Ausgabe 
28.10.1940
 
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tum eine wertvolle Kriegsvorbereitung. Nicht zu deutschen Lebensraum zur Aufgabe hat. Die Schul- unterschätzen sei auch der Beitrag des Philosophen, sammlung ist für die Tage vom 22. bis 24. Novem-

MotorisierteUmsiedlungausBessarabien

der vorgesehen. Schüler und SchAerinen vom 10. Lebensjahr an können dazu herangezogen werden. Auch die Hitler-Jugend wird Mitwirken. Das Sam­meln ist lediglich innerhalb bes Bekanntenkreises der Sammler gestattet und darf nicht auf Stra­ßen und Plätzen oder von Haus zu Haus geschehen. Statt der früheren Quittungsbücher werden dies­mal Bildkarten zum Preise von 20 Rpf. verkauft. Es handelt sich um drei Serien: Männer der Front; Das deutsche Antlitz; Deutschtum im Aufbruch. Die ersten beiden Serien zeigen besonders verdiente Angehörige der drei Wehrmachtteile sowie typische Vertreter des Deutschtums in den einzelnen Volks­gruppen. Die dritte Serie bringt Bilder von be­orderen Vorgängen im Leben der deutschen Volks­

gruppen.

Japanische Studentenschasten.

Mit dem Beginn dieses Wintersemesters greifen an den japanischen Hochschulen wesentliche Der-

Kriegsschäden an Kunst und Kultur

Don unserem Schm.-Korrespondenten.

Wenn im vergangenen Winter 130 NSKK.-Män- ner in Rußland eingesetzt waren, um in Eis und Schnee, bei 40 Grad Kälte den gesamten Mo- torisierungseinsatz bei der Aussiedlung der Wol­hynien- und Galiziendeutschen zu be­wältigen, wenn sie dabei auf den schlechten Stra­ßen des ehemaligen Polen den großen Anforde­rungen, die durch Federbrüche, Getriebeschaden und Kühlereinfrieren entstanden, gewachsen waren, so ist diese kühne Leistung immer wieder den Ersah- rungen erprobter NSKK.-Gelänbefcchrer zu verbau- (en. Als nun im August dieses Jahres der Führer die Umsiedlung der Bessarabien- und Bu- chenlanddeutschen befahl, wandte sich der Reichsführer ff abermals an den Korpsführer mit der Bitte, ihm diesmal 600 NSKK.-Männer zur Be­wältigung des gesamten Motorisierungseinsatzes bei dieser Umsiedlung, die durch vier Balkanländer führt, zur Verfügung zu stellen.

In kurzer Frist meldeten sich freiwillig 600 NSKK.-Männer zu diesem Dienst. Sie wurden in der Nähe von Berlin zusammengezogen, erhielten dort, je nach Fachkenntnissen, die 500 Fahrzeuge, Omnibusse, Lastkraftwagen, Krafträder und Perso­nenwagen und reiften zunächst zum Hauptstützpunkt der Umsiedlungskommission, nach Galatz in Ru­mänien. Sie fuhren sechs Tage und sechs Nächte.

Der gesamte Umsiedlungsstab der ff, die Kräfte der NSV., des Roten Kreuzes und des NSKK. sind in Galatz auf dem von der rumänischen Re­gierung zur Verfügung gestellten Kriegsflughafen untergebracht. Dort sind geräumige Hallen, Büro­räume und Kantinen und ein großes Freilandareal als Unterkunft für triefe Riesenorganisation vorhan­den; außerdem können die 120 000 Volksdeutschen, die umgesiedelt werden, dort ebenfalls vorüber­gehend unterqebracht werden.

Das NSKK -Bessarabien- und Dukowinakom- mando hat Anfang September von dort aus die erforderlichen Dienststellen besetzt. Der Hauptstab der Umsiedlungskommission, an seiner Spitze ff- Standartenführer Hofsmeier, arbeitet in Taru- t i n o mit 50 Mitarbeitern und 15 NSKK.-Män- nern, die über 10 PKW. verfügen. Von hier aus wird der Gesamteinsatz Buchenland und Bessarabien geleitet. Hier beendet sich auch die Hauvtbefehls- stelle des NSKK. Die russische Kommission hat ebenfalls in Tarutino chr Hauptquartier.

In Mannsburg, Albota, Beresina und Kischlneff, den Hauptdistrikten Bessarabiens, arbeiten je zehn Ortsbevollmachtigte mit je 40 Mitarbeitern. Ihnen wr Seite stehen jeweils 55 NSKK.--Männer mit 10 PKW., 30 LKW. und mehreren Omnibussen zur

änderungen Platz. Künftighin wird jebe Hochschule ihre straff gegliederte Studentenschaft haben. Jede Studentenschaft hat fünf Unterabteilungen;

1. Die Führung, die aus Studenten besteht, die der Rektor auf Grund ihrer fachlichen und charak­terlichen Fähigkeiten ernennt. 2. Ein A m t für Leibesübungen, dem der studentische Ar­beitsdienst und der Sport unterstehen. 3. Ein W e h r a m t, das dazu bestimmt ist, die Studenten im Segelflug, Schießen, Reiten, Kraftfahrwesen und Flugzeugführung auszubilden. 4. Ein Kultur­amt, dem es obliegt, die Studenten bei chrem Studium zu beraten sowie die Schönen Künste und alle Kulturgebiete zu pflegen. 5. Das Amt für die Ueberwachung und Leitung des studentischen Lebens. Die Zugehörigkeit zu der Studentenschaft ist obligatorisch. Der Lehrkörper der Hochschule ist an der Führung der Studentenschaft beteiligt Aber es wird Wert darauf gelegt, daß die Studenten selber ihre Fähigkeiten in dieser Organisation zur Geltung bringen.

Abwicklung der gesamten Motorisierung. Die Zen­trale für das Buchenland liegt in Czernowitz und ist in gleicher Weise dem Hauptstab Tarutino unterstellt und mit gleichen Kräften besetzt.

Die Straßen sind in diesen Ländern, die noch niemals der Motorisierung erschlossen werden tonn­ten, unheimlich schlecht. Bei gutem Wetter ist die Oberfläche lehmartig hart getrocknet, und halbmeter­weite Risse ziehen sich hindurch. Bei Eintritt der Regenzeit aber durchfurchen unzählige^ Gießbäche die Straßen, und der Lehm ist so schlüpfrig, daß diese Straßen auch mit Schneeketten kaum mehr befahrbar fein werden. Daher muß die Abwicklung mit größter Beschleunigung durchgeführt werden.

Die Landesgrenze zwischen Rußland und Rumä- nien bildet hier der Pruth. Der Grenzverkehr läuft über eine schmale Pontonbrücke; die beiden großen Pruth-Brücken sind bei der Besetzung Bes­sarabiens durch die Russen gesprengt worden. Die Grenzwache aber wird, am russischen sowohl wie am rumänischen Ufer vom NSKK. gestellt. Acht NSKK.-Männer und ein Führer versehen diese romantische Dreiländerwache besteht doch der Grenzverkehr zur Zeit ausschließlich aus Deutschen!

Den schwersten Dienst bei dieser Umsiedlung haben dieNSKK.-Bessarabienfahrer". Die beiden ein­spurigen Eisenbahnlinien in diesem Land sind für die große Beanspruchung unbrauchbar. Zudem sind sie mehrfach durch Sprengungen unterbrochen. So­weit also nicht per Treck ausgesiedelt werden kann, erfolgt der Transport der Volksdeutschen einzig und allein durch das NSKK., das mit Lastkraft- wagen und Omnibussen täglich Hunderte von Kilometer auf den schwierigsten Straßen der Welt zurückliegen muß. Das Fahren geschieht außer­dem unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen, die es überhaupt gibt. Die NSKK.-Männer müssen sich meist ohne Karte behelfen, da alles Kar­tenmaterial veraltet und ungenau ist. Anhaltspunkte zum Orientieren find so gut wie gar nicht vor­handen. Es gibt nur Mais- und Weizenfelder, Wein­berge und Sonnenblumenplantagen in diesem völlig baumlosen Land. Dazwischen liegen deutsche Dörfer und Siedlungen. Die Begleiter sind auch oft wege­unkundig, und so kommt es vor, daß eine NSKK.- LKW -Kolonne, mitten in stockfinsterer Nacht, plötz- lich wenden muß!

Der Staub liegt in kilometerlangen, braugelben Wolken über der Landschaft. Staub liegt auf den Gesichtern der NSKK.-Männer, Staub frißt sich durch ihre feldgrauen NSKK.-Uniformen. Staub frißt sich durch die Luftfilter in die Maschine, ins Getriebe. Aber die Männer fahren ruhelos drehen

Was in dieser Hinsicht gerade das Buch des Füh- rersMein Kampf" dem Soldaten gegeben habe, hätten erst die Schlachtfelder von 1939/40 in die Erscheinung treten lassen.

Der Dorttag des Dichters Ludwig Tügel be- faßte sich mit der Dichtung als Gestalterin der Le- bensordnuna des Volkes. Der große Wandel, der sich in unseren Tagen vollzogen habe, sei auch für jeden Dichter eine Heimkehr aus langer Verbannung. Die neue Lebensordnung habe ihn wieder mitten in fein Volk und vor völkische Aufgaben gestellt.

W'edrr Schullammluna Ses VOA

Der Reichrerziehungsminister hat auchi in bUfem Xahr dem Volksbund für das Deuticy tum im Ausland eine Schullammlung geneh- m8? ®e foa einmal die Mtarbei! der Jugend als v-a stärksten Tragers dieser Örbut an den Aus

tant) als ein $ o 11 s t u m s d e r b i n d der die

Rudolf Heß dtt Gauleiter Forster.

Danzig, 27. Ott (DNB.) Der Stellver- treter des Führers hat an Gauleiter Albert F o r st e r folgendes Telegramm gerichtet:

Lieber Parteigenosse Forster! Am läge, an dem Ihnen vor 10 Jahren der Führer das Danziger deutsche Volkstum zu treuen Händen gab und von dem an Sie nun 10 Jahre das Schicksal dieser deut­schen Stadt in seinem Auftrage gestalten, gedenke ich in nationalsozialistischer Verbundenheit Ihrer und Ihrer großen Leistungen, die mit der Entwick­lung des neuen deutschen Reiches unlösbar verbun­den sind.

UebermUteln Sie bitte meine Grüße und mein Bedauern, heute nicht bei Ihnen sein zu können, allen Danziger Parteigenossen und insbesondere den alten Kämpfern.

Hell Hiller! Rudolf Heß.

Eine neue Bonaukommission.

Berlin, 27. Dtt (DNB.) Als Ergebnis der Besprechungen, die in letzter Zeit zwischen der beut» schen Regierung und der Regierung der UdSSR, im Einvernehmen mit der italienischen Regierung stattgefunden haben, hat sich die Notwendigkeit er­geben, sowohl die internationale Donaukom­mission als auch die europäische Donau» kommission aufzulösen und an Stelle die- ser Kommissionen eine einheitliche Donaukommis-

fion aus den Vertretern Deutschlands, Italiens, der . UdSSR., Rumäniens, Ungarns, Bulgariens, Jugo- i slawiens und der Slowakei zu bllden. Diese Donau- , kommission wird die Aufgabe haben, die Fragen ; der Schiffahrt auf dem gesamten Lauf der Donau von chrer Mündung bis nach Preßburg zu regeln. In Uebereinstimmung mit der in der oben erwähn­ten Frage erreichten Einigung werden am 28. Ok­tober in Bukarest die Besprechungen zwischen den sachverständigen Delegierten Deutschlands, Italiens, der UdSSR, und Rumäniens über die Regelung eines vorläufigen völkerrechtlichen Regimes auf der See-Donau von der Mündung bis Braila beginnen.

Das Ergebnis

des zweiten Opfersonntags.

Berlin, 26. Oft (DNB.) Der am 13. Oktober durchgeführte Opfersonntag im zweiten Kriegs-Winterhilfswerk 1940/41 erbrachte nach bis­herigen Meldungen das vorläufige Ergebnis von 22 079 044,95 RM. Im Vergleich zum zweiten Opfer- fonntag des Kriegs-WHW. 1939/40 hat sich das Er­gebnis um 9 874 070,98 RM., das find rund 81 v. H, erhöht. Der durchfchntttliche Betrag je Haushal­tung flieg von 53 auf 96 Rpf.

Neuer japanischer Bombenangriff auf TÄungtu.

Tokio, 28. Dtt (DNB. Funkspruch.) In einem fast 2000 Kilometer langen Flug über die Gebirge Südwestchinas führten japanische Flug­zeuge am Sonntag erneut einen Dombenan- griff auf Tschungtu in der Provinz Sze- tschuan durch. In Tschungtu und Umgebung mür­ben zahlreiche militärische Einrichtungen erfolgreich bombardiert.

Sicherstellung der Zugendienstpflicht.

Die Erfüllung der Jugenddienstpflicht, zu der so- eben ein Teil der Siebzehnjährigen aufgerufen wurde, kann auf Antrag der zuständigen HJ.-Dienst- stelle durch die Polizei erzwungen werden. Der Ju» gendführer des Deutschen Reiches stellt nun in einem weiteren Erlaß klar, inwieweit daneben Disziplinarmaßnahmen zulässig sind. Die polizeilichen Maßnahmen erfolgen unabhängig von disziplinären Bestrafungen und umgekehrt. Dienst- ftrafen müssen in der Stammrolle vermerkt werden. Es ist deshalb nicht angebracht, durch sie eme laufende Erzwingung der Jugenddienstpflicht zu er­streben. Dor allen Strafmaßnahmen hat vielmehr nach den Richtlinien des Reichsjugendführers die erzieherische Einwirkung zu stehen. Gleichwohl ist es nicht ausgeschlossen, daß nach den besonderen Umständen des Einzelfalles außer polizeilichen Maßnahmen auch noch Disziplinar­strafen angebracht sind. Außer der reinen Dienft- versäumnis müssen dann aber stets noch besondere, erschwerende Voraussetzungen vorliegen, z. D.

Verweigerung in einer die HI. beleidigenden Weise oder grob unwahre Angaben bei unentschuldigtem Fehlen. In allen Fällen ist aber stets zu versuchen, den Jugendlichen auf erzieherischem Wege zur Er­füllung^ des HJ.-Dienstes anzuhalten. Besonderes Augenmerk ist darauf zu rWen, ob das Fehlen im HJ.-Dienst ausreichend entschuldigt rft. grundsätz­lich hat die Entschuldigung durch eine schrift­liche Bescheinigung der Eltern, des Vormundes oder des Arbeitgebers zu erfolgen. Sind die angegebenen Gründe glaubhaft, so kann von der Vorlage einer schriftlichen Entschuldigung «^gesehen Eden Not­wendig ist, daß der Jugendliche eine etwa erfor derlich werdende 2) i e n ft b e f r e i u n g vorher bei feinem Vorgesetzten beantragt, soweit dies möglich ist. Andernfalls ist trie Dienstoersäumms unverzüg­lich und unaufgefordert nachträglich zu entschuld^ aen. Der Dienstpflichtige muß jedoch tn vielem Falle damit rechnen, daß sein Fehlen ahne vor­herige Erlaubnis als nicht ausreichend entschuldlgt angesehen und bei Wiederholung zur Grundlage eines Antrages auf polizeiliche Maßnahmen gemacht wird.

sich ihre Räder das Wetttennen mit dem Wetter können nur sie allein gewinnen!

Sechs NSKK.-Werkstattwagen sind in Bessarabien dauernd unterwegs. Sie reparieren Kupplungen, Getriebe, setzen neue Scheiben ein, vulkanisieren Decken und Schläuche, und zwei Tankwagen versor­gen die Fahrzeuge mit Oel und Treibstoff. Die grö­ßeren Reparaturen, Lagerschäden, Lichtmaschinen­reparaturen, Federbrüche, Differentialbrüche, Pleuel-, Zylinder- und Gehäuserisse werden in der Repa­raturwerkstatt des NSKK. in Galatz behoben. NSKK.-Männer, die Meister des Kraftfahrzeughand­werks sind, haben diese verantwortlichen Posten be­setzt. Ihnen unterstehen durch besondere Verträge außerdem mehrere Reparaturwerkstätten und Schmieden in der Stadt Galatz.

So arbeiten alle NSKK.-Dienststellen hier und drüben in Bassarabien mit Hochbetrieb. Der NSKK- Tankdienst hat Tag- und Nachtbetrieb. Er schenkt pro Tag 3000 bis 5000 Liter Treibstoff und 500 Liter Oel aus. Außerdem gibt er Ersatzteile, neue Reifen und Schläuche aus und versieht überhauvl den gesamten Reifendienst. Täglich kommen mehr als 100 LKW. und Omnibusse aus Bessarabien über die Pruthbrücke. Die Fahrzeuge, die hier gegen frisch überholte Wagen ausgetauscht werden, weisen oft erhebliche Mängel auf.* Sie müssen im Fahr­gestell ober der Maschine überholt werden, und kaum ist ein Fahrzeug fertig, muß es sofort wieder nach der Pruthbrücke, wo es gegen ein ankommendes aus Bessarabien oder der Bukowina ausgetauscht werden kann.

Seit Anfang Oktober ist auch der Tr e ck in vollem Gange. Tag und Nacht kommen die Bauernwagen mit chren stattlichen Pferden und Fohlen über die Brücke. Auch der Treck muß vom NSKK. betreut werden. Kradfahrer überwachen unterwegs das Vorwärtskommen des Trecks, stellen Mängel ab, schaffen Sanitätskraftwagen und Aerzte nach Bedarf herbei und sorgen auch für die Ver­pflegung und Unterkunft von Mensch und Tier. Don der Pruthbrücke ab lotst das NSKK. den Treck direkt nach dem Hafen von Galatz, wo das Gepäck der Umsiedler in Frachtkähne verladen wird. Pferd und Wagen jedoch kommen nach dem Militärflug­platz, wo die Wagen auseinandergenommen wer­den, um ebenfalls als Frachtgut, per Donauschlepp, nach Wien verfrachtet zu werden.

Bald werden sie alle daheim sein, alle 120 000 Volksdeutsche, und sie werben den hilfteichen NSKK.-Mann in ihrem ferneren Leben auf reichs­deutscher Scholle nicht vergessen, sie werden immer daran denken, wie sie der einfache Motorsoldat Adolf Hitler durch dick und dünn gefahren, wie er ihnen geholfen hat, ihre Sorgen zu tragen, und daß er der erste war, von dem sie gelernt haben, was national- sozialistische Organisation bedeutet. Kämmet

Baumwolle.

Als England im Jahre 1882 Alexandrien bom­bardierte, die Truppen des ägyptischen Nationa- listen-Führers Arabi Pascha schlug, den Suez­kanal besetzte und Aegyptenvorübergehend" unter einen Schutz zu stellen versprach, da waren die Gründe aller dieser Handlungen vorwiegend f träte- gisch er Natur. Aber als dann die Briten nicht nur entdeckten, daß die Suezkanalaktien eine sehr ren­table Sache für die Londoner Börse war, sondern daß auch das Land am Nil überaus ausbeutungs- ähig sein würde sofern man nur die Wasserverhält- risse regeln könne, da fand man In Downing- treet auch sehr bald die geeigneten fmanz. und wirtschaftspolitischen Wege, um das Land unter die britische Geldmacht zu bekommen. Denn einfach ein- terfen, ging nicht gut an: damals bildete Aegypten noch einen Teil des Osmanischen Reiches, und eine Wegnahme aus dem allseits begehrten Erbe des kranken Mannes in Konstantinopel hätte zu einem europäischen Krieg geführt. So wurde der Weg über d i e Wirtschaft beschritten.

Die Schuldenwirtschaft des Khedive einerseits und die politische Bereitwilligkeit der Londoner Pluto- kratie zum Pumpen andererseits, führten denn auch bald zu dem erwünschten Ziel. 1876 war der erste Staatsbankrott, 1880 folgte der zweite zu einem dritten kam es nicht, denn nun wurde, unter britischer Führung selbstverständlich, eine internatio­nale Finanzkontrolle über Aegypten errich­tet. Das englische Pfund wurde Maßstab für das ägyptische Geld, und die ägyptische Notenbank war in London. Es dürfte wenig bekannt sein, daß dieseinternationale" Kontrolle der ägyptischen Finanzen bis vor wenigen Wochen noch in Kraft war und nun in britische Hände offiziell Über­gegangen ist: sehr im Gegensatz zu den Der- prechungen des englisch-ägyptischen Vertrages von 1936!

Es muß gesagt werden, daß in dem vergangenen halben Jahrhundert England allerlei getan hat, um Aegypten wirtschaftlich zu entwickeln. Aber be­zahlt haben es letzten Endes die Fellachen, das ägyptische Dolk und London hat gut ver­dient dabei. Um das fruchtbare Stromland des Nil zu seiner bedeutenden landwirtschafllichen Entwick­lung zu bringen, war es vor allem nötig, die Be - Wässerungsfrage zu lösen. Seit Jahrtausen­den hatte der Nil alle Jahre einmal die Flächen überschwemmt, fruchtbaren Boden zurückgelassen und reiche Ernten gespendet. Aber für eine moderne Wirtschaft genügte dies nicht, vor allem dann nicht, wenn ihr Ziel eineMonokultur" war: in diesem Fall Baumwolle. Dazu war es nötig, die Wasser des Nils zu stauen, um die Be­wässerung der Felder über das ganze Jahr regeln zu können. So entstand zunächst in den Jahren 18901902 der berühmte Staudamm von Assuan, eines der ersten Großwasserwerke der Welt. Dann kamen die Stauwerke von Assiut, es folgten der Makwardamm und der Sennardamm, die aller­dings beide dem Sudan zugehören, aber auch für Aegypten mittelbar von Bedeutung sind nicht zuletzt auch politisches Machtmittel der britischen Herrschaft im Sudan gegen Aegypten!

So wurde durch die ganzjährige Bewässerung Aegypten zu einem der bedeutendsten Baumwoll­länder der Welt. Die bebaute Fläche stieg gewaltig um Millionen Hektar, und mit ihr stieg auch die Bevolkerungszahl: heute ist Aegypten eines der überbeoölteriften Länder über 400 Menschen auf den Quadratkilometer, wenn man den kultivier­baren Boden zugrunde legt! Diese riesige Dichte kann hier nur deshalb existieren, weil erstens die Fellachen seit Jahrtausenden zur Bedürfnislosigkeit erzogen sind, und weil zweitens durch die ganz­jährige Bewässerung und bas Klima mehrere Em- ten in einem Jahre möglich sind. So können, neben der Baumwolle, noch Getreide, Mais, Reis, Hirse, Bohnen u. a. in den Zwischenzeiten geerntet wer­den. Dieses System der tropischen Steigerung der Fruchtbarkeit und der Bodenausnutzung wäre an sich eine zweifellos überaus glückliche Lösung vieler

Brüssel, Mitte Oktober 1940.

In gemeinschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den deutschen und belgischen Behörden ist jetzt in Belgien eine Aufstellung aller der Kunst- und Kulturschäden gemacht worden, die durch den Krieg und seine Folgen in Belgien entstanden int). Es handelt sich dabei nicht nur um Schäden, )ie durch Beschießungen und Bombardements ver­ursacht wurden, sondern ebenso sehr um die Fol­gen törichter und unüberlegter Handlungen. Bei­spielsweise gibt es eine Unzahl von wertvollen Bildern und anderen Kunstwerken, die aus Angst

vor Kriegsschäden nach Südfrankreich ver­schleppt wurden und von denen man heute nicht weiß, wo sie sich befinden. Zu diesen verschleppten Kunstwerken geyört auch der berühmte Genter Altar der Brüder Dan Eyck.

Wenn man nun von diesen verschleppten Kunst- werken auch annehmen kann, daß man einen gro­ßen Teil wieder findet, so steht es um so schlimmer um diejenigen Sachen, die man an Stellen beließ, die gleichzeitig zu militärischen Stützpunkten gemacht wurden. Dies ist vornehmlich bei Stadt-, Kir­chen» und Klosterbüchereien der Fall. So wurden beispielsweise im Stadtarchiv von Jour­nal 80 000 Bünde vernichtet, es blieben außer einer kleinen Handbücherei nur 24 Bünde alter Handschriften und mehrere Urkunden erhalten. Gerade in dieser Bücherei befanden sich ebenso wie in dem Stadtarchiv von Mons Akten, die vom 9. Jahrhundert bis heute in lückenloser Folge er­halten waren. Auch hier fragen die die Stadt be­setzt haltenden Engländer eine große Schuld an diesem Dernichtungswerk, da sie, wie das Zeug­nis des Büchereiverwalters einwandfrei bartut, die­sen mit Gewalt baran gehinbert haben, bie begon­nenen Rettungsarbeiten fortzusetzen unb in dem vom Feuer verschont gebliebenen Katalogsaal noch absichtlich Zerstörungen anrichteten.

Diese Zerstörungswut ber Engländer in Belgien, über bie jetzt von Tag zu Tag neue Beweise be­kannt werden, zeigte sich am schlimmsten bei ber Löwener Universitätsbibliothek, bie, wie heute feststeht, nicht ein Opfer der Bombar­dierung Löwens, sondern eine Folge englischer Brandstiftung geworden ift Man vermutet in Bel- gien, daß diese Brandstiftung allein zu propagan­distischem Zwecke erfolgte, um den deutschen Flie­gern die Zerstörung von Kulturwerten zuzuschieben. Don sämtlichen Büchern dieser sehr reichhaltigen Bibliothek, die vor allem kostbare Werke aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert enthielt, konnten kaum 10 vH. gerettet werden.

Jeder, ber in Belgien und in Nordfrankreich ge­reift ist unb sich bie durch Bombarbemenis hervor» gerufenen Schüben angesehen hat, kann bezeugen, bah bie deutschen Stukas, infolge der bei

Tage unb aus geringer Höhe vorgenommenen Born- barbements, über eine solche Treffsicherheit ver» fügten, baß es ihnen möglich war, Kulturbenk- m ä l e r z u schonen unb nur bie militärisch wichtigen Punkte mit Bomben zu belegen. Aus bie- fern Grunde kann man immer wieder sehen, wie Kirchen einsam unb unverletzt aus einem Trüm­merfeld hervorragen, Bahnanlagen völlig gerftört sind und bie ganz nahe babeiliegenben Wohnhäuser sich in der besten Verfassung befinden. Grade durch die englischen Militärs wurde aber immer wieder versucht, die militärischen Anlagen mit dem Schutz, den bie Zivilgebäude genossen, auszustatten. Wie bei dem Rückzug der Engländer bie Flüchtlinge, un­ter bie sich die englischen Solbaten mischten, bazu bienen sollten, ihnen die beutschen Bomben fern» zuhalten, so hoffte man vorher burch die Verwen- bung von Kirchen unb Klöstern zu militärischen Zwecken eine Tarnung zu erreichen.

In bieser Weise ging man beispielsweise bei der Abtei Parc vor, wo bie Mönche gegen bie militärische Besetzung durch bie Engländer prote- [tierten unb ber Turm später burch bie beutsche Beschießung Schöben erlitt. Ein ähnlicher Fall ift bie Kirche von Loenhout, deren Turm bie Alliierten ebenfalls besetzt hatten. Zu diesen Zer­störungen, wie bie Branbstiftung ber Univer­sitätsbibliothek von Löwen kommen Sprengungen unter bem Leitmotiv:Man müsse ben Vormarsch Der Deutschen aufhalten." Zu biesem Zweck würben 760 Brückensprengungen vorgenommen, Fabriken und Wohnsieblungen angesteckt, sowie die Telephonlei­tungen zerschnitten. Die Einrichtungen in den Post­ämtern und ben Schaltwerken ber Eisenbahn zer­trümmert. Bei solch einer Brückensprengung mür­ben im Archäologischen Museum von Namur die Vitrinen zerstört, von ben reichen Beständen aus vorgeschichtlicher Zeit unb aus ber belgisch-römischen Periobe finb wenig mehr als Scherben geblieben. Da nun die Engländer davon ausgingen, die Kirch­türme böten der deutschen Artillerie besondere Möglichkeiten, sich auf bestimmte Punkte einzuschie- ßen, wurden beinahe 60 Kirchtürme gef prenat, wobei architektonische Denkmale der romanischen unb ber gotischen Architektur sowie aus bem Barock beschäbigt unb vernichtet wurden.

Alles in allem kann man sagen, daß auch dieser Krieg auf bemklassischen Schlachtfelb Europas" seine Spuren hinterlassen hat. Trotzdem finb sie mit ben Schäden von 1914 bis 1918 nicht zu ver­gleichen, unb fo viele gehofft hatten, ber Krieg werde diesmal Belgien verschonen, so groß ist heute bas Gefühl ber Erleichterung, baß der Krieg über biefe Gegenb bereits hinweggezogen ift, unb man nach feiner völligen Beeidigung glauben bars, daß Die Neuordnung Europas eine längere Ruhe und Frie- benszeit für bieLange lanben an be Zee" bringen wird, als das bisher ber Fall war.