Ausgabe 
28.9.1940
 
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Einfluß <mf die Politik erlangte, zumal in den ersten Jahren nach der Ermordung des letzten par­lamentarischen Ministerpräsidenten Jnukcü durch junge japanische Offiziere im Mai 1932, so zeigte sich doch der passive Widerstand der alten parlamenta­rischen Parteien, der westlichem Denken verhafte- ten Diplomatie und der dem westlichen Kapitalis­mus eng verbundenen Finanz- und Wirtschaftskreise als stark genug, um grundlegende innere Reformen, eine außenpolitische Neuorientierung und eine ganz auf die Erfordernisse des Krieges sich einstellende einheitliche Staatsführung zu verhindern. Erst je mehr der Krieg in China sich hinzog und von dem nicht sehr kavitalkräftigen und rohstoffarmen Japan ungeheure Anstrengungen erforderte, zumal die bei­den angelsächsischen Mächte England unb, die Ver­einigten «Äaaten vor allem auf wirtschaftlichem Ge­biet Partei gegen Japan ergriffen man braucht nur an die Kündigung des amerikanischen Handels- Vertrages und an die englischen Waffenlieferungen für Tschiangkaischek erst über HongkongKanton und dann über BirmaPünnan zu erinnern brach sich auch in japanischen Wirtschaftskreisen die Erkenntnis Bahn, daß nur eine Reform des Wirt­schaftssystems im Sinne einer planmäßigen, straffen Lenkung der Wirtschaftskräfte des Landes Japan in den Stand setzen werde, den übernommenen Auf­gaben gerecht zu werden. Neben der Wehrmacht war es vor allem aber das Bauerntum, das diesen als notwendig erkannten Reformen eine soziale Prägung zu geben wünschte und den überspitzten Kapitalismus als unvereinbar mit den Erforder­nissen der neuen Zeit empfand. So wurden Wehr­macht und Bauerntum die hauptsächlichsten Träger der sich über das ganze Land ausbreitenden natio­nalen Verbände, von denen der Anstoß zu einer grundlegenden Staatsreform schließlich ausgina.

Die manchen Kreisen Japans- überraschend ge­kommene Entwicklung auf dem europäischen Krieas- schauplatz, der schnelle Sieg der deutschen Waffen in Polen, Englands Niederlage in Norwegen und der Zusammenbruch Frankreichs, hat diese innere Bereitschaft zu einer Staatsreform sichtlich voran» getrieben. Unter der Wucht der deutschen Schläge sah sich England gezwungen, auch in Ostasien immer mehr Pflöcke zurückzustecken, die Zurücknahme der britischen Garnisonen aus Tientsin und den anderen chinesischen Konzessionsstädten und die Flucht der britischen Zivilbevölkerung aus Hongkong waren auch für ganz Ostasien allzu deutliche Zeichen des beginnenden Zerfalls der britischen Weltmacht. Ja- van mußte befurchten, den günstigen Augenblick für eine Neuordnung des ostasiatischen Raums ohne Behinderung von außen her' zu versäumen, wenn es nicht handelte. Diese Erkenntnis hat die letzten Hemmungen beseitige« helfen und dem Manne die Bahn frei gemacht, der in der japanischen Oeffent- lichkeit selten einhellig als der einzige bezeichnet wurde, Japan aus dem lähmenden Gegeneinander der letzten Jahre heraus zu einem fru^baren und erfolgversprechenden Aktionsmus zu führen. Fürst K o n o y e, der einer der ältesten, dem Kaiserhause seitJahrhunderten nahestehenden Familien des Landes entstammt, genießt den Ruf größter Aufgeschlossen­heit für die neuen politischen und sozialen Ideen, di« das japanische Volk bewegen. So wird er der Mann sein, das Neue der als notwendig erkannten Staatsreform mit den großen Traditionen Nippons organisch zu verbinden. Die kaiserliche Initiative soll in den Mittelpunkt der Staatsführung gestellt werden, eine Erneuerung des im Volte noch in schlechtester Erinnerung stehenden Shogunats der Feudalzeit steht also außer jedem Betracht. An Stelle der Parteien soll das Volk neben der Krone stehen. Deshalb haben sich unter dem unmißver­ständlichen Druck der öffentlichen Meinung die alten Parteien des liberalen Systems bereits selbst aufgelöst und die ersten Schritte zur Errichtung einer Cinhettsorganifation als Zusammenfassung der politischen, geistigen und wirtschaftlichen Kräfte des Landes haben sich alsErneuerung der poli­tischen Struktur Japans" unter dem NamenBe­wegung zur Unterstützung der kaiserlichen Herr­schaft" bereits angekündigt. Der autoritäre Charak­ter des neuen Regierungssystems wird ferner deut­lich in dem Anspruch des Ministerpräsidenten, auch die Wehrmacht seiner politischen Staatsführung zu unterstellen, womit der in früheren Jahren oft einer einheitlichen Leitung der Staatsgeschäfte hindernd im Wege stehenden Diskrepanz zwischen politischer und militärischer Führung ein Ende bereitet wäre.

Als vor nunmehr zwei Monaten, sich diese wesentlichen Punkte einer innerpolitifchen Neu­orientierung Japans abzuzeichnen begannen, konnte es kaum noch einem Zweifel unterliegen, daß diese Hand in Hand gehen würde mit einem grundsätz­lichen Wandel auch in der japanischen Außenpolitik. Mr haben hier schon in einem früheren Aufsatz auf die starken Bande der Tradition hingewiesen, die die

Interessengemeinschaft der jungen Völker.

Oie Erklärungen zur Ltnterzeichnung des Oreierpaktes.

Sie Erklärung Ribbentrops.

Nach Unterzeichnung des Paktes in der Neuen Reichskanzlei gab Reichsaußenminister von Ribben­trop folgende Erklärung ab:

Das deutsche Volk hatte ein Recht, so wie die an­deren großen Nationen, am Genuß der Güter dieser Erd« teilzunehmen und diese, besonders insoweit sie sein einstiges Eigentum waren auch selbst zu verwalten. Der Kampf der Völker nach einer in­neren sozialen Gerechtigkeit und damit nach einem Ausgleich der Lebensbedingungen und -Möglichkeiten der einzelnen Individuen fordert eine gleiche Ord­nung in den Beziehungen der Völker zueinander.

Dieses Streben des deutschen Volkes nach einem reien Auswirken in dem ihm nach der geographi- chen Situation, der historischen Vergangenheit und einer nationalen Größe sowie den wirtschaftlichen Gegebenheiten nach zukommenden Lebensraum war kein Einbruch in fremde Lebensinter­essen, sondern entsprach im Gegenteil nur einer außerordentlichen Selbstbeschränkung. Die nationalsozialistische Regierung war aber entschlos­sen, in einer Zell, in der andere kleinere Völker schon seit Jahrhunderten ganze Weltteile für sich beanspruchen zu können glauben, das Daseins­recht des deutschen Volkes, in dem ihm zustehenden Lebensraum unter allen Umständen sicherzustellen. Sie traf sich dabei mit den Bemühun- gen anderer Nationen, an denen ähnlich wie beim deutschen versucht worden war, ihre Lebens­möglichkeiten zu beschränken, sowie das Recht auf eigene Lebensräume zu bestreiten.

Nachdem es in jahrelanger Arbeit schon gelun­gen war, durch friedliche Vereinbarungen einen großen Teil des Deutschland angetanen Unrechts zu beseitigen, vermochten es endlich die organisier­ten Kriegshetzer der jüdisch-kapitalistischen Demokra­tien, Europa in einen neuen, von Deutschland nicht gewollten Kampf zu stürzen. Damit aber wird nicht die Revision der unhaltbar gewordenen europäischen Zustände verhindert, sondern nur be­schleunigt.

Lin unhaltbar gewordener Status dieser Welt bricht unter den milltärischen Schlägen der an­gegriffenen Völker zusammen. Große Nationen, denen bisher die Teilnahme als gleichberechtigte Glieder der menschlichen Gesellschaft am Genuß der Güter dieser Erde verweigert worden war, werden auf Grund des höchsten aller irdischen Rechte ihre endgültige Gleichberechtigung er­kämpfen. Dieser Kampf richtet sich * aber nicht gegen andere Völker, sondern gegen die Exi­stenz einer internationalen Verschwörung, die es schon einmal fertig gebracht hat, die Erde in einen blutigen Krieg zu stürzen.

Der Dreimächtepakt, den ich soeben im Auftrage des Führers mit den Bevollmächtigten Italiens und Japans unterzeichnet habe, ist die feierliche Prokla­mierung des Zusammenschlusses Deutschlands, Ita­liens und Japans zu einem Block höchster ge­meinsamer Interessenvertretung in­mitten einer sich neu gestaltenden Welt. Er hat die Aufgabe, die Neuordnung der sich im Kriege befindlichen Teile Europas unter der gemeinsamen Führung Deutschlands und Italiens sowie die Neu­ordnung im grohasiatischen Raum unter der Füh­rung Japans sicherzustellen. Seine Grundlage ruht nicht nur in der Freundschaft, sondern vor ollem in der In t e re ssen g enmein!sch a st der drei jungen aufstrebenden, de« gleichen sozialen Zielen dienende-n Völker.

Dieser Pakt ist daher gegen kein an­deres Volk, sondern ausschließlich gegen jene Kriegshetzer und unverantwortlichen Ele­mente in einer übrigen Welt gerichtet, die eine weitere Verlängerung oder Ausweitung dieses Krieges entgegen den wahren Interessen aller Völker anstreben.

Mit dieser Zielrichtung dieses Paktes haben di« drei Mächte daher sowohl bei ihren Verhandlungen wie auch in dem Pakte selbst zu chrer großen Be­friedigung feststellen können, daß diese ihre neuen Abmachungen, die entweder schon bestehenden oder sich noch anbahnenden Beziehungen zwischen ihnen und Sowjetrußland in keiner Weise be­rühren.

Der unterzeichnete Pakt ist ein Militär­bündnis zwischen drei der mächtigsten Staaten der Erde. Lr soll der Herbeifüh­rung einer gerechten Ordnung so­wohl in der europäischen Sphäre als auch im grohasiatischen Raum dienen. Er soll vor allem aber mllhelfen, der Dell so schnell wie möglich wieder den Frieden zu schenken. Jeder Staat, der diesem Vlock daher selbst mit den Absichten, zur Wiederherstellung friedlicher Be­ziehungen der Völker beizutragen, gegenüber- tritt, wird aufrichtig und dankbar begrüßt und zur Mitarbeit bei der politischeu und wirtschaft­lichen Neugestaltung eingeladen werden. Jeder Staat aber, der die Absicht haben sollte, sich in die Lndphase der Lösung dieser Probleme in Europa oder in Ostasien einzumischen und einen Staat dieses Dreimächtepaktes anzugreifen, wird sich mit Mr gesamten zusammengeballten

Kraft der drei Völker von über 250 Millionen auseinanderzusehen haben.

Damit wird dieser Pakt in jedem Falle der Wiederherstellung des Weltfriedens dienlich fein.

Im Namen der Reichsregierung richte ich an die­sem historischen Tag unseren Gruß an den erhabe­nen Kaiser und König Italiens, an den großen Duce Benito Mussolini und seine faschistische Revolution. Ich richte namens der Reichsregierung unseren Gruß an den erhabenen Kaiser Ja­pans, feine Regierung und seinen Außenminister, der sich so große Verdienste um das Zustandekom­men dieses Paktes erworben hat. Ich richte aber vor allem unseren Gruß an das italienische und japanische Volk, die mit uns verbunden sind in dem unabänderlichen Entschluß, gemeinsam für unsere Freiheit und Zukunft einzutreten, um eine neue und bessere Ordnung dieser Welt und damit endlich einen dauerhaften Frieden zu er­kämpfen und sicherzustellen.

Schutzwall des Friedens.

Graf (Kairo spricht.

Im Namen der Königlich Italienischen Regierung gab Außenminister Graf Ciano folgende Erklä­rung ab:

Der Vertrag, der heute Italien, Deutschland und Japan verbindet, besiegelt und bekräftigt in der feierlichen Verpflichtung einer politischen, wirt­schaftlichen und militärischen Zusammenarbeit die Gemeinsamkeit der Interessen und Ziele, die in diesen Jahren, in denen die neue Geschichte der Welt geschmiedet wurde, zwischen den drei Ländern bestanden hat. Italien, Deutschland und Japan sind die Träger dieser Entwicklung gewesen, haben ihre aktiven und schaffenden Kräfte vertreten und es verstanden, ihren ruhmreichen Ueberlieferun- gen in Krieg und Frieden jene Tugenden und Ener­gien zu entnehmen, mit denen sie die Formen einer neuen Kultur bei sich selbst geschaffen haben, wie sie es jetzt in der Welt tun.

Bei diesem großartigen Erneuerungswerk sind unsere drei Völker ständig aufdle glei­chen hartnäckigen und dunklen Widerstände, das gleiche Nichtverstehen­wollen und die gleiche Feindseligkeit gestoßen. Sie mußten alle drei atmen können, um zu leben, brauchten Arbeit für ihre Söhne und Raum für ihre Völker. Dieser Atem, dieser Raum und diese Arbeit wurden ihnen von jenen gewaltigen Reichen verweigert, die unter Monopolisierung der Hilfsquellen der Welt be­absichtigten, diese für die elementarsten Lebens­bedürfnisse zu sperren, die gebieterisch auf uns lasteten.

Sie Solidarität, die sich in diesen Jahren zwi­schen Italien und Japan herausgebildet hat und die heute unsere drei Länder in einem Bündnis ver­einigt, nimmt ihren Ursprung und ihre Kraft aus dem Kampf,,den wir so wie bisher auch weiterhin führen müssen. Sie ist nicht die Wirkung einer vor- läufigen diplomatischen Berechnung, sondern der Ausdruck einer geschichtlichen Lage, und sie findet in dieser Lage ihre Gründe und ihre Ziele, und zwar Gründe und Ziele, die, indem sie den inner­sten Bedürfnissen der drei Völker entsprechen, ihrem Bündnis das Gepräge einer unauflöslichen Ver­bundenheit der Geister, der Kräfte und Absichten geben.

Die Bestimmungen des Vertrages, den wir heute geschlossen haben, sind eindeutig in ihrer Ein­fachheit und Klarheit. Deutschland und Italien erkennen an und achten die führende Rolle Japans bei der Schaffung einer Neuordnung in dem grö­ßeren Ostasien, ebenso wie Japan die führende Rolle Italiens und Deutschlands bei der Schaffung einer Neuordnung in Europa anerkennt und achtet.

Die drei Mächte wollen niemand heraus- fordern oder bedrohen. Das Bündnis, das der heutige Vertrag bestätigt, um jede u n - nötige Ausdehnung des Konfliktes

zu verhindern, und der Vlock, der die Folge der Vereinigung der militärischen und zivilen Kräfte der drei Reiche ist, stellen einen gewaltigen S chuhwall dar, au dem jedweder versuch, den Brand weiter um sich greifen zu lasten, scheitern wird.

Aber die Tragweite und Wirksamkeit des Ver­trages gehen über die gegenwärtige Lage hinaus. Es handelt sich um eine ständige Solidarität, Über die sich die drei Völker heute geeinigt haben, eine Solidarität, die nicht nur in der Geaenwart be­steht, sondern deren schöpferische Kraft sich -auch auf die Zukunft auswirkt.

Wir kämpfen heute für die Schaffung der Grund­lagen und Voraussetzungen einer Neuordnung, die das Gedeihen und das Wohl der Völker fordern und Gewähr leisten soll. Der Endsieg, den wir mit unbeugsamer Entschlossenheit erstreben und der unter der Leitung der großen Führer unserer Völ­ker mit Sicherheit errungen werden wird, ist für alle Völker der Erde die sicherste Bürgschaft für eine Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens.

DiejapaMe Regierungserklärung.

Die Erklärung, die Botschafter Kurusu im Na­men der Kaiserlich Japanischen Regierung abgab, lautet:

Es freut mich von Herzen, daß heute der welt­historisch wahrhaft bedeutungsvolle Dreimächtepakt mit unseren befreundeten Nattonen Deutsch!arid und Italien unterzeichnet worden ist. Angesichts des Umstandes, daß unsere drei Nationen in ihrer Tradition und ihrem Volkscharakter manche ver­wandte und gemeinsame Züae aufweisen und gleich­zeitig ein jeder von uns sich in Groß-Ostasien und m Europa gegenwärtig für den Aufbau der neuen Ordnung einsetzt, hat sich unter uns bereits e i n

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japanische Außenpolitik in einem Kurs hielten, der es trotz aller Schwierigkeiten und Widerstände fast ängstlich vermied, sich mit den beiden angelsächsischen Mächten gänzlich zu überwerfen, obwohl die Vor­aussetzungen für ein solches aus der Geschichte des Aufstiegs Japans zur Weltmacht erklärliches Ver­hältnis längst nicht mehr zutrafen. Denn sowohl die Vereinigten Staaten wie England haben nach dem Weltkrieg, als sich Japan durch eine forcierte Industrialisierung und die schwere Erdbebenkatastro­phe wirtschaftlich geschwächt und politisch isoliert den angelsächsischen Mächten gegenüber sah, alles getan, um Japans elementaren Expansionsdrang sowohl im pazifischen wie im ostasiatischen Raum zu binden, erinnert sei nur an das Flottenabkom­men von Washington 1922, in dem nicht nur Japans Kriegsflotte in das Verhältnis 5:5:3 zu denen Amerikas und Englands gezwängt wurde, sondern in dem man Japan auch zur Räumung feiner während des Weltkrieges auf chinesischem Boden bezogenen Positionen nötigte. In dieser Politik der angelsächsischen Mächte hat sich feitbem nichts geändert, ja der Krieg in China hat sie nur noch verschärft. Es ist also schon hieraus begreiflich, wenn im japanischen Volke sich wachsende Befrem­dung mit der traditionsgebundenen Diplomatie Japans bemerkbar machte und man aus der Ent­täuschung über die trotz aller Fehlschläge immer wieder unternommenen Versuche, von den West­mächten eine verständnisvollere Haltung zu er­reichen, stärker und stärker die Forderung nach einem radikalen außenpolitischen Kurswechsel her­aushörte.

In dem neuen Kabinett des Fürsten Konoye wurde mit Matsuoko einem Manne das Außen­ministerium anvertraut, der wie eine Reihe feiner Ministerkollegen beim Aufbau Mandschukuos Außerordentliches geleistet hat. Auch der Vizeaußen- minifter Ohafhi stammt zwar wie auch Matsuoka selbst aus der diplomatischen Karriere, hat aber wie dieser und der ebenfalls ins Außenministerium über­nommene frühere Direktor der Mandschurischen Eisenbahn Saito in Mandschukuo mit dem akti­vistischen Geist der Kwantung-Armee nähere Be­kanntschaft gemacht. Ein beispielloser Diplomaten­schub, der vor allem aus die japanischen Dertretun-

Einspruch dritter Machte, wie.es sich bereits durch Proteste Englands und der Vereinigten Staaten ankündigte, zu begegnen wissen werde.

Das war bereits eine deutliche Sprache, und ganz unmißverständlich wird diese in dem Drei­mächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Javan, der gestern von den Außenministern von Ribbentrop und z©raf Ciano und dem japanischen Botschafter Kurusu in der Berliner Reichskanzlei unterzeichnet und in Gegenwart des Führers feier­lich verkündet wurde. Damit lüftet sich der Schleier von den römischen Besprechungen Ribbentrops, über die man in Amerika und England ein verzweifeltes Rätselraten an gestellt hatte. Alle Kombinationen über Meinungsverschiedenheiten der Achsenmächte, mit denen man in London die eigene innere Un­ruhe über die diplomatische Aktivität der Achse zu beschwichtigen suchte, haben sich wieder einmal als völlig töricht herausgestellt. Das gerade Gegen­teil ist der Fall. Die Achse hat dank ihrer inneren Festigkeit, dank der außerordentlichen Erfolge ihrer Waffen auf allen Schlachtfeldern Europas und Afrikas und nicht zuletzt ihrer klaren politischen Ziele erneut ihre Anziehungskraft erwiesen. Japan, als junges, aufstrebendes Volk, dem die alten Mächte den Aufstieg zu der ihm zukommenden Stellung in seinem Lebensraum mit allen Mitteln zu verlegen suchen, seit langem dem Großdeutschen Reich und Italien durch die Gleichheit der Ideen und die Parallelität der Interessen in enger Freundschaft verbunden, hat sich unter feiner neuen Staatsfüh­rung entschlossen, mit den beiden jungen Völkern Europas zusammenzuarbeiten für eine neue Ord­nung der Dinae, die geeignet ist, Gedeihen und Wohlfahrt der Völker im europäischen wie im ost­asiatischen Raum zu fördern und sicherzustellen. Es ist, wie Außenminister von Ribbentrop gestern ausführte, ein Block höchster gemeinsamer Inter­essenvertretung inmitten einer sich neu gestaltenden Welt, ein Militärbündnis zwischen drei der mäch­tigsten Staaten der Erde, entstanden aus dem Be­dürfnis gemeinsamer Abwehr gegen die Ränke einer internationalen Verschwörung der jüdisch-kapita­listischen Demokratien, die den jungen Nationen die gleichberechtigt, Teilnahme am Genuß der Güter

dieser Erde verweigern und lieber die Welt in einen zweiten blutigen Krieg gestürzt haben, aber ein Bündnis, das dazu bestimmt ist, mitzuhelfen, der Welt so schnell wie möglich den Frieden wie­der zu schenken. Es ist deshalb, wie es Graf Ciano gestern ausaedrückt hat, ein gewaltiger Schutzwall, an dem jeder Versuch, den Kriegsbrand weiter um sich greifen zu lassen, scheitern wird. Denn so aufrichtig alle Völker, die sich mit den drei ver­tragschließenden Nationen eines Sinnes und eines Willens fühlen, zum Beitritt und zur Mitarbeit eingelaben werben, so hart unb entschieden wird jeder Staat die geballte Kraft der drei Mächte zu spüren bekommen, der es wagen sollte, sich in die Endphase der Neuordnung des europäischen und ostasiatischen Raums einzumischen. Das ist eine klare Sprache, und sie wird überall dort verstan­den werben, wo man vielleicht noch Neigung zeigte, bem Rab der Geschichte in die Speichen zu fallen.

So wenig bieser Pakt sich aeaen irgenbein anbe- res Volk richtet, sonbern ausschließlich den Kriegs­hetzern unb unverantwortlichen Elementen bas Was­ser abgraben will, die auf eine Verlängerung und Ausweitung des Krieges hinarbeiten, so wenig werben burch ben Pakt insbesonbere bie Beziehun­gen der vertragschließenden Mächte zu Sowjetruh- lanb irgenbroie berührt. Das Deutsche Reich hat mit ber Sowjetunion alle beibe Nationen gemein­sam interessierenden Probleme im Geiste freunb- schaftlicher Zusammenarbeit georbnet, auch Italien unterhält zu Rußlanb vertrauensvolle Beziehungen, und Japan hat bereits eine Reihe wesentlicher Fragen, die sich aus der Nachbarschaft beider Mächte ergeben, klären können, an die Entsendung des neuen japanischen Botschafters Tatekawa nach Moskau knüpft man in Tokio bie Hoffnung, aucy bie letzten Zweifelsfragen in Bälde bereinigen zu können. So ist dieser Dreimächtepakt von Berlin ein Pakt des Friedens und der Ordnung, eine neue scharfe Waffe, ben jungen, starken Völkern Euro­pas unb Ostasiens Leben unb Freiheit, Raum unb Arbeit in einer besseren Welt zu erkämpfen unb zu sichern, Dr. Fr. jy, Longe.

gen in Sübamerika lauter neue Leute brachte, aber auch mit ber Ernennung des Generals Tatekawa zum Botschafter in Moskau ben Wunsch nach Ver­besserung her Beziehungen zur Sowjetunion aus­brückte, war das erste Zeichen eines frischen Win­des im japanischen Außenamt. Den grunbsätzlichen Kurswechsel beutete dann das rücksichtslose Durch­greifen gegen die Umtriebe des britischen Geheim­dienstes an, der im Schutze der traditionellen bri­tisch-japanischen Fremdherrschaft das Land mit einem ganzen Spionagenetz überzogen hatte. Auch das in diesen Tagen trotz britisch-amerikanischer Querschüsse perfekt gewordene französisch-japanische Abkommen über die Unterbindung der bisher sehr regen Waffenzufuhr für Tschiangkaischeck durch Jndochina gehört auf diese Linie. Von hier führt eine etwa 800 km lange Schmalspureisenbahn nach der südchinesischen Prooinzialhauptstadt Jünnanfu, die neben der Bahnstrecke durch bas britische Birma nach der Besetzung sämtlicher chinesischen Küsten­plätze von der See her die einzige Zufuhrstraße für bie Tschungking-Regierung war. Mit ber Be­setzung ber Paracel-Inseln im Juni 1938 unb der großen Insel Hainan im Februar 1939 hatte Japan die Blockade ber chinesischen Küste geschlos­sen und schon bamals ben sich über bie japanische Aktion heftig alterierenben Franzosen einen beut» liehen Wink gegeben, baß es Frankreichs Hilfs­stellung für Tschiangkaischeck burch Zulassung der Durchfuhren burch Jnbochina nicht auf die Dauer ruhig hinnehmen werde. Aber es mußte erst der Zusammenbruch Frankreichs auf ben europäischen Schlachfeldern unb ber neue Aktivismus der japa­nischen Außenpolitik kommen, um auch mit dieser seltsamen Art von Neutralität gründlich aufzu- räumen. Auf Grund des mit dem Kabinett P6tain geschlossenen Abkommens hat Japan in Haiphong, dem bedeutendsten Hafen Jndochinas, Truppen ge­landet, die im Vormarsch über Hanoi hinaus nach Osten die chinesische Grenze besetzen werden unb hier gegebenenfalls eine neue Operationsbasis gegen Tfchingkaifcheck finden, wenn sie sich nicht mit ber Abbrosselung ber Zufuhren auf ber Bahn Hanoi Langsonjünnanfu begnügen sollten. Japan hat gleichzeitig keinen Zweifel gelassen» daß es jedem