Ausgabe 
29.5.1940
 
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Mittwoch, 29. Mai MD

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheflen)

Nr. 125 Zweites Blatt

l, UU9 HtUC IC II . .

Mein Mann darf

gang: 14.21 Uhr. Mond in Erdferne.

Die

mußten.

- der Plastik und Malerei, der dekorativen Kunst - mnd Kleinkunst und umfaßt^, auch die Schätze der

LL aus Calais Stadt LU machen.

CHLORODON

Gloria-Palast, Seltersweg: es nicht wissen".

Deutsche Kunstpflege in Feindesland.

Hausmusik gehalten hat.

Ehe-Musik! Wieviel Aehnliches haben die zwei Begriffe! Ist doch die eine wie die andere eine Vermittlung des geistigen Lebens zum sinnlichen. Und gilt nicht von einer guten Ehe dasselbe wie von einer guten Kantate?Ma« fang das Lied zu hoch nicht an, daß man's zu Ende singen kann!"

Obgleich auf diese Weise bei der Eroberung von Calais kein Blut geflossen war, wies Eduard III. später einen Teil der Einwohner aus der Stadt aus und siedelte an ihrer Stelle englische Bürger in Calais an. Er und seine Nachfolger bemühten

Wehrkraft.

Eine Armee weltanschaulicher Soldaten wird in den Wehrmannschaften für den Führer geschaffen! Eine weitere Vertiefung der nationalsozialistischen Erziehungsarbeit unseres Volkes wird durchgeführt! Eine Verstärkung der Wehrkraft der Nation wird erreicht!

Dazu marschieren die Wehrmannfchaften unter der Führung der SA. Dazu stehen Wehrmann und SA.-Mann 'Seite an Seite, kameradschaftlich und geschlossen, treu und dienstfreudig, zu jedem Ein­satz bereit.

Ein weiteres Zeugnis für die eifrige Pflege, die die Deutschen während des Krieges den fremden Kunstwerken angedeihen ließen, war die Samm­lung und katalogmäßige Aufnahme der belgischen Kunstwerke, die 1917 begonnen wurde. Diese Samm­lung erstreckte sich auf die Denkmäler der weltlichen und kirchlichen Baukunst ebenso wie auf die Werke

Sonnenaufgang: 5.11 Uhr, Sonnenuntergang:

21.34. Mondaufgang: 2.25 Uhr, Mondunter-

Großvater Hilst wieder mit.

Der alte Vater Michel hat vor einigen Tagen einen Gang getan. Es war plötzlich über ihn ge- kommen. Mit feinen achtzig Jahren ist man sonst nicht mehr so plötzlich, aber es hat ihn nicht ge­halten. Er bürstete sich fein schlohweißes Haar vor dem Spiegel zurecht und dann ging er zur Fabrik. Am Tor machten sie schon ziemliches Hallo um den alten Michel, der aber ließ sich nicht beirren, bis er im Büro stand und sich dort eine Weile auf­hielt. Danach kam er stolzer durch das Tor, als er hineingegangen war. Und das hatte denn auch feit neu Grund.

Gewiß, ein Feuerkopf war er alldieweil gewesen, der alte Michel. Die achtzig Jahre hatten ihn noch nicht zusammengehauen. Aber das war doch eine Sache, die ihm scheinbar erst die Erfüllung feines Lebens gegeben hatte. Denn fo strahlte er in den kommenden Tagen. Die ganze Geschichte aber schien ihm selbstverständlich und nicht des großen Getues

Bet engftehenden Zähnen ist ein Zahnstocher aus Holz oder Federkiel ein wertvoller Helfer der Zahnbürste.

Allgemein war von den Franzosen im Weltkrieg behauptet worden, die Deutschen hätten in St. Quentin die kostbaren Pastelle von La Tour, dem französischen Meister des 18. Jahrhunderts, gestohlen. Am 29. November 1918 aber mußte der Radical" gestehen:Die berühmten La Tours find in Maubeuge intakt wieder aufgefunden worden.Und in demselben Sinne erklärte das Blatt weiterhin:Eine große Anzahl gestohlener Kunstwerke sind in Brüssel gefunden worden: Die Kreuzaufrichtung von Rubens, Bildwerke von Car- peaux, Werke von Corot und Delacroix." Es liegt auf der Hand, daß der Ausdruckgestohlen" in die­sem Zusammenhang eine grobe Unwahrheit bedeu­tete, daß die Deutschen die Kunstwerke nach .Brüs­sel oder an andere Orte hinter der Front brachten, um sie zu schützen. Hätten sie die Absicht ge­habt, sie zustehlen", so hätten sie wahrhaftig wäh- renb des Krieges genug Zeit und Gelegenheit ge« habt, sie nach Deutschland zu schaffen! Diefen Sach­verhalt stellte denn auch dieBataille" in einem Aufsatz vom 9. November 1918 ganz klar fest:In St. Quentien fände» die Deutschen selbstverständ­lich dieLa Tour." Während der ganzen Kriegs- zest hat uns eine gewijjs Prelle in Frankreich in

Gießener Sonzeriverein.

Der Gießener Konzertverein macht nochmals dar­auf aufmerksam, daß das Soliftenkonzert der Cel­listin Ilse Bern atz und des Pianisten Georg Kuhlmann am morgigen Donnerstag stattfindet. Besonders sei noch darauf hingewiesen, daß das Programm neben Werken für Cello und Klavier auch Solostücke für Klavier wie die Sonate op. 81a Lebewohl" von Beethoven und Werke von Sme­tana enthält.

Notizen für den 30. Mai.

Bibliotheken und Sammlungen. Ein großer Stab der tüchtigsten deutschen Kunsthistoriker, Museums­leiter, Architekten und Photographen widmete sich dieser wahren Kultur auf gäbe, der sich Belgien bis dahin entzogen hatte. C.K«

Deutsche Arbeitsfront, NS.-GemeinschaftKraft durch Freude": 20 Uhr in der Neuen Aula der Uni- uerfitäU Vortrag von Dr. Colin Roß überDie Welt zwischen Atlantik und Pazifik, das neue Asien".

und sie behielten dieses Faustpfand noch weit über die Beendigung des Hundertjährigen Krieges hin­aus, bis zum Jahre 1558, wo Franz von Guife die Stadt wiedereroberte. C. K.

Aus -er Stadt Gießen.

Ehe-Musik.

Wenn man gerade erst geheiratet hat, dann hängt einem der Himmel voller Geigen, jeder Tag ist ein neues Lied, bis vielleicht doch der erste Mißton in jiie Harmonie der Seelen fällt dann schweigen alle Flöten, und wer roeijV welche garstige Melodie einsetzen mag. Ein böses Wort gibt das andere, und zchon ist die schönste Katzenmusik beisammen.

Wohl dem, der da von einer gütigen Fee die Zauberflöte mitbekommen hat: eine liebliche Weife Iaht er ertönen, und Haß felbst und bittere Feind­schaft löst sich auf in lächelnden Tanz. Es braucht iber nicht gerade eine Flöte zu fein. Je nach Ge- chmack, Kunst und Geldbeutel wird man mit einem Jlügel, einer Laute, einer Violine oder, das kann sich der bescheidenste Virtuose leisten, einer Mund­harmonika vorliednehmen; und in unserem Jahr­hundert bleibt der schöne Ausweg des Sprechappa- -ates, eines der am leichtesten erlernbaren Instru­mente aller Zeiten und Völker.

Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an",

Das Leben, auch in der Ehe und in der Familie, mag bringen, was es will: unsere Aufgabe muß fein, alles zu erfüllen mit der lebendigen Melodie unseres Wesens. Dann werden wir einmal mit Goethe sagen dürfen:

Spät erklingt, was früh erklang, Glück und Unglück wird Gesang!" Tageskalender für Mittwoch.

von Deutschland besetzten Gebiete Belgiens und Nordfrankreichs sind zum großen Teil Stätten reicher Kunstfchätze. Für die deutschen Sieger ist es eine selbstverständliche Ehrenpflicht, diese Schätze nach Möglichkeit vor den zerstörenden Wirkungen des Krieges zu schützen und ihnen jede nur denk­bare Pflege angedeihen zu lassen. Nach diesem Grundsatz hat Deutschland auch im Weltkrieg gehandelt und sich darin auch durch das Geschrei unserer Feinde über den deutschenVandalismus" niemals irremachen lassen. Wenn unsere Feinde heute wieder versuchen, die Deutschen als kulturlose Bar­baren hinzustellen, gegen die sie die Zivilisation verteidigen müßten, so ist es lohnend, einmal daran zu erinnern, welche Vorwürfe in dieser Hinsicht im Weltkrieg gegen uns erhoben wurden, von denen keiner der gewisfenhasten Prüfung nach­träglich standhielt, und wie sogar die Gegner die Haltlosigkeit ihrer Behauptungen später zugeben

Der äußere Anlaß zum Ausbruch des Krieges war der Erbfolgestreit nach dem Aussterben der Kapetinger, nach dem Eduard III. von England und Philipp von Valois als nächste Bluts­verwandte Ansprüche auf die französische Krone erhoben. Obgleich ganz Frankreich sich für Philipp von Valois, den glänzendsten Vertreter der fran­zösischen Ritterschaft, erklärte, nahm Eduard III. im Jahre 1337 Titel und Wappen des Königs von Frankreich an und fiel zum erstenmal 1340, zum zweitenmal 1346 mit Heeresmacht m Frankreich ein. Der Einfall bezeichnet den eigentlichen Beginn der englischen Kontinentalpolitik. Am Anfang die­ser Periode steht die Schlacht von Crecy, einer der Wendepunkte in der Kriegsgeschichte, in­dem hier zum erstenmal ein hauptsächlich aus Fuß­volk bestehendes, einheitlich geordnetes und geführ­tes Heer über ein an Zahl weit überlegenes Ritter­heer mit seiner individuellen, die Anschauungen der Feudalzeit spiegelnden Kampfesweise siegte. Als die Blüte der französischen Ritterschaft bei Crecy hingemäht lag, wandte Eduard III. id) gegen Calais. Am 3. September 1346 schloß er die Stadt zu Wasser und zu Lande ein und er­richtete rings um sie eine zweite vollständige totaot aus Holz, die bequeme Quartiere für feine Trup­pen sowohl für den Winter wie für Öen toommer

apparat, hingewiesen, der überdies schier unentbehr­lich für den Tanz ist. Und in welcher jungen Ehe regt sich nicht kann und wann der Wunsch, sich den schmeichelnden Takten hinzugeben, dem Zauber der rhythmisch gelösten Töne?

Ein Heim ohne Musik ist ein Haus ohne Seele. Kinder, die ohne Musik aufwachsen, verkümmern in einem der wesentlichsten Gefühlswerte. Ein witziger Musikus, bei dem es recht schlampig in der Wirt­schaft zuging, sagte einmal, so lange er noch em reines A im Haufe habe, fei es nicht gefehlt. Und wenn das auch durchaus nicht in jedem Haushalt fo schlimm zu fein braucht, es hat in gewissem Smn seine Richtigkeit:Denn der schönsten Gottesgaben eine ist die Mufika; der ist der Satan sehr feind, damit man viel Anfechtung und böse Gedanken ver­treibt." Also sprach Martin Luther, der auf gute

SA-Mann und Wehrmann

Don SA -Obergruppenführer Beckerle.

OieBürger von Calais".

Den äußerlich tragischsten, innerlich großartigsten Augenblick seiner Geschichte, der sich tief in das Bewußtsein der Menschen eingeprägt und in Kunst und Richtung vielfachen Niederschlag gefunden hat, den bekanntesten in der schönen Skulptur von Rodin,Die Bürger von Calais", erlebte Calais Mitte des 14. Jahrhunderts, zu Beginn des H u n d e r t j ä h r i g e n K r i e g e s" zwischen Eng­land und Frankreich. Durch seine Lage an der eng­sten Stelle des Aermelkanals ist die Bedeutung der Stadt und des Hafens für die Beziehungen zwischen beiden Ländern von vornherein gegeben Jahrhundertelang hatte Calais, das zum erstenmal 1180 in einer Urkunde Gerhards von Geldern, Grafen von Boulogne, erwähnt wird und das 1228 befestigt wurde, aus dieser Lage seinen Vorteil ge­zogen. Es war der wichtigste Hafen, durch den englische Kohle und englische Wolle auf dcis Fest­land kam, Mitglied der Hanfe und em stattlicher Ort, der in drei Stadtteile, die Kirchspiele St. Peter, Notre-Dame und St. Nikolai, Zerfiel. Als aber Feindschaft die beiden Völker in einer Welle iahr- hunderterlanger Kämpfe zerriß, war Calais natür­licherweise der erste und wichtigste Kampspreis.

Furchtbar muß die Verzweiflung der Bewohner von Calais gewesen sein, als sie von den Mauern und Türmen ihrer Stadt aus das ganze stolze Heer, dessen Ankunft sie mit solcher Freude begrüßt hatten, mit allen feinen flatternden Fahnen und Bannern wieder in der Ferne verschwinden sahen. Es blieb ihnen nun, nachdem alle Vorräte aufge­zehrt waren, nicht anderes mehr übrig, als sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. König Eduard verlangte, daß sechs der vornehmsten Burger, Im bloßen Hemd, barfuß, den Strick um den Hals, zu ihm ins Lager herauskämen und ihm die Schlüssel der Stadt brächten. Diese sechs sollten dem Tode geweiht sein, dafür die übrigen Einwohner frei ausgehen.

Der Gouverneur der Festung, Johann von Vienne, ließ die Bürger auf dem Marktplatz zufammen- kommen und gab ihnen hier die Bedingungen des englischen Königs bekannt. Nach dem ersten lah­menden Schrecken erhob sich Eustach von St. Pierre, der reichste und angesehenste Bürger der Stadt, und erbot sich als erster, in der verlangten Weise in das englische Laaer zu gehen. Seinem Beispiel folgte Johann d'Aire, darauf die beiden Prüder Jakob und Peter Wisant, und endlich ein fünfter und sechster Bürger. Eine große Volksmenge beglei­tete am 3. August 1347 die sechs Opfer bis an das Stadttor, die englischen Schranken wurden für sie geöffnet, und die sechs vor den König geführt. Eduard befahl ihre Hinrichtung und hätte diefen Vorsatz zweifellos ausgeführt, ibenn nicht die Königin, die erst vor kurzem über den Kanal ge­kommen war, ihm zu Füßen gefallen wäre und ihn um Gnade für die tapferen Männer gebeten hätte. So behielten sie ihr Leben.

So oft ich in diesen Wochen und Monaten eine unserer Wehrmannschaften marschieren sehe, muß ich immer zurückdenken an die Kampszeit. Und ich glaube, daß es so jedem alten SA.-Mann geht. Wie diese Männer hier, so sind wir auch marschiert in Öen ersten Jahren unseres Bestehens, als wir noch keinen einheitlichen Dienstanzug hatten, und bann später roieöer während des SA.-Verbotes. Der eine mit langen Hosen und Halbschuhen, der andere im Arbeitsanzug und Langschäftern, der mit Mantel und Hut und jener mit Windjacke und Mütze, der eine kaum der Schule entwachsen, und der andere im reifen Mannesalter.

Ein stolzes Bild unserer Gemeinschaft, indem man schon rein äußerlich auf den Beruf dieser Ar­beiter, Bauern und Studenten, dieser Handwerker, Beamten und Angestellten schließen konnte! Ein aufrüttelnder Hinweis auf die machtvolle Idee, die einen solchen Zusammenschluß zustande brachte! Die Hoffnung, daß hier endlich einmal Kräfte frei ge­macht waren, die gegen Zersetzung und Klasienhaß, gegen Uneinigkeit und Bürgergeist angesetzt wer­den konnten! Der Glaube an die deutsche Zukunft im Zeichen dieser Männer und im Zeichen der na­tionalsozialistischen Weltanschauung ihres Führers, Adolf Hitler!

Eine Truppe besten deutschen Soldatentums ent­stand damals, eine Armee politischer Kämpfer, wie ie die Welt noch nie gesehen hatte. Aus dem Nichts heraus geschaffen, ohne finanzielle Mittel, einer Welt von Feinden zum Trotz.

Treue, Glaube und Kameradschaft waren ihr Baustein, Blut, Schweiß ihr Märtel, Opfer und Tod ihre Bewährung. Und so mußte ihr Kampf zum Sieg führen, und ihr Weg zu jenem Marsch vom 30. Januar 1933 durch das Brandenburger Tor! Ihre Sturmfahne wurde zur deutschen Natio­nalflagge, das Lied eines ihrer Sturmführer singt heute das ganze deutsche Volk. Ihr Geist ist als SA.-Geist unsterblich geworden, ihr Kämpfertum bleibt verkörpert in der Gestalt des unbekannten SA.°Mannes; beides ist in die deutsche Geschichte ein gegangen.

Nun soll eine stolze Tradition der SA., die in den Jahren seitdem genährt und gepflegt ijnd ausgebaut worden ist, auf einem anderen Gebiet erneut be­

sagt Ä. T. A.Hoffrnann. Und felbst unter den ver­liebtesten, gebildetsten, ja sogar geschwätzigsten Ehe­leuten kann einmal die Sprache aufhören aber, wenn da nicht die Musik anfängt, dann beginnt die Langeweile, der gefährlichste Feind jeder Gemein­schaft. Das Duett der Liebe verstummt, und, des j Musizierens ungeübt, werden Mann und Frau bald verlernen, das schwierigste Instrument der Welt, ! die Ehe, wohlgefällig zu spielen.

Singen soll selbstverständlich nur, wem Gesang gegeben, sonst ist die Wirkung gegenteilig. Böse i Menschen haben keine Lieder, aber auch nicht I überall, wo man singt, wird man sich ruhig nieder- ! jeken. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, auch hier,

- --£-1-- Ein Mann, der nicht

gründet werden.

Wie damals unsere Bewegung, so steht heute das ganze deutsche Volk im Kampf. Im Kampf für seine Zukunft, im Kampf für den Nationalsozialis­mus, im Kampf für den Führer!

Die SA. marschiert dabei mit in vorderster Front. Der größte Teil ihrer Führer und Männer ist zu den Fahnen geeilt und kämpft in der feldgrauen Uniform der Wehrmacht. Die übrigen aber haben die vormilitärische Wehrerziehung während des Krieges durchzuführen, eine Aufgabe, wie sie be­deutender und angesichts der Verhältnisse schwie­riger kaum gedacht werden kann, bie aber der SA. auch wie auf den Leib geschrieben ist. Es kommt ja dabei nicht nur auf die Uebermittlung der tech­nischen Kenntnisse an, die ihr in langjähriger Dienst­zeit so ureigen geworden sind, sondern vor allem

wert. Denn das war so ganz einfach gewesen für ihn. Es gehörte sich fo, wie er wohl meinte.

Irgendwie hatte er gehört, daß die Fabrik für ihre Rüstungsaufträge auch Arbeit in kleinere Be­triebe vergab. Das ging ihm nicht zweimal durch den Kopf. Da stand der Entschluß felsenfest. DaS war eine Chance für ihn. Da konnte auch er noch seine Pflicht tun an seiner Werkbank, die er sich seit seinem Ruhestand angeschafft hatte. Die Fabrik aber gab nach einigem Gerede dem alten Michel leichte Dreherarbeiten.

Gestern hat Großvater seine ersten Arbeiten ab* geliefert. Es war wie ein Fest im Hause. Die blan­ken Metallteile hat er wie Kinder besehen. 2) amt fand er sie für gut. Seinem Enkel Fritz aber schrieb er ins Feld, daß er nun auch wieder gebraucht werde und daß er zu der Entscheidung mit Hand anlegen dürfe. Unter den Brief aber fetzte er feinen! Namen, als fei es ein Dokument. Tom.

Das Ehrenbuch für Kinderreiche.

Ueber die Beantragung des Ehrenbuches dey Deutschen Familie bestehen noch immer Unklar* heilen. Voraussetzung für bie Verleihung des Ehren­buches ist die Mitgliedschaft im Reichsbunb Deutsche: Familie. Alle Mitglieder finö verpflichtet, das Ehrenbuch zu beantragen. Mitglieder, die das Ehrenbuch nicht beantragen, müssen aus dem Reichsbund der Kinderreichen ausscheiden, da ange­nommen werden muß, daß sie selbst Bedenken gegen ihre Ehrenbuchwürdigkeit haben. Die Ehrenbuch­anträge sind beim zuständigen Abschnittswart unter Anlage von je zwei Lichtbildern der Eltern, der Ab­schriften der letzten Schulzeugnisse sämtlicher Kinder und der polizeilichen Führungszeugnisse der Eltern auf den Vordrucken des Reichsbundes der Kinder­reichen einzureichen. Auskunft über Aufnahme irt den Reichsbund Deutsche Familie erteilt die Ge­schäftsstelle des Landesverbandes Hessen-Nassau des Reichsbundes Deutsche Familie, Frankfurt a. M., Goetheplatz 11.

Alle singen mit

; Wo man singt, da laß Dich ruhig nieder, Böse Menschen haben keine Lieder.

Am Montagabend horte man fröhliche Weisen! am Schwanenteich erklingen. Die Jugendgruppe des Deutschen Frauenwerkes veranstaltete einett

ken Befestigungswerke, sondern begnügte sich da­mit, die Bewohner auszuhungern. Monate­lang hielten sie tapfer stand, in der Hoffnung auf Entsatz. Nach zehn Monaten endlich näherte König Philipp sich der Stadt mit einem zweiten gro- zen Ritterheer von rund 80 000 Mann, aber in Erinnerung an die Schlacht von Cröcy und ange- ichts der sehr viel günstigeren strategischen Lage der Engländer wagte er es nicht, auch dieses Heer zu opfern, sondern versuchte, in Unterhandlungen mit Eduard einzutreten. Als aber der englische König auf keinerlei Anerbietungen einging, zog Philipp mit seinem Heer wieder ab.

auf die Erziehung zur wehrgeistigen Festigkeit und zur nationalsozialistisch-soldatischen Haltung.

Wer könnte für die Durchführung einer solchen Forderung der Landesverteidigung berufener, be­rechtigter und verpflichteter fein als die SA.? Be­rufen durch die Art ihrer Organisation und die Er­gebnisse ihrer Ausbildungsarbeit, berechtigt auf Grund ihrer Tradition, verpflichtet durch die Grün­dung durch den Führer, der sie als die Armee sei­ner politischen Soldaten geschaffen hat.

Und so kann es nur jemand, der das Wesen der SA. nicht kennt, in Erstaunen fetzen, daß ihre Ar- beit in kurzen Monaten schon so reiche Früchte trägt. Deshalb kann nur der überrascht fein von dem Erfolg, der heute schon erzielt wurde, der sie bisher nicht verstanden hat. Daher zweifelt nur jener an dem (Enöerfolg ihres Auftrages, der mit ihr noch nie in Berührung kam.

Wir selbst aber sind froh und glücklich über un­sere Wehrmannschaften. Wir find stolz darauf, daß sie zu uns gehöre«. Nicht nur rein äußerlich, son­dern teilweise heute schon auch ihrem Geist und ihrer, Einstellung nach. Wie gut ist es doch, daß sie freiwillig gekommen sind, daß sie kein Zwang zu uns geführt hat. So stellen auch sie eine Aus­lese dar. So müssen auch sie sich durchringen zu den unaufhörlichen kleinen Opfern, die wir fo gut kennen und die Tag für Tag ständig erneut ein llcberroinben persönlicher Schwäche und eigener Wünsche erforderlich machen. Wie schwer fällt doch Ausbildungsdienst nach der vermehrten Tagesar­beit an den knappen Abendstunden, die die an­deren zur wohlverdienten Ruhe und Erholung aus- nutzen! Wieviel bedeutet doch der Uebungs- marsch und der Geländedienst an den kurzen Sonn­tagen, den die Freunde und Bekannten ihrer Fa­milie und ihren Vergnügungen widmen! In den eigenen Kleidern und Schuhen, ohne Vergütung für finanzielle Auslagen!

Eine neue Möglichkeit zur Bewährung ist ge« kommen. Auch die Gestalt des freiwilligen Wehr­mannes beginnt zu einem Begriff zu werden. Man­chen hielten während der letzten Jahre falsche, aber nicht unedle Erwägungen davon ab, zu uns zu kommen. In Verkennung unserer Bestimmung .glaubte er, doch nie ganz zu uns gehören zu fön« nen, weil er die Gefahren und Opfer der Kampf­zeit nicht mit uns geteilt hat. Nun aber stellt er sich zur Verfügung, weil er in diesem Kriege auch seinen Teil beitragen möchte zur Stärkung unserer

allen Tönen vorgejammert, daß diese kostbarett Pastelle zerstört ober gestohlen seien. Nichts b a< von i st wahr. Die Werke finb in Maubeuae roieberaefunben worben, wohin bie Deutschen fto- übergeführt hatten. DasGranb Journal du Bau* levarb Poissonisre" schrieb barüber, bie Absicht, bie Meisterwerke fortzuschleppen, wäre klar, bemt sie hätten ja schon eine Ausstellung zusamnienge* stellt. Nichts ist ungerechter als solches Urteil. Hatten ie bas gewollt, so hätten bie Deutschen die La! Tour ebenso gut tief in das Innere ihres Landes abbefördern können. Stattdessen haben sie einfl Ausstellung veranstaltet, um sie ihren Kunstfreund den zugänglich zu machen."

Ebenso mußte am 11. Oktober 1918 dasEcho de Paris" feftftellen, daß die Hauptwerke der Museen von Dalenciennes, Lille und Cambrai wieder aufgefunden feien, und der Petit Parifien" vom 5. Dezember 1918 erklärte, daß alle Museen in Brüssel intakt und unbeschädigt seien. Der Konservator des Museums von Dalenciennes gab am 20. Dezember imJour­nal de Döbats" einen Bericht über das Schickfckt der dortigen Kunstwerke, in dem er offen aner­kannte, daß die Deutschen die Kunstwerke pfleglich gehütet, sie nach Möglichkeit in Sicherheit gebracht und sich nie an ihnen vergriffen hätten. Daß wert­volle Kunstwerke vorübergehend aus einem gefähr* beten Bereich entfernt unb in einem anderen un* tergebradjt werden mußten, verstand sich von selbst, die Franzosen haben diese Schutzmaßregel soweit möglich in ihrem Frontbereich auch getroffen, bas nannten sie bannbie Kunstwerke retten" mit Recht. Das Gleiche auf Seiten ber Deutschen würbe aber währenb bes ganzen Krieges unverfroren als Diebstahl bezeichnet! DerPays" vom 5. Dezem­ber 1918 schätzte ben Wert ber zurückgegebenen Kunstwerke auf 2 Milliarden. Für 2 Milliarden Kunstwerke in Belgien und Nordfrankreich also haben die Deutschen nicht zerstört oder geraubt sondern geschützt.

1 ob er den rechten findet.Ein Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst", sagt Shakespeare,den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zum Verrat, zu Räuberei und Tücken trau keinem solchen!" Das mag ein wenig übertrieben fein, aber 1 jedenfalls ist es leicht, dem geringsten Verdacht in j , dieser Hinsicht vorzpbeugen. Und nie soll der Mann ? vergessen, daß die Musik derSchlüssel zum weib-

! Ilchen Herzen" ist. Wenn dann wirklich die Frau, ! Wie es Vorkommen soll, durchaus die erste Geige ! Spielen will, dann tut ein vernünftiger Ehegatte ' immer noch am besten daran, sie auf dem Klavier ^u begleiten.

! Wie oft hört man zur Entschuldigung sagen:Wir ! -sind nicht musikalisch." Und in wie wenigen Fällen , ist es wirklich wahr. Denn immer wieder wird das Unvermögen, selbst leidliche Musik zu machen, mit Unmusikalität verwechselt. Keinem Menschen fiele es ' ein, zu sagen, er fei unpoetifd), weil er keine Ge- ! dichte schreiben, ober gar, er gebe nichts auf ein qutes Essen weil er nicht kochen kann. Noch einmal : sei hier au bas Hilfsmittel ber Neuzeit, ben Musik-