdorbenen Welt zu suchen. Die Masse des fran­zösischen Volkes und der französischen Politiker steht i freilich den neuen Ideen noch völlig verständnislos i gegenüber, sie ist geneigt, den deutschen Sieg wie , eine unverschuldete Naturkatastrophe zu betrachten, ; deren Schäden man nur fortzuräumen brauche, um später das alte Leben von neuern zu beginnen. Einer der wenigen, die etwas tiefer blicken, ist Mar­schall Pötain. Er, den Frankreich im letzten Augenblick als Schutzschild für seine verbrecherische Politik geholt hat, sprach in einer Art Rechenschafts­legung von dentiefen Illusionen, die sich Frank­reich und seine Alliierten von ihrer wirklichen mili­tärischen Kraft und von der Wirksamkeit der wirt­schaftlichen Waffe, der Blockade usw., gemacht haben", und er fügte hinzu:Weder heute noch gestern gewinnt man einen Krieg nur mit Gold und Rohstoffen. Der Sieg hängt von den Effektiven, von dem Material und der Art ihres Einsatzes ab." Wie sehr aber der greise Marschall, der augenblick­lich der Ministerpräsident Frankreichs ist, anderer­seits noch in den Gedankengängen des dahinge­gangenen Zeitalters wurzelt, zeigt feine Bemerkung, daß die französische Armee nur durch die angeblich erdrückende zahlenmäßige Ueberlegenheit der Deut­schen zum Rückzug gezwungen worden sei. Hier irrt P 61 a in ! Ganz abgesehen davon, das Deutschland im Polenfeldzug sowie ^u Beginn der Westoffensive den Feindmächten an Volkszahl und bewaffnetem Aufgebot weit unterlegen war, hat auch der Verlauf der Schlachten die höhere Kampfmoral und die bessere Kampftak- tik jedes deutschen Soldaten eindeutig erwiesen. Gewiß, der Franzose hat sich zäh verteidigt, aber wo findet man bei ihm solche heroischen Taten wie beispielsweise die Gefangennahme ganzer Regimen­ter durch einen einzigen Spähttupp oder die Er­stürmung riesiger Festungswerke durch wenige be­herzte Männer? Nein, solchen Leistungen hat der französische und englische Soldat nichts entgegenzu­setzen. Er kann es auch nicht, weil er statt von dem heiligen Glauben an seine revolutionäre Sendung von Der fatalistischen Frage beherrscht wird: Warum das eigentlich alles?

Während in Frankreich immerhin einige Stim­men der Vernunft hörbar werden, verharrt Eng­land noch immer in feiner verstaubten Jllusions- welt. Die Heuchelei ist zu einem derartig festen Be­standteil des englischen Wesens geworden, daß die Briten trotz ihrer panischen Aengste nicht den Ab­grund zu erkennen vermögen, an dem sie stehen. Sie rühmen sich noch immer der vielenVerbün­deten", die sie haben, und meinen damit jene Fi­auren ohne Volk und Land, die gegenwärtig in London ihr Gnadenbrot essen. Daß diese gescheiter­ten Existenzen wie Sikorski, Koht, Kleffens, Biester­feld, Jasper und de Gaulle von ihrer ehemaligen Heimat verflucht werden, kommt den biederen Briten nicht in den Sinn. Sie sprechen von sich noch immer als von den Vorkämpfern der freien Welt und wissen gar nicht, daß sie mutterseelenallein auf ihrer Insel den Revelutionsheeren des neuen Europa gegenüberstehen. Sie sprechen in altgewohn­ter Ueberheblichkeit von derBlockade des ganzen Kontinents" und ahnen nicht, daß sie selbst die

tungen und Vorräte erbeutet.

Londoner Rundfunk, 10.6. Ein hervorragenden Franzose habe erklärt, daß, wenn Hitler jemals dem Versuch machen sollte, Paris zu nehmen, jedes Haus und jeder Stein verteidigt werden würde. Lieben würden die Pariser ihre an Kunstschätzen so reiche Stadt in Schutt und Asche legen und völlig ver­nichten, als sie dem Eindringling überlassen. Dis Franzosen würden sich jedenfalls nicht ergeben.. Leichen von deutschen Soldaten würden bald im großen Haufen die Straßen von Paris bedecken.

OKW., 14.6. Der völlige Zusammenbruch den ganzen französischen Front zwischen dem Aermel- kanal und der Maginotlinie bei Montmedy hat di« ursprüngliche Absicht der französischen Führung, di« Hauptstadt Frankreichs zu verteidigen, zunichte ge­macht. Paris ist infolgedessen zur offenen Stadt er­klärt worden. Soeben findet der Einmarsch de« siegreichen deutschen Truppen in Paris statt.

Sender Straßburg, 12.6. Während die deutsch« Armee unerhörte Verluste erleidet, bleibt die fran- zösische Armee intakt.

OKW., 18. 6. Der militärische Zusammenbrutz Frankreichs schreitet unter dem Druck unserer raslo losen Verfolgung rasch vorwärts. Allein am geftri? gen Tage sind weit über 100 000 Gefangene eingc1 bracht worden. Die Beute umfaßt die gesamte Au^> ftattung zahlreicher französischer Divisionen uns Festungen.

Der doppelte Wahrheitsbeweis

Die deutschen Gegenüberstellungen von Lügen:- Meldungen der Feindmächte einerseits und amtliche« deutschen Meldungen andererseits dürste in de:: ganzen Welt ein mindestens ebenso großes Aussehio erregt haben wie die verschiedenen Deutschen Wem bücher mit ihren sensationellen Enthüllungen. Gegenüberstellungen erbringen einen doppelte Wahrheitsbeweis; erstens wird dadurch der gesamt deutsche Nachrichtendienst für die ganze Welt wir Deutschen selbst brauchen einen solchen Nacy weis nicht als vollinhaltlich richtig erwiesenem- zweitens werden gleichzeittg Die feindlichen Lügern- melbungen famt und sonders noch einmal als solG bloßgestellt. Diese neue Blamage haben die FernO- mächte wiederum ganz allein sich selbst zuzuschre den. Ihre Informationsquellen über Deutsch! am) bestanden so gut wie ausschließlich in den hak' erfüllten lügnerischen Behauptungen jüdischer um) nichtjüdischer Emigranten. Hierher gehören otcr allem die lächerlichen Lügen über die innere Bev' fassung des deutschen Volkes. Die einfachste Uebev' legung hätte unseren Gegnern sagen müssen, ooj) eine Bewegung, die innerhalb weniger Jahre bi* spielsweise Arbeitslosigkeit und Hunger beseitigt den Staat wieder souverän und wehrfrei macht unv ihn von den Versailler Fesseln befreit, selbstoev' stündlich den denkbar stärksten Rückhalt im ganze: Volk haben muß, ja von ihm geradezu getragen wird. .

1 Diese Gegenüberstellungeü. die nebenbei auch oe»

5. Westlicher Kriegsschauplatz.

Pariser Rundfunk, 10.5.40. Der Vormarsch der deutschen Truppen ist vor den belgischen Abwehr­stellungen zum Stehen gebracht worden.

OKW., 11.5. Das deutsche Westheer hat nach Ueberschreiten -der holländischen, belgischen und lu­xemburgischen Grenze die feindlichen Grenztruppen in Holland und Belgien überall geworfen und ist trotz Zerstörung von zahlreichen Brücken und Sper­ren allerorts in rasch fortschreitendem Angriff.

Sender Daventry, 12.5. Der holländische Ob erb e- ehlshaber General Winkelmann hat erklärt, daß )er deutsche Einfall in Holland bis jetzt gescheitert ei, daß das deutsche Oberkommando sich in feiner Einschätzung der Kampfkraft der holländischen Ar­mee sehr verrechnet habe.

OKW., 14.5. Der Oberbefehlshaber der hollän­dischen Truppen hat unter dem Eindruck der Kapi­tulation von Rotterdam sowie der bevorstehenden Einnahme von Uttecht und Den Haag für die ge­samte holländische Armee die Niederlegung der Waffen befohlen. Damit ist am 5. Tage des gegen Deutschland provozierten Kampfes der holländische Staat zur Kapitulatton gezwungen worden.

Londoner und Pariser Rundfunk, 12.5. Der Ein­satz von Fallschirmtruppen ist von Deutschland vor­bereitet gewesen. Er hat sich jedoch als ein vollkom­mener Mißerfolg erwiesen.

Der Führer in seinem Dank an die in Holland kämpfenden Soldaten am 15.5.: Nur durch Euere vorbildliche Zusammenarbeit, durch die ebenso ent­schlossene Führung wie die Tapferkeit der Soldaten, besonders aber durch den heroischen Einsatz der to­desmutigen Fallschirm- und Luftlandetruppen ist dieser Erfolg möglich geworden. Ich spreche Euch im Namen des deutschen Volkes den Dank und meine Bewunderung aus.

Havas, 14.5. Oberstleutnant Tasnier hat erklärt: Ich gebe mein Ehrenwort, daß ich soeben eine ganze Stunde mit Generalleutnant Denis zusammen war, der mir erklärt hat, Brüssel sei keineswegs bedroht. Alle vorgeschriebenen Bewegungen gehen mit me­thodischer Ordnung vor sich, und wir müssen der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen.

OKW., 17. 5. Nach dem Zusammenbruch der süd-

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tungen, die gewiß auch gegenüber den in dem neuen Weißbuch mit Bezug auf Belgien und die Nieder, lande veröffentlichten Dokumente von gegnerischer Seite vorgebracht werden, in geradezu fenfatio. neller Weise Lügen straft. Dieser vom 6. April aus dem englischen Kriegsministerium datierte Befehl für ein auf Narvik angefetztes britisches Expedi- ttonskorps spricht in seinem zweiten Absatz klar aus, daß das schwedische Erzgebiet das Ziel dieses englischen Unternehmens darstellte. Es heißt dort, daß zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt der Vormarsch englischer Truppen nach Schweden vorgetrieben werden sollte, um die Erzfelder von Gällioare zu besetzen. Don der Anwesenheit deut- scher Truppen aber und von einem etwaigen Auf­trag an das englische Expeditionskorps, diese deut­schen Truppen aus Norwegen zu vertreiben, findet: sich in dem Befehl kein Wort. Die Behauptung,, daß es sich bei der englischen Expedition nach Skan­dinavien um eine Gegenaktion gehandelt habe, er« fährt mit der Veröffentlichung dieses Dokumentes im Weißbuch khre schlagende und endgültige Erledigung.

Von Beginn des von ihnen erklärten Krieges an gingen die Westmächte darauf aus, kleinere Staaten der Durchführung ihrer plutokratischen Ziele dienst­bar zu machen. Opfer dieser Politik sollten zuerst Skandinavien, dann Holland, Belgien und Luxem­burg werden, wie sich aus den dokumentarischen Veröffentlichungen des Auswärtigen Amtes aber­mals unwiderlegbar ergibt