Ausgabe 
28.10.1940
 
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Montag, 28 Mober mo

Ur. 255 Zweiter Blatt

Eichener Anzeiger <Se»erat-Anzeiger für Sberheffen)

Deutsch-italienische Gemeinschastsfeier

Haus dankte

Das gut besuchte Aufmerksamkeit und

folgte mit andächtiger mit lebhaftem Beifall. Hans Thyriot.

Ich gehe die verwegenste Wette ein: Kein Sorti­menter in Leipzig kann stolzer sein auf ein erlese­nes Bücherfenster, als es meine kleine Schar war. Es war das Glück, das im Schöpferischen beschlossen ist.

Als die kleinen Buchhändler dann schmausend um den Kindertisch saßen, da kam ich zu ihnen als das deutsche Märchen blaues Tuch um die Schultern, ein Blumenkranz im Haar, die Fiedel in der Hand und brachte ihnen zum Tag des Buches Lieder und Blumennrärchen aus dem Walde mit. Ganz von selbst fingen dann die Kinder an, Frühlings- gedichte zu sagen, und eines sprach sogar ein eigenes kleines Osterhasengedicht, das es sich eigens für un­seren Büchertag ausgedacht hatte. Waren sie da nicht sehr aktiv am Tag des Buches beteiligt?

Zuletzt gabs ein fröhliches Hallo: Ich kam als fliegender Buchhändler" nun sehr männlich her­gerichtet, eine Kiste voll Bücher an einem dicken Strick als Bücherkarren hinter mir herziehend. Ich pries meine Bücher an, versuchte, die Käufer von ihrem Wert zu überzeugen, erzählte betrübt, daß selbst am Tag des Buches niemand etwas gekauft habe, aber den Kindern, denen schenkte ich je ein Büchlein zum Düchertag!

Strahlend zogen sie ab!

Jedes hatte nur eine jener billigen, aber hübschen Jugendschriften bekommen. Trotzdem weiß ich: Sie werden ihnen lieb sein und ihnen mehr gehören als irgendein anderes Buch. Es waren ja auch Kinder dabei, die in sehr dunklen Stuben wohnen, in denen ein buntes kleines Buch selten ist wie eine Blume im lichtlosen Winkel.

Nächstes Jahr wird wieder Tag des Buches sein. Dann werden sie vielleicht ihre Büchelchen hervor« holen. Vielleicht sind sie auch schon zerlesen bis da­hin. Das wäre noch viel schöner. Dann leere ich wieder meinen Bücherkarren vor chnen aus.

Und noch viele Jahre hindurch wird der Tag des Buches sein, hoffentlich! Wenn die Kinder schon groß sind und keine Kinder mehr. Vielleicht, daß einem von ihnen dann einmal einfällt, wie wir Tag des Buches spielten. Vielleicht, daß es sich im Gedenken daran dann ein Buch kauft, wenn es das irgend kann. Vielleicht, daß ihm. aus dem Buch eine große Freude kommt, vielleicht noch mehr, Anrufung, Wesenlliches für fein Leben.

Und dann ist unser Tag des Buches vielleicht doch mehr als ein Spiel gewesen.

irgend schon verstehen können, sei es auch nur im Bilde. Kunstblätter noch, kleine keramische Figuren, Puppen, mancherlei aus dem Baukasten, viele Blu­men »nd Zweige, ein fröhliches Durcheinander. Die Kinder staunten, aber sie wissen schon, daß wir immer alles brauchen können beim Spiel, daß alles zum brauchbaren Requisit wird. Wer wüßte das besser als Kinder, denen die Dinge so vieldeutig sind?

So! Wir haben heute eine große Buchhandlung, und jeder von uns macht ein Bücherfenster", weil Tag des Buches" ist. Wißt chr, zum Beispiel ein Fenster: Das Tierbuch. Oder: Weihnachten und Buch. Oder: Das Märchenbuch! Frühling und Buch! Bücher für ganz kleine Kinder!" Das riefen schon die größeren Kinder selber, begeistert von meinem Vorschlag und mitten in der Idee.

Und damit die Fenster recht schön werden, wollen wir sie alle schmücken. Wollen mal sehen, ob chr die richtigen Bilder und sonst allerlei zu euren Fenstern findet."

Sie einigten sich auf die Namen der einzelnen Fenster und wer sie ausstellen sollte es gab dabei natürlich ein paar Ressortstreitigkeiten zu schlichten sie wühlten und wählten beglückt in den Büchern, Bildern, Spielsachen und Blumen, und auch dabei war natürlich manchmal über das Besitz­recht zu entscheiden, aber gerade dadurch war Ge­legenheit gegeben, ihnen die zahllosen Möglichkeiten der Zusammenstellung zu zeigen, ihnen eine Ahnung von dem Glück zu geben, aus einem Nichts etwas zu machen.

Was hatten wir dann feine Bücherfenster! Ihr würdet staunen, was die Kinder fertig brachten, wie sie die Beziehungen entdeckt hatten. Und wie hübsch hatten sie die Bücher hingelegt, leicht aufgeblättert wie von einem Windhauch, Bilder als Lockung aus- geschlagen. Vielleicht ging chnen dabei zum ersten Male eine Ahnung auf vom Wesen der Bücher, von den feinen, hauchzarten Fäden, die zwischen Büchern und vielen anderen Dingen un­sichtbar gesponnen sind.

Und wie trat das Wesen der Kinder beimAus- stellen" sichtbar zutage!

Mein füngfterBuchhändlerlehrling" zum Bei­spiel hockte versunken zwischen seinen Büchern und las las. Auch einBuchhändlertyp", und ein Kindertyp, nicht wahr?

Wie waren die Kinder stolz auf ihreFenster"!

ihrem kleinen Reigen wurde am spürbarsten von Luise Prasser in eine verhalten tänzerische Form aufgelöst: chre Sanderein, in fließendes Blau geklei­det, bewegte sich mit der herben Anmut einer na­menlosen, balladesken Volksliedfigur. Ihr zur Seite, hüben und drüben, wie zierliche Umrisse aus einer alten Bilderhandschrift, die höfisch gefaßten Erschei­nungen Lanzelots und des ritterlichen Jägers, von den Herren Bernd Müller und Hans Caninen- b c r g gesprochen. Hilde Kneip war die volks- märchenhaft intrigante Mutter, Herr D o l ck der leise humorig angehauchte Waldhüter, Herr Lowitz der Knecht Reinhold, zugleich ein gemessener Pro­logsprecher,

Wir spieltenTag des Buches"

4>on Lina Staab.

Dom Kind und vom Buch soll ich schreiben, aber es ist nicht meine Sache, gelehrte, pädagogische Ab­handlungen zu verfassen. Davon verstehe ich wenig. Ich kann nur erzählen von Begegnungen zwischen Kindern und Büchern, die ich miterlebt habe. Die letzte und schönste ist die gewesen, als wirTag des Buches" spielten. r r

Spielten? Eine so ernsthafte, fast schon amttiche Angelegenheit?" .... tY¥X... ,

0 ja, wir spielten alles, mein kleines Mädchen, ihre Freundinnen und ich. Wir machten eine zauber­hafte Jtalienreise durch meine Stube, als ich aus Venedig und Florenz zurückgekommen war, wir gaben zu Ehren der neu angekommenen Puppe Tokokuka eines fremden kleinen Wesens mit Schlitzaugen ein japanisches Kirschblütenfest, wir improvisierten im Advent ein kleines Spiel warum sollten wir nichtTag des Buches" spielen? Lockte nicht der Zauberberg von Bilder- und Mär­chenbüchern mit seinem Wald und seinen hellen Lichtungen, die mein Kind schon allein durchstreift, genug dazu?

Ich holte mir ein paar Kinder und schichtete den Bücherderg in meiner Stube auf, aus meinen Büchern war noch hinzugekommen, was Kinder

Die kinderreiche Familie als Ideal des deutschen Volkes

Eine eindrucksvolle Feierstunde in der Aula.

Aus der Stad« Gießen.

Das Buch - eine Welt!

Micher und Harnisch soll man oft gebrauchen", lautet em altes, fast vergessenes Wort unseres Volksmundes, und es wird aus ihm ersichtlich, daß unsereBuchkultur" bereits vor langen Zeiten, als man namhd) nod> den Harnisch trug, in weiten Streifen Deutschlands gepflegt wurde. Ja, Wehr- W .un° Lehrstand sind immer treulich bei UNS Hand in Hand gegangen, und das Wort vom deut­schen Schulmeister, der die Schlacht bei Königgrätz gewonnen habe, birgt viel tiefen Sinn. Denn nach olchie ist esbie Kraft des Gemütes, die den Sieg erficht ; das will besagen: nicht der an seinem Sold m t l er?e Landsknecht kann in Stunden größter Gefahr ein Land erretten und ein Volk schützen, sondern lediglich der Dolksangehörige, der die Kriegs- waffen mit heiliger Begeisterung trägt, kann dem Vater lande wirksamsten Schirm unb Schutz bieten. JJa^u gehört aber, daß seine Derstandesbildung und seine Herzensbildung ihn befähigen, seine hohen sutllchen Aufgaben voll zu erfassen. Und dazu dient nach der häuslichen Grunderziehung die Schule, die Berufsausbildung und schließlich die soldatische Er­ziehung, dient als wichtiger Helfer das Buch. Bucher sind stumme Lehrer", sagt achtungsvoll der deutsche Volksmund, und diese Lehrer sollen das ganze Leben hindurch jeden Volksgenossen fortbe­lehren, wenn des Lehrers und anderer Erzieher Stimme längst verklungen ist.

Sich eine Weltanschauung zu erringen, ist höchstes geistiges Ziel jedes denkenden Menschen, denn nur hie gefestigte Anschauung der Umwelt kann uns die Erkenntnis vermitteln, die uns die Richtlinien unfe- res sittlichen und praktischen Handelns weist.Das Buch ist eine Welt" lautet ein geflügeltes Wort, drum ist es befähigt, unsere Weltkenntnis und un­sere Lebensanschauung zu vertiefen. Dazu aehört aber eine weise Wahl, denn Deutschlands Bücher­markt ist zu groß, als daß er sich leicht überschauen ließe, und es kommt ja auch nicht darauf an, recht viel Wissen ins Hirn zu pfropfen, sondern das aus­zuwählen, was dem einzelnen dienlich und gedeih­lich ist.Bücher fressen und verschlingen, aber nicht lauen und verdauen, ist ungesund!" Diese Volks­weisheit ist unbestreitbar. Mit Hingabe zu lesen, bann einmal wieder von dem Buche fortzuschauen und ins eigene Innere zu lauschen, welche Resonanz das Gelesene gibt, ist eine nützliche Kunst; sie allein vermag die Gaben des Buches ftuchtbar zu machen. Denn das gute Buch gibt dem besinnlichen Leser zweierlei: Weitblick und Tiefblick. Das Buch gleichgültig welchen Inhalts ist einmal gleichsam ein Fernrohr, das uns in die Welt blicken läßt, uns andere Menschen und andere Verhältnisse darstellt, als sie uns geläufig find. Das gilt nicht etwa nur für Beschreibungen fremder Länder und Völker. Nein, auch die nähere Umwelt und sogar benach­barte Menschen sind uns ja oft weltenfern. Auch sie, ja gerade sie sollst du verstehen lernen. So bietet uns dann bas Buch Bereicherung unseres Ausblickes. Es schärft auch unseren Einblick ins eigene Selbst, und so ist das Buch gewissermaßen nicht nur ein Teleskop, sondern auch ein Mikroskop, das uns den Anblick ungeahnter Dinge nahebringt und die Er­kenntnis eines uns vorher verschleierten Mikro­kosmos mit seinen Wundem vermittelt. Da ist etwa der soziale Roman, die seine Humoreske, das liebe- voll geschliffene Gedicht zu nennen. Wie ein Chir­urg senkt der seelenkundige Poet seine Sonde ein, wie ein Bakteriologe am Vergrößerungsglase ent­hüllt uns der Sozialethiker Zusammenhänge, die unser Weltbild gewaltig erweitern. Einen Spiegel hält uns der Philosoph ober Aphoristiker vor und läßt uns geahnte Flecken erkennen, bie wir erst zu beseitigen vermögen, seit wir sie gesehen haben. Den Zusammenhang mit den Geschehnissen ber Ferne sichert der meitbeutenbe Entdecker, der Wirtschafts­geograph, ber Politiker; und an,bem Kampfe unse­res Heldenheeres läßt uns der Kriegsbericht in Buch unb Zeitung teilnehmen. So bestätigt sich benn wirk­lich die Volks Weisheit, bie besagt:Das Buch ist eine Welt!" Unb uns an immer neuen Weltbildern zu bilben, ist bas Werbeziel ber deutschen Buchwoche des Kriegs jahres 1 9 40 Denn gerade jetzt ist es doppelt nötig, bie Weltanschauung jedes einzelnen zu festigen und zu vertiefen. V. A.

Gießener Stadttheater.

Zweite Morgenveranstaltung: Lanzelot und Tanderein."

Das Spiel von Lanzelot, Fürsten von Dänemark, und der schönen Sanderein, aus bem Altflarnllchen von Friedrich Markus Huebner, ift eine aus deutschen Bühnen nicht sellen gegebene Folge mit­telalterlich-höfischer Szenen m elpfa^9eIi

Reimpaaren; es erzählt, nicht oum-lehrhafte Nutz anwendung und Moral zum Schluß, die traurige Liebesgeschichte des jungen Prinzen Lanzelof, der in Siebe zur schönen Sanderein entbrennt, bie ent­zieht sich seiner Werbung, weil sie nur em armes Kind aus bem Volke sei, dem Prinzen nicht eben­bürtig. Lanzelots Mutter aber bringt es mit bösen, lügnerischen Worten bennoch dahin, daß Sanderern Lanzelots Wünschen arglos gefügig und ihm wie eine Buhlerin schnöbe und unedel verlassen wird. Sie geht traurig unb getauscht J^lenb und findet die reine Neigung eines Ritters der sich ihr als Gemahl verbindet. Lanzelotz von Reue uti> Sieb= verzehrt, schickt I"N°N Knecht R nho d ± Änb °°om

Borkum FLen°^-Ue., fegt jbn ertenn^ daß Sanderein ihm für immer verloren 'st- Er gibt sich in Liebesklagen verzweifelnd, den Tod.

Gobelin- figural un» fparfam M Wem D-

erzählenden Prologs verbunden.

Auffuhrungsweise bewir 0 ^usinm^mög-

"

Sodann erinnerte der Redner daran, daß der Na­tionalsozialismus sofort nach der Machtübernahme alle Maßnahmen zur Förderung ber kinderreichen Familien getroffen habe, um damit seine besondere Anerkennung für diese Familien zum Ausdruck zu bringen. Es sei die Aufgabe aller deutschen Men­schen, bas Ideal bes Führers zum ©emeinaut ber ganzen Volksgemeinschaft zu machen, denn dadurch werde ber Bestaub unseres Volkes für ewige Zei­ten gesichert fein. Die kinderreiche Familie müsse immer das Ideal des deutschen Volkes sein, und bie Frau und Mutter, die einer Reihe von Kindern bas Leben schenkte und bamit ber Nation wert­vollste Dienste geleistet habe, sei ber besonderen Achtung und Dankbarkeit des ganzen Volkes wür­dig. Die kinderreichen Eltern hätten allen Grund, auf ihren Kinderreichtum und auf die Anerkennung der Volksgemeinschaft stolz zu sein, und sie dürften

auch die Gewißheit haben, baß von der Volksge­meinschaft alles getan werde, um diesen Kindern ben Weg durch bas Leben zu ebnen.

Hieraus überreichte Kreisleiter Backhaus ben fünf- unbvierzig Familien aus dem Kreise Wetterau feierlich bie Ehrenbücher als Ausbruck ber hohen und bankbaren Anerkennung unseres Volkes.

Streichmusik ber Spielschar ber Hitler-Jugend und der Liebvortrag der Jugendgruppe ber Frauen­schaftEin Volk, ein Reich, ein Führer" leitete über zu dem Schlußwort, bas ber Kreisamtsleiter Dr. Wießmann als Vertreter bes ebenfalls aus­wärts weilenden Landesleiters des Reichsbunbes Deutsche Familie und Leiters des Rassenpolitischen Amtes, Professor Dr. Kranz sprach. Er betonte, daß die Verleihung dieses Ehrenbuches bie ausge­zeichneten Familien als Staatsbürger erster Klasse kennzeichne, um ihnen bamit zu beweisen, daß bie Volksgemeinschaft ihnen höchste Anerkennugn zolle. Er gab bem Wunsche Ausdruck, daß ber von den kinderreichen Familien bekunbete Wille zum Kinde sich immer mehr in unserem Volke ausbreiten möge im Dienste für unser ewiges Großdeutschland. Dann schloß der Redner die Kunbgebung mit bem Gruß an den Führer, dem die große Versammlung freu- big zustimmte.

Zum ersten Male würben im Kreise Wetterau kinderreiche Familien durch die Uederreichung des Ehrenbuches für bie beutfche kinderreiche Familie ausgezeichnet. Die Feierstunde am gestrigen Sonn­tag nachmittag in ber Aula ber Universität war so stark besucht, daß ber große Saal fast bis zum letzten Platze besetzt war. Die Ehrung galt 45 kin- derreichen Familien aus bem Kreise Wetterau.

Streichmusik ber Spielschar ber Hitler-Jugend des Bannes 116 Gießen leitete bie Feier in schöner Weise ein. Dann wurde in einem Dorspruch von Meta Amen d.von ber Jugenbgruppe ber Frauen­schaft bie kinberreiche Familie und insbesondere das. Muttertum als zentraler Mittelpunkt einer solchen Familiengemeinschaft gefeiert Anschließend sang bie Jugendgruppe ber Frauenschaft bas weihevolle Bekenntnis-LiebDeutschlanb heiliges Wort". Hierauf überbrachte -

Beigeordneter Nicolaus

als Vertreter des bienstlich auswärts wellenden Oberbürgermeisters dessen und der Stadt Gießen herzliche Grüße, in erster Linie an die im Mittel­punkt ber Feier stehenben kinberreichen Eltern, fer­ner an bie Vertreter der Partei, der Wehrmacht und ber übrigen Behörden. Dabei hob er mit Ge­nugtuung hervor, baß biefe Feierstunde in ber Stadt Gießen veranstaltet werbe. Er wies sobann auf die innere Kraft unb bie Stärke sowie ben Ge­meinschaftssinn hin, bie sich namentlich in ben kin­berreichen Familien betunben und bie zu ehren biefe Feier als ein Ausdruck ber nationalsozialisti­schen Volksauffassung bestimmt sei. Der Redner schloß seine Worte mit einer herzlichen Huldigung für bie beutsche Frau und Mutter als Hüterin bes kostbarsten deutschen Gutes unseres Volkes, unserer Kinber, des beutschen Volkstums und bamit ber deutschen Zukunft.

Kreisleiter Backhaus

als Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau betonte am Beginn seiner Ansprache den hohen Sinn der Gemeinschaft, ber befonbers in der Fa­milie und in höchster Ausprägung in der Volks­gemeinschaft, der Gemeinschaft des Blutes aller deut­schen Menschen, zum Ausbruck komme. Jeder von uns sei in biefe Gemeinschaft hineingeboren, unb wir könnten glücklich barüber jein, daß wir bem deut­schen Volke angehören, denn dieses Volk stelle eine sehr hochwertige Rasse bar, bie ber Welt jchon eine Fülle ber größten Kulturgüter geschenkt habe. Die Gemeinschaft des Blutes unb des Volkes fei eine von Gott gewollte unb von ihm errichtete Gemein­schaft, an ber wir nichts ändern können. Wer biefe Gemeinschaft bes Blutes unb des Volkes Nicht an­erkenne, verstoße wider Gottes Gebot. Der Führer habe uns die ewigen Gesetze des Schöpfers von ber Gemeinschaft bes Blutes wieder klar vor Augen ge­führt, unb es fei bas große Verdienst des Führers, daß er als erster in der Welt dieses Gesetz des Blutes und ber Rasse erkannte unb betonte und bamit dem deutschen Volke den Weg zeigte, ber es in eine große Zukunft führe.

Der deutschen Aufwärtsentwicklung stellte er als Beispiel für den Niebergang, ber aus der Nicht­achtung des Gesetzes von Rasse und Blut hervor­geht, die Entwicklung in Frankreich gegenüber. Des­sen moralischer Verfall sei darauf zurückzuführen, daß das französische Volk sich nicht nur das Ein- kinbersystem zum Prinzip machte und seine Sterb­lichkeit größer als die Geburtenzahl ist, sondern daß es vor allem den rassischen Instinkt verlor und die Blutsverbindung mit rassefremden und farbi­gen Elementen einqing. Dadurch habe bas franzö­sische Volk bie Kraft verloren, sich gegenüber ben jungen unb gefunben Völkern zu behaupten. Der Niedergang Frankreichs sei aber auch auf die Herr­schaft des Judentums zurückzuführen, das immer bestrebt gewesen sei, gesunde Völker zum Zusam­menbruch zu bringen, damit das internationale Judentum zur Herrschaft gelangen konnte.

Am gestrigen Sonntag nachmittag oeranftaltete die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, mit den im Kreise Gießen beschäftigten italienischen Arbei­tern eine in ihrer Gestaltung und Durchführung vortreffliche Gemeinschaftsfeier, die zugleich der Er­innerung an den Marsch auf Rom vor 18 Jahren diente. Die ttalienischen Arbeiter und Arbeiterinnen, vielfach mit den in den italienischen Landesfarben gehaltenen Halstüchern geschmückt, marschierten ge­schlossen vom Oswaldsgarten über die Bahnhof­straße zumBurghof". Der mit Blattgrün und Herbstblumen ausgestaltete Saal zeigte die Bilder der beiden Führer und die italienischen und die deutschen Fahnen, sowie das Hoheitsabzeichen un­serer Bewegung.

Mit Marschmusik und unter den Klängen der Fanfaren der Hitler-Jugend rückten die Italiener in den Saal ein, in dem die Politischen Leiter der 4 Gießener Ortsgruppen, Abteilungsleiter Schnä - gelsberger vom Landesarbeitsamt Hessen, der Leiter des Arbeitsamtes, Oberregierungsrat Dr. Nonnenmann mit seinen Mitarbeitern, der stell­vertretende Kreisobmann der Deutschen Arbeits­front Pg. Schmidt, der Leiter des Versuchsgutes der Universität Dr. Pfaff und andere Ehrengäste Platz genommen hatten.

Der Ortsgruppenleiter Gießen-Nord, Pg. Tho­mas, konnte den stellvertretenden italienischen Generalkonsul in Frankfurt a. M. Sabbottig, sowie den Inspektor der Confederazione fajcifta Lavoratori agricoltura Dr. Teodori begrüßen. Sein weiterer Gruß galt den iltalienischen Kame­raden und deren deutschen Betriebsführern, sowie den Parteigenossen und Ehrengästen. In seiner An­sprache führte er u. a. aus: Wenn wir für diese Feier den heutigen Tage gewählt haben, so ge­schah dies im Gedenken an den ereignisvollen »auf Rom, der sich am 28. Oktober zum ale jährt und der eurem großen Duce die Möglichkeit gab, fein geniales Programm zu ent­falten, das für Italien und für Europa eine neue Epoche ins Leben rief. Wir haben euch, liebe Ka­meraden, zu diejer Feier geladen, um euch in herz­licher Anerkennung unseren Dank zu sagen für eure wertvolle Mitarbeit. Die Absichten der west­lichen Demokratien zu Beginn dieses Krieges, das deutsche Volk auszuhungern, sind in allen Teilen kläglich gescheitert, und zur Zeit wird dem Ur­heber allssn Uebels, England, von unseren in treuer Kameradschaft verbundenen Armeen mit gleicher Münze unter Beimischung gewaltiger Bombenmen­gen heimgezahlt.

Als im Jahre 1935 der Existenzkampf des ita­lienischen Volkes sicsi in Abessinien entfaltete und fast die gesamte Welt sich mit den Sanktionen gegen das faschistische Italien stellte, bewährte sich zum ersten Male die Freundschaft unserer beiden Völker. Eindeutig stellte sich das Deutschland Adolf

Hillers hinter das junge faschistische Italien, und die Absichten der Demokratien, Italien in feinem Kampfe zu hindern und die italienischen Armeen um ihren Sieg zu bringen, wurden zunichte ge­macht.

Heute stehen die beiden jungen autoritären Staa­ten demselben alten Feinde in treuer Waffenbrü­derschaft gegenüber. Der Redner gedachte bann der italienischen und deutschen Kameraden, die wäh­rend der bisherigen harten Kämpfe ihr Leben für chr Vaterland und für ein neues und besseres Eu­ropa hingegeben haben. Nach der Ehrung der Ge­fallenen sprach er noch einmal den treuen und flei­ßigen italienischen Mitarbeitern in der deutschen Landwirtschaft und den sonstigen Bettieben im Na­men der NSDAP, und des ganzen deutschen Volkes herzlichen Dank aus. In dem festen Glauben an den baldigen Endsieg unserer verbündeten Heere grüßen wir in Ehrfurcht Seine Majestät den Kömg von Italien und Albanien und Kaiser von Aethio- pien, wir grüßen die genialen Führer der beiden großen Nationen, euren Duce Benito Mussolini und unseren Führer Adolf Hitler, wir grüßen das verbündete Italien!

Nach dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes sprach zunächst der Inspektor Dr. Teodori, der u. a. ausführte: Ich benutze gern die Gelegenheit, den anwesenden Autoritäten der Partei, vor allem dem Kreisleiter des Kreises Wetterau, Backhaus, und des Staates für diese Feier zu danken, welche ver­bunden wurde mit der feierlichen Erinnerung an den Jahrestag des Marsches auf Rom, den ich per­sönlich mitgemacht habe. Ich danke den Vertretern der Partei, dem Arbeitsamt und allen Ehrengästen, daß sie uns die Ehre ihres Besuches gegeben haben. Die Erinnerung des Marsches auf Rom ist so groß und so gewaltig, daß es sich erübrigt, darauf näher einzugehen. Tatsache ist jedoch, daß es heute nicht mehr ber Marsch auf Rom ist, sondern der M a r s ch von Rom. Der Redner feierte sodann die Erfolge der verbündeten Armeen und gab dem Siegeswillen beider Völker Ausdruck. Weiterhin dankte er der Partei und dem Staat für die freundliche Auf­nahme, die sie feinen Landsleuten bereitet haben, und bezeichnete die Zusammenarbeit als vorbildlich. Zum Schluß gedachte er des italienischen Herrschers und der beiden Führer. Den deutschen und den ita­lienischen Kameraden übermittelte er die Grüße des Präsidenten der Confederazione.

Der stellvertretende Generalkonsul S a b o 11 i g überbrachte die Grüße bes Generalkonsuls und dankte gleichfalls für die freundliche Aufnahme sowie für das herzliche Gedenken des Jahrestages des Marsches auf Rom.

Pg. D i ö o n i übersetzte die Ansprachen ins Ita­lienische bzw. ins Deutsche. Bei der Uebersetzung der Ansprache des Ortsgruppenleiters Thomas wurde er wiederholt von dem stürmischen Beifall