Ausgabe 
29.2.1940
 
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Arbeitskräfte für die Landwirtschaft.

Der Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium, Dr. Syruv, zeigt in der NS -Landpost die Wege auf zur Versorgung der Landwirtschaft mit Arbeits­kräften. Von der Möglichkeit der Hereinnahme von Arbeitskräften aus dem Ausland, insbeson­dere von Italienern, Slowaken, Ungarn und Nie­derländern, wird in diesem Sabre in den durch die Devisenlage und die Abgabefähigkeit der in Be­tracht kommenden Auslandsstaaten gezogenen Gren­zen Gebrauch gemacht werden. Die siegreiche Beendigung des polnischen Feldzuges hat darüber hinaus nicht nur eine große Anzahl für Landarbeit tauglicher Kriegsgefangener anfallen lassen, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, aus der polnischen Bevölkerung der neuen Ostge­biete und des Generalgouvernements so viel land­wirtschaftliche Arbeitskräfte zu entnehmen, wie zur Deckung des den Arbeitsämtern bisher gemeldeten Kräftebedarfs benhtigt werden. Die benötigten Kräfte müssen geworben werden. Es muß da­bei von den Werbergruppen in den Abgabebezirken des Ostens Dorf für Dorf bearbeitet werden, eine

mühsame Kleinarbeit bei der Strenge des polnischen Winters und den vielfach kaum passierbaren Wegen. Die Entlohnung der polnischen Arbeiter sei durch eine besondere Reichstarifordnung geregelt.

Durch die Hereinnahme polnischer Landarbeiter solle eine ausreichende Versorgung der deutschen landwirtschaftlichen Betriebe für die Dauer des Krieges sichergestellt werden, aber auf lange Sicht könne das Problem des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes auf diesem Wege ebensowenig ge­löst werden, wie durch den Einsatz ausländischer Landarbeiter. Auch während des Krieges wurden die Arbeitsämter deshalb zusammen mit dem Reichs­nährstand bemüht sein müssen, den landwirtschaft­lichen Betrieben einen Stamm von mit dem Be­trieb und der Scholle verbundenen Landarbei­tern zu erhalten und der Landarbeit ausrei- chenden Nachwuchs an jungen Kräften,deut- schen Blutes zu sichern. Alle Maßnahmen, msbe- onbere auch der Landdienst der HI., die die­sem Ziele dienen, müßten weiter ausgebaut werden.

Monsierles Vereilschastslazareit des DRK.

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geringfügigen Rückgang. Uebrigens hat auch die Ausfuhr eine ständige Erhöhung erfahren: sie er­reichte im Dezember 1939 einen Stand, der den vom August 1939 um mehr als 40 v. H. übertraf. Dies erklärt sich daraus, daß Norwegen als am weitesten nördlich gelegenes skandinavisches Land im lieber- feeoerkehr dem hauptsächlichen wirtschaftlichen Kriegsschauplatz, der Nordsee und dem Aermel- kanal, am fernsten liegt, und daß sich die norwegi­schen transatlantischen Transporte auf verhältnis­mäßig wenig gefährdeten Routen vollziehen.

Die wichtigsten Ausfuhrartikel Norwegens sind Holz und Holzprodukte, Fische und Walöl/ Erze und Seefahrzeuae. Das deutsche Interesse richtet sich vornehmlich auf Erzeugnisse des Fischfangs sowie auf Erze. Das britische Interesse ist auf HolH- und Holzprodukte sowie aus Seefahrzeuge gerichtet. Das Angebot, das Deutschland Anfang September in Oslo durch feinen Sondergesandten Botschafter von H a s s e l l wegen Fortsetzung des bisherigen Waren­austausches auch im Kriege hatte machen lassen, konnte wegen der rücksichtslosen Ausweitung der Konterbandeliste durch die Londoner Regierung nicht verwirklicht werden. Es ist ver­ständlich, daß sich für die norwegische Zahlungs, bilanz durch die schweren Behinderungen der Schifi- fcchrt ernste Gefahren ergeben. Allein innerhalb der ersten drei Kriegsmonate haben norwegische Ser- ficherunasgesellschaften für zerstörten oder bescha- folgten Schiffsraum einen Betrag von 70 Millionen Kronen bezahlen müssen. Das Londoner Schiff- fahrtsamt war eifrig bemüht, wenigstens einen größeren Teil der norwegischen Handelsflotte zu kaufen oder zu chartern und dadurch dem sich im­mer fühlbarer machenden Schiffsmangel der Alliier­ten abzuhelfen. In Norwegen trägt man wie in anderen neutralen Ländern schwere Bedenken, Ver­mögenswerte zu veräußern, die für die Versorgung des eigenen Landes unentbehrlich sind und die bei Beendigung des Krieges Gewähr dafür bieten, daß sich Norweaen erfolgreich an der Wiederaufbau- arbeit beteiligen kann. Dr. Gr.

Oer Wehrmachtsbericht vom Mbwoch.

Berlin, 2S.Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Gegend Perl dicht ostwärts der Mosel wurde heute nacht der Angriff eines stärkeren mit Artillerieunlerstühung vorgehenden feindlichen Stoßtrupps erfolgreich abgewiesen.

Die deutsche Luftwaffe unternahm in der Nacht vom 26. zum 27.Februar ausgedehnte Vor­stöße in den französischen Luftraum, wobei auch Paris von mehreren Flugzeugen längere Feit überflogen wurde.

Die am 27.2. über der Nordsee und den britischen Inseln und in beschränktem Umfang gegen Frank­reich durchgeführte Erkundung der Luftwaffe stieß an verschiedenen Stellen auf starke feindliche Ab- .wehr. Zwei deutsche Flugzeuge sind vom Flug gegen England nicht zurückgekehrt.

Lin englisches Aufklärungsflugzeug vom Muster Vrisiol-Vlenheim wurde abgeschossen.

Englisches Flugzeug bei Amsterdam.

A m st e r d a m, 28. Febr. (DNB.) In der Nacht zum Mittwoch verletzten englische Flie- g e r erneut die holländische Neutralität. Von der Luftabwehr, die bei Amsterdam stationiert ist, wurden sie dabei unter Feuer genommen. Eine Granate, die nicht explodierte, fiel auf ein Haus und richtete Sachschaden an.

Russischer Durchbruch

auf der karelischen Landenge.

Moskau, 28. Februar. (DNB.) Nach dem Heeresbericht des Generalstabes im Militärbezirk Leningrad vom 27. Februar durch brachen d i e Sowjettruppen auf der karelischen Landenge die befestigte finnische Zone und er­oberten 13 Festungswerke, darunter neun beto­nierte Artilleriestellungen. An den anderen Ab­schnitten der Front fanden keine wichtigen Ereig­nisse statt. Die Sowjetluftwaffe bombardierte mili­tärische Ziele der Finnen. Sechs finnische Flug­zeuge seien bei Luftkämpfen abgeschossen worden.

In L o d s ch, der ersten Aufnahmestelle für die ins Reich heimgetehrten Wolhyniendeutschen, steht heute ein Wunderwerk deutscher Technik, das erste motorisierte Bereitschafts-Lazarett des Deutschen Roten Kreuzes. Blitzsaubere, ange» nehm durchwärmte und Helle Baracken, 32 an der Zahl mit 400 Krankenbetten, rollten in kurzer Zeit aus dem Altreich heran. Die dazu benutzten Zug­maschinen mit 16 Anhängern beförderten aber nicht nur die medizinischen Einrichtungen für alle klini­schen Disziplinen und eine reich ausgestattete Apotheke, sondern auch alles was erforderlich ist für die Küche, den Wäscherei-, Desinfektions- und Sterilisierbetrieb sowie für die Selbstversorgung mit elektrischem Kraft- und Heizstrom, mit Kalt- und Heißwasser. Durch Verwendung von Leicht- metall ist bei den Baracken eine Gewichtsersparnis von 75 o. H. und auch bei den Betten, Tischen, Stühlen ufro. bis zu 50 v. H. gegenüber beu bis­herigen Mobellen erzielt worden. So wurde es möglich, von den bisher für transportable Laza­rette verwendeten Zelten zu den weit zweckmäßige­ren festen Baracken überzugehen, die auch einen festen, immer sauber zu haltenden Fußboden haben. In die Baracken, deren Wände aus Leichtmetall­platten zusammengesetzt sind und deren Fenster aus Plexiglas bestehen, bringt auch bei strengster Kälte keine Zugluft ein. Der Aufbau einer solchen Ba­racke kann von sieben Mann in anderthalb Stun­den bewerkstelligt werden, weil alle Platten und Teile genormt sind und sich sofort ohne Verschrau­bung ineinander fügen. Daraus erklärt es sich auch, daß'jede Zugmaschine vier zusammengelegte Barak-

ken befördert, je zwei auf jedem der beiden Anhän­ger. Ein genial erdachtes Zusammenklappfystern der genormten Varackenteile und der gleichfalls aus Leichtmetall konstruierten Möbel und Betten be­wirkt, daß das große Lazarett beim Transport nur ein Minimum von Raum in Anspruch nimmt.

Dieses Lazarett, das in feinem spezialärztlichen Personal und seinen klinischen Einrichtungen mit dem bestausgestatteten neuzeitlichen Krankenhaus wetteifern kann, steht im Bedarfsfälle sofort an dem Ort zur Verfügung, wo es gebraucht wird. Sein Einsatz kann auch bei Naturkatastrophen und Un­glücksfällen großen Ausmaßes in Friedenszeiten unendlichen Segen stiften. Das Deutsche Rote Kreuz, dessen tätigfeit ja auch diesen Bereich umfaßt, hat sich mit dem motorisierten Bereitschaftslazarett ein ausgezeichnetes Werkzeug für sein verdienstvolles Wirken geschaffen.

Oer Wehrmacht-Tarnscheinwerfer für Kraftfahrzeuge.

Kraftfahrzeuge müssen spätestens am 1. Oktober 1940 mit dem Wehrmacht-Tarnscheinwerfer ausge­rüstet sein. Ausgenommen sind Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 Kilo­meter je Stunde, ferner selbstfahrende Arbeits- maschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 Kilometer je Stunde, elektrisch ange- tr lebe ne Kraftfahrzeuge und Krankenfahrstühle. Der Reichsverkehrsminister hat bestimmt, daß die Aus­rüstung sich zunächst nur auf diejenigen Kraftsahr- ............... IHIIIMIIIWIRIM II

zeuge zu erstrecken hat, die weiter benutzt werden dürfen. Der Wehrmachts-Tarnscheinwerfer ist zusatz- lich anzubringen. Die Derdunkelungsverordnung bleibt hinsichtlich der übrigen Beleuchtungsvorrich­tungen unberührt. Durch die Schaltvorschrift soll verhütet werden, daß der Wehrmacht-Tarnscheln- roerfer ohne Begrenzungslampen gebrannt wird. Die Verpflichtung zum Führen von Schlußlichtern, Bremslichtern und beleuchteten Kennzeichnen bleibt unberührt.

Oer Hauptfeldwebel.

Die BezeichnungHauptfeldwebel" ist in der Deut» ichen Wehrmacht noch verhältnismäßig jung. Sie wurde erst im Jahre 1939 einaeführt und hat den Zweck, den Träger dieser wichtigen Dienststellung besonders aus den übrigen Unteroffizieren heraus- zuheben. Der Hauptfeldwebel ist an die Stelle des einstigenetatsmäßigen Feldwebels" der alten Ar­mee und desOberfeldwebels" des deutschen Hee­res der Nachkriegszeit getreten. Die Schwadronen und Batterien unseres Heeres benennen ihren Haupt­feldwebelHauptwachtmeister". Für das Ersatz­heer sind neue Bestimmungen für die Besetzung der Hauptfeldwebelstellen ergangen, wobei em be­sonders strenger Maßstab angelegt wird. Persön­liche Geeignetheit ist die erste Voraussetzung neben einer mindestens einjährigen Unteroffizierdienstzeit. Aus diesem Grunde wird auch trotz des besonderen Einsatzes auf die im Frieden vorgesehene (Eig­nungsprüfung nicht verzichtet, da ohne aus­reichende Vorkenntnisse der Hauptfeldwebel seinem Kompanieführer nicht die erforderliche Stütze sei' kann.

Keine Geschmacklosigkeiten gegenüber Hinterbliebenen.

Dos Verbot der Werbung durch un­verlangte Zusendung von Waren gilt selbstverständlich auch für Firmen, die sich mit dem Vertrieb von meist wenig geschmackvollen Toten- gedenkartikeln wie Trostsprüchen, Trostbü­chern, gerahmten Todesanzeigen, Bildern usw. be­fassen. Die Werbung dieser Firmen hat in letzter Zeit häufig Anstoß erregt. Gerade in Zeiten des Krieges muß eine derartige Werbung Unwillen er­regen, zumal wenn sie an Hinterbliebene von im Kriege gefallenen deutschen Männern wen­det. Der Werberat hat allen in Betracht kommenden Unternehmen die persönliche Werbung jeder Art bei Hinterbliebenen, mündlich oder schriftlich, für die Dauer eines Monats nach Veröffentlichung der Todesanzeige oder nach sonstiger öffentlicher Be­kanntmachung des Todesfalls untersagt. Dar­über hinaus wird erwartet, daß auch in der späte­ren Werbung taktlose und aufdringliche Worte des Trostes und Mitgefühls vermieden werden.

Oie Luftfahrt im Echulplau.

Dem Erlaß des Reichs er zichungsministers, der die Behandlung der Luftfahrtfragen in den Schulen und Hochschulen neu regelt, liegt der Gedanke zu­grunde, daß die Lustfahrtlehre nicht als Fach, son­dern als Prinzip das gesamte Erziehungs­wesen durchdringt. So ist z. B. der Flugmodellbau als handwerkliche Grundschulung in den Werkunterricht oder in den Zeichenunterricht, die Flugphysik, d. h. die Strömungslehre und die Lehre von den Flugeigenschaften, in die allge­meine Naturlehre oder den P h y s i f u n t e r- richt eingegliedert. Auf der Oberstufe der Ober­schulen wird die Fluglehre vertieft durch flugwissen­schaftliche Arbeitsgemeinschaften und durch hand­werkliche Weiterausbildung in den Lustfahrtlehr­gängen der gewerblichen Berufsschulen. Wichtig ist, daß bei diesen Einrichtungen immer wieder der Weg zu einer Sei bst auslese auf dem Weae der Freiwilligkeit gegeben ist. Besonders einsatz­bereite und fliegerisch interessierte vierzehn- dis acht­zehnjährige Schüler haben als Angehörige der Flieger-HI. bei der örtlichen Dienststelle des NSFK. Gelegenheit zur Ausbildung im Segel­flug. Den Studierenden der Hochschulen ober Fach­schulen stehen die Luftfahrtabteilungen der Hoch- schUlinstt-tute für Leibesübungen zur Verfügung ober die flugtechnischen Fachgruppen oder Arbeitsgemein­schaften an den Technischen Hochschulen und Fach­schulen.

Einheitliche Ausbildung für den Amtsanwalt.

Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat einen weiteren Schritt zur Vereinheitlichung der deutschen * Justiz vollzogen durch den Erlaß einer reichsein-

Das Haus des Generals.

Don Rudolf Adnan Dietrich.

Es war ein kalter Winter, und es sind jetzt ge­rade fünfundzwanzig Jahre her. Das Ersatzbataillon des Grenadier-Regiments, dem ich angehörte, lag! hinter Posen in den Baracken beim Kalischer Tor. j Einige waren bereits abtransportiert nach Polen hinein, und wir übrigen erwarteten täglich den Be­fehl nach der Westfront. Aber es verzögerte sich doch immer noch um eine Woche, bis wir bann mitten durchs deutsche Land, in die Gegend von Mezieres- Charleville gelangten. Ja, cs war schon Vorfrühling geworden, und wie zum Abschied blühten Hänge und Hügel des zauberhaften Lahn-, des romantischen Moseltales, als mir an die Westfront fuhren.

Damals in Posen aber war es noch tiefster Win­ter gewesen, und bei den Märschen durch die Gegend dampfte vor jedes Mund das Weiß seines Atems, während der Himmel grau voller Schneewolken hing und die Warthe träg und voll Eisschollen ober an den Uferrändern zugefroren war. Wenn wir in das Wäldchen von Kobylepole ober in die Gegend von Schwersenz marschierten, sahen wir trotz Frost und Schneegestöbern die merkwürdig ernste Feier­lichkeit mancher Morgenstunde und mancher Nach- mittagsdämmerung mit den offenen Blicken für alles Neue und dem wachen Gehör, das sich schon für spätere Gefahren zu üben begann.

Es war ein ganz 'anderes Land, als wir es da- heim gewohnt waren. Wohl war in der Stadt und auf den Höfen die Spur der deutschen Kulturarbeit unverkennbar und die Chausseen zeigten gleichfalls die jahrzehntelange Mühe für diesen Teil Deutsch­lands. Doch im Bilde des Ganzen war schon die Ferne aufgetan, deren Bann zumal im Winter hier fast körperlich fühlbar wurde. Wenn in dieser Schneewüfte bann das Gemäuer eines Gutes ober eines Bauernhofes, am Rande einer leichten Hüge- lung der Raupenleib eines anderen zu einer Ge­ländeübung ausziehenden Bataillons sichtbar wurde, oder auch nur die schwarzen Striche einiger Krähen sich am Rande eines vereisten Tümpels vom Weiß des Untergrundes abhoben, so hatte man oft das Gefühl, als drehe sich wie auf einer riesigen Scheibe vom Morgen bis gegen Abend die gefrorene Un­endlichkeit um den, Der sie den harten Boden mit

den Stieseln ständig tretend zu dieser Bewegung bringe.

Wir wußten noch nicht was mir später an der Front lernten daß wirklich eine derartige Bewegung alles Umhers von der gleichmäßigen in einen Willen gefaßten Kraft ausgeht, die ein Re­giment oder gar ein Armeekorps verursacht, indem es, diesem Willen Auswirkung gebend, die Geschichte der Welt verändert und damit das Bild der Welt. Wo aber war die Zentrale dieses Willens, den wir damals noch nicht an der Seele, am Mut und an unserem Leibe erfahren, doch schon zu ahnen an­fingen auf solchen Ausmärschen in die Leere?

Es gab dasGroße Hauptquartier", es gab die Namen der Generäle, eines Hindenburg, eines Lu­dendorff ... Das waren Punkte, in Denen dieser Wille zusammengefaßt sein mochte, aber die be­deuteten für den Grenadier, für Mannschaften und Kompanieführer fast legendäre Begriffe in der Heimat waren sie schon volkstümlich geworden, hier hatte sich manches Bild von ihnen gebildet, das sie zu Heroengestalten machte mit jener farbigen Ro­mantik, die das Volk gern um seine Großen legt. Aber der Grenadier, der seinen täglichen Dienst hatte, fand wenig Zeit, sich Bilder zu machen, wo nur eins all sein Sein bestimmte: der Befehl. So trug jener alle Kräfte bannende Wille eine eiserne Maske, er wurde abstrakt wie das summarische Ant­litz des Krieges selbst.

Einmal kamen wir zu späterer Stunde als üblich von einem Marsch auf eine Straße zurück, die wir schon öfter passiert hatten. Südöstlich der Straße SchwersenzGowarzewo sah man weit drüben ein Landgut man hatte es schon öfter auf Märschen gesehen. Das Vorwerk hieß Scewe und es war kein Wald dabei. Aber an diesem Abend sprachen einige Offiziere, die während der Marschpäuse beisammen­standen, über das Gut. Da fiel ein Name: Luden- dorff. Man wußte erst nicht, was er hier sollte. Aber dann wußten alle, was ihnen bisher unbekannt gewesen: dieses Gut da drüben, dieses Gemäuer, es war (und es ging mit den aufsteiaenden Winter­sternen eine eigenartige Stimmung Durch alle) dos Geburtshaus des Generals. Man hatte nun einhalbes Jahr in der Gegend zugebracht, man erwartete den Befehl zum Abtransport an die Front. Und eines Abends erfuhr man, daß hier, in unmittelbarer Nähe der Mann geboren mar, dessen Nome

Feier ein Aufsatz gewidmet, den viele farbige Wiedergaben nach kostbaren seltenen deutschen Früh­drucken begleiten. Einverlorenes Paradies" schil­dern (Erinnerungen und Ausnahmen eines norwe­gischen Arztes, der unter den Eskimos an der grön­ländischen Ostküste gelebt hat. Die Darstellung Ewige Frau" unternimmt es, mit unseren Augen auf große Frauen zurückzublicken, die an Zeiten­wenden gleich der unseren bis in die Gegenwart

Dann fielen Kommandoworte, man trat wieder ins Glied, schulterte das Gewehr, und der Trupp setzte sich auf der gläsernen Straße in Bewegung, während hinten die grauen Konturen des alten Landgutes in Nichts verwehten. Nun trug man ein Erlebnis mit sich, und die Sternbilder des Winterhimmels standen als Zeugen ewiger Gesetze und Willenskraft über allem, und im Ahnen des Schicksals seiner Zeit zog das Bataillon die Chaussee heimwärts.

Kriminalkommissar Eyck.

Ein Ufa-Film im Lichtspielhaus.

Zeitschriften

In der März-Ausgobe vonW e st e r manns

Nolle eines ehrsamen Bürgers stets im Hintergrund bleibt, bis er schließlich doch entlarvt und unschäd­lich gemacht wird: seine Handlanger dagegen ireien in den internationalen Hotels und Erholungsplätzen _ v .. . .

in vornehmer Lebensführung auf, alles nur zu dem Monatsheften" wird der Erfindung des Ty-

Zweck, reiche Hotelgäste, die ihnen ins Garn gehen, pendrucks durch Johannes Gutenberg, zur 500-Iahr- nach Strich und Faden auszuplündern, wobei auch -* -* C***<*1*A

der Mord nicht gescheut wird. Auf diese Verbrecher­clique stößt der Berliner Kriminalkommissar Eyck

hineinwirkende Leistungen vollbracht haben.

Männer, die nach England fliegen ... so heißt ein spannender Bildbericht in der neuenSire ne", der zeigt, was wir vom Kampfgeist unserer Flieger und dem hohen technischen Wert unserer Flugzeuge erwarten dürfen. Ein anderer Artikel beschreibt, wie man Kranke behelfsmäßig transportiert.Aus­gerechnet in den Keller?" fragt ein weiterer Bild­bericht. Er bekämpft den Zweifel einiger Volkse genossen, die immer noch fürchten, der Keller biete weniger Schutz als etwa ine Wohnung oder die

Seit gestern läuft im Lichtspielhaus der Film lob gedacht. Der Spielleiter Milo Harb ich kann Kriminalkommissar Eyck". Es ist eine vielfach: mit Stolz auf diesen ersten Film unter seiner Re- komplizierte Kriminalgeschichte, in die die erstei gieführung blicken. Idee und Drehbuch stammen große Liebe des Berliner Kriminalkommissars stark von Christian Hallig und Walter Maisch, verwoben ist. Kernstück der Handlung ist der Kamps | Ein interessanter Ufa-Kulturfilm und eine vlei­der Polizei gegen eine internationale Verbrecher- fettige Wochenschau umrahmen in schöner Weise bande, deren Chef und Hauptdrahtzieher in der den Hauptfilm. Ernst Blumschein.

während eines Winterurlaubs in einem internatio­nalen Hotel in den Bergen, wo ihn die Liebe auf den ersten Blick zu einer schönen Frau packt. Die eines Der Hauptmitglieder der Verbrecherbande ist, wovon er aber nicht die leiseste Ahnung hat. Und da gerate in dieser Zeit ein Raubmord in dem Hotel passiert, ist Der kapitale Kriminalfall so­fort vorhanden, aus dem sich in starker Steigerung für Eyck Der schwere Konflikt zwischen Pflicht und Liebe ergibt. Hier tritt neben dem spannenden Ablauf des Kriminellen vor allem das rein Menschliche, Die erste große und gläubige Liebe eines in dieser Hin­sicht ganz idealistisch denkenden Menschen stark und oackend mit in den Vordergrund. Dadurch offen­bart die Handlung einen Gehalt, der den Film vor- 1 teilhaft aus dem Rahmen der üblichen Kriminal­filme heraushebt.

Die Darsteller werden ihren Ausgaben in guter

Weise gerecht. Die Rolle des Kriminalkommissars Eyck wird von Paul Klinger fein und überlegen gestaltet. Seine Gegenspielerin, Die Sängerin Bar­bara Sydow, hat in Anneliese Uhlig eine ausge­zeichnete Vertreterin. DenKriminalschriftsteller" (Sorgas gibt Hansjoachim Büttner mit all Dem Verbrecherraffinement, Das für diese Darstellung Voraussetzung eines vollen künstlerischen Erfolges ist. Den Kriminalkommissar Brandner spielt Her­bert Wilk vortrefflich, seine Frau Inge wird von Aenne Bruck echt fraulich Dargestellt. Der Ver­brecher-Chef van Flirt fintet durch Alexander E n - g e l eine glückliche Verkörperung. Sympathisch ist Der Kriminaldirektor Hauber von Herbert Hüb­ner. Der kleineren Rollen sei mit einem Gesamt-