Montag, 29. Zanuar 1940
Ur. 24 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Aus der Stadt Gießen, feierliche Immatrikulation an unserer Llniverfität
Krähenscbwärme. _ _ ...... . . . ... __h?a«^, pimir ftnrhlpiftuna als Ziel 3U betrachten. In die
Führers. Lebhaft begrüßt betrat
Die Vorteile des Vollkornbrotes
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Ttfebem es einen Fahrstuhl gab und sie gewiß nicht nchr die Jüngste war. Unter dem dunklen Filzhut I — . 01 ... _______ hornnr
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Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin
dH' einem Acker, an Flußufern oder zwischen den Msen eines Güterbahnhofs. Und ebenso gemeinen suchen sie in der Dämmerung ihre Schlafbäume in einem nahen Waldrand auf.
krieges, die Repräsentanten akademischer Einsatzbereitschaft und Opferfreudigkeit, so wird auch der Student in diesem Kriege als Nationalsozialist seine Pflicht tun. Daß dabei auf euch als die zukünftigen geistigen Führer die Augen des Volkes besonders gerichtet find, ist eine Selbstverständlichkeit. Eure Haltung, eure Einsatzbereitschaft, euer Pflichtbewußtsein hat daher Vorbild zu sein für alle. Im Zeitalter des Nationalsozialismus ist das akademische Studium nicht dazu da, egoistische Bestrebungen des einzelnen zu ermöglichen, wir haben es vielmehr ausschließlich als Dienst am Volt anzusehen. Deswegen ist auch hier die Anstrebung
einer Hochleistung als Ziel zu betrachten. In diesem Sinne eröffne ich die feierliche Immatrikulation des 1. Trimesters 1940 und nehme Sie in die nationalsozialistische Gemeinschaft unserer alten Ludoviciana
deutschen Niederganges gewesen, sogen zu können, wenn sie etwas ablehnte oder verurteilte: Möglich, daß das die neue Zeit ist. Ich bin von der alten Schule. Ich stamme aus einer Offiziersfamilie.
Damit schien ihr alles gesagt, was Größe und Begrenztheit ihres Charakters und ihrer Wesensart, ihres Denkens und Fühlens ausmachte; und wahr- cheinlich war damit auch alles gesagt.
Nach der Verlesung der Verpflichtungsiormel durch Bürodirektor Kehler, Handschlag zwischen dem Rektor und den Studierenden, der Ueber- reichung der Jmmatrikulationsurkunde gelten die Studierenden als in die akademische Gemeinschaft unserer Universität ausgenommen.
Mit dem Gruß an den Führer und nut den Liedern der Nation fand die Feier ihren Abschluß.
in diesem Augenblick sowieso eine Unterbrechung erfahren, denn der Feldwebel von einst trat ein.
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Wahrhaftig, er war es noch! Der Bart war derselbe und die Augen. Die Haltung und sicherlich auch die Stimme. Er verbeugte sich stramm, die Hacken knackten und sagte: „Johann Zacharias. Das: Zur Stelle! oder zum Rapport! verschweigt er, dachte Frau Carlotti. Sie lächelte.
Warum lächele ich heute vormittag immerfort? Es ist doch alles andere als angenehm, weswegen ich hierherkomme! _ „
„Sie sind mir empfohlen worden, Herr Zacharias , aate sie und wies auf den roten Plüschsessel, der da vor dem Tisch mit der Häkeldecke stand. „Sie ollen diskret und verläßlich sein. Das ist es, was ich von Ihnen erwarte. Hier haben Sie meine Karte. Ich bin Frau Henriette Carlotti. Es handelt
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Herr Zacharias, an diese Art Unterredungen längst gewöhnt, sagte herzlich: ,Zch bin sozusagen Ihr Beichtvater, Frau Carlotti. Was Sie mir jetzt sagen, erfährt keine Menschenseele weiter. Sprechen Sie ich also ruhig aus."
„Natürlich", sagte Frau Carlotti. Ihre großen, grauen Augen sahen den Feldwebel a. D. gelassen an. Einen Zuspruch, eine Ermunterung benötigte ie nicht und lehnte sie ab.
Er schwieg dann auch sofort; sagte nur noch: „Um was handelt es sich? Um Ihren Gatten?
„Unsinn. Um meinen Sohn Ludwig. Er hat das Antiquitätengeschäft Ludwig Carlotti in der Nettel- mannstraße. Sie werden es kennen. Seit diese alten Sachen, die wir früher auf den Boden stellten, um sie los zu sein, wieder in die Zimmer geholt werden, hat er gut zu tun." .
„Ah, gewiß. Der bekannte Innenarchitekt Ludwig Carlotti. Gewiß, das Geschäft ist mir vertraut."
„Vertraut? Wieso?"
,Zst mir bekannt", verbesserte sich Herr Zacharias. „Also um Ihren Herrn Sohn handelt es sich. Ist er verheiratet?" .
„Ja. Eine sozusagen glückliche Ehe. Es schien wenigstens so. Ludwig behandelte seine Frau nut Zuvorkommenheit. Ich fand manchmal, er sei geradezu ein Waschlappen. Heute weiß ich, daß er ein schlechtes Gewissen hatte und deshalb zu allem Ja und Amen sagte. Männer sind nämlich feige, müssen Sie wissen. Sie kämpfen nie etwas durch; sie sind nicht für reinliche Scheidungen, sondern sie lassen alles laufen, wie es läuft. ,Es wird schon gut gehen. Aber meistens geht es dann durchaus nicht gut, und dann stehen sie da mit einem dicken Kopf. Mein Sohn Ludwig hat sich da ein Mädchen angelacht. Wahrscheinlich anfangs ganz harmlos. Aber Manner sind auch beschränkt, wissen Sie. Sie hat ihn umgarnt. Ich möchte behaupten, sie hat ihn verführt, denn mein Sohn Ludwig ist kein Adonis und Frauen gegenüber eigentlich eher ungewandt als geschickt."
Sie machte eine Atempause, aber ehe der De- tektiv den Mund öffnen konnte, fuhr sie schon fort:
Jetzt ist da so etwas daraus geworden, was mag nicht anders als ein festes Verhältnis bezeickMü
ren, tragenden Rindern und Kühen find Futter- beutel mit doppelter Umhüllung vorzubinden, deren Zwischenraum mit harnbefeuchtetem Heu, Gras oder Moos auszufüllen tft.
Einschleppen flüssiger Kampfstoffe ist durch Streuen von Chlorkalk auf den Boden vor Stallungen vorzubeugen.
Tierquälerei bei Einkäufen.
Es ist bekannt, wie lange sich der Einkauf van Lebensmitteln usw. hinziehen kann. Trotzdem unterlassen es manche Käuferinnen nicht, chre an Haus- und Zimmerwärme gewöhnten Hunde mitzunehmen und sie in der großen Kälte warten und frieren zu lassen. Die Folge dieses unvernünftigen Verhaltens, das an sich schon eine Tierquälerei dar- stellt, sind bei den Hunden oft Nierenerkrankungen und sonstige Leiden. Nach den Bestimmungen des Reich-Tierschutzgesetzes sind derartige Vernachläfsi- gungen der Tiere in Haltung, Pflege, Unterbringung und bei der Beförderung verboten und mit Strafe bedroht. Das letztere gilt auch für die Behandlung aller anderen Hunde in Haus und Hof.
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Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. Kranz
in Offiziers-Uniform, angetan mit der Amtskette des Rektors, den Saal und hielt sodann eine eindringliche Ansprache an die Studierenden, der folgendes entnommen sei:
„In einer schicksalsschweren Zeit begehen wir heute die feierliche Immatrikulation an unserer alten Alma mater Ludoviciana. 333 Jahre ist unsere Universität im westlichen Europa eines der Zentren kulturellen Schaffens und Wirkens gewesen. Mehr als elf Generationenfolgen im Leben der Menschen sind durch diese ehrwürdige Bildungsstätte gegangen. Bedeutende Männer sind aus dieser akademischen Gemeinschaft hervorgegangen. Forscher und Gelehrte von Weltruf haben auf unseren Lehrkanzeln gewirkt.
Eine große Zeit hatte im vorigen Semester die Schließung unserer akademischen Pforten notwendig gemacht. Üm so froher und dankbarer begrüßen wir den Entschluß unserer Führung, nunmehr — trotz Kriegszeiten — den Lehrbetrieb wieder aufzunehmen. In dieser Wiedereröffnung unserer Universität sehen wir das ruhige und siegesgewisse Kraftbewußtsein unserer nationalsozialistischen Regierung, ferner erkennen wir darin die ungebrochene Dynamik deutschen Kulturwillens, denn eine Nation, die trotz unerhörter Anstrengungen und Leistungen auf militärischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet mit einer solch ruhigen Selbstsicherheit auch die geistige Führung zu halten vermag, muß schlechterdings eine unbesiegbare sein und bleiben.
Es wäre müßig, in der augenblicklichen Kriegszeit über die Lage Großdeutschlands und über seine Feinde zu sprechen. Wir alle wissen, daß es sich darum handelt, dem neuerstandenen Reich aller Deutschen den Platz an der Sonne zu sichern, der ihm auf Grund seiner geschichtlichen Leistungen gebührt. Wir alle wissen, daß die Gegenseite ein arbeitsames, mit hohen Erbwerten ausgestattetes Volk zu vernichten sucht, dem fast alle europäischen Völker ihre Entwicklung und ihre Bedeutung verdanken.
Lassen Sie mich unsere Gedanken hinlenken zu den Besten unseres Volkes, lassen Sie mich denen unseren Gruß entbieten, die heute im Ehrenkleid des Soldaten an der Front stehen und lassen Sie mich vor allem von den Pflichten reden, die wir übernommen haben, wenn wir im Schutze unserer Feldgrauen in der Heimat auch auf geistigem Gebiet den Sieg an unsere Fahnen zu heften uns
Schuh der Tiere vor chemischen Kampsstoffen
lieben blieb ...
Vornotizen.
Tageskalender für Montag.
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NSG. Manche Hausfrau wird sich schon gemacht haben, warum eigentlich so viel von den Werten des Vollkornbrotes gesprochen wird und welches Brot das beste ist. Tatsächlich ist es so, daß das Vollkornbrot für den menschlichen Körper am gesündesten und wertvollsten ist. Es sind nämlich alle die Stoffe, die im Roggen enthalten sind, auch im Vollkornbrot mitoerarbeitet. Außer der Stärke, die den größten Teil des eigentlichen Mehles darstellt, kommen uns im Vollkornbrot auch die Eiweißstoffe, Salze und Ergänzungsstoffe des Kornes zugute. Und gerade diese sind zur Gesunderhaltung so sehr wichtig.
Man hat festgestellt, daß durch den Genuß eines vollwertigen kleiehaltigen Brotes dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße der sehr wertvolle Ergänzungsstoff Vitamin B zu geführt wird. Das Vollkornbrot ist uns eine Quelle lebensnotwendiger Stoffe. ... ,. .
Es wird nun die Frage auftauchen, wofür dieser wichtige Ergänzungsstoff (Vitamin B) eigentlich gut sein soll. Haben wir ihn überhaupt so nötig? Dazu ist zu sagen, daß dieser Ergänzungsstoff unentbchr- lich ist für den gesamten menschlichen Stoffwechsel (Atmung, Tätigkeit der Zellen) und daß er den Ansatz und die Ausnutzung der Nahrungsstoffe im Körper anregt und das Wachstum fördert. Außerdem ist er einflußreich bei verschiedenen Magen-
Gloria-Palast, Seltersweg: „Mutterliebe". — Lhtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kongo-Expreß".
Haushälterisch mit Brennstoffen umgehen.
Der NS.-Gaudienst teilt mit: Durch Schneefälle IO die anhaltende Kälte ist die Zufuhr von Brennofen zeitweise erschwert. Infolgedessen muß mit iei vorhandenen Vorräten haushälterisch umgegan- jei werden. Nur diejenigen Volksgenossen, die über hinerlei Vorräte mehr verfügen, dürfen Kennstoffe erhalten. Es' wird daher von jedem V-lksgenossen, der noch einen kleinen Bestand im RiCIer hat, erwartet, daß er diesen Verhältnissen Sichnung trägt. Die Kohlenhändler sind verpflichtet, Kstellungen von solchen Volksgenossen, die noch ü!-r Bestände verfügen, abzulehnen. Dies gilt ins- bcvndere auch für die Zentralheizungsbesitzer.
leiden, wahrscheinlich auch bei gichtigen Erkrankun- qen (Purinstofswechsel) und bei mancherlei nervösen Störungen. Manche unklaren Krankheitsbilder können durch Mangel an diesem Ergänzungsstoff erklärt werden, so z. B. entzündliche Krankheiten des Nervensystems während der Schwangerschaft, bei mancher Zuckerkrankheit u. a. m. Unser Körper arbeitet sehr unwirtschaftlich, wenn dieser besagte Stoff fehlt.
Außer diesen Gründen haben wir auch noch andere Vorteile durch das Vollkornbrot. Wir müssen dafür sorgen, daß den Kindern das gesunde Gebiß erhalten wird. Dies geschieht durch die kräftige mechanische Bewegung und Reibung beim Kauen des Vollkornbrotes und durch die gute Einspeichelung. Wir mch- sen weiter dafür sorgen, daß eine geregelte Verdauung zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann (durch stärkere Darmbewegung nach Genuß von Vollkornbrot), und außerdem wird das Wirtschaftsgeld länger reichen. Im Roggen sind nämlich die gleichen Nährwerte billiger als im Weizen und im groben Brot billiger als im feinen. Im Vollkornbrot find mehr wertvolle Nährstoffe, und daher ist sein Sättigungswert auch größer.
Es ist also in aller Interesse, zur Hebung der Gesundheit und Durchführung einer sparsamen Wirtschaftsführung, daß noch mehr als bisher Vollkornbrot verbraucht wird.
sogenannte gute Zimmer der Wohnung darstellen mochte. Frau Carlotti sah sich nicht viel um Sie ließ sich in den roten Plüschsessel sinken, letzt spurte sie doch ihre Beine und wartete.
An der gegenüberliegenden Wand, ihr Blick konnte nicht ausweichen, hing unter Glas das Bild eines Kompaniefeldwebels in der Friedensunisorm der Kaiserjahre. Oh, sie kannte sich als Oftlziers- tochter aus. Das dicke Buch vor der Brust steckte vorschriftsmäßig un der Stelle des zweiten und dritten geöffneten Uniformknopfes. Frau Carlotti reckte sich ein bißchen, die Uniform besser zu erkennen, denn das Glas spiegelte Garde natürlich, 4. Garderegiment zu Fuß. Parademarsch: Denkste denn, du Berliner Pflanze, denkste denn ich liebe dich weil ich mit dir tanze. Sie schmunzelte. Onkel Beter war Adjutant beim Bataillon gewesen damals wie lange war das her, damals, als Papa >u den Maikäfern kam als Oberstleutnant. Ja. roie lange mar das her? 1913 letztes Friedens,-.^ Sie war 33 gewesen ober 34. Natürlich, 34 mürbe fie ™ hem Jahr. 1900, mit 20 Jahren hatte sie den Privatdozenten Leonhard Carlotti geheiratet Sehr gegen den Willen der Eltern, die ihr Onkel Peter zugedacht hatten, den Bataillonsadiutanten mit bn großen Aussichten, denn er war ein von Windegger und der alte Baron Windegger stand bei Ma;esta in Aber fie hatte chon immer ihren Kopf für sich gehabt Si° heiratete den Dr. phil. Leonhard
Das Firmenschild war so groß, daß man es nicht Nl-rsehen konnte. Es nahm fast die ganze Flache te linken feststehenden Flügels der Wohnungstur piL Die Dame im schwarzen modischen Stoffmantel, -esten Schnitt und der Silberfuchsbesatz etwas über 6)eu Preis auslagten, war die beiden Treppen von k Potsdamer Straße herauf zu Fuß gestiegen
Carlotti. .
Sie hatte es niemals bereut. Peter Windegger fiel vor Lüttich. Das war gleich am Ansang Der Vater starb 1917 in den Karpathen an emer Ruhr^ Leonhard kam wieder aus dem großerKrieg. C sah seine beiden Jungen aufwachsen, die sie ihm nohnrPH hatte den Ludwig und den Gerhart. Er Lr Mer"al^sie Als er »ugkid) mü ö-r Prosesiur hen Lehrstuhl bekam, war er ein alter UJtann. HU früh für sie Aber sie fand sich darein. Die Jungens waren da! Sie lebte mit ihnen tue Sorgen und Note. Sie blieb jung mit den beiden.
Aber als Leonhard dann 1929 starb, als die Jungen erwachsen und nerforgt waren, war ihr Leben mit knapp 50 Jahren erledigt.
Sie iah gut aus, sicherlich hätte sie noch einmal Dekaten tonnen; aber sie dachte nicht daran.
Das laa nun schon wieder zehn Jahre zurück, cheute war sie 59 Jahre, und die Erschütterungen '"Wie^war^stdenn auf diesen Lebensabriß getonv
ich um folgendes:
Sie machte eine Paust. Der Gedanke kam ihr, ob es vielleicht angebracht sei, ihren Mädchennamen zu nennen. Der ehemalige Feldwebel mußte den Oberslleutnant späteren Oberst von Angerstein kennen Vielleicht war das dem Mann ein Ansporn, und er arbeitete verläßlicher? Aber sie unterlieg die Namensnennung und schob den Gedanken weg. Was der Herr Zacharias herausfinden sollte, war einfach Er würde Erfolg haben. Besser, er erfuhr von dieser nicht ganz sauberen Wäsche gar nicht so genau, wem er sie wusch. Denn Frau Carlotti, bei aller Selbstsicherheit und Willensklarheit, schämte sich ein bißchen. Sie war diefen Weg zu dem Detektiv allein und ohne Mitwisser gegangen. Ludwig, ihr ältester Sohn, durfte selbstverständlich nichts davon wissen. Ihn zu überlisten galt es ja gerade. Seine Frau Julia hätte womöglich zu ihm gehalten, wurde sie erfahren haben, was die Schwiegermutter vorhatte. Julia liebte Ludwig; und wenn Frauen lieben, handeln sie sogar gegen ihre Interessen.
Nein Julia hatte sie nichts sagen dürfen, obgleich Julia natürlich von dieser Jwanka wußte und darunter litt. Aber womöglich verteidigte sie in irgendeinem Winkel ihres Herzens Ludwigs Untreue. Sie waren lange genug verheiratet, er wurde zu ihr zurückfinden, dachte vielleicht Julia.
Da war sie anders, die verwitwete Frau Henriette Carlotti. Bei ihr hieß es, wer nicht zu mir steht, ist gegen mich. Zwischenlösungen lehnte sie ab Sie war in Münster im Kloster ausgewachsen und erzogen worden. Ihr Glauben hatte ihr immer sehr viel bedeutet. Vielleicht kam es daher, daß |ie so gerade, vielleicht sogar etwas hart und intolerant lwar. Ähr Stolz war es in den trüben Zeiten des
’üifte, Ueberwachungen. . wnnh
Bei dem Wort Ueberwachungen mußte lemanD
Ritt dem Einholekorb oder mit dem Sparers ock ^en das Schild gestoßen haben. Das w und les c in Ueberwachungen waren von de ^ Ema lle -gestoßen. Die Dame las anfangs stuchttg und irlaunt: Überraschungen. Ihre Stirn furchte! sich lllÄerraschungen? Natürlich; wenn man zu . üttettiD ging mit dem Plan wie sie rhn vorhatte, k:rbe das im weiteren Verlauf wohl Ueber- |to।jungen zutage fördern. Der Mann hatte ganz Iteilt, das gleich warnend an feine Tur zu schoben, Sr Mund bog sich ein bißchen; in den Win eln Ipt-anqen Falten auf. Aber dann wurde ihr^ Gesicht --der ernst. Sie drückte auf den Klingelknopb I Ein junges bläßliches Mädchen, dem man die I Büroarbeit anfah, öffnete ihr. ..
..Mein Name ist Carlotti , sagte die Dame „ich lichte Sjerrn Zacharias sprechen Allem und oloru hqo bin für zchn Uhr angemeldet." Ihr Stimme hir klangvoll; mehr dem Alt °stg°nahert als dem Upran. Sie sprach bestimmt, w,e lemand der eb ; jatoDnt ist, Anordnungen zu geben, die wide
bemühen.
Wenn heute in aller Welt der deutsche Mensch wieder feldstbewußt sein Haupt erhebt und sich mit Stolz zu seinem grohdeutschen Volke bekennen kann, so ist dies einzig und allein ein Verdienst des Führers und seiner nationalsozialistischen 3bee. Zum erstenmal in der Geschichte unseres Volkes sind die deutschen Stämme enb gültig geeint. Unsere mißgünstigen und gehässigen Gegner stehen vor der geballten Kraft des deutsch-germanischen Menschentums mit seinen Erb- und Schöpferwerten. Es ist uns nicht bange um den Ausgang des jetzigen Ringens. , , _
Mancherlei Umgestaltung hat das studentische Leben an unserer Universität erfahren. Wohl haben sich die Ausdrucksformen studentischen Lebens geändert, aber der Geist auf unseren Hochschulen ist der gleiche geblieben. Waren unsere Kameraden von Langemarck und Dixmuiden, unsere Kommilitonen in unzähligen Schlachten und Gefechten des Welt-
NSG. Gegen feindliche Fliegerbomben müssen auch unsere Haustiere vor der Einwirkung chemischer Kampfstoffe oder Giftgase — wie der Volksmund meist sagt — geschützt werden. Dem vorbeugenden Schutz ist hierbei größte Bedeutung beizumessen. Denn dieser ist weitaus leichter durchführbar, als später notwendig werdende Entgsiftung.
Deshalb Stallungen und Schuppen möglichst gas- sicher Herrichten. Sämtliche Oeffnungen (Fenster, Türen, Lustschächte, Luken) in ähnlicher Weise wie bei starkem Frost üblich abdichten, mit Brettern zunageln, mit Stallmist oder Lehmbrei zuschmieren. Türen und Fensterauslaaen mit stoffumwickelten, mannesarmstarken, fest geflochtenen Strohseilen benageln, die bei drohender Luftgefahr mit Chlorkalkbrühe durchseuchtet werden. Stalltüren mit mehreren Schichten Papier oder Pappe bekleben, vor, während und unmittelbar nach Luftangriffen Ställe geschlossen halten, um den aus dem faulen- ben Harn sich entwickelnden Ammoniak als wirksamen Helfer gegen Kampfstoffe zu erhalten.
Behelfsmäßigen Atemschutz gewähren Säcke oder Tücher, die mit Soda- oder doppelkohlensaurer Natronlösung getränkt sind.
Die Tücher müssen über Maul- und Nasenöffnung gezogen und zugebunden werden. Wertvollen Tie-
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(he sie ausbrechen sammeln sie sich, indem sie die ^»iiiäösten Bäume ihres Futterplatzes besetzen. Sie ■ ioden in dem kahlen Geäst reglos und wie erstarrt, :C- [eiterne, große Früchte, die nur der Winter kennt. »- So verstärken sie über dem weißen Untergrund der ikiil'osen Schneefläche das gegensätzliche Schwarz r* • [bei Bäume und Sträucher. Sobald sich aber die i Beine am Horizont senkt und ein rötlicher Schim- me: den grauen Himmel überfliegt, breiten die M Kühen ihre Flügel und rudern mit weit ausholen-
frer Schlägen ihrem Nachtquartier zu. Mag sich der Md auch ihnen entgegenstemmen und ihre schwarze Sal Ulke zu zerstreuen versuchen, sie halten ihre Bahn an! kämpfen sich durch, so schwer es ihnen auch V nMchmal wird. Lange ziehen sie lautlos dahin, ehe I eip heiserer Schrei ertönt und da und dort wieder-
1)0'2 wird. Sie fliegen rasch und in lockerer Gruppe. <| Er gibt keinen Vordermann, keine Reihen, keine h* und Nachhut. Jeder Vogel fliegt, wie es ihm bc ebt, Überholt und läßt sich Überholen. Dennoch
; M fein Vogel den andern und das Tempo des Zcwarms ist verblüffend. Die untergehende Sonne im Rücken jagen fie dahin, als seien sie auf der I Die Nacht soll sie nicht unterwegs über- rat)en. Im fernen, eisigen Nebel zerfließt ihr Flug- bil wie ein Wölkchen schwarzen Rauchs.
| Ranchmal, wenn der Hunger sie weiter und weiter llarieben hat, haben sie einen langen Weg. Dennoch ||K sie in der Frühdämmerung wieder die ersten ||wt die vom Walde kommend, sich menschlichen Sdlungen nähern. Wer gewohnt ist, zeitig auszu- sicca, hört die rauhen Ruse des lautlos über die Dcher der Stadt segelnden Geschwaders, wie er in de Dämmerstunden des Vorfrühlings das Flöten- X fazert der Amseln vernahm.
| >b der Schwarm noch vollzählig ist wie am Amd? In diesen harten Tagen des Frostes lauert bt: Tod auf die Krähen in vielerlei Gestalt. Da fie südlich find, auf den Siedern die Saat fressen und -WllGles andere vernichten, was ihnen erreichbar ist,
nitieieli , Gumr 18-39/ü .wecke < gesucht I in dü
,nz. j "Ä
Mllen an den Schläfen graue Locken hervor
Sie blieb aufatmend vor dem Schild stehen. Cs U::r aus Emaille, die Schrift leuchtete schwarz auf !o«ß. Johann Zacharias stand da. Darunter, g - -irrt gewissermaßen: Detektei. Und dann wi der litoas kleiner in den Buchstaben: Ermittlungen, Aus-
flut ihnen der Jäger nicht nur mit der Flinte, federn auch mit Gift nach. Gestern sah ich die -—r! Huren eines Todeskampses einer vergifteten Krähe Mlen<| !i in Sd)nee. Wie muß fie sich flatternd und kreisend J! f hbeguält haben, ehe fie mit ausgebreiteten Schwin- ....... P. B.
»l- L L nmcht chii-„ tm. Leb°n fchw°r.
W mulCniUm , ^ften Trimester- 1940 zur feierlichen Jmmatrikula- ' Trt.n Ä Ls f,ctau5= tion. 325 Studierende nahmen daran teil. Zahlreiche
strapazen- Studenten erschienen in der feldqrauen Uniform, |üt?e5 strs'sen sie andere in der blauen Uniform der 'Luftwaffe, einige
Beter, um neue gutterplage zu fudjen. Seiner der ,n t,er schwarzen Uniform der Tankwaffe. Auch eine und SrMchwarzen Loge, sondert sich von ^stattliche Anzahl Studentinnen war anwesend. Vor [eiwrn Schwarm ab. Sie halten gemeinsame Tafel ^er Fahne des Dritten Reiches stand eine Büste des .„I ötiipm ’/l rfPT (in itlittJiifprn nhor imnAnn Kam


