Einfluß <mf die Politik erlangte, zumal in den ersten Jahren nach der Ermordung des letzten parlamentarischen Ministerpräsidenten Jnukcü durch junge japanische Offiziere im Mai 1932, so zeigte sich doch der passive Widerstand der alten parlamentarischen Parteien, der westlichem Denken verhafte- ten Diplomatie und der dem westlichen Kapitalismus eng verbundenen Finanz- und Wirtschaftskreise als stark genug, um grundlegende innere Reformen, eine außenpolitische Neuorientierung und eine ganz auf die Erfordernisse des Krieges sich einstellende einheitliche Staatsführung zu verhindern. Erst je mehr der Krieg in China sich hinzog und von dem nicht sehr kavitalkräftigen und rohstoffarmen Japan ungeheure Anstrengungen erforderte, zumal die beiden angelsächsischen Mächte England unb, die Vereinigten «Äaaten vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet Partei gegen Japan ergriffen — man braucht nur an die Kündigung des amerikanischen Handels- Vertrages und an die englischen Waffenlieferungen für Tschiangkaischek erst über Hongkong—Kanton und dann über Birma—Pünnan zu erinnern — brach sich auch in japanischen Wirtschaftskreisen die Erkenntnis Bahn, daß nur eine Reform des Wirtschaftssystems im Sinne einer planmäßigen, straffen Lenkung der Wirtschaftskräfte des Landes Japan in den Stand setzen werde, den übernommenen Aufgaben gerecht zu werden. Neben der Wehrmacht war es vor allem aber das Bauerntum, das diesen als notwendig erkannten Reformen eine soziale Prägung zu geben wünschte und den überspitzten Kapitalismus als unvereinbar mit den Erfordernissen der neuen Zeit empfand. So wurden Wehrmacht und Bauerntum die hauptsächlichsten Träger der sich über das ganze Land ausbreitenden nationalen Verbände, von denen der Anstoß zu einer grundlegenden Staatsreform schließlich ausgina.
Die manchen Kreisen Japans- überraschend gekommene Entwicklung auf dem europäischen Krieas- schauplatz, der schnelle Sieg der deutschen Waffen in Polen, Englands Niederlage in Norwegen und der Zusammenbruch Frankreichs, hat diese innere Bereitschaft zu einer Staatsreform sichtlich voran» getrieben. Unter der Wucht der deutschen Schläge sah sich England gezwungen, auch in Ostasien immer mehr Pflöcke zurückzustecken, die Zurücknahme der britischen Garnisonen aus Tientsin und den anderen chinesischen Konzessionsstädten und die Flucht der britischen Zivilbevölkerung aus Hongkong waren auch für ganz Ostasien allzu deutliche Zeichen des beginnenden Zerfalls der britischen Weltmacht. Ja- van mußte befurchten, den günstigen Augenblick für eine Neuordnung des ostasiatischen Raums ohne Behinderung von außen her' zu versäumen, wenn es nicht handelte. Diese Erkenntnis hat die letzten Hemmungen beseitige« helfen und dem Manne die Bahn frei gemacht, der in der japanischen Oeffent- lichkeit selten einhellig als der einzige bezeichnet wurde, Japan aus dem lähmenden Gegeneinander der letzten Jahre heraus zu einem fru^baren und erfolgversprechenden Aktionsmus zu führen. Fürst K o n o y e, der einer der ältesten, dem Kaiserhause seitJahrhunderten nahestehenden Familien des Landes entstammt, genießt den Ruf größter Aufgeschlossenheit für die neuen politischen und sozialen Ideen, di« das japanische Volk bewegen. So wird er der Mann sein, das Neue der als notwendig erkannten Staatsreform mit den großen Traditionen Nippons organisch zu verbinden. Die kaiserliche Initiative soll in den Mittelpunkt der Staatsführung gestellt werden, eine Erneuerung des im Volte noch in schlechtester Erinnerung stehenden Shogunats der Feudalzeit steht also außer jedem Betracht. An Stelle der Parteien soll das Volk neben der Krone stehen. Deshalb haben sich unter dem unmißverständlichen Druck der öffentlichen Meinung die alten Parteien des liberalen Systems bereits selbst aufgelöst und die ersten Schritte zur Errichtung einer Cinhettsorganifation als Zusammenfassung der politischen, geistigen und wirtschaftlichen Kräfte des Landes haben sich als „Erneuerung der politischen Struktur Japans" unter dem Namen „Bewegung zur Unterstützung der kaiserlichen Herrschaft" bereits angekündigt. Der autoritäre Charakter des neuen Regierungssystems wird ferner deutlich in dem Anspruch des Ministerpräsidenten, auch die Wehrmacht seiner politischen Staatsführung zu unterstellen, womit der in früheren Jahren oft einer einheitlichen Leitung der Staatsgeschäfte hindernd im Wege stehenden Diskrepanz zwischen politischer und militärischer Führung ein Ende bereitet wäre.
Als vor nunmehr zwei Monaten, sich diese wesentlichen Punkte einer innerpolitifchen Neuorientierung Japans abzuzeichnen begannen, konnte es kaum noch einem Zweifel unterliegen, daß diese Hand in Hand gehen würde mit einem grundsätzlichen Wandel auch in der japanischen Außenpolitik. Mr haben hier schon in einem früheren Aufsatz auf die starken Bande der Tradition hingewiesen, die die
Interessengemeinschaft der jungen Völker.
Oie Erklärungen zur Ltnterzeichnung des Oreierpaktes.
Sie Erklärung Ribbentrops.
Nach Unterzeichnung des Paktes in der Neuen Reichskanzlei gab Reichsaußenminister von Ribbentrop folgende Erklärung ab:
Das deutsche Volk hatte ein Recht, so wie die anderen großen Nationen, am Genuß der Güter dieser Erd« teilzunehmen und diese, besonders insoweit sie sein einstiges Eigentum waren — auch selbst zu verwalten. Der Kampf der Völker nach einer inneren sozialen Gerechtigkeit und damit nach einem Ausgleich der Lebensbedingungen und -Möglichkeiten der einzelnen Individuen fordert eine gleiche Ordnung in den Beziehungen der Völker zueinander.
Dieses Streben des deutschen Volkes nach einem reien Auswirken in dem ihm nach der geographi- chen Situation, der historischen Vergangenheit und einer nationalen Größe sowie den wirtschaftlichen Gegebenheiten nach zukommenden Lebensraum war kein Einbruch in fremde Lebensinteressen, sondern entsprach im Gegenteil nur einer außerordentlichen Selbstbeschränkung. Die nationalsozialistische Regierung war aber entschlossen, in einer Zell, in der andere kleinere Völker schon seit Jahrhunderten ganze Weltteile für sich beanspruchen zu können glauben, das Daseinsrecht des deutschen Volkes, in dem ihm zustehenden Lebensraum unter allen Umständen sicherzustellen. Sie traf sich dabei mit den Bemühun- gen anderer Nationen, an denen ähnlich — wie beim deutschen — versucht worden war, ihre Lebensmöglichkeiten zu beschränken, sowie das Recht auf eigene Lebensräume zu bestreiten.
Nachdem es in jahrelanger Arbeit schon gelungen war, durch friedliche Vereinbarungen einen großen Teil des Deutschland angetanen Unrechts zu beseitigen, vermochten es endlich die organisierten Kriegshetzer der jüdisch-kapitalistischen Demokratien, Europa in einen neuen, von Deutschland nicht gewollten Kampf zu stürzen. Damit aber wird nicht die Revision der unhaltbar gewordenen europäischen Zustände verhindert, sondern nur beschleunigt.
Lin unhaltbar gewordener Status dieser Welt bricht unter den milltärischen Schlägen der angegriffenen Völker zusammen. Große Nationen, denen bisher die Teilnahme als gleichberechtigte Glieder der menschlichen Gesellschaft am Genuß der Güter dieser Erde verweigert worden war, werden auf Grund des höchsten aller irdischen Rechte ihre endgültige Gleichberechtigung erkämpfen. Dieser Kampf richtet sich * aber nicht gegen andere Völker, sondern gegen die Existenz einer internationalen Verschwörung, die es schon einmal fertig gebracht hat, die Erde in einen blutigen Krieg zu stürzen.
Der Dreimächtepakt, den ich soeben im Auftrage des Führers mit den Bevollmächtigten Italiens und Japans unterzeichnet habe, ist die feierliche Proklamierung des Zusammenschlusses Deutschlands, Italiens und Japans zu einem Block höchster gemeinsamer Interessenvertretung inmitten einer sich neu gestaltenden Welt. Er hat die Aufgabe, die Neuordnung der sich im Kriege befindlichen Teile Europas unter der gemeinsamen Führung Deutschlands und Italiens sowie die Neuordnung im grohasiatischen Raum unter der Führung Japans sicherzustellen. Seine Grundlage ruht nicht nur in der Freundschaft, sondern vor ollem in der In t e re ssen g enmein!sch a st der drei jungen aufstrebenden, de« gleichen sozialen Zielen dienende-n Völker.
Dieser Pakt ist daher gegen kein anderes Volk, sondern ausschließlich gegen jene Kriegshetzer und unverantwortlichen Elemente in einer übrigen Welt gerichtet, die eine weitere Verlängerung oder Ausweitung dieses Krieges entgegen den wahren Interessen aller Völker anstreben.
Mit dieser Zielrichtung dieses Paktes haben di« drei Mächte daher sowohl bei ihren Verhandlungen wie auch in dem Pakte selbst zu chrer großen Befriedigung feststellen können, daß diese ihre neuen Abmachungen, die entweder schon bestehenden oder sich noch anbahnenden Beziehungen zwischen ihnen und Sowjetrußland in keiner Weise berühren.
Der unterzeichnete Pakt ist ein Militärbündnis zwischen drei der mächtigsten Staaten der Erde. Lr soll der Herbeiführung einer gerechten Ordnung sowohl in der europäischen Sphäre als auch im grohasiatischen Raum dienen. Er soll vor allem aber mllhelfen, der Dell so schnell wie möglich wieder den Frieden zu schenken. Jeder Staat, der diesem Vlock daher selbst mit den Absichten, zur Wiederherstellung friedlicher Beziehungen der Völker beizutragen, gegenüber- tritt, wird aufrichtig und dankbar begrüßt und zur Mitarbeit bei der politischeu und wirtschaftlichen Neugestaltung eingeladen werden. Jeder Staat aber, der die Absicht haben sollte, sich in die Lndphase der Lösung dieser Probleme in Europa oder in Ostasien einzumischen und einen Staat dieses Dreimächtepaktes anzugreifen, wird sich mit Mr gesamten zusammengeballten
Kraft der drei Völker von über 250 Millionen auseinanderzusehen haben.
Damit wird dieser Pakt in jedem Falle der Wiederherstellung des Weltfriedens dienlich fein.
Im Namen der Reichsregierung richte ich an diesem historischen Tag unseren Gruß an den erhabenen Kaiser und König Italiens, an den großen Duce Benito Mussolini und seine faschistische Revolution. Ich richte namens der Reichsregierung unseren Gruß an den erhabenen Kaiser Japans, feine Regierung und seinen Außenminister, der sich so große Verdienste um das Zustandekommen dieses Paktes erworben hat. Ich richte aber vor allem unseren Gruß an das italienische und japanische Volk, die mit uns verbunden sind in dem unabänderlichen Entschluß, gemeinsam für unsere Freiheit und Zukunft einzutreten, um eine neue und bessere Ordnung dieser Welt und damit endlich einen dauerhaften Frieden zu erkämpfen und sicherzustellen.
Schutzwall des Friedens.
Graf (Kairo spricht.
Im Namen der Königlich Italienischen Regierung gab Außenminister Graf Ciano folgende Erklärung ab:
Der Vertrag, der heute Italien, Deutschland und Japan verbindet, besiegelt und bekräftigt in der feierlichen Verpflichtung einer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit die Gemeinsamkeit der Interessen und Ziele, die in diesen Jahren, in denen die neue Geschichte der Welt geschmiedet wurde, zwischen den drei Ländern bestanden hat. Italien, Deutschland und Japan sind die Träger dieser Entwicklung gewesen, haben ihre aktiven und schaffenden Kräfte vertreten und es verstanden, ihren ruhmreichen Ueberlieferun- gen in Krieg und Frieden jene Tugenden und Energien zu entnehmen, mit denen sie die Formen einer neuen Kultur bei sich selbst geschaffen haben, wie sie es jetzt in der Welt tun.
Bei diesem großartigen Erneuerungswerk sind unsere drei Völker ständig aufdle gleichen hartnäckigen und dunklen Widerstände, das gleiche Nichtverstehenwollen und die gleiche Feindseligkeit gestoßen. Sie mußten alle drei atmen können, um zu leben, brauchten Arbeit für ihre Söhne und Raum für ihre Völker. Dieser Atem, dieser Raum und diese Arbeit wurden ihnen von jenen gewaltigen Reichen verweigert, die unter Monopolisierung der Hilfsquellen der Welt beabsichtigten, diese für die elementarsten Lebensbedürfnisse zu sperren, die gebieterisch auf uns lasteten.
Sie Solidarität, die sich in diesen Jahren zwischen Italien und Japan herausgebildet hat und die heute unsere drei Länder in einem Bündnis vereinigt, nimmt ihren Ursprung und ihre Kraft aus dem Kampf,,den wir so wie bisher auch weiterhin führen müssen. Sie ist nicht die Wirkung einer vor- läufigen diplomatischen Berechnung, sondern der Ausdruck einer geschichtlichen Lage, und sie findet in dieser Lage ihre Gründe und ihre Ziele, und zwar Gründe und Ziele, die, indem sie den innersten Bedürfnissen der drei Völker entsprechen, ihrem Bündnis das Gepräge einer unauflöslichen Verbundenheit der Geister, der Kräfte und Absichten geben.
Die Bestimmungen des Vertrages, den wir heute geschlossen haben, sind eindeutig in ihrer Einfachheit und Klarheit. Deutschland und Italien erkennen an und achten die führende Rolle Japans bei der Schaffung einer Neuordnung in dem größeren Ostasien, ebenso wie Japan die führende Rolle Italiens und Deutschlands bei der Schaffung einer Neuordnung in Europa anerkennt und achtet.
Die drei Mächte wollen niemand heraus- fordern oder bedrohen. Das Bündnis, das der heutige Vertrag bestätigt, um jede u n - nötige Ausdehnung des Konfliktes
zu verhindern, und der Vlock, der die Folge der Vereinigung der militärischen und zivilen Kräfte der drei Reiche ist, stellen einen gewaltigen S chuhwall dar, au dem jedweder versuch, den Brand weiter um sich greifen zu lasten, scheitern wird.
Aber die Tragweite und Wirksamkeit des Vertrages gehen über die gegenwärtige Lage hinaus. Es handelt sich um eine ständige Solidarität, Über die sich die drei Völker heute geeinigt haben, eine Solidarität, die nicht nur in der Geaenwart besteht, sondern deren schöpferische Kraft sich -auch auf die Zukunft auswirkt.
Wir kämpfen heute für die Schaffung der Grundlagen und Voraussetzungen einer Neuordnung, die das Gedeihen und das Wohl der Völker fordern und Gewähr leisten soll. Der Endsieg, den wir mit unbeugsamer Entschlossenheit erstreben und der unter der Leitung der großen Führer unserer Völker mit Sicherheit errungen werden wird, ist für alle Völker der Erde die sicherste Bürgschaft für eine Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens.
DiejapaMe Regierungserklärung.
Die Erklärung, die Botschafter Kurusu im Namen der Kaiserlich Japanischen Regierung abgab, lautet:
Es freut mich von Herzen, daß heute der welthistorisch wahrhaft bedeutungsvolle Dreimächtepakt mit unseren befreundeten Nattonen Deutsch!arid und Italien unterzeichnet worden ist. Angesichts des Umstandes, daß unsere drei Nationen in ihrer Tradition und ihrem Volkscharakter manche verwandte und gemeinsame Züae aufweisen und gleichzeitig ein jeder von uns sich in Groß-Ostasien und m Europa gegenwärtig für den Aufbau der neuen Ordnung einsetzt, hat sich unter uns bereits e i n
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japanische Außenpolitik in einem Kurs hielten, der es trotz aller Schwierigkeiten und Widerstände fast ängstlich vermied, sich mit den beiden angelsächsischen Mächten gänzlich zu überwerfen, obwohl die Voraussetzungen für ein solches aus der Geschichte des Aufstiegs Japans zur Weltmacht erklärliches Verhältnis längst nicht mehr zutrafen. Denn sowohl die Vereinigten Staaten wie England haben nach dem Weltkrieg, als sich Japan durch eine forcierte Industrialisierung und die schwere Erdbebenkatastrophe wirtschaftlich geschwächt und politisch isoliert den angelsächsischen Mächten gegenüber sah, alles getan, um Japans elementaren Expansionsdrang sowohl im pazifischen wie im ostasiatischen Raum zu binden, erinnert sei nur an das Flottenabkommen von Washington 1922, in dem nicht nur Japans Kriegsflotte in das Verhältnis 5:5:3 zu denen Amerikas und Englands gezwängt wurde, sondern in dem man Japan auch zur Räumung feiner während des Weltkrieges auf chinesischem Boden bezogenen Positionen nötigte. In dieser Politik der angelsächsischen Mächte hat sich feitbem nichts geändert, ja der Krieg in China hat sie nur noch verschärft. Es ist also schon hieraus begreiflich, wenn im japanischen Volke sich wachsende Befremdung mit der traditionsgebundenen Diplomatie Japans bemerkbar machte und man aus der Enttäuschung über die trotz aller Fehlschläge immer wieder unternommenen Versuche, von den Westmächten eine verständnisvollere Haltung zu erreichen, stärker und stärker die Forderung nach einem radikalen außenpolitischen Kurswechsel heraushörte.
In dem neuen Kabinett des Fürsten Konoye wurde mit Matsuoko einem Manne das Außenministerium anvertraut, der wie eine Reihe feiner Ministerkollegen beim Aufbau Mandschukuos Außerordentliches geleistet hat. Auch der Vizeaußen- minifter Ohafhi stammt zwar wie auch Matsuoka selbst aus der diplomatischen Karriere, hat aber wie dieser und der ebenfalls ins Außenministerium übernommene frühere Direktor der Mandschurischen Eisenbahn Saito in Mandschukuo mit dem aktivistischen Geist der Kwantung-Armee nähere Bekanntschaft gemacht. Ein beispielloser Diplomatenschub, der vor allem aus die japanischen Dertretun-
Einspruch dritter Machte, wie.es sich bereits durch Proteste Englands und der Vereinigten Staaten ankündigte, zu begegnen wissen werde.
Das war bereits eine deutliche Sprache, und ganz unmißverständlich wird diese in dem Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Javan, der gestern von den Außenministern von Ribbentrop und z©raf Ciano und dem japanischen Botschafter Kurusu in der Berliner Reichskanzlei unterzeichnet und in Gegenwart des Führers feierlich verkündet wurde. Damit lüftet sich der Schleier von den römischen Besprechungen Ribbentrops, über die man in Amerika und England ein verzweifeltes Rätselraten an gestellt hatte. Alle Kombinationen über Meinungsverschiedenheiten der Achsenmächte, mit denen man in London die eigene innere Unruhe über die diplomatische Aktivität der Achse zu beschwichtigen suchte, haben sich wieder einmal als völlig töricht herausgestellt. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Die Achse hat dank ihrer inneren Festigkeit, dank der außerordentlichen Erfolge ihrer Waffen auf allen Schlachtfeldern Europas und Afrikas und nicht zuletzt ihrer klaren politischen Ziele erneut ihre Anziehungskraft erwiesen. Japan, als junges, aufstrebendes Volk, dem die alten Mächte den Aufstieg zu der ihm zukommenden Stellung in seinem Lebensraum mit allen Mitteln zu verlegen suchen, seit langem dem Großdeutschen Reich und Italien durch die Gleichheit der Ideen und die Parallelität der Interessen in enger Freundschaft verbunden, hat sich unter feiner neuen Staatsführung entschlossen, mit den beiden jungen Völkern Europas zusammenzuarbeiten für eine neue Ordnung der Dinae, die geeignet ist, Gedeihen und Wohlfahrt der Völker im europäischen wie im ostasiatischen Raum zu fördern und sicherzustellen. Es ist, wie Außenminister von Ribbentrop gestern ausführte, ein Block höchster gemeinsamer Interessenvertretung inmitten einer sich neu gestaltenden Welt, ein Militärbündnis zwischen drei der mächtigsten Staaten der Erde, entstanden aus dem Bedürfnis gemeinsamer Abwehr gegen die Ränke einer internationalen Verschwörung der jüdisch-kapitalistischen Demokratien, die den jungen Nationen die gleichberechtigt, Teilnahme am Genuß der Güter
dieser Erde verweigern und lieber die Welt in einen zweiten blutigen Krieg gestürzt haben, aber ein Bündnis, das dazu bestimmt ist, mitzuhelfen, der Welt so schnell wie möglich den Frieden wieder zu schenken. Es ist deshalb, wie es Graf Ciano gestern ausaedrückt hat, ein gewaltiger Schutzwall, an dem jeder Versuch, den Kriegsbrand weiter um sich greifen zu lassen, scheitern wird. Denn so aufrichtig alle Völker, die sich mit den drei vertragschließenden Nationen eines Sinnes und eines Willens fühlen, zum Beitritt und zur Mitarbeit eingelaben werben, so hart unb entschieden wird jeder Staat die geballte Kraft der drei Mächte zu spüren bekommen, der es wagen sollte, sich in die Endphase der Neuordnung des europäischen und ostasiatischen Raums einzumischen. Das ist eine klare Sprache, und sie wird überall dort verstanden werben, wo man vielleicht noch Neigung zeigte, bem Rab der Geschichte in die Speichen zu fallen.
So wenig bieser Pakt sich aeaen irgenbein anbe- res Volk richtet, sonbern ausschließlich den Kriegshetzern unb unverantwortlichen Elementen bas Wasser abgraben will, die auf eine Verlängerung und Ausweitung des Krieges hinarbeiten, so wenig werben burch ben Pakt insbesonbere bie Beziehungen der vertragschließenden Mächte zu Sowjetruh- lanb irgenbroie berührt. Das Deutsche Reich hat mit ber Sowjetunion alle beibe Nationen gemeinsam interessierenden Probleme im Geiste freunb- schaftlicher Zusammenarbeit georbnet, auch Italien unterhält zu Rußlanb vertrauensvolle Beziehungen, und Japan hat bereits eine Reihe wesentlicher Fragen, die sich aus der Nachbarschaft beider Mächte ergeben, klären können, an die Entsendung des neuen japanischen Botschafters Tatekawa nach Moskau knüpft man in Tokio bie Hoffnung, aucy bie letzten Zweifelsfragen in Bälde bereinigen zu können. So ist dieser Dreimächtepakt von Berlin ein Pakt des Friedens und der Ordnung, eine neue scharfe Waffe, ben jungen, starken Völkern Europas unb Ostasiens Leben unb Freiheit, Raum unb Arbeit in einer besseren Welt zu erkämpfen unb zu sichern, Dr. Fr. jy, Longe.
gen in Sübamerika lauter neue Leute brachte, aber auch mit ber Ernennung des Generals Tatekawa zum Botschafter in Moskau ben Wunsch nach Verbesserung her Beziehungen zur Sowjetunion ausbrückte, war das erste Zeichen eines frischen Windes im japanischen Außenamt. Den grunbsätzlichen Kurswechsel beutete dann das rücksichtslose Durchgreifen gegen die Umtriebe des britischen Geheimdienstes an, der im Schutze der traditionellen britisch-japanischen Fremdherrschaft das Land mit einem ganzen Spionagenetz überzogen hatte. Auch das in diesen Tagen trotz britisch-amerikanischer Querschüsse perfekt gewordene französisch-japanische Abkommen über die Unterbindung der bisher sehr regen Waffenzufuhr für Tschiangkaischeck durch Jndochina gehört auf diese Linie. Von hier führt eine etwa 800 km lange Schmalspureisenbahn nach der südchinesischen Prooinzialhauptstadt Jünnanfu, die neben der Bahnstrecke durch bas britische Birma nach der Besetzung sämtlicher chinesischen Küstenplätze von der See her die einzige Zufuhrstraße für bie Tschungking-Regierung war. Mit ber Besetzung ber Paracel-Inseln im Juni 1938 unb der großen Insel Hainan im Februar 1939 hatte Japan die Blockade ber chinesischen Küste geschlossen und schon bamals ben sich über bie japanische Aktion heftig alterierenben Franzosen einen beut» liehen Wink gegeben, baß es Frankreichs Hilfsstellung für Tschiangkaischeck burch Zulassung der Durchfuhren burch Jnbochina nicht auf die Dauer ruhig hinnehmen werde. Aber es mußte erst der Zusammenbruch Frankreichs auf ben europäischen Schlachfeldern unb ber neue Aktivismus der japanischen Außenpolitik kommen, um auch mit dieser seltsamen Art von Neutralität gründlich aufzu- räumen. Auf Grund des mit dem Kabinett P6tain geschlossenen Abkommens hat Japan in Haiphong, dem bedeutendsten Hafen Jndochinas, Truppen gelandet, die im Vormarsch über Hanoi hinaus nach Osten die chinesische Grenze besetzen werden unb hier gegebenenfalls eine neue Operationsbasis gegen Tfchingkaifcheck finden, wenn sie sich nicht mit ber Abbrosselung ber Zufuhren auf ber Bahn Hanoi— Langson—jünnanfu begnügen sollten. Japan hat gleichzeitig keinen Zweifel gelassen» daß es jedem


